Monats-Archive: August 2011

Neues Projekt: Deco by Kate Davies

Armadillo ist fertig und geht morgen zwecks Reißverschließung zur Schneiderin – dann gibt es demnächst auch eine Kaufanleitung. Der Nicole-Musterpulli trocknet gerade. Und nun?
Kennt Ihr das? Man hat siebenundrölfzig angefangene Projekte, aber keins animiert einen so recht zum Weiterstricken. Es juckt in den Fingern etwas Neues anzufangen. Zwei Tage bin ich stark geblieben, aber nun halte ich es nicht mehr aus :cool:

Die hier soll es werden – sie heißt Deco, eine Kaufanleitung von Kate Davies:

Eigentlich ganz schlicht, aber sowas mag ich ja sehr gerne.

Ich habe mir gedacht, es ist vielleicht mal ganz interessant, das Projekt genau zu dokumentieren. Ich will auch versuchen, die Strickzeiten festzuhalten, denn ich habe eigentlich gar keine Ahnung, wie lange ich durchschnittlich an einem Oberteil stricke.

Fangen wir also mit Deco – Tag 1 an. Wir stehen vor der Qual der Garnwahl. Ein Grünton soll es sein, das steht fest. Aber welcher? Und welches Garn? Für das Original wurde eine reine Schurwolle mit 175 m Lauflänge genommen und mit 3er Nadeln und 26 M auf 10 cm bzw. genau genommen 4 inch verstrickt. So ein lockeres Gestrick will ich aber nicht.
Ich muss mich also entscheiden, ob ich mit 3er Nadeln und 28 M/10 cm stricke oder mit 3,5er Nadeln und 24 M/10 cm. Irgendwie verwirren mich die Angaben in der Anleitung aber sowieso, ich komme, wenn ich nachrechne, auf einen deutlich geringeren Umfang als angegeben. Oder bin ich zu blöd zum Rechnen? Helft mir mal. Beispiel 6. Größe: Die hat unten 253 M Umfang. Das geteilt durch 26 M x 4 inches sind bei mir 38,92″. Dazu kommen 26 Reihen Knopfblende (die überlappen, daher rechne ich die nur 1x), das sind bei 40 R/4″ 2,6 inches. Macht zusammen rd. 41,5″. Die 6. Größe soll aber 44″ haben. Nanü? In der kleinsten Größe komme ich auch auf 2″ weniger Umfang als angegeben, in den anderen Größen ist es ähnlich. Ich glaube, da frage ich mal die Designerin, vielleicht übersehe ich ja was.

Ändern muss ich sowieso ein bisschen, beim Originalschnitt ist der Hüftumfang größer als der Brustumfang (was auch den gängigen Größentabellen entspricht), bei mir ist aber beides in etwa gleich – ich bin eine Sanduhr, aber eine, die sehr schnell durchläuft :mrgreen: , weil die Taille im Verhältnis zu umfangreich ist (früher war die tatsächlich mal 17 cm schmaler, ich hab’ da noch einen alten Gürtel als Beweis…)

Zur Garnwahl stehen:

1. Jo Sharp Silkroad DK Tweed (85% Wolle, 10% Seide, 5% Cashmere, LL 135 m) in Lime, einem hellen Limettengrün – die würde ich mit 3,5 verstricken

2.  ebenfalls Silkroad DK Tweed, aber in Asparagus und die Farbe kommt grünem Spargel wirklich recht nahe

3. Lana Grossa Adesso (46% Merino, 23% Baumwolle, 23% Mikrofaser, LL 130 m) in gelblichen Erbsensuppengrün – da würde ich 3er Nadeln nehmen

4. ONLine Linie 144 Gala (100% Schurwolle, LL 125 m) in einem warmen Grasgrün – da würde ich wohl auch 3,5 nehmen

5. Nochmal Adesso, aber in einem ziemlich hellen, gelblastigen Lindgrün

Tja, was nehme ich denn nun? Was meint Ihr?

Betörende Maschen – Ingalill Johannson, Ewa K. Andinsson

Nach zwei Büchern für’s Kröpfchen gibt es jetzt wieder eins für’s Töpfchen :wink:

Ich mag dieses Buch sehr. Und das Seltsame ist, daß ich gar nicht mal genau sagen kann, warum eigentlich.
Denn wenn sowas in der Verena wäre, würde ich es als Gruselschocker bezeichen (und die “Hair Stylistin” hat offenbar bewusstseinsverändernde Substanzen genommen :mrgreen: ):

Vielleicht liegt es am dicken, matten, griffigen Papier der 120 Seiten, die sich sehr angenehm beim Umblättern anfühlen (Hochglanzpapier finde ich oft so quietschig). Vielleicht liegt es an den Farben der Modelle, die durchweg in naturweiß, beige oder grau gehalten sind, alles “Unfarben”, die ich sehr mag. Aber vielleicht liegt es einfach an Modellen wie diesem hier:

Oder dem hier:

Selbst dieser Pullover gefällt mir irgendwie, obwohl er überdimensioniert ist und mit 6,5er Nadeln gestrickt wird:

Ach, ich weiß auch nicht. Ich mag’s halt, es ist irgendwie ein sehr sympathisches Buch :smile:

Bloß die armen Models, die gucken alle ziemlich verfroren – vielleicht mussten sie ja auch in dem Eishotel nächtigen, in dem ein Teil der Fotos entstanden ist :wink: .

Wie die auf dem rückwärtigen Cover angegebenen 30 Modelle zustande kommen, kann ich nicht sagen. Ich zähle 25, wenn ich nach Designs gehe und und 36, wenn ich jedes Teil zähle. Alle Modelle sind für Damen, davon 19 Accessoires wie z.B. Handschuhe, Socken und Schals, drei Kleider und der Rest sind Jacken, Pullover u.ä.

Im Original heißt das Buch schlicht “Stickat i ekologisk ull” und so wird auch für alle Modelle Öko-Wolle des schwedischen Herstellers Marks & Kattens in zwei verschiedenen Stärken verwendet.

Die Größen reichen in vielen Fällen von XS bis XXL (72 – 122 cm Körper-Oberweite), so daß sowohl Elfen als auch Zwölfen glücklich werden. Alle Modelle haben schöne übersichtliche Strickschriften, die man auch prima ohne Lesebrille entziffern kann. Einziges Manko: Es gibt keine Schnittzeichnungen, nur Oberweite und Gesamtlänge sind angegeben.

Mein Favorit ist ganz klar diese Jacke:

Ein bisschen kann man auch noch auf der Verlagsseite reingucken.

Erhältlich z.B. bei Amazon für 16,99 €.

Elsebeth Lavold Book 23: The Come Closer Collection

Elsebeth Lavold gehört zu meinen Lieblingsdesignerinnen. Ich habe alle Bücher von ihr, bis auf das Accessoire- und das Kinderbuch. Aber das hier, nee, das mag ich nicht:

Welche Modehirni hat bloß beschlossen, daß monsterdicke Garne jetzt “in” zu sein haben? Und wieso machen da alle mit? Ich würde nach Ende der Wintersaison 2011/2012 wirklich gerne mal wissen, ob sich das Zeug tatsächlich so gut verkauft, wie alle offenbar annehmen. Und wievielen der Strickanfänger, denen man das brühwarm andreht, dadurch wieder komplett die Lust am Stricken vergeht, weil man Klamotten daraus nur tragen kann, wenn man gleichzeitig Großabnehmer-Konditionen bei einem Deohersteller bekommt.

Im Hause Lavold setzt man jedenfalls auch auf Schwitz-Strick und kreiert Modelle, die sogar zierliche Asiatinnen moppelig wirken lassen:

Dieser junge Mann war offensichtlich auf der Reeperbahn (sorry, den Kalauer konnte ich mir nicht verkneifen :mrgreen: ):

Nun könnte man die Designs natürlich auch problemlos aus dünneren Garnen arbeiten, aber die meisten Sachen würden mir selbst dann nicht sonderlich gefallen, die Modelle wirken auf mich irgendwie einfallslos und lieblos. Sorry, Frau Lavold, aber ich bin mir sicher, Sie hatten da nur eine schlechte Phase und warten bald wieder mit deutlich schöneren Sachen auf.

Einzig diese Jacke würde mir in dünnerem Garn richtig gut gefallen, aber die kann ich notfalls auch nach dem Bild stricken:

Alle Modelle kann man hier betrachten. Wer’s trotzdem mag oder vielleicht eines der älteren Lavold-Bücher haben möchte, guckt bei Martina (noch hat sie Nr. 23 nicht im Shop, aber das kommt bestimmt bald).

Naja, ich lehne mich mal ganz entspannt zurück, warte auf bessere Zeiten und schöpfe so lange aus meinen Stash voller wunderschöner dünner Garne :wink:

Kleinkram ;-)

Neulich habe ich mit meinen Mädels einen Stricknachmittag im Büro gemacht. Beide haben sich Täschchen gestrickt und irgendwie war das ansteckend :wink:

Die Anleitung gibt es kostenlos bei Ravelry oder gleich hier.

Contemporary Irish Knits

Im Moment habe ich so viele neue Bücher, daß ich mit dem Vorstellen gar nicht mehr hinterher komme :shock:

Das hier kam gestern, aber das werde ich wieder zurück schicken:

Das 152 Seiten starke Softcover-Buch finde ich leider ziemlich enttäuschend. Ich hatte eine Menge Aran-Pullover erwartet. Tatsächlich sind von den 20 Projekten fast die Hälfte (nämlich insgesamt neun) Accessoires wie Mützen oder Handschuhe und die sind nicht mal sonderlich schön. Vom Rest sind vier Projekte für Kinder und zwei für Männer (die sind beide wirklich nett), verbleiben gerade mal fünf Teile für mich und die finde ich nicht sonderlich gelungen.

Der Titelpulli ist wohlweislich von hinten gezeigt, von vorne sieht man nämlich, daß mitten über der Brust recht ungüstige Verzopfungen liegen. Killybegs ist ganz hübsch, aber das war’s dann auch. Vom Rock Tralee finde ich die Falte zu klobig, der Pullover Belville hat so rein gar nichts Irisches und Ardara mag ich gar nicht leiden, die ist mir zu kittel-artig.

Wer es trotzdem mag, bekommt es z.B. bei Amazon für 17,30 €.

Wer wirklich schöne Aran-Pullover und -Jacken sucht, ist aber mit Aran Knitting oder A Fine Fleece (Vorstellung hier) wesentlich besser bedient, die kann ich beide uneingeschränkt empfehlen.

Preview: Armadillo

Das ist sozusagen Resteverwertung :wink:
Vom Pullover aus der aktuellen Verena ist nämlich noch eine Menge Garn übriggeblieben, weil ich mich ursprünglich nicht entscheiden konnte, ob die Kombination silbergrau/schwarz oder silbergrau/anthrazit besser aussehen würde und so habe ich von allen drei Farben je ein Pfund bekommen. Für Myrtha wurde es letztlich das Anthrazit, so daß das schwarze Garn nun noch für eine im Stil passende Jacke reicht:

“Armadillo” heißt Gürteltier, denn ich finde, die Streifen geben der Jacke eine frappierende Ähnlichkeit mit dem -zugegebenermaßen nicht besonders attraktiven- Viech:

Cat approved ist sie schon mal – hier sieht man auch mal, daß Chico gar nicht so grau ist, da ist eine Menge beige mit im Fell:

Das Garn ist fast so flauschig wie das Fell :grin:

Julekuler – Arne & Carlos

26. August 2011 – ganz Deutschland stöhnt unter der Hitze. Und auch, wenn man im Norden die seltenen tropischen Temperaturen durchaus zu schätzen weiß, denken wir schon mal an andere Jahreszeiten, denn Weihnachten kommt schließlich immer so plötzlich :mrgreen:

Der Frech-Verlag hat mir dankenswerter Weise dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt:

Zur Einstimmung und Abkühlung erstmal ein Bild des Heimathauses der beiden Autoren – stellt Euch vor, Ihr seid in Norwegen, es ist der 1. Advent, draussen sind knackige minus 12 Grad, Ihr sitzt mit Strickzeug vor dem prasselnden Kaminfeuer, eine wohlig schnurrende Katze auf dem Schoß und neben Euch ein Teller mit selbstgebackenen, lecker duftenden Plätzchen:

Und während Ihr gemütlich Plätzchen futtert (und die Katze vollkrümelt), denkt Ihr über die diesjährige Weihnachtsbaumdekoration nach – die Kugeln, die schon seit 10 Jahren immer wieder dranhängen, sind mittlerweile etwas schäbig geworden und irgendwie könnt Ihr die auch nicht mehr sehen. Da muss was Neues her. Aber keine langweiligen und oft noch teuren Kaufhaus-Kugeln, sondern etwas ganz Besonderes, was nach Möglichkeit das Weihnachts-Budget nicht allzusehr belastet.

Was liegt also näher, als die Christbaum-Deko selbst herzustellen?

Euer Weihnachtsbaum könnte dann so aussehen – natürlich wird Euer Baum nicht so krüppelig, sondern groß und ausladend sein und bis an die Zimmerdecke reichen:

Insgesamt befinden sich in dem 144 Seiten starken, gebundenen Buch Designs für 55 verschiedene Weihnachtsbaumkugeln, die alle nach der gleichen -einfach zu verstehenden- Grundanleitung gearbeitet sind.

Die Motive sind größtenteils traditionellen norwegischen Mustern nachempfunden, viele stammen ursprünglich von Handschuhen.

Dabei ist das Buch so liebevoll aufgemacht und mit so stimmungsvollen Fotos versehen, daß selbst ein Weihnachtsmuffel wie ich in festliche Stimmung kommt :wink:

Die beiden Designer Arne und Carlos sind sehr sympathische und lustige Vögel, wie man auch in diesem Video sehen kann (man beachte den Pullover von Arne, der auch auf dem Titelbild ist. Die älteren unter Euch kennen doch sicherlich noch “Space Invaders”? :grin: ):

Noch mehr Bilder sowie eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite.

Erhältlich für 16,99 € z.b. bei Amazon.

Und denkt dran – in 17 Wochen ist schon Weihnachten! :cool: