Leserfragen

Leserfrage: Anfängertaugliche Oberteil-Anleitungen

Den Kommentar von Algave zur gestrigen Buchvorstellung greife ich doch gleich mal auf:

Bei diesem so passendem Thema habe ich mich getraut, an Tichiro und ihre Leserinnen mit meiner Frage zu wenden.
Welche Anleitungen oder evtl. Bücher mit Anleitungen sind empfehlenswert für Anfängerinnen?

Als Hilfe benutze ich das Buch von K. Buss “Das große Strickbuch” und den Workshop “Von der Kunst, einen passenden Pullover zu stricken” ( vielen Dank nochmals an dieser Stelle!).
Ich habe bis jetzt außer vielen Mützen vier Pullover gestrickt, zwei davon sind mir gut gelungen. Der zweite durch unzählige Versuche und weil ich (schätze ich) mit dem Originalgarne gearbeitet habe. Der letzte Dank dem tollen Workshop und einer guten Anleitung.

Nun bin ich ziemlich verzweifelt auf der Suche nach weiteren Anleitungen, mit den deutschen Zeitschriften komme ich aber nicht voran. Es gibt zwar so einiges, was mir gefällt, aber ich würde es höchstens erst später nachstricken. Für den Anfang möchte ich etwas simples und klassisches, mit viel glatt rechts und evtl. kleineren Stellen in anderen Mustern…
Meine LieblingsNS liegt bei 3-4, mit meinen MaPo liege ich ziemlich genau so wie Tichiro.

Ich wäre sehr sehr dankbar für alle Tipps, gerne auch Links bei Ravelry.

Ich habe mir die Bücher von Kim Hargreaves angeschaut, es ist zwar nicht so ganz mein Stil, aber es gibt durchaus Modelle, die auf den ersten Blick dem entsprechen, wonach ich suche: sie sind nämlich schlicht, weiblich und nachdem, was ich hier gelesen habe durchdacht.
Sind diese aber auch anfängertauglich? (Die drei interessieren mich am meisten: “North”, “Storm” und “Honey”.)
Außerdem gefallen mir sehr Modelle von Brooklyn Tweed.
Von den Zeitschriften habe ich die meisten Sachen, die mir gefallen, in “Knitscene Fall 2014″ gefunden, insbesondere der “Dauphne Cardigan”.
Ich habe zwar noch nicht nach einer englischen Anleitung gestrickt, nach alldem, was in den deutschen Zeitschriften gesehen habe, würde mich das aber nicht abschrecken.

Um diese Frage zu beantworten, habe ich zuerst einmal überlegt, was eine anfängertaugliche Oberteil-Anleitung denn überhaupt ausmacht.

Wen ich einfach nur exakt das zu tun brauche, was da steht, und ich nicht weiter nachdenken muss, was der Designer mir jetzt damit sagen will, wenn keine Fragen offen bleiben und das Ergebnis am Ende so aussieht, wie auf dem Bild und schließlich genau die angegebenen Maße dabei herauskommen, dann ist die Anleitung perfekt für Anfänger.

Die Anleitung sollte also genau beschreiben, was zu tun ist und nicht voraussetzen, daß der Strickende selbst entscheiden kann, welche Art von Abnahmen, Zunahmen etc. er benutzen soll.
An diesem Punkt scheitern schon mal viele deutschsprachigen Anleitungen, da steht z.B. nur “abnehmen” oder “zunehmen”, daß der Strickende aber weiß, daß das symmetrisch erfolgen sollte, wird vorausgesetzt.

Dinge, die zum strickerischen Allgemeinwissen gehören, brauchen nicht erklärt zu werden – dafür gibt es Grundlagenbücher. Wenn’s drin steht, ist es gut, aber es ist meiner Meinung nach nicht notwendig. Die meisten Strickbücher und -hefte haben sowieso einen zusätzlichen Grundlagenteil, in dem diese Dinge beschrieben werden.
Wenn es aber um speziellere Techniken geht, sollten diese auf jeden Fall erläutert werden – dazu gehören für mich z.B. die Wendemethode bei verkürzten Reihen oder bestimmte Knopflochvarianten.

Abkürzungen – viele deutschsprachige Anfängerwerke scheinen davon auszugehen, daß Strickanfänger sich keine Abkürzungen merken können und schreiben wirklich alles aus.
Warum eigentlich? Das bläht den Text nur unnötig auf. Zumindest die einfachsten wie M(asche), R(eihe), abn(ehmen) und zun(ehmen) sollte auch ein Anfänger im Handumdrehen lernen können und schon wird der Text viel überschaubarer.
Die üblichen deutschen Telegrammstil-Anleitungen finde ich dagegen schon wieder zu arg abgekürzt, daß diese einen Anfänger abschrecken und verwirren, kann ich mir gut vorstellen.

Eine Schnittzeichnung gehört sowieso in jede Oberteil-Anleitung. Genauso wie eine Strickschrift, wenn es entsprechende Muster gibt. Ob das Muster zusätzlich auch noch in ausgeschriebener Form reiehnweise beschrieben werden sollte, daran scheiden sich die Geister. Ich halte es nicht für erforderlich (und der größte Teil meiner Leser auch nicht, das Thema hatten wir u.a. hier), aber ich habe auch schon von Anfängern gehört, daß sie das für hilfreich hielten. Ich denke, damit muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen und für sich entscheiden, womit er besser zurecht kommt.

Gegengleich stricken – diese Formulierung ist für Anfänger schwer zu verstehen. Denn es geht ja nicht nur darum, da man die komplette Formgebung spiegelverkehrt macht, sondern auch, daß man die Abnahmen und Zunahmen symmetrisch entgegengesetzt strickt.
Außerdem finde ich es von einem Anfänger zuviel verlangt, wenn er den Text für ein komplettes Jackenvorderteil (oder auch nur einen Halsausschnitt) mal eben so umdenken muss, daß alles gespiegelt ist. Damit ist dann mehr oder weniger auch der Rest der deutschsprachigen Bücher und Hefte ausgeschieden.

Was übrig bleibt und wirklich anfängertauglich ist, sind entweder englische Anleitungen oder Übersetzungen von englischsprachigen Büchern und Heften – wenn die Übersetzung sich nahe am Original bewegt, wie das z.B. die deutsche “The Knitter” oder auch “Simply Stricken” tun.

Allerdings sollte man immer bedenken, daß deutsche Übersetzungen auch die Gefahr von Fehlern bergen, ich habe schon oft genug erlebt, daß dabei einige Kinken reingehauen wurden, die wirklich Schwierigkeiten beim Nacharbeiten machen können.

Natürlich wird sich ein ambitionierter Anfänger mit viel Mühe und ggf. häufigem Fragen und Nachschlagen auch durch eine übliche deutsche Anleitung kämpfen können – das haben wir “alten Hasen” mangels Alternativen schließlich auch geschafft. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich als Autodidakt richtig gut zu stricken (mit allen Feinheiten, die dazu gehören) erst gelernt, als ich die englischsprachigen Anleitungen entdeckt habe.
Und es ist auch nicht gerade motivierend, wenn man sich so mühsam durch eine Anleitung schlagen muss. Stricken soll doch vor allem Spaß machen und entspannen, wenn man aber als Anfänger das Gefühl bekommt, daß es total schwer ist, überhaupt etwas anderes als Schals und Mützen zu produzieren, ist das wirklich entmutigend.

“Trial and error” ist natürlich auch eine Methode, bei der man einiges lernt. Aber motivierender für einen Anfänger finde ich es auf jeden Fall, wenn er eine gute, ausführliche Anleitung hat, die alles genau beschreibt und keine Fragen offenlässt. Das Erfolgserlebnis, wenn gleich das erste Stück gut aussieht und passt, ermutigt doch immer noch am meisten zum Dranbleiben.

Abraten würde ich einem Anfänger auf jeden Fall von dänischen Anleitungen (auch in deutscher Übersetzung) und von Drops-Anleitungen (egal in welcher Sprache). In skandinavischen Anleitungen wird noch viel mehr als in deutschen Anleitungen vorausgesetzt, daß der Strickende genau weiß, was er tut. Und die deutschsprachigen Dropsanleitungen haben zudem noch einige schräge Formulierungen, die finde selbst ich manchmal verwirrend.

Von daher sind auf meiner Empfehlungsliste folgende Werke bzw. Anleitungen:

deutsche Übersetzungen (unter dem Vorbehalt der Fehlerfreiheit)

Rowan Magazin und alle anderen Hefte und Bücher und aus dem Hause Rowan
The Knitter
Simply Stricken
Alle Bücher von Kim Hargreaves (die strickt übrigens ähnlich fest wie ich)

diese Empfehlungen gelten natürlich erst recht für die englischen Originale

englischsprachig – Empfehlung aus eigener Erfahrung:

Alles von Brooklyn Tweed (Top-Tipp, die Anleitungen sind wirklich ganz ausgezeichnet)
Alles von Interweave
Alles von Amy Herzog
Alles von Alice Starmore (für Feststricker)

Meine Leser können die Liste bestimmt noch um vieles ergänzen.

Leserfrage: Käppchenferse ohne Löcher?

Hwute gebe ich mal eine Frage von Gebriele an Euch weiter, denn die einzigen Socken, die ich bisher gestrickt habe, hatten eine Herzchenferse:

Ich hätte da ein Problemchen.
Seit Jahr und Tag stricke ich bei Socken die 3-teilige traditionell Käppchenferse. Problem dabei ist, dass nach Fersenwand und Käppchen, wenn seitl. wieder die Maschen aus dem Rand aufgefasst werden müssen, kleine Löchlein entstehen, wenn man in die oberen Maschen einsticht.
Lt. Elizza auf Youtube gesehen, soll man tiefer stechen, um dies zu vermeiden, hab ich neuerdings auch so gemacht. Da vermeidet man zwar die Löchlein, aber gerade bei 6-fädiger Wolle ist es so, dass sich in der Socke so ein Wulst bildet, der unschön aussieht und im Schuh unangenehm ist.

Also umlernen auf Bumerangferse dachte ich. Da entstehen jedoch auch kleine Löchlein, obwohl ich die Maschen wirklich fest anziehe. Eigentlich wäre mir die alte Methode auch irgendwie lieber.
Nun meine Bitte und Frage: Hast du vielleicht einen Tipp, wie man die Sache mit den Auffassmaschen nach dem Käppchen sauber und “unsichtbar” hinkriegt? Stricke nämlich ansonsten sehr ordentlich und weil ich viele Paare verschenke, stört mit dies doch ein wenig.

Dafür hat doch die versammelte Sockenstrickerschaft bestimmt eine Lösung, oder?

Henley-Ausschnitt – so geht’s

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Anke fragte kürzlich:

Schon immer suche ich eine Anleitung für einen Auschnitt wie beim Strickmarathonpullover. Ich finde es so toll, daß der gleich mitgestrickt wird. Würdest du so freundlich sein und den Tip im Blog weitergeben?

Mache ich gerne, liebe Anke. Als ich eben die Pullover für Fotos rausgesucht habe, ist mir aufgefallen, daß ich diese Ausschnittform schon richtig oft gestrickt habe, das war mir gar nicht bewusst.

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Bevor Du jetzt einwendest, daß Du sowas doch gar nicht gemeint hast – guck mal was passiert, wenn man den Ausschnitt nicht schließt:

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Das Prinzip ist nämlich das gleiche, der Unterschied kommt nur durch die Länge der Blende, die fehlenden Knöpfe und den Kragen zustande:

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Un so geht’s:

Zunächst strickst Du das Vorderteil (von unten) bis zu der Stelle, wo der Ausschnitt anfangen soll.
Jetzt musst Du Dir überlegen, wie breit die Blende werden soll, d.h. wieviele Maschen Du pro Blendenseite haben möchtest.

Nun nimmst Du die Anzahl der Maschen, die Du auf der Nadel hast, ziehst davon die Anzahl der Blendenmaschen für eine Seite ab. Das Ergebnis teilst Du durch 2. Das ist die Maschenzahl pro Seite ohne Blendenmaschen.

Beispiel: Du hast 99 M und Deine Blende soll pro Seite 5 M breit sein.
99 – 5 = 94. 94 : 2 = 47 M pro Seite + jeweils 5 Blendenmaschen.

Das funktioniert genau, wenn Du
a) eine ungerade Grundmaschenzahl und eine ungerade Maschenzahl für die Blende hast
oder
b) eine gerade Grundmaschenzahl und eine gerade Maschenzahl für die Blende hast

Willst Du gerade und ungerade kombinieren, musst Du in der letzten Reihe vor dem Ausschnitt in der Mitte eine Masche abnehmen (theoretisch kannst Du auch zunehmen, aber eine Abnahme ist in der Regel weniger sichtbar).

In der nun folgenden Hinreihe strickst Du die Anzahl der Maschen, die Du gerade für eine Seite ermittelt hast und legst die restlichen Maschen still. In unserem Beispiel wären das 47 M zu stricken und 52 werden stillgelegt. Nun wirst Du sagen: “Äh, Moment mal, dann ist der Ausschnitt doch gar nicht in der Mitte”. Doch ist er, wart’s ab… ;-)

Jetzt wird zuerst die im Tragen linke Seite gearbeitet.
Wenden und die gewünschten Maschenzahl für eine Blendenseite neu aufstricken (in unserem Beispiel hast Du dann 52 M insgesamt). Dieser neu angeschlagene Teil wird später am unteren Ende hinter die andere Seite der Blende genäht.

Nun arbeitest Du die neu aufgestrickten Maschen immer im Blendenmuster und die übrigen Maschen im Grundmuster.

So weit gerade hochstricken, wie Du möchtest, das hängt von der gewünschten Tiefe des Halsaus-schnitts ab. Sobald diese errreicht ist, kettest Du die Blendenmaschen in einer Rückreihe ab und arbeitest den Rest des Halsausschnitts, wie Du möchtest.

Wenn Du mit der linken Seite des Vorderteils fertig bist, nimmst Du die stillgelegten Maschen wieder auf und arbeitest die im Tragen rechte Seite.

Du beginnst mit einer Hinreihe, strickst die ersten x Maschen im Blendenmuster (nicht neu anschlagen) und die restlichen Maschen im Grundmuster. Das wären in unserem Beispiel von den 52 stillgelegten M 5 als Blende und 47 im Grundmuster – guck, nun hast Du auf jeder Seite 47 M im Grundmuster und die Blende ist genau in der Mitte :-D)
Dadurch, daß Du hier für die Blende die bereits vorhandenen Maschen benutzt, hast Du später am unteren Ende der Blende keine sichtbare Naht.

Achtung! Falls Du die Blende zuknöpfen möchtest (was für den Henley-Ausschnitt typisch ist), musst Du auf dieser rechten Seite die Knopflöcher einarbeiten.

Theoretisch kannst Du auch genau umgekehrt vorgehen und die rechte Seite zuerst stricken.
Falls Du aber Knöpfe dranhaben möchtest, würde ich immer die Seite zuerst stricken, an der die Knöpfe angenäht werden sollen, üblicherweise also bei Frauen die linke Seite. Dann weißt Du nämlich später bei der Knopflochblende genau, wieviele Reihen die Blende hat und kannst die Knopflöcher exakt verteilen.

Wichtig: Die Knopfseite ist immer die Seite, die hinter die andere Blende kommt – wenn Du es nämlich umgekehrt machst, guckst Du ziemlich blöd aus der Wäsche, wenn Du den Pullover zum ersten Mal zuknöpfen willst (frag’ mich mal, woher ich da weiß… :wacko: ).

Variation: Mitgestrickter Umschlagkragen

Diese Variante habe ich von Kim Hargreaves gelernt, als ich die Salina gestrickt habe.

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Gearbeitet wird wie zuvor beschrieben, aber anstatt irgendwann die Maschen abzuketten und einen Halsausschnitt zu arbeiten, wird weiter gerade hoch gestrickt und das Blendenmuster in jeder zweiten Reihe um eine M erweitert – so lange, bis das Muster so breit ist wie der gewünschte Halsausschnitt.

Hat das Vorderteil die gewünschte Länge erreicht, werden die Kragenmaschen stillgelegt und die Schultermaschen verbunden.
Die Maschen der rechten Kragenhälfte wieder aufnehmen und abstricken, dann aus dem rückwärtigen Halsausschnitt Maschen aufnehmen und zum Schluß die Maschen der linken Kragenhälfte aufnehmen und abstricken. Nun über alle M im Kragenmuster arbeiten, bis der Kragen die gewünschte Länge erreicht hat.

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Der Nachteil bei Salina: Das Kragenstückchen im Nacken ist zu kurz, das klappt immer wieder nach oben.

Beim Striper Sweater habe ich daher eine verbeserte Version gestrickt. Hier sind im Nacken viel mehr Reihen und damit der Kragen vorne nicht zu überdimensional wird, habe ich die letzten Zentimeter mit verkürzten Reihen gearbeitet:

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So sitzt der Kragen optimal:

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Leserfrage: Überblick im Anleitungsdschungel

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Von Christine kam heute eine interessante Frage zu den alten Heften:

Sag mal, wie bewahrst Du die Übersicht? Ich meine nicht, die Hefte irgendwie zu ordnen. Das ist nicht schwer. Aber wie machst Du es, interessante Modelle wiederzufinden?
Ich habe auch paar so alte Hefte und weiß, dass da tolle Sachen drin sind. Aber was denn nun wo?

Die Frage gilt übrigens nicht nur für alte Anleitungen. Bei neueren ist es nicht anders.
Wie macht Ihr anderen das?

Bei den alten Heften scanne ich die Bilder von allen Modellen, die ich interessant finde oder die interessante Details/Muster haben, ein und benenne die Datei mit dem Heftnamen und der Ausgabe. Alles wird in einem Verzeichnis namens “historisch” abgespeichert, so habe ich einen schnellen Überblick.

Hier ein paar Beispiele:

Aus Garn und Wolle Heft 39

Beyer 5-580002

Constanze Heft 6_0004

Elsa 3-53

Frauenhilfe 25-12

Bei deutschen Strickheften habe ich schon seit den 80ern Sammelbücher, in die ich interessante Anleitungen einklebe. Da hebe ich die Hefte normalerweise nicht auf, dafür habe ich wirklich keinen Platz mehr. Ausnahme: Nicole und Constanze, die habe ich komplett zusammengesammelt.

Bei den englischen Büchern und Heften packe ich die Sachen in meine Queue bei Ravelry, wenn ich das Modell insgesamt nachstricken möchte oder in die Favoriten, wenn ich nur Details interessant finde. Da bin ich allerdings nicht so konsequent, in meiner Bibliothek habe ich bestimmt noch zig Anleitungen, die ich schön finde, aber die nicht in der Queue sind.

Und in den japanischen Heften stecken überall Zettel drin, weil die leider nur teilweise bei Ravelry erfasst sind. Wobei die Zettelwirtschaft kaum was bringt, denn ich muss dann ja doch jedes Mal wieder in die Hefte gucken.

An liebsten hätte ich alles bei Ravelry, weil das am übersichtlichsten wäre und man da ja auch so schön sortieren und Stichworte vergeben kann. Aber das wäre eine Wahnsinnsarbeit, weil ich nochmal alle Bücher und Hefte durchgehen müsste, denn als ich sie gekauft habe, gab es noch kein Ravelry bzw. die Patterns waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht erfasst. Hinzu kommt, daß auch jetzt noch längst nicht alle Modelle aus allen Büchern und Heften bei Ravelry drin sind, insbesondere nicht bei den älteren Publikationen.

Das bedeutet, ich müsste erstmal hunderte von Patterns bei Ravelry neu anlegen – bei durchschnittlich 20 Minuten pro Pattern (incl. Scan des Modellbildes) beinahe schon eine Lebensaufgabe (und ich habe im Laufe der vergangenen Jahre bestimmt schon 200 oder 300 Pattern angelegt). Dazu kommt, daß man aus urheberrechtlichen Gründen in vielen Fällen nicht das Original-Modellfoto verwenden darf (was ich extrem ärgerlich finde, denn es würde ja wirklich niemadem schaden) und ein Queue-Eintrag ohne Bild ist dann auch ziemlich witzlos.

Da würde ich mir wünschen, daß viel mehr Leute auch mal etwas zu Ravelry beitragen und Patterns anlegen – wenn jeder nur ein einziges Pattern anlegt, würde es bei über 4 Millionen Mitgliedern gerade mal einen Tag dauern und dann wären sämtliche Strickmodelle, die jemals irgendwo veröffentlicht wurden, in der Datenbank erfasst.  Aber viele Mitglieder profitieren halt lieber nur von der Arbeit anderer Menschen, anstatt selbst auch mal etwas dazu beizutragen… :-?

Kurzum: Ich versuche einen Überblick zu haben, aber wirklich gelingen tut es mir auch nicht. Vielleicht sollte ich mir doch mal vornehmen, nach und nach alles durchzugehen und bei Ravelry zu erfassen – andererseits übersteigt die Länge meiner Queue ohnehin jetzt schon bei weitem meine Lebenserwartung…

Wie macht Ihr das?

Leserfrage: Bändchengarn verarbeiten

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Gabi T. fragt:

Zur Zeit verstricke ich ein Baumwoll-Bändchengarn von Schulana – Aria, naturweiß mit einem Goldfaden, habe ich supergünstig ersteigern können.

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(Bild gemopst bei Renate)

Nun stelle ich fest, das Bändchen ist ca. 1 cm breit, aber wenn ich’s verstricke, verdreht es sich. Okay, ein wenig verdreht wird wohl normal sein, sich nicht vermeiden lassen. Aber je mehr man strickt, um so mehr verdreht es sich, wird dünner und dünner, runder und fester – halt wie gezwirnt.

Gestern Abend habe ich also 15 cm Passe gestrickt -RVO- und jede halbe Stunde das Band am Knäuel mit einer Sicherheitsnadel festgesteckt, aufgestanden und das Band hochgezogen, damit es sich “entdreht” und somit wieder zum Bändchengarn wird.

Gibt es dafür andere Methoden, wie macht man das richtig, bzw. besser? Ist es überhaupt richtig, was ich da mache mit dem “Entdrehen”? Oder verstrickt man Bändchengarn einfach weiter, ohne Beachtung/Rücksicht auf diese Verdrehungen?

Ein vor vielen Jahren angefangenes Projekt -Bändchengarn von Lana Grossa- ist schon vor Jahren daran gescheitert, weil das Spitzenbändchen, in das ich mich so verliebt hatte, beim Stricken zum Seil wurde, nichts mehr von “Spitze” zu sehen war und das Projekt in der Ecke landete – das war’s seinerzeit mit Stricken.

Tja – hier brauche ich mal die versammelte Intelligenz der Leserschaft.

Meine Erfahrungen mit Bändchengarn beschränken sich auf genau ein Projekt und da hatte ich das Verdreh-Problem auch. Ich habe es ignoriert und im fertigen Pullover war von der Bändchengarn-Optik kaum noch etwas zu sehen, weil ich -wie üblich- sehr fest gestrickt hatte, was für Bändchengarn ja nicht so schlau ist.

Habt Ihr Tipps für Gabi?

Leserfragen: Vergilbtes Gestrick

gilb

Heute braucht Manuela die Hilfe der versammelten Strickintelligenz:

Ich verstricMonarchke gerade die Soloseta von Lana Grossa in natur.

Mal abgesehen davon, dass die nicht mal mehr in der Druckerei darauf achten, dass ihr richtiger Slogan (für Mensch und Umwelt) draufsteht (auf meiner Wolle heißt es für Monarch und Umwelt :mrgreen: ), bin ich nicht besonders glücklich mit dem Garn.

Ich hatte schon einen größeren Teil von meinem Jäckchen fertig und da RVO in einem Stück, hab ich das Ganze einfach mal abgekettet, kurz durchgewaschen und auf die Leine gehängt, denn meine Strickstücke wachsen immer erheblich, da macht eine kurze Zwischen-Anprobe Sinn.

Nun habe ich mit einem neuem Knäuel begonnen und mir schwante Böses, als ich einen Farbunterschied feststellte – doch die Partie-Nummer stimmt und der Farbunterschied (gelblicher als das Original) ist nur dort, wo das Teil beim Trocknen Sonne abbekommen hat:

gilb1 gilb2

Was nun???

Geht das wieder weg, hat jemand anderes ähnliche Erfahrungen (auch speziell mit diesem Garn)?

Lohnt das weiterstricken??

Kann man das schlimmstenfalls färben?

Und was ist, wenn ich mit dem fertigen Stück mal länger als 20 Minuten in der Sonne bin – verfärben sich dann die der Sonne ausgesetzten Teile auch?

Ich hab das zwar schon über mein Blog und bei Junghans gefragt, aber hier erreiche ich wahrscheinlich auch die anderen 97% aller Strickerinnen ;)

Leserfrage: Ribbelgarn

Katharina fragt:

Aufziehen ist ja auch ein nettes Thema…
Wie wickelst du denn? Perfekt per Hand wie hier?
Oder in Minutenschnelle mit einem Wollwickler wie hier? Das ist mein Favorit, der bei mir im Einsatz ist.

Wickelst du beim Aufziehen erst auf die Wollhaspel, wäscht den Strang dann, um schließlich neu zu wickeln? Oder sparst du dir das Waschen, wickelst und wartest einfach, bis das Garn vergessen hat, was es mal werden sollte?

Bevor ich’s wieder vergesse: Die Jacke, die das Garn mal werden sollte, ist aus diesem Buch – ist leider schon längst OOP, einen Anbieter, der auch ins Ausland versendet, habe ich beim japanischen Amazon entdeckt – das für 780 Yen. Möglicherweise gib’s die Anleitung auch einzeln hier zum Download, ich habe aber gerade keinen Nerv, alle 3277 Bilder duchzugucken… Wer nur das Gnubbelmuster braucht, findet die Erklärung hier.

Nun aber zur eigentlich Frage: Wie behandle ich geribbeltes Garn? Die Antwort ist einfach: Ich mache nichts damit, ich wickele einfach einen Kullerball.

Ich habe keinen Wollwickler, brauche ich auch nicht, so oft verstricke ich keine Strangwolle. Diese “Wollküchlein” sind nett anzusehen und bestimmt auch praktisch, wirklich notwendig sind sie für mich nicht. Ich stricke Knäuel immer von aussen ab. Damit es nicht kullert, habe ich einen Knäuelhalter. Meistens benutze ich den aber gar nicht (geht bei so einem Ball ohnehin nicht), das Knäuel liegt in der Sofaecke, da entfleucht es selten. Und wenn,dann habe ich wenigstens mal ein bisschen Bewegung :wink: Die Kater finden kullernde Knäuel auch nur spannend, wenn sie Mausgröße nicht überschreiten.

Und den ganzen Tamtam mit Strang wickeln, waschen etc. tue ich mir auch nicht an, wozu auch? Das Garn wird beim Wickeln schon ziemlich glatt und den Rest erledigt meine hohe Fadenspannung beim Stricken, da haben Locken keine Chance :grin:

Passend zum Thema hier noch ein Videofundstück – so geht’s natürlich auch :mrgreen: