DSDSSV – Deutschsprachige Strickdesigner stellen sich v

Designerportrait: Gesine Hälmer

Heute möchte ich Euch eine bisher noch völlig unbekannte Designerin vorstellen – Gesine Hälmer aus Schleswig-Holstein hat bisher noch nichts veröffentlicht, aber das muß ja nicht so bleiben :wink:

Mit dem Häkeln hat die heute 45-jährige schon in sehr jungen Jahren begonnen. Schon mit 5 Jahren war sie rein projektorientiert, es musste etwas “Nützliches” unter ihren Händen entstehen. Und so bekam ihr Teddy einen Pullunder und die anderen Stofftiere kleine Kuscheldecken. Für ihre Freundinnen und für sich häkelte sie Oberteile mit Neckholder nach eigenem Entwurf. Etwas später erlernte sie auch das Stricken und strickte sich gleich einen Pullunder.

Ihre Vorliebe für Pullunder hat sich bis heute gehalten :grin: :

Zu ihrem weiteren Werdegang erzählt Gesine: “Mit Beginn von Ausbildung und Beruf entstanden zeitweise große Pausen, aber seit ca. zwei Jahren habe ich ständig ein Strickstück in Arbeit. Dabei entferne ich mich immer weiter von fertigen Anleitungen. Entweder werden sie noch abgeändert, oder aber ich überlege mir, wie ich mir die gerade neugekaufte Wolle am besten verstrickt vorstellen kann. Tagelang werden die Musterbücher durchgesehen und Maschenmuster gestrickt”.

Inzwischen sind diverse selbst entworfene Kleidungsstücke entstanden, die von Familie und Freundinnen gelobt werden, aber bisher hat Gesine diese noch nirgends veröffentlicht. Ihr seid also live bei den ersten Schritten einer neuen Designerin in die Öffentlichkeit dabei :grin:

Ihre Designs hat sie bisher aus den Garnen von Lana Grossa, Debbie Bliss, Zitron, Isager, Mirasol K’acha und Noro gearbeitet.

Ganz typisch für Gesines Designs scheint mir dieser Bändselverschluß zu sein (Gesine, magst Du keine Knöpfe annähen? Reich mir die Flosse, Genosse :mrgreen: ):

Mein persönlicher Favorit ist dieses Top – ich mag besonders die interessante Verwendung von verkürzten Reihen im unteren Bereich:

Gefallen Euch Gesines Modelle? Dann quengelt mal ordentlich rum, damit sie dafür auch Anleitungen schreibt :wink:
Wer mit Gesine Kontakt aufnehmen möchte, schreibt an gesine(punkt)haelmer(at)foni(punkt)net.

Designerportrait: Anja Belle aka Kalinumba

Ich dachte ja immer, Anja Belle sei nur eine Art “Künstlername” – aber nein, sie heißt wirklich so und ich finde der Name passt ausgezeichnet zu ihr, oder? :wink:

Aber viel besser bekannt ist Anja natürlich als “Kalinumba“. Die zierliche 39-jährige ist -wie sie sagt- “Hessin aus tiefster Überzeugung” und Mutter von zwei Söhnen im Grundschulalter. Einer davon ist auch ihr Namensgeber. Als er nämlich im zarten Alter von drei Jahren zum ersten Mal ganz alleine die “ganz große Rutsche” runtergerutscht ist, war er so stolz und glücklich, daß er irgendetwas in der Art wie “karamba!” oder hurra!” rufen wollte. Vor lauter Aufregung wurde dann “Kalinumba!” daraus und Mama hatte fortan einen neuen Internetnamen :grin:

Anja schreibt: Angefangen habe ich 2008 mit reinem Tücherdesign; aber eigentlich eher aus dem Grund, weil ich mich in die Technik des Lacestrickens verbissen hatte und ein Tuch da ein ideales Übungsfeld bietet: Es ist einigermaßen schnell fertig, braucht nur ein Teil und muß keine Passform oder Konfektionsgröße haben. Das Ergebnis ist groß, schön und hat oft einen „Wow-Faktor“. (die Blogautorin nickt zustimmend)

“Ursprünglich habe ich Fotografin gelernt; eine Ausbildung, die ich 1995 mit der Meisterprüfung abgeschlossen habe. Mit der Geburt meiner beiden Söhne habe ich meinen Beruf als Fotografin an den Nagel gehängt, um daraus ein Hobby zu machen. Mich hat die Verbindung von Handwerk und kreativen Schaffensprozessen immer sehr fasziniert. Trotzdem sehe ich mich nicht als Designer (die Blogautorin wirft ein: Wir schon :grin: ) oder Künstler, sondern eher als eine, die mit ihrem handwerklichem Wissen spielt, ganz nach dem Motto: „geht nicht: Gibt’s nicht. Gibt nur: Geht schwer.“. Mich reizt es, Grenzen kennen zu lernen, zu erkunden und notfalls zu überwinden. Um Grenzen zu überwinden oder zu „dehnen“ ist Grundlagenwissen für mich sehr wichtig. Erst, wenn man eine Regel kennt und versteht, kann man sie brechen. So komme ich im Jahr auf unzählige Probeläppchen, aber kaum auf 2 paar Socken für mich oder meine Familie (die Blogautorin schnalzt in gespielter Mißbilligung mit der Zunge und schüttelt den Kopf :wink: ). Ich stricke mehr, um zu verstehen, als um etwas zu produzieren.
Die Kinder wurden größer, ich hatte plötzlich Zeit und suchte mir ein neues Handwerk, in dem ich mir Techniken aneignen konnte. Ich lerne gerne und genieße es geradezu, etwas Neues auszuprobieren. Dabei faszinieren mich eigentlich eher die Techniken und die Formeln, die es dabei zu entdecken gilt, als die Form des Endproduktes – ich bin also kein reiner Tücher-, Socken- oder Oberteiledesigner”.

Viele werden Kalinumba von den Mystery KALs, die sie veranstaltet hat, kennen: die Reise nach Afrika 2008, der Da Vinci KAL und „Murdered by Lace“ 2009, letztendlich „Wings of Horus“ 2010 (siehe Foto oben).

Für mich sind der absolute Hammer aber immer noch diese super-sexy Strümpfe – noch 10 kg weniger (und ganz viel Anti-Cellulite-Creme mehr :mrgreen: ), dann würde ich mir die glatt stricken:

Im Augenblick beschäftigt sich Anja intensiv mit dem Double Face-Stricken: “Für mich ist diese Technik geradezu elektrisierend und die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Da Doubleface sich nicht rollt und man keine Rückseite sieht, ist das im Moment meine Idealvorstellung eines Strickstückes“.

Was ich nur mit der Kamera eingefangen kriege, schafft die 3-fach bekatzte (unbedingt lesen, ich hab’ so gelacht) Dosenöffnerin mit Stricknadeln – Bright Eyes in Vollendung:

Ihrer neuesten Leidenschaft hat Anja dann auch ihr erstes Buch gewidmet und sich damit gleichzeitig einen persönlichen Traum erfüllt:

Es erscheint am 8. September und ist bereits bei Amazon vorbestellbar. In Anjas Blog gibt es viel Interessantes zur Entstehungsgeschichte des Buches zu lesen.

Bei Ravelry kennt man Anja als Kalinumba (was auch sonst… :cool: ) und ihr Shop mit allen Anleitungen ist hier zu finden.

Designerportrait: Birgit Freyer

Wer kennt sie nicht? Birgit Freyer ist sicherlich eine der bekanntesten Designerinnen der deutschen Internet-Strickszene. Seit 2005 versorgt sie mit ihrem Shop “Die Woll-Lust” eine stets wachsende Fangemeinde mit immer neuen fantasievollen Lace-Kreationen und den dazu passenden Garnen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Tüchern in verschiedenen Formen: Rechteck, Dreieck, Bananenform, Ecktücher und auch mal asymmetrisch – alles ist möglich.

Aber die gelernte Bauzeichnerin und studierte Grafik-Designerin kann natürlich auch Oberteile: :wink:

Zu ihrem Werdegang schreibt die 48-jährige:

“Als Kind mochte ich Handarbeiten gar nicht so gerne. Erst als Jugendliche habe ich viele Handarbeitstechniken gelernt: Stricken, Häkeln, Klöppeln, Weben, Spinnen und Färben mit Farben aus der Natur. Nur das Stricken hat mich viele Jahre begleitet. Schon damals konnte oder mochte ich nicht so gerne nach Anleitungen stricken und habe eigene Pullis und Jacken entworfen. Mitte der 80er Jahre habe ich, wie viele Frauen in meinem Umfeld, die Stricknadeln fallengelassen. In der Zeit habe ich mich mit Studium und digitaler Mediengestaltung beschäftigt. Erst um 2000 habe ich das Stricken wieder für mich entdeckt.

Anfangs habe ich nur für mich gestrickt und mir aus einzelnen Fäden meine Wolle zusammengemixt. Diese Mixe habe ich dann auch bei einem Internet-Auktionshaus angeboten. Das waren die Anfänge meines Geschäfts. In diesen Jahren bat mich eine Freundin, ihr die Anleitung für eine Jacke aufzuschreiben. Eins gab das andere und ich habe irgendwann angefangen, alle Modelle zu dokumentieren, Anleitungen zu schreiben und in meinem Shop zu veröffentlichen.”

Zu Birgits bekanntesten Modellen zählen das Färöertuch *Tomorrow`s Dawn* (2008, aus dem Roman von Nina Lingl – übrigens ein echt tolles Buch), das asymmetrische Tuch *LazyKaty* (2009) und das Tuch *Antonia* (2010).
Inzwischen werden ihre Anleitungen auch ins Englische, Französische, Italienische und Spanische übersetzt und über Knitting Delight vertrieben.

Die Liste ihrer Veröffentlichungen in Strickpublikationen ist mittlerweile  beeindruckend lang:

Coats GmbH:
Tuch *Antonia*, Regia Journal 611, 2010
Socken 0013, Regia Magazin 157, 2010
Stola Regia Lace, 2010
Pullover Catania fine, Inspiration 161, 2011
Jacke Catania fine, Inspiration 161, 2011
Top Catania fine, Inspiration 161, 2011
Tuch Catania fine Color, Inspiration 161, 2011
Filatura Di Crosa:
Tuch *Alice*, Golden Line Nr. 17, 2010
Tuch *Beatrice*, Golden Line Nr. 17, 2010
Zitron:
Möbius *Opus1*, 2009
Tuch *Filigrano*, 2010
Verena:
Stola *Verena* (Kapstadt), Sommer 2010
Anna:
Tuch *Anna*, September 2010
Schalkragen und Stulpen *Nora*, Dezember 2010
Tuch *GipsyGirl*, Januar 2011
Schal *AnnaMona*, Mai 2011
Schoppel:
Tuch *ZauberFeuer*, WollZauber 2010
Schal *ZauberFisch*, Knit the Cat 2010

Fehlt eigentlich nur noch ein Buch, oder Birgit? :wink:

Natürlich ist Birgit auch bei Ravelry und Birgits Kontaktdaten sind hier zu finden.

DSDSSV – Zwei Doofe, ein Gedanke… ;-)

Da hat die liebe Martine bestimmt ziemlich konsterniert aus der Wäsche geguckt, als ich gestern die DSDSSV- Geschichte ins Rollen gebracht habe. Sie hat nämlich schon vor geraumer Zeit eine ähnliche, aber viel weitreichendere Idee gehabt, von der ich nun wiederum nichts wusste, bis sie mich heute morgen angeschrieben hat. Was ja eigentlich nur bedeuten kann, daß die Idee gut ist, wenn zwei helle Köpfchen zur gleichen Zeit darauf kommen :wink:

Was ich hier in kleinem Stil für die Designer mache, gibt es bei Martine professionell für alle aus der Strick-Branche. Also wenn jemand eine gute PR-Texterin braucht, schaut er bitte mal hier.

Designerportrait: Stefanie Bold

Sie strickt, sie spinnt, sie näht, sie stickt – Stefanie Bold ist ein handarbeitstechnischer Hansdampf in allen Gassen. Aber ihre größte Liebe ist doch das Stricken. Das hat sie schon zu Grundschulzeiten von ihrer Mutter gelernt. Aus ihrem Ravelry-Namen Stebo79 schließe ich mal, daß sie 31 oder 32 Jahre alt ist, ansonsten hält sich Steffi nämlich, was ihr Privatleben betrifft, lieber bedeckt. Aber viel wichtiger sind ja auch ihre Designs und da hat sie schon einiges vorzuweisen: Bei Ravelry (Link funktioniert auch für Nicht-Ravelry-Mitglieder) finden sich insgesamt 18 Anleitungen, vorwiegend für Tücher und Socken.

Hier z.B. das Tuch “Morgain”:

Steffi schreibt:

“Mit dem Anleitungsschreiben habe ich so “richtig” erst letztes Jahr begonnen. Ich entwerfe (bisher) Socken und (Spitzenstrick)tücher. Vielleicht erweitere ich das noch auf Handschuhe und Mützen. Ob es irgendwann mal Pullianleitungen geben wird – keine Ahnung, ausschließen würde ich es nicht.
Meine Designs würde ich “mit dem gewissen Dreh” beschreiben. Das heißt z. B. bei Socken, daß der Zwickel in das Muster einbezogen wird und auch mal anders als üblich gestrickt wird.
Bei meinen Anleitungen versuche ich die Balance zwischen “nicht zu knapp” und “nicht zu ausführlich” zu finden. Daher sind sie nicht explizit für Anfänger geschrieben (mit etwas Hilfe von anderen Quellen können aber auch diese mit meinen Anleitungen arbeiten). Auf jeden Fall sollte man aber Stricktabellen mögen – diese finden sich reichlich in meinen Anleitungen :-)

Im vergangenen Jahr hat Steffi sogar den virtuellen Sprung über den großen Teich geschafft – ihre Socken “Maeva” wurden in der Knitty Winter 2011 veröffentlicht. In der diesjährigen Spring+Summer-Ausgabe hat sie mit “Susanna” gleich noch eins draufgelegt:

Steffis Anleitungen gibt es auf deutsch und englisch. In ihrer ebenfalls zweisprachigen Ravelry-Gruppe kann man sich über Steffis Designs austauschen und bekommt bei Fragen und Problemen von der Designerin persönlich Hilfestellung. Gerade läuft dort ein Mystery-KAL, der aber leider schon angefangen hat, weswegen ein Einstieg nicht mehr möglich ist.

Steffi ist eine Ganzjahresstrickerin und hat sogar schon mal in der Badewanne gestrickt! Sie bevorzugt dünne Nadeln und gehört zur Liga der Brettstrickerinnen :mrgreen: – Socken strickt sie mit 2 mm, Pullover mit 2.5 mm. Und das Garn sollte schön weich sein, Baumwolle und Merino sind ihre bevorzugten Materialien. Wenn die dann noch in lila daherkommen, ist Steffis Welt in Ordnung :wink:
Nach Anleitung strickt die Designerin selten, sie läßt sich allenfalls von fremden Entwürfen inspieren und wandelt diese dann nach ihren eigenen Vorstellungen ab. Hierbei kommen ihr ihre Kenntnisse aus dem Nähbereich zugute; mittels Abnähern und Taillierung passt sie die Schnitte genau an ihre Figur an.

Für die Zukunft hat Steffi noch viel vor. Exklusiv für die Tichiro-Leser verrät sie: “Auf die “externe” Veröffentlichung warten zur zeit zwei Designs. Eines davon erscheint ca. Mitte Juli bei Tangled (einem relativ neues Online-Magazin), die mit Anleitungen aus dieser Sonderausgabe auch auf das “Sock Summit”, einem großen Sockenstrickertreffen in den USA, gehen! Die andere Anleitung wird im November bei Interweave erscheinen, in dem Sonderheft “Accessories”.”

Wer Stefanie Bold kontaktieren möchte, findet ihre Mailadresse hier.

DSDSSV

Hä? Was das denn? :wink:

Na, ganz einfach: Deutschsprachige Strickdesigner stellen sich vor :mrgreen:

Die Idee kam mir heute morgen beim Zähneputzen: Im deutschsprachigen Raum gibt es bestimmt massenweise gute Strickdesigner und -designerinnen. Die meisten kennt bloß keiner, weil ihre Namen in den Publikationen nicht auftauchen (außer in der Verena), weil sie ihre Anleitungen online veröffentlichen und in der Masse der Blogs und bei Ravelry untergehen oder weil sie ihr Talent bisher nicht öffentlich gezeigt haben. Ist doch schade, im englischsprachigen Raum gibt es so viele namhafte Leute und hier sind die meisten anonym.

Deswegen hab’ ich mir gedacht, daß ich hier doch mal Designerportraits veröffentlichen könnte. Hier lesen ja ziemlich viele Leute, auch welche aus der Branche. Also wer weiß, vielleicht entdeckt Euch ja einer :wink:

Wie das Ganze läuft:
Wenn Ihr hier vorgestellt werden möchtet, schickt Ihr mir ein paar Angaben über Euch selbst. Name, ggf. Ravelry-Name, ggf. Blogadresse. Wo wohnt Ihr, was macht Ihr, wie alt seid Ihr, wie seid Ihr zum Designen gekommen, wo habt Ihr bisher Eure Modelle veröffentlicht? Wo liegt der Schwerpunkt bei Euren Designs? Entwerft Ihr ausschließlich Socken, am liebsten mehrfarbige Pullover, Lace in allen Variationen oder vielleicht ganz ausgefallene Dinge? Halt alles mögliche, wovon Ihr meint, daß es andere interessieren könnte. Alle Angaben sind natürlich freiwillig. Aber je mehr Text ich habe, um so besser. Dazu -und das ist Pflicht- mindestens zwei oder drei Bilder von Modellen, die Ihr bisher entworfen habt. Wenn die irgendwo schon veröffentlicht wurden, auch bitte Angaben, wo man die Anleitung findet. Wenn Ihr mögt, auch sehr gerne ein Foto von Euch. Das Ganze bitte an Martina(punkt)Hees(at)hanse(punkt)net.
Jeder kann mitmachen, ob bereits weltberühmt oder noch völlig unbekannt.
Ich schreibe dann aus Euren Angaben ein Designerportrait (gebt mir bitte ein paar Tage Zeit dafür) und veröffentliche das mit Euren Bildern und ggf. entsprechenden Links hier im Blog.

Na, habt Ihr Lust?