Wollschaf

Die verstrickte Dienstagsfrage 34/2012

Was schätzt ihr: Wie viele Kilogramm Garn habt ihr in eurem
Strickleben schon verarbeitet? Und wie viele Kilometer?

Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Na, Frau R., Sie können aber auch schwierige Fragen stellen :shock:

Mal überlegen: Ich stricke seit 1985, also seit 27 Jahren. Dazwischen habe ich ungefähr 7 Jahre Strickpause gemacht (da waren Computer interessanter). Verbleiben 20 Jahre. In den vergangenen Jahren habe ich jährlich zwischen 12 und 14 kg verstrickt, aber früher nicht ganz so viel. Also sagen wir mal im Schnitt vielleicht 9 kg pro Jahr. Macht 180 kg in 20 Jahren.
180 kg sind 3600 Knäuel. Durchschnittlich vielleicht 130 m pro Knäuel. Sind 468.000 m, also 468 km. Klingt gar nicht so viel. Das ist ungefähr die Strecke von Hamburg nach Amsterdam.
Das dürften dann zwischen 250 und 300 Pullover und Jacken gewesen sein. Hm, komisch, wo sind die eigentlich alle abgeblieben? Oder waren es doch nicht so viele Kilo?

Jetzt gehe ich mal gucken, was die anderen verstrickt haben.

Die verstrickte Dienstagsfrage 27/2012

Gerne streife ich nach getaner Strickarbeit (oder aufgeschobener Zusammen-Näharbeit) durch’s Netz und schaue, was andere Stricker und Strickerinnen so anstellen. Das macht riesigen Spaß und ich habe schon viel gelernt. Andererseits bin ich manchmal ziemlich ratlos über die Debatten im Netz, weil in Kommentaren und Blogeinträgen ziemlich scharf geschossen wird. Letztens traf ich eine Internet-Strickerin im echten Leben und dabei fiel das Wort der „Strick-Polizei“. Ich habe lange überlegt und tue es noch, aber gibt es das Phänomen tatsächlich? Hängt das mit dem vermaledeiten Handarbeitsunterricht zusammen, der auf den einzigen, richtigen Strickweg führen sollte? Oder haben wir einfach (noch) nicht gelernt, wie wir miteinander konstruktiv im anonymen Internet umgehen sollten?

Vielen Dank an „Praagelmam“ (und das Wollschaf) für die heutige Frage!

(Praagelmam ist friesisch und lässt sich mit „Strickmama“ übersetzen).

Klar – das Phänomen “Strickpolizei” gibt es tatsächlich. Ab und zu ist sie mir auch schon über mal den Weg gelaufen. Und regelmäßige Tichiro-Leser wissen, daß ich selbst auch gerne mal scharf schiesse, wenn mir irgendetwas nicht gefällt :wink: Ich kann aber auch das Echo vertragen. Und ich schreibe nichts, was ich nicht auch jemanden persönlich ins Gesicht sagen würde.

Mit dem Handarbeitsunterricht hat das meiner Meinung nach überhaupt nichts zu tun. Das ist einfach eine Eigenart der Menschen, viele lästern und kritisieren halt gerne – was ich auch gar nicht schlimm finde, so lange es nicht unter die Gürtellinie geht. Und im anonymen Internet ist das natürlich deutlich einfacher als im echten Leben. Viele Menschen haben ja noch nicht mal im echten Leben gelernt, konstruktiv miteinander umzugehen, warum sollte es da im Internet besser sein. Wobei in der Strickwelt noch relativ zahm und rücksichtsvoll miteinander umgegangen wird (vor allem, wenn man bedenkt, das da überwiegend Frauen aufeinander treffen), in anderen Themenbereichen geht es noch viel härter zu. Die schmeissen sich teilweise virtuelle Steine an den Kopf, wir werfen wenigstens nur mit Wollknäulen :mrgreen:

Andererseits denke ich, daß solche Zanks und Zickereien meistens viel zu ernst genommen werden, einige fühlen sich sehr schnell (und meist zu Unrecht) persönlich angegriffen und nehmen sich das Geschriebene viel zu sehr zu Herzen. Beispiel: Ich schreibe “ich finde das Strick-Ding total blöd und völlig überflüssig”. Strickerin A hat sich das Strick-Ding vor zwei Wochen gekauft und arbeitet ganz begeistert damit. Sie denkt “ich liebe das Strick-Ding. Tina findet das blöd. Also findet sie mich blöd”. Und schon ist sie sauer. Was für’n Quatsch! Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun! Vielleicht würde ich Strickerin A als Mensch total klasse finden, wenn ich sie kennenlernen würde. Ich mache doch Sympathie oder Antipathie nicht alleine davon abhängig, ob ich etwas blöd finde, was der andere gut findet. Und doch scheinen viele so zu denken.

Mit ein wenig mehr Gelassenheit (und Selbstbewusstsein) auf allen Seiten würden die meisten Themen gar nicht erst so hochkochen (allein schon, wenn ich an die ganzen Wollmeisen-Diskussionen denke *kopfschüttel*). Ich finde diese Zickereien einfach nur amüsant – die meisten bekomme ich ja leider gar nicht mit (wenn Ihr Links habt, immer her damit :grin: ). Klar, manchmal ärgere ich mich auch, aber das ist genauso schnell wieder vergessen, wirklich berühren tut mich das nicht. Denn seien wir doch mal ehrlich: Es geht doch um nichts wirklich wichtiges. Nur um’s stricken.

Die verstrickte Dienstagsfrage 23/2012

Am Samstag 09. Juni ist Welttag des Öffentlichen Strickens. Ich finde es eine tolle Idee, rauszugehen und sich zum Stricken und Häkeln zu bekennen. Leider finde ich nur Aktionen, die Mützchen und Decken produzieren, sodass meiner Meinung nach der Wert der Hand-Arbeit hinten ansteht gegenüber der Not, die gelindert werden soll. Oder es sind Aktionen von Woll-Läden, die Kundschaft suchen und einen Werbegag platzieren. Was tut Ihr an diesem Tag, was bedeutet er Euch? Und wie organisiert Ihr Euch dafür?

Vielen Dank an mo-hair (und das Wollschaf) für die heutige Frage!

Ich bin des WWKIPD ein wenig überdrüssig geworden. In den Anfangsjahren war es ja noch eine witzige Idee und da haben wir hier in Hamburg auch regelmäßig ein besonderes Treffen organisiert, mittlerweile ist mir das viel zu sehr kommerzialisiert worden. Ich kann ja verstehen, daß die Strickbranche auf diesen praktischen Werbezug aufspringt, gleichzeitig hat er dadurch aber seinen Flair verloren.

Und ich muss gestehen, ich bin kein Charity-Stricker. Von daher würde ich nie zu einer entsprechenden Aktion eines Wollgeschäftes gehen, wo ich mich womöglich “genötigt” sehen würde, Decken und Mützchen zu stricken. Will ich nicht, mach’ ich nicht. Ich spende lieber Geld, weil ich das in vielen Fällen sowieso für sinnvoller halte und stricke stattdessen was für mich.

Abgesehen davon bekenne ich mich ohnehin ständig dazu, daß ich leidenschaftlich gerne stricke, dazu brauche ich keinen speziellen Tag. Daß es Leuten peinlich ist, in der Öffentlichkeit zu stricken, wie ich es schon das eine oder andere Mal gelesen haben, kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin deswegen noch nie komisch angeguckt worden (oder habe es zumindest nicht bemerkt…) und doofe Sprüche gab es auch noch nie (außer “ein rechts, ein links, ein fallenlassen” :mrgreen: ) Wenn mich einer deswegen anspricht, dann weil er sich dafür interessiert oder es einfach gut findet. Vielleicht liegt es an der Großstadt, hier sieht man ständig seltsame Leute seltsame Dinge tun, da ist stricken nichts sonderlich Bemerkenswertes :wink:

Die verstrickte Dienstagsfrage 19/2012

Für viele ein leidiges Thema: die richtige Wollmenge abschätzen. Bleibt bei dir immer zu viel übrig oder ist das Garn in den letzten Reihen zu Ende? Wie “ermittelst” du deinen Bedarf? Vertraust du auf die Anleitung, sofern vorhanden? Hast du Faustregeln? Berichte doch mal!

Danke an das Wollschaf für die heutige Archiv-Frage.

Also im Normalfall habe ich immer ein oder zwei Knäuel übrig. Ich bin Feigling, d.h. ich kaufe lieber zuviel als zu wenig. Da ich nur sehr selten Garn für ein bestimmtes Projekt kaufe, nehme ich in der Regel 500 – 750 g (für momentan Gr. 40). Bei hoher Lauflänge (ab ca. 160 m/50 g) 500 g, bei mittlerer Lauflänge (ca. 120 – 150 m) 600 – 650 g, bei dickeren Garnen vorsichtshalber lieber 700 – 750 g. Das reicht dann eigentlich immer, außer bei sehr garnfressenden Mustern wie Zopfmuster oder Patent.

Die Anleitung oder die Verbrauchsangaben auf der Banderole nehme ich höchstens als groben Anhaltspunkt, da ich in der Regel viel fester stricke als angegeben und somit auch mehr Garn brauche.

Sofern man aber die gleiche Maschenprobe erreicht wie in der Anleitung angegeben, kann man den Angaben in der Anleitung erfahrungsgemäß fast immer vertrauen. Ich würde trotzdem ein Knäuel mehr kaufen, ich bin halt ein Schisser :wink: Ausserdem weiß man ja nie, ob die MaPro im Verbrauch berücksichtigt wurde oder nicht. Lieber ein bisschen mehr Geld ausgeben als später verzweifelt nach einem Garn jagen, das schon vor zwei Jahren vom Markt genommen wurde und sich im schlimmsten fall mit einer Notlösung behelfen müssen.

Falls man das Originalgarn durch ein anderes ersetzen möchte, kann man den Verbrauch ganz leicht ausrechnen – Voraussetzung: Man erreicht die gleiche Maschenprobe. Der Rechenweg:
Anzahl der Knäuel des Originalgarns x Lauflänge pro Knäuel = benötigte Lauflänge gesamt.
Gesamtlauflänge : Lauflänge Ersatzgarn = benötige Anzahl Knäuel Ersatzgarn.

Beispiel: Vom Originalgarn ist als Verbrauch 600 g angegeben (also 12 Knäuel), die Knäuel haben 50 g und eine Lauflänge von 130 m. Das Ersatzgarn gibt es als 100 g-Stränge mit je 240 m Lauflänge. dann rechnet man: 12 x 130 m = 1560 m, die insgesamt benötigt werden. 1560 m : 240 m = 6,5 also braucht man 7 Stränge á 100 g (mit einem halben Strang Risiko-Reserve).

Beim Pfoten voten haben wir wieder ein bisschen aufgeholt, noch 868 Stimmen bis Platz 5…

Die verstrickte Dienstagsfrage 13/2012

Sieht man eigentlich euren Händen an, dass ihr strickt? Habt ihr z.B. Schwielen, oder Hornhaut an den Fingern? Oder gar schon “verbogene” Finger? Und was macht ihr dagegen? Wie pflegt ihr eure Hände?

Vielen Dank an Connie für die heutige Wollschaf-Frage!

Verbogen? Jo, der hier :mrgreen: :

Nee, im Ernst jetzt, das erste Glied meines linken Mittelfinger hat durch das Stricken einen gewaltigen Knick und zudem ein verdicktes Gelenk bekommen. Liegt vermutlich daran, daß ich die linke Nadel zum Halten mit dem Daumen gegen den Mittelfinger drücke, nach einigen hundertausend Maschen hat der dann beschlossen, daß er der Klügere ist und nachgegeben:

Den gleichen Knick habe ich auch im rechten Zeigefinger, der kommt aber vom Schreiben.
Was ich dagegen mache? Nichts, was sollte man gegen krumme Finger tun können?

Ansonsten habe ich halt die übliche Hornhaut an der rechten Zeigefingerkuppe. Die feile ich glatt, wenn sie rissig wird.
Im übrigen pflege ich meine Hände nicht besonders, die werden mehrfach täglich eingecremt und gut is’. Ich finde sie eh nicht besonders schön (zu breit, zu kurze Finger, halt komische kleine Patschehände), sie müssen halt nur einigermaßen ordentliche Fingernägel und keine rissigen Stellen haben. Früher habe ich mir immer künstliche Nägel machen lassen, das sah natürlich nett aus, aber irgendwann habe ich dagegen eine Allergie entwickelt. Witzigerweise sind die Nägel seitdem aber knallhart und brechen oder reissen selten ein.

Die verstrickte Dienstagsfrage 12/2012

Einmal vom Virus des Strickens angesteckt, legt man nicht so schnell die Nadeln wieder zur Seite. Mit viel Geduld testet man auch gern mal etwas Neues aus. Doch habt Ihr schon einmal ein Muster versucht und seid kläglich daran gescheitert? Trotz immer wieder erneuter Versuche hat es vorne und hinten nicht so ausgeschaut, wie es sollte oder die Maschen wollten nicht so wie beschrieben?
Wieviel Ausdauer habt ihr, bis ihr aufgebt?
Sucht ihr nach einiger Zeit nach einem ähnlich ausschauenden Muster oder legt ihr das Projekt ad acta?
Wie handelt Ihr diese Situation?

Vielen Dank an Sylvia (Link nicht angegeben) und das Wollschaf für die heutige Frage!

Ich definiere Muster jetzt mal als “Strickmuster” und nicht als komplette Strickanleitung. Grundsätzlich wären meine Antworten aber identisch.

Wenn ein Muster trotz mehrerer Versuche nicht so aussieht, wie es laut Foto aussehen sollte, gibt es zwei mögliche Gründe:

1. Die Strickschrift bzw. Beschreibung des Musters ist fehlerhaft

Kommt jetzt nicht soooo häufig vor, aber wenn, dann kann es insbesondere einen weniger erfahrenen Stricker schier zur Verzweiflung treiben. Wenn man sich also nach genauester Kontrolle des eigenen Gestricks mehr oder weniger sicher ist, daß man alles richtig gemacht hat, und man den Fehler in der Strickschrift nicht selbst findet, empfiehlt es sich den Rat anderer einzuholen, bevor es ob lauter Haareraufens zu kahlen Stellen kommt.

Die Selbstsicherheit zu sagen “da muss ein Fehler drin sein, ich habe alles richtig gemacht”, erwibt man allerdings meist erst mit zunehmender Strickerfahrung. Fehlerhafte Anleitungen sind also ganz böse Fallen für Strickneulinge, die denken natürlich erstmal, daß es an ihnen liegt. Zum Glück gibt es heute das Internet, wo einem in einem der zahlreichen Foren in der Regel blitzschnell und sehr kompetent geholfen wird.

2. Man hat ein Symbol der Strickschrift bzw. eine Beschreibung falsch gedeutet oder eine Maschenoperation falsch durchgeführt

Da hilft nur akribisches Durchgehen und Überprüfen jedes einzelnen Symbols bzw. jeder einzelnen Anweisung, irgendwo muss sich der eigene Fehler ja verstecken. In manchen Fällen liegt es auch daran, daß man sich eine abweichende Strickweise angeeignet hat, viele stricken z.B. rechte Maschen grundsätzlich verschränkt oder machen Umschläge anders herum als üblich. Das hilft es, sich im Internet (z.B. auf Youtube) mal anzugucken, wie solche Dinge normalerweise gestrickt werden.

Ich selbst bin zum Glück noch nie an einem Muster gescheitert. In der Regel klappt es spätestens im zweiten Versuch, daß der erste nicht hingehauen hat, lag dann in der Regel daran, daß ich nicht richtig hingeguckt oder nicht richtig gelesen hatte. Falls ich nicht weiß, wie man bestimmte Dinge macht, schaue ich in einem meiner Grundlagenbücher nach.
Von daher kann ich bezüglich meiner Ausdauer dazu nicht viel sagen, aber grundsätzlich bin ich ein ziemlich sturer Mensch, wenn etwas nicht klappt, probiere ich so lange, bis es hinhaut. Aufgeben gibt’s nicht, wenn ich etwas wirklich will. Beiseite legen und am nächsten Tag nochmal versuchen, ist oft hilfreich, manchmal wird man ja auch nach Stunden des Rumprobierens einfach betriebsblind und übersieht die simpelsten Dinge.

Eine Zeit lang habe ich auch viel an Computern rumgebastelt, wenn da etwas partout nicht funktionieren wollte, bin ich ins Bett gegangen, habe die Lösung geträumt, bin wieder aufgestanden und es klappte tatsächlich. Kein Schnack, das ist mir relativ häufig passiert, das Gehirn beschäftigt sich im Schlaf weiter mit dem Problem und finder oft schneller eine Lösung, wenn das Oberbewusstsein ausgeschaltet ist.

Grundsätzliche Tips für in Foren Hilfesuchende:

  • Betitelt den Thread möglichst prägnant, nur “Hülfäääää!!!!!!!!” zu schreiben, ist nicht besonders aussagekräftig und nervt viele Hilfbereite schon von vornherein. Besser wäre z.B. “Bitte Hilfe beim Pfauenfedermuster” oder “Brauche Hilfe bei Modell 3 aus Verena Frühjahr 2012″.
  • Gebt genau an, um welches Modell aus welcher Publikation es sich handelt, idealerweise mit Link.
  • Schildert das Problem möglichst genau und in verständlichen Worten, zitiert ggf. die Stelle der Anleitung, die Euch Kopfzerbrechen bereitet (zitieren darf man, bloß nicht die ganze Anleitung posten).
  • Macht ein deutliches Foto Eures eigenen Gestrickes, erfahrene Stricker können oftmals auf Anhieb sehen, was da schiefgelaufen sein könnte.
  • Und bitte keine Crosspostings – ich bin z.B. in vielen Foren unterwegs und finde es höchst lästig, x-mal die gleiche Frage zu finden. Abgesehen davon raubt Ihr den hilfsbereiten Menschen ihre kostbare (Strick)Zeit, die geben sich womöglich alle Mühe, eine Frage zu beantworten, die in dem anderen Forum schon längst geklärt ist. Wenn nach 24 Stunden in einem Forum immer noch keine Antworten sind, die Euch weiterhelfen, könnt Ihr immer noch woanders fragen. Ich weiß, solche Fragen brennen unter den Nägeln und das Warten auf einen Antwort ist ganz schrecklich, aber meist hat man sowieso schon nach sehr kurzer Zeit die ersten Antworten.
  • Zum Thema Höflichkeit und Rechtschreibung verweise ich einfach mal auf die Leitlinien des Strickforums (übrigens neben Ravelry das kompetenteste Forum, das ich kenne) – besser könnte ich es auch nicht ausdrücken (und werde wenigstens nicht schon wieder wegen Arroganz verhauen – hoffentlich… :wink: )

Die verstrickte Dienstagsfrage 4/2012

Wenn man mit einem Hobby wie das Stricken oder Häkeln beginnt, geht es in einer ersten Phase darum, Techniken zu erlernen, zu beherrschen und zu verstehen und sich somit Herausforderungen zu stellen. Die Entdeckung an sich macht Spaß, und nach dem Motto “Mal gucken, wie es geht und ob ich das schaffe” beschäftigt man sich, solange alles neu und aufregend ist, schon mal mit Projekten, die man sonst nicht in Angriff nehmen würde. Bei mir waren es zum Beispiel Lace-Arbeiten, Zierdeckchen und Dekogegenstände, die ich als Kind und Jugendliche im Überfluss und in allen Varianten gestrickt und gehäkelt habe. Ist diese erste Entdeckungsphase aber vorbei und hat man sich selbst bewiesen, dass man bestimmte Dinge kann, werden sie uninteressant – und sind einem mitunter rückblickend, so geht es mir zumindest, vielleicht sogar eher peinlich. Ich bin neugierig: Was habt Ihr so in Eurer “Anfängerphase” gestrickt oder gehäkelt, was Ihr heute auf gar keinen Fall mehr machen würdet?

Vielen Dank an Martine und das Wollschaf für die heutige Frage!

Hm – ich bin da irgendwie schrecklich pragmatisch veranlagt. Ich habe immer nur Sachen gestrickt, die ich auch verwenden, sprich anziehen konnte. Nur stricken um des Lernens oder Ausprobierens Willen ist nicht mein Ding. Ich lerne Sachen nur, wenn ich sie für ein bestimmtes Projekt, das ich haben will, können muss. Von daher gibt es -soweit ich mich erinnere- nichts, was ich nicht heute auch noch machen würde. Vielleicht liegt das auch daran, daß ich erst mit 19 stricken gelernt habe.