Monats-Archive: Oktober 2008

Anprobe

Der Kragen muss noch ein bisschen länger, aber der Rest passt schon mal:

Der andere Arm ist noch unbedeckt, da fehlt noch ein halber Ärmel. Sollte aber morgen locker zu schaffen sein.

Magic Loop

…oder: Man wird so alt wie ‘ne Kuh und lernt immer noch dazu :mrgreen:

Wie die meisten von Euch wissen, hasse ich ja das Stricken mit einem Nadelspiel. Also habe ich Rund- und Rollkragen immer mit einer 40 cm Rundstricknadel gestrickt (offen stricken und zusammennähen finde ich doof). Da sind aber naturgemäß die Nadeln auch sehr kurz und liegen schlecht in der Hand:

Dann hörte ich irgendwann mal von der Technik, mit der man Socken statt mit einem Nadelspiel auf zwei Rundstricknadeln strickt. Tolle Sache, kann man natürlich auch für Kragen nutzen, aber man hat natürlich wieder eine Menge Nadelgebammsel.

Aber für Kragen, die ja ein paar mehr Maschen haben als eine Socke, geht’s auch mit einer:

Wenn sich keine Maschen mehr abstricken lassen, einfach die rechte Nadel durchziehen und wieder weiterstricken.

Und wenn man eine Rundstricknadel nimmt, die lang genug ist, funktioniert das auch für kleine Durchmesser/Maschenzahlen wie z.B. bei Socken oder Ärmeln und wird dann “Magic Loop” genannt.

So simpel – warum bin ich da nicht längst schon drauf gekommen? Alle, die das schon immer so machen, dürfen mich jetzt auslachen :wink:

Traditional Knitting – Michael Pearson

Eigentlich stelle ich ja keine Bücher vor, die nicht mehr aufgelegt werden. Ist ja irgendwie fies, wenn man dann ein Buch toll findet und es nicht mehr bekommen kann. Aber von diesem hier gibt es bei Abebooks noch ein paar Exemplare zu einem annehmbaren Preis und ausserdem wollte Ina, daß ich es vorstelle:

Das Buch richtet sich vor allem an historisch Interessierte und Leute, die gerne selbst entwerfen und Anregungen für Muster suchen. Wer ausführliche Anleitungen sucht, wird enttäuscht sein, es sind zwar Anleitungen für diverse Modelle drin, aber die Beschreibung ist eher minimalistisch und  setzt voraus, daß man mit den benötigten Techniken vertraut ist.

Der Author hat sich überall auf den britischen Inseln auf die Suche nach für die jeweilige Region typischen Mustern gemacht. Das Ergebnis dieser Suche gliedert sich in drei Teile: Schwerpunkt sind dabei die Ganseys, die rd. die Hälfte des Buches einnehmen. Der zweite, recht kurz geratene Teil beschäftigt sich mit Fair Isle-Mustern, zum Schluß folgen Aran-Muster.

Besondern schön finde ich die vielen historischen Fotografien, die einen Eindruck vom Leben der damaligen Strickerinnen und Bestrickten vermitteln.

Die meisten Abbildungen sind schwarz-weiß, nur im Fair Isle-Teil gibt es auch ein paar Farbfotos.

Fazit: Ein tolles Buch für alle, die sich für britische Fischerpullover und deren Historie interessieren und eine Fundgrube an Gansey-Mustern. Auch bei den Aran-Mustern sind sehr schöne Sachen dabei, der Fair Isle-Teil dagegen fällt ziemlich karg aus, da gibt es bessere Bücher zum Thema – siehe Jinx’ Literaturliste zu ihrer neuesten Podcast-Folge mit dem Schwerpunkt Fair Isle.

Geduld?

Immer wieder höre ich von Nichtstrickern: “Nee, stricken ist nichts für mich, dazu habe ich keine Geduld”. Heute gerade wieder, von der Auszubildenden meiner Zahnärztin. Daraufhin fragte ich sie, was sie denn in ihrer Freizeit mache. Ja, sie täte gerne lesen, war die Antwort. Nun frage ich mich, braucht man, um ein ganzes Buch zu lesen, nicht auch Geduld? Oder um stundenlang Computerspiele zu spielen? Nein!

Geduld brauche ich für keins von diesen Dingen. Geduld brauche ich nämlich immer nur dann, wenn ich irgendetwas tun muss, was mich langweilt oder was mir keinen Spaß macht. Zum Beispiel an der Supermarktkasse warten. Oder jemandem zum achten Mal etwas zu erklären, was er partout nicht versteht. Oder Trilliarden von Blümchen auf eine Jacke zu stricken.

Zum Stricken braucht man keine Geduld. Sofern man den Vorgang als solches genießt. Viele Nichtstricker begreifen einfach nicht, daß der Weg das Ziel ist. Sie denken, man stricke nur um des Ergebnisses willen. Klar, am Schluß will ich etwas haben, was ich anziehen kann. Zum sinnlosen Rumstricken habe ich keine Geduld – nein, falsch, dazu habe ich keine Lust. Denn das ist es, was die Leute verwechseln. Sie sagen, sie hätten keine Geduld zu etwas. In Wirklichkeit meinen sie aber, sie hätten keinen Spaß daran.

Das nächste Mal, wenn mir gegenüber jemand behauptet, er hätte zum Stricken keine Geduld, werde ich das mal hinterfragen. Ich bin auf die Reaktion gespannt.

Cropped Greens – Nr. 13/2008

Bei dem Licht ist kaum möglich, ein einigermaßen anständiges Bild hinzukriegen. Zur Erinnerung also nochmal dies hier, da sieht man wenigstens das Muster und die Farbe kommt auch so einigermaßen hin:

Und so sitzt er nach der zweiten Wasch- und  Hängeaktion:

Bin ja mal gespannt, ob sich nach ein paar Stunden Tragedauer wieder alles in die Höhe zieht. So, wie er jetzt ist, bin ich sehr zufrieden.

Info-Box

Garn: Adesso von Lana Grossa, 54% Merino/23% Baumwolle/23% Microfaser, LL 130m, verstrickt mit 3er Nadeln, Verbrauch 585 g, Gr. L

Modell:aus einem alten GGH-Heft