Tja, wo fange ich bloß an…?
Chico und Rocco beratschlagten zunächst, ob sie sich in der Tasche verstecken und mitkommen sollten, entschieden sich dann aber dagegen, als ich ihnen erzählt habe, daß Anja am Samstag kommen und sie bespassen wird

Die Anreise mit der Bahn war ziemlich schrecklich, denn im Waggon war die Klimaanlage ausgefallen, die Luft war zum Schneiden dick und die Reisenden mussten im eigenen Saft schmoren. Ausserdem habe ich grundsätzlich das Pech, einen Sitznachbarn zu haben, der ganz selbstverständlich die mittlere Armlehne für sich beansprucht. Furchtbar! Ich hasse es, wildfremde Menschen so dicht neben mir zu haben und sie womöglich berühren zu müssen. Also habe ich den größten Teil der Fahrt mit nach vorne gezogenen Schultern und eng angewinkelten Armen verbringen müssen. Wenn’s nach mir ginge, gäbe es zwischen den Sitzen eine hochfahrbare Trennscheibe! Naja, stricken ging trotzdem irgendwie…
Untergebracht war ich dank meiner großzügigen Arbeitgeber
im 4 1/2-Sterne Hotel Dorint gleich gegenüber der Messe. Beim Einchecken erfuhr ich, daß ich “upgegraded” worden war und in einer Maisonette Suite residieren würde. Wow! Ich hatte noch nie ein Hotelzimmer über zwei Etagen! Leider habe ich vergessen, Fotos zu machen, hier daher nur ein geklautes Bild - aber mein Zimmer…äh…Suite sah genauso aus:

Die meiste Zeit habe ich aber oben im Schlafzimmer verbracht. Und was macht die findige Strickerin, wenn die beiden Funzeln neben dem Bett nicht genug Licht zum Stricken geben? Sie schleppt kurzerhand die schwere Stehlampe die Treppe hoch

Nun aber endlich zum Wesentlichen. Erste Anlaufstelle war der Stand von Schachenmayr/Coats/Rowan. Dieser hellblaue Pullover kam mir verdammt bekannt vor und schon erklang in meinem Kopf das bekannte Lied von den Prinzen…

Leider scheint das Motto auch im Winter 2010/2011 “fett, fetter, am fettesten” zu lauten, ich habe jede Menge Gruselschocker mit monsterdicken Garnen gesehen. Ich verstehe ja, daß man Strickanfänger mit “stricken Sie einen ganzen Pullover an nur einem Wochenende”ködern will, aber erstens sieht das Zeug an jeder Figur jenseits der 36 einfach scheisse aus und zweitens wird aus jemandem, der nicht die Geduld für ein paar Wochen Strickzeit aufbringt, ohnehin nie eine richtige Strickerin, da werden die Nadeln nach zwei, drei Schals oder Pullovern wieder in die Ecke geworfen und man wendet sich einem anderen Hobby zu.

Naja, wenigstens die Modelle vom Rowan sind okay:

Diese Jacke finde ich richtig hübsch:

Zwei Modelle aus “Midwest Modern Knits“, erhältlich ab Oktober:

Und eine kleine Vorschau auf das Rowan Magazine 48:


Von Regia gibt’s ab Ende Juni Sternzeichen-Sockengarn (Austermann ist übrigens auf dem gleichen Trip). Wer’s leiden mag…

Gegenüber lag der Stand von Rico Design - der hellgrüne Pullover macht ja schon die Schaufensterpuppe dick…

Ansonsten nichts wirklich Aufregendes:

Die Knopfidee an dem Mantel finde ich ganz originell:

Lang Yarns präsentiert auf eine Blick die Modefarben der kommenden Saison:

Dazu kommen dunkle Grautöne und diese Sachen finde ich durchweg sehr hübsch und tragbar, die Garne ebenfalls. Bravo, Lang, Ihr zeigt uns, daß es auch ohne Effektgarne und Kochlöffel geht:



Besonders gut hat mir die Zoom gefallen - klar, ist ja auch Merino mit Baumwolle, meine Lieblingsmischung. Die muss ich mir demnächst mal zulegen (und nein, ich werde sie sicherlich nicht mit den angegebenen 6er Nadeln stricken, für mich sieht es nach 4,5, allen falls 5 aus).

Mein Lieblingsmodell:

Bei Lana Grossa habe ich so gut wie gar nicht fotografiert, da war ausser diesem Pullover (wer hat bloß die Puppe angezogen?) echt nichts Sehenswertes:

Wirklich neue Garne habe ich dort auch nicht entdeckt - die haben einfach die bekannten Garne eine Nummer dicker rausgebracht. Die Bingo z.B. gibt es jetzt auch mit einer LL von 55 m. Wenn da auch so utopisch hohe Nadelstärken angegeben sind, wie wir das von LG kennen, sind ausgeleierte Strickstücke und Kundenreklamationen en masse schon vorprogrammiert…
Einzig dieses neue Tweedgarn hat mir gefallen:

Zu Unrecht unbeachtet habe ich diese süße Kinderjacke bei Sandnes ganz unten im Regal gefunden:

Die gewohnte Farbenpracht bei Christel Seyfarth:


Und als krönender Abschluß des erstens Teils meines Messeberichtes der Stand von Marianne Isager, vertreten durch die nette Frau Böcher von Isager Stitches. Leider war Marianne dieses Jahr nicht dabei (die treibt sich schon wieder in Japan herum
) - zu und zu schade, denn ich habe sie ja im letzten Jahr kennengelernt und fand sie einfach klasse. Das ist so ein Mensch, den man auf Anhieb total gern hat.

Das obige Kinderbuch erscheint demnächst (auf englisch) und obwohl ich keine Kinder bestricke, werde ich es mir kaufen, denn die Modelle sind bestimmt auch in einer Erwachsenenversion schön.
Hier sieht man die Modelle von Annette Danielsen, einer jungen dänischen Designerin, deren Buch “Strik naturligvis!” ich hier schon mal vorgestellt habe (winke @ Elke + Astrid).

Und da Annette höchstselbst auch vor Ort war (und es das Buch zum Messepreis gab
), habe ich es mir gleich nochmal auf deutsch gekauft und signieren lassen:

Annette ist eine tolle Designerin und auch unglaublich nett (komisch, irgendwie sind alle Dänen nett, ich habe noch nie einen unfreundlichen Dänen getroffen. Ganz süß finde ich auch, daß die Dänen irgendwann mal per Volksbeschluß entschieden haben, daß sie alle per Du sind). Von ihr werden wir bestimmt noch viel hören.
Das, was die Modelle “untenrum” tragen, ist für die Tücherstricker interessant. Es sind nämlich alles Tücher aus diesem Buch hier:

Insgesamt enthält es 6 Tücher, alle aus Isager-Garnen und ist für diejenigen Tücherstricker interessant, die mal was anderes als immer nur Lochmuster stricken möchten. Erhältlich ist es hier oder hier.



Teil II (unter anderem mit magischen und ausserirdischen Schoppel-Neuigkeiten) folgt morgen - stay tuned…