Monats-Archive: Mai 2011

Knitting in America – Melanie D. Falick

Das wollte ich Euch ja noch vorstellen:

224 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, knapp 31 x 24 cm groß und ganz schön schwer.

Vorgestellt werden 25 US-amerikanische Designerinnen, dazu Geschichten über Spinnereien, Färber und Züchter. Da das Buch schon 1996 erschienen ist, fehlen einige der heutigen “Celebrities”, aber die ganz großen Namen wie Meg Swansen, Nancy Bush oder Norah Gaughan sind alle dabei.

Jede hat ein Modell speziell für dieses Buch entworfen, dieser Gansey z.B. ist von Beth Brown-Reinsel:

Die Designs sind überwiegend mehrfarbig und aufwendig gemustert:

Die Anleitungen sind leider wieder mal nicht mit Strickschriften versehen, ausser bei den mehrfarbigen Modellen natürlich. Da empfiehlt sich aber ein scharfes Auge, denn die Kästchen sind ziemlich klein geraten.

Die Schnitte sind zumeist kastig – wir erinnern uns, das Buch ist von 1996:

Dieses schöne Muster gehört zu einem Pullover, der leider ziemlich verschwommen fotografiert wurde (alle anderen sind aber scharf abgebildet):

Christmas Stockings á la Kathryn Alexander:

Fazit: Ein schönes Buch für alle, die sich für die Menschen hinter den Namen interessieren und/oder gerne aufwendigere, mehrfarbige Modelle stricken. Oder sich einfach nur schöne, stimmungsvolle Bilder von Gestricktem angucken.

Die gebundene Ausgabe ist OOP, aber es gibt über Amazon noch ein paar Exemplare und bei Abebooks noch jede Menge, teilweise extrem günstig (incl. Versandkosten für unter 10 €). Die Taschenbuchversion namens “America Knits” (mit einem ausführlichen Blick ins Buch) ist noch ganz normal für rd. 14 € im Buchhandel erhältlich.

Rauthgundis fertig

Also die neue Kamera ist echt klasse. Da brauche ich nicht nach jedem Bild wieder auf Selbstauslöser umzustellen, sondern das bleibt so eingestellt. Und sie macht gleich 10 Bilder hintereinander, was die Ausbeute vorzeigbarer Bilder deutlich erhöht, weil beim Posing auch mal nicht so gestellte Zufallsbilder rauskommen.

Den obersten Knopf habe ich nun doch weggelassen, dadurch sieht man zwar recht viel vom Balkon, aber mit einem Hemdchen drunter geht’s.

Das Garn ist wirklich wunderbar für Sommersachen, es besteht zwar zu 80% aus Mwerino, aber durch den Leinenanteil und dadurch, daß es so dünn ist, kann man es auch noch locker jenseits der 25 Grad tragen. Die Jacke ist tatsächlich kaum dicker als ein hochwertiges T-Shirt.
Und es ist nach dem Waschen kaum in die Breite gegangen, nur 1 cm Zuwachs, was aber einfach daran liegt, daß sich das Gestrick geglättet hat.

Ohne was drunter könnte es allerdings zur Gefährdung des Straßenverkehrs kommen :mrgreen: :

Ich bin jedenfalls sehr glücklich mit meiner Rathgundis.

Info-Box

Garn: Wollerey “Melineo” (80% Merino, 20% Leinen) LL 400m/100g, verstrickt mit 3er Nadeln, Gr. ca. 36, Verbrauch 250g

Modell: Rauthgundis von Dagmar Reinschmidt

Chestnut und Olivia

Ich habe rausgefunden, daß man auch als Nicht-Ravelry-Mitglied die dort angebotenen Anleitungen kaufen kann. Was für mich natürlich viel einfacher ist, als die in den Shop einzubauen.

Chestnut könnt Ihr für umgerechnet knapp 3,60 € über diesen Link kaufen.

Und ich habe endlich mal für den Zauberball-Rock die Anleitung fertiggestellt – er heißt jetzt Olivia:

Auch diese Anleitung gibt es für umgerechnet 1,80 € hier käuflich zu erwerben. Sie ist für Größe 36, aber mit Hinweisen, wie man ihn ganz einfach auch in größeren Größen stricken kann.

Die Zahlung erfolgt bequem per Paypal.

Die Anleitung für den Galsey folgt in Kürze, aber die muss ich erstmal auf andere Größen umrechnen.

Designerportrait: Gesine Hälmer

Heute möchte ich Euch eine bisher noch völlig unbekannte Designerin vorstellen – Gesine Hälmer aus Schleswig-Holstein hat bisher noch nichts veröffentlicht, aber das muß ja nicht so bleiben :wink:

Mit dem Häkeln hat die heute 45-jährige schon in sehr jungen Jahren begonnen. Schon mit 5 Jahren war sie rein projektorientiert, es musste etwas “Nützliches” unter ihren Händen entstehen. Und so bekam ihr Teddy einen Pullunder und die anderen Stofftiere kleine Kuscheldecken. Für ihre Freundinnen und für sich häkelte sie Oberteile mit Neckholder nach eigenem Entwurf. Etwas später erlernte sie auch das Stricken und strickte sich gleich einen Pullunder.

Ihre Vorliebe für Pullunder hat sich bis heute gehalten :grin: :

Zu ihrem weiteren Werdegang erzählt Gesine: “Mit Beginn von Ausbildung und Beruf entstanden zeitweise große Pausen, aber seit ca. zwei Jahren habe ich ständig ein Strickstück in Arbeit. Dabei entferne ich mich immer weiter von fertigen Anleitungen. Entweder werden sie noch abgeändert, oder aber ich überlege mir, wie ich mir die gerade neugekaufte Wolle am besten verstrickt vorstellen kann. Tagelang werden die Musterbücher durchgesehen und Maschenmuster gestrickt”.

Inzwischen sind diverse selbst entworfene Kleidungsstücke entstanden, die von Familie und Freundinnen gelobt werden, aber bisher hat Gesine diese noch nirgends veröffentlicht. Ihr seid also live bei den ersten Schritten einer neuen Designerin in die Öffentlichkeit dabei :grin:

Ihre Designs hat sie bisher aus den Garnen von Lana Grossa, Debbie Bliss, Zitron, Isager, Mirasol K’acha und Noro gearbeitet.

Ganz typisch für Gesines Designs scheint mir dieser Bändselverschluß zu sein (Gesine, magst Du keine Knöpfe annähen? Reich mir die Flosse, Genosse :mrgreen: ):

Mein persönlicher Favorit ist dieses Top – ich mag besonders die interessante Verwendung von verkürzten Reihen im unteren Bereich:

Gefallen Euch Gesines Modelle? Dann quengelt mal ordentlich rum, damit sie dafür auch Anleitungen schreibt :wink:
Wer mit Gesine Kontakt aufnehmen möchte, schreibt an gesine(punkt)haelmer(at)foni(punkt)net.

Zweifarbiger Kreuzanschlag mit doppeltem Faden

Den Kreuzanschlag mit doppeltem Faden kennt Ihr ja sicherlich. Falls nicht, gibt es bei Coats eine gute Anleitung dafür. Ich rate allerdings dringend davon ab, auf doppelten Nadeln anzuschlagen, die Maschen der ersten Reihe werden sonst zu groß und löcherig und der Anschlag wird auch auf einer Nadel elastisch genug.

Eine dekorative Kante gibt es, wenn man ihn mit zwei Farben arbeitet, das wollweiße ist der doppelte Daumenfaden:

Einen anderen hübschen Effekt erzielt man, wenn man genauso arbeitet, aber nur mit einfachem Faden und die Farben nach jeder zweiten Masche vertauscht. Beim Tauschen den vorderen Faden immer über den hinteren Faden nach hinten legen. Das sieht z.B. bei zweifarbigen 2 re/2 li-Bündchen gut aus:

Die erste Reihe ist bei diesen Anschägen immer eine Rückreihe.

Jetzt reicht’s mir aber…

…das Garn für den Galsey, meine ich :wink:

Zuerst war ich ja bei meiner Konny, die hatte auch die richtige Farbe, aber die Partie wich leider zu extrem ab. Aber Konny hatte in der Restekiste wenigstens noch ein paar farblich passende Fitzelchen, die für die letzten Reihen der Armkugel gelangt haben.

Und dann habe ich bei meiner Fast-Namensvetterin Tine via Ravelry noch einen Rest gefunden. Tine hat sich auch gleich bereit erklärt sich davon zu trennen und verdient damit den offiziellen Titel “Retterin des Galseys” :grin:

Auch nicht die gleiche Partie, aber für den Kragen ist es okay. Ich hoffe, daß sich der Farbunterschied beim Waschen vielleicht noch ein bisschen angleicht, denn der angefangene Pullover fliegt ja schon seit 2009 hier rum und ist eventuell einfach nur angegraut:

Vogue/Designer Knitting Early Fall 2011

Hm – ich weiß nicht. Werde ich nun alt und spießig und/oder habe ich überhaupt kein Modebewusstsein?
Ich finde den Kram in der kommenden Vogue/Designer Knitting zu flatterig, zu schlabberig, zu oversized – da ist nicht ein einziges Teil dabei, das mr gefällt.

Okay, die Jacke ist noch ganz nett – also immerhin eins:

Aber sonst? Hippie-Look??? Ich hab’ zwar kürzlich im Frühstücksfernsehen gesehen, daß der jetzt wieder totaaaal angesagt sein soll, aber ich fand das schon ziemlich ziemlich gräßlich und allenfalls unter dem Einfluß bewusstseinsverändernder Substanzen zu ertragen….

Überschnittene Ärmel? Danke, hatte ich in den 80ern schon, mittlerweile kann ich Armkugeln.

Hier eine neue Recyclingmöglichkeit für Wattebäusche – wenn das eins der Gewinnermodelle aus dem Mohair-Designwettbewerb ist, dann möchte ich die Modelle auf den hinteren Plätzen glaube ich lieber nicht sehen :roll:

Und was soll das sein? Modell “Hundedecke”? :mrgreen:

Diese Jacke finde ich von der Konstruktion her ganz interessant, aber die ist natürlich auch nur für sehr große, schlanke Menschen tragbar:

Alle Modelle könnt Ihr in der Vorschau zu sehen.