stricken allgemein/knitting misc.

Meisterclass in der Höhle der Löwen

Neulich bin ich spätabends zufällig an der Sendung “Die Höhle der Löwen” hängengeblieben.
Kurz gesagt geht es darum, daß junge Unternehmer ihre Geschäftsidee vorstellen und wenn diese den “Löwen” (fünf schwerreiche Unternehmer) gefällt und profitversprechend erscheint, beteiligen sie sich an der Firma und schiessen Kapital hinein. Über die Sendung mag man denken, was man will – ich finde es jedenfalls sehr interessant, auf welche Geschäftsideen die Menschen alles kommen.

Nun wurde ich natürlich sofort hellhörig, als der Begriff “stricken” fiel – schaut Euch mal hier das Video “Revolution im Online-do-it-yourself-Bereich?” an (Direktverlinkung geht leider nicht).

Es geht um die Plattform Meisterclass, zu der mir vor einigen Wochen auch schon mal jemand den Link gemailt hatte.
Das Ding ist ähnlich wie Craftsy oder das bereits seit letztem Jahr auf dem Markt befindliche Makerist aufgebaut, steckt jedoch noch arg in den Kinderschuhen.

Ich habe mich beim Ansehen des Pitches ziemlich amüsiert – ihr müsst mal darauf achten, wie bei Frank Thelen die Augenbrauen in die Höhe schnellen, als das Wort “stricken” fällt :mrgreen:

Leider haben die Damen von Meisterclass kein besonders großes Talent gezeigt, sich zu verkaufen und sind daher mit ihrem Kapitalwunsch kläglich gescheitert. Man riet ihnen sogar “Hört auf, das wird sowieso nichts”. Nun ja. Bei Craftsy hat es ja auch geklappt und auch Makerist hat sich seit dem Start eenfalls schon ganz gut entwickelt.
Allerdings sind Makerist und auch Meisterclass im Vergleich zu Craftsy reichlich teuer, wenn man mal die Länge der Kurse vergleicht. Bei Craftsy bekomme ich (im Angebot) für das gleiche Geld im Schnitt dreimal so viel Videomaterial.

Dummerweise haben die beiden diese erfolgreichen Vorreiter jedoch nicht einmal erwähnt und darüber hinaus auch noch behauptet, daß sie selbst die Idee für Online-Handarbeitskurse gehabt hätten. Wenn dem aber tatsächlich so sein sollte, wäre es eigentlich noch trauriger, denn dann haben sie nämlich keine Ahnung, was im Internet für Strickende bereits alles geboten wird.

Auch von Ravelry mit seinen knapp 4,5 Millionen Mitgliedern wurde nichts gesagt, oder der Tatsache, daß Handarbeiten wieder groß im Trend sind, überall Stricktreffs und Wollgeschäfte wie Pilze aus dem Boden schiessen und die Handarbeitsbranche seit Jahren Umsatzzuwächse in zweistelliger Prozenthöhe verzeichnet. Kein Sterbenswörtchen von zusätzlichen Umsätzen durch den Verkauf von Wolle, Anleitung oder Kits.

Sprich, die Vorstellung dieser Geschäftsidee war megaschlecht vorbereitet (genauso übrigens der gestreifte Mantel – die Blende wellt sich…) – so wie die beiden das präsentiert haben, hätte ich als Branchenunkundiger auch keinen Cent investiert. Schade eigentlich, so wurden der nichtstrickenden Öffentlichkeit mal wieder zwei nicht wirklich ernstzunehmende Strickmäuschen vorgeführt. Das hätte man besser machen können. Nichtsdestotrotz wünsche ich den beiden viel Erfolg.

Garne ersetzen mit Yarnsub

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Garne zu ersetzen ist ein Thema, bei dem sich doch recht viele Strickende unsicher sind.
Die Garn-Datenbank von Ravelry bietet da schon eine große Hilfe, aber man muss natürlich auch die richtigen Filter setzen, um ein brauchbares Ergebnis zu bekommen.

Deborah hat mir nun einen Link zu Yarnsub geschickt:

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Yarnsub macht das Ersetzen von Garnen sehr einfach. Einfach den Namen des zu ersetzenden Garnes eingeben, auf “search” klicken, das Garn ggf. aus einer Vorschlagsliste auswählen, fertig.

Ich habe das mal stichprobenweise ausprobiert und fand die Ergebnisse sehr brauchbar, obwohl es sich noch um eine Beta-Version handelt. Selbst meine geliebte Adesso, die es ja schon ewig nicht mehr gibt, wurde gefunden und die vorgeschlagenen Ersatzgarne wären auch meine erste Wahl gewesen. Ich vermute, daß Yarnsub die Daten aus der Ravely-Datenbank bezieht.

Dier Ergebnisse listen die Punkte auf, in denen das Ersatzgarn mit dem Originalgarn übereinstimmt und geben auch Hinweise auf eventuelle Abweichungen. Kriterien sind dabei neben der Lauflänge, empfohlenen Maschenprobe und Zusammensetzung u.a. auch die Struktur, Elastizität, Haltbarkeit, Zwirnung usw.

Bei einigen Ersatzgarnen wird gleich ein Foto mitgeliefert, ich denke, daß mit der Zeit zu allen Garnen Fotos eingepflegt werden, so daß man auch die Optik der Garne vergleichen kann.
Überdies berücksichtigt das Programm unterschiedliche Knäuelgrößen und leichte Abweichungen in der Lauflänge und errechnet, wieviel Knäuel des Ersatzgarns man pro Knäuel Originalgarn braucht.

Einziges -kleines- Manko, vor allem für uns hier in Europa: Das Programm berücksichtigt (noch?) nicht, ob man die vorgeschlagenen Ersatzgarne im eigenen Land kaufen kann.

Meiner Meinung nach ist Yarnsub schon jetzt eine tolle Sache und wird in Zukunft bestimmt für viele eine große Hilfe sein :good:

Wollfest Hamburg – Bericht

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Wettermäßig hat sich Hamburg von seiner besten Seite gezeigt – fast das ganze Wochenende schönster Sonnenschein und nur ein paar Tröpfchen Regen. Am Samstag war es mit 26 Grad beinahe schon zu warm – auf jeden Fall zu warm zum Projekt-Showlaufen. Dementsprechend gab es hauptsächlich Tücher zu sehen.

Bestrickte Fahrräder wiesen den Weg zum Wollfest:

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Steffi, extra für Dich :-D

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Samstag war ganz klar der besser besuchte Tag, ich schätze mal 70% der Besucher waren Samstag da. Daher war es an allen Ständen gerammelt voll und die Händler waren ordentlich am rotieren. Aber alle hatten Spaß und waren mit ihren Umsätzen sehr zufrieden.

Das Team von fairAlpaka will jetzt an jedem Wollfest der Republik teilnehmen – die waren hinterher fix und fertig, aber total glücklich:

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Der Wollmeisenstand war innerhalb kürzester Zeit ziemlich leergekauft – aber die Organisatorinnen waren schlau und haben für Sonntag Ware zurückgelegt, so daß auch Sonntagsbesucher nicht enttäuscht wurden.

Ruth betreibt hier offenbar Vogel Strauss-Politik: “ich seh’ nix, dann komme ich auch nicht in Versuchung” :mrgreen:

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Verdammt – ich bekomme ein Doppelkinn… *hmpf* (geklaut bei Inah):

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Zwischendurch gab es diverse Vorführungen und Vorträge, einen Knitalong mit Anke aka Fallmasche, einen kostenlosen Miniworkshop von Yarnissima auf dem Marktplatz und…und…und…:

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Ankes Designs live:

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Zeena mit ihrer Wollfühl-Oase – übrigens eine der Organisatorinnen des 7. deutschen Raveler-Meetings und Wollfestes in Regensburg im September 2015:

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Isager bei der Wollwerkstatt Kiel :

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Wolle-Online:

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Wolleverliebt:

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Vor dem Stand von Nature’s Luxury hatte ich beinahe ein bisschen Angst – denn die haben ja so schöne Garne, daß ich befürchtete dort arm zu werden. Zum Glück hatten sie genau die Garne mit, die mich nicht so sehr reizen *puh, gerade nochmal gutgegangen…* ;-)

Hier wäre ich beinahe schwach geworden, denn das Garn sieht wunderschön aus. Aber Coburger Fuchsschaf ist mir dann doch ein bisschen zu rustikal, das kratzt ganz schön:

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Das grüne Jäckchen gefiel mir besonders gut:

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Eins der Trachtenmodelle aus der aktuellen Verena:

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Der Hund war ganz bezaubernd und hat bei einigen Besuchern zu Verwirrung geführt “huch, der lebt ja!” :-D

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Heimspiel für Mylys:

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Die netten Damen von Penelope Craft:

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Und die netten Garne von Penelope Craft:

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Das Titus-Garn ist mir ja schon auf der H + H über den Weg gelaufen. Wunderschon, aber leider piekst es mich durch den Alpaka-Anteil, sonst wäre es mit mir mitgekommen:

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Eins der Highlights an diesem Wochenende – ein zufälliges Meet and Greet mit Stephen West aka Westknits.
Der gab beim Wollfest zwei Workshops und eine Autogrammstunde und flitzte zwischendurch immer wieder mal durch die Gegend. Als die Chance gerade günstig stand, hat Anja ihn sich einfach geschnappt:

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Stephen ist wirklich ein echt supernetter und total knuffiger Mensch, sehr sympathisch und überhaupt nicht abgehoben – ein ganz feiner Kerl. Süß fand ich auch, wie Anja sich für das Foto bedankt hat und er daraufhin meinte “thank you for making me feel like a rockstar” :-D

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Geklaut von Redrasta:

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Chanti hat danach noch eine Privatstunde in “der perfekte dramatische Tuchschwung” bekommen:

Die Beiträge zum Strickwettbewerb – die Sachen werden jetzt einer Kinderhilfsorganisation gespendet:

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Bernd von Lanartus mit der Lady Di-Schäfchenpullover-Gedächtnis-Krawatte:

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Zauberwiese:

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Wollkenschloss:

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spinnertundgewollt:

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Welthase und Florina Hamburg:

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Martina Behm:

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Sandnes Garn:

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Wollkenschaf:

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dibadu:

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Das Mondschaf:

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PondeRosa:

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Dye for Yarn:

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Da gab es eine wundervoll weiche Merino-Babykamel-Mischung, aber leider (oder zum Glück) konnte ich mich nicht so recht für eine Farbe erwärmen und so bin ich tatsächlich ganz ohne Wolle wieder zu Hause angekommen..

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Noch mehr Fotos und Links zu Blogberichten gibt es in diesem Ravelry-Thread.

Abschließend noch ein Riesen-Dankeschön an das Organisationsteam – Mädels, Ihr habt einen gigantischen Berg an Arbeit bewältigt, aber es hat alles großartig geklappt. Das habt Ihr wirklich ganz toll gemacht!

Wollfest Hamburg, die 2.

Gestern bin ich vor lauter Action gar nicht zum fotografieren gekommen, aber heute habe ich ab 12 Uhr dienstfrei (bis dahin sitze ich an der Kasse) und dann kann ich endlich auch mal nach Wolle gucken :-D

Heute wird es vermutlich auch nicht ganz so voll wie gestern werden, da waren sämtliche Stände den ganzen Tag lang belagert – die Händler hat’s gefreut, aber die waren gestern abend bestimmt auch fix und fertig. Also wer in Ruhe gucken möchte, hat heute die besten Chancen.

Für einen kleinen ersten Eindruck gibt es hier beim NDR einen kurzen Bericht beim Hamburg Journal – ab Minute 16.05 (danke, Inah :-) )

Motten sind doof…

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…oder: wie ich zu 4000 neuen Haustieren kam….

Neulich bekam ich eine Mail von einem Herrn Lindert von der Firma Perla Natura, der mich fragte, ob ich nicht einmal seine Mottenschutzprodukte im Blog vorstellen wolle. Perla Natura vertreibt verschiedene Produkte wie z.B. zum Schutz vor Kleider- und Lebensmittelmotten, alle auf natürlicher Basis.

Die Website finde ich sehr schön aufgemacht und ich mag die Firmenphilosophie, natürliche Produkte statt Chemie zu verwenden. Bisher habe ich immer Mottenpapier verwendet, aber so wirklich gut für mich und die Katertiere kann das ja nicht sein.

Zur Bekämpfung bei Mottenbefall kann man bei Perla Natura außerdem Schlupfwespen beziehen. Von den Dingern habe ich schon öfter gehört, aber ich habe zu Wespen ein extrem feindseliges Verhältnis. Man könnte auch sagen, ich hasse die Dinger wie die Pest und habe außerdem Höllenangst vor ihnen. Wespen sind neben Kleidermotten die einzige Tierart, deren Aussterben ich nicht bedauern würde. Ich würde eher in einen Käfig mit einem hungrigen Tiger gehen als in die Nähe eines Wespennestes.
Nun weiß ich zwar, daß Schlupfwespen winzig klein sind, aber trotzdem, alleine schon der Name… *schauder*

Von daher hatte ich schon ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, aber weil der Herr Lindert so ein netter Mensch ist und mir außerdem Geschenke für meine Leser versprochen hat, habe ich mich überwunden und den Selbstversuch gewagt – da könnt Ihr mal sehen, was ich alles für Euch tue ;-)
Ich glaube zwar nicht, daß ich derzeit irgendwo Mottennester haben, aber man weiß ja nie…

Wenige Tage später erhielt ich einen kleinen Umschlag mit zwei Kärtchen Schlupfwespen – 4000 neue Haustiere auf einmal :shock: Den Versuch, ihnen allen Namen zu verpassen, habe ich dann doch recht schnell wieder aufgegeben und nun heißen sie gesammelt “die Dinger”.

Von außen sieht man von den Dingern allerdings gar nichts, die sind fein verborgen und man sieht nur ein bisschen was Dunkles, wenn man an der Seite in das Kärtchen linst:

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Daß die Dinger dann allerdings dermaßen winzig sind, hätte ich auch nicht gedacht. Ein Mohnkorn hat im Vergleich dazu Wassermelonengröße. Sehr Ihr diese winzigen schwarzen Punkte, die aussehen wie Tonerschmuddel? Das sind die Dinger:

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Also vor solchen Minis habe selbst ich keine Angst. Und eklig sind die auch nicht, dafür sind sie viel zu klein.

Ich habe die Kärtchen einmal in meinen Kleiderschrank mit den selbstgestrickten Sachen und einmal in ein Schrankfach mit Wollvorräten getan und seither habe ich von den Dingern nichts mehr bemerkt. Die tun ihre Arbeit in Verborgenen und wenn sie nichts (mehr) zu futtern finden, sterben sie einfach und zerfallen zu Staub oder hauen durch das Fenster ab.
Lustig finde ich übrigens, daß die Dinger zu faul zum Fliegen sind, die gehen lieber zu Fuß :-)

Fazit: Sollte ich tatsächlich mal wieder Mottenbefall haben *klopfaufHolz*, dann bekämpfe ich sie mit Schlupfwespen.

Zum Thema Mottenbekämpfung hatte ich dann speziell als Strickerin mit großem Wollvorrat noch diverse Fragen, also habe ich mit Herrn Lindert ein kleines Interview geführt:

Gibt es eine Möglichkeit festzustellen, ob in meinen Wollvorräten irgendwo ein Mottennest ist, ohne daß ich sämtliche Kisten und Kartons kontrolliere? (das sind nämlich wirklich sehr viele…)

Um festzustellen, ob sich in Ihren Wollvorräten Motten bzw. Motteneier oder -larven befinden, gibt es zwei Möglichkeiten.

Die, wie Sie schon beschrieben haben, aufwändige alles zu durchsuchen. Die ist allerdings sehr mühsam und nicht unbedingt erfolgversprechend, da die Eier mit bloßem Auge sehr schwer erkennbar sind. Meist findet man bereits die Larven vor, die sich schon am Lieblingspullover zu schaffen machen. Da Kleidermotten Ihre Eier auch im Haar (auch Hunde- und Katzenhaar) ablegen, kann es sein, dass man ein Nest eventuell nie finden wird. Kunden berichteten schon von Motten im alten Dielenboden, bei dem sich Haare in den Ritzen angesammelt hatten.

Die sicherste Methode, um Befall festzustellen, sind Pheromonfallen. Da diese aber nur Männchen anlocken, sind sie nur als Befalls-Anzeiger anzusehen. Wenn hier Motten kleben bleiben, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass bereits irgendwo Weibchen ihre Eier abgelegt haben.

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Ich habe eine Pheromonfalle aufgestellt und nun kleben ein paar Motten darin. Kann schon eine einzige Motte bedeuten, daß ich irgendwo einen Befall habe? Wenn nein, ab wievielen Motten kann ich davon ausgehen?

Eine einzige Motte bedeutet noch keinen Befall, denn diese kann theoretisch auch durch ein offenes Fenster beim Lüften eingeflogen sein.

Die Pheromonfallen sind maximal 12 Wochen wirksam. Wenn nach ca. 3-6 Wochen keine weitere Motte daran hängen geblieben ist, ist es gut möglich keinen Mottenbefall zu haben. Füllt sich die Falle im Laufe der Zeit, sollten Sie am besten schnell handeln bevor noch mehr Motten schlüpfen und Eier legen.

Wie finde ich heraus, wo der Mottenbefall herkommt? Gibt es Tricks, um die Quelle zu finden oder muss ich wirklich meine komplette Wohnung kontrollieren?

Mit den Pheromonfallen können Sie den Befallsort genauer eingrenzen. Pro Raum reicht in der Regel eine Falle. Den genauen Ort zu identifizieren ist nur mit akribischer Suche möglich. Aber, wie oben angesprochen ein schwieriges Unterfangen. Motten haben keinen Lieblingsort, sondern siedeln sich dort an wo Ihr Nachwuchs Nahrung findet. Und dies kann in einen Schrank voller Wolle leider überall sein.

Wenn ich irgendwo einen Mottenbefall feststelle, wie sollte ich strategisch am besten vorgehen?

Sobald sich auf den Fallen Tiere befinden, sollte man konsequent in allen Schränken und Regalen in denen sich Wolle, Filz, Pelze oder Tierfelle befinden Schlupfwespenkärtchen legen oder hängen (am besten mit Kontakt zu den Materialien oder den Schrankwänden). Pro Schrankfach mit ca. 80 cm x 50 cm reicht eine Karte.

Die Kärtchen werden alle 2 Wochen über 12 Wochen hinweg geliefert und sollten in diesem Zyklus ausgetauscht werden. Danach sollte das Mottenproblem behoben sein. Einige Anbieter liefern alle drei Wochen, dafür aber mehr Schlupfwespen. Unseren Biologen und Studien zufolge ist ein kürzerer Abstand zwischen den Lieferungen jedoch erfolgsversprechender. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mottenlarven aus den Entwicklungszyklen während der Behandlung abgetötet werden und keine neuen Motten Eier legen können, ist hier besonders hoch. Nach der Behandlung sollte vorgesorgt werden. Lavendel und Zedernholz beugen einen erneuten Befall vor. Zudem gibt es biologische Sprays, die die Kleidung schützen.

Ich lagere meine Wollvorräte in diversen Kartons und Plastikboxen. Muss ich in jeden Behälter ein Kärtchen mit Schlupfwespen legen? Oder finden die kleinen Helfer ihren Weg auch so in die Behälter?

Diese Art der Lagerung erleichtert den Schlupfwespen Ihre Arbeit sogar deutlich. So wird der Suchradius erheblich eingeschränkt und die Methode ist erfolgsversprechender. Da die Schlupfwespen nicht gerne fliegen (auch wenn sie könnten) ist es notwendig, pro Box/Karton ein Kärtchen auszulegen. Die Boxen am besten verschließen. Aber bitte nicht luftdicht, auch die Schlupfwespe muss atmen.

Wenn ja, wäre es sinnvoll, die Behälter in einem Zimmer für die Zeit des Schlupfwespeneinsatzes offen zu lagern, damit ich nicht unzählige Kärtchen bestellen muss? Und wenn ja, wieviele Kärtchen brauche ich dann? Geht es nach m2 Lagerfläche wie bei einem Teppich?

Wenn der Befall besonders akut ist und auch Stühle oder Sofas betroffen sind können alle befallenen Produkte z.B. im Keller gelagert werden. In solch einem Fall kalkulieren Sie bitte pro Kubikmeter ein Kärtchen.

Wenn ich vorbeugende Produkte einsetze, muss ich in jeden Behälter etwas legen/sprühen? Oder reicht es, wenn ich den Schrank, in dem die Behälter sind, einsprühe bzw. Abwehrmittel hineinlege? Wenn letzteres, wieviel sollte ich pro Schrank verwenden? Richtet sich das nach dem Volumen des Schrankes?

perlanatura4Bitte wenden Sie während der Behandlung keine weiteren Produkte an. Schlupfwespen haben einen besonders feinen Geruchsinn und werden durch Lavendel o.ä. Produkte behindert. Nach der Behandlung können Sie gerne unsern Textilschutz oder unsere Möbelpflege anwenden. Sprühen Sie gefährdete Kleidung oder die Wolle einfach mit dem Textilschutz ein. Es riecht wunderbar nach Neemöl und hält Motten fern. Zudem besteht die Möglichkeit unsere Möbelpflege auf Carnaubawachs und Lavendelbasis anzuwenden. Dazu reiben Sie Ihren Holzschrank einfach mit dem Produkt ein. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass das Carnaubawachs das Holz zusätzlich pflegt und aufbereitet. Wenn Sie lieber Lavendel und Zedernholz anwenden, schlagen wir vor für jeden Behälter/Schrank eine Box á 20g Inhalt zu verwenden.

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Wenn ich die Produkte in die Behälter legen/sprühen muss: Wieviel brauche ich pro Behälter? Sollte ich z.B. die Zedernholzspäne dann lieber ganz nach unten legen, mitten hinein oder obendrauf?

Wo Sie den Duft platzieren ist natürlich Ihnen überlassen. Nur sollte man ihn natürlich riechen können, sonst hat er keinen abschreckenden Effekt.

Wie oft müssen die vorbeugenden Mittel erneuert bzw. ausgetauscht werden?

Unseren Textilschutz und unsere Möbelpflege sollten Sie alle 6 Monate erneuern bzw. nach jeder Wäsche. Lavendel und Zedernholz sobald Sie Ihren Duft verloren haben. Aber Vorsicht. Zedernholz verliert seinen Duft sehr schnell – für unsere menschliche Nase zumindest. Motten riechen Zedernholz jedoch sehr lange, auch wenn wir vermeintlich nichts mehr riechen.

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Falls Ihr jetzt noch Fragen zum Thema Mottenschutz und -bekämpfung habt, steht Herr Lindert Euch in den nächsten Tagen zur Verfügung. Er wird gespannt Eure Kommentare verfolgen und Eure Fragen beantworten.

Und nun gibt es die versprochenen Geschenke. Ich habe vier Mottenschutz-Testsets zum Verlosen bekommen, jeweils bestehend aus einer Pheromonfalle, zur Feststellung eines eventuellen Befalls, einer Packung Lavendelblüten und einer Flasche Neemöl. Das Neemöl riecht übrigens richtig gut – naja, und die Lavendelblüten sowieso. Ich habe vorhin nochmal in die Tüten geguckt und das duftet so schön!

Wenn Ihr eins der Sets gewinnen möchtet, hinterlasst bitte bis Mittwoch, den 3. September 2014 um 23.59 Uhr einen entsprechenden Kommentar zu diesem Beitrag. Die Gewinner werden wie immer per Zufallsgenerator ermittelt.

Puzzle-Wahn

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Nein, ich bin nicht verschollen ;-)
Ich bin nur gerade im Puzzle-Wahn.

Von Zeit zu Zeit überkommt mich der unwiderstehliche Drang, mal wieder ein Puzzle zu legen. Normalerweise ist die Phase dann nach zwei oder drei Puzzles wieder vorbei, aber diesmal hat es mich richtig gepackt. In den letzten Wochen habe ich mehr als ein Dutzend Puzzles gelegt und inzwischen auch einen kleinen Puzzle-Stash angelegt:

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Das hier habe ich am Wochenende gemacht (1500 Teile):

Und hiermit bekommen wird wieder elegant die Kurve zum Blogthema – ein Stricktreffpuzzle, ist das nicht genial? Gibt es leider nur in England:

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Stricken tu’ ich aber trotzdem noch, nur zur Zeit etwas weniger. Aber beim Hitch Pullover sind die Körperteile fertig und der erste Ärmel auch in zwei, drei Tagen.
Außerdem ist die extreme Puzzle-Phase bestimmt bald wieder vorbei, ich kenn’ mich. Ihr braucht also nicht zu befürchten, daß das hier jetzt ein Puzzle-Blog wird ;-)

Ich habe übrigens die Theorie, daß viele Strickerinnen auch gerne mal puzzeln – das liegt in unserer Natur, beides braucht Ausdauer, einen Blick für Details und die Freude daran, wenn sich viele kleine Dinge zu einem großen Ganzen zusammenfügen.
Wer von Euch kann diese Theorie untermauern, wer puzzelt noch gerne?