stricken allgemein/knitting misc.

Gewinner vom 5. Türchen

Das Geheimagentengarn samt Patchworksocken-Buch geht an die Nr. 31 – Flockina

Die Alpine von Scheepjes bekommt Nr. 194 – Ruth W.

Und das Waldtiere-Buch gewinnt die Nr. 334 – Tanja (die mit der Kirsche in der Mailadresse :-) )

Praktischerweise habe ich von Euch allen die Adressen im Shop, so daß ich gleich packen kann.

VHS StrickMooc

Schon vor Monaten wurde er vollmundig angekündigt (S. 179) – der StrickMooc der Volkshochschulen:

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Daraus geworden ist dann das hier. Idee gut, Ausführung mangelhaft.

Der Zulauf hält sich arg in Grenzen, weil die sogenannten “Live-Sessions” idiotischerweise vormittags um 10 und um 12 Uhr stattfinden, wo natürlich kaum ein Mensch Zeit hat – außer den Volkshochschul-Mitarbeitern, die offenbar weder ihren kostbaren Feierabend noch ihr Wochenende opfern wollten, denn am Wochenende, wo die Teilnehmer Zeit hätten, um sich in Ruhe hinzusetzen und an den Kursen teilzunehmen, findet rein gar nichts statt.

Okay, montags bis donnerstags gibt es abends um 20.15 Uhr noch den “Talk an der StrickBar”, aber das ist auch das einzige, was ein werktätiger Mensch in Ruhe anschauen kann.

Für mich ein klares Zeichen, daß das Ganze nur eine PR-Aktion für Volkshochschulen mit einem beliebig ausgewählten, zur Zeit halt gerade angesagten Thema ist und nicht etwa aus Liebe zum Stricken und Häkeln veranstaltet wird.

In der Mediathek kann man die Beiträge zwar auch noch nachträglich anschauen (wenn sie denn irgendwann mal alle online gestellt werden, derzeit fehlen noch einige oder sind schon wieder entfernt…), aber das, was das Ganze interessant macht, nämlich die Live-Diskussion, hat man dann natürlich nicht mehr.

Die Qualität der per Webcam aufgezeichneten Videos ist grausig – wackelige Bilder, verrauschter, dumpfer Ton wie aus der Garage, das kann man sich echt nicht lange anhören.

Die Auswahl der Themen ist ebenfalls nur 08/15-Kram: Interview mit den Boshi-Jungs, Loops stricken, Yarn Bombing, Granny Squares, strickende Männer usw. Viel für Anfänger, aber für erfahrene Strickende allenfalls amüsant, aber kaum interessant.

Und dann ist da ja noch das “High Noon Knitting mit Gisela” – nichts gegen ältere Damen, aber wenn man da eine Frau kurz vor dem Rentenalter präsentiert, ist das wenig dazu geeignet, dem Stricken den Ruf des Oma-Hobbys zu nehmen. Und ihre Strickkenntnisse scheinen sich auch in Grenzen zu halten.
Zitat: “Mir ist das ehrlich gesagt neu, daß man beim Stricken kleine Fehler auch noch nach langer Zeit korrigieren kann. Aber könnt’ sei…” Und “Maschen fallen lassen mache ich nicht, das ist eine mühsame Sache”.
Zum Thema “Strickanleitung und Strickschrift lesen”: “Ich bin da auch nicht so firm drin”.

Leider habe ich auch jetzt erst wieder an den MOOC gedacht, sonst hätte ich da schon längst mal mitgemischt (und das Ganze vielleicht etwas aufgemischt… ;-) )

Am Montag abend steht aber ein interessantes Thema auf dem Plan: Talk zum Thema “Andere Länder, andere Strick- und Häkelkulturen”. Das werde ich mir mal ansehen, ich bin gespannt, was da so berichtet wird – meine Erwartungen sind allerdings eher gering. Vermutlich kommen da solche Strickmythen wie die Sache mit den ertrunkenen Fischern, die man angeblich an ihrem Pullover-Muster erkannt hat.

Wie wär’s – wollen wir uns am Montag abend verabreden und den Chat kapern? ;-)
Ihr müsst Euch dann allerdings rechtzeitig anmelden, die Freischaltung dauert unter Umständen ein paar Stunden.
Ich bin davon überzeugt, daß meine versammelte Leserschaft zu diesem Thema viel mehr beitragen kann als die Leute von der VHS

Wolle kaufen in Shanghai

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Heute habe ich für Euch – passend zum Beitrag von gestern – einen Gastbeitrag von Sibylle, die in China lebt.

Du berichtest immer von den Mode- und Strick-Ereignissen in Deutschland und da dachte ich mir, es interessiert Dich vielleicht, wie man in Shanghai Wolle einkauft…

Das Gelände, auf dem der Markt täglich stattfindet ist riesig. Es gibt mindestens 5 „Straßen“ mit Wolle und rechts und links dieser Straßen jede Menge große Hallen, die auf einer Länge von ca. 200m wie auf einer Perlenschnur aufgereiht sind. Wenn man einen Stand wieder finden will braucht man eine Visitenkarte, mit der Hallen- und Standnummer, sonst ist man rettungslos verloren. Es gibt nicht nur Wolle zum Hand- bzw. Maschinenstricken, sondern vor allem Modelle, die man sich in vielen Farben und Qualitäten nachstricken lassen kann.

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Die Chinesen stricken „britisch“ (Fadenführung mit der rechten Hand) mit langen Bambusnadeln, die aber, wie unsere Socken-Stricknadeln, 2 Spitzen haben und so dünn sind, dass sie sich beim Stricken verbiegen (Carola, damit ist Deine gestrige Frage auch gleich beantwortet).

Das fertige Gestrick wäre ganz nach Deinem Geschmack, denn es ist so fest gestrickt, dass man einzelne Machen kaum noch erkennen kann. Das muss so sein, denn die Pullis dienen in erster Linie dem Zweck warm zu sein und im Winter Zugluft und Feuchtigkeit fern zu halten.

Die Winter in Shanghai sind, verglichen zu den deutschen Wintern, zwar nicht wirklich kalt (die Durchschnittstemperatur sinkt selten unter 10°C) aber China wurde vor langer Zeit von der Zentralregierung „Klima-mäßig“ in 2 Hälften geteilt: Nördlich des Gelben Fluß gibt es Heizungen, denn der Norden (mit Peking, wo wir vorher gewohnt haben) ist richtig kalt (bis zu -10°C manchmal auch darunter) und die Wärme kommt per Fernwärme und Zentralheizung in die Wohnungen, südlich des Gelben Flusses kann man nach Meinung der Regierung auf Heizungen verzichten.

Zum Glück haben die modernen Hochhäuser alle Klimaanlagen, die im Winter warme Luft pusten, aber der Großteil der Bevölkerung packt sich in wattierte Jacken, trägt warme Unterwäsche und sehr dicht gestrickte Kaschmir-Pullover.

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Neben Kaschmir gibt es vorwiegend Nerz- und Alpaka-Wolle. Manchmal entdecken wir auch Kartons mit Garn „made in Intaly“, das wohl bei irgend einer Produktion „übrig geblieben“ ist.

Für uns sind solche Funde – obwohl von zweifelhafter Herkunft – echte Schätze, denn man kann bei solchen Dingen einigermaßen sicher sein, dass die Qualität überprüft und nach unserem Verständnis ordentlich ist. Außerdem kann man die Banderole lesen und es gibt Angaben zur Lauflänge.
Das ist nämlich bei den vielen Knäulen, die sonst zum Verkauf angeboten werden, nicht der Fall und man muss höllisch aufpassen, dass einem nicht Synthetik-Gemische untergeschoben werden, die mit Kaschmir,- Alpaka-, oder Nerz-Banderolen getarnt werden. Neben einem Zentimeter-Maß sind Waage (die Knäuel sind nicht genormt) und Feuerzeug die wichtigsten Accessoires im Kampf gegen Nepp.

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Hat man aber die Kniffe der Händler durchschaut und macht es so wie die Chinesen, nämlich „mit den Händen zu schauen“ alles mehrfach „anzurabbeln“ und in der Armbeuge zu prüfen, die Garne im Zweifel auch leicht anzukokeln, macht so ein Markt eine Menge Spaß und man kann herrliche Dinge zu sehr günstigen Preisen entdecken.

Inzwischen habe ich mit einer Freundin auch eine Strickgruppe gegründet und wir machen regelmäßig Ausflüge zum Markt, damit uns die Arbeit nicht ausgeht.

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Liebe Sibylle, herzlichen Dank für diesen hochinteressanten Bericht – damit ist Shanghai definitiv auf meiner “must visit”-Reiseliste gelandet :-)

Austrian Yarn Club

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Auf den Wollfest habe ich kürzlich zwei Damen aus Österreich kennengelernt, die den Austrian Yarn Club auf die Beine gestellt haben. Ich kopiere mal ganz frei den Text von der Website:

Wir sind eine Gruppe von Frauen, die es sich in den Kopf gesetzt haben, Österreich prominent auf der globalen Landkarte dessen erscheinen zu lassen, was im Englischen mit “Fiber Arts” bezeichnet wird und auf Deutsch nur schlecht mit “Faserhandwerk” übersetzt werden kann. Wir lieben es zu stricken und häkeln, spinnen und färben, und profitieren seit Jahren gegenseitig von unserem Know-how. Jetzt wollen wir im Rahmen einer neuen Plattform gemeinsam Lust am Selbermachen vermitteln.

Die Idee zu unserem Verein kam als Antwort auf die Frage, warum es denn in Österreich, oder überhaupt in der Region, keine großen Veranstaltungen gibt, bei denen Interessierte sich austauschen oder Neues lernen können und wo sich heimische, regionale und internationale Größen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren oder Kurse geben können. Wir wollen so eine Veranstaltung auf die Beine stellen. Aus diesem Grund haben wir den Verein “Austrian Yarn Club”, der sich derzeit in Gründung befindet, ins Leben gerufen, auf dass sich mit Hilfe eines überregionalen Inkubators eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie neue Impulse ergeben. Drückt uns die Daumen, dass dies 2015 gelingt!

Das klingt für Euch Österreicher doch ganz interessant, oder?

Ganz aktuell ist im Oktober ein Wollness-Wochenende im Pielachtal im Programm. Das Angebot klingt wirklich verlockend, insbesondere die Themen der Kurse finde ich hochinteressant, sei es nun “Maschenproben lügen nicht”, “Balkonumbau” oder auch “japanische Anleitungen verstehen”.
Allerdings fehlt der Termin auf der Website :-D Das Wollness-Wochenende findet vom 10.-12. Oktober 2014 statt, alle Infos gibt es auch in der Ravelry-Gruppe des Yarn Clubs.

Wirklich schade, daß das von Hamburg aus doch etwas arg weit ist, zu so einem Wochenende hätte ich richtig Lust. Wir sollten eine deutsche Dependance des Clubs gründen und dann veranstalten wir so ein Wochenende nächstes Jahr in der Lüneburger Heide :-)

Meisterclass in der Höhle der Löwen

Neulich bin ich spätabends zufällig an der Sendung “Die Höhle der Löwen” hängengeblieben.
Kurz gesagt geht es darum, daß junge Unternehmer ihre Geschäftsidee vorstellen und wenn diese den “Löwen” (fünf schwerreiche Unternehmer) gefällt und profitversprechend erscheint, beteiligen sie sich an der Firma und schiessen Kapital hinein. Über die Sendung mag man denken, was man will – ich finde es jedenfalls sehr interessant, auf welche Geschäftsideen die Menschen alles kommen.

Nun wurde ich natürlich sofort hellhörig, als der Begriff “stricken” fiel – schaut Euch mal hier das Video “Revolution im Online-do-it-yourself-Bereich?” an (Direktverlinkung geht leider nicht).

Es geht um die Plattform Meisterclass, zu der mir vor einigen Wochen auch schon mal jemand den Link gemailt hatte.
Das Ding ist ähnlich wie Craftsy oder das bereits seit letztem Jahr auf dem Markt befindliche Makerist aufgebaut, steckt jedoch noch arg in den Kinderschuhen.

Ich habe mich beim Ansehen des Pitches ziemlich amüsiert – ihr müsst mal darauf achten, wie bei Frank Thelen die Augenbrauen in die Höhe schnellen, als das Wort “stricken” fällt :mrgreen:

Leider haben die Damen von Meisterclass kein besonders großes Talent gezeigt, sich zu verkaufen und sind daher mit ihrem Kapitalwunsch kläglich gescheitert. Man riet ihnen sogar “Hört auf, das wird sowieso nichts”. Nun ja. Bei Craftsy hat es ja auch geklappt und auch Makerist hat sich seit dem Start eenfalls schon ganz gut entwickelt.
Allerdings sind Makerist und auch Meisterclass im Vergleich zu Craftsy reichlich teuer, wenn man mal die Länge der Kurse vergleicht. Bei Craftsy bekomme ich (im Angebot) für das gleiche Geld im Schnitt dreimal so viel Videomaterial.

Dummerweise haben die beiden diese erfolgreichen Vorreiter jedoch nicht einmal erwähnt und darüber hinaus auch noch behauptet, daß sie selbst die Idee für Online-Handarbeitskurse gehabt hätten. Wenn dem aber tatsächlich so sein sollte, wäre es eigentlich noch trauriger, denn dann haben sie nämlich keine Ahnung, was im Internet für Strickende bereits alles geboten wird.

Auch von Ravelry mit seinen knapp 4,5 Millionen Mitgliedern wurde nichts gesagt, oder der Tatsache, daß Handarbeiten wieder groß im Trend sind, überall Stricktreffs und Wollgeschäfte wie Pilze aus dem Boden schiessen und die Handarbeitsbranche seit Jahren Umsatzzuwächse in zweistelliger Prozenthöhe verzeichnet. Kein Sterbenswörtchen von zusätzlichen Umsätzen durch den Verkauf von Wolle, Anleitung oder Kits.

Sprich, die Vorstellung dieser Geschäftsidee war megaschlecht vorbereitet (genauso übrigens der gestreifte Mantel – die Blende wellt sich…) – so wie die beiden das präsentiert haben, hätte ich als Branchenunkundiger auch keinen Cent investiert. Schade eigentlich, so wurden der nichtstrickenden Öffentlichkeit mal wieder zwei nicht wirklich ernstzunehmende Strickmäuschen vorgeführt. Das hätte man besser machen können. Nichtsdestotrotz wünsche ich den beiden viel Erfolg.

Garne ersetzen mit Yarnsub

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Garne zu ersetzen ist ein Thema, bei dem sich doch recht viele Strickende unsicher sind.
Die Garn-Datenbank von Ravelry bietet da schon eine große Hilfe, aber man muss natürlich auch die richtigen Filter setzen, um ein brauchbares Ergebnis zu bekommen.

Deborah hat mir nun einen Link zu Yarnsub geschickt:

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Yarnsub macht das Ersetzen von Garnen sehr einfach. Einfach den Namen des zu ersetzenden Garnes eingeben, auf “search” klicken, das Garn ggf. aus einer Vorschlagsliste auswählen, fertig.

Ich habe das mal stichprobenweise ausprobiert und fand die Ergebnisse sehr brauchbar, obwohl es sich noch um eine Beta-Version handelt. Selbst meine geliebte Adesso, die es ja schon ewig nicht mehr gibt, wurde gefunden und die vorgeschlagenen Ersatzgarne wären auch meine erste Wahl gewesen. Ich vermute, daß Yarnsub die Daten aus der Ravely-Datenbank bezieht.

Dier Ergebnisse listen die Punkte auf, in denen das Ersatzgarn mit dem Originalgarn übereinstimmt und geben auch Hinweise auf eventuelle Abweichungen. Kriterien sind dabei neben der Lauflänge, empfohlenen Maschenprobe und Zusammensetzung u.a. auch die Struktur, Elastizität, Haltbarkeit, Zwirnung usw.

Bei einigen Ersatzgarnen wird gleich ein Foto mitgeliefert, ich denke, daß mit der Zeit zu allen Garnen Fotos eingepflegt werden, so daß man auch die Optik der Garne vergleichen kann.
Überdies berücksichtigt das Programm unterschiedliche Knäuelgrößen und leichte Abweichungen in der Lauflänge und errechnet, wieviel Knäuel des Ersatzgarns man pro Knäuel Originalgarn braucht.

Einziges -kleines- Manko, vor allem für uns hier in Europa: Das Programm berücksichtigt (noch?) nicht, ob man die vorgeschlagenen Ersatzgarne im eigenen Land kaufen kann.

Meiner Meinung nach ist Yarnsub schon jetzt eine tolle Sache und wird in Zukunft bestimmt für viele eine große Hilfe sein :good: