Wollkäufe/yarn shopping

Garn der Woche: Zauberwolle von Schoppel

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Vorab eine kurze Statusmeldung: Eure Genesungswünsche haben offenbar geholfen, denn ich kann schon wieder ganz flott und krückenlos durch die Gegend humpeln. Selbst Treppe rauf und runter ist langsam und konzentriert durchaus machbar, ohne daß es allzusehr wehtut (naja, und die Schmerztabletten tragen auch ihren Teil dazu bei). Von daher war ich heute auch schon wieder arbeiten. Als Selbständiger ist krank zu Hause zu bleiben ja ohnehin ein Luxus, den man sich nur höchst selten erlauben kann.
Und eigentlich ist so ein kleiner Schuß vor den Bug gar nicht mal so verkehrt – danach weiß man es wieder zu schätzen, wenn man im übrigen einen gut funktionierenden Körper hat und höchst selten krank ist. Das nimmt man im Alltag doch als viel zu selbstverständlich hin.

Nun aber wieder zu den wirklich schönen Dingen des Lebens: Wolle :-D

Nachdem die Herbstwind-Jacke so gut geglückt ist, habe ich mich in die Zauberwolle von Schoppel verliebt. Komischerweise mag ich solche Mouline-Garne eigentlich gar nicht, aber bei der Jacke gefällt es mir:

Das Verrückte an der Zauberwolle ist, daß jedes Knäuel anders ausfällt, der komplette Farbverlauf scheint so groß zu sein, daß ein 100g-Knäuel dafür nicht aureicht. Manche Farbkombinationen hatte ich in allen Knäueln, andere wiederum nur in einem einzigen, wie z.B. das Rot unten links:

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Das macht es ein bisschen kniffelig, beim Knäuelwechsel den richtigen Anschluß zu finden, ist aber irgendwie auch eine interessante Herausforderung.

Weil mir das Garn so gut gefällt und ich auch neugierig war, ob das Farbverlaufs-Phänomen bei den anderen Farben ebenfalls vorhanden ist, war ich ein bisschen schoppeln ;-)

Flussbett:

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Leider gibt es bei Ravelry nicht allzuviele Oberteil-Projekte aus der Zauberwolle zu sehen (sowas finde ich ja immer hilfreich, um zu sehen, wie der Farbverlauf verstrickt aussieht), aber diese Weste von Lanarta ist doch der Hammer, oder?

Wer hat die Kokosnuss?:

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Gebrannte Mandeln und Schatten:

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Soweit ich das erkennen kann, sind auch bei diesen Farben die Farbverläufe ganz unterschiedlich, aber die Farben sind viel mehr Ton in Ton als bei Herbstwind. Am wenigsten Unterschiede gibt es bei den gebrannten Mandeln – die will ich in Streifen zusammen mit Schatten verstricken, mal sehen, ob das überhaupt zusammenpasst.

Ich hatte übrigens in keinem der 6 Knäuel einen Knoten (bei meinen Neukäufen habe ich allerdings schon einen entdeckt, der den Farbverlauf aber nicht unterbricht).

Ich habe die Zauberwolle mit 3er Nadeln verstrickt und komme nach dem Waschen auf eine Maschenprobe von 27 M x 41 R auf 10 cm. Vorher habe ich nicht ausgezählt, aber das dürfte sich nicht großartig verändert haben. Auf der Banderole sind 3er – 3,5er Nadeln und 28 M x 38 R angegeben, das ist also ausnahmsweise mal eine Maschenprobe, die ich nicht viel zu locker finde ;-)

Das Garn kommt in 100g Knäueln daher und hat eine Lauflänge von 250m. Die Stärke würde ich in etwa mit 6-fach Sockenwolle vergleichen. Die Zauberwolle besteht aus 100% Merino und ist angenehm weich, aber nicht ganz so weich wie die üblichen Merino-Qualitäten. Ich vermute mal, daß die Mikron-Zahl etwas höher ist. Au0erdem hat die Zauberwolle auch keine Superwash-Ausrüstung, die ja ein Garn auch etwas glatter und weicher macht.
Die Jacke trage ich sehr gerne, sie wärmt angenehm, ist aber dünn genug, daß man in geheizten Räumen keine Schweissausbrüche bekommt (wobei meine Wohlfühl-Raumtemperatur bei 19 Grad liegt, was manch anderer schon als arktische Kälte empfindet ;-) ).

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Der Verbrauch beträgt lt. Banderole 450g für einen Damenpullover in Gr. 38. Ich denke, das ist realistisch, meine Jacke hst ungefähr Gr. 42/44 (53 cm breit, 56 cm lang) und ich habe 550g verbraucht. Der Preis liegt zwischen 9,40 € und 9,90 € für 100g, so daß man je nach Größe zwischen 50 und 70 € für ein Oberteil kalkulieren muss – das liegt also im üblichen Rahmen.

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Verstricken läßt sie sich sehr gut, sie ist ordentlich verzwirnt, so daß sie beim Zurückstricken nicht aufdröselt und ribbeln nimmt sie einem auch nicht übel. Die gleichmäßige Struktur sorgt für ein sauberes Maschenbild. Filigrane rechts/links- oder Lochmuster kann man sich allerdings sparen, die gehen sowieso im Farbenmeer unter. Sehr interessante Effekte lassen sich mit verkürzten Reihen oder unterschiedlichen Strickrichtungen erzielen (guckt mal hier oder hier). Wer sich bei glatt rechts oder kraus gar zu sehr langweilt, baut Rippen oder Zöpfe ein, das kann auch sehr schön aussehen, wie man an diesem Projekt von Astrid aka ascwin sehen kann:

Fazit: Ich treibe es ja eher selten bunt, aber wenn, dann treibe ich es sehr gerne mit Zauberwolle :-D

Yuki

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Als letztes Jahr im August die Herbst/Winter-Ausgabe der Amirisu online ging, habe ich mich spontan in Yuki verliebt:

Nun sollte man das bei über 120 kg ja kaum glauben, aber ich hatte tatsächlich kein passendes Garn im Vorrat, denn ich wollte auch unbedingt diese Kombination aus Anthrazit und Senfgelb.

Aber praktischerweise hatte ich ja vor vier Wochen Geburtstag und da ist es bei uns im Büro Tradition, daß wir auf einem Freitag abend (nach)feiern: Das Geburtstagskind gibt ein Essen aus (ich habe diesmal Lasagne gemacht) und hinterher betreiben wir bis in die Nacht illegales Glücksspiel ;-) (wir spielen meistens Rommé – pro Punkt ein Cent). Mein Vater und seine Frau sind auch immer dabei.

Und man bekommt natürlich was geschenkt – dieses Jahr habe ich mir das Garn für Yuki gewünscht:

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Das Originalgarn wollte ich nicht, das war mir zu teuer und für die geforderte Maschenprobe von 21 M/10 cm auf 4,5er Nadeln auch viel zu dünn – ich mag mein Gestrick halt lieber fest und griffig.

Da bot sich als Alternative die Cascade 220 an. Die stricke ich zwar auch mit 22 M und 4er Nadeln, aber da ich den Schnitt sowieso deutlich ändern will, muss ich so oder so rechnen. Ich will sie etwas weniger weit machen, denn 15 cm “ease”/Bequemlichkeitszugabe sind mir doch zu schlabberig. Außerdem soll sie eine leichte Taillierung bekommen und diese überschnittenen Schultern in Zusammenhang mit relativ engen Ärmeln muss ich auch nicht haben – ist zwar jetzt wieder modern, mag ich aber trotzdem nicht leiden. Meine bekommt also anständige Armkugeln.

Das Gelb namens “Sunflower” sah allerdings auf meinem Monitor deutlich heller aus als in Wirklichkeit, obwohl ich es mir auf mehreren verschiedenen Seiten angeguckt hatte. Ich würde sagen, es ist liegt irgendwo zwischen einem sehr dunklem Senfgelb und Caramel. Macht aber nichts, die Farbe ist trotzdem toll und passt perfekt zu dem Anthrazit.

Tip für Hamburger: Bei Mylys gibt es die Cascade 220 auch, falls Ihr das Garn mal live anschauen wollt – Naima hatte bloß leider nicht mein Wunschgelb auf Lager, sonst hätte ich natürlich bei ihr gekauft (bzw. kaufen lassen). Aber sie bekommt demnächst eine neue Lieferung, dann ist Birch Heather auch noch meins – die Farbe ist der Hammer! (und sch… doch auf die 120 kg, die ich noch liegen habe, damit können sich im Zweifelsfall irgendwann meine Erben abmühen… :whistle: )

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Könnte ich jetzt bitte noch zusätzliche drei Paar Arme haben? Ich will doch auch unbedingt Montauk stricken. Und Reine. Und dann sind da ja auch noch diverse andere angefangene Sachen und 1000 Ideen in meinem Kopf *seufz* immer diese Luxusprobleme… ;-)

Meine Weihnachtsgeschenke

Ich schenke mir ja immer selbst was zu Weihnachten, dann bekomme ich wenigstens genau das, was ich mir gewünscht habe ;-)

Das war also gestern mein Gabentisch:

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Wie Ihr seht, habe ich im Moment gerade eine Puzzle-Phase :-)   (eins ist inzwischen schon halb fertig)

Dann habe ich hier noch die letzten Lord-Reste aufgekauft (jetzt sind da nur noch 3 Knäuel in schokobraun übrig) und die dunkelrote Lord stammt von einer Freundin, die ihren Stash verkleinern will (falls Ihr Heike dabei helfen wollt, guckt mal hier, sie hat einige sehr feine Garne zu verkaufen – unter anderen auch Adesso. Preise hat sie nicht dabei, macht ihr bei Interesse einfach ein Angebot).

Und ich habe zu meiner großen Freude noch einen Stapel “Aus Garn und Wolle”-Hefte erwerben können, damit ist meine Sammlung nun fast komplett (gestern hat mir noch einer bei Ebay die Nr. 25 weggeschnappt *grrr*). Die Hefte sind toll, darin habe ich schon viele interessante Muster und Design-Ideen gefunden.

Die Jungs haben neues Spielzeug bekommen – das fanden sie aber nicht so spannend. Das kenne ich aber schon, erst liegt es völlig unbeachtet rum und nach ein paar Tagen wird es auf einmal heftig bespielt.
Ihre “bunten Teller” mit Puten- und Rindfleisch dagegen fanden sie sehr lecker :-)

So hatten wir drei gestern einen richtig tollen und gemütlichen Tag.
Wie habt Ihr Heiligabend verbracht, was lag auf Eurem Gabentisch?

Red Heart Garne

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Vor einiger Zeit bekam ich von der Firma Red Heart eine Mail mit der Anfrage, ob ich nicht einmal ihre Garne testen wolle. Red Heart kannte ich bisher nur aus den USA, wo es -soweit ich weiß- eine Marke ist, die eher im unteren Preissegment angesiedelt ist und in Supermärkten u.ä. verkauft wird. Nun sollen die Garne auch auf dem deutschen Markt etabliert werden – ich vermute mal, daß sie in erster Linie ebenfalls in Supermärkten und Drogerien angeboten werden, denn online habe ich sie nirgends gefunden.

Bevor ich auf die Mail geantwortet habe, bin ich erstmal auf die Website von Red Heart (übrigens eine Tochter von Coats) gegangen, denn ich hatte in Erinnerung, daß die Garne größtenteils aus Kunstfasern bestehen und wie Ihr ja vermutlich wisst, hege ich dagegen eine gewisse Abneigung ;-)

Meine Vorahnung bestätigte sich leider – der überwiegende Teil der Garne besteht aus 100% Polyacryl oder einem hohen Anteil davon. Ich habe die nette Dame von Red Heart also vorgewarnt, daß ich den Inhalt des Probenpakets gerne im Blog vorstellen wolle, daß aber auch eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit bestünde, daß ich die Garne…nun sagen wir mal mit wenig wohlwollenden Worten bedenken könne. Die Dame aber war mutig :good: und wollte das Risiko eingehen.

Kurz darauf traf ein reichhaltig gefüllten Päckchen ein, dessen Inhalt ich Euch heute endlich mal zeigen will.

Beginnen wir mit dem Sockengarn “Sport Socks Color“. Als Nicht-Sockenstricker bin ich dafür kein Experte, aber auf mich macht es den Eindruck eines ganz normalen Standard-Sockengarns, obwohl Anja, die die Garne auch begutachtet hat, meinte, daß es ihr vergleichsweise etwas dünner erscheint. Zusammensetzung 75% Schurwolle, 25% Polyamid, Lauflänge 410 m.

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Anfühlen tut es sich so, wie sich Sockengarn halt immer anfühlt, also nicht supertoll, aber völlig okay. Und die Farben meines Probeknäuels finde ich sehr hübsch:

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Als nächstes haben wir die “Soft” – 100% Polyacryl, Lauflänge 167 m auf 100g. Tatsächlich ist der Name gut gewählt, das Garn ist wirklich recht kuschelig und fühlt sich für Polyacryl gar nicht mal so übel an. Also wenn man mich zwingen würde, Poly zu verstricken, dann könnte ich mit diesem Garn einigermaßen gut leben ;-)

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Die “Niki” hat immerhin ein bisschen Natur drin – 80% Polyacryl, 20% Wolle, Lauflänge 106 m/50 g. Auch dieses Garn ist weich – klar, Polyacryl kratzt nun mal tatsächlich nicht.

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Wie fast alle Polyacryl-Garne hat auch dieses den typischen leichten Glanz, den ich überhaupt nicht leiden mag und der für mich immer billig aussieht (aber das ist wie immer Geschmackssache):

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Die “Miami” ist eines der wenigen Garne aus reinen Naturfasern: 100% Baumwolle (gasiert + mercerisiert), LL 120 m/50 g. Das sehr fest verzwirnte Garn hat große Ähnlichkeit mit der Catania von Schachenmayr.

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Das Garn macht einen guten Eindruck – bei Dawanda habe ich einen Preis von 1,65 € gefunden, womit die ebenfalls sehr preisgünstig verkaufte Catania noch unterboten wird. Für den Preis auf jeden Fall völlig okay.

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Die “Fina DK” besteht aus 100% Schurwolle (superwash) und hat eine LL von 140 m. Die angegebene Nadelstärke 4 mm bei 22 M x 30 R halte ich für einen schlechten Witz, denn der Faden ist genauso dünn wie das Sockengarn. Da würde ich höchstens 3er Nadeln empfehlen und mindestens 26 M auf 10 cm.

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Die Qualität ist so lala – ein sehr ähnliches Garn habe ich früher mal verstrickt und das ist keine wirkliche Freude, weil es sich einfach billig anfühlt. Und wie jede 08/15-Schurwolle kratzt sie ein klein wenig – wer empfindlich ist, wird die nicht tragen können.

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Die Soft Baby Steps” ist wieder ein reines Polyacryl-Garn, Lauflänge 164 m auf 100 g. Weich ist sie definitiv, aber auch hier sieht man dem Garn an, daß es eine reine Kunstfaser ist. Wenn ich ein Baby hätte, würde ich es lieber in Naturfasern kleiden (oder wenigstens ein Garn nehmen, daß nur einen kleinen Kunstfaseranteil hat).

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Die “Romy” ist mit 80 m/50 g ein relativ dickes und etwas ungleichmäßiges Dochtgarn aus 50% Schurwolle und 50% Polyacryl. Hier ist mir das Mißverhältnis zwischen empfohlener Nadelstärke und Maschenprobe aufgefallen. Mit 7 – 8 mm Nadeln soll man auf 15 M/10 cm kommen – die 15 M finde ich für die Fadendicke nicht sooo abwegig, aber um die mit 7er Nadeln zu erreichen, muss man schon ein Brettstricker á la Tichiro sein. Ich denke, die durchschnittliche Strickerin braucht für diese MaPro allenfalls 5,5er Nadeln, oder?

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Die “Detroit” erinnert mich fatal an die 500g-Grabbeltisch-Knäuel bei Woolworth, um die ich immer schaudernd einen Riesenbogen mache ;-) Allerdings ist die Optik und Haptik nicht ganz so grausig – wenn man Polyacryl mag, ist das Garn ganz okay, denke ich, da habe ich schon schlimmeres in der Hand gehabt. Sie hat 266 m auf 100 g und hier finde ich die angegebenen 22 M (mit 4 – 4,5er Nadeln, da muss echt ein Brettstricker in der Entwicklungsabteilung sitzen :mrgreen: ) durchaus angemessen.

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Stricknadeln gehören ebenfall zum Programm – allerdings fühlte ich mich bei deren Anblick zurück in die 80er versetzt. Ich dachte, daß diese grauen Nadeln mittlerweile der Vergangenheit angehören. Nichts gegen Prym-Grau, ich habe selbst noch ein paar solcher Nadeln, die ich auch ab und zu noch verwende, aber heutzutage würde ich die nicht mehr kaufen, da gibt es deutlich bessere Alternativen.

Erstens muss man die Grauen eine Weile einstricken, denn zu Anfang sind sie irgendwie stumpf und zweitens haben die Rundstricknadeln noch diese störrischen Seile, die dazu neigen, sich nach längerer Lagerung zu kringeln, was beim Stricken ungemein störend ist (Tip: In heißes Wasser legen und dann glatt ziehen).

Hier würde ich nicht wegen der zwei oder drei Euro, die man vielleicht spart, auf die Annehmlichkeiten moderner Stricknadeln verzichten wollen. Wer an gutem Handwerkszeug spart, spart definitiv am falschen Ende.

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Das Maßband in Herzform ist prima – Zentimeter auf der einen Seite, Zoll (inch) auf der anderen, 1,50 m lang, rollt sich automatisch ein und läßt sich mittels des Karabinerhakens z.B. an der Stricktasche befestigen:

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Eine schöne große Tasche war auch noch im Paket:

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Angestrickt habe ich allerdings nichts davon, denn es ist kein Garn dabei, mit dem ich meine Strickzeit verbringen möchte.

Zu welchen Preisen Red Heart verkauft wird, kann ich leider nicht sagen, da das Garn so gut wie gar nicht im Internet angeboten wird und ich auch kein Geschäft in der Nähe habe, das Red Heart Garne führt. Vielleicht kann ja einer von Euch dazu was sagen?

Positiv sei noch anzumerken, daß Red Heart viele kostenlose Anleitungen zur Verfügung stellt – da sind ein paar ganz nette Sachen dabei. Und die Lernecke ersetzt so manches Fernstudium ;-)

Interessant finde ich übrigens, daß der panthrische Wollexperte, der ansonsten jedes neue Garn beschmust, die Garne keines Blickes gewürdigt hat (den Karton fand er aber toll :-D )

Fazit: Wer Polyacryl-Garne mag, findet bei Red Heart eine große Auswahl zu vermutlich günstigen Preisen – wenn er die Garne denn überhaupt irgendwo findet, denn die Bezugsquellensuche auf der Website funktioniert leider nicht (worauf ich die nette Dame schon vor Wochen hingewiesen habe…).

Und da ich mit den Sachen nichts weiter anfangen kann, verschenke ich das komplette Paket (auch wenn Rocco den Karton nur höchst ungern hergibt…). Verlost wird unter allen, die bis Donnerstag, den 31.10.2013 um 23.59 Uhr ihr Interesse daran in einem Kommspooky1entar zu diesem Beitrag bekundet haben (vorsorglich weise ich darauf hin, daß sich die Sachen mehrere Wochen in einem Raucher- und Katzenhaushalt befunden haben). Jegliche Verbindung zwischen Polyacryl und dem Einsendeschluß an Halloween ist rein zufällig und völlig unbeabsichtigt…

Stricken bei Tchibo

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Man muss nur lange genug warten, dann werden meine Aprilscherze alle wahr ;-)

Vor 5 Jahren habe ich behauptet, daß es Wolle bei Tchibo gäbe – und nun gibt es sie tatsächlich demnächst! Die Vorschau könnt Ihr hier sehen, im Moment allerdings noch nur für Privatcard-Inhaber.

Leider alles in erster Linie für Strickanfänger: Zwei verschiedene Mütze/Schal-Stricksets (aus 100% Polyacryl, super Idee für Mützen, da stehen dann beim Abziehen die Haare so schick in die Höhe…), zwei Häkelsets für eine Eule und einen Fuchs, zwei Strickliesln, Strickrahmen, Häkelnadel-Sets, ein Buch mit DVD “XXL-Maschen Stricken lernen mit dicken Garnen” (örks) und zwei Wollsets mit je 400 g Garn in je 2 Farben. Alle Garne sind von Schachenmayr. Im Wollset ist die Qualität “Tiago”: 70% Acryl, 30% Schurwolle, LL 55 m/50 g (baugleich mit der Boston). Nun ja, wer’s braucht…

Die Farbkombination “Schwedisches Möbelhaus” finde ich arg seltsam, wer hat das denn bloß zusammengestellt? Grau und türkis dagegen ist ja immerhin ganz hübsch. Die Sets kosten je 19,95 €, also knapp 2,50 € pro Knäuel, das ist zumindest etwas weniger als die baugleiche Boston kostet.

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Schade, irgendwie hätte ich von Tchibo wenigstens ein bisschen mehr erwartet – und wenn’s nur Sockengarn gewesen wäre…

Einmal gemischte Wollplatte, bitte!

fairAlpaka Baby Alpaka Fingering

“Und welche darf es da sein?”

DK?

Oder lieber Fingering?

Unser Koch hat von allem reichlich eingekauft :grin:

Empfehlung des Hauses – moosgrün! Vitaminreich, leicht und sehr bekömmlich:

Und zum Nachtisch vielleicht ein fruchtig-frisches Beerensorbet?

Wer jetzt Appetit bekommen hat, schaut bei fairAlpaka vorbei, wo es neue Farben (DK kommt nächste Woche) und die neue Stärke “fingering” mit 200 m LL auf 50 g gibt.
Im Oktober folgt dann noch ein Baby Alpaka-Sockengarn, ein Lace-Garn mit 400 m LL und die Stärke “bulky” (LL 50 m/50 g).

Und dank Gabi T. gibt es jetzt auch Fühl- und Farbmuster zu bestellen:

Mittlerweile habe ich schon das 7. Projekt aus fairAlpaka auf den Nadeln – ich denke, von meiner Alpaka-Abneigung bin ich zumindest teilweise kuriert :wink:

Neue Projekt: Filati-Jacke

Kennt Ihr das? Es gibt Projekte, da könnte man den Eindruck bekommen, die wollen nicht gestrickt werden :shock:

So ging es mir anfangs mit dieser Jacke aus der Filati Handstrick 33 (Frühjahr/Sommer 2008):

Das erste Garn, das ich angeschlagen hätte, war blöd, weil es kaum verzwirnt ist und außerdem extrem dünn, selbst für meine Verhältnisse. Da wäre ich bei diesem Muster verrückt geworden, das hätte ewig gedauert.

Das zweite Garn war auch nicht das Gelbe von Ei, nicht ganz so dünn, aber für Muster mit vielen zusammengestrickten Maschen immer noch nervig genug.

Das dritte Garn ist super – etwas dicker, schöne glatte Struktur, gut verzwirnt und gerade eben noch elastisch genug, daß 2 Maschen rechts zusammenstricken nicht in Quälerei ausartet.

Beim ersten Anstricken habe ich mich verschätzt – das wäre viel zu breit geworden (nur weil ich immer die Wichtigkeit einer Maschenprobe predige, heißt das ja noch lange nicht, daß ich selbst auch eine mache :cool: ).

Beim zweiten Anstricken habe ich mich um 10 Maschen verzählt.

Der dritte Versuch (also genau genommen schon der fünfte) hatte dann endlich die richtige Maschenzahl und die richtige Breite – aber das Muster gefiel mir auf den Nadeln gar nicht. Dadurch, daß in der Reihe mit den Löchern immer 7 Maschen aus einer herausgestrickt werden, haben sich die Waben ganz komisch gebeult. Vielleicht wäre das beim Spannen weggegangen, aber das Risiko wollte ich nicht eingehen.
Und blöd zu stricken ist dieses Rautenmuster außerdem auch noch, nicht nur das Herausstricken der Maschen, sondern auch die unzähligen zusammengestrickten Maschen finde ich nervig – das ist auch einer der Gründe, warum ich keine Tücher stricke. Lochmuster vertrage ich nur in sparsamer Dosierung  :shock:
Dazu frisst das Muster ziemlich viel Garn und ich habe davon nur 500 g. Eigentlich müsste das zwar trotzdem reichen, sind ja nur halbe Ärmel, aber in der Beziehung bin ich eine echte Bangbüx.

Also habe ich mir überlegt, welches Muster ich stattdessen stricken könnte. Es sollte dem Original zwar ähnlich sehen, aber entspannter zu stricken sein. Herausgekommen ist das hier und nun will die Jacke auch gestrickt werden :smile: :

Das Garn ist übrigens die Shine Sport von Knitpicks, das hatte ich mir mal bei einer Sammelbestellung von Knittybitty mitliefern lassen – leider versendet Knitpicks sonst ja nicht nach Europa :???: Die habe ich in rot (Serrano) und in olivgrün (Leapfrog, die Farbe gibt es inzwischen gar nicht mehr):

Die Mischung aus 60% Pima Baumwolle und 40% Modal fand ich interessant – grundsätzlich habe ich gegen einen gewissen Anteil an Kunstfasern ja nichts einzuwenden und Modal hatte ich bisher noch nie verstrickt.

Modal wird in einem ähnlichen Verfahren wie Viskose aus Cellulose hergestellt, die aus Buchenholz gewonnen wird. Die Modalfaser soll eine sehr hohe Reißfestigkeit haben und tatsächlich schaffe ich es beim besten Willen nicht, den Faden durchzureissen. Erstaunlich!

Ich bin gespannt, ob es beim Tragen ebenso sehr ausleiern wird wie Viskose, aber irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl (oder ist es nur die Hoffnung? :wink: ), daß dem nicht so sein wird, jedenfalls längst nicht so schlimm.

Die Maschenprobenempfehlung beträgt 24 M auf 10 cm (Nadelstärke 3,25 – 3,75 mm), das finde ich ausnahmsweise mal völlig angemessen. Mein Gestrick ist sogar etwas lockerer (!), ich habe auf 3,5er Nadeln 23,5 M/10 cm, was sicherlich damit zusammenhängt, daß das Garn extrem glatt, beinahe schon glitschig ist und sich daher nur schwer wirklich fest verstricken lässt, schon gar nicht auf Metallnadeln.

Aber gerade weil das Garn so extrem glatt ist, fühlt es sich ganz wunderbar weich und fließend an – ich könnte mir gut vorstellen, daß das perfekt für Menschen mit sehr empfindlicher Haut ist. Bei Ravelry gibt es relativ viele Kommentare, daß das Garn bereits beim Stricken sehr fusselt, das kann ich aber nicht bestätigen, meins fusselt überhaupt nicht.

Wer gerne mal eine Baumwolle/Modal-Mischung ausprobieren möchte, kann das mit der Violena von SMC select tun, da sind es 50% Baumwolle und 50% Modal. Die Lauflänge ist mit der Shine Sport identisch, aber hier werden 21 M und 4 – 4,5er Nadeln empfohlen – wieder mal die völlig hirnrissige Vorliebe vieler Garnfirmen für viel zu lockeres Gestrick.

Noch seltsamer ist die Empfehlung bei der Cosma von Lamana, die von der Zusammensetzung und Lauflänge her identisch mit der Shine Sport ist. Dort sind zwar immerhin 22 M auf 10 cm angegeben, aber als Nadelstärke 5 – 5,5 mm! :?: Ist das vielleicht ein Tippfehler? Also ehrlich, so fest stricke noch nicht mal ich (Martine, schaffst Du das?)

Und für die Sparfüchse habe ich noch die Cora ausgegraben – 50% Baumwolle, 50% Modal, LL 105 m und 500 g kosten nur 16,– €.

So, und nun muß ich wieder meiner Pflicht als Nachtfalter-Jagdhelferin nachkommen, die sind derzeit als mitternächtlicher Frischfleisch-Snack bei den Herren sehr beliebt :grin: