Nun hae ich endlich mal das schöne Yak/Kamelhaargarn, das Herr Pascuali mir vor ein paar Wochen freundlicherweise zum Testen überlassen hat, verstrickt. Was daraus geworden ist, sehr Ihr weiter unten. Aber zunächst einmal ein paar Worte zum Garn.
Die Caya besteht aus 70% Yak und 30% Kamelhaar. Sie kommt in 50g-Strängen daher, die jeweils eine Lauflänge von ca. 125 m haben. Der Preis liegt bei 9,89 € pro Strang, was für diese Zusammensetzung völlig angemessen ist. Es gibt nur diese eine Farbe, ich denke mal, das ist der Naturton der Fasern, ein sehr hübsches helles Beige:
In der Nahaufnahme sieht das Garn haarig aus, das piekst aber überhaupt nicht, sondern ist herrlich schmuseweich:
Nun stellte sich natürlich als erstes die Frage: Was mache ich daraus? Ich hatte 200 g, das reicht nicht für ein Oberteil. Mütze trage ich nicht, Handschuhe sind mir zu fummelig, Tücher trage ich nicht. Also habe ich zuerst an einen Schal gedacht.
Der erste Versuch mit einem Muster aus einem meiner japanischen Musterbücher:
Das Muster sah hübsch aus, die Caya geht auch gut für Lochmuster, aber die Rückseite hat mir überhaupt nicht gefallen und die sieht man bei einem Schal nun mal zwangsläufig. Außerdem war mir gerade überhaupt nicht danach, 1,80 m Lochmuster zu stricken.
Also habe ich geribbelt, rumprobiert (nach dem dritten Mal ribbeln löst sich der Faden übrigens auf) und mich letztendlich für einen Cowl nach eigenem Entwurf entschieden.
Das Garn strickt sich sehr gut, es gleitet angenehm und schnell über die Nadeln und ist zwar nicht allzu fest, aber dennoch ausreichend verzwirnt. Der Faden ist schön gleichmäßig, hat jedoch ab und zu mal etwas ungleichmäßige Stellen, wo die Verzwirnung lockerer ist.
Das Maschenbild vor dem Waschen:
Und nach dem Waschen - viel gleichmäßiger, aber das Gestrick fühlt sich seltsamerweise auch deutlich dünner an als vorher. Ungewaschen hat es mir ehrlich gesagt besser gefallen, da hatte es mehr Griff. Ansonsten ist es aber herrlich weich, kuschelig und warm. Mein Bauchgefühl und die Halo, die sich auf dem Gestrick bildet, sagt mir aber, daß es vermutlich etwas pillen wird. Das ist aber nun mal der Preis, den man für Kuscheligkeit so gut wie immer zahlen muss, wichtig ist nur, daß sich das Pilling in erträglichen Grenzen hält.
Mit 3,5er Nadeln komme ich auf 22 M/10 cm in glatt rechts nach dem Waschen. Das ist für meine persönliche Strickfestigkeitsvorliebe hart an der Grenze - die beiden Stränge, die ich noch übrig habe, werde ich auf jeden Fall mit 3er Nadeln stricken.
Ja, und das isser nun, der Cowl - vor dem Waschen schrumpelig:
Nach dem Waschen fein und glatt:
Ich habe das Ding “Drunken Rib Cowl” getauft, weil die Rippen Schlagenlinien fahren
Die schönen handgearbeiteten Holzknöpfe hat mir mal eine liebe Mandantin aus Patagonien mitgebracht:
Um den Hals rum fühlt er sich toll an, schön warm und so leicht, daß man ihn kaum bemerkt:
Auf der Website wird behauptet, daß das Garn nicht flust, dem muss ich leider widersprechen. Ich hatte für die Fotos ein schwarzes Shirt an, das hinterher mit lauter Mini-Fusseln übersät war. Hier kann man das so ein bisschen erkennen:
Fazit: Ein wunderbares Garn in einer edlen Zusammensetzung - das würde ich gerne nochmal für ein “richtiges” Kleidungsstück nehmen.
Und wer den Cowl leiden mag und gerne nachstricken würde - bitteschön, hier habt Ihr die Anleitung
Zum Ravelry-Download hier entlang.







