Techniken & Tips/techniques & tips

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Da ich mir vorstellen kann, daß es für den einen oder anderen interessant sein könnte, zeige ich Euch heute mal, wie ich kraus rechts Gestricktes zusammennähe. Das gilt natürlich auch für kraus links :wink: Rechtshänder denken sich die Bilder bitte spiegelverkehrt, ich nähe mit links.
Voraussetzung für eine schöne Naht sind feste Randmaschen. Vergeßt diesen Blödsinn mit der abgehobenen Masche, der immer noch in vielen Bücher steht. Ordentliche Randmaschen bekommt man am einfachsten, wenn man alle Maschen abstrickt, bei kraus rechts stricke ich auch alle Randmaschen immer rechts.

Der Rand sieht dann so aus:

Zum Zusammennähen benutze ich bei kraus nur die Nupsis der linken Maschen, d.h. es wird nur jede 2. Reihe miteinander verbunden. Da sich kraus ohnehin zusammenzieht, langt das (bei anderen Mustern würde ich jede Reihe zusammennähen).

Ich steche also in den Nupsi des oberen Teils von links nach rechts ein. Rechtshänder würden von der anderen Seite kommen und demzufolge von rechts nach links einstechen. Wer immer rechts und links verwechselt, merkt sich einfach, daß man in die Richtung der noch offenen Naht einsticht.

Nun durch den Nupsi des unteren Teils, eingestochen wird in die gleiche Richtung wie oben. Den Faden nur mäßig fest anziehen, die Naht sollte die gleiche Spannung haben wie das restliche Gestrick.

Jetzt wieder oben…

…und wieder unten - also immer im Zickzack:

Ich habe auch mal ausprobiert, zweimal auf der gleichen Seite einzustechen, das Ergebnis sieht aber nicht so gut aus.

Die fertige Naht:

Die Rückseite - sieht auch ordentlich aus und die Naht ist sehr flach.

Als Garn für Jasmine habe ich übrigens wieder mal meine geliebte Adesso verwendet :grin:

Strickmodelle mit Taschen habe ich lange nicht mehr gesehen - ist das nicht mehr modern?

Dabei finde ich Taschen durchaus dekorativ und auch praktisch, wenn man sie nicht gerade ausbeult. Aber wie macht man eigentlich so eine Tasche?

Ich habe mal die einzelnen Schritte während der Entstehung mitfotografiert.

Zunächst an der gewünschten Stelle (oberer Rand, ohne Taschenblende) Maschen in der gewünschten Taschenbreite stillegen:

Dann die gleiche Anzahl Maschen neu anschlagen - entweder mit dem Daumenanschlag oder durch Aufstricken:

Die Reihe zu Ende und dann ganz normal weiterstricken:

Ist das Vorderteil fertig, werden für den Taschenbeutel aus den angeschlagenen Maschen gleich viele Maschen aufgenommen:

Den Taschenbeutel in der gewünschten Länge stricken:

Natürlich gehört er nach innen:

Jetzt für die Taschenblende die stillgelegten Maschen wieder aufnehmen:

In der ersten Reihe beidseitig je eine Masche zunehmen - ich habe das direkt nach bzw. am Ende vor der Randmasche gemacht und die Randmaschen glatt rechts gestrickt, die brauche ich später zum Annähen:

Die fertige Blende:

Taschenbeutel im Matratzenstich einnähen, dabei darauf achten, daß er gerade sitzt, das sieht man nämlich von vorne (ratet mal, woher ich das weiß - wer nicht aufpasst, näht eben zweimal… :???: ):

Zum Schluß die Blende an beiden Seiten ebenfalls im Matratzenstich annähen - fertig:

Man lernt beim stricken ja nie aus: Ich kenne den I-Cord, den applied/attached I-Cord, aber den I-Cord bind off kannte ich bisher nicht.
Eine hübsche Lösung für Ausschnittkanten, gefällt mir sehr gut.

Die Ausgangssituation:

2 Maschen rechts, SSK:

Und die drei Maschen wieder zurück auf die linke Nadel:

2 Maschen rechts, SSK, dann wieder zurück auf die linke Nadel - das Ganze stets wiederholen, bis alle gewünschten Maschen abgekettet sind.

Der Spannfaden auf der Rückseite sollte recht straff sein, damit sich der Rand auch schön einrollt:

Am linken Vorderteil ist das Prinzip genauso, nur wird hier gestrickt: *2 M re zus.str., 2 M rechts, 4 M zurück auf die linke Nadel. Ab * stets wiederholen.

Um die Wartezeit bis zum 2. Teil des Backnang-Berichtes zu überbrücken, habe ich das Script zu meinem Kurs, den ich dort abgehalten habe, online gestellt. Ihr könnt es in der Seitenleiste oder auch gleich hier runterladen.
Angehängt ist übrigens auch eine sehr umfangreiche Übersetzungsliste.

Der Lehrgang ist jetzt als kostenloses PDF zum Runterladen erhältlich - Link in der Seitenleiste unter “meine Anleitungen” oder gleich hier.

Wie wahrscheinlich die meisten von Euch schlage ich Maschen mit dem Kreuzanschlag an. Nun habe ich schon häufig in Lehrbüchern gelesen, daß man diesen auf einer doppelt genommenen Nadel machen soll. Ich frage mich bloß, was soll das? Für einen Anfänger mag das sinnvoll sein, weil sich die erste Reihe dann einfacher abstricken läßt. Aber worin liegt ansonsten der Sinn, für die Anschlagmaschen doppelt so große und demzufolge unschöne Maschen zu haben? Elastizität kann es nicht sein, denn meine Anschlagreihe ist trotz meiner festen Strickerei elastisch genug, daß ich Ärmel hochschieben kann, ohne daß es mir das Blut abschnürt oder der Faden reisst. Und ein Pullover muss unten erst recht nicht auf die doppelte Breite dehnbar sein. Das einzige, wo es praktisch sein mag, sind Socken, damit ich das Bündchen auch über die Ferse rüberbekomme. Aber sonst?

Also warum wird das immer wieder gepredigt, obwohl es sinnlos ist und außerdem nicht besonders hübsch aussieht?

Nachtrag: Ich hab’ das jetzt mal zur Verdeutlichung angestrickt:

Rechts auf dem Bild auf doppelten 4er Nadeln angestrickt - ungleichmäßig und löcherig. Links auf einfacher 4er Nadel - gleichmäßig, keine Löcher.

2. Nachtrag: Aufgrund von Tamminas Kommentar habe ich das Ganze nochmal mit 3er Nadeln ausprobiert - rechts ist es wieder mit doppelten Nadeln angeschlagen:

Das Ergebnis ist das Gleiche, durch die doppelt so großen Anschlagmaschen bilden sich hässliche Löcher, die Kante wird unschön.

Was ist bei Jacken anders als bei Pullovern? Klar, sie sind vorne offen. Und sie haben eine Blende samt Knopflöchern und Knöpfen.

Wenn ich also eine Jacke vorne genauso breit wie hinten haben möchte, muss ich die Blende mit einkalkulieren. Da die beiden Seiten der Blende übereinander liegen, wenn die Jacke zugeknöpft ist, muss ich nur eine Blendenbreite mitrechnen, wenn ich die Maschenzahl für die Vorderteile ausrechne.

Beispiel: Ich habe beim Rückenteil 100 Maschen, meine MaPro beträgt 20 M auf 10 cm. Die Blende, später angestrickt, soll auf jeder Seite 3 cm breit sein, das entspricht 6 Maschen. Also rechne ich: 100 - 6= 94, das geteilt durch 2 macht 47 Maschen pro Vorderteil.

Gleiches Beispiel, aber die Blende wird gleich mitgestrickt und soll auf jeder Seite 4 Maschen breit sein: Dann addiere ich die 4 Blendenmaschen, die überlappen, zu meinen 100 M und teile das Ergebnis durch 2. Ergibt 104 : 2 = 52 M pro Vorderteil inklusive der Blenden.

Wenn Ihr eine Jacke auf Eure MaPro und/oder Größe umrechnet, könnt Ihr bei später anggestrickten Blenden natürlich auch nicht die Maschenzahlen aus der Anleitung nehmen. Die ignoriert Ihr einfach und richtet Euch nach Eurem Strickstück.

In der Regel nimmt man aus 4 Reihen nur 3 Maschen auf, überspringt also jede 4. Reihe. Manchmal ist es sogar sinnvoller, im Verhältnis 2 M auf 3 R aufzunehmen, das hängt davon ab, wie das Verhältnis von Maschen zu Reihen in Eurer MaPro ist. Ist die Maschenzahl eher 3/4 der Reihenzahl, macht Ihr 3 auf 4, ist sie eher 2/3 macht Ihr 2 auf 3.

Beispiel: Mapro ist 24 M x 33 R. 3/4 von 33 wären 24,75; 2/3 von 33 wären 22. Das 3/4 Ergebnis ist also dichter an Eurer Maschenzahl, da nehmt Ihr 3 M auf 4 Reihen auf.
Bei einer MaPro von 24 M x 38 Reihen dagegen wären 3/4 von 38 = 28,5 und 2/3 von 38 wären 25,33. 2/3 ist dichter dran an 24 Maschen, also nehmt Ihr 2 Maschen auf 3 Reihen auf.

Und wie verteile ich die Knopflöcher, damit sie später auch gleiche Abstände haben?
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Messen oder Reihen bzw. Maschen zählen. Ich bevorzuge letzteres, denn es wird viel genauer.

Nun müssen wir zwei Fälle unterscheiden: Entweder wird die Blende gleich mit dem Vorderteil zusammen gestrickt oder sie wird später angestrickt.

Fall 1: Blende gleich mitgestrickt - Knopflöcher sind waagerecht und nur in einer Reihe

Hier stricke ich immer zuerst das Vorderteil, an die später die Knöpfe kommen, damit ich die genaue Länge der Knopfblende habe. Wer schlau ist, zählt die Reihen gleich beim Stricken mit, Deppen wie ich vergessen es regelmäßig und müssen später mühselig nachzählen :???:
(Wer doch lieber messen will, ersetzt im nachfolgenden Reihen durch cm.)

Habe ich die Gesamtzahl der Reihen, muss ich gucken, wieviele Reihen das unterste und das oberste Knopfloch von den Enden der Blende entfernt sind.

Nun haben wir wieder eine schicke Formel :wink: :
(Gesamtreihenzahl - Reihen vor dem untersten Knopfloch - Reihen nach dem obersten Knopfloch) : (Anzahl der Knöpfe - 1) = Abstände zwischen den Knopflöchern.

Ein Beispiel, dann wird’s klarer: Ich habe insgesamt 160 Reihen und 9 Knöpfe. Der unterste Knopf soll in der 5. Reihe sein (ist also 4 Reihen vom unteren Rand entfernt), nach dem obersten Knopfloch sollen noch 3 Reihen gestrickt werden, das letzte Knopfloch liegt also in Reihe 157.
160 - 4 - 3 = 153. 153 : 8 (9 Knöpfe - 1) = 19,12. Geht natürlich nicht genau auf, das wäre ja auch zu schön gewesen.
Also muss ich abwechselnd nach 18 und 20 Reihen ein Knopfloch stricken. Die Reihenzahl zwischen den Knopflöcher muss immer gerade sein, damit ich die Knopflöcher immer in den Hinreihen machen kann, das ist einfacher. Daher muss ich ein bisschen hin- und her probieren, damit es hinkommt: Die Knopflöcher mache ich also in Reihe 5 (+20) 25 (+18) 43 (+ 20) 63 (+ 18) 81 (+20) 101 (+18) 119 (+20) 139 und (+ 18) 157.
Wäre das Ergebnis dichter an der 20 dran (z.B. 19,72), muss ich öfter nach 20 als nach 18 Reihe zunehmen, damit es hinkommt.

Fall 2: Später angestrickte Blende - Knopflöcher sind senkrecht und gehen über mehrere Maschen

Hier zähle ich nach dem Aufnehmen der Maschen für die Blende, wieviele Maschen die Knopfblende hat (Achtung: Wenn die Halsumrandung auch gleich mitgestrickt wird, darf man natürlich nur bis zum Übergang senkrechte Knopfblende - schräge Halsumrandung zählen).
Die Formel ist dann wieder fast die gleiche, wir ersetzen nur Reihen durch Maschen und beachten, daß ein Knopfloch über mehrere Maschen geht:
(Gesamtmaschenzahl Knopfblende - Maschen vor dem untersten Knopfloch - Maschen nach dem obersten Knopfloch - Knopflochbreite) : (Anzahl der Knöpfe - 1) = Abstände zwischen den Knopflöchern (die dürfen jetzt auch ruhig ungerade sein).

Aufpassen: Die Abstände beinhalten die Knopflöcher selbst!

Beispiel: Meine Knopfblende hat 100 Maschen. Unterhalb des ersten Knopflochs sollen 4 Maschen sein, oberhalb des letzten Knopflochs noch 2 Maschen folgen, bevor die Blende in den Halsausschnitt übergeht. Ich habe 7 Knöpfe und ein Knopfloch soll 3 Maschen breit sein.
Rechenweg: 100 - 4 - 2 - 3 = 91. 91 : 6 = 15,16
Also mache ich das unterste Knopfloch über die Maschen 5-7, das nächste (5+15) über die Maschen 20-22, das nächste (20+15) über die Maschen 35-37 usw.
Hier wieder vorher ausprobieren, ob es bis zum Schluß passt, ggf. muss man auch wieder mit abwechselnden Maschenabständen arbeiten.

So - nun ist die Serie endlich fertig :grin: Ich bastele später noch ein PDF aus allen Teilen, das packe ich dann ich die Seitenleiste zum Runterladen.

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