Strickbücher/knitting books

Edle Maschen – Lene Holme Samsøe

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Das zweite Buch aus dem Frech-Verlag ist die Übersetzung des dänischen “Mere Feminin Strik”, die englische Version heißt “Essentially Feminine Knits”:

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(Hardcover, 120 Seiten, Format 23,4 x 22 cm)

Insgesamt beinhaltet das Buch 25 Modelle für Damen, größtenteils Oberteile; jeweils 5 Designs aus den Bereichen Querrippen, Blattmuster, Strukturmuster, Zopfmuster und Lacemuster.

Das erste Buch der Designerin Feminine Knits hatte ich damals zurückgeschickt, denn bis auf den Titelpullover hat es mich nicht wirklich überzeugt. Dieses hier dagegen besitze ich seit geraumer Zeit in der englischen Version und es gefällt mir sehr gut. Natürlich mag ich längst nicht alle Modelle, aber mein persönlicher “will ich haben”-Faktor ist doch recht hoch.

Das fängt mit der Jacke auf dem Cover der US-Ausgabe an – etwas abschreckend finde ich allerdings die Verwendung von 7 mm-Baumstämmen:

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Interessant finde ich, daß die US-Ausgabe rd. 30 Seiten mehr als die deutsche hat. Wenn man das Layout der Anleitungen vergleicht, erklärt sich warum.
Die englischsprachige Version ist deutlich übersichtlicher gegliedert und die Anleitungen sind etwas präziser. Außerdem wird in der deutschen Ausgabe für das zweite Vorderteil einer Jacke nur “gegengleich stricken” angegeben, wärend die US-Ausgabe auch das andere Vorderteil komplett beschreibt. In den USA ein Muss, dort wären sonst viele Strickerinnen angefressen (Aussage einer US-Strickerin: “Wenn ich Geld für eine Anleitung ausgebe, will ich nicht mehr denken müssen, sondern stur das machen, was dort steht”).

Stricken kann man sicherlich nach beiden, bevorzugen würde ich aber immer die US-Version – vermutlich bin ich schon zu strickamerikanisiert ;-)

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Ein wesentlich größerer Pluspunkt der US-Version sind jedoch die ausführlich bemaßten Schnittzeichnungen, die man in der deutschen Ausgabe vergeblich sucht. Ich vermute, daß das dänische Original -wie die meisten dänischen Anleitungen- ebenfalls keine Schnittzeichnungen beinhaltet, was aber für den amerikanischen Markt undenkbar wäre, die gehören dort unabdingbar zu einer Anleitung dazu.
Schade, daß man sich für den deutschen Markt die Mühe erspart hat, wo doch eigentlich bekannt sein sollte, daß auch deutschsprachige Strickerinnen Schnittzeichnungen für unerlässlich halten.

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Wo erforderlich, gibt es Strickschriften zu den Mustern – auch hier bevorzuge ich die Notation der US-Version von Interweave Knits, die finde ich etwas übersichtlicher.

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Mein absoluter Favorit ist Smilla, die ich auch schon vor geraumer Zeit angefangen habe – allerdings glatt rechts, glatt links mag ich von der Optik her einfach nicht:

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Noch mehr Modellbilder gibt es hier und hier zu sehen.

Fazit: Ein schönes Buch mit schönen Modellen, aber aufgrund der vorgenannten Kritikpunkte würde ich -soweit möglich- zum Kauf der US-Ausgabe raten.

Erhältlich z.B. bei Amazon (mit ausführlichem Blick ins Buch, eine Anleitung ist sogar komplett drin) oder bei jedem anderen Buchhändler für 16,99 €.

Nordische Maschenträume – Susan Anderson-Freed

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Vom Frech-Verlag erhielt ich vor einiger Zeit zwei Rezensionsexemplare, die ich Euch heute und morgen vorstellen möchte.

In den letzten zwei Jahren kommen ja vermehrt Übersetzungen fremdsprachiger Werke auf den deutschen Markt. Offenbar hat man nun endlich enddeckt, daß es jenseits des deutschen Stricktellerrandes noch so unendlich viel mehr gibt und der anhaltende Strickboom scheint Übersetzungen jetzt auch rentabel zu machen.
Eine sehr positive Entwicklung, wie ich finde, denn sie wird sicherlich den Horizont vieler deutschsprachiger Strickender erweitern.

Den Anfang macht “Nordische Maschenträume” – im Original “Nordic Knitting Traditions” von Susan Anderson-Freed:

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(Taschenbuchbindung, 142 Seiten, Format ca. 25,5 x 20,5 cm)

Das Buch beschäftigt sich ausschließlich mit Accessoires: Mützen (7), Fingerhandschuhe (4), Fäustlinge (4), Socken (3), Kniestrümpfe (4) und Beinstulpen (3).

Alle Modelle werden in Jacquardtechik -neudenglisch gerne als “Fair Isle” bezeichnet- gearbeitet.

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Zu jedem Accessoire-Typ gibt es eine Grundanleitung mit Tips zur Größenanpassung, gefolgt von den spezifischen Anleitungen für die einzelnen Modelle. Diese tragen übrigens die Namen der Krankenschwestern, die die Autorin während ihrer Chemotherapie betreut haben.

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Nicht ganz so gelungen finde ich die Farbcodierung der Strickschriften – die Farben sind teilweise sehr ähnlich, was die Unterscheidung bei Lampenlicht gerade bei den dunklen Farbtönen ein bisschen erschwert. Da muss man schon ziemlich genau hingucken:

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Die verwendeten Garne stammen natürlich alle vom US-amerikanischen Markt und sind hier nicht oder nur in wenigen Shops erhältlich. Die Designerin schreibt aber, daß sie die Originalmodelle selbst teilweise gar nicht mit den angegebenen Garnen gestrickt hat und gibt Hinweise zum Ersetzen der Garne.

Trotzdem wird es manchmal nicht so ganz einfach sein, wenn man die Modelle sehr farbgetreu nacharbeiten möchte, denn das deutsche 08/15-Wollgeschäft wird gerade bei dünnen Wollgarnen häufig nicht über die benötigte Farbpalette (die bei deutschen Herstellern ohnehin oftmals nicht sonderlich umfangreich ist) verfügen. Da muss sich sich dann online auf die Suche begeben, was wiederum den Farbabgleich erschwert, denn nicht jedes Foto und jeder Monitor stellt die Farben originalgetreu dar. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Google… ;-)

Di enthaltenen Modelle kann man bei Knitpicks oder bei Ravelry ansehen. Für die englischsprachige Ausgabe bietet Amazon auch einen ausführlichen Blick ins Buch – die deutsche Ausgabe ist sehr ähnlich aufgebaut.

Erhältlich z.B. bei Amazon und bei jedem anderen Buchhändler für 16,99 €.

Custom Knit Jackets – Jean Frost

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Immer mehr Bücher beschäftigen sich damit, wie man ein Strickstück an die eigene Figur anpasst, denn das ist offenbar das größte Problem beim Stricken von Bekleidung. Die wenigsten Menschen haben Standard-Körpermaße, also werden ihnen nach Standardmaßen berechnete Anleitungen in den wenigsten Fällen wirklich passen. Aber wie man man diese Anpassungen berechnet, ist für viele Strickende immer noch ein Buch mit sieben Siegeln.

Unsere Großmütter und teilweise auch noch unsere Mütter hatten es da leichter: Sie haben gelernt nach einem Schnitt zu stricken. Erst in den 50er Jahren begann man nach und nach damit, in Anleitungen genaue Angaben über Anzahl der formgebenden Zu- und Abnahmen und die genaue Platzierung von Mustern zu machen.

Bis dahin wurden die Einzelteile anhand einer kleinen Schnittzeichnung einfach in Originalgröße auf Papierbögen übertragen, ausgeschnitten und nach dieser Papiervorlage durch Auflegen nach Maß gestrickt – ich wünschte, das wäre heute noch so, es würde das Schreiben von Anleitungen deutlich vereinfachen und verkürzen ;-) .

Da unsere Vorfahrinnen in der Regel zudem zumindest Grundkenntnisse im Schneidern hatten, waren sie auch in der Lage, einen Schnitt zu vergrößern und an die eigenen Maße anzupassen, denn Strickanleitungen gaben normalerweise nur eine, maximal zwei Größen an.

Da man damals deutlich fester gestrickt hat als es heutzutage modern ist (4er Nadeln galten schon als dick) und die Garne meistens aus gewöhnlicher Schurwolle (kein Merino, keine Superwash-Ausrüstung) bestanden, erübrigte sich auch das Problem des Größenwachstums nach dem Waschen – sonst hätte man gar nicht nach einen Papierschnitt stricken können.

Leider sind diese Fähigkeiten heutzutage fast verlorengegangen – ohne genaue Angaben für ihre Konfektionsgröße sind viele Strickerinnen aufgeschmissen, was dazu führt, daß von Strickanleitungen ein möglichst umfangreiches Größenspektrum erwartet wird.
Viele könnten es sicherlich, wenn sie denn nur wollten, aber sie scheuen die Mühe. Ich habe sogar schon Beschwerden darüber gehört, wenn in einer Jacken-Strickanleitung für das andere Vorderteil nur steht “gegengleich stricken” – das Argument war: “Wenn ich schon Geld für eine Anleitung ausgebe, dann will ich überhaupt nicht mehr selbst denken müssen”. Nun ja, so kann man es natürlich auch sehen…

Jean Frost versucht nun, uns mit ihrem Buch diese verlorengegangenen Kenntnisse wieder nahezubringen.

Sie beginnt damit, daß man die eigenen Maße erstmal feststellt – das Wichtigste überhaupt und trotzdem behaupte ich, daß viele Strickerinnen ihre genauen Maße nicht einmal kennen, sondern nur ihre Konfektionsgröße. Wer aber seine Maße nicht kennt (oder zumindest die Maße eines gut passenden Oberteils), strickt quasi blind – in der Hoffnung, daß die angegebene Konfektionsgröße ihm schon irgendwie passen wird. Wobei wir doch alle wissen, daß das auch bei gekauften Klamotten schon lange nicht mehr hinhaut.

Die eigenen Maße werden anschließend mit den Standard-Größéntabellen, denen die Größenberechnung der Modelle im Buch zugrunde liegt, verglichen. Man schaut, mit welcher Größe die eigenen Maßen am ehesten übereinstimmen, um zu sehen, wo man den geringsten Änderungaufwand hat und stellt dann fest, an welchen Stellen man die Standard-Maße verändern muss.

Diese Standard-Tabellen findet man übrigens in jeder deutschen Strickzeitschrift und ich wage zu behaupten, daß sich die kaum einer anguckt. Warum eigentlich nicht? Die Tabellen in Verbindung mit der Schnittzeichnung des jeweiligen Modells zeigen mir genau, wie das Modell geschnitten ist, ob es eng anliegend und figurbetont gedacht ist oder eher locker-lässig, ob es eine Taillierung gibt, ob die Schulterbreite mit meiner eigenen übereinstimmt usw.

Es folgt die Erstellung eines ganz persönlichen Grundschnitts in Originalgröße auf Papier, der anschließend auf einen Protyp aus einfachem Stoff übertragen wird. Dieser Prototyp wird grob zusammengeheftet und anprobiert. Past alles? Wo muss ggf. noch nachgearbeitet werden?
Das Motto des Buches ist “test the fit BOFORE you knit”: Wenn der Prototyp passt, wird die Jacke auch passen – immer vorausgesetzt, daß man in der Lage ist, das Strickstück genau nach den Maßen des Prototypen anzufertigen. Wie das funktioniert, wird im folgenden Teil des Buches erklärt.

Wenn man den perfekten Schnitt für sich gefunden hat, geht es nämlich ans Rechnen, denn nun wird aus dem Grundschnitt eine Grundanleitung berechnet. Och nööö, nicht schon wieder rechnen, werden jetzt einige von Euch denken ;-) Tut mir leid, ohne Rechnen geht es nun mal nicht. Aber mehr als die Grundrechenarten werden nicht verlangt und die sollte doch nun wirklich jeder noch hinkriegen. Das Buch gibt hierzu eine Vorlage, die durch die entsprechenden Rechenschritte -basierend auf der eigenen Maschenprobe- führt.

Der Papierschnitt dient in Zukunft als Kontrollhilfsmittel – durch einfaches Auflegen kann man schnell und leicht feststellen, ob das bisher Gestrickte den gewünschten Maßen entspricht. Funktioniert natürlich wieder nur, wenn das Gestrick nach dem Waschen nicht wächst. Feststricker (winke @ Martine ;-) ) haben hier ein leichteres Leben, weil das für sie in der Regel kein Thema ist.

Tipp: Auf dieser Seite könnt Ihr nicht nur einen kleinen Blick ins Buch werfen, sondern auch nach einer -kostenlosen- Registrierung Papierschnitte in Gr. 36 – 54 zum Ausdrucken in Originalgröße sowie ein Berechnungs-Arbeitsblatt herunterladen.

Einziges Manko des Buches sind für mich die dusseligen inch-Angaben, da hätte ich mir zusätzliche Angaben im metrischen System gewünscht. Ich rechne mir alles in Zentimeter um, denn für Zoll habe ich zum einen überhaupt kein Gefühl und zweitens finde ich Maßangaben, die auf ein halbes Zoll, also 1,27 cm gerundet sind, einfach zu ungenau zum Rechnen (abgesehen davon, daß es sich mit einem Maßsystem, das Längenangaben mit Brüchen! darstellt, sowieso völlig blöd rechnen lässt). Klar, beim Stricken kommt es auf einen guten Zentimeter in der Regel nicht an, aber beim Rechnen können sich diese Rundungsdifferenzen auch schnell auf ein paar Zentimeter summieren.

Mit dem Erlernten geht nun an das sogenannte “Master Pattern” – eine Anleitung für eine Standardjacke in 10 Größen und für 4 Maschenproben (16, 18, 20 und 22 M/10 cm). Dieses Master Pattern kann man nach Belieben mit Mustern, Farben und Garnen variieren und so ganz einfach sein persönliches Design entwerfen.

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Es folgen 14 Modelle, die allesamt Variationen dieses Master Pattens darstellen und zeigen, wie man es durch Ausschnittformen, Kragen, Taschen und andere Details abwandeln kann.

Zu jedem Modell gibt es ausführliche Schnittzeichnungen, die auch gleich die Angaben für Zu- und Abnahmen beinhalten. So kann man auf einen Blick sehen, an welcher Stelle man selbst Änderungen einbauen kann oder muss:

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Die Modelle sind -wie immer- Geschmackssache, mir persönlich sind die meisten zu “lady-like”. Aber im Prinzip geht es ja auch gar nicht darum, die Modelle 1 zu 1 nachzuarbeiten, sondern man kann sie eher als Anregung und Hilfestellung sehen, wie man ein Grundmodell variieren kann, um seine eigenen Ideen zu verwirklichen.

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Alle enthaltenen Modelle könnt Ihr bei Ravelry sehen.

Fazit: Ein schönes Buch für alle, die lernen wollen, wie sie Modelle an die eigene Figur und/oder Größe anpassen können und/oder selbst entwerfen wollen. Man sollte allerdings einigermaßen englisch können und sich von einem bisschen Rechnerei nicht abschrecken lassen.

Erhältlich z.B. bei Amazon für zur Zeit 16,83 €.

Ein sehr schönes und einfaches System für alle Rechenphobiker ist übrigens Amy Herzogs Custom Fit – dazu in Kürze mehr.

Stitches for Tailored Knits – Jean Frost

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84 Seiten, Softcover, Format 24 x 25,5 cm

“Stitches for Tailored Knits” ist eine reine Mustersammlung, nicht mehr und nicht weniger. Wer komplette Anleitungen für Jacken sucht, wird mit Jean Frost Jackets (habe ich hier mal vorgestellt) und/oder Custom Knit Jackets (zeige ich Euch morgen) von der gleichen Autorin glücklicher.
Dieses Buch ist aber eine feine Ergänzung zu den beiden Modellbüchern, denn es bietet viele Anregungen, um vorhandene Anleitungen mit neuen Mustern zu versehen. Und natürlich kann man die Muster auch wunderbar für komplett eigene Entwürfe verwenden.

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Wer schon siebenunddrölfzig Mustersammlungen hat, wird unter dem 49 Mustern dieses Buches vermutlich nichts Neues finden. Trotzdem finde ich die Zusammenstellung der Muster speziell für “Jackets” sehr schön und inspirierend.

Im Englischen gibt es ja die Unterscheidung “Jacket” und “Cardigan”, die ich ein bisschen schwer zu erklären finde, weil beides bei uns einfach eine “Jacke” ist (und bei den Ösis eine “Weste”, die wiederum bei uns immer ärmellos ist).
“Cardigan” steht bei Ravelry unter dem Oberbegriff “Sweaters” und ist für mich -man möge mich korrigieren, wenn ich jetzt völligen Blödsinn verzapfe- eine Jacke, die man mehr oder weniger als Pulloverersatz direkt auf der Haut oder nur mit einem dünnen Shirt, Bluse o.ä. darunter trägt. “Jacket” dagegen ist für mich eine richtige “Jacke”, die man draussen trägt und drinnen entweder auszieht oder in der Art eines Blazers trägt.

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Zu allen Mustern gibt es eine übersichtliche Strickschrift, deren Symbole fast schon selbsterklärend sind; zusätzlich sind sie reihenweise in Worten beschrieben.

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Zu jedem Muster zeigt ein kleines Bild mit einer umgebogenen Ecke die Rückseite.
Eine kleine Zeichnung vermittelt außerdem einen ungefähren Eindruck davon, wie das Muster im großflächigen Gesamteindruck wirkt.

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Besondere Maschenoperationen werden in Schritt-für-Schritt Zeichnungen erklärt:

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Die Designerin gibt außerdem Anregungen, wie man die Muster durch Verwendung verschiedener Farben und Garnstrukturen abwandeln kann:

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Ein schönes Inspirations-Buch für alle, die Ideen und Muster für eigene Designs suchen.

Erhältlich z.B. bei Amazon für sehr günstige 12,32 €.

Storm – Kim Hargreaves

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Das neue Buch von Kim Hargreaves ist draussen – für mich leider wieder eine Enttäuschung.
Aber gut, so ist die Mode wohl jetzt – was ein Glück, daß ich da nicht mitmachen muss ;-)

Obwohl ich Stomp im Prinzip ganz hübsch finde – wenn sie aus halb so dickem Garn gestrickt wäre:

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Myra ist fein – aber wegen einer Jacke kaufe ich kein ganzes Buch:

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Shale ist auch nicht schlecht, aber auch wieder so dickes Garn :-?

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Und aus aus einen nicht näher zu definierenden Grund ist mir das Fotomodell absolut unsympathisch… :roll: (ich mag auch diese “ich krieg’ den Mund nicht zu”-Pose überhaupt nicht – sieht immer so aus, als wenn sie eine Zahnklammer braucht. Aber vermutlich ist das sexy und ich hab’ bloß keine Ahnung…)

Den kompletten Inhalt könnt Ihr hier sehen. Wer es gerne auf deutsch haben möchte, muss noch ein bisschen warten.

Maschenpoesie – Helga Isager

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(127 Seiten, gebunden, Format 27,6 x 23,8 cm)

Die Strickdesigns von Helga Isager (die Tochter von Marianne Isager) waren bisher nicht so ganz mein Geschmack. Das bekannteste Modell von Helga ist vermutlich die Olive, die immerhin 777 Projekte bei Ravelry aufweist. Nach Retro Stricken, der deutschen Übersetzung von Strikketoj (die Modelle darin könnt Ihr hier angucken), erscheint nun mit Maschenpoesie (dänische Originalausgabe: Finstickat) das zweite Buch von ihr im Landwirtschaftsverlag, der damit erneut seinen guten Geschmack bei der Auswahl seiner Handarbeitsbücher beweist.

Die insgesamt 24 Modelle in Maschenpoesie sind nun auch nicht wirklich alle mein Stil, aber ich mag das Buch trotzdem sehr. Das fängt schon beim dicken, festen Einband an, der  sich mit seinem matten Papier sehr angenehm anfühlt, ebenso die Seiten selbst (okay, das ist nicht wirklich wichtig für ein Strickbuch, aber als Stricker ist man ja doch sehr haptisch veranlagt).

Alle Designs sind für Damen oder Kinder, für Männer ist nichts dabei. Jahreszeitlich sortiert, ist von der Mütze bis zum Kleid alles vertreten.

Die Fotos sind schön und stimmungsvoll, da macht alleine schon das Angucken Freude:

Die komplette Anleitung für das oben gezeigte Top “Lemon” findet sich übrigens auf der Amazon-Seite – ob das wirklich im Sinne der Designerin ist…? :roll:

Einer meiner Favoriten ist die Jacke “Cinnamon”:

Auch sehr schön – Daffodil:

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Selbstverständlich werden für alle Modelle die wunderschönen Garne aus dem Hause Isager verwendet, die viel zur Wirkung der Designs beitragen und daher auch nur bedingt ersetzbar sind, wenn man die Optik nicht völlig verändern möchte (in den Projekten bei Ravelry finden sich einige abschreckende Negativbeispiele, wie man ein Modell durch unpassendes Garn völlig verhunzen kann). Und da die Garne alle irrsinnig hohe Lauflängen haben, relativieren sich die zunächst recht hoch erscheinenden Preise wieder etwas.

Die meisten Modelle sind in drei Größen von S bis L angegeben – das macht vermutlich einige von Euch weniger glücklich, zumal fehlende bemaßte Schnittzeichnungen (ein typisch dänischer Mangel) das Umrechnen recht schwer machen.

Ebenfalls typisch für dänische Anleitungen: Es gibt keine Strickschriften, alle Muster sind nur reihenweise in Worten beschrieben. Ich würde gerne mal wissen, ob man sich in den Verlagen einfach nicht bewusst ist, daß eine Strickschrift für die meisten deutschen Strickenden unerlässlich ist, ob man sich die Erstellung aus Kostengründen spart oder ob die Übersetzer einfach keine Ahnung vom Stricken haben und deswegen gar nicht in der Lage sind, eine Strickschrift zu schreiben.

Die verwendeten Nadelstärken bewegen sich im Bereich zwischen 2,5 und 4,5 mm, nur der Zopfmusterpullover “Buttercup” tanzt mit dicken 6er Nadeln aus der Reihe:

Die Kinderjacke “Dove” kann ich mir auch für Erwachsene sehr gut vorstellen:

Alle Modelle aus dem Buch könnt Ihr hier oder bei Ravelry anschauen.

Erhältlich bei Amazon oder in jeder anderen Buchhandlung für 24,95 €.

Satta-Socken – Regina Satta

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Was ist der Deutschen liebstes Strickprojekt? Richtig, die Socke :-D Ich habe den Eindruck, nirgendwo auf der Welt werden so viele Socken gestrickt wie in Deutschland. Größter Beliebtheit erfreut sich dabei die sogenannte “Stino”, also die stinknormale Socke in glatt rechts oder mit Rippenmuster.

Aber natürlich gibt es auch jede Menge wunderschöner Mustersocken, die sich gegenseitig an Kunstfertigfertigkeit überbieten. Die bekannteste deutsche Sockendesignerin ist wohl Regina Satta, die inzwischen bereits sechs Hefte mit Sockenanleitungen herausgebracht hat. Einen Überblick über Reginas Designs bekommt Ihr hier.

Im Juli diesen Jahres erschien nun im OZ-Verlag ihr erstes Buch:

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(62 Seiten, gebunden, ca. 23 x 23 cm)

Enthalten sind 12 neue Sockendesigns, Ravelry-Mitglieder können sich hier alle Modelle angucken.

Die Strickschriften befinden sich auch im PDF-Format auf der beigefügten CD – eine sinnvolle Idee, denn im Buch sind sie doch teilweise arg klein abgedruckt (komisch, vor 10 Jahren hätte ich mir darum noch keinen Kopf gemacht, aber das zunehmende Alter lässt solche Dinge plötzlich wichtig werden :neutral: )

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Nun bin ich selbst keine Sockenstrickerin und kann daher zu den Anleitungen selbst nicht viel sagen – am besten guckt Ihr Euch einfach mal die Bewertungen bei Amazon an. Insbesondere die Rezension von Adrasthea gibt mir zu denken. Ich zitiere:
“Mein größter Kritikpunkt neben den vielen Fehlern – die ich hier nicht alle aufzählen kann – ist, dass das Buch den Anspruch erhebt für ungeübte und Anfänger geeignet zu sein. Das ist es definitiv nicht. Dafür ist es einfach zu rudimentär und zu fehlerhaft”.

Vielleicht kann ja mal jemand, der das Buch besitzt und schon Socken daraus gestrickt hat, etwas dazu sagen?

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Die Modelle sind wie immer Geschmackssache – ich finde die meisten ganz hübsch, aber ob ich dafür nun 14,99 € ausgeben würde, weiß ich nicht. Allein nur auf deutsch findet man bei Ravelry zum jetzigen Zeitpunkt 826 kostenlose Sockenanleitungen, nimmt man als Sprache noch englisch dazu ist man schon bei über 4.400. Und darunter sind eine Menge Schönheiten, z.B. Paraphernalia oder die schönen Mustersocken von Sonja Köhler.
Aber wahrscheinlich geht es da den Sockenstrickern genauso wie mir als Oberteilestrickerin: Man kann nie genug Bücher und Anleitungen haben :wink:

Was ich allerdings gar nicht mag, sind solche Pooling-Flecken – da geht doch das Muster komplett unter und selbst ohne Muster finde ich das sehr unschön. Sieht irgendwie aus wie eine Domestos-Jeans. Für das Titelbild sind die meiner Meinung nach eine denkbar schlechte Wahl :roll:

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Mein Favorit aus dem Buch sind die Graziella-Socken:

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Erhältlich bei Amazon und in jeder Buchhandlung für 14,99 €.

Und wer auf der Suche nach noch mehr Sockenleitungen ist, kann sich ja mal diese Büchlein angucken:

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Zwei der Bücher gehen in die Adventskalender-Kiste – aber eins verlose ich jetzt schon. Wenn Ihr gewinnen wollt, hinterlasst bitte bis morgen um eine Minute vor Mitternacht (06.10.2013, 23.59 Uhr MESZ) einen Kommentar zu diesen Beitrag. Am Montag werde ich dann einen Gewinner auslosen, der sich aussuchen darf, welches der drei vorgestellten Bücher Buch er haben möchte.