Monats-Archive: November 2008

One thousand sweaters/Mein Lieblingspullover – Amanda Griffiths

(Ingrid, der ist für Dich :grin: )

Eigentlich schon OOP, aber bei den einschlägigen Anbietern für gebrauchte Bücher finden sich noch ein paar Exemplare schon ab etwas über 6 € (naja, wahrscheinlich nicht mehr lange, Ihr kauft die ja immer alle gleich weg, wenn ich sie vorstelle :wink:).

Ich habe die englische Version, die deutsche Übersetzung heißt “Mein Lieblingspullover”.

Die Idee ist so einfach wie schlau: Man nehme verschiedene Grundformen von Oberteilen und kombiniere sie nach Belieben mit unterschiedlichen Ärmelschnitten, Kragenformen und ggf. Gürteln und Taschen.

Das Buch ist in Ringbindung und zweigeteilt: Oben die Grundmodelle, unten Ärmel, Kragen etc. Durch Symbole wird gekennzeichnet, welche Ärmel- und Kragenform und ggf. Gürtel oder Tasche dazu passt.

Am Ende des Buches befinden sich zudem diverse Beispiele, wie man die einzelnen Grundformen miteinander kombinieren kann.

Dabei hat das Buch leider drei Mängel: Erstens fehlen Schnittzeichnungen,  zweitens funktioniert das Ganze nur mit einer bestimmten Maschenprobe, nämlich 22 x 30 cm, was der sehr angenehmen und gängigen Nadelstärke 4mm entspricht und drittens sind die Modelle nur für drei Größen (S, M, L) angegeben, d.h. wer mehr als Größe 42 braucht, muss wieder mal rechnen.

Die Sachen sind durchweg eher schlicht und klassisch, opulente Muster oder ausgefallende Schnitte sucht man vergebens. Trotzdem gefallen sie mir gerade deshalb sehr gut. Und mit Fantasie und/oder ein paar Musterbüchern kann man auch aus dem schlichtesten Grundmodell ein Strickkunstwerk erschaffen – wenn denn die Maschenprobe stimmt.

Fazit: Für die versierte Pullover-/Jackenstrickerin sicher kein “must have”, aber eine gute Ergänzung zu einem Grundlagenbuch und ein Einstieg, um Pullover/Jacken individuell zu gestalten oder eigene Designs zu entwerfen, ohne wild rumrechnen zu müssen.

Nachtrag: Hihi, was hab’ ich gesagt, die Exemplare für 6 € nochwas bei Amazon sind schon weg :mrgreen: Tip: Bei Abebooks.com git’s noch einige sehr günstige Exemplare der englischen Ausgabe und bei dem günstigen Dollar-Kurs kann man auch mit den Versandkosten leben.

Alles nur geklaut…

Die Zeitschrift Landlust mag ja ganz nett sein und daß sie ihre Strickanleitungen kostenlos im Internet zur Verfügung stellen, ist ja auch fein. Weniger fein ist, daß jetzt schon die zweite abgekupferte Anleitung dort entdeckt wurde. Erst klauen sie die Anleitung für ein Top von Norah Gaughan (hier nachzulesen und ich wette, Frau Gaughan weiß bis heute nichts davon, aber die Anleitung ist inzwischen von der Website genommen worden), jetzt findet Angela ihre authorisierte Übersetzung der Tychus-Mütze auf der Website der Landlust wieder.

Nun frage ich mich, ob die Redaktion der Landlust bewusst klaut oder ob sie sich das von irgendwelchen “Designerinnen” unterschieben lassen? In der Verena gab’s ja vor einiger Zeit auch mal einen Pullover, der eine frappierende Ähnlichkeit (um nicht zu sagen, er sah ganz genauso aus) mit einem Modell aus dem Lavold’schen Wikingerbuch hatte – der wurde ihnen seinerzeit von einer Designerin als eigenes Modell untergejubelt und sie haben es leider erst gemerkt, als das Heft schon fertig gedruckt war.

Ich finde es einfach nur erbärmlich, wenn jemand keine eigenen Ideen hat und sich statt dessen dreist mit fremden Federn schmückt :evil:

Knit one below – Elise Duvekot

Erstaunlich, was man alles mit tiefergestochenen Maschen machen kann – dieses Buch zeigt es.

Mit einer einfachen Technik und Farbverlaufsgarnen bekommen hier auch (fortgeschrittene) Anfänger schöne Modelle hin, die viel komplizierter aussehen, als sie sind. Viele Sachen haben zudem sehr einfache Schnitte.

Insgesamt 36 Projekte für Damen, Herren, Kinder und Babies, dazu diverse Accessoires.

Die Größen reichen immer von S – XL, viele Modelle gibt es aber auch bis 3XL.

Die Anleitungen sind übersichtlich aufgebaut, mit Schnittzeichnungen und -wenn überhaupt erforderlich- kleinen Strickschriften. Die verwendeten Nadelstärken reichen von 3 – 8 mm, der Durchschnitt liegt bei 4 – 4,5 mm.

Auch für Socken ist die Technik anwendbar:

Am schönsten finde ich diese Herrenjacke (oben auf dem Bild vom Backcover ist sie nochmal von vorne zu sehen). Klemens, ich finde es wird Zeit, daß Du mal was anderes als Socken strickst :wink:

Fazit: Ein schönes Buch für alle, die keine komplizierten Strickmuster mögen (oder sich mal zwischendurch erholen wollen), Farbverlaufsgarne lieben und dafür neue Ideen suchen oder ambitionierte Anfänger, die mit wenig Aufwand interessante Modelle stricken wollen.

Erhältlich z.B. bei Amazon für 15,99 €.

Modell der Woche

Ab heute möchte ich eine neue Rubrik einführen: Das Modell der Woche.

Jeden Sonntag möchte ich Euch ein Strickstück zeigen, das ich besonders schön finde. Einfach nur zum angucken, erfreuen und inspirieren.

Es gibt so viele wunderbare ältere Sachen, die selbst in Ravelry-Zeiten in Vergessenheit geraten, was ich sehr schade finde.
Ihr werdet sie nicht immer nacharbeiten können, denn ich will auch Sachen aus vergriffenen Büchern oder Heften zeigen, aber die Jäger und Sammler unter Euch werden ja vielleicht noch in Online-Auktionshäusern oder -Antiquariaten fündig. Und wer weiß, vielleicht habt ihr die Anleitung sogar zu Hause und sie nur längst vergessen.
Versierte Strickerinnen können unter Umständen schon etwas mit dem Bild anfangen, daher werde ich die Bilder nicht verkleinern, ein Klick auf das Bild bringt Euch zur Version in Originalgröße.

Los geht’s – heute was für den Herren, der fantastische Titelpullover der Cast On Winter 1991, das Gewinnermodell eines Designwettbewerbs:

Gestrickt aus Dale of Norway’s Heilo, einem Schurwollgarn mit 100m Lauflänge beträgt die Maschenprobe unglaubliche 36 Maschen auf 10 cm mit 3,25mm Nadeln – die Designerin Shanta Moitra strickt tatsächlich noch um einiges fester als ich!

Und als Bonus gibt’s noch eine kostenlose Anleitung von Drops – die Jacke finde ich auch wunderschön:

Ulla 3/08

Die neueste Ausgabe des finnischen Online-Magazins Ulla bringt eine nette Kinder-Kapuzenjacke, einen Strickmantel sowie diverse Kleinteile. Aber vor allem diesen wunderschönen Fair Isle-Pullover:

Sieht komplizierter aus, als er ist – der Vielfarbeffekt wird durch ein Farbverlaufsgarn erzielt.
Das verwendete Garn kann man bestimmt prima durch Kauni Effektwolle ersetzen (winke @ Alpenfee – Dein Kommentar hat mich darauf gebracht).