Was ist bei Jacken anders als bei Pullovern? Klar, sie sind vorne offen. Und sie haben eine Blende samt Knopflöchern und Knöpfen.
Wenn ich also eine Jacke vorne genauso breit wie hinten haben möchte, muss ich die Blende mit einkalkulieren. Da die beiden Seiten der Blende übereinander liegen, wenn die Jacke zugeknöpft ist, muss ich nur eine Blendenbreite mitrechnen, wenn ich die Maschenzahl für die Vorderteile ausrechne.
Beispiel: Ich habe beim Rückenteil 100 Maschen, meine MaPro beträgt 20 M auf 10 cm. Die Blende, später angestrickt, soll auf jeder Seite 3 cm breit sein, das entspricht 6 Maschen. Also rechne ich: 100 - 6= 94, das geteilt durch 2 macht 47 Maschen pro Vorderteil.
Gleiches Beispiel, aber die Blende wird gleich mitgestrickt und soll auf jeder Seite 4 Maschen breit sein: Dann addiere ich die 4 Blendenmaschen, die überlappen, zu meinen 100 M und teile das Ergebnis durch 2. Ergibt 104 : 2 = 52 M pro Vorderteil inklusive der Blenden.
Wenn Ihr eine Jacke auf Eure MaPro und/oder Größe umrechnet, könnt Ihr bei später anggestrickten Blenden natürlich auch nicht die Maschenzahlen aus der Anleitung nehmen. Die ignoriert Ihr einfach und richtet Euch nach Eurem Strickstück.
In der Regel nimmt man aus 4 Reihen nur 3 Maschen auf, überspringt also jede 4. Reihe. Manchmal ist es sogar sinnvoller, im Verhältnis 2 M auf 3 R aufzunehmen, das hängt davon ab, wie das Verhältnis von Maschen zu Reihen in Eurer MaPro ist. Ist die Maschenzahl eher 3/4 der Reihenzahl, macht Ihr 3 auf 4, ist sie eher 2/3 macht Ihr 2 auf 3.
Beispiel: Mapro ist 24 M x 33 R. 3/4 von 33 wären 24,75; 2/3 von 33 wären 22. Das 3/4 Ergebnis ist also dichter an Eurer Maschenzahl, da nehmt Ihr 3 M auf 4 Reihen auf.
Bei einer MaPro von 24 M x 38 Reihen dagegen wären 3/4 von 38 = 28,5 und 2/3 von 38 wären 25,33. 2/3 ist dichter dran an 24 Maschen, also nehmt Ihr 2 Maschen auf 3 Reihen auf.
Und wie verteile ich die Knopflöcher, damit sie später auch gleiche Abstände haben?
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Messen oder Reihen bzw. Maschen zählen. Ich bevorzuge letzteres, denn es wird viel genauer.
Nun müssen wir zwei Fälle unterscheiden: Entweder wird die Blende gleich mit dem Vorderteil zusammen gestrickt oder sie wird später angestrickt.
Fall 1: Blende gleich mitgestrickt - Knopflöcher sind waagerecht und nur in einer Reihe

Hier stricke ich immer zuerst das Vorderteil, an die später die Knöpfe kommen, damit ich die genaue Länge der Knopfblende habe. Wer schlau ist, zählt die Reihen gleich beim Stricken mit, Deppen wie ich vergessen es regelmäßig und müssen später mühselig nachzählen 
(Wer doch lieber messen will, ersetzt im nachfolgenden Reihen durch cm.)
Habe ich die Gesamtzahl der Reihen, muss ich gucken, wieviele Reihen das unterste und das oberste Knopfloch von den Enden der Blende entfernt sind.
Nun haben wir wieder eine schicke Formel
:
(Gesamtreihenzahl - Reihen vor dem untersten Knopfloch - Reihen nach dem obersten Knopfloch) : (Anzahl der Knöpfe - 1) = Abstände zwischen den Knopflöchern.
Ein Beispiel, dann wird’s klarer: Ich habe insgesamt 160 Reihen und 9 Knöpfe. Der unterste Knopf soll in der 5. Reihe sein (ist also 4 Reihen vom unteren Rand entfernt), nach dem obersten Knopfloch sollen noch 3 Reihen gestrickt werden, das letzte Knopfloch liegt also in Reihe 157.
160 - 4 - 3 = 153. 153 : 8 (9 Knöpfe - 1) = 19,12. Geht natürlich nicht genau auf, das wäre ja auch zu schön gewesen.
Also muss ich abwechselnd nach 18 und 20 Reihen ein Knopfloch stricken. Die Reihenzahl zwischen den Knopflöcher muss immer gerade sein, damit ich die Knopflöcher immer in den Hinreihen machen kann, das ist einfacher. Daher muss ich ein bisschen hin- und her probieren, damit es hinkommt: Die Knopflöcher mache ich also in Reihe 5 (+20) 25 (+18) 43 (+ 20) 63 (+ 18) 81 (+20) 101 (+18) 119 (+20) 139 und (+ 18) 157.
Wäre das Ergebnis dichter an der 20 dran (z.B. 19,72), muss ich öfter nach 20 als nach 18 Reihe zunehmen, damit es hinkommt.
Fall 2: Später angestrickte Blende - Knopflöcher sind senkrecht und gehen über mehrere Maschen

Hier zähle ich nach dem Aufnehmen der Maschen für die Blende, wieviele Maschen die Knopfblende hat (Achtung: Wenn die Halsumrandung auch gleich mitgestrickt wird, darf man natürlich nur bis zum Übergang senkrechte Knopfblende - schräge Halsumrandung zählen).
Die Formel ist dann wieder fast die gleiche, wir ersetzen nur Reihen durch Maschen und beachten, daß ein Knopfloch über mehrere Maschen geht:
(Gesamtmaschenzahl Knopfblende - Maschen vor dem untersten Knopfloch - Maschen nach dem obersten Knopfloch - Knopflochbreite) : (Anzahl der Knöpfe - 1) = Abstände zwischen den Knopflöchern (die dürfen jetzt auch ruhig ungerade sein).
Aufpassen: Die Abstände beinhalten die Knopflöcher selbst!
Beispiel: Meine Knopfblende hat 100 Maschen. Unterhalb des ersten Knopflochs sollen 4 Maschen sein, oberhalb des letzten Knopflochs noch 2 Maschen folgen, bevor die Blende in den Halsausschnitt übergeht. Ich habe 7 Knöpfe und ein Knopfloch soll 3 Maschen breit sein.
Rechenweg: 100 - 4 - 2 - 3 = 91. 91 : 6 = 15,16
Also mache ich das unterste Knopfloch über die Maschen 5-7, das nächste (5+15) über die Maschen 20-22, das nächste (20+15) über die Maschen 35-37 usw.
Hier wieder vorher ausprobieren, ob es bis zum Schluß passt, ggf. muss man auch wieder mit abwechselnden Maschenabständen arbeiten.
So - nun ist die Serie endlich fertig
Ich bastele später noch ein PDF aus allen Teilen, das packe ich dann ich die Seitenleiste zum Runterladen.