Wollschaf

Die verstrickte Dienstagsfrage 34/2014

Wieviel Wolle braucht der Mensch?

Na, mein liebes Wollschaf, geht Dein Kalender vor? ;-) Heute ist doch erst Montag.
Macht nix, man kann ja jeden Tag zum Dienstag machen :-D

Also brauchen tut der Mensch, sprich in diesem Fall ich, eigentlich nur genau so viel Wolle, daß ich mein aktuelles Projekt beenden kann.
Genau genommen habe ich 90% der Dinge, die ich in meinem Leben bisher gekauft (oder gestrickt) habe, nicht wirklich gebraucht.

Diese 90% fallen stattdessen unter die Position “will ich haben, denn sie machen mir Spaß” und dazu gehört auch mein Wollvorrat.
Ich finde es schön, aus dem Vollen schöpfen zu können, sowohl bei meinem Stapel ungelesener Bücher, meinem Naschkram-Vorratsschrank oder bei meinen unzähligen Kisten mit Wolle.
Ich arbeite für mein Geld und das relativ viel, da will ich auch Spaß damit haben. Erben habe ich sowieso keine, da kann ich genauso gut alles auf den Kopf hauen ;-)

Also kaufe ich weiterhin genau so viel Wolle, wie ich Lust habe und mein Bankkonto mir gestattet – wenn ich das Zeitliche segne, bevor ich das alles verarbeitet habe, weiß Christina, was sie zu tun hat ;-)

Ich würde daher sagen, der Mensch braucht genau so viel Wolle, wie er haben möchte und sich leisten kann.

Die verstrickte Dienstagsfrage 32/2014

“Selbstgestrickte Sachen brauchen nicht perfekt zu sein, es ist schließlich Handarbeit” – stimmst Du dieser Aussage zu?

Vielen Dank an das Wollschaf für die heutige Frage!

:-D

Vollkommene Perfektion ist in den meisten Bereichen des Lebens -so auch bei Handarbeiten- schwer zu erreichen, aber meiner Meinung nach sollte man zumindest danach streben.

Man kann natürlich mit der Einstellung “ach, ist ja nur selbstgemacht, da muss ich mir keine große Mühe geben, Hauptsache ich habe Spaß” an die Sache herangehen, aber nachvollziehen kann ich dieses Denken nicht – so eine Larifari-Einstellung entspricht nicht meinem Charakter.
Wenn ich was mache, dann will ich es richtig und ordentlich machen. Das gelingt nicht immer, aber ich tue mein Bestes.

Die Gründe für ein nicht perfektes Strickstück können sein:

1. Fehler aus Schusseligkeit

Passiert jedem ab und an, davor ist keiner gefeit. Hier wäge ich Aufwand und Nutzen gegeneinander ab. Wenn die Fehlerkorrektur unverhältnismäßig aufwendig ist und man den Fehler ohnehin kaum sieht oder wegpfuschen kann, mache ich mir nicht die Mühe, alles neu zu stricken. Wirklich auffällige Fehler würde ich allerdings immer beheben.
Ärgern tue ich mich aber jedes Mal darüber, weil solche Fehler eigentlich vermeidbar sind.

2. Fehler aus Unkenntnis

Sind vollkommen verständlich und verzeihlich, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Traurig ist es bloß, wenn man nicht daraus lernt und den gleichen Fehler immer wieder macht, anstatt ihn zu analysieren und ihn somit für die Zukunft auszumerzen.

3. Ungleichmäßiges Gestrick

Tja, das ist so eine Sache. Manch einer kann es halt nicht besser, egal was er probiert und wieviel er übt, da kann man dann auch nichts machen. Wenn es denjenigen selbst nicht stört und er trotzdem seinen Spaß am Stricken hat, finde ich das vollkommen in Ordnung.
Wenn man allerdings gar nicht erst versucht, das eigene Strickbild zu verbessern oder so wenig selbstkritisch ist, daß man es nicht einmal bemerkt, ist das ebenfalls etwas, daß ich nicht nachvollziehen kann.

4. Schlampige, nachlässige Arbeit

Das ist etwas, worauf ich gar nicht kann. Mach’ es ordentlich, oder lass’ es bleiben. Warum investiert man so viel Zeit (und Geld) in ein Strickstück, wenn man die Arbeit dann schluderig macht?
Und wenn dann noch die faule Ausrede “das ist schließlich Handarbeit, das muss nicht perfekt sein” kommt, ärgert mich das einfach, denn das ist dummes Zeug. Wenn man sich wirklich Mühe gibt, kann man zumindest annähernd Perfektion erreichen. Man muss es nur wollen.

Sehr eigenartig finde ich übrigens auch die Einstellung “das soll ja gar nicht perfekt aussehen, man darf ruhig sehen, daß es Handarbeit ist”. Wieso sollte es ein Merkmal für Handarbeit sein, daß sie ungleichmäßig oder gar fehlerhaft ist? Eigentlich sollte doch etwas Handgefertigtes besser sein als etwas industriell hergestelltes. Ein maßgeschneiderter Anzug oder ein Paar handgenähte Schuhe haben doch auch eine höhere Qualität als Massenware. Warum sollte das bei Handstrick anders sein?

Die verstrickte Dienstagsfrage 31/2014

Liebes Wollschaf,

als ich noch ein kleines Mädchen war, strickten die Frauen meiner Umgebung zusammen und ich erinnere, dass sie dazu Spiele hatten.
Worte wie “Kästchen stricken” und “Fuchs” kommen mir in den Sinn, aber ich konnte damals noch nicht stricken und kenne daher die Spiele nicht.
Da ich mir das “Strickspielen” ganz kurzweilig vorstelle, möchte ich heute in die Runde fragen:
Kennt Ihr Strickspiele?

Vielen Dank an Chatts und das Wollschaf für die heutige Frage!

Hierzu kann ich leider nichts beitragen – in meiner Umgebung wurde gar nicht gestrickt, als ich ein Kind war.

Ich habe nur mal irgendwo von in Runden gestrickten Projekten gelesen, an denen zwei Strickerinnen gleichzeitig zusammen gearbeitet haben. Das kann aber auch nur gut funktionieren, wenn beide gleich schnell und vor allem gleich fest stricken. Anja, das sollten wir beide eigentlich mal ausprobieren, bei uns könnte das gut klappen. Schließlich kannst Du auch an meinen Sachen weiterstricken, ohne daß man einen Unterschied sieht.

Aber ich finde die Frage sehr interessant und vielleicht kennt ja jemand aus meiner zahlreichen Leserschaft solche Spiele?

Die verstrickte Dienstagsfrage 30/2014

vogueiltim

Habt Ihr ein oder mehrere Lieblings-Strickbücher?

Wenn ja, welche(s)?

Aus welchem Buch habt Ihr bisher die meisten Modelle nachgestrickt?

Welches Buch in Eurer Strickbibliothek hat Euch bisher den meisten Nutzen gebracht und warum?

Vielen Dank an das Wollschaf für die heutige Frage!

Das ist ja eine Frage für mich :-)

Klar, habe ich Lieblingsbücher. Ungefähr 800, denn ich liebe alle meine Strickbücher ;-)

Fangen wir mal rückwärts an. Am meisten Nutzen hat mir bisher das hier gebracht – das ist meine “Bibel” und meine erste Wahl, wenn es ums Nachschlagen geht, denn da ist nahezu alles drin, was man wissen muss und zudem sehr gut erklärt und bebildert:

Besonders hohen Nutzen haben für mich auch immer Musterbücher. Da liebe ich insbesondere das japanische 250er und das 300er:

Mein meistgenutztes Musterbuch ist jedoch das hier – da werde ich fast immer fündig, egal ob simpel oder aufwendig:

Die meisten Modelle -nämlich vier- habe ich bisher aus diesem Buch nachgestrickt (Neuauflage hier):

fishermensstar

Ich habe zwar noch unzählige Sachen in meinen Büchern, die ich stricken möchte, aber irgendwie sind die neuen Modelle -trotz Queue- geistig immer präsenter als die alten und gelangen daher eher auf die Nadeln.

Oh, und das nützlichste Fachliteraturwerk überhaupt war ein Heft, nämlich das Rowan Magazine 37:

RowanMag37

Denn da ist die Jacke Martha drin – nicht nur eins meiner meistgetragenen Strickstücke, sondern vor allem das Modell, das mir die Angst vor Armkugeln genommen hat und bei dem ich gelernt habe, wie man stufenlose Armkugeln und Rundungen strickt. Das Abnahmeschema dieser Jacke stricke ich seitdem immer bei allen Maschenproben zwischen 26 und 30 Maschen und es passt immer.

Die verstrickte Dienstagsfrage 25/2014

Oft ist es so, daß gerade das Modell, in das man sich unsterblich verliebt hat, nicht in der eigenen Größe verfügbar ist.
Insbesondere deutsche Anleitungen sind in ihrem Größenspektrum ja oft sehr eingeschränkt.

  • Was macht Ihr, wenn Eure Größe nicht dabei ist?
  • Komplett umrechnen? Wenn ja, “zu Fuß” oder mit einem Strickrechner? Wenn letzteres, welchen benutzt Ihr?
  • Pi mal Daumen ein paar Maschen mehr oder weniger anschlagen und hoffen, daß es zum Schluß passen wird?
  • Dickeres bzw. dünneres Garn und Nadeln nehmen?
  • Ein ähnliches Modell suchen, das in Eurer Größe verfügbar ist?
  • Zähneknirschend verzichten und etwas anderes stricken?

Ganz was anderes, nämlich…

Vielen Dank an Tichiro und das Wollschaf für die heutige Frage.

Zum Schluß hat das Wollschaf noch eine Bitte in eigener Sache:

In letzter Zeit werden so gut wie gar keine Fragen mehr eingereicht. Es wäre schön, wenn die versammelte Bloggergemeinde dem neugierigen Wollschaf in dieser Hinsicht wieder etwas mehr unter die Arme greift, damit das Wollschaf nicht immer in den unheimlichen dunklen Keller klettern und alte Fragen aus den muffigen Archivkartons ausgraben muss.

Ach, das ist ja meine eigene Frage :-)

Glücklicherweise kommt es selten vor, daß eine Anleitung nicht in meiner Größe verfügbar ist. Ich hab’ in den letzten Jahren wieder das eine oder andere Kilo zugenommen *hust*, aber noch bin ich im Bereich 42/44, den decken die meisten Anleitungen ab. Außer japanische, die gibt es ja immer nur in einer Größe, in der Regel für sehr schlanke Figuren mit wenig Oberweite.

Ich habe aber fast immer das Problem, daß mir die Strickfestigkeit nicht gefällt, mir sind 90% aller Modelle viel zu locker gestrickt. Ein dickeres Garn zu nehmen, um auf die geforderte MaPro bei der von mir bevorzugten Strickfestigkeit zu kommen, ist in der Regel keine Lösung, weil mir das Teil dann viel zu warm werden würde.

Zwei verschiedene Probleme, gleiche Lösung: Wischi-Waschi-Umrechnen ;-)

Wischi-Waschi-Umrechnen geht bei mir so: Ich wähle zuerst das Garn, das ich für mein Wunschmodell nehmen möchte. Anhand der Stärke des Garns entscheide ich, mit welcher Nadelstärke ich es verstricken möchte, damit das Gestrick so dicht wird, wie ich es haben möchte. Dazu brauche ich keine MaPro, das weiß ich aus Erfahrung (Trefferquote 98,35409%).

Wenn ich die Nadelstärke weiß, weiß ich auch, welche Maschen-Mapro ich damit erreichen werde, denn das ist bei mir nahezu immer gleich und verändert sich auch durch’s Waschen nicht: Je nach Garn und Muster 27-29 M auf 3er Nadeln, 24-26 M auf 3,5ern, 21-23 M auf 4ern, 18-20 M auf 4,5 mm. Nur bei Garnen mit Seidenanteil kommt das nicht hin, da geht selbst bei mir das Gestrick nach dem Waschen in die Breite. Aber da ich das weiß, kann ich das von vornherein berücksichtigen (außerdem verstricke ich ohnehin selten Garne mit Seidenanteil). Noch leichter ist es, wenn ich ein Garn zum zweiten Mal verstricke, dann kann ich die Mapro einfach vom ersten Projekt übernehmen (sofern das Muster nicht wesentlich abweicht).

Und ich weiß auch, welche Maschenzahl bei welcher Nadelstärke ich in etwa anschlagen muss, damit es mir passt: Auf 4er Nadeln je nach Muster zwischen 110 und 125, auf 3,5ern zwischen 125 und 140, auf 3ern zwischen 140 und 155 M.

Also suche ich mir in der Anleitung die Größe, die mit den Anschlagsmaschen (oder den Maschen in Brusthöhe) in den passenden Maschenzahlenbereich fällt. Habe ich mehrere zur Auswahl, entscheide ich nach Gefühl.

Nun kann ich erstmal nach den Angaben für diese Größe anfangen zu stricken. Spätestens nach den ersten 5 cm messe ich nach, ob die Breite auch wirklich hinhaut. In 95% aller Fälle stimmt alles, die restlichen 5% muss ich halt ribbeln. Ist im Jahresdurchschnitt immer noch wesentlich zeitsparender als jedes Mal eine MaPro zu machen ;-)
Bevor ich ribbele, zähle ich natürlich die Maschen aus, damit ich mir ausrechnen kann, wie viele M ich beim zweiten Versuch anschlagen muss, damit es dann auch wirklich hinhaut (winke @ Kerstin ;-) ).

Nach 10 – 15 cm habe ich dann eine wunderbar große Maschenprobe :-D
Die dient mir als Rechengrundlage für den Rest des Modells. Obwohl ich da auch oft mehr nach Gefühl arbeite, als exakt zu rechnen. Das ist halt der Vorteil, wenn man schon unzählige Pullover und Jacken gestrickt hat, man hat viele Erfahrungswerte. Manchmal messe ich auch einfach die benötigte Breite und zähle dann, wie viele M das sind.

Die Anschlagsmaschenzahl für die Ärmel ermittele ich, indem ich das bereits gestrickte Rücken- oder Vorderteil um mein Handgelenk lege und die Maschen auszähle.

Für die Abstände der Zunahmen sowie die größte Breite des Ärmel habe ich wiederum Erfahrungswerte, auf die ich zurückgreife. Zwischendurch wird aber trotzdem durch Anhalten kontrolliert, ob auch alles hinhaut.

Für die Armausschnitte und Armkugeln habe ich ohnehin Standard-Schemata, die so gut wie immer passen, Anpassungen mache ich dann während des Strickens – wenn ich die Armkugel auf halber Strecke in den Armausschnitt halte, sehe ich ja schon ungefähr, ob das zum Schluß passen wird.

Naja, und die Gesamtlänge und Ärmellänge mache ich ohnehin nie nach Anleitung, sondern so, wie ich sie haben möchte.

Natürlich kann ich auch eine MaPro machen und alles vorher komplett ausrechnen, wie es geht, weiß ich ja – aber mir meiner Wischi-Waschi-Methode bin ich bisher immer sehr gut gefahren ;-)
Wobei ich dazu sagen muss, daß ich bisher auch keine besonders aufwendig oder ungewöhnlich geschnittenen Modelle (z.B. Kreiseljacken) gestrickt habe, da würde meine Methode sicherlich irgendwann an ihre Grenzen stossen.

Was übrigens auch in vielen Fällen gut klappt: Maschenprobe machen und ein Modell suchen, das die passende MaPro, in etwa den gleichen Schnitt und die richtige Größe verfügbar hat und dann das Design einfach auf dieses Modell übertragen.

Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2014

Ich habe die Idee, ein “Strick-Wiki” ins Netz zu stellen, kostenfrei und jeder kann mitmachen, analog zu dem “normalen” Wikipedia. Es können dort alle Bereiche, die mit Handarbeiten zu tun haben, angesprochen und mit einem Beitrag versehen werden. Beispielsweise könnte man Strickmuster sammeln, Abkürzungen erklären, Anleitungsvideos verlinken und vieles mehr.

Um abschätzen zu können, ob sich der Aufwand lohnt, habe ich nun die Frage, für wie sinnvoll die Leser diese Idee erachten.

Vielen Dank an Zeena und das Wollschaf für die heutige Frage!

Grundsätzlich ist die Idee gar nicht schlecht. Dann hätte man quasi ein Online-Grundlagenbuch als Wiki. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß es Spaß machen würde, daran mitzuarbeiten.

Aber: Der Arbeitsaufwand würde immens sein, vor allem für den Admin eines solchen Wiki. Insbesondere am Anfang, wenn alle noch mit Feuereifer (aber nicht zwingend auch mit ausreichenden Fähigkeiten) zum Wiki beitragen wollen. Nach spätens drei oder vier Wochen wird dieser Eifer höchstwahrscheinlich stark nachlassen und dann stellt sich die Frage, wer daran überhaupt noch regelmäßig weiterarbeitet.

Zuerst einmal müsste das Wiki eine sinnvolle Struktur haben, die dann auch von allen Autoren zwingend beachtet werden müsste.

Die Wiki-Einträge sollten meines Erachtens sowohl eine große Bandbreite an Wissen abdecken als auch eine hohe sprachliche und didaktische Qualität aufweisen. Ich habe aber die Befürchtung, daß die meisten Beiträge hauptsächlich Banalitäten  á la “wie stricke ich 2 M rechts zusammen?” behandeln werden. Sowas gehört der Vollständigkeit halber natürlich auch hinein, macht das Wiki aber allenfalls für blutige Anfänger interessant.

Hier ist ein gutes Negativ-Beispiel für ein Strickwiki – gut gemeinter Anfang, aber inhaltlich größtenteils völlig uninteressant. Und das Ding gibt es seit 2007, da ist also in 7 Jahren kaum etwas passiert. An dem Ding kann auch noch jeder rumpfuschen, da braucht man sich noch nicht einmal zu registrieren, das geht natürlich überhaupt nicht. Damit würdest Du sämlichen Deppen, Scherzkeksen und Spammern Tür und Tor sperrangelweit öffnen. Ich würde keinen Beitrag ungeprüft online gehen lassen.

Alle Beiträge müssen Korrektur gelesen werden, sowohl was die inhaltliche Richtigkeit als auch Rechtschreibung und Grammatik betrifft. Außerdem müssen sämtliche Inhalte auf Urheberrechtsverletzungen überprüft werden. Hochgeladene Bilder nur durch die Google-Bildersuche zu jagen, reicht bei weitem nicht aus, schließlich können das auch Scans aus Büchern o.ä. sein.

Es muss ständig jemand aufräumen, weil es immer wieder doppelte Themen, falsch eingeordnete Beiträge, tote Links, gelöschte Videos usw. geben wird.

Strickmuster würde ich schon mal gar nicht sammeln, so schnell kannst Du gar nicht löschen, wie da die Urheberrechtsverletzungen hochgeladen würden. Und die Mühe selbst Musterproben zu stricken, zu fotografieren und Strickschriften zu schreiben wäre völlig überflüssig, dafür gibt es zuhauf Musterbücher für kleines Geld und darüber hinaus massig Muster in Netz.

Und Du schreibst, daß Du das Wiki nicht nicht für stricken, sondern für alle Handarbeitstechniken machen möchtest. D.h. damit potenzierst Du den Arbeitsaufwand um ein vielfaches.

Im Prinzip hat Kerstin alle meine Bedenken in ihrem Beitrag wunderbar zusammengefasst, ihre Worte kann ich voll und ganz unterschreiben.

Und letztlich: Wer braucht das tatsächlich? Erstens gehört meiner Meinung nach ein Grundlagenbuch sowieso in jeden anständigen Haushalt und darüber hinaus lässt sich mit Google zu fast jeder handarbeitstechnischen Frage innerhalb kürzester Zeit die Lösung finden, denn es ist ja schon alles da.

Rechtfertigt der Vorteil, daß man alles (wobei “alles” sowieso unerreichbar sein dürfte) an einem Ort findet, wirklich den irrsinnigen Arbeitsaufwand?

P.S. in dem Zusammenhang habe ich jetzt endlich mal was verwirklicht, was ich schon lange machen wollte: Alle Tipps & Tricks-Beiträge findet Ihr jetzt alphabetisch aufgelistet hier (oder oben unter dem Menüpunkt: Workshops + Stricktipps.

Die verstrickte Dienstagsfrage 7/2014

Der Satz: “DAS geht ja mal gar nicht…”, der fällt ja auch unter StrickerINNEn, auch wenn wir ja sonst ein tolerantes Völkchen sind.
Was habt Ihr denn so als absolutes NO GO in Sachen Maschenwerk?
Habt Ihr eine Abneigung dagegen, Kaffeehausgardinen zu häkeln oder die berühmte Klorollenhülle?
Würdet Ihr NIEMALS auf den Wahnsinn verfallen, Socken zu stricken?
Hat sich da was in Vorlieben und Abneigungen geändert?

Vielen Dank an Daniela und das Wollschaf für die heutige Frage!

Vorab: Die nachfolgenden NO GOs gelten nur für mich persönlich. Was andere stricken, ist ganz allein deren Sache – jeder soll tun, was ihm Spaß macht. Also bitte nicht auf den Schlips getreten fühlen, weil ich womöglich Euer Lieblings-Strickprojekt total doof finde ;-) Toleranz heißt nämlich nicht, daß man nicht sagen darf, wenn einem etwas nicht gefällt. Toleranz kommt von “tolerare” und das heißt nichts weiter als “erdulden, ertragen”.

Meine persönliches NO GO ist schon mal alles, was ich nicht gebrauchen kann. Stricken nur um des Strickens Willen ist für mich sinnlos, dazu bin ich zu pragmatisch.

In die Kategorie “brauch’ ich nicht” fallen z.B. Spülis – alles was in die Richtung Putz-, Wasch-, Wischlappen geht. Putzen ist für mich ein notwendiges Übel (mit dem ich mich dank Putzfrau nur in geringem Maße beschäftigen muss). Dafür verschwende ich meine Strickzeit nicht, da tun es fertig gekaufte Putztücher genauso gut. Die schmeisse ich weg, wenn sie schäbig aussehen, fertig. Außerdem widerstrebt es mir irgendwie, mein Gestrick mit Dreck in Verbindung zu bringen. Und Waschlappen benutze ich selten, und wenn, dann Einmal-Waschlappen, dafür habe ich also auch keine Verwendung.

Ebenfalls auf der NO GO-Liste steht für mich Guerilla/Urban-Knitting. Auch dafür ist mir meine Zeit (und meine Wolle) zu schade. Und irgendwelche bunten Lappen, die um Bäume, Laternenpfähle o.ä. gewickelt sind, finde ich nicht mal besonders schön anzuschauen. Natürlich gibt es in dem Bereich auch ein paar wirklich hübsche und/oder originelle Sachen, aber das überlasse ich denen, die daran Spaß haben.

Absolutes NO GO sind Willy Warmers – was soll der Quatsch? Es mag Leute geben, da darüber als Scherzartikel lachen können, ich finde sie einfach nur blöde.

Ebenfalls gar nicht gehen tun gestrickte Monatshygieneartikel – nee, das muss nun wirklich nicht sein.

Ein weiteres NO GO sind für mich Fransen-, Fussel-, und sonstige Effektgarne in allen Variationen, am besten noch in der monsterfetten 12er Nadel-Ausführung. Ich mag sie einfach nicht leiden. Zumindest nicht für ein ganzes Teil. Sehr, sehr sparsam eingesetzt, könnte ich mir das eine oder andere Effektgarn aber durchaus als Designelement vorstellen.

Überhaupt: Alle Garne, die jenseits von 5er Nadeln liegen, kommen mir nicht ins Haus. Erstens stricke ich mit so dicken Nadeln nur höchst ungern, je dicker, um so grobmotorischer werde ich, da entsteht kein angenehmer Strickfluß mehr. Um zweitens sind mir solche Garne auch viel zu warm für Oberteile. Wenn es wirklich mal so kalt ist, daß ich so dicke Sachen brauche, beschränke ich meine Aufenthalte im Freien auf unter fünf Minuten ;-)

Was ich auch niemals stricken würde, sind irgendwelche Püppchen, wie z.B. in Strikkedukker. Ich mochte schon als Kind nicht mit Puppen spielen, das hat sich auch im Erwachsenenalter nicht geändert. Puppen jeglicher Art als Deko? Never ever!

Ebenfall nicht auf die Nadeln kommt mir wollige Festtagsdeko. Ich dekoriere meine Wohnung nicht zu Ostern und zu Weihnachten inzwischen auch nicht mehr. Der Gipfel des Grauens sind für mich Tür- oder Adventskränze aus Brazilia – tut mir wirklich leid, aber die finde ich echt schauderhaft.

Zu gestrickter Wohndeko habe ich ein zwiespältiges Verhältnis. Kissenbezüge und gestrickte Decken mag ich. Ich habe gerade beim schwedischen Möbelhaus sehr günstige Sofakisssen erstanden, die sollen gestrickte Bezüge bekommen. Viele andere Projekte wie z.B. Häkelgardinen, Vasenüberzieher, Deckchen, Untersetzer oder Lampenschirme fallen in die Kategorie: Bei anderen gerne, bei mir nicht. Solche Dinge arten leider auch sehr schnell in Kitsch aus, die Grenzen sind da fließend. Es kommt ja auch immer auf den Wohnstil an, was in meiner Wohnung vielleicht megakitschig wirken würde, kann im richtigen Rahmen ganz bezaubernd aussehen.

Die gestrickte/umhäkelte Klorolle gehört bei Autos einer bestimmter Altersklasse aber unbedingt dazu – hätte ich einen entsprechenden Oldtimer, käme die selbstverständlich hinten auf die Ablage :-D

Kitsch bei Kleidungsstücken geht für mich auch gar nicht. Rüschen, Blümchen, Spitzen ü.ä. mag ich manchmal – wenn sie unaufdringlich und sparsam eingesetzt sind. Tier- und Comicmotive dagegen -wenn überhaupt- nur bei Kinderkleidung. Und wer einem wehrlosen Kleinkind sowas anzieht, muss sich auch nicht wundern, wenn der Sprössling später zum Bettnässer wird :mrgreen: Aber wer weiß: Hätte ich selbst ein Baby, würde ich vielleicht ganz anders darüber denken…
Ganz, ganz furchtbar finde ich diese albernen Tiermützen (winke @ Connie). Daß ein erwachsener Mensch sowas freiwillig trägt (und die Dinger sind ja tatsächlich gerade sehr modern), kann ich echt nicht nachvollziehen (Kindern würde ich sie auch nur aufsetzen, wenn diese denn unbedingt wollen). Aber wenn jemand Spaß daran hat, sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Affen zu machen ;-) , bitte, nur zu. Ich kann ja weggucken.

Geändert an meinen Vorlieben bzw. Abneigungen hat sich im Laufe meines Strickerinnendaseins eher wenig (von Veränderungen im Modegeschmack mal abgesehen). Ausnahme: Socken :-) Selbige zu stricken habe ich früher kategorisch abgelehnt, aber nachdem ich gezwungen war, welche zu stricken, würde ich sie als Projekt für mich nicht mehr komplett ausschließen. Ich finde sie immer noch nervig zu stricken, aber falls ich eines Tages neue Socken brauchen sollte, würde ich mir vielleicht welche stricken. Die Wahrscheinlichkeit, daß ich selbstgestrickte Socken von jemand anderem kaufen oder ertauschen würde, ist aber wesentlich höher ;-)