Monats-Archive: August 2011

Designerportrait: Jutta Bücker

Heute möchte ich Euch Jutta Bücker mit ihrer Firma JB Strickdesign vorstellen, die fast schon in meiner Nachbarschaft, nämlich in Bargteheide lebt:

Jutta ist mit Leib und Seele Strickdesignerin und das schon seit 23 Jahren. Ihr Werdegang ist nahezu klassisch: Abitur, Modeschule, Schneiderlehre, einige Jahre als Modellnäherin in einer großen Münchener Modefirma.

Der Weg in die Selbständigkeit bekann mit ein paar Kinderjacken:
“1985 arbeitete ich für einige Zeit in der Kinderabteilung eines der exklusivsten Geschäfte Münchens. Einige Wochen vor Beginn des legendären Oktoberfestes fragte mich die Abteilungsleiterin, ob ich Lust hätte ein paar Kinderteile zu stricken? Diese fünf Kinderjacken waren innerhalb weniger Tage verkauft (übrigens für mehr als 500,-DM/ Teil). Für alle Kolleginnen strickte ich fortan Trachtiges und Nichttrachtiges (dabei bin ich überhaupt kein bayrisches Madl) ohne Ende… Da reifte die Idee, mich irgendwann selbständig zu machen. Nachdem mein Mann sein Studium beendet hatte, machte ich mit der Unterstützung eines befreundeten Unternehmensberaters meinen Traum wahr. Seitdem habe ich alle Höhen und Tiefen diese Berufs erlebt und durchlebt”.

Das Stricken hat Jutta als Teenager gelernt:
“Meine große Schwester hat mir das Stricken beigebracht, nachdem sie es leid war, dass ich ständig heimlich (herausgefunden hat sie es eben doch irgendwann!) ihre Pullover trug. Da war ich 13. Von dem Tag an war mein Schicksal stricktechnisch besiegelt – ich hörte nie wieder damit auf. Stricken, Sticken, Nähen, Basteln – das war meine Welt, meiner Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Heute fasse ich keine Nähmaschine mehr an, fürs Sticken und Basteln fehlt mir die Geduld, aber das Stricken ist nach wie vor meine Leidenschaft- dazwischen liegen aber auch mehr als 40 Jahre!!! Bin ich wirklich schon sooo alt?”

Über Ihre Designs schreibt Jutta:
“Ich habe im Laufe der Jahre meine ganz eigene Philosophie entwickelt und ich denke auch umgesetzt: Einfache Modelle, was Schnitt und Strickmuster betrifft (da finden mich vermutlich eine Reihe Leute fürchterlich langweilig), aber immer mit dem ganz besonderen Etwas (neudeutsch auch “eyecatcher” genannt). Sei es der Knopf (ich entwerfe auch gern mal ein Teil um den Knopf herum), ein Band, zwei unterschiedliche Ärmel, ein Kontrast-Anschlag, eine Strickblüte, eine Perle….
Ich will mich nicht den Modetrends (natürlich nehme ich den ein oder anderen auf, wenn er mir gefällt) unterwerfen, weil ich denke, dass Stricken keine Sache für eine Saison ist. Und ich achte darauf, für möglichst viele tragbare Modelle zu entwerfen, auch für die nicht absolut perfekte Figur (wer hat die schon?!). Bei meinen Designs denke ich ebenso an Frauen in meinem Alter: Viele von ihnen können stricken, legen Wert auf gutes Material und wollen nicht das Einerlei der Konfektion tragen. Darum fotografiere ich meine Modelle gern sowohl an jungen Frauen als auch an Frauen meines Alters.

Jutta Bücker hat im Laufe der Jahre für fast alle deutschen Wollfirmen gearbeitet: Lana Grossa, Schachenmayr, Austermann, Schöller + Stahl, OnLine und Atelier Zitron. Das waren vorwiegend Kinder- und Babysachen und 2007 erschien im Christophorus-Verlag auch ein Buch von ihr: “Stricken fürs Baby“. Jutta hierzu: “Das passiert einem nicht einfach so. Ich musste dafür richtig “Klinken putzen gehen”, was meinem Naturell so gar nicht entspricht….”

Seit einigen Jahren arbeitet sie sehr viel für Atelier Zitron – wie sie sagt “ein echter Glückstreffer für mich, weil Herr Zitron mir immer alle Freiheiten gelassen hat bei dem, was ich machen wollte. Und das ist nach meinen Erfahrungen nicht üblich in der Branche. Mir aber hat es Spielraum gegeben mich zu entwickeln – dafür bin ich sehr dankbar. Nun mache ich mehr Damensachen als Kinderstrick”.

Mittlerweile hat Jutta auch das Internet für sich entdeckt :wink: :
Irgendwann im vergangenen Jahr wurde mir klar (lange genug hat’s gedauert!), daß ich das Internet nicht außer acht lassen darf. Eigene Website, Ravelry… schauen, was da so los ist. Ich konnte es echt nicht glauben!! Für mich hieß stricken immer: Wollgeschäft, Hefte durchstöbern, Wolle fühlen und kaufen, stricken… Ich bin ja wohl von vorvorgestern gewesen! Aber zwischenzeitlich habe ich eine Menge Bilder ins Netz gestellt, bereits einige Anleitungen zum Verkauf angeboten und sogar verkauft, habe mich mit einem Modell bei der “Knitty” beworben und – es ist drin! Wer hätte das gedacht? Es erscheint in der “Deep Fall Issue” und heißt “Friendly Grey”. (Anmerkung der Redaktion: Cool! Darauf bin ich sehr gespannt!)

Seit dem vergangenen Jahr geht sie auch auf Messen und verkauft Anleitungen in Verbindung mit der passenden Wolle:
“Mein Sohn war für seine Ausbildung weggezogen und ich hatte die Nase voll, immer nur die Wände anzustarren und vor mich hin zu nadeln. Ich musste sehen und hören, was da draußen passiert. Und es hat mir riesigen Spaß gemacht mit meinen “Kundinnen” zu reden. Ich konnte vielen Mut machen und sie darin bestärken es mit dem Stricken mal wieder zu versuchen. Dabei propagiere ich stets meine ureigene Devise: Handgestrickt muss nicht perfekt aussehen – man darf es sehen! Nebenbei bemerkt: Ich bin in keiner Weise eine perfekte Strickerin. Dazu stehe ich 100%ig. Hey, dann muss ich mir die Mühe nicht machen, dann kaufe ich mir das Zeug von der Stange!! Ich freue mich mehr, wenn mir jemand sagt: “Das ist ja eine tolle Idee” als wenn man mir sagt: “Das ist perfekt gestrickt, sieht aus wie mit der Maschine gemacht”.

Jutta ist vom 26.-28. August 2011 wieder auf der Kreativ Hamburg und Anfang Oktober in Lübeck auf der Schnipp -Schnapp dabei und würde sich sehr freuen, den einen oder anderen Tichiro-Leser persönlich kennenzulernen. (Anmerkung der Redaktion: Frau Tichiro wird auf jeden Fall in Hamburg vorbeischauen :grin: ).

Einen Teil der abgebildeten Modelle findet Ihr im Heft “Atelier Zitron Nr. 4“(reingucken hier)

Bei Ravelry gibt es ebenfalls diverse Anleitungen von Jutta als Kauf-Download (funktioniert auch ohne Ravelry-Mitgliedschaft). Und wenn Euer Traum-Modell nirgends zu finden ist, könnt Ihr Euch vertrauensvoll an Jutta wenden.

Mein JB-Lieblingsmodell ist übrigens ganz klar das hier:

Die verstrickte Dienstagsfrage 34/2011

Immer wieder liest man, dass Strickstücke fertig gestrickt sind, aber nicht zusammengefügt werden.
Macht ihr die Auswahl eurer Projekte von der zu erwartenden Näharbeit abhängig?

Vielen Dank an Michaela für die heutige Wollschaf-Frage!

Ich finde es auch immer wieder befremdlich, wie einige Strickerinnen sich geradezu bepieseln wegen ein bisschen Näharbeit und sich davor drücken, wo es nur geht. Daß eigentlich fertige Sachen wochen- oder gar monatelang vor sich hin vegetieren, nur weil die Näherei gescheut wird, entzieht sich völlig meinem Verständnis. Wenn ich etwas fertig gestrickt habe, will ich es auch anziehen und zwar möglichst sofort. Stricken ohne tragen ist für mich wie kochen ohne essen.

Ich mag Nähte und ich nähe auch gerne zusammen. Das mache ich immer sofort, sobald ein Teil fertig ist, dann ist es am Ende kaum noch Arbeit und ich kann zwischendurch immer mal anprobieren. Nähte geben meiner Meinung nach den meisten Strickstücken Stabilität und besseren Sitz.

Und ich stricke wesentlich lieber flache Teile, als mich mit einem Nadelspiel/Magic Loop rumzuschlagen. Flach gestrickt und eben mal schnell genäht, geht bei mir wesentlich schneller als das Gefummel und Geschiebe beim Stricken von kleinen Runden.

Mir geht es sogar auf die Nerven, daß immer mehr Anleitungen nahtlos konzipiert sind. Die baue ich dann um in vier Teile. Ich mag auch keine RVOs und finde, daß Raglannähte, die von oben gestrickt werden und somit durch Zunahmen entstehen, in vielen Fällen deutlich unsauberer und löcheriger sind als welche, die von unten und mit Abnahmen gearbeitet wurden.

Fäden vernähen finde ich jetzt nicht so prickelnd, aber auch das gehört dazu und ist letztlich schnell gemacht. Warum selbst das krampfhaft versucht wird zu vermeiden, indem man die Enden mühselig mit dem Russian Join zusammenpfriemelt (und dabei an der Stelle dann noch verdickte Stellen im Gestrick hat), verstehe ich genauso wenig. Das geht das bisschen Vernähen wesentlich schneller.

Daher kann ich die Wollschaf-Antworten von Kerstin und Alpenrose voll und ganz unterstreichen.

Stricknadelfernsehen…

…oder: Nennt mich McGyver :cool:

Ohne Antennenkabelverstärkung:

Meine Erfindung: Die Stricknadelzimmerantenne! Praktisch, kostengünstig und platzsparend :mrgreen:

Japanische Musterbücher bei Google books

Achtung, eine Warnung vorab :!: Dieser Beitrag kann Euch den Rest des Sonntags kosten, falls Ihr also noch dringend was erledigen müsst, macht es vor dem Weiterlesen :cool:

Japanische Strick- und Häkelmusterbücher sind toll, keine Frage. Aber was tun, wenn man sich die doch relativ teuren Bücher nicht leisten kann? Google hilft! Und damit meine ich nicht die illegal eingescannten Dinger, die man im Internet findet (die haben sowieso oft eine besch… Qualität), sondern ganz legal (jedenfalls gehe ich mal davon aus) bei Google books. Natürlich findet man dort keine kompletten Bücher, aber bei den Modellbüchern kann man oft alle enthaltenen Modelle sehen, so daß man die Katze nicht im Sack kauft (und gute Strickerinnen können ja manches auch schon nach dem Bild arbeiten :wink: )
Und bei den Musterbüchern…tja, Cover anklicken und staunen:

Tip 1: Über den Punkt “ähnliche Bücher” findet man sehr viele japanische Strick- und Häkelbücher (da kann man sich allerdings auch rettungslos verlieren und viel Zeit verbringen). Startet z.B. hier oder hier.

Tip 2: Wenn Ihr die ISBN eines japanisches Buches habt und gerne wissen wollt, was drin ist, einfach (ohne Querstriche) bei Google books ins Suchfeld eingeben, die Chancen stehen recht gut, daß es erfasst ist.

Tip 3: Das funktioniert auch mit englischsprachigen Büchern

Tip 4: Wer doch lieber das Originalbuch haben möchte, guckt mal bei mir im Shop, da habe ich noch einige wenige Exemplare. Falls das gesuchte Buch nicht dabei ist, bitte piepen (am besten mit ISBN), manche der japanischen Bücher kann ich noch besorgen.

Die Gewinner

Uff, so viele Teilnehmer, da habe ich immer Bange, daß ich mich verzähle :shock:

Die Gewinner sind also:

Rätsel 1 – das Strick-Schnickschnack-Set – Nr. 28 Wischel

Rätsel 2 – das Musterbuch – Nr. 12 Linda M.

Rätsel 3 – die Nicole-Hefte – Nr. 49 Claudia

Rätsel 4 – die Chic Knits-Anleitungen – Nr. 129 Ute

Rätsel 5 – das Zopfmuster-Buch – Nr. 98 Maggi

Und der Hauptgewinn, das edle silbergraue Jo Sharp Garn…

geht an…..Trommelwirbel….

Nr. 7: Annette! Herzlichen Glückwunsch!

Mädels, ich brauche bitte von Euch allen die Adresse :!:

Die Lösungen

Hier also nun die Lösungen der Rätselaufgaben für alle, die immer noch grübeln.
Aber Ihr wart ja sehr erfindungsreich: Da wurde gegoogelt, die ganze Familie eingespannt, meine Amazon-Wunschliste durchforstet und wenn dann immer noch Lücken waren, einfach geraten und kombiniert :grin:

Rätsel 1, das Strickquiz, war für die meisten ein Klacks:

Rätsel 2 mit den Binärzahlen war da schon deutlich schwerer:

1. 134 – 001000110
2. 137 – 0010001001
3. 137 – 0010001001
4. 329 – 0101001001
5. 550 – 1000100110

Die Buchstaben stehen für yarn over, also einen Umschlag.

Bei Rätsel 3 hatte ich gedacht, daß es für Euch einfacher ist, aber das ist natürlich leicht dahergesagt, wenn man die Lösungen kennt :roll: Aber Ihr habt Euch ja durchgebissen.

Die gesuchten Bücher waren:
Der Herr der Ringe – R
Die Päpstin – I
Sakrileg – S
Harry Potter – A
Das Parfum – A
Die Säulen der Erde – L
Der Wanderchirurg – U
Feuer und Stein – F

Der gesuchte Autor war Ralf Isau, der wirklich tolle und sehr spannende Bücher schreibt – den stelle ich Euch in einem gesonderten Beitrag nochmal genauer vor.

Rätsel 4, das Buchstabensuchen, war dagegen die reinste Erholung – dachte ich. Aber auf manchen Monitoren war das wohl doch nicht so einfach…

Bild 1 birgt ein h und ein t

In Bild 2 versteckte sich ein n und ein f

In Bild 3 war ein c und ein e zu finden

und Bild 4 brachte die Buchstaben ö und P

Zusammengesetzt ergab sich das Passwort “Pfötchen”

Das letzte Rätsel 5 machte wohl all unsere Geschichtslehrer glücklich, offenbar haben sie es doch geschafft, uns etwas beizubringen :wink:

Die Eriegnisse waren:
Die erste Mondlandung 1969
Der Sturm auf die Bastille 1789
Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492
Der Untergang der Titanic 1912
Der Mann war Goethe und wurde 1749 geboren
Der große Brand in Hamburg fand 1842 statt
naja, und ich wurde 1965 geboren :grin:

Zusammengerechnet ergibt sich das Pass”wort” 12718

Für das Super-Passwort waren folgende Gerichte zu finden:

Kalbsschnitzel und Salbei – Saltimbocca – T
Löffelbisquits und Mascarpone – klar, Tiramisu (*mjamm*) – R
Gepökeltes Rindfleisch und Rote Bete – Labskaus (*igitt*) – K
Gewürfeltes Rindfleisch und Sauerkraut – Szegediner Gulasch – E
Avocados und Zitronensaft – Guacamole – A

Das Lösungswort (“was ganz Tolles”) war natürlich weder Karte noch Kreta :mrgreen: sondern KATER

So, dann werde ich jetzt mal den Zufallsgenerator heißlaufen lassen…

Neues im Shop

Ich habe mal wieder einen ganzen Haufen Nachschub für Eure todo-Listen :wink:

Bei den Japanern sind ein paar Einzelstücke hinzugekommen, z.B. das Häkelbuch hier:

Dann ein neues Berroco-Heft:

Norah Gaughan Vol. 9 ist neu (und die anderen Gaughan-Hefte habe ich auch fast alle wieder auf Lager):

Dann habe ich jede Menge neue Einzelanleitungen, z.B.:

Und ein paar neue Hefte, z.B. das hier:

Alle neuen Sachen sind hier aufgelistet.

Wie immer gilt: Nur wenige Exemplare vorhanden, wenn Ihr was nicht mehr findet, ist es schon wieder ausverkauft.

Und es gibt wieder deutsche Baby Surprise Jackets.