Techniken & Tips/techniques & tips

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Die Methode von Elizabeth Zimmermann zum Abnähen von Maschen (EZs sewn bind-off) habe ich Euch hier ja schon mal gezeigt. Für eng am Hals anliegende Kragen finde ich sie ideal, sie sieht sehr ordentlich aus und ist auch für den größten Dickschädel elastisch genug :wink:

Nun habe ich eine Variante entdeckt, die mir noch ein bisschen dehnbarer zu sein scheint: Der “invisible sewn bind-off“. Allerdings finde ich sie optisch nicht ganz so schön, denn in ungedehntem Zustand stehen die Maschenbögen hinter der “Naht” ein bisschen hoch.
Diese Methode eignet sich daher meiner Meinung nach am besten für Kanten, die beim Tragen gedehnt sind, z.B. bei Socken (ab Spitze gestrickt), denn in gedehntem Zustand ziehen sich die Maschenbögen auseinander, stehen dadurch nicht mehr hoch und dann sieht die Kante auch schön ordentlich aus:

Eine andere Methode für eine elastische Kante ist Jeny’s surprisingly stretchy bind-off, aber die mag ich gar nicht leiden, das sieht mir zu ungleichmäßig und gnubbelig aus. Bei Wendy kann man zwei weitere Beispiele an Socken sehen.
Und wer sich jetzt fragt, was dieser “russian bind-off” ist, den Wendy in ihrem Blogeintrag erwähnt, guckt hier (oder googelt nach Videos) - den mache ich schon seit 28 Jahren so, aber daß der “russisch” ist, wusste ich bis heute auch noch nicht :grin: (naja, ich nehme ja auch immer “russisch” zu…)

Ich habe ja in einem Kommentar zum ersten Craftsy-Beitrag geschrieben, daß ich lieber schnell in einem Buch nachsehe, anstatt extra einen (Video-)Kurs zu besuchen. Das muss ich - nachdem ich nun vier Kurse bei Craftsy angesehen habe - einschränken. Wenn ich schnell mal was wissen möchte, dann wäre meine erste Wahl immer noch ein Buch, gefolgt von einer Google-Suche nach einer bebilderten schriftlichen Anleitung. Videos mag ich weniger, da muss ich immer so viel vor und zurückspulen, bis ich die 10 entscheidenden Sekunden in dem ganzen überflüssigen Gesabbel gefunden habe.

Aber wenn ich mich allgemein zu einem Thema fortbilden möchte (was vor allem den Vorteil hat, daß man Dinge lernt, von denen man gar nicht wusste, daß sie existieren und somit auch nie nachgeschlagen hätte), dann finde ich die Videokurse mittlerweile total klasse, zumal die Kurse bei Craftsy wirklich sehr professionell aufgemacht sind.
Und die Kursleiter sprechen ein deutliches und nicht zu schnelles Englisch, das ich sehr gut verstehen kann (im Gegensatz zu vielen Filmen, wo entsetzlich genuschelt oder viel zu schnell gesprochen wird). An dieser Stelle mal ein dickes Dankeschön an meine Englisch-Lehrer in der Schule - die haben ihre Arbeit wirklich gut gemacht, daß auch nach über 30 Jahren noch so viel hängengeblieben ist :grin:

Der Grafting-Kurs zum Beispiel. Maschenstich kann ich, muss aber jedes mal wieder nachgucken, weil ich ihn zu selten mache. Aber bisher war das ein stures Befolgen der Anweisungen, ohne daß ich wirklich verstanden habe, was genau ich da tue, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Anne Henson erklärt aber die Logik, die dahinter steht und die ist eigentlich völlig klar und simpel. Wenn man die kapiert hat, kann man jegliches Muster im Maschenstich verbinden, egal ob Rippen, Strukturmuster oder sogar Lochmuster. Das habe ich bisher noch nirgends so klar und logisch erklärt gefunden.

Der verkürzte Reihen-Kurs ist auch super. Gut, die meisten Sachen wusste ich schon vorher, aber Carol Feller erklärt z.B. auch ganz hervorragend das Einstricken einer Armkugel von oben. Das Prinzip war mir bereits klar, aber es tatsächlich mal in Arbeit zu sehen, fand ich sehr aufschlußreich. Und den kleinen Trick beim Abstricken der Wraps kannte ich bisher auch noch nicht.

Außerdem finde ich es einfach schön, daß in den Kursen so viele Modelle und Musterproben gezeigt werden, das ist auch wunderbar zur Inspiration geeignet. Ich liebe es, schöne Strickstücke anzuschauen :smile:

Gut finde ich auch die Möglichkeit, daß man sich Notizen machen kann - und zwar genau an der Stelle, wo sie einem in den Sinn kommen. Damit kann man sich z.B. etwas besonders Interessantes merken und jederzeit wieder dorthin finden.

Und last but not least sind auch die Kursunterlagen, die man sich als PDF runterladen kann (bei einigen Kursen sind auch noch Anleitungen für Strickstücke dabei), interessant und hilfreich - einige mehr, andere weniger.

Nicht genutzt habe ich bisher die Interaktion mit der Kursleiterin bzw. den anderen Teilnehmern. Die Fragen, die dort gestellt werden, finde ich aber häufig sehr amüsant, das gibt den Kursen einen zusätzlichen Unterhaltungswert :wink:

Ich stricke, während ich die Kurse gucke, von daher langweilen mich eventuell überflüssiges Gesabbel oder unnötige Wiederholungen tatsächlich (im Gegensatz zu Youtube-Videos) überhaupt nicht, weil ich ja nicht an schnellen Informationen interessiert bin. Ich lasse mich dann halt einfach berieseln :wink:

Ein Strickkurs im Wollgeschäft oder an der VHS ist bestimmt auch interessant (bisher habe ich bloß noch keinen gefunden, der mich wirklich gereizt hätte, meistens sind es doch nur Anfängerkurse), aber da muss ich hinfahren, das kostet Zeit und teurer sind sie auch. Und oftmals hat man ja auch gar kein Kursangebot in der Nähe, niemanden, der auf die Kinder aufpasst oder die Kurse finden immer dann statt, wenn man keine Zeit hat.

Ein Kurs im echten Leben hat natürlich ganz klar den Vorteil, daß der Kursleiter einem persönlich am eigenen Strickzeug etwas zeigen und ggf. korrigieren kann, aber bisher habe ich das noch nie gebraucht, ich kann ganz gut Dinge umsetzen, die ich lese oder sehe.

Bei einem Videokurs kann ich die Uhrzeit selbst bestimmen, im Schlafanzug auf der Couch sitzen, rauchen ( :mrgreen: ), zwischendurch stoppen und die Kater bespassen, zurückspulen, wenn ich gerade nicht aufgepasst habe oder vorspulen, wenn mich etwas überhaupt nicht interessiert. Und ich kann so oft gucken, wie ich will. Den Fotokurs werde ich mir z.B. bestimmt nochmal teilweise ansehen, da waren so viele Tips, daß ich die Hälfte schon wieder vergessen habe und das mit der Blende, Verschlußzeit etc. will einfach nicht in mein Hirn (naja, man sollte sowas vielleicht auch nicht nachts um halb drei gucken… :roll: )

Kurzum: Ich habe mittlerweile einen ganzen Sack voll Kurse auf meiner Wunschliste :grin: Nun muss ich nur noch entscheiden, welchen ich zuerst machen will. Und vieleicht findet ja auch das eine oder andere, was ich dazugelernt habe, den Weg in diesen Blog…

Habt Ihr eigentlich schon mal einen Online-Strickkurs besucht? Ich habe mir mal das Kursangebot bei Craftsy angeguckt, viele Themen sind sehr interessant und größtenteils eher für fortgeschrittene Strickende gedacht. Wenn man sich registriert hat (mehr als eine Mailadresse und ein Passwort wird nicht verlangt), bekommt man den Short Row-Kurs kostenlos - der ist geschlagene 2 1/2 Stunden lang!

Zusätzlich gibt es zwei kostenlose Mini-Kurse, die aber gar nicht so Mini sind und auch über 40 bzw. 60 Minuten dauern:

Die Kurse, die Geld kosten, sind noch deutlich länger, dieser hier z.B. geht ungefähr 3 1/2 Stunden - da finde ich den Preis von rd. 30 € auch völlig angemessen:

Der ist bestimmt auch interessant:

Gut finde ich auch, daß man der Kursleiterin und anderen Kursteilnehmern Fragen stellen kann. Das kann man während der “Unterrichtstunde” tun, braucht also nicht extra auf eine andere Seite oder in ein Forum zu gehen. Wie schnell die beantwortet werden, kann ich aber nicht sagen. Und man sieht auch, welche Fragen andere Kursteilnehmer bereits gestellt haben samt der dazugehörigen Antworten.

Ich glaube, ich werde mal den Fotokurs besuchen, vielleicht kann ich dann ja endlich besser mit meiner Kamera umgehen :wink: (immerhin habe ich das mit dem Weißabgleich jetzt einigermaßen drauf)

Schade bloß, daß es solche Kurse nicht auch auf deutsch gibt. Wenn es die gäbe, wären die für Euch interessant? Und wärt Ihr bereit, dafür Geld auszugeben? Wenn ja, wo läge Eure Schmerzgrenze?

Ihr wisst ja, daß ich nicht gerne von oben stricke, aber die Contiguous-Methode finde ich trotzdem sehr interessant.

Leider gab es bisher noch keine deutsche Übersetzung der Anleitung - das habe ich (mit einem kleinen Anschubser seitens Gabi) nun geändert :grin: Die australische “Erfinderin” (soweit man beim Stricken überhaupt noch etwas Neues erfinden kann) Susie Myers hat mir freundlicherweise die Erlaubnis dazu gegeben - thank you, Susie!

Die deutsche Version wird in Kürze auch auf der Pattern-Seite bei Ravelry als Download verfügbar sein, alternativ könnt Ihr sie hier herunterladen.

Tja, und während ich diesen Blogbeitag schreibe, entdecke ich gerade, daß Petra längst einen kostenlosen Workshop auf deutsch dazu geschrieben hat - das hätte mir Susie ja auch mal sagen können, dann hätte ich mir die Mühe sparen können…

Was mir an dieser Methode nicht so gut gefällt sind die Löcher, die durch die Zunahmen in jeder Reihe entstehen. Je lockerer das Gestrick, um so löcheriger wird es. Hier ist ein schöner Vergleich der Optik, die bei verschiedenen Zunahmemethoden entsteht. Ich habe daher mal ein bisschen herumexperimentiert und eine Lösung gefunden, die auch die Zunahmen in den Rückreihen vermeidet. Wenn mann nämlich nur in jeder 2. Reihe zunimmt, aber dafür je 2 Maschen links und rechts der Schulternaht, werden die Löcher deutlich kleiner - oberhalb der roten Linie ist meine Variante zu sehen:

Der “Trick”: Man markiert 4 Mittelmaschen anstatt nur 2. Bis zum Marker stricken, linksgerichtet “russisch“zunehmen, 1 M re, rechtsgerichtet “russisch” zunehmen, 4 M re, linksgerichtet “russisch”zunehmen, 1 M re, rechtsgerichtet “russisch” zunehmen. In der Rückreihe einfach linke M stricken.

Die entstehende Formgebung ist trotzdem die gleiche:

Deutsche Anleitungen mit dieser Schulter/Ärmelvariante gibt es bisher nur wenige - bei Ravelry habe ich genau sieben Stück (+ Petras Workshop) gefunden.

Darunter die bekannte Elfe von Astrid Schramm:

Emily von Vera Sanon finde ich auch sehr hübsch:

Auf englisch ist die Auswahl deutlich größer. Fallmasche z.B. entwirft auch viele Contiguous-Designs, schreibt aber seltsamerweise ihre Anleitungen nur auf englisch, obwohl sie in Deutschland lebt.

Bei meinem aktuellen Projekt “Clayton” habe ich etwas Neues gelernt - die I-Cord-Randmasche:

Gestrickt wird sie ähnlich wie ein Kettrand, gefällt mir aber viel besser als dieser.

Soll der I-Cord-Rand an der rechten Seite des Strickstücks sein, hebt man in der Hinreihe am Reihenanfang die ersten beiden M wie zum links stricken ab, der Faden liegt dabei vor der Arbeit. In der Rückreihe werden die beiden Randmaschen am Reihenende rechts abgestrickt.

Soll der I-Cord-Rand an der linken Seite des Strickstücks sein, werden in der Hinreihe die beiden M am Reihenende links gestrickt. Am Reihenanfang der Rückreihe hebt man die ersten beiden M nacheinander wie zum rechts stricken ab, der Faden liegt dabei hinter der Arbeit.

Auch die Rückseite zeigt eine schöne, ordentliche Kante:

Ich könnte mir vorstellen, daß das auch mit 3 oder 4 M funktioniert und dann einen noch markanteren I-Cord ergibt.

Eine hübsche Lösung für Kanten, die offen bleiben sollen, finde ich.

Gesammelte Netzfundstücke, um Euch vom Stricken abzuhalten :wink:

Wie man die Lücke, die beim Abketten von rund gestrickten Sachen entsteht, am schönsten schließt, kann man hier bestens bebildert anschauen.

Im gleichen Blog: Mit dem Linen Stitch (Webmuster?) entsteht eine interessante Textur, die mehr wie Gewebe als wie Gestrick aussieht. Dürfte aber ziemlich nervig zu stricken sein.

Dann habe ich kürzlich durch ihren Kommentar hier bei mir Connies Blog Wockensolle entdeckt. Schaut mal rein, ich finde Connies Beiträge sehr interessant und der Zusatz “Knitting Intelligence” erscheint mir wirklich passend.

Hier ist eine japanische Seite mit wunderschönen Fair Isle-Sachen. Als Kontrastprogramm etwas zum Gruseln (danke Silvia :grin: ) und hier (danke Marianne :grin: ) gruselt mich nicht nur das löcherige Gestrick, sondern vor allem auch der Preis :shock:

Abschließend noch ein nettes Filmchen - auf was für Ideen die Leute doch kommen:

Mari, der ist für Dich :grin:

Ein Oberteil sitzt in der Regel besser, wenn man es mit Schulterschrägungen arbeitet. Schließlich sind unsere Schultern in der Regel zum Arm hin leicht abfallend - es sei denn, wir benutzen Schulterpolster :wink:
Strick ist zwar elastisch und passt sich bis zu einem gewissen Grad der Körperform an, trotzdem sorgen Schulterschrägungen für ein bessere Passform, insbesondere bei Schnitten mit Armkugeln:

Zieht man von der Gesamtschulterbreite (A) die gewünschte Halsausschnittbreite (B) ab und teilt das Ergebnis durch 2, erhält man die Breite einer Schulter (C).
Und bevor ein Geometrie-Schlaumeier jetzt protestiert :wink: Ich weiß daß die Diagonale länger ist als die Horizontale - aber die Schulterschrägung ist in der Zeichnung überzogen dargestellt, in der Praxis macht das keinen nennenswerten Unterschied.

Eine Schrägung erzielt man, indem man die Reihen nach und nach kürzer werden lässt - entweder durch abketten oder durch verkürzte Reihen:

Die Anzahl der Maschen, die man für eine Schulter hat, ist natürlich abhängig von der Maschenprobe.

Die Tiefe der “Stufen” (in o.g. Beispiel 6 Maschen) bestimmt, wie steil die Schulterschrägung wird - je kürzer die Stufen, desto steiler die Treppe bzw. Schulter.

Die Anzahl der Schultermaschen geteilt durch die Maschenzahl für eine Stufe ergibt die Anzahl der Stufen.
Im Umkehrschluß: Die Anzahl der Schultermaschen geteilt durch die Anzahl der Stufen ergibt die Maschenzahl für eine Stufe. Ich mache in der Regel 3, maximal 4 Stufen, das ergibt eine ausreichende, nicht zu steile Schrägung. Bei sehr dickem Garn würde ich sogar nur 2 Stufen nehmen.

Beispiel: Ich habe 24 Maschen pro Schulter und möchte 3 Stufen haben. Dann nehme ich pro Stufe 8 Maschen.

Alle Stufen sollten gleich tief sein - geht es beim Teilen nicht auf, darf man aber auch mal eine M mehr oder weniger nehmen, das macht keinen wesentlichen Unterschied.

Beispiel: Ich habe 30 Schultermaschen und möchte 4 Stufen haben. Dann mache ich 2 Stufen mit 8 Maschen und zwei Stufen mit 7 Maschen (die tieferen Stufen mache ich zuerst, aber das ist nicht zwingend notwendig).

Faustregel: Je mehr Reihen man auf 10 cm hat und je mehr Schultermaschen zur Verfügung stehen, desto mehr Stufen sind möglich, ohne daß die Schulterschrägung zu steil wird.

Aber wie stricke ich denn nun die Stufen?
Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Stufen durch abketten
Hierfür werden immer am Reihenanfang, also in jeder 2. Reihe, die Anzahl der Maschen für eine Stufe abgekettet.
In der Anleitung steht dann so etwas wie: Beim Rückenteil für die Schulterschrägung beidseitig 2 x je 8 M und 2 x je 7 M abketten.
Das bedeutet:
Reihe 1 - 4: Am Reihenanfang 8 M abketten, Reihe zu Ende stricken.
Reihe 5 - 8: Am Reihenanfang 8 M abketten, Reihe zu Ende stricken.

(die eine Reihe Versatz in der Höhe macht übrigens gar nichts - das gleich sich auch aus, weil das Vorderteil dann genau umgekehrt ist: Beim Rückenteil fängt die linke Schulter eine Reihe später an, beim Vorderteil ist es die rechte Schulter, die eine Reihe später begonnen wird)

Hat man keinen Halsausschnitt, werden in der nächsten Reihe die verbleibenden M abgekettet.
Strickt man gleichzeitig einen Halsausschnitt, wird die Schulterschrägung wird für jede Seite getrennt gearbeitet und danach sollten alle M abgekettet sein.

Damit die Schulterschrägung einen stufenlosen Rand erhält, gibt es einen kleinen Trick (der funktioniert übrigens für alle Rundungen z.B. auch bei Armkugeln):

Die übergezogene M zählt dann als erste abgekettete M.

Statt dieser Methode kann man auch die letzten beiden M der Vorreihe zusammenstricken und kettet dann jeweils 1 M weniger ab.

2. Stufen durch verkürzte Reihen

Die -wie ich finde- elegantere Methode zum Stricken einer Schulterschrägung ist das Arbeiten mit verkürzten Reihen. Gleichzeitig hat diese Methode den Vorteil, daß man die Schultermaschen zum Schluß zusammenstricken kann - das erspart Näharbeit und sieht zudem sehr ordentlich aus.

Bleiben wir beim vorgenannten Beispiel:  Beim Rückenteil für die Schulterschrägung beidseitig 2 x je 8 M und 2 x je 7 M abketten.

Anstatt nun abzuketten, arbeite ich so:

Reihe 0 (ich fange eine Reihe eher an, nämlich mit einer Rückreihe): Stricken, bis noch 8 M auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden (ich arbeite am liebsten mit Wickelmaschen, jede andere Methode zur Löchervermeidung beim wenden geht aber auch)

Reihe 1 (Hinreihe):  Stricken, bis noch 8 M auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 2 + 3: Stricken, bis noch 16 M (8 + 8 ) auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 4 + 5:  Stricken, bis noch 23 M (8 + 8 + 7) auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 6 + 7:  Stricken, bis noch 30 M (8 + 8 + 7 + 7) auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 9 + 10: Reihe wieder ganz durchstricken, dabei die Wicklungen mit den umwickelten M zusammenstricken (oder den Umschlag oder die Doppelmasche abstricken, je nach gewählter Methode)

Habt Ihr einen Halsausschnitt und arbeitet beide Seiten getrennt, gelten die geraden Reihenzahlen für die eine Schulter und die ungeraden Reihenzahlen für die andere Schulter.

Nun habt Ihr eine schöne Schrägung, aber die Masche sind trotzdem noch alle auf der Nadel. Die legt Ihr still und strickt später die Schultermaschen von Rücken- und Vorderteil per 3-needle-bind-off zusammen.

Und so sieht das dann fertig aus - hier etwas steiler, da kürzere Stufen:

Hier nur ganz flach, da sind die Stufen länger (und die Reihen weniger hoch, das ist mit dünnerem Garn und Nadeln gestrickt):

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