Monats-Archive: Juli 2007

Eine verstrickte Kurzgeschichte

„Schon wieder zwei Überstunden mehr und keine Chance, die jemals abzubummeln“ dachte Susanne, als sie am Freitag abend um sieben endlich die Bürotür hinter sich abschloß. „Aber was soll’s, es wartet ja ohnehin keiner auf mich“. Seit sie sich vor acht Monaten von ihrem Freund Jan getrennt hatte, weil dieser seine Zeit lieber in der Kneipe als mit ihr verbrachte, genoß sie ihr unabhängiges Singleleben, aber gerade jetzt zum Herbst hin, wo die Abende länger und das Wetter ungemütlich wurde, wünschte sie sich doch immer häufiger, wieder jemanden zum Kuscheln zu haben.

Als Susanne auf die Strasse trat, schlugen ihr heftiger Wind und Regen ins Gesicht. Fröstelnd zog sie ihre Jacke enger um sich und wünschte sich, etwas Wärmeres als den zwar schicken, aber auch sehr dünnen Designer-Baumwollpulli angezogen zu haben. „Mal wieder ein todlangweiliges Wochenende, an dem alle meine Freunde in Familie machen“ dachte Susanne leicht frustriert und eilte zu ihrem Uralt-Honda, den sie heiss und innig liebte. „Naja, dafür koche ich mir heute abend wenigstens was richtig Leckeres“. Da sie sich in ihrem Stamm-Supermarkt bestens auskannte, waren die Einkäufe schnell erledigt. Als sie die beiden prallvollen Tüten gerade im Kofferraum verstaute, fiel ihr Blick auf ein hellerleuchtetes Geschäft auf der anderen Strassenseite. „Nanu, ein neuer Laden?“ Sie blinzelte durch den Regen und und sah eine große Leuchtschrift „Strickcafé“ sowie im Schaufenster ein Plakat mit der Aufschrift „Neueröffnung“. „Ach ja“ dachte Susanne „damals in den 80ern hab’ ich auch viel gestrickt. In der Berufsschule, in der Mittagspause im Büro, in der U-Bahn – eigentlich hatte ich überall mein Strickzeug dabei“. Warum sie irgendwann damit aufgehört hatte, vermochte sie auch nicht mehr genau zu sagen, aber sie konnte sich noch gut daran erinnern, wieviel Spaß es ihr gemacht hatte. „Also, eigentlich“ überlegte sie „gucken kann ich ja mal“.

Fortsetzung folgt…

neu im Bücherregal

An sich war ich ja der Meinung, daß ich dieses hier nicht brauchen würde. Nachdem ich am Wochenende reingucken konnte, habe ich mich eines besseren besonnen, denn es sind ein paar sehr hübsche Tops drin.

Dann wurde mir beim Stricktreffen dieses hier noch wärmstens ans Herz gelegt:

Die Neuauflage eines Buchs von 1943, dementsprechend nur schwarz-weiß illustriert, aber mit sehr vielen interessanten Techniken drin. Für 9,45 € ein Schnäppchen.

Und dies hier brauchte ich einfach zum Vervollständigen meiner Sammlung:

Versuchungen…

Nicht nur, daß ich mich beim Stricktreffen in wundervoll weiche und glatte Soysilk und kuschelige Babyalpaka verliebt habe, nein, ich hatte ja vorher auch schon eine Tasche im Auge…

Und die hier ist jetzt meine:

Die “Everyday” von Namaste in einem tollen Avocadogrün. Speziell für Strickerinnen konzipiert, sehr geräumig und mit ganz vielen Fächern.

Innen hat sie drei komplett getrennte Fächer (das in der Mitte mit Reißverschluß), dazu vier kleine und zwei größere Seitenfächer. Außen ist auf jeder Seite nochmal eine große Tasche.

Zusätzlich gibt es noch einen Gurt zum Umhängen, den man aber eigentlich gar nicht braucht, die Griffe sind lang genug, um die Tasche über die Schulter zu hängen.

Praktischerweise habe ich mir so auch noch die Versandkosten gespart :wink:

Ich liebe meine neue Tasche!

Bericht vom Stricktreffen

Am vergangenen Wochenende fand das Thüringer Stricktreffen statt und der persönlichen Einladung von Angela folgend, machte ich mich am Samstag morgens in aller Frühe auf den Weg. Die meisten Fahrer hatten meine Verkehrswarnung befolgt und so wäre die Fahrt sicherlich sehr angenehm gewesen, wenn es nicht stundenlang geregnet hätte. Ich hasse Autobahnfahren bei Regen und die wirklich wunderschöne Landschaft im Harz und in Thüringen wäre bei Sonnenschein sicher noch viel schöner gewesen. Dafür habe ich ganz viel “brennenden” Wald gesehen :wink: (Insider für Springe-Teilnehmerinnen). Dann bin ich auf der A38 auch noch zu weit gefahren (man sollte doch den Routenplaner richtig lesen), wollte ganz schlau sein (verfahren ist ja nicht schlimm, aber umdrehen ist uncool), die nächste Ausfahrt runter und über Landstrasse weiter, Straßenkarte hatte ich ja. Dummerweise gab’s da eine Umleitung und auf einmal war ich auf dem Kyffhäuser :shock: Die Strecke ist wirklich toll (sicherlich traumhaft für Motorradfahrer) und ich war schwer in Versuchung, mir die berühmte Barbarossa-Höhle anzuschauen. Habe ich mir dann aber verkniffen, weil ich eh schon so spät dran war.

Nach 5 1/4 Stunden kam ich endlich in Vieselbach an, wo mich ein ganzer Haufen netter Strickerinnen, wollige und andere Versuchungen (hierzu später mehr) erwarteten. Leider mussten wir nach kurzer Zeit vom Garten ins Haus umziehen, da sich zum Regen auch noch ein heftiger Wind gesellte. Der geplante Besuch bei den Alpakas fiel aufgrund der Witterungsverhältnisse auch aus :cry: Schade, denn das süße Fohlen, das ich später auf Fotos gesehen habe, hätte ich zu gerne mal geknuddelt.

Besonders zu erwähnen sei hier Simones Mann Georg, der mit bewunderswerter Geduld kilometerweise Stränge zu Knäueln wickelte :lol:

Am Nachmittag war es dann endlich wieder trocken, so daß wir Kaffee und Kuchen draussen zu uns nehmen konnten. Sehr zu empfehlen ist sächsische Eierschecke, die ich als unwissende Norddeutsche doch glatt zuerst für profanen Käsekuchen gehalten hatte. Ausgesprochen lecker!

Meine Befürchtungen ob regional geprägter Sprachbarrieren haben sich übrigens glücklicherweise nicht bewahrheitet :mrgreen: Und trotz des von Astrid mitgebrachten Spinnrades und des angebotenen “Unterrichts” bin ich auch diesmal nicht dem Spinnvirus verfallen – es reizt mich einfach nicht. Dafür habe ich zwei Strickbücher gesichtet, die ich für meine Sammlung noch unbedingt brauche (sind schon bestellt) und ein japanisches Heft mit ganz wundervollen Sachen – muß ich haben!

Beim abendlichen Grillen durfte ich original Thüringer Würstchen verkosten, die tatsächlich anders (und besser) schmecken als die Dinger, die sie bei uns verkaufen.

Der Abend klang in gemütlicher und lustiger Runde aus:

Am nächsten Morgen (nachdem ich doch tatsächlich von Pferdewiehern geweckt wurde) gab’s noch lecker Frühstück und dann begab ich mich wieder gen Norden.

Schön war’s – der weite Weg hat sich gelohnt!

 

Verkehrswarnung ;-)

Achtung Autofahrer Richtung Süden: Bitte fahren Sie am Samstag, den 28.7. zwischen 6 und 11 Uhr morgens auf der A7 zwischen dem Horster Dreieck und der Anschlußstelle Seesen (Harz) bzw. der A38 zwischen den Anschlußstellen Werther und Nordhausen besonders vorsichtig und rücksichtsvoll. Sollten Sie einen außerordentlich dreckigen roten Honda Civic mit Hamburger Kennzeichen sichten, nehmen Sie den Fuß vom Gas und halten Sie einen möglichst großen Abstand ein. Insbesondere LKW-Fahrer sollten Überholmanöver unbedingt vermeiden.

Die auf der Strecke zwischen Hamburg und Erfurt liegenden Landstrassen dürfen in dieser Zeit nicht von Traktoren, Reisebussen oder Milchlastern befahren werden.

Die Fahrerin des roten Hondas ist in wichtiger Mission unterwegs und darf auf keinen Fall behindert werden :mrgreen: