DSDSSV – Deutschsprachige Strickdesigner stellen sich v

DSDSSV – Melanie Berg aka Mairlynd

Melanie kennt Ihr vielleicht schon aus dem letzten Adventskalender, für den sie einige Anleitungen gestiftet hat. Ich freue mich sehr, daß sie nun auch bei der Portrait-Serie mitmacht:

Meine erste Erinnerung an Nadeln und Wolle ist, wie ich als Kind Meter um Meter an Luftmaschenschlangen produzierte. Garn hatten wir immer im Haus, da meine Mutter damals noch viel strickte, und ich verbrachte wirklich viel Zeit damit. Doch irgendwann wurde es mir wohl doch zu langweilig, oder vielleicht wusste ich auch nicht mehr, wohin mit all den Häkelschnüren…

Ein paar Jahre später brachte mir meine Mutter bei, wie man rechte und linke Maschen strickt und so fertigte ich einen Schal für einen Freund an. Aus zwanzig verschiedenen Garnstärken und Qualitäten, und natürlich rollte er sich wie verrückt. Ich muss es dem Empfänger wohl hoch anrechnen, dass er das scheußliche Teil tatsächlich getragen hat…

Wiederentdeckt habe ich das Stricken dann erst kurz nachdem meine erste Tochter zu Welt kam. Wie so viele Frauen – irgendwie scheinen kleine Kinder da einen Instinkt in uns zu wecken und wir wollen etwas mit unseren Händen schaffen, behüten, warm und weich einpacken. Jedenfalls stürzte ich mich mit viel Begeisterung und Liebe in dieses neue Hobby und steckte jede freie Sekunde hinein.

Inzwischen haben wir drei kleine Kinder und dementsprechend gering ist die Anzahl meiner freien Sekunden, aber trotzdem versuche ich so viel Zeit wie möglich fürs Stricken und Designen zu erübrigen.

Ich liebe es, eine Idee zu entwickeln – vom ersten Gedanken, der erst noch eine Weile im Kopf hin- und hergeschoben werden muss, von ersten Zeichnungen oder kleinen Musterstückchen, Garn- und Farbwahl bis schließlich richtig angeschlagen werden darf und ein neues Projekt langsam wächst.

So viele Menschen wollen immer wissen, wo die Inspiration dazu herkommt. Von überall! Ich sehe irgendwo eine tolle Farbkombination, oder die Art, wie eine Decke Falten wirft, oder wie ein Gegenstand einen Schatten auf den Boden wirft, und natürlich betrachte ich aufmerksam die Menschen unterwegs. Manches behalte ich im Gedächtnis, und wenn ich eine Idee besonders toll finde, versuche ich sie schnell zu skizzieren.

Vieles verwerfe ich auch wieder, so wie beispielsweise die Idee, 1200m Alpaka Lace in einen I-Cord zu verwandeln, um daraus dann einen Cowl zu stricken. Den hätte ich dann iCowl genannt. Tja, immerhin der Name hatte was :grin: (Anmerkung der Redaktion: 1200 m Lace zu einem I-Cord verarbeiten? :shock: Nach wie vielen Gläsern Rotwein kommt man denn auf so irrsinnige Ideen? :mrgreen:

Manche Anleitungen schreibe ich erst einmal auf, ehe ich stricke, zumindest im Groben, andere widerum notiere ich während des Strickens und ganz selten stricke ich auch erst einmal komplett fertig und notiere dann erst – aber das birgt natürlich die Gefahr, dass man nachher eben doch nicht mehr so haargenau weiß, was man da gemacht hat…

Ich mag einfache Designs – das liegt vermutlich daran, dass ich abends, wenn die drei Kleinen im Bett sind, nicht mehr viel Konzentration übrig habe für komplizierte Charts und tausend Zahlen. Trotzdem soll es nicht langweilig werden: Ein Strickstück mit dem besonderen Pfiff, einem interessanten Detail oder cleverer Konstruktion, dabei aber leicht nachzustricken – das finde ich klasse.

Ich bin verliebt in Tücher und Handstulpen. Ich mag es, wie man langweilige Outfits damit ein bisschen aufpeppen kann und dass man beides zu (fast) jeder Jahreszeit tragen kann. Und ich liebe es, neue Techniken zu lernen und auszuprobieren. Und seien wir mal ehrlich – man lernt wirklich nie aus, oder? Aber mit Ravelry, wo ich sehr aktiv bin, und vielen anderen tollen Seiten im Internet steht einem ja ein wahrer Wissensschatz zur Verfügung, in dem man sich richtig austoben kann.


(Copyright Foto: Carrie Bostick Hoge)

Es ist gar nicht übertrieben, wenn ich sage, dass Ravelry mein Leben ziemlich verändert hat. Ich habe so viele tolle Strickerinnen kennengelernt, quer verteilt über den ganzen Globus, ich habe so viel Neues gelernt, habe mir ein nebenberufliches Standbein aufgebaut und freue mich jeden Tag, dass ich ein Teil von dieser tollen Community sein darf und so viele schöne Projekte und Ideen sehen kann. Es ist schön, dass ich mit meinen Designs ein bisschen dazu beitragen kann!

Danke, liebe Tina, für diese tolle Serie! Ich möchte unbedingt noch ganz viele weitere Portraits deutscher Strickdesigner lesen, also los – traut Euch! :)

Melanies Website: www.mairlynd.de
Bei Ravelry: www.ravelry.com/designers/melanie-berg
Melanies Gruppe bei Ravelry: www.ravelry.com/groups/designs-by-melanie-berg

DSDSSV – Jutta aka Hinterm Stein

Lang, lang ist’s her – die Serie mit deutschsprachigen Designerportraits ist leider mangels Mitwirkung selbiger sanft eingeschlafen…

Aber vor nicht allzu langer Zeit ist bei Ravelry Frau Hinterm Stein aufgetaucht, deren Designs mir sofort ins Auge gestochen sind, denn sie sind genau meins: Schlicht, zeitlos, aber immer mit dem gewissen Etwas. Sowas Feines will ich meinen Lesern natürlich nicht vorenthalten, erst recht nicht, wenn’s auch noch auf deutsch ist.

Also habe ich die liebe Jutta hinterrücks überfallen und sie beschwatzt, sich für ein Portrait zur Verfügung zu stellen.

Was ihre fotografische Darstellung betrifft, so ist die Österreicherin leider etwas scheu. Nur auf einigen Modellfotos -hier der Schlankmacher Pulli- läßt sich ein ungefähres Bild der Designerin erahnen:

Jutta erzählt:

“Nähen und Stricken haben mir schon Freude gemacht, seit ich eine Nadel halten konnte. Meine Mutter war in den frühen 60ern Direktrice in einem Haute Couture Salon und hat sehr viel genäht und ich habe diese Leidenschaft früh übernommen. Handarbeitsunterricht in der Schule war schrecklich fad, weil ich viel zu schnell fertig war und weil man so unnütze Dinge herstellen musste wie Tischläufer mit fünf verschiedenen Stichmustern und Topflappen und so Zeugs. Bäh.

Den größten Teil meiner Oberstufen-Schulzeit habe ich mit Stricknadeln in der Hand verbracht (und dann die Mitschriften meiner Kolleginnen kopiert, ich hatte ja keine Hand frei zum Schreiben). Zur Matura hat unser Klassenvorstand einen Pullover bekommen, den ich mit zwei weiteren Strickbesessenen gemeinsam fabriziert habe…und er hat sich tatsächlich gefreut (oder zumindest so getan).

In dieser Zeit habe ich auch das Schnittzeichnen gelernt und begonnen, eigene Kleider zu entwerfen und zu nähen Die Vogue-Schnitte waren mir damals zu teuer und Burda & Co. haben mir nicht so gut gefallen. Ein Kostüm von Jil Sander konnte ich mir natürlich nicht leisten, und auch heute nicht, aber eines Tages werde ich es mir noch gönnen! Also war die einzige Lösung selber machen. Mein Kleid für den Wiener Opernball 1990 habe ich noch heute”.

Einfach nur wow, oder? Und sie passt sogar noch rein :shock:

Eine Zeitlang habe ich für eine Boutique entworfen und genäht, habe mich aber dann beruflich ganz anders entwickelt und mich auf Sachen für mich selbst beschränkt.

Meist habe ich ganz genau im Kopf, was ich will (oder unbedingt brauche :wink: ) und wie das so ist, bekommt man in den Läden nie das, was man gerade sucht und auch bei den Anleitungen war nicht das Richtige dabei. Und weil ich nur ein ganz kleines bisserl stur bin, habe ich eben fast alle meine gestrickten Sachen selbst entworfen.

Ich mag zeitlose Mode ohne Schnickschnack, die man länger als eine Saison tragen kann. Gedeckte Farben (mit immer mehr Ausnahmen, je älter ich werde), natürliche hochwertige Materialien, klare Linien und einen Hauch von Eleganz, ohne übertrieben gestylt zu wirken – eben „smart casual“.

Und passen muss es!
Es gibt nichts Unattraktiveres als schlecht sitzende Kleidung!
Und mit dem richtigen Schnitt kann man auch die Schwimmreifen ganz gut verstecken (oder zumindest den Blick woandershin lenken).

Der größte Teil meines Lebens spielt sich Hinterm Stein ab, das ist ein altes Haus im Mostviertel, mitten im Nirgendwo. Sehr alt, und als wir es bekommen haben sehr renovierungsbedürftig … und das alles mit meinen Strickhänden…

Frei nach dem Motto „Ich kann nicht, gibt’s nicht“ und „was ich nicht kann, kann ich bei youtube lernen“ haben wir alles selbst gemacht, bis hin zu Wasserleitungen verlegen und einen kompletten Dachausbau.

Ich kann einfach nicht untätig sein! Ein Abend vor dem Fernseher ist eindeutig zu unproduktiv! Wenn ich also meine Hände nicht gerade in der Garten-Erde oder in Spachtelmasse, Farbe, Fliesenkleber oder Beton habe, werden alte Möbel restauriert, Papier, Holz, Leinen oder Seide bemalt, Blumen aus dem Garten arrangiert, genäht … und eben (vor dem Fernseher) gestrickt…

Bisher habe ich fast immer für mich selbst gestrickt, manchmal für meine Mutter, die nur näht und nicht stricken mag, und ganz selten für meinen Mann (zu groß!). Aber mein Kasten ist voll mit Selbstgestricktem, das nur noch darauf wartet, auf Papier gebannt zu werden.
Denn durch Ravelry habe eine neue Leidenschaft entdeckt! Nämlich das Schreiben von Anleitungen.

Neuerdings verwende ich fast nur noch dünne Garne, da mir sonst zu warm wird (in letzter Zeit immer öfter…), und dicke Wolle auch schlecht für die Figur ist … ein Zentimeter Kleidung ist einfach ein Zentimeter mehr Umfang…
Da aber dann das Stricken mit Nadeln Nr. 3 ewig dauert, bin ich dazu übergegangen, dünne Wolle mit dickeren Nadeln zu kombinieren. Bisher sind daraus ein paar sehr ansehnliche Stücke entstanden (z. B.: Motten im Haus? -siehe Foto- und zwei weitere Anleitungen in Arbeit) und ich denke, ich werde diesen Weg noch eine Weile beschreiten, bis ich eine neue Abzweigung in eine interessante Richtung finde.

Meine Freundinnen haben schon oft gemeint, ich sollte die Strickstücke verkaufen, aber erstens sind sie mit Hundehaaren kontaminiert und zweitens habe ich nicht immer gleich viel Zeit (eigentlich nur im Winter) und auch wenig Lust, einen Shop zu führen, Bestellungen zu verschicken oder Aufträge auszuführen.

Nun habe ich vor ein paar Monaten Ravelry entdeckt und das hat mein Leben verändert :grin:
Was für eine Vielfalt!
Da ich gerade Zeit hatte, dachte ich, das probier‘ ich einfach mal aus … und siehe da: meine Designs scheinen doch erstaunlich gut anzukommen.

Favorit der “Redaktion” ist der Sea-breeze Cardigan:

Ich habe noch so viele Ideen im Kopf!
Dafür bräuchte ich wohl zwei Leben (oder jemanden, der die Tabellen für mich ausrechnet und die Anleitungen schreibt… dies ist ein Aufruf :wink: !)

So ganz ohne Erfahrung brauche ich noch wahnwitzig viel Zeit für das Schreiben einer Anleitung … ungefähr genauso lang wie für das Stricken eines ganzen Pullovers mit 3er Nadeln, manchmal sogar noch länger … lese gefühlte 737 Mal Korrektur … obwohl ich liebe Helferinnen bei Ravelry gefunden habe, die meine Patterns gegenlesen oder auch probestricken … finde jedes Mal noch einen Fehler … verzweifle … rechne mir aus, dass ich etwa 30 Cent pro Stunde „verdiene“ … verzweifle noch mehr … will alles hinschmeißen … und dann geschieht ein Wunder … kauft doch tatsächlich jemand eine Anleitung von mir … Hurra! Hurra! … neue Motivation! ….

Hier kann man ein wenig erahnen, wieviel Arbeit in so einer Anleitung steckt:

Die Anleitungen für alle Designs von Hinterm Stein sind via Ravelry erhältlich (funktioniert auch problemlos für Nicht-Mitglieder) – ich bin gespannt auf die schönen Sachen, die da noch folgen werden!

Designerportrait: Jutta Bücker

Heute möchte ich Euch Jutta Bücker mit ihrer Firma JB Strickdesign vorstellen, die fast schon in meiner Nachbarschaft, nämlich in Bargteheide lebt:

Jutta ist mit Leib und Seele Strickdesignerin und das schon seit 23 Jahren. Ihr Werdegang ist nahezu klassisch: Abitur, Modeschule, Schneiderlehre, einige Jahre als Modellnäherin in einer großen Münchener Modefirma.

Der Weg in die Selbständigkeit bekann mit ein paar Kinderjacken:
“1985 arbeitete ich für einige Zeit in der Kinderabteilung eines der exklusivsten Geschäfte Münchens. Einige Wochen vor Beginn des legendären Oktoberfestes fragte mich die Abteilungsleiterin, ob ich Lust hätte ein paar Kinderteile zu stricken? Diese fünf Kinderjacken waren innerhalb weniger Tage verkauft (übrigens für mehr als 500,-DM/ Teil). Für alle Kolleginnen strickte ich fortan Trachtiges und Nichttrachtiges (dabei bin ich überhaupt kein bayrisches Madl) ohne Ende… Da reifte die Idee, mich irgendwann selbständig zu machen. Nachdem mein Mann sein Studium beendet hatte, machte ich mit der Unterstützung eines befreundeten Unternehmensberaters meinen Traum wahr. Seitdem habe ich alle Höhen und Tiefen diese Berufs erlebt und durchlebt”.

Das Stricken hat Jutta als Teenager gelernt:
“Meine große Schwester hat mir das Stricken beigebracht, nachdem sie es leid war, dass ich ständig heimlich (herausgefunden hat sie es eben doch irgendwann!) ihre Pullover trug. Da war ich 13. Von dem Tag an war mein Schicksal stricktechnisch besiegelt – ich hörte nie wieder damit auf. Stricken, Sticken, Nähen, Basteln – das war meine Welt, meiner Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Heute fasse ich keine Nähmaschine mehr an, fürs Sticken und Basteln fehlt mir die Geduld, aber das Stricken ist nach wie vor meine Leidenschaft- dazwischen liegen aber auch mehr als 40 Jahre!!! Bin ich wirklich schon sooo alt?”

Über Ihre Designs schreibt Jutta:
“Ich habe im Laufe der Jahre meine ganz eigene Philosophie entwickelt und ich denke auch umgesetzt: Einfache Modelle, was Schnitt und Strickmuster betrifft (da finden mich vermutlich eine Reihe Leute fürchterlich langweilig), aber immer mit dem ganz besonderen Etwas (neudeutsch auch “eyecatcher” genannt). Sei es der Knopf (ich entwerfe auch gern mal ein Teil um den Knopf herum), ein Band, zwei unterschiedliche Ärmel, ein Kontrast-Anschlag, eine Strickblüte, eine Perle….
Ich will mich nicht den Modetrends (natürlich nehme ich den ein oder anderen auf, wenn er mir gefällt) unterwerfen, weil ich denke, dass Stricken keine Sache für eine Saison ist. Und ich achte darauf, für möglichst viele tragbare Modelle zu entwerfen, auch für die nicht absolut perfekte Figur (wer hat die schon?!). Bei meinen Designs denke ich ebenso an Frauen in meinem Alter: Viele von ihnen können stricken, legen Wert auf gutes Material und wollen nicht das Einerlei der Konfektion tragen. Darum fotografiere ich meine Modelle gern sowohl an jungen Frauen als auch an Frauen meines Alters.

Jutta Bücker hat im Laufe der Jahre für fast alle deutschen Wollfirmen gearbeitet: Lana Grossa, Schachenmayr, Austermann, Schöller + Stahl, OnLine und Atelier Zitron. Das waren vorwiegend Kinder- und Babysachen und 2007 erschien im Christophorus-Verlag auch ein Buch von ihr: “Stricken fürs Baby“. Jutta hierzu: “Das passiert einem nicht einfach so. Ich musste dafür richtig “Klinken putzen gehen”, was meinem Naturell so gar nicht entspricht….”

Seit einigen Jahren arbeitet sie sehr viel für Atelier Zitron – wie sie sagt “ein echter Glückstreffer für mich, weil Herr Zitron mir immer alle Freiheiten gelassen hat bei dem, was ich machen wollte. Und das ist nach meinen Erfahrungen nicht üblich in der Branche. Mir aber hat es Spielraum gegeben mich zu entwickeln – dafür bin ich sehr dankbar. Nun mache ich mehr Damensachen als Kinderstrick”.

Mittlerweile hat Jutta auch das Internet für sich entdeckt :wink: :
Irgendwann im vergangenen Jahr wurde mir klar (lange genug hat’s gedauert!), daß ich das Internet nicht außer acht lassen darf. Eigene Website, Ravelry… schauen, was da so los ist. Ich konnte es echt nicht glauben!! Für mich hieß stricken immer: Wollgeschäft, Hefte durchstöbern, Wolle fühlen und kaufen, stricken… Ich bin ja wohl von vorvorgestern gewesen! Aber zwischenzeitlich habe ich eine Menge Bilder ins Netz gestellt, bereits einige Anleitungen zum Verkauf angeboten und sogar verkauft, habe mich mit einem Modell bei der “Knitty” beworben und – es ist drin! Wer hätte das gedacht? Es erscheint in der “Deep Fall Issue” und heißt “Friendly Grey”. (Anmerkung der Redaktion: Cool! Darauf bin ich sehr gespannt!)

Seit dem vergangenen Jahr geht sie auch auf Messen und verkauft Anleitungen in Verbindung mit der passenden Wolle:
“Mein Sohn war für seine Ausbildung weggezogen und ich hatte die Nase voll, immer nur die Wände anzustarren und vor mich hin zu nadeln. Ich musste sehen und hören, was da draußen passiert. Und es hat mir riesigen Spaß gemacht mit meinen “Kundinnen” zu reden. Ich konnte vielen Mut machen und sie darin bestärken es mit dem Stricken mal wieder zu versuchen. Dabei propagiere ich stets meine ureigene Devise: Handgestrickt muss nicht perfekt aussehen – man darf es sehen! Nebenbei bemerkt: Ich bin in keiner Weise eine perfekte Strickerin. Dazu stehe ich 100%ig. Hey, dann muss ich mir die Mühe nicht machen, dann kaufe ich mir das Zeug von der Stange!! Ich freue mich mehr, wenn mir jemand sagt: “Das ist ja eine tolle Idee” als wenn man mir sagt: “Das ist perfekt gestrickt, sieht aus wie mit der Maschine gemacht”.

Jutta ist vom 26.-28. August 2011 wieder auf der Kreativ Hamburg und Anfang Oktober in Lübeck auf der Schnipp -Schnapp dabei und würde sich sehr freuen, den einen oder anderen Tichiro-Leser persönlich kennenzulernen. (Anmerkung der Redaktion: Frau Tichiro wird auf jeden Fall in Hamburg vorbeischauen :grin: ).

Einen Teil der abgebildeten Modelle findet Ihr im Heft “Atelier Zitron Nr. 4“(reingucken hier)

Bei Ravelry gibt es ebenfalls diverse Anleitungen von Jutta als Kauf-Download (funktioniert auch ohne Ravelry-Mitgliedschaft). Und wenn Euer Traum-Modell nirgends zu finden ist, könnt Ihr Euch vertrauensvoll an Jutta wenden.

Mein JB-Lieblingsmodell ist übrigens ganz klar das hier:

Designerportrait: Claudia Pacheco

Claudia Pacheco habe ich Ende 2009 via Email kennengelernt, da hatte sie sich gerade mit ihrer Firma Lanamania selbständig gemacht und gleich ein großzügiges Wollpaket für die Advents-Tombola gestiftet. Seitdem ist sie regelmäßige Tichiro-Sponsorin. Letztes Jahr habe ich sie auf der Messe in Köln persönlich kennengelernt und festgestellt, daß sie “live” genauso nett ist wie per Mail :grin: .

Claudia schreibt:
“Nach vielen Jahren in der Marktforschung und Unternehmensberatung habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um meiner großen Faszination Mode, verbunden mit meinem Hobby Handarbeiten nachzugehen und habe gemeinsam mit meinem neuseeländischen Mann unser eigenes Unternehmen gegründet. Abendkurse im Modedesign sowie in der Schnittkonstruktion haben dem Ganzen noch eine theoretische Grundlage gegeben. Heute kümmere ich mich bei Lanamania um das Design und das Marketing”.

Claudia, ist der attraktive Bursche, der Dich da in den Arm nimmt, Dein Mann?

Claudia ist 1962 geboren und hat noch in der Schule Stricken und Häkeln gelernt. Geholfen haben ihr dabei auch ihre Oma und ihre Mutter. Sie erzählt: “Als Studentin und natürlich in den 80ern habe ich sehr viel gestrickt, aber damals schon vieles von den Vorgaben abgeändert und nach meinen Vorstellungen verändert. Genäht, gebatikt und gefärbt, mit vielen Versuchen und auch Fehlern… aber aus Fehlern lernt man ja…
Meine vielen Reisen in andere Kulturkreise haben mich immer mit den verschiedensten Fasern, Farben und Mustern inspiriert, ob das in der ehemaligen Sowjetunion die leichten Laceschals, in Kolumbien das Alpaka oder in Indien die Seidensaris waren”. (Anmerkung der “Redaktion”: Dann war Dein Mann ein Souvenir? :mrgreen: )

Mittlerweile sind Designs von Claudia Pacheco auch regelmäßig in der Verena zu finden.

Ondine aus Herbst 2010:

Ein Teenie-Modell aus der Verena Winter 2010:

Aus der Verena Frühling 2011 Modell 1 – Dscheret:

Und in der aktuellen Sommer-Verena das Modell Mexico:

Über ihre Modelle sagt Claudia: “Ich versuche, einfache Sachen mit einem gewissen Etwas zu kreieren, die durch Farbe und Faser wirken. Manchmal muss ich meine Lust auf komplizierte Designs ein bisschen eingrenzen :wink: “.

Der Zackenschal erschien in der Anna vom Oktober 2010, die Anleitung gibt es auch als kostenlosen Download:

Ihre erste vollständige Kollektion zu einem neuen Garn ist gerade in Druck und in Kürze über Zealana-Händler, Lanamania selbst und auch den Buchhandel zu beziehen. Wer möchte, kann die deutsche Ausgabe hier schon vorbestellen.

Ein paar Modelle aus dem Buch:

Das verwendete Garn “Heron” (80% Merino, 20% Possum) habe ich auf der H + H schon besabbert, das ist sooo kuschelig – und geheathert *lechz*:

Alle weiteren Modelle aus dem Buch gibt es hier zu sehen.

Weitere Designs und Anleitungen (teilweise kostenlos) gibt es auf der Seite von Lanamania.

Und hier Claudias Modelle “in action”:

Wir dürfen auf mehr von Claudia Pacheco gespannt sein, sie sagt, sie habe noch viel vor und noch so viele Ideen…

Wer mit Claudia Kontakt aufnehmen möchte, kann das hier tun. Bei Ravelry findet man sie als “Lanamania“.

Designerportrait: Beate Zäch

Wenn man zu Beate sagt “Du spinnst!”, dann ist sie nicht einmal beleidigt, denn das ist die simple Feststellung einer Tatsache :wink: Außerdem färbt, näht, filzt und malt sie – letzteres am liebsten ganz groß. Aber vor allem ist die 51-jährige Widderfrau Strickerin, meist mit der Hand, gelegentlich auch mit der Maschine, am liebsten mit Nadelstärken zwischen 2 und 4 mm. Da sie gerne glatt rechts strickt, was ihr aber in einer Farbe zu langweilig ist, bevorzugt sie Jacquardmuster, neudeutsch auch (häufig fälschlicherweise) Fair Isle genannt.

Beate schreibt:
“Bei Jacquardpullis stricke ich oft alles in Runden am Stück und schneide mir den Pullipanneaux dann hinterher zurecht. Nur bei extrem teurem Garn mache ich mir die Mühe, für die Armausschnitte oder Halsausschnitte eine Form mit Steeks zu stricken. Bei halbwegs vertretbarem Garnpreis stricke ich geradeaus hoch, lege Hals- und Armausschnitte mit einer Nähmaschinennaht fest und schneide weg, was überflüssig ist. Deshalb eignen sich meine Pullientwürfe auch meistens nicht dafür, eine Anleitung dafür zu schreiben und deshalb gibt es momentan nur Sockenanleitungen. Eine Pullianleitung wird es allerdings geben – ich arbeite gerade an einem Rosenpulli. (Anmerkung der Redaktion: Boah, wird der schön!) Da habe ich zu wenig Garn eingekauft, um viel wegschneiden zu können.”

Hier eins von Beates populärsten Designs – die Lizard Socks, zu deutsch Eidechsensocken. Die Anleitung kann man bei Ravelry kaufen:

Und wer Warmblüter lieber mag, kann die Katzensocken nacharbeiten:

Oder lieber was Grafisches?

Nein, das ist nicht gekauft :wink: Sowas macht Beate auf der Strickmaschine:

Über ihren Werdegang erzählt die Designerin:
“Als Kind eines Handwerkerehepaars (Mutter Näherin, Vater Schreiner) habe ich schon im Kindesalter begonnen, aus Holz oder Stoff irgendwelche Werkstücke zu fertigen. In der Schule hat mir allerdings der Handarbeitsunterricht und der Kunstunterricht überhaupt keinen Spaß gemacht. Es war alles so streng vorgezeigt und eigene Kreativität wurde nicht zugelassen. So habe ich erst lange nach der Schulzeit wieder zur kreativen Tätigkeit gefunden.
Das erste Feld in dem ich mich austobte, war die Keramik. So ging ich jahrelang in eine freie Töpfergruppe.Neben der Keramik hatte ich die Seidenmalerei angefangen. Für die Seidenmalerei wollte ich gerne eigene Zeichnungen haben und kam so zur Malerei. Ich male immer noch ab und zu, aber eine Halswirbelarthrose vergällt mir das Malen von großen Bildern. Meine Bilder findet man hier.
2006 habe ich dann wieder angefangen, mich mit Wolle zu beschäftigen. Zuerst nach Strickanleitungen. Aber immer öfter auch nach eigenen Ideen. Mein Sohn meinte: ‘Das dauert ja eeeeewig, so einen Pulli zu stricken. Ist das wenigstens billiger als ein fertig gekaufter?’ Hmh… da muss ich zugeben: Nein, das ist teurer als ein fertig gekaufter. Ich habe eine Vorliebe für gute Garne”.

Ist das nicht knuffig? Es heißt einfach Mäh:

Beate, diese Bilder musste ich mir einfach noch bei Ravelry klauen – ich finde die sooo cool :grin: :

Hier nochmal alle Kontaktlinks auf einen Blick: Beates Website, Ravelry-Profil und Dawanda-Shop.

Designerportrait: Heike Burkert

Heute möchte ich Euch die Designerin Heike Burkert vorstellen, die sich auf Socken spezialisiert hat. Allerdings keine gewöhnliche Fußbekleidung, sondern Socken der ganz besonderen Art. Hier z.B. das Modell “rose garden” zu dem Heike schreibt: “Englische Rosen, ihre Farben und Formen finde ich faszinierend. Durch geheime Gärten zu streifen und verschlungene Wege zu entdecken – hier ist noch viel in Arbeit”.

Heike ist 46 Jahre alt, hat zwei erwachsene Kinder, lebt in Rostock und strickt seit ihrem 13. Lebensjahr. Sie schreibt: “Ich weiß gar nicht, wie es sich anfühlt, nicht zu stricken. Wenn ich das ein paar Tage mal nicht tun kann, fehlt mir was. Ohne Strickzeug fahre ich nirgendwo hin. Am Stricken fasziniert mich vieles: die Wolle (ich bin ein totaler Schaf-Fan!), das Gestrick, das entsteht, die Bewegung der Hände, das Zusammenfinden von Fäden, Mustern und Farben, das Entwickeln von Ideen und das Gefühl, etwas selbst getan zu haben, nur mit den Händen, ohne Technik und Maschinen. Für mich ist Stricken Tiefenentspannung. Andere alte Handarbeitstechniken finde ich auch spannend: ich kann auch klöppeln und spinnen. Aber stricken tue ich am liebsten”.

Heike strickt eigentlich alles, aber ihre große Liebe gilt den Socken. Das Sockenstricken hat sie als Kind von ihrer Oma gelernt: “Als ich sie bat, es mir beizubringen, konnte sie das überhaupt nicht verstehen: Sie war mit drei kleinen Kindern während des Krieges aus Ostpreußen geflüchtet und hatte schwierige Zeiten durchgestanden – Socken zu stricken war für sie immer nur eine freudlose Notwendigkeit gewesen. Mich hat es von Anfang an begeistert. Ich finde, für jemanden ein Paar Socken zu stricken, ist etwas sehr persönliches. Socken umschmeicheln und wärmen Füße und Seele wie eine zweite Haut. Sie sind schnell gestrickt und bieten viele technische Möglichkeiten.
Am Sockenstricken mag ich auch, dass vorwiegend dünnes Garn verwendet wird. Ich bin ein großer Freund von dünnen Fäden und Gestricken, die fein sind, aber trotzdem wärmen. Ich kann gar nicht verstehen, warum der deutsche Markt vorrangig diese riesig dicken Garne herstellt – wer sieht z.B. mit Pullovern aus solcher Wolle schon wirklich gut aus? Mich stört es gar nicht, ein feines Sockengarn mit Nadelstärke 2 – 2,5 zu verstricken”.

Heike nennt ihre kleine Manufaktur für handgestrickte Designersocken “Speaking Socks“: “Irgendwann brauchte das Kind einen Namen und so entstand „speaking socks“. Auf einer Ausstellung hat mich mal ein recht mürrischer älterer Herr gefragt, warum denn immer alles so verenglischt sein muss. Aber ich weiß nicht, ob sich ein Label mit dem Namen „sprechende Socken“ so gut machen würde. Den englischen Begriff fand ich eingehender und passen und sicher auch für diejenigen erfassbar, die im englischen nicht so sehr gut sind”.

“Die Idee, mehr als nur Wolle oder ein einfaches Muster für eine Socke zu verwenden, kam mir, als meine Tochter auf ein Internat weit weg von zu Hause ging – natürlich sollte sie wärmende Seelensocken mitbekommen. Die Socken sollten ihr Symbol sein für Wohlfühlen und Umsorgtsein und Heimat in der Ferne. Also „schrieb“ ich den Namen unserer Stadt auf die Strümpfe und strickte Bilder, die mir dazu einfielen.
So entwickelte sich der „Kunstraum Socke“. Ich fand mehr und mehr Spaß daran, den freien Platz auf den Socken für meine künstlerischen Ideen zu verwenden (denn schließlich ist die Zeit der Bilderpullover Gott sei dank lange vorbei). Inzwischen bringe ich alles auf Strümpfe, was mich bewegt, inspiriert und interessiert: Bilder, die ich sehe, Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, Menschen, die mir begegnen oder fremde Orte. Andere Menschen sehen vielleicht nur ein Bild – ich sehe Socken.
Das Umsetzen der Bilder ist stricktechnisch manchmal gar nicht so einfach. Meist stricke ich die Flächen in der Intarsientechnik ein, die sich in der Runde zwar nicht wirklich technisch schwierig strickt, aber einen Perfektionisten wie mich vom Strickbild her immer noch nicht so ganz befriedigt. Da kniffle ich noch an einer Verbesserung. Leider kann man sich nur mit wenigen darüber austauschen, weil nach meiner Erfahrung vor allem in Deutschland die Technik des Intarsienstrickens in der Runde relativ wenig bekannt ist – jedenfalls findet man entsprechende Hinweise in der Literatur vorwiegend auf dem englischen und amerikanischen Markt. Wenn sich vielleicht auf diesem Weg jemand findet, der mit mir darüber fachsimpeln kann, wäre das toll!”

“Meist verwende ich Sockengarn von Regia/Coats, denn es bietet zumindest auf dem unkompliziert erreichbaren Markt die größte Farbpalette. Natürlich verwende ich auch die anderen bekannten Sockengarne der üblichen Hersteller. Aber es ist gar nicht so einfach, passende Farben für meine Vorstellungen zu finden. Oft fehlen vor allem Zwischentöne und Farbnuancen. Es gibt ohne Frage tausende von Multicolor-Versionen, die auch für einfache Socken wunderbar sind. Aber ich brauche die Farben eben meist einzeln – so schnipple und wickle ich mir auch aus den Colorgarnen einzelne Farbtöne heraus. Wichtig ist immer hochwertige Sockengarnqualität, also die Mischung von (bester) Schurwolle (75 %) und Polyamid (25 %). Das Polyamid ist zwar keine natürliche Faser, aber wichtig. Nimmt man eine Mischung ohne Polyamid, scheuert das Garn aufgrund der Beanspruchung sehr schnell durch – und wer möchte das schon bei einem teuren Unikat bzw. wer möchte schon den freudlosen Sockenstrickerwiederherstellungszustand meiner Oma… Inzwischen gibt es ja auch wunderschöne Mischungen mit Seide und Kaschmir; aus Australien bekam ich mal eine reine Kaschmir/Polyamid-Mischung – himmlisch für die Füße”.

Alle Socken von Heike sind Unikate, d.h. in der Regel fertigt die Designerin sie nur einmal an. Konkrete Aufträge werden meist so an sie herangetragen, dass ihr jemand vom Anlass oder der Person oder deren Themen erzählt und fragt, ob sie nicht „irgendwas“ dazu machen könne. Hier zum Beispiel ein Auftrag zum Geburtstag einer Gartenliebhaberin:

Diese Socken gehören zur Farbrausch”-Serie – die Idee hierzu kam durch das handgefärbte australische Merinogarn namens “bloody mary”. So entstanden die blutigen Herzgedanken:

“Meine Designs habe ich schon mehrfach ausgestellt, u.a. in der Rostocker Kunstnacht. Ich habe auch schon an Messen teilgenommen. Dabei ist es mir aber wichtig, gut auszuwählen, denn ich begreife meine Socken schon als Kunsthandwerk und nicht nur als bloße Handarbeit. Ich habe gemeinsam mit Sabine Bucko am letzten Strickfestival auf Fanø in Dänemark teilgenommen und dort auch Christel Seyfarth und Vivian Hoxbrø kennengelernt. Die dänische Fachzeitschrift „gavstrik“ hat in Auswertung des Festivals über mich und meine Socken berichtet. Ich leite hier in Rostock einen Kurs zum Sockenstricken an der Volkshochschule, der sehr gut angenommen wird; biete aber auch private Wochenendkurse an”.

“Ich möchte gern noch mehr veröffentlichen – meine Entwurfsliste ist riesenlang und eigentlich bräuchte ich Hände, die mir beim Stricken helfen. Ich habe Ideen für ein Buchprojekt und für Anleitungen und würde sehr gern auch noch mehr mit interessierten Stricker/Innen direkt in Workshops o.ä. arbeiten, denn das macht mir immer ganz besonders viel Spaß”.

Wer mit Heike Kontakt aufnehmen, kann dies über das Kontaktformular auf ihrer Seite tun.

Designerportrait: Ursula und Melanie Marxer

Darüber, daß diese beiden Damen sich für ein Designerportrait zur Verfügung gestellt haben, freue ich mich besonders, denn sie sind ein ganz typischer Fall für die deutsche Strickdesign-Szene: Kaum eine Strickerin kennt ihre Namen, dabei haben wir schon unzählige Modelle von ihnen gesehen und vielleicht auch schon nachgestrickt. Mir sind die beiden erst geläufig, seit die Verena die Designernamen dazu schreibt.

Dabei habe ich von Ursula Marxer doch sogar schon mal ein Modell nachgestrickt:

Daß die beiden Marxers Mutter und Tochter sind, kann man unschwer erkennen, oder?
Überhaupt scheint sich die Liebe zum Stricken und das Talent zum Designen sehr häufig auf die nächste Generation zu übertragen, wie z.B. auch bei Elizabeth Zimmermann und Meg Swansen, Marianne und Helga Isager oder Alice und Jade Starmore. Vermutlich wird das Lanatoin (Verena-Leser wissen Bescheid :wink: ) schon mit der Muttermilch aufgenommen…

Ursula Marxer, Jahrgang 1958, entdeckte schon früh ihre Liebe zu Mode und Handarbeit. Nach einem Studienabschluss als Diplom-Textilingenieurin in Kaiserslautern im Jahr 1979 arbeitete sie einige Jahre als Redakteurin im Sonnenverlag für die Strickzeitung „Ingrid“. Dort lernte sie von der Pike auf sehr viel über Strickmode und orientierte sich von nun an beruflich in den kreativen Bereich. Stricken ist ein wichtiger Teil ihres Lebens und sie hält ständig Ausschau nach neuen Anregungen und Ideen. 1982 machte sie sich schließlich selbständig und entwickelt seither regelmäßig Modelle für Zeitschriften, Verlage und Garnhersteller, wie Sabrina, Lena, Häkeltrends, Verena, Anna, ONline, Lana Grossa und Schachenmayr/Coats.

Das Titelmodell der aktuellen Verena wurde von Ursula Marxer entworfen:

Marxer’sche Designs sind auch auf den Titeln anderer Publikationen häufiger zu finden:

Melanie Marxer, Jahrgang 1981, beschäftigte sich schon früh intensiv mit dem Thema Mode. So modifizierte sie gerne ihre Kleidung oder fertigte sie gleich selbst an. Später machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf und erwarb 2008 einen Abschluss als Diplom-Design-Ingenieurin für Mode in Mönchengladbach. Heute arbeitet sie im Strickdesign-Büro ihrer Mutter und ist seitdem selbst heftig mit dem Strick-Virus infiziert. Auch privat trifft man sie selten ohne Nadel und Garn in der Hand an.

Beide Designerinnen wohnen und arbeiten in Mutterstadt, nähe Mannheim, und designen eigentlich alles, was gewünscht wird: Pullover, Jacken, Kleider, Röcke, Taschen und vieles mehr. Auch schwerpunktmäßig sind sie extrem vielseitig: Ob Jacquard, Zöpfe, Double-Face, Lace, Filz, Gabelhäkelei – was der Kunde wünscht, bekommt er auch.

Leider weiß ich bei den abgebildeten Modellen nicht, welches jetzt von der Mutter und welches von der Tochter ist. Ihr könnt ja mal raten und vielleicht klären uns die Damen dann noch auf :cool:

Dieses Top ist aus der Sabrina Mai 2011:

Und diese schöne Jacke kann man in Schachenmayr Impulse 604 finden:

Noch zwei Modelle für Schachenmayr aus dem Heft Inspiration Nr. 129 – Jacke mit passendem Schal:

Diese süße Kleid ist aus der ONLine Stricktrends Frühjahr/Sommer 2009:

Häkeln können die beiden natürlich auch – hier das Titelmodell aus ONLine Stricktrends Frühjahr/Sommer 2007:

Zusammen mit dem Frech-Verlag und Schachenmayr/Rowan haben Ursula und Melanie Marxer kürzlich ihr erstes Buch auf den Markt gebracht – Magisch-Mystisch: Stricken im Vampir-Stil:

In zwei Wochen folgt dann gleich der nächste Streich: Trachtenträume stricken: Elegante und klassische Modelle für die ganze Familie

Da die beiden Designerinnen in der Branche bekannt wie bunte Hunde sind :grin: , erübrigt sich die Angabe von Kontaktdaten. Wer mit den beiden Kontakt aufnehmen möchte, kann sich aber gerne an mich wenden, ich leite das dann weiter.