Wollkäufe/yarn shopping

Einmal gemischte Wollplatte, bitte!

fairAlpaka Baby Alpaka Fingering

“Und welche darf es da sein?”

DK?

Oder lieber Fingering?

Unser Koch hat von allem reichlich eingekauft :grin:

Empfehlung des Hauses – moosgrün! Vitaminreich, leicht und sehr bekömmlich:

Und zum Nachtisch vielleicht ein fruchtig-frisches Beerensorbet?

Wer jetzt Appetit bekommen hat, schaut bei fairAlpaka vorbei, wo es neue Farben (DK kommt nächste Woche) und die neue Stärke “fingering” mit 200 m LL auf 50 g gibt.
Im Oktober folgt dann noch ein Baby Alpaka-Sockengarn, ein Lace-Garn mit 400 m LL und die Stärke “bulky” (LL 50 m/50 g).

Und dank Gabi T. gibt es jetzt auch Fühl- und Farbmuster zu bestellen:

Mittlerweile habe ich schon das 7. Projekt aus fairAlpaka auf den Nadeln – ich denke, von meiner Alpaka-Abneigung bin ich zumindest teilweise kuriert :wink:

Neue Projekt: Filati-Jacke

Kennt Ihr das? Es gibt Projekte, da könnte man den Eindruck bekommen, die wollen nicht gestrickt werden :shock:

So ging es mir anfangs mit dieser Jacke aus der Filati Handstrick 33 (Frühjahr/Sommer 2008):

Das erste Garn, das ich angeschlagen hätte, war blöd, weil es kaum verzwirnt ist und außerdem extrem dünn, selbst für meine Verhältnisse. Da wäre ich bei diesem Muster verrückt geworden, das hätte ewig gedauert.

Das zweite Garn war auch nicht das Gelbe von Ei, nicht ganz so dünn, aber für Muster mit vielen zusammengestrickten Maschen immer noch nervig genug.

Das dritte Garn ist super – etwas dicker, schöne glatte Struktur, gut verzwirnt und gerade eben noch elastisch genug, daß 2 Maschen rechts zusammenstricken nicht in Quälerei ausartet.

Beim ersten Anstricken habe ich mich verschätzt – das wäre viel zu breit geworden (nur weil ich immer die Wichtigkeit einer Maschenprobe predige, heißt das ja noch lange nicht, daß ich selbst auch eine mache :cool: ).

Beim zweiten Anstricken habe ich mich um 10 Maschen verzählt.

Der dritte Versuch (also genau genommen schon der fünfte) hatte dann endlich die richtige Maschenzahl und die richtige Breite – aber das Muster gefiel mir auf den Nadeln gar nicht. Dadurch, daß in der Reihe mit den Löchern immer 7 Maschen aus einer herausgestrickt werden, haben sich die Waben ganz komisch gebeult. Vielleicht wäre das beim Spannen weggegangen, aber das Risiko wollte ich nicht eingehen.
Und blöd zu stricken ist dieses Rautenmuster außerdem auch noch, nicht nur das Herausstricken der Maschen, sondern auch die unzähligen zusammengestrickten Maschen finde ich nervig – das ist auch einer der Gründe, warum ich keine Tücher stricke. Lochmuster vertrage ich nur in sparsamer Dosierung  :shock:
Dazu frisst das Muster ziemlich viel Garn und ich habe davon nur 500 g. Eigentlich müsste das zwar trotzdem reichen, sind ja nur halbe Ärmel, aber in der Beziehung bin ich eine echte Bangbüx.

Also habe ich mir überlegt, welches Muster ich stattdessen stricken könnte. Es sollte dem Original zwar ähnlich sehen, aber entspannter zu stricken sein. Herausgekommen ist das hier und nun will die Jacke auch gestrickt werden :smile: :

Das Garn ist übrigens die Shine Sport von Knitpicks, das hatte ich mir mal bei einer Sammelbestellung von Knittybitty mitliefern lassen – leider versendet Knitpicks sonst ja nicht nach Europa :???: Die habe ich in rot (Serrano) und in olivgrün (Leapfrog, die Farbe gibt es inzwischen gar nicht mehr):

Die Mischung aus 60% Pima Baumwolle und 40% Modal fand ich interessant – grundsätzlich habe ich gegen einen gewissen Anteil an Kunstfasern ja nichts einzuwenden und Modal hatte ich bisher noch nie verstrickt.

Modal wird in einem ähnlichen Verfahren wie Viskose aus Cellulose hergestellt, die aus Buchenholz gewonnen wird. Die Modalfaser soll eine sehr hohe Reißfestigkeit haben und tatsächlich schaffe ich es beim besten Willen nicht, den Faden durchzureissen. Erstaunlich!

Ich bin gespannt, ob es beim Tragen ebenso sehr ausleiern wird wie Viskose, aber irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl (oder ist es nur die Hoffnung? :wink: ), daß dem nicht so sein wird, jedenfalls längst nicht so schlimm.

Die Maschenprobenempfehlung beträgt 24 M auf 10 cm (Nadelstärke 3,25 – 3,75 mm), das finde ich ausnahmsweise mal völlig angemessen. Mein Gestrick ist sogar etwas lockerer (!), ich habe auf 3,5er Nadeln 23,5 M/10 cm, was sicherlich damit zusammenhängt, daß das Garn extrem glatt, beinahe schon glitschig ist und sich daher nur schwer wirklich fest verstricken lässt, schon gar nicht auf Metallnadeln.

Aber gerade weil das Garn so extrem glatt ist, fühlt es sich ganz wunderbar weich und fließend an – ich könnte mir gut vorstellen, daß das perfekt für Menschen mit sehr empfindlicher Haut ist. Bei Ravelry gibt es relativ viele Kommentare, daß das Garn bereits beim Stricken sehr fusselt, das kann ich aber nicht bestätigen, meins fusselt überhaupt nicht.

Wer gerne mal eine Baumwolle/Modal-Mischung ausprobieren möchte, kann das mit der Violena von SMC select tun, da sind es 50% Baumwolle und 50% Modal. Die Lauflänge ist mit der Shine Sport identisch, aber hier werden 21 M und 4 – 4,5er Nadeln empfohlen – wieder mal die völlig hirnrissige Vorliebe vieler Garnfirmen für viel zu lockeres Gestrick.

Noch seltsamer ist die Empfehlung bei der Cosma von Lamana, die von der Zusammensetzung und Lauflänge her identisch mit der Shine Sport ist. Dort sind zwar immerhin 22 M auf 10 cm angegeben, aber als Nadelstärke 5 – 5,5 mm! :?: Ist das vielleicht ein Tippfehler? Also ehrlich, so fest stricke noch nicht mal ich (Martine, schaffst Du das?)

Und für die Sparfüchse habe ich noch die Cora ausgegraben – 50% Baumwolle, 50% Modal, LL 105 m und 500 g kosten nur 16,– €.

So, und nun muß ich wieder meiner Pflicht als Nachtfalter-Jagdhelferin nachkommen, die sind derzeit als mitternächtlicher Frischfleisch-Snack bei den Herren sehr beliebt :grin:

Holst-Garne

Kennt Ihr die Garne des dänischen Herstellers Holst? Nein? Das wird’s aber Zeit, denn die sind allesamt wunderschön!

Im Angebot sind vier verschiedene Garne, jedes davon in zig traumhaften Farben, viele davon herrlich geheathert/meliert/gemuschelt.

Da wäre zunächst die Supersoft, 100% Shetland-Schurwolle, 2-fädig, Lauflänge 575 m auf 100g.
Empfohlen wird Nadelstärke 3 – 3,5 mm bei 25 M/10 cm. Das finde ich -ihr könnt es Euch denken- für so ein dünnes Garn (knapp Sockenwollstärke) viel zu locker. Ich empfehle mindestens 28, besser noch 30 M, dann ist sie immer noch fluffig-locker. Man kann sie aber auch genauso gut doppelfädig verstricken.

Erhältlich ist sie in sagenhaften 101 Farben:

Beim Waschen blüht sie auf, wird viel fülliger und deutlich weicher. Natürlich nicht so weich wie Merino, wer sehr empfindlich ist, wird sie trotzdem noch kratzig finden, schließlich ist es immer noch Shetlandwolle. Mir macht das aber nichts aus, ich kann sie problemlos auf der bloßen Haut tragen:

Dann gibt es die Samarkand aus 75% Schurwolle und 25% Seide, Lauflänge ebenfalls 575 m auf 100g. Die ist durch den Seidenanteil ein ganzes Stück weicher. Die gibt es “nur” in 25 Farben:

Letzes Jahr kam die Noble neu ins Programm, eine Mischung aus 95% Geelong (eine besonders feine Merino-Qualität, benannt nach der australischen Stadt Geelong) und 5% Kaschmir, Lauflänge 666 m/100 g. Das Garn ist absolut großartig! Ich habe es noch nicht verstrickt, sondern nur die Farbkarten hier, aber das Zeug ist so schon wunderbar weich (es enthält noch Spinnöl), ich glaube nach dem Waschen wird es die reinste Kuschelwolke :grin:

Die 42 Farben sind ALLE besabbernswert schön und ich habe mich auf der Stelle in Redwood und Garnet verliebt:

Ganz neu in diesem Jahr und mein persönlicher Favorit ist die Coast aus 55% Lammwolle und 45% Baumwolle – schon seit jeher eine meiner absoluten Lieblings-Garnmischungen. Mit 700 m auf 100 g ist sie noch einen Tick dünner als die anderen Garne, aber wer sich die Mühe macht, erhältlich ein sehr feines und leichtes Gestrick, das höchst angenehm auf der Haut ist. Doppelfädig verstrickt man es mit 4 – 4,5 mm Nadeln, dann geht es natürlich schneller und wird trotzdem nicht zu dick für geheizte Räume.

Auch von den 48 Farben der Coast sind viele wunderhübsch meliert:

Und wenn Euch meine Schwärmerei noch nicht überzeugt hat, dann vertraut auf das Urteil des Wollexperten :wink: (die Garne riechen aber auch wirklich wunderschön schafig, ich muss immer wieder daran schnuppern):

Alle Garne gibt es als 25 g- und als 50 g-Knäuel und auf einer Kone mit 500 g. Die Preise sind dabei gestaffelt, am günstigsten ist die Kone. Allerdings sind 500 g für einen Pullover schon sehr reichlich, der japanische Rippenpullover (von Marianne Isager, Anleitung nur als Kit erhältlich), vom dem Ihr oben ein Stückchen seht, wiegt mal gerade 276 g!

Erhältlich sind die Garne entweder direkt in Dänemark oder mittlerweile auch in mehreren deutschen Online-Shops. In Dänemark sind die Preise auf den ersten Blick ein Eckchen niedriger als in Deutschland, aber das relativiert sich durch die Versandkosten teilweise wieder. Da müsst Ihr rumprobieren, ab wann und bei welchem Garn es sich trotz der höheren Versandkosten lohnt, in DK zu kaufen.

Es empfiehlt sich übrigens, die Farbkarten zu bestellen, denn zumindest bei mir auf dem Monitor werden die Farben teilweise doch sehr abweichend dargestellt, im Original sind sie viel schöner. Nachteil daran: Man kann sich dann erst recht nicht mehr entscheiden und möchte am liebsten alle Farben haben :roll:

Und weil ich die Jacke so hübsch finde, musste ich die Anleitung (englisch) für den Folklore Cardigan unbedingt auch noch haben (übrigens auf nur 2 DIN-A-4 Seiten, wobei die Hälfte von Fotos belegt wird – so geht’s eben auch :wink: Aber auch typisch dänisch: Es wird vorausgesetzt, daß man weiß, was man tut…)

Garantiert knotenfrei!

Jeder kennt sie, jeder hasst sie: Knoten im Garn :evil:

Im besten Fall sind sie einfach nur nervig, weil dann zwei Fäden mehr zu vernähen sind (seitdem sich ein Knoten beim Waschen gelöst hat, schneide ich die immer raus).
Im schlimmsten Fall verändern sie bei Farbverlaufs- oder selbstmusternden Garnen aber den Rapport, so daß man womöglich ein ganzes Stück abwickeln muss, bis der Verlauf wieder stimmt.

Mit den Garnen, ich ich bisher verstrickt habe, habe ich meistens Glück gehabt und pro Pullovermenge allenfalls ein oder zwei Knoten drin gehabt, wenn überhaupt. Aber in Foren habe ich da schon schlimme Geschichten gelesen, besonders bei einer gewissen japanischen Nobelgarnmarke…

Angeblich müssen bis zu fünf Knoten in einem Knäuel akzeptiert werden (manche sagen auch nur drei), aber wo das steht, hat mir auch noch keiner sagen können. Ist vermutlich eine dieser modernen Legenden (wie die Spinne in der Yucca-Palme) – jeder kennt sie, bestätigt wurden sie aber noch nie.

Ein Hersteller hat sogar mal behauptet, ein Knoten sei ein Merkmal für gute Qualität, zeige er doch, daß das Garn auf schadhafte Stellen kontrolliert werde. Nun ja…man kann sich das auch schönreden :roll:

Jetzt aber hat die Firma Schachenmayr für ihre Regia-Sockengarne eine neue Fadenverbindungstechnik entwickelt, die eine Knotenfreiheit des Garnes garantieren soll:

Das gilt zunächst für alle Uni- und Tweed-Sockengarne, die ab Juni 2013 ausgeliefert werden (erkennbar an dem roten knotenfrei-Label), soll aber nach und nach auch auf andere Garne der Regia-Produktlinie ausgedehnt werden.

Es wäre sehr wünschenswert, wenn dieses Beispiel Schule machen würde!

Luxushaare

Im Laufe der vergangenen Jahre bin ich bei Garnen immer wählerischer geworden. Klasse ist mir inzwischen deutlich wichtiger als Masse geworden. Ich kaufe zwar nach wie vor für mein Leben gerne Wolle, aber da mir auch langsam der Platz ausgeht, habe ich mir vorgenommen, meine Sammlung nur noch mit ganz besonderen Garnen zu erweitern, die mir beim Stricken uneingeschränktes Vergnügen versprechen.

Die edlen Fasern von Herrn Pascuali sind mir schon seit längerer Zeit ein Begriff – schließlich hat Frau Wollwelt eine ganze Reihe seiner Garne testgestrickt und in ihrer unnachahmlichen Art mit anschaulichen Fotos darüber berichtet.

Als besonderen Service bietet die Firma Pascuali Musterkarten an und die habe ich mir kürzlich bestellt. Weil ich mich nicht entscheiden konnte, war ich unverschämt und habe ganz viele verschiedene Garne angefordert – und auch bekommen. Ich glaube die hat Herr Pascuali extra für mich gebastelt :grin: :

Wie man sieht, haben es mir vor allem Yak und Kamelhaar angetan, aber es waren auch noch drei ganz besonders seltene Fasern dabei.

Bison kannte ich schon, das ist sehr fein, aber leider auch sehr teuer. Wenn ich gerne Kleinkram stricken würde, würde ich mir das aber sicherlich mal als besonderen Luxus gönnen.

Guanako ist nach Vikunja (das ich schon mal für die Verena getestet habe) das zweitteuerste Garn der Welt – anhand des kurzen Fädchens lässt sich allerdings schwer beurteilen, ob das nun so besonders ist. Ich weiß nur, daß Vikunja zwar schon etwas ganz Edles ist, aber daß ich dafür niemals 300 Dollar (für knapp 30 g!) ausgeben würde. Und Guanako dürfte ähnlich sein.

Nerzgarn hatte ich bisher noch gar nicht in der Hand – keine Angst, das wird ausgekämmt, dafür stirbt kein Tier. Es ist wirklich wahnsinnig fein und weich, fast schon Katzenbauchfellqualität :wink: Bei diesem hier ist der Faden ziemlich ungleichmäßig gesponnen, also eher nichts für mich. Mit 18,59 € für 50g ist es natürlich teuer, aber nicht so extrem teuer, wie ich dachte. Allerdings würde ich vor einem Kauf erstmal genaueres über die Haltung der Tiere erfahren wollen und ob die nicht doch letztendlich als Pelzmäntel enden.

Und weil auf der Pascuali-Website nach Testerinnen mit einem gut besuchten Blog gesucht wird, habe ich mich kurzerhand beworben. Herr Pascuali und ich wurden uns schnell einig und nun habe ich hier ein ganz tolles Garn, das auf seine Verarbeitung wartet:

Das ist die CAYA – 30% Babykamel und 70% Yak – Lauflänge 125 m/50 g. Ein wunderschönes Garn, weich, kuschelig, aber mit Charakter und Substanz. Ich beflausche es schon seit Tagen und warte darauf, daß es mir sagt, was es werden möchte…

NEXT-Garne im Praxistest Teil 1

Wie versprochen habe ich die ersten Probeläppchen aus meinem NEXT Yarns Testpaket gestrickt.

Beginnen wir mit der LaTinta solid. Frau Wollball hat das Garn ebenfalls probegestrickt und ist wenig begeistert. Ungewaschen ist das Garn wirklich extrem kratzig, dagegen sind die Aade Long oder die Kauni fast Schmusegarne. Abgesehen von der unangenehmen Haptik (da ich eine andere Fadenführung habe, scheuert es bei mir zum Glück nur ein bisschen in der Handfläche) finde ich es nicht ganz so schlecht zu verstricken wie Heike schreibt, aber ein Vergnügen ist es tatsächlich nicht. Ich habe mit 3er Nadeln eine Maschenprobe von 26 M x 39 R auf 10 x 10 cm erzielt (vor der Wäsche 27 x 39), lockerer sollte man sie meiner Meinung nach nur stricken, wenn man sie (an)filzen möchte.

Nach der Wäsche wird das Garn wirklich weniger kratzig. Ich könnte es auf der bloßen Haut tragen, aber ich bin auch ziemlich umempfindlich (bloß das Gepiekse von Alpaka kann ich nicht mehr ertragen). Da ich es kalt gewaschen habe, ist das Garn bei mir nicht angefilzt. Ob es durch anfilzen bei 30 Grad allerdings “weich” wird, wie auf der Artikelseite versprochen, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Kommt natürlich auch darauf an, wie man weich definiert…

Das Maschenbild ist okay – da das Garn sehr hakelig ist (deswegen filzt es auch bestimmt sehr gut), lässt es sich nicht sonderlich gleichmäßig verstricken, aber das habe ich auch nicht erwartet. Die leichte Melierung ist aber recht hübsch. Den Preis von 4,50 € für 50g finde ich allerdings für diese Qualität ganz klar zu hoch.

Fazit: Da gebe ich lieber ein paar Cent mehr aus und nehme ein schönes Shetlandgarn, z.B. das Holst-Garn.

Viel erfreulicher fällt dagegen mein Urteil über die NEXT Donegal aus. Im Gegensatz zu den z.B. bei Ebay erhältlichen Donegal Tweed-Garnen aus “normaler” Schurwolle (vielen Dank an Gabi für die Pröbchen), die ich (normal) schurwoll-kratzig finde, ist die Donegal von NEXT viel dünner und sie besteht aus Merino, was sie sehr schön weich macht. Natürlich gibt es immer noch einen Unterschied zu extrafeiner Merino, aber wenn man nicht gerade extrem empfindlich gibt, dürfte das Tragegefühl sehr angenehm sein.

Ich behaupte mal ganz frei, daß das Garn mit der Donegal von Lang Yarns identisch ist, die aber 2 – 3 € teurer als die NEXT Donegal verkauft wird.

Die NEXT Donegal läßt sich prima verstricken, da habe ich nichts zu meckern. Ich habe 3er Nadeln genommen und komme auf eine Mapro von 27,5 M x 43 R auf 10 cm (vor dem Waschen 29 x 41), das ist für meinen Geschmack genau die richtige Strickfestigkeit. Die Banderolenempfehlung von 3 – 3,5 mm finde ich gewagt. Da die meisten Leute um einiges lockerer stricken als ich, besteht -wie immer bei Merino- die Gefahr, daß das Strickstück außer Form gerät.

An manchen Stellen ist der Faden arg dünn, aber nie so, daß ich Angst haben müsste, daß er reissen könnte. Nach dem Waschen ist sie schön aufgeflauscht, das sieht man gut, wenn man den Faden vor und nach der Wäsche vergleicht:

Das Strickbild gefällt mir sehr gut und auch die Verteilung und Farbgebung der Tweedflecken finde ich genau richtig:

Bei Frau Wollballs Strickstück aus der Mohair Tweed zeigt sich leider -vermutlich aufgrund der starken Zwirnung, die auch die Donegal aufweist- ein deutliches schieflaufen und Steffi fragte nun, ob ich so etwas bei meinen Proben auch feststellen kann. Das ist natürlich bei einem kleinen Probelappen von 17 x 13 cm furchtbar schwer zu sagen. Also wenn überhaupt, dann hat meins einen winzig kleinen Hang nach rechts – Bei Heike dagegen zieht es nach links rüber.

Den Preis von 4,98€ für 50 g halte ich für vollkommen angemessen und wenn es mich das nächste Mal nach Tweed gelüstet, wird die NEXT Donegal bestimmt ganz oben auf der Einkaufsliste stehen :wink: Wenn ich mir was wünschen dürfte, hätte ich die gerne noch in etwas dicker, so um die 130 m rum. Ja, ich weiß, man kann sie sich mehrfädig wickeln lassen, aber das ist nicht das gleiche und 2-fach (=95 m/50 g) ist sie mir auch schon wieder zu dick.

Die dritte Probe, die ich an diesem Wochenende gestrickt habe, ist die NEXT Cashme. Kaschmir ist eine meiner absoluten Lieblingsfasern, demzufolge war ich hierauf besonders gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil.

Der Faden hat mich zunächst ein bisschen mißtrauisch gemacht. Das Garn ist zweifädig, wobei der äußere Faden um den innen liegenden Faden herum gewickelt ist. Sowas hatte ich mal bei der Royal Tweed von Lana Grossa und da war’s eine Katastrophe, weil dort der äußere fluffige Faden ganz locker um den fest gezwirnten Kern liegt. Da ich den Faden mit Daumen und Zeigefinger um die rechte Nadel wickele, ziehe ich ihn auch fest zwischen diesen beiden Fingern durch (=hohe Fadenspannung = Brettstricker :wink: ) – was bei der Royal Tweed dazu führte, daß sich das äußere Material immer weiter über dem Kernfaden zusammenschob. Für mich unstrickbar, ich habe es an eine Lockerstrickerin verschenkt, die damit keine Probleme hatte. Bei der Cashme hatte ich dieses Problem jedoch gar nicht, die beiden Fäden sind viel besser miteinander verzwirnt und sie verstrickt sich wider Erwarten trotz des unelastischen Fadens sehr angenehm.

Auf dem Knäuel fühlt sie sich schon gut an, verstrickt noch besser, aber erst nach dem Waschen wird sie dann so richtig kuschelig. Sie flauscht auf und der Faden wird gleichmäßiger:

Das Maschenbild gefällt mir ausgesprochen gut. Begonnen habe ich mit 3,75er Nadeln, bin dann aber runter auf 3,5 mm. In der Maschenprobe macht das einen Unterschied von 22 M x 36 R zu 22,5 x 38 R (vor dem Waschen 23 x 36/24 x 38). Noch lieber hätte ich 3,25er genommen, aber die habe ich irgendwo verbummelt :shock: Auch hier finde ich die Nadelstärkenempfehlung von 4 – 4,5 mm wieder viel zu hoch. Das Garn ist ohnehin schon weich und hat relativ wenig Stand – so locker verstrickt bekommt man vermutlich einen formlosen Labberlappen.

Die Farbschattierungen finde ich wunderschön (ich habe die 987, das ist so ein Mittelding zwischen Moosgrün und Messing – tolle Farbe) – die kommen erst verstrickt richtig zur Geltung:

Fazit: In die NEXT Cashme habe ich mich verliebt, der Preis von 7,50 € für 50 g ist bei dem hohen Kaschmiranteil verhältnismäßig günstig – die muss ich mir demnächst mal auf Lager legen, wenn dieser blöde, finanzarme Januar endlich rum ist… Dann will ich auch noch ein Pröbchen von der Silkwool mitbestellen, die schaut auch sehr vielversprechend aus. Aber bis dahin habe ich ja noch vier andere NEXT-Garne zum probestricken. Die Ergebnisse folgen dann in Teil 2.

NEXT Yarns von der Wollfactory

Die da ist schuld :shock: Erst macht sie mir mit diesem Beitrag den Mund wässerig und dann zeigt sie hier auch noch Maschenproben davon – gib’s zu, Frau Wollball, das hast Du mit voller Absicht getan!

Schau, was Du angerichtet hast, Du olle Verführerin:

Hier ist also meine Probeauswahl der NEXT-Garne von der Wollfactory – die Dochtgarne habe ich ausgelassen, Dochtgarne mag ich grundsätzlich von der Optik her nicht. Und die von Heike favorisierte Mohair Tweed habe ich auch nicht bestellt, weil ich Mohair absolut nicht mag – das piekst mich alleine schon deshalb, weil ich es mir einbilde…

Fangen wir mal mir der Naturwolle eco (1,25 €/25 g) an. Die ist wirklich sehr, sehr rustikal, sprich sie kratzt schon recht heftig. Ungefähr wie Aade Long oder Kauni. Stört mich aber nicht, so lange ich sie nicht am Hals tragen muß. Mit 150 m Lauflänge auf 25 g ist sie sehr dünn, man kann sie sich aber auch mehrfädig (gefacht, nicht verzwirnt) wickeln lassen. Die Farben sind leicht meliert, gefällt mir gut:

 La Tinta solid (2,25 €/25 g) wird als Sockengarn bezeichnet, allerdings habe ich da so meine Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit. Laut der Angaben auf der Website soll das Garn aber beim Waschen leicht anfilzen und so die Haltbarkeit erhöhen. Der Kratzfaktor ist etwas geringer als bei der Naturwolle, aber immer noch deutlich vorhanden. Sicherlich wird sie -wie viele Schurwollgarne- durch die Wäsche weicher, Wunder sollte man aber nicht erwarten. Die Lauflänge beträgt 97,5 m auf 25 g, ich würde sie mit 3er Nadeln verstricken und käme dann wohl auf 29 – 30 M in glatt rechts. Optisch und haptisch hat sie ziemlich große Ähnlichkeit mit Shetland-Garnen. Mit 60 Farben ist die Auswahl sehr groß. Mein rosa ist ganz leicht und sehr hübsch meliert, ob die anderen Farben auch so sind, weiß ich nicht – leider sind die Bilder im Shop ziemlich klein.

Das Donegal Tweed 1fach (2,49 €/25 g) soll aus 100% Merino bestehen. Hier darf man aber nicht die Weichheit von Standard-Merinogarnen erwarten, auch bei Merino gibt es große Unterschiede in der Feinheit der Faser. Trotzdem ist sie deutlich weicher als die beiden vorgenannten Garne und blüht nach der Wäsche bestimmt noch schön auf. Der Faden ist leicht unregelmäßig, aber das muss bei anständigem Tweed auch so sein. Mit 95 m auf 25 g ist es ebenfalls ein sehr dünnes Garn, das man sich aber mehrfädig wickeln lassen kann. Und das Garn sieht wirklich sehr hübsch aus, genau so, wie ich es von Tweed erwarte:

Die India (4,35 €/25 g) habe ich mir vor allem wegen der interessanten Zusammensetzung bestellt: 40% Seide, 40% Baumwolle, 20% Wolle, LL 75 m/25 g. Die kratzt nun wirklich kaum noch, nach dem Waschen wird die bestimmt richtig toll. Die Farbschattierungen finde ich auch sehr schön, nur der Faden könnte etwas gleichmäßiger sein, da sind doch recht große Unterschiede in der Dicke. Bei diesem Garn bin ich wirklich gespannt, wie das verstrickt aussieht – auf der Farbkarte sieht das Strickbild recht vielversprechend aus. Ich würde sie mit 3,5er Nadeln verarbeiten und ungefähr 23 – 24 M auf 10 cm haben:

Jetzt kommt was ganz feines: Die Cashme besteht aus 55% Wolle und 45%  Kaschmir und ist wirklich kuschelig-weich. Nach dem Waschen wird das bestimmt ein Schmusegarn. Der Preis von 3,75 € für 25 g ist für diese Qualität völlig angemessen. Das Garn ist leicht gewellt, weil es aus zwei Einzelfäden besteht, die umeinander verdreht sind. Der dünnere Faden ist vermutlich das Kaschmir. Die Farbschattierungen sehen toll aus und ergeben zusammen mit der Struktur des Garns eine schöne tweedige Optik. Die Lauflänge von 65 m auf 25 g würde ich mit 4er Nadeln verstricken.

Die NEXT Camel (4,50 €/25 g) fällt als Farbverlaufsgarn eigentlich nicht in mein Beuteschema, aber die Zusammensetzung finde ich interessant: 55% Wolle, 24% Seide, 12% Kamel (ich liebe Kamelhaargarne) und 6% Angora. Der Garn-an-Wange-Test zeigt ein leichtes Pieksen, aber wirklich nur ganz leicht. Das Garn hat 67 m auf 25 g und ist relativ ungleichmäßig versponnen. Ich würde es mit 4er Nadeln und ca. 22 M/10 cm verstricken. Ich möchte die Farbverläufe gerne mal an einem Oberteil sehen, bei Ravelry gibt es leider nur ein einziges größeres Projekt aus diesem Garn. Die Farbe in meiner Probe (Fb. 8) sind jedenfalls sehr harmonisch und stimmig:

Und zum Schluß noch die NEXT Fine Tweed (4,55 €/25 g) aus 55% Wolle, 25% Seide, 10% Kaschmir und 10% Alpaka. Mit 50 m auf 25 g ist sie das dickste Garn in meinem Probepäckchen (das übrigens blitzschnell geliefert wurde). Dafür würde ich wohl 4,5er Nadeln nehmen und hätte dann 19 – 20 M auf 10 cm. Die Farbe (208) ist grandios und viel roter als auf dem Foto. Das einzige, was mich an diesem wunderschönen und angenehm weichen Garn ein bisschen stört, ist die Fadenstärke, die doch sehr schwankt, das ist mir selbst für Tweed etwas zu viel.

Übrigens riechen alle Garne sehr schön natürlich – das bestätigt auch der heimische Wollexperte. Klar, daß er sein Lakritz-Näschen am liebsten in die Naturwolle steckt – um es mit Frau Wollball zu sagen: “Die riecht ganz lecker schafig:grin: Interessanterweise ist seine zweite Wahl als Pfotenschmeichler die India, ich hätte ja eher vermutet, daß er sich das Kaschmirgemisch schnappt.

Fazit: Die NEXT-Garne sind eine angenehme Abwechslung zum industriellen Einheitsbrei. Die 25 g-Verkaufseinheiten sind vor allem für Vielfarbstricker praktisch, weil man dann nicht so viele Reste hat. Die Preise liegen aber teilweise schon in der gehobenen Klasse, auch wenn sie zunächst verführerisch günstig klingen. Aber sie sind eben auch nur für 25 g – also beim Vergleich mit den Standard-50 g-Knäuel-Garnen immer ans verdoppeln denken.

Ich werde nach und nach aus allen Garnen Probeläppchen stricken und waschen und Euch dann nochmal zeigen.