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Yuki – Fortschritte

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Mit Yuki bin ich inzwischen ein ganzes Stück voran gekommen:

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Meine Version wird allerdings nicht so oversized wie das Original. Dort sind 8″ = 20 cm “ease” angegeben (die Umrechnung in der Anleitung ist falsch, da stehen nur 15 cm) und das sieht ja auch an einem großen schlanken Model richtig gut aus. Ich müsste für meine Größe dann allerdings 126 cm fertigen Umfang haben und würde darin nur aussehen wie eine kleine dicke Frau in einem Sack :shock:

Ich habe also nur 112 cm Umfang genommen, das sitzt dann immer noch locker und da ich den Schnitt der Ärmel auch gar nicht leiden mag, bekommt meine Yuki ganz normale Armkugeln.

Die Anleitung ist übrigens sehr gut und verständlich geschrieben. Einziger Kritikpunkt sind die Proportionen der Taschen und der Blende, die sind nämlich in jeder Größe gleich breit.
Meiner Meinung nach muss die Breite aber angepasst werden, damit das Verhältnis zwischen Gesamtbreite und Taschen- bzw. Blendenbreite erhalten bleibt. Hier hat z.B. die Blende immer 11,5 cm, d.h. in der kleinsten Größe ist das knapp ein Viertel der Gesamtbreite, in der größten Größe ist es aber nur noch ungefähr ein Achtel, d.h. die Blende wirkt um so schmaler, je größer die Größe wird.

Die Sache mit den Proportionen ist mir aber schon öfter bei Anleitungen aufgefallen, darauf achtet kaum jemand beim Skalieren der Größen. Auch das Bündchen muss ja in einer größeren Größe etwas höher sein, damit das Verhältnis erhalten bleibt. Das macht das Anleitung schreiben zwar noch aufwendiger, gehört aber meiner Meinung nach einfach dazu.
Deswegen brauche ich für meine Anleitungen auch immer so irre lange, weil ich die Proportionen in jeder Größe anpasse.

Sehr gut gefällt mir die farbig abgesetzte Tasche:

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Der Taschenbeutel von innen (seht Ihr die Damokles-Pfote? Zwei Sekunden später fing Chico an, an der Tasche rumzurupfen und musste leider umsanft vom Ort des Geschehens entfernt werden…)

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Das schwarze Tier ist da wesentlich hilfreicher und passt immer auf, daß das Knäuel beim Stricken nicht von der Couch kullert :-D

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Yuki

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Oder: Das Muster, das kein Muster ist :-D

Vor ein paar Tagen habe ich Yuki angefangen.

Beim Muster wird in jeder 4. Reihe drei Reihen tiefer eingestochen und die Maschen darüber aufgelöst. Nun mag das mit dem Originalgarn gut funktionieren, weil es nach Angaben der Designerin durch den Seidenanteil “glitschig” ist. Bei meiner Cascade ist das Auflösen aber ein furchtbaren Gezuppel, weil das Garn viel hakeliger ist.
Also habe ich stattdessen die entsprechenden Maschen mit Umschlag (wie beim Patent) abgehoben – das Ergebnis ist identisch, aber es läßt sich viel flüssiger stricken.

Das Muster ist echt seltsam – wenn man es für sich alleine betrachtet, sieht es nach überhaupt nichts aus, höchstens nach sehr unordentlich gestricktem glatt rechts:

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Die Rückseite ist da schon fast spannender:

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Aber in Verbindung mit dem glatt rechts gestrickten Teil wirkt es auf einmal ganz anders – immer noch kein richtiges Muster, aber ein deutlicher Strukturunterschied:

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Ich bin echt gespannt, wie das zum Schluß nach dem Waschen aussehen wird.

Der Unvollendete

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Neulich kam eine Dame mittleren Alters in mein Büro, drückte mir eine Tüte in die Hand und meinte: “Sie haben da doch ein Schild im Schaufenster, daß man Wolle bei Ihnen abgeben kann. Das ist von meiner Mutter, sie kann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr stricken. Vielleicht können Sie noch was damit anfangen”.

Der Tüteninhalt entpuppte sich als fast fertiger Pullover – RVO, leichte A-Linie und genau meine Größe:

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Nun ist das Garn zwar so gar nicht meins, aber Anja und Ruth meinten, das würde gut zu meinen Haaren passen und von etwas weiter weg sieht es auch gar nicht mehr so weihnachtsbaummäßig aus ;-)

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Also werde ich ihn wohl fertig machen, denn da muss wirklich nur noch der Saum umgenäht werden und eine Halsausschnittblende dran.
Schade, daß die Dame wieder entschwunden war, bevor ich mir den Tüteninhalt richtig angucken konnte, sonst hätte ich ihr angeboten, daß ich den für ihre Mutter fertig mache. Wie traurig, wenn man sein letztes Werk so gut wie fertig hat, aber die abschließenden Arbeiten einfach nicht mehr schafft.

Schau und klau…

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…oder: Darf man eigentlich nach dem Bild stricken?

Rein rechtlich ist die Antwort klar: Ja, darf man. Man dürfte theoretisch sogar eine eigene Anleitung schreiben und diese verkaufen, denn einen Schutz auf Designs gibt es nur in Ausnahmefällen.

Aber wie ist das menschlich-moralisch gesehen? Da bin ich zwiegespalten.
Ganz klar, ein Design klauen und eine eigene Anleitung dafür verkloppen geht gar nicht. Macht man einfach nicht, das wäre unter aller Sau.

Beim reinen Nachstricken dagegen kann ich mich nicht so recht entscheiden.

Ein Beispiel: Ich stricke gerade die Jacke Funky Grandpa von La Maison Rililie.

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Einerseits profitiere ich davon, daß die Designerin ein tolles Modell entworfen hat, dafür viele deutlich erkennbare Fotos ins Netz gestellt hat und Informationen zu Maschenprobe, Garn, Verbrauch, Konstruktion usw. gibt. Und eigentlich möchte ich das gerne honorieren.

Andererseits brauche ich die Anleitung wirklich nicht. Das Modell ist (für mich) sehr einfach, meine Maschenprobe ist anders, so daß ich ohnehin umrechnen müsste und ich stricke zudem noch von unten statt von oben. Und da flüstert der kleine Geizkragen in mir “warum sollst Du Geld für etwas ausgeben, daß Du überhaupt nicht brauchst?”

Wie seht Ihr das: Würdet Ihr die Anleitung trotzdem kaufen, um das Design und die Arbeit der Designerin zu honorieren?

Meine Version sieht bisher so aus – der Clou an dem Modell sind tatsächlich die Ärmel, ohne die sieht die Jacke todlangweilig aus:

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Ich stricke wie im Original mit Sockenwolle. Die Streifen aus dem Zauberball Olivenstrasse wollte ich auf jeden Fall genau so, also habe ich die Jacke gleich komplett verschoppelt und die Admiral 6-fach in Graumelange genommen.

Mit dem Grau bin ich allerdings nicht ganz so glücklich, das würde glaube ich besser wirken, wenn es eine Nummer dunkler wäre. Gibt es von der Admiral aber leider nicht, das nächstdunklere Grau wäre dann schon wieder fast Anthrazit.

Und daß ich Standard-Sockengarn für ein Oberteil nehme, wird sicherlich auch nicht mehr verkommen. Es ist zwar okay (langgezogener Tonfall…), aber es fühlt sich eben doch sehr “sockig” an. War zwar eigentlich auch nicht anders zu erwarten und Ihr dürft jetzt auch gerne über mich lachen, aber ich habe mich vom flauschigen Aussehen auf dem Originalbild verführen lassen. Die Admiral ist aber nicht flauschig, kein Stück. Nun setze ich meine Hoffnungen auf die erste Wäsche. Vielleicht flauscht sie ja noch ein bisschen auf.
Aber für Socken ist sie bestimmt toll, sie macht jedenfalls einen sehr strapazierfähigen Eindruck. Und sie verstrickt sich super, weil sie so schön fest verzwirnt ist.

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Mitgestrickte Armkugel – die ersten Bilder

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Ich wollte ja schon immer mal ausprobieren, ob man nicht eine Armkugel von unten gleich mitstricken kann – und zwar genau mit den gleichen Abnahmen, wie ich sie auch machen würde, wenn ich in Einzelteilen stricke.

Ende letzten Jahres habe ich eine Jacke aus der Zauberwolle (Farbe “Herbstwind”) von Schoppel angefangen und bei diesem Garn bot es sich nun an, das endlich mal in Angriff zu nehmen. So ganz sicher war ich mir ja nicht, ob es wirklich so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Aber – tadaaa: Es klappt! Tichiro proudly presents: Die von unten nahtlos am Stück mitgestrickte Armkugel:

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Ich habe erst eine Seite fertig, aber schon mal kurz überprobiert und es sieht bisher so aus, als wenn die richtig gut sitzt:

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Nun glaube ich zwar nicht, daß ich der erste Mensch bin, der sowas jemals gestrickt hat, aber auf jeden Fall habe ich das noch in keiner Anleitung gesehen und die Methode für mich selbst entwickelt. Um es mit Elizabeth Zimmermann zu sagen: Ich habe sie unvented ;-)

Wie das genau funktioniert, erkläre ich Euch dann noch ausführlich, wenn die Jacke fertig ist und es wirklich so gut sitzt, wie ich glaube. Aber ich bin so begeistert, daß ich es Euch únbedingt schon mal zeigen wollte.

Auf jeden Fall spielen dabei verkürzte Reihen eine Rolle, aber es ist meiner Meinung weniger umständlich als die “von oben”-Methoden, die ich bisher ausprobiert habe. Was aber vielleicht nur daran liegt, daß mir von oben einfach nicht liegt. Schau’n mer mal, wie Ihr das dann findet.

Coal Cardigan wächst

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Die Kohlenjacke ist fast fertig – es fehlt nur noch ein halber Ärmel:

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Da icn gerne die Möglichkeit haben möchte, die Jacke auch zu schließen, habe ich 5 Knopflöcher eingebaut. Die Knöpfe passen wie Arsch auf Eimer:

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Und dieses Foto darf natürlich auch nicht fehlen :-D

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Patent, Patent

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Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit überkommt mich seltsamerweise der unwiderstehliche Drang einen Zauberballschal zu stricken. Vermutlich, weil diese Zeit immer extrem stressig ist und man bei so einem Schal nun wirklich überhaupt nicht denken muss, was sehr erholsam sein kann.

Dieses Jahr wird es aber nicht der übliche Streifenschal, sondern einer im zweifarbigen Patent aus zwei Zauberbällen Stärke 6 in der Farbe Schokoladenseite:

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Sieht ein bisschen schief und krüppelig aus, aber das zupfe ich nach dem Waschen schon noch zurecht.

Die andere Seite sieht so aus:

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Für meinen Geschmack schon beinahe ein bisschen zu bunt, aber für graue Wintertage eigentlich genau das Richtige.

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In den 80ern habe ich relativ häufig Patent gestrickt: Vollpatent, Halbpatent und auch zweifarbiges Patent. Heutzutage sieht man Patentmuster nur noch selten, offenbar sind sie aus der Mode gekommen. Dabei ist gerade Vollpatent für Schals eine feine Sache, weil es auf beiden Seiten gleich aussieht und ein dickes, kuscheliges Gestrick ergibt. Außerdem ist es sehr einfach und flüssig zu stricken.

Nancy Marchant hat zum Thema ein ganzes Buch geschrieben und seit einiger Zeit gibt es dazu auch einen Craftsy-Kurs, den mit die liebe, verrückte Anja neulich einfach so geschenkt hat (Tip am Rande: derzeit kosten alle Craftsy-Kurse nur 15 €). Seit ich den geguckt habe, schwirren mir Patentmuster, besonders zweifarbige, im Kopf herum, denn damit kann man ja wirklich tolle Sachen machen.

Sowas wie den Alex Scarf von Nancy Marchant zum Beispiel (die Anleitung dazu ist im Craftsy-Kursmaterial enthalten) – der ist dann allerdings überhaupt nicht mehr mindless:

Oder auch sowas – das ist der Rodekool Scarf aus der Knitty Deep Fall 2010:

Besonders genial finde ich diese schwarz-weiße Version:

Aber natürlich lassen sich auch Oberteile im Patentmuster stricken. Allerdings sollte man dafür möglichst dünne Garne nehmen, weil das Gestrick doppelt so dick wie glatt rechts wird und dabei wahnsinnig viel Garn frisst. Und man sollte eine deutlich kleinere Nadelstärke als üblicherweise für das Garn wählen, da Patentmuster sehr locker werden. Da sie außerdem extrem in die Breite gehen, ist eine ausreichend große, gewaschene Maschenprobe für Kleidungsstücke sehr wichtig.

Das Haarlem Jacket (ebenfalls von Nancy Marchant) finde ich ganz großartig:

Patentmuster lassen sich mit tiefergestochenen Maschen oder mit Umschlägen stricken – ich bevorzuge die “Masche mit Umschlag abheben”-Variante, die geht mir viel schneller von der Hand.

Auf der Website von Nancy Marchant findet Ihr eine ausführliche Anleitung zu Patentmustern sowie einige kostenlose Anleitungen.

Der Craftsy-Kurs ist auch sehr gut, allerdings zeigt sie fast ausschließlich die “englische” Strickweise mit der Fadenführung in der rechten Hand, was gerade beim “Masche mit Umschlag abheben” verwirrend anders ausssieht als wir “continental”-Stricker das machen.

Wer es lieber auf deutsch erklärt haben möchte, guckt bei Liane oder die Videos von Elizzza.

Habt Ihr schon mal Patent gestrickt? Mögt Ihr Patenmuster?