Ich hab’ mir eine neue Kategorie überlegt: Das Garn der Woche. Jeden Mittwoch möchte ich Euch ein neues Garn vorstellen, mit dem ich gerade arbeite oder das ich gerne verstricke. Da Ihr ja genauso wollsüchtig wie ich seid, denke ich mir, daß es für Euch interessant sein könnte, schöne neue Garne kennenzulernen.
Los geht es mit “Springfield Vintage” von Grignasco. Anja hatte es kürzlich schon in der Hand und war davon auch ganz begeistert.

Die Springfield besteht aus 50% Merino und 50% Baumwolle und ist damit ein wunderbares Garn für die Übergangszeit. Da sie sehr dünn ist (die Lauflänge von 115 m/50 g täuscht, sie hat in etwa die Stärke von 6-fach Sockengarn), kann man sie durchaus auch als Sommergarn nehmen.
Die Farbpalette umfasst 18 Farben, die alle ein wenig verwaschen wirken (deshalb wohl auch “Vintage”) und aufgrund der Zusammensetzung ganz, ganz leicht meliert sind, was ich sehr gerne mag. Durch den Baumwollanteil hat es einen ganz leichten matten Glanz (hm, matt glänzend ist irgendwie widersprüchlich, aber Ihr wisst schon, was ich meine).

Das Garn ist sehr glatt und wunderbar weich, was es auch für sehr empfindliche Hauttypen tragbar macht. Trotzdem hat es “Griff” und Substanz, was auch auf die recht starke Verzwirnung zurückzuführen ist. Damit ist es ausgezeichnet für Muster jeder Art geeignet. Dazwischen zu stechen und damit das Garn nur halb zu erwischen (das hasse ich ja wie die Pest, vor allem, wenn man sowas erst 10 cm später entdeckt
), ist nahezu unmöglich und es dröselt auch überhaupt nicht auf, wenn man z.B. mal zurückstricken muss. Allerdings ist es nicht sonderlich elastisch, was für Brettstricker wie mich ein bisschen fies bei Zöpfen oder beim Maschen zusammenstricken ist. Aber mit schön spitzen Nadeln geht’s - quod erat demonstrandum:

Das ist ein Designauftrag, daher darf ich noch nicht mehr zeigen, aber bis Mitte Januar werde ich fertig sein und dann wird es sicherlich auch irgendwie, irgendwo, irgendwann eine Anleitung geben…
Die Springfield strickt sich sehr gut und schnell, das Strickgefühl ist dabei eher “baumwollig”, das fertige Gestrick ist aber durch den Merinoanteil deutlich kuscheliger und anschmiegsamer als reine Baumwolle. Ich verstricke sie mit 3 mm Nadeln (Metall) und komme dabei auf meine üblichen 28 M auf 10 cm. Wer ein lockeres Gestrick bevorzugt, sollte sie eventuell mit Holznadeln verarbeiten, da sie auf Metall doch ziemlich “glitschig” ist. Angegeben sind 22 M/10 cm und Nadelstärke 3,5 - 4, für meinen Geschmack ist das zu locker. Und dann muss man sich auch nicht wundern, daß das Gestrick ausleiert, denn Merino gibt nun mal beim Waschen nach und Baumwolle leiert leicht aus. Fest verstrickt sollte sie aber wunderbar die Form halten.
Da ich das Projekt noch nicht fertig habe, kann ich noch nicht sagen, ob sie pillen wird, aber mein Gefühl sagt mir, daß sie durch die Zusammensetzung und die hohe Zwirnung -wenn überhaupt- nur ganz minimal pillen wird. Auf der Banderole wird Handwäsche empfohlen, aber ich schmeisse ja gnadenlos alles in den Wollwaschgang.

Bestellen kann man das Garn z.B. bei Wolle Willich. Elisabeth hat zwar im Moment nur vier Farben im Shop, wird Euch aber sicherlich gerne jede gewünschte Farbe besorgen. Mit 4,95 € pro Knäuel ist der Preis auf normalem Niveau für diese Materialzusammensetzung. Ich habe jetzt für ein Rückenteil in Gr. 38 ungefähr 150 g verbraucht, für einen langärmligen Pullover ohne garnfressendes Muster sollte man also je nach Größe mit 450 - 700 g gut längs kommen, sind also 45 - 70 €, was ich als ganz normal für einen Pullover empfinde.
Noch mehr Garnvorstellungen findert Ihr übrigens bei Martine (mit einem großartigen Bewertungssystem), aber ich denke, da wird es keine Überschneidungen geben und wenn doch, sind zwei -evtl. unterschiedliche- Meinungen ja auch mal interessant.