Wollschaf

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Sieht man eigentlich euren Händen an, dass ihr strickt? Habt ihr z.B. Schwielen, oder Hornhaut an den Fingern? Oder gar schon “verbogene” Finger? Und was macht ihr dagegen? Wie pflegt ihr eure Hände?

Vielen Dank an Connie für die heutige Wollschaf-Frage!

Verbogen? Jo, der hier :mrgreen: :

Nee, im Ernst jetzt, das erste Glied meines linken Mittelfinger hat durch das Stricken einen gewaltigen Knick und zudem ein verdicktes Gelenk bekommen. Liegt vermutlich daran, daß ich die linke Nadel zum Halten mit dem Daumen gegen den Mittelfinger drücke, nach einigen hundertausend Maschen hat der dann beschlossen, daß er der Klügere ist und nachgegeben:

Den gleichen Knick habe ich auch im rechten Zeigefinger, der kommt aber vom Schreiben.
Was ich dagegen mache? Nichts, was sollte man gegen krumme Finger tun können?

Ansonsten habe ich halt die übliche Hornhaut an der rechten Zeigefingerkuppe. Die feile ich glatt, wenn sie rissig wird.
Im übrigen pflege ich meine Hände nicht besonders, die werden mehrfach täglich eingecremt und gut is’. Ich finde sie eh nicht besonders schön (zu breit, zu kurze Finger, halt komische kleine Patschehände), sie müssen halt nur einigermaßen ordentliche Fingernägel und keine rissigen Stellen haben. Früher habe ich mir immer künstliche Nägel machen lassen, das sah natürlich nett aus, aber irgendwann habe ich dagegen eine Allergie entwickelt. Witzigerweise sind die Nägel seitdem aber knallhart und brechen oder reissen selten ein.

Einmal vom Virus des Strickens angesteckt, legt man nicht so schnell die Nadeln wieder zur Seite. Mit viel Geduld testet man auch gern mal etwas Neues aus. Doch habt Ihr schon einmal ein Muster versucht und seid kläglich daran gescheitert? Trotz immer wieder erneuter Versuche hat es vorne und hinten nicht so ausgeschaut, wie es sollte oder die Maschen wollten nicht so wie beschrieben?
Wieviel Ausdauer habt ihr, bis ihr aufgebt?
Sucht ihr nach einiger Zeit nach einem ähnlich ausschauenden Muster oder legt ihr das Projekt ad acta?
Wie handelt Ihr diese Situation?

Vielen Dank an Sylvia (Link nicht angegeben) und das Wollschaf für die heutige Frage!

Ich definiere Muster jetzt mal als “Strickmuster” und nicht als komplette Strickanleitung. Grundsätzlich wären meine Antworten aber identisch.

Wenn ein Muster trotz mehrerer Versuche nicht so aussieht, wie es laut Foto aussehen sollte, gibt es zwei mögliche Gründe:

1. Die Strickschrift bzw. Beschreibung des Musters ist fehlerhaft

Kommt jetzt nicht soooo häufig vor, aber wenn, dann kann es insbesondere einen weniger erfahrenen Stricker schier zur Verzweiflung treiben. Wenn man sich also nach genauester Kontrolle des eigenen Gestricks mehr oder weniger sicher ist, daß man alles richtig gemacht hat, und man den Fehler in der Strickschrift nicht selbst findet, empfiehlt es sich den Rat anderer einzuholen, bevor es ob lauter Haareraufens zu kahlen Stellen kommt.

Die Selbstsicherheit zu sagen “da muss ein Fehler drin sein, ich habe alles richtig gemacht”, erwibt man allerdings meist erst mit zunehmender Strickerfahrung. Fehlerhafte Anleitungen sind also ganz böse Fallen für Strickneulinge, die denken natürlich erstmal, daß es an ihnen liegt. Zum Glück gibt es heute das Internet, wo einem in einem der zahlreichen Foren in der Regel blitzschnell und sehr kompetent geholfen wird.

2. Man hat ein Symbol der Strickschrift bzw. eine Beschreibung falsch gedeutet oder eine Maschenoperation falsch durchgeführt

Da hilft nur akribisches Durchgehen und Überprüfen jedes einzelnen Symbols bzw. jeder einzelnen Anweisung, irgendwo muss sich der eigene Fehler ja verstecken. In manchen Fällen liegt es auch daran, daß man sich eine abweichende Strickweise angeeignet hat, viele stricken z.B. rechte Maschen grundsätzlich verschränkt oder machen Umschläge anders herum als üblich. Das hilft es, sich im Internet (z.B. auf Youtube) mal anzugucken, wie solche Dinge normalerweise gestrickt werden.

Ich selbst bin zum Glück noch nie an einem Muster gescheitert. In der Regel klappt es spätestens im zweiten Versuch, daß der erste nicht hingehauen hat, lag dann in der Regel daran, daß ich nicht richtig hingeguckt oder nicht richtig gelesen hatte. Falls ich nicht weiß, wie man bestimmte Dinge macht, schaue ich in einem meiner Grundlagenbücher nach.
Von daher kann ich bezüglich meiner Ausdauer dazu nicht viel sagen, aber grundsätzlich bin ich ein ziemlich sturer Mensch, wenn etwas nicht klappt, probiere ich so lange, bis es hinhaut. Aufgeben gibt’s nicht, wenn ich etwas wirklich will. Beiseite legen und am nächsten Tag nochmal versuchen, ist oft hilfreich, manchmal wird man ja auch nach Stunden des Rumprobierens einfach betriebsblind und übersieht die simpelsten Dinge.

Eine Zeit lang habe ich auch viel an Computern rumgebastelt, wenn da etwas partout nicht funktionieren wollte, bin ich ins Bett gegangen, habe die Lösung geträumt, bin wieder aufgestanden und es klappte tatsächlich. Kein Schnack, das ist mir relativ häufig passiert, das Gehirn beschäftigt sich im Schlaf weiter mit dem Problem und finder oft schneller eine Lösung, wenn das Oberbewusstsein ausgeschaltet ist.

Grundsätzliche Tips für in Foren Hilfesuchende:

  • Betitelt den Thread möglichst prägnant, nur “Hülfäääää!!!!!!!!” zu schreiben, ist nicht besonders aussagekräftig und nervt viele Hilfbereite schon von vornherein. Besser wäre z.B. “Bitte Hilfe beim Pfauenfedermuster” oder “Brauche Hilfe bei Modell 3 aus Verena Frühjahr 2012″.
  • Gebt genau an, um welches Modell aus welcher Publikation es sich handelt, idealerweise mit Link.
  • Schildert das Problem möglichst genau und in verständlichen Worten, zitiert ggf. die Stelle der Anleitung, die Euch Kopfzerbrechen bereitet (zitieren darf man, bloß nicht die ganze Anleitung posten).
  • Macht ein deutliches Foto Eures eigenen Gestrickes, erfahrene Stricker können oftmals auf Anhieb sehen, was da schiefgelaufen sein könnte.
  • Und bitte keine Crosspostings - ich bin z.B. in vielen Foren unterwegs und finde es höchst lästig, x-mal die gleiche Frage zu finden. Abgesehen davon raubt Ihr den hilfsbereiten Menschen ihre kostbare (Strick)Zeit, die geben sich womöglich alle Mühe, eine Frage zu beantworten, die in dem anderen Forum schon längst geklärt ist. Wenn nach 24 Stunden in einem Forum immer noch keine Antworten sind, die Euch weiterhelfen, könnt Ihr immer noch woanders fragen. Ich weiß, solche Fragen brennen unter den Nägeln und das Warten auf einen Antwort ist ganz schrecklich, aber meist hat man sowieso schon nach sehr kurzer Zeit die ersten Antworten.
  • Zum Thema Höflichkeit und Rechtschreibung verweise ich einfach mal auf die Leitlinien des Strickforums (übrigens neben Ravelry das kompetenteste Forum, das ich kenne) - besser könnte ich es auch nicht ausdrücken (und werde wenigstens nicht schon wieder wegen Arroganz verhauen - hoffentlich… :wink: )

Wenn man mit einem Hobby wie das Stricken oder Häkeln beginnt, geht es in einer ersten Phase darum, Techniken zu erlernen, zu beherrschen und zu verstehen und sich somit Herausforderungen zu stellen. Die Entdeckung an sich macht Spaß, und nach dem Motto “Mal gucken, wie es geht und ob ich das schaffe” beschäftigt man sich, solange alles neu und aufregend ist, schon mal mit Projekten, die man sonst nicht in Angriff nehmen würde. Bei mir waren es zum Beispiel Lace-Arbeiten, Zierdeckchen und Dekogegenstände, die ich als Kind und Jugendliche im Überfluss und in allen Varianten gestrickt und gehäkelt habe. Ist diese erste Entdeckungsphase aber vorbei und hat man sich selbst bewiesen, dass man bestimmte Dinge kann, werden sie uninteressant – und sind einem mitunter rückblickend, so geht es mir zumindest, vielleicht sogar eher peinlich. Ich bin neugierig: Was habt Ihr so in Eurer “Anfängerphase” gestrickt oder gehäkelt, was Ihr heute auf gar keinen Fall mehr machen würdet?

Vielen Dank an Martine und das Wollschaf für die heutige Frage!

Hm - ich bin da irgendwie schrecklich pragmatisch veranlagt. Ich habe immer nur Sachen gestrickt, die ich auch verwenden, sprich anziehen konnte. Nur stricken um des Lernens oder Ausprobierens Willen ist nicht mein Ding. Ich lerne Sachen nur, wenn ich sie für ein bestimmtes Projekt, das ich haben will, können muss. Von daher gibt es -soweit ich mich erinnere- nichts, was ich nicht heute auch noch machen würde. Vielleicht liegt das auch daran, daß ich erst mit 19 stricken gelernt habe.

In den letzten Tagen habe ich in skandinavischen und baltischen Strickblogs des öfteren gelesen, dass viele den “Vorwand” der Jahreszahl 2012 nehmen wollen, um besondere Projektreihen zu starten: Einige haben sich für 2012 vorgenommen, in 12 Monaten 20 Sockenpaare stricken, andere 12 Pullover in 12 Monaten, andere innerhalb von 12 Monaten an 20 KALs teilzunehmen, andere wiederum wollen 20 Strickwerke à 12 Knäuel anfertigen. Habt Ihr auch schon mal an eine solche Zahlenspielerei gedacht oder würdet Ihr überhaupt solche Projektreihen starten wollen?

Vielen Dank an Martine und das Wollschaf für die heutige Frage!

Also 12 Pullover in 12 Monaten finde ich ja jetzt ein bisschen wenig :mrgreen:

Nee, im Ernst, wer Spaß an sowas hat, soll’s machen, für mich persönlich wäre es “dumm Tüch”.
Ich stricke ohnehin so viel, wie es zeitlich machbar ist, warum sollte ich mir da also irgendwelche Vorgaben setzen. Wer solche Ziele braucht, um sich selbst zu mehr Strickprojekten zu “disziplinieren”, hat den Sinn eines Hobbys nicht so ganz verstanden. Oder wozu soll das sonst gut sein?

Und warum dafür nun ausgerechnet dieses Jahr herhalten soll, entgeht mir auch irgendwie. Ich hätte ja auch in 2011 an 11 KAL’s teilnehmen können oder in 1999 19 Pullover (oder 99 Paar Socken :mrgreen: ) stricken. Oder ich nehme mir mal vor, aus jedem Heft und jedem Buch, das ich besitze, mindestens ein Modell zu stricken, dann bin ich auch für den Rest meines Lebens beschäftigt :wink:

Kurzum: Ich verstehe den Sinn solcher Aktionen nicht. Aber vielleicht könnt Ihr mir das erklären?

Ich stricke gerade ein Zopfmuster und frage mich, was benutzt ihr denn so alles als “Hilfsnadel”. Nur spezielle Zopfnadeln, normale andere Stricknadeln, oder gar andere Materialien???

Vielen Dank an Patricia und das Wollschaf für die heutige Frage!

1 über 1 und 2 über 2 M stricke ich normalerweise ohne Zopfmusternadel. Darüber hinaus wird’s bei mir kritisch, weil ich so fest stricke, da entfleuchen mir die Maschen zu leicht, sobald ich die Nadel rausziehe. Da nehme ich also lieber eine Hilfsnadel. Und zwar diese ganz gewöhnliche mit dem Knick in der Mitte:

Allerdings benutze ich nur die 2,5er, auch wenn ich mit dickeren Nadeln stricke. Die 4er würde ich nur für sehr dickes Garn benutzen und das verstricke ich eh nicht.
Für den Notfall (wo zum Teufel ist bloß die Zopfmusternadel, die hatte ich doch vor 3 Minuten noch?) nehme ich auch mal eine dicke Nähnadel.

Wozu es allerdings diese U-förmigen Zopfmusternadeln gibt, habe ich bis heute nicht verstanden, die sind doch blöd, weil man davon gar nicht wieder abstricken kann. Da müsste ich ja erst die Maschen wieder auf die normale Nadel nehmen, das ist mir viel zu umständlich. Benutzt die jemand von Euch? Hat die irgendeinen Vorteil, den ich noch nicht ergründet habe?

Ach so - Ihr wolltet ja noch wissen, wie man seinen Katzen das Stricken beibringt. Damit muss man ganz früh beginnen :wink: :

Erstmal die richtige Nadelhaltung lernen:

Die Zopfmusternadel (und deswegen komme ich eigentlich darauf) fand er aber etwas schwierig in der Handhabung:

Und hier nun endlich der wahre Grund, warum ich bisher keine Socken strickte. Das macht Chico für mich :mrgreen:

Angenommen, du sitzt auf dem Sofa (Sessel, Bank, Stuhl…) und strickst. Was brauchst du unbedingt in Griffweite?

Danke an das Wollschaf für die Frage.

Hihi, lustige Frage. Aaaalso:

1. Zigaretten
2. Feuerzeug
3. Aschenbecher
4. Flasche Cola light
5. möglichst großer Becher, damit ich nicht immer nachschenken muss
6. Laptop
7. Fernbedienung
8. Strickanleitung, sofern ich nach Anleitung stricke
9. Schere
10. Maßband
11. Papiertaschentuch
12. Handcreme

Und idealerweise meine Kater :grin:

Beim Stricken der Knopflochblende bin ich immer ein bißchen unsicher, ob die Knopflöcher auch wirklich an der korrekten Stelle von mir gestrickt wurden, wo auf der anderen Blende der Knopf bereits angenäht ist, trotz mehrfacher vorheriger Messung.

Mich würde interessieren, welche Art von Blenden Ihr an Euren Strickteilen anbringt. Strickt Ihr sie gleich mit, später an oder ganz separat? Gelingen Eure Blenden immer auf Anhieb oder habt Ihr manchmal Probleme, dass sie zu kurz oder zu lang werden?

Welche Methode/Technik habt Ihr, um die Knopflöcher korrekt in der Höhe der Knöpfe zu setzen? Klappt das immer auf Anhieb oder seid Ihr manchmal auch unsicher, ob alles richtig sitzt? Arbeitet Ihr gerne Blenden, besonders die Knopflochleiste?

Vielen Dank an Bärbl und das Wollschaf für die heutige Frage!

Da muss ich jetzt doch mal ein bissel grinsen - warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? :wink:

Ich stricke natürlich zuerst die Knopflöcher und nähe die Knöpfe dann auf der anderen Seite in der richtigen Höhe an.
Und wo die Knopflöcher hinmüssen, rechne ich anhand der Maschen- oder Reihenzahl aus, da hilft die gleiche Methode wie beim gleichmäßigen Verteilen von Zu-/Abnahmen.

Je nachdem, wie die Blende aussehen soll, stricke ich sie entweder gleich mit oder später quer dran. Separat stricken und annähen habe ich noch nie gemacht, da erschließt sich mir der Sinn auch nicht ganz. Wenn Blende und Gestrick sehr unterschiedliche Höhen-MaPro haben (z.B. bei einer Kraus-Blende an glatt rechts), gleiche ich das mit verkürzten Reihen aus. Zu kurz oder zu lang werden die daher nie. Wenn ich sie später quer dranstricke, nehme ich im Normalfall zwei Maschen aus drei Reihen auf, das passt bei mir immer. Und weil ich damit keinerlei Probleme habe, arbeite ich auch gerne Blenden :grin:

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