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Hitch Pullover – Fortschritte

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Da ich erstmal wissen muss, wie breit die Zopfpasse wird, bevor ich die Körperteile fertigstelle, habe ich schon mal mit dem Ärmel angefangen.

Auch hier zeigt sich leider wieder, daß die Designerin das Ganze nicht so richtig durchdacht hat – oder ihr die Feinheiten einfach egal sind.
Das Bündchen hat 2 re/2 li Rippen, das Zopfmuster hingegen hat zu Beginn zwischen den beiden Zopfsträngen 4 Maschen – d.h. die Bündchenrippen gehen, wenn man den Pullover anleitungsgemäß strickt, nicht in die Zopfrippen über, sondern der eine Zopfstrang “wächst” aus einer Rechtsrippe, der andere aber aus einer Linksrippe.
Auch die seitlichen Muster stimmen nicht mit den Rippen überein.
Das sieht man auch auf diesem Projektfoto, wenn auch etwas verschwommen (wäre ich ein Verschwörungstheoretiker, würde ich der Undeutlichkeit Absicht unterstellen…):

Sowas ist natürlich Murks – dabei ist das doch so leicht zu lösen. Man braucht nur in der ersten Reihe des Zopfmusters über der mittleren Linksrippe 2 M zuzunehmen (oder 2 M abzunehmen, falls man -wie ich- eine Rechtsrippe in der Mitte hat) und schon passt alles. Den Maschenzahlenausgleich macht man einfach am Reihenanfang und -ende.

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Aber der Pullover ist ohnehin nicht ganz symmetrisch, was zwar nicht wirklich auffällt, aber mich trotzdem stört. Wenn ich 2re/2li in Runden stricke, muss ich mit 1 M re anfangen und mit 1 M re enden, sonst habe ich auf jeder Körperteilhälfte 2 M re am Anfang und 2 M li am Ende – zumindest wenn ich den Rundenanfang wie üblich auf die Mitte der linken Seite lege. Beim Ärmel genauso.

Das Zopfmuster lasse ich übrigens so wie es ist. nach dem Waschen dürfte es ungefähr 9,5cm breit werden und somit nur 1 cm schmaler als beim Original. Ich denke, der Unterschied ist nicht so gravierend, daß ich mir um eine Verbreiterung Gedanken machen müsste (sonst hätte ich alle Zopfstränge um je 1 M breiter gemacht).

Neues Projekt: Hitch Pullover

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Auf den Hitch Pullover aus der neuen IWK war ich so heiss, daß ich nicht die Abo-Lieferung abgewartet habe, sondern vorab die digitale Version gekauft habe.

Da ich zufälligerweise vor kurzem das perfekte Garn dafür erworben habe, nämlich die Yak von Lang Yarns in graunbraun (Fb. 39, eine wunderschöne “Unfarbe”), stand einem unverzüglichen Maschenanschlag nichts im Wege.

Allerdings muss ich wie üblich umrechnen, ich stricke mit 3,75er Nadeln und einer Mapro von 24 M, statt der vorgegebenen 5er Nadeln und 18 M. Das Originalgarn wäre eine Merino mit 83,5 m LL, das entspräche zwar ziemlich genau der Bingo von Lana Grossa, aber die ist mir viel zu dick und zu warm, die könnte ich niemals drinnen tragen, schon gar nicht in geheizten Räumen. Ich war ohnehin nie ein Frostködel, aber seitdem ich in den Wechseljahren bin, habe ich offenbar ein inneres Kraftwerk… (das Gute ist, daß ich enorm Heizkosten spare :-D )
Außerdem habe ich die Bingo schon mal so locker verstrickt, das Ergebnis hat mir gar nicht gefallen, viel zu labberig für meinen Geschmack.

Eigentlich wird der Pullover bis zu den Armausschnitten in Runden gestrickt, aber ich habe mich für Einzelteile entschieden.
Ich mag Nähte einfach lieber, flaches Gestrick lässt sich schneller ausmessen (mich nervt es, wenn ich das Gestrick zum Ausmessen jedes Mal auf eine lange Nadel nehmen muss) und außerdem stricke ich sehr gerne linke Maschen, die fallen bei glatt rechts in Runden ja nun völlig weg.
Und ich habe das Gefühl, daß das Gestrick schneller wächst – tut es in Wirklichkeit natürlich nicht, aber Einbildung ist ja auch ‘ne Bildung ;-)

Beim Original werden am Übergang vom Bündchen zum glatt rechts-Gestrick relativ viele M abgenommen, um den Unterschied in der Maschenprobe -immerhin 4 M auf 10 cm- auszugleichen. Das habe ich ignoriert, da die Yak weicher ist und sich nicht so stark zusammenzieht wie reine Merino, bei mir gibt es daher kaum einen Unterschied in der Mapro.

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Auch bei diesem Modell ist wieder einnmal zu bemängeln, daß bei der Skalierung der Größen keine Rücksicht auf Proportionen genommen wird.
Der Pullover ist in der kleinsten Größe 56 cm lang, in der größten Größe 61 cm. Trotzdem ist das Bündchen immer gleich hoch, nämlich 2,5″. Auch die Länge bis zum Armausschnitt bleibt in allen Größen gleich.
Und bei den seitlichen Rippen werden immer 22 M genommen, egal ob der Umfang 91 cm oder 126 cm beträgt. Das heißt, in der kleinsten Größe nehmen die Rippen ungefähr ein Viertel des Gesamtumfangs ein, in der größten Größe aber weniger als ein Fünftel. Das wirkt optisch dann natürlich ganz anders.

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Gerade in den größeren Größen lässt ein proportional schmalerer Rippenpart den Pullover noch breiter wirken, als er dann ohnehin schon ist.
Wenn ich dicker bin, bin ich außerdem nicht nur breiter, sondern auch quasi “tiefer”, d.h. der seitliche Rippenteil muss mehr Maschen umfassen, damit er wie auf den Foto die gesamte Seite bedeckt und nicht nur wie ein schmaler Streifen wirkt.

Es wäre ein leichtes, hier die Proportionen anzupassen, also warum wird das nicht gemacht? Ist das nur Gleichgültigkeit seitens der Designer oder das schlichte Unvermögen logisch zu denken?

Neues Projekt: Etosha

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Mir war mal wieder nach Streifen:

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Eigentlich wollte ich Gemma aus dem Rowan Magazine 37 stricken, aber das Muster stellte sich als viel zu nervtötend zu stricken heraus:

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Beim Wühlen nach passenden Adesso-Farben hat sich schließlich eine ganz simple Streifenfolge aus drei Farben ergeben:

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Die Ärmel bekommen dann wie beim Original nur auf den unteren 10 Zentimetern Streifen, der Rest wird einfarbig caramel.

Weggepfuscht…

Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich hoch die persönliche Fehlertoleranzschwelle ist. Bei einigen von Euch liegt sie ja bei absolut null – ich finde es faszinierend, daß man so streng mit sich selbst sein kann, daß man sogar einen komplett fertigen Pullover wieder ribbelt, weil irgendwo ein kleiner Fehler drin ist.
Ich bin neugierig: Seid Ihr in den übrigen Bereichen Eures Lebens auch so perfektionistisch oder beschränkt sich das auf’s Stricken?

Meine Toleranzschwelle ist bei diesem Fehler hart and der Grenze, aber doch noch nicht überschritten.
Wenn es nur darum gegangen wäre, 30 cm zu ribbeln und neu zu stricken, hätte ich es höchstwahrscheinlich gemacht.
Aber auch noch den Kragen und die Nähte wieder aufmachen? 10 Stunden zusätzliche Arbeit?
Nee, echt nicht, dafür ist der Fehler nicht offensichtlich genug.
Und nur die Reihe auftrennen und im Maschenstich wieder schließen? Dafür bin ich ehrlich gesagt zu feige, da habe ich zuviel Angst, daß das komplett in die Hose geht :shock:

Wenn Perfektionismus einen übermäßig hohen Arbeitsaufwand erfordert, pfeif’ ich drauf – dann bleibt der Fehler halt drin. Man muss auch mal Fünfe gerade sein lassen können ;-)

Außerdem habe ich nähenderweise ein bisschen rumgepfuscht und nun sieht man wirklich nur noch etwas, wenn man explizit danach sucht – damit kann ich gut leben:

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Auf jeden Fall habe ich aus dieser Sache gelernt: In Zukunft wird das Gestrick nochmal genau kontrolliert, bevor ich mit den Fertigstellungsarbeiten anfange. Sowas passiert mir -hoffentlich- nie wieder.

Und falls mich jemand im echten Leben in diesem Pullover trifft, darf er mir gerne auf die Brust pieken :mrgreen:

Berenice – Erwachsenenversion

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Gesagt, getan – Berenice aus der neuen Brooklyn Tweed-Kollektion hat mir so gut gefallen, daß ich sie am Mittwoch abend gleich angeschlagen habe. Ich nehme wieder einmal die Lord, denn mir gefällt Farbe und Optik des Originalgarns und die Lord kommt dem relativ nahe.
Und weil sich die Lord bekanntermaßen von alleine strickt ;-) , bin ich schon ziemlich weit vorangekommen:

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In den Notes zum Pattern bei Ravelry wird vorgeschlagen, daß man das Modell einfach aus der Shelter, also aus dickerem Garn nachstricken solle.
Das ist natürlich eine Möglichkeit – wenn man die Shelter mit der lockersten empfohlenen MaPro, nämlich 17 M, verstrickt, kommt man mit der größten Maschenzahl lt. Anleitung -105- immerhin auf eine Breite von von knapp 62 cm. Ob man das Gestrick dann so locker mag, steht auf einem anderen Blatt. Oder man strickt fester, ist dann aber größenmäßig nach oben eingeschränkt. Bei einer MaPro von beispielsweise 20 M ist bei 52,5 cm Schluß.

In vielen Fällen wird man daher um das Umrechnen nicht herumkommen.

Ein wichtiger Faktor ist dabei die Beibehaltung der Proportionen. Wenn ich das Modell einfach breiter mache, indem ich mehr Maschen anschlage, ohne aber den Mittelteil mit dem Muster zu verbreitern, habe ich im Extremfall nur noch einen schmalen Musterstreifen in der Mitte.
Das Muster sollte etwas mehr als ein Drittel der Gesamtbreite ausmachen und etwas schmaler als der Halsausschnitt sein. In der abgebildeten Größe für 6-jährige beträgt die Maschenzahl für das Muster rd. 41,5 % der Gesamtmaschenzahl.

In größeren Größen stimmt diese Relation aber nicht mehr. Das Original trickst da und nimmt in den beiden größten Größen auf jeder Seite des Musters zwei Zöpfe statt einem – das gefällt mir aber nicht.

Das Original hat 24 M auf 10 cm, mit der Lord komme ich auf 20.5 M. Ich möchte unten eine Breite von 54 cm haben, brauche also je 110 M für Vorder- und Rückenteil bzw. 111, weil die Maschenzahl ungerade sein muss.

Wenn ich nun die 37 M lt. Anleitung für den Musterstreifen nehmen würde, habe ich aber nur noch knapp 34% der Gesamtmaschenzahl für den Musterstreifen, er würde also deutlich schmaler wirken. Mit der Doppelzopflösung käme ich auf 51 Mustermaschen – dann würde das Verhältnis zwar wieder stimmen, aber zwei Zöpfe auf jeder Seite will ich ja nicht.

Die Alternativlösung ist daher, das Lochmuster zu verbreitern – ein Mustersatz ist 8 Maschen breit, das ist also problemlos machbar. 41,5% von 111 M wären 46 M. Der Musterstreifen hat im Original 37 M, nehme ich für das Lochmuster einen Mustersatz mehr, komme ich auf 45 M. Damit aber nun die Zöpfe daneben nicht plötzlich viel schmaler wirken, stricke ich diese über 6 M statt über 4 und komme auf insgesamt 49 M – das haut ganz gut hin.

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Ebenfalls bei den Proportionen zu bedenken ist die Breite der Bündchen – lässt man die so breit wie in den Kindergrößen, wirken sie an einem längeren Erwachsenenmodell deutlich schmaler. In der mittleren Kindergröße nehmen die Bündchen knapp 12% der Gesamtlänge ein. Bei meiner geplanten Länge von 58 cm sollten meine Bündchen also rd. 7 cm breit sein.

Da das Bündchen später angestrickt wird, musste ich diese Breite von vorn herein bei der Taillierung berücksichtigen. Die Taillierung sollte in etwa 10 cm Gesamthöhe beginnen, also musste ich nach rd. 3 cm damit anfangen. Ich habe beidseitig 4x in jeder 6. R jeweils 1 M abgenommen und danach im gleichen Rhythmus wieder zugenommen.

Beim Vorderteil habe ich außerdem zusätzlich nach der Taillierung noch weitere 8 Maschen zugenommen, um der Brust etwas mehr Raum zu geben.

Da meine Berenice einsetzte Ärmel mit Armkugeln bekommen soll, braucht sie natürlich auch Armausschnitte.

Hierfür habe ich beim Rückenteil beidseitig je 6 M abgekettet und dann 5x in jeder R, 2x in jeder 2. R und 1x in der folgenden 4. R je 1 M abgenommen. Beim Vorderteil muss ich auf jeder Seite 4 M mehr abnehmen, um die Brustzunahmen wieder auszugleichen, deswegen wird da dann 7x in jeder R, 3x in jeder 2. R und 2x in jeder 4. R abgenommen.

Den rückwärtigen Halsausschnitt habe ich in 18 cm Höhe des Armausschnitts begonnen (dieser ist insgesamt 21 cm hoch) und wie in der Anleitung für die 3. Größe gestrickt, aber mit 23 abgeketteten M in der Mitte. Vorne will ich es genauso machen, aber ich werde zwei Mustersätze eher mit dem Ausschnitt anfangen.

Außerdem habe ich auf den letzten 6 Reihen die Schulterschrägung mit verkürzten Reihen (2 x je 5 M) gearbeitet und die M dann stillgelegt, damit ich die Schultern später zusammen abketten kann.

Nun bin ich noch am überlegen, ob ich ich kurze Ärmel wie beim Original oder vielleicht doch lieber 3/4 Ärmel haben möchte.

Auch der Tiger ist noch unschlüssig…

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Neues Projekt: Wanda

Naja, genau genommen ist es gar nicht so neu, denn das Rückenteil hatte ich schon im letzten Sommer gestrickt, dann aber aus irgendeinem unerfindlichen Grunde die Lust daran verloren.
Nun habe ich mir die Jacke wieder vorgenommen und jetzt flutscht es. Der rechte Ärmel bekommt auch Krausstreifen, der linke wird glatt rechts:

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Sieht im Moment natürlich noch etwas schief und krüppelig aus, weil sich die Seite mit den Krausstreifen in der Höhe zusammenzieht, aber das gibt sich, wenn ich sie in feuchtem Zustand zurechtziehe.

Die passenden Knöpfe habe ich jedenfalls schon mal:

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Das Modell ist mein eigenes und zum Thema Anleitung schweige ich mich lieber aus… :shock:

Das Garn ist übrigens die Autumn Spring von Pascuali, 90% Bamwolle, 10% Kaschmir und mit 160 m Lauflänge schön dünn und sehr ergiebig. Bisher habe ich mal gerade eben 250g verbraucht (und keine Knoten ;-) ). Die stelle ich Euch demnächst aber nochmal ausführlich vor, ich will bloß erst das Waschverhalten abwarten.

Und das war klar, oder? :-D

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