Monats-Archive: Februar 2012

Lesergalerie: Gudrun aka Nettischaf

Ich hab’ doch neulich diesen BH von 1934 gezeigt:

Die liebe Gudrun hat ihn tatsächlich nachgestrickt und ich finde, er ist ihr absolut perfekt gelungen:

Und er sitzt 1 A:

Verwendet wurden 120 g Wollmeise Twin in der Farbe “Zimtapfel”, verstrickt mit 2 mm-Nadeln. Alles über die Entstehung des BHs könnt Ihr in Gudruns Blog nachlesen, da gibt es auch noch mehr Bilder. Bei Ravelry ist er hier zu finden.

Vogue/Designer Knitting Spring/Summer 2012

Sag’ ich da jetzt was zu? Nö, ich sag’ mal gar nix und höre mir an, wie Ihr die findet. Die komplette Vorschau gibt es hier.

Oh, und dann hat Sassy aus dem JH-Forum noch ein feines neues Heft von Lana Grossa entdeckt, den Inhalt könnt Ihr hier sehen:

Übrigens wird es jetzt wohl tatsächlich Frühling – für Donnerstag sind 17 Grad vorhergesagt (aber vermutlich nur bei den Südlichtern), über Nacht sind massenweise Schneeglöckchen und diese gelben Mini-Blümchen (wie heißen die bloß?) hervorgeschossen und Chico haart wie bekloppt… :grin:

Textured Stitches – Connie Chang Chinchio

Ein schönes Buch mit hübschen Modellen für alle, die es eher schlicht und zeitlos mögen. Von den 20 Modellen (alle für Frauen) sind 11 Oberteile und 9 Accessoires.

Fast alle Sachen sind mit relativ dünnen Nadeln zwischen 3,25 und 4 mm gestrickt, diese Jacke ist die einzige, die mit 5er Nadeln gearbeitet wurde:

Für alle Modelle wurden einfarbige oder nur leicht melierte Garne mit gleichmäßiger Struktur gewühlt, keine Farbverlaufs- und keine Effektgarne – schön!

Alle Oberteile sind in 6 bis 7 Größen angegeben, wobei die kleinste Größe in der Regel zwischen 80 und 86 cm, die größte Größe zwischen 130 und 135 cm fertigen Brustumfang hat.

Die Anleitungen beinhalten alles, was man braucht: Gut bemaßte Schnittzeichnungen und Strickschriften, wo erforderlich.
Gut finde ich auch, daß es zu jedem Modell Fotos von hinten und Detailaufnahmen gibt:

Alle Modelle könnt Ihr bei Ravelry angucken, Nicht-Raveler schauen bei Knitpicks.

Erhältlich z.B. bei Amazon für 17,95 € oder auch als eBook direkt bei Interweave.

So, und nun freue ich mich auf zwei Strickstunden bei Terra Nova – hoffentlich hält die Serie, was die Werbung verspricht…

Sieben Tips, um das Ribbelmonster fernzuhalten

Immer wieder lese ich, daß viele Strickerinnen sehr oft ribbeln müssen. Manche wundern sich dann sogar noch, daß sie viel weniger Sachen fertig kriegen als andere Strickerinnen, weil sie offenbar denken, daß es normal ist, wenn man mindestens ein- bis zwei ribbeln muss. Ich habe sogar schon gehört, daß komplett fertige und bereits zusammengenähte Pullover wieder aufgemacht werden, weil man erst dann festgestellt hat, daß sie nicht passen. Da frage ich mich ernsthaft, ob derjenige seinen Verstand beim letzten Besuch im Wollgeschäft dort liegengelassen hat :shock:

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich hasse es, wenn ich ribbeln muss. Das ist Strickzeitverschwendung, tut dem Garn auch nicht so wirklich gut und ich finde es total nervig, eine Reihe von 130 Maschen oder mehr wieder neu aufnehmen zu müssen. Nun kommt das glücklicherweise bei mir sehr selten vor, weil ich weiß, wie man das Ribbelmonster fern hält. Ribbeln ist nämlich nicht der Normalfall, sondern die Ausnahme, weil man gepennt hat oder weniger schlau war, als man dachte…

Hier also sieben Tips, damit Ihr Euch in Zukunft nicht mehr so oft über das Viech ärgern müsst.
1. Oberstes Gebot: Vor dem Stricken Hirn einschalten. Wer ohne Hirnbeteiligung strickt, öffnet dem Ribbelmonster Tür und Tor sperrangelweit. Sofern man nicht gerade Muster wie glatt rechts oder kraus strickt, die jeder einigermaßen versierte Stricker auch noch sturzbetrunken fehlerfrei stricken kann, empfiehlt es sich, nur mit eingeschaltetem Denkapparat zu stricken.
Muster oder Stellen im Strickstück, die eine erhöhte Konzentration erfordern, nur dann stricken, wenn man auch den Kopf frei hat, also weder müde ist noch andauernd abgelenkt wird.
Sofern Ihr nach Anleitung strickt, solltet Ihr diese zumindest immer bis zum Ende eines Teils (Rückenteil, Vorderteil, Ärmel etc.) genau durchlesen. Streicht alle Angaben weg, die nicht für Eure Größe sind, das macht das Ganze gleich viel übersichtlicher. Stellen, an denen “zugleich” oder “gleichzeitig” oder “at the same time” steht, dick rot anstreichen, damit Ihr das auf keinen Fall überseht, wenn es soweit ist.
Zur Konzentrationsentlastung tragen Strichlisten, Reihenzähler, post it-Zettel, Magnettafeln und ähnliche Hilfsmittel bei. Was man sich aufschreibt, kann man außerdem nicht vergessen – eine lehrreiche Erkenntnis, vor allem, wenn man das Strickstück für längere Zeit beseite legt. Sollte man die Nadeln zwischenzeitlich anderweitig verwenden, auch unbedingt die Nadelstärke notieren!
Erst anfangen zu stricken, wenn Ihr die Anleitung ganz genau verstanden habt. Wenn Euch Sachen komisch vorkommen oder Ihr sie nicht versteht, gibt es im Internet jede Menge Hilfe bzw. Leute, die man fragen kann. Für Techniken/Maschenoperationen, die Ihr nicht beherrscht, hilft der Blick in ein gutes Grundlagenwerk (oder meinetwegen auch ein Video bei Youtube). Und dann strickt Ihr bitte das, was da steht und nicht das, vom dem Ihr meint, daß es da stehen müsste! :wink:
2. Holzauge, sei wachsam. Behaltet Euer Gestrick im Auge und kontrolliert regelmäßig (spätestens alle 10 Reihen, im Idealfall ständig), ob alles fehlerfrei aussieht, ob nirgends Maschen gespleißt sind (also nur ein Teil des Fadens erwischt wurde), ob die Maschenzahl noch stimmt (oder z.B. eine Abnahme vergessen wurde), ob das Muster stimmt, ob alle Zöpfe richtig rum sind usw.
3. Maschenproben sind wie rote Ampeln – ziemlich nervig, aber lebenswichtig :wink: Wenn die Maschenprobe nicht stimmt oder falsch gemacht wurde (z.B. zu klein, nicht gewaschen, falsches Muster), fangt Ihr schon unter falschen Voraussetzungen an zu stricken. Daß das Teil dann hinterher nicht passt, ist kein Wunder. Alles über die richtige Maschenprobe findet Ihr in meinem Workshop.
4. Messen, messen und nochmal messen. Selbst bei einer perfekten Maschenprobe kann es passieren, daß Ihr auf einer großen Fläche anders strickt. Von daher solltet Ihr Euer Strickstück alle 10 cm nachmessen (eventuelle Veränderungen der MaPro vor und nach der Wäsche sind zu berücksichtigen) und mit den Maßen in der Schnittzeichnung vergleichen. Und Ihr sollte auch die Maße in der Schnittzeichnung vor dem Stricken mit Euren persönlichen Maßen vergleichen, verlaßt Euch nicht einfach auf die Konfektionsgrößen-Angabe.
Einmal kurz draufgucken und “ach, wird schon passen” denken, ist wie eine schriftliche Einladung auf Büttenpapier für das Ribbelmonster. Und nein, waschen und spannen kann keine Wunder bewirken. Man kann damit unter Umständen zwei oder drei Zentimeter rausholen, aber dadurch wird aus einer Wurstpelle auch keine figurumschmeichelnde Tunika. Außerdem geht in der Länge weg, was Ihr in der Breite herausholt und umgekehrt. Und Liebling kann zwar vielleicht die Kinder schrumpfen, aber in den seltensten Fällen die zeltartig geratene Strickjacke.
5. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Auch Designer und Anleitungsschreiber sind nur Menschen und Menschen machen Fehler. Ärgerlich, aber unvermeidlich. Prüft also alles auf Plausibilität und rechnet die einzelnen Abschnitte der Anleitung vorsichtshalber nach. Rechnen geht viel schneller als ribbeln und neu stricken.
Noch eine wichtige Kontrollmaßnahme: Achtet darauf, daß alle Knäuel des geplanten Garns in einer Farbe aus der gleichen Farbpartie stammen. Und zwar am besten sofort beim Kauf bzw. bei der Lieferung, denn Monate später wird ein Umtausch schwierig und die gleiche Partie zu bekommen meist ein Ding der Unmöglichkeit. Mir ist es schon passiert, daß ich einen Pullover immer bei Lampenlicht gestrickt habe und das Malheur erst gesehen habe, als ich ihn fotografiert habe :sad:
6. Fehler korrigieren lernen. Es muss nicht immer gleich ribbeln sein. Bevor Ihr die Nadeln wutentbrannt aus dem Strickzeug zieht, überlegt Euch, ob man den Fehler nicht auch anders korrigieren kann.
Viele Fehler lassen sich beheben, indem man nur die Maschen über der Fehlerstelle fallen läßt und im richtigen Muster wieder hochstrickt. Auf diese Art und Weise kann man sogar Zöpfe umdrehen, die 15 Reihen vorher falschrum verkreuzt wurden. Kleine Farbfehler in Jacquard/Fair Isle-Mustern kann man durch übersticken mit der richtigen Farbe im Maschenstich beheben. Eine vergessene Zu-oder Abnahme (insbesondere bei Ärmeln) kann man oft auch noch bis zu vier Reihen später nachholen. Ein bis zwei fehlende oder überflüssige Maschen kann man meistens noch unauffällig dazu- bzw. wegschummeln.
Je nach Reihenlänge kann man auch zwei oder drei Reihen bis zur Fehlerstelle zurückstricken. Ab vier Reihen dauert zurückstricken allerdings erfahrungsgemäß länger als ribbeln und wieder aufnehmen.
7. Rettungsleinen einziehen. Ein ganz besonders schwierig zu verarztender Patient sind Lochmuster, vor allem Lace-Gestrick. Da ist schon das Zurückstricken eine Geduldsprobe, aufribbeln kann zu einem Ding der Unmöglichkeit werden, weil sich einfach alles in Wohlgefallen auflöst. Da ist es dringend angeraten, spätestens in jeder 20. Reihe (je größer das Gestrick, desto häufiger) eine sogenannte Rettungsleine einzuziehen. Natürlich am besten, wenn man sich sicher ist, daß bis zu dieser Reihe alles stimmt.
Die Rettungsleine (englisch: life line) ist ein möglichst kontrastfarbener Faden, der einmal durch alle Maschen der Reihe gezogen wird. Das kann man mit einer stumpfen Nähnadel machen oder -wesentlich bequemer- mit KnitPro-Schraubnadeln. Die haben ja dieses kleine Loch, durch das man die Rettungsleine einfach durchzieht. Strickt man nun die Reihe ab, zieht man die Rettungsleine automatisch mit durch.
Muss man dann wirklich mal ribbeln, zieht man das Strickstück bis zur Rettungsleine auf. Die Maschen sind in dieser Reihe gesichert und lassen sich ganz problemlos wieder aufnehmen.

Wenn Ihr diese Tips beherzigt, sollte das Ribbelmonster ein nur noch selten gesehener Gast sein, der allenfalls an hohen christlichen Feiertagen mal zu Besuch kommt :mrgreen:

Parallelos, Parallelos

Ilona, der ist für Dich :wink:

Eine insbesondere in der ersten Hälfte der 1950er Jahre sehr beliebte Pulloverform war der sogenannte “Parallelo”. Kennzeichnend für den Parallelo war, daß er quer von Ärmel zu Ärmel gestrickt wurde (obwohl in dem abgebildeten Heft auch Modelle drin sind, die ganz normal in vier Teilen gestrickt werden) und daß er in  der Regel im Vollpatent gearbeitet wurde. Da muss man natürlich sehr fest stricken, damit aus dem Pullover nicht mit der Zeit ein Minikleid wird, Vollpatent geht ja extrem in die Breite. Demzufolge werden die meisten Modelle in dem Heftchen auch mit 2,5er Nadeln gestrickt.

Klick auf’s Bild für PDF:

Interessant ist auch, daß im Duden das Wort Parallelo maskulin ist, in der Schachenmayrin heißt es aber “das Parallelo”:

Und nein, dafür kann ich Euch die Anleitung nicht geben, Schachenmayr gibt es schließlich noch, das ist mir urheberrechtlich zu heikel.

Eine Renaissance erfuhr der Parallelo dann in den 80ern als Fledermauspullover – die sind heute glaube ich auch wieder hochmodern, oder?

Einen Parallelo der Neuzeit findet Ihr übrigens hier (nach unten scrollen).

Swing-Gewinnerin

Ui, da habt Ihr mir die Entscheidung echt schwer gemacht, so viele schöne Swing-Stücke und auch ganz viele, die ich noch nie gehört habe.
Letztlich habe ich mich für einen Klassiker entschieden, der mir spontan gute Laune gemacht hat und bei dem ich lauthals mitsingen konnte – The Andrew Sisters mit “Bei mir bist Du schön”. Außerdem ist das Auto einfach ein Traum :grin:

Gewinnerin ist somit Nataly – herzlichen Glückwunsch! Gibst Du mir bitte Deine Adresse?

Schön bestrumpft

Fundstück für alle Freunde des gestrickten Strumpfes :grin:

Aus “Elsa Handarbeit und Wäsche” Juli 1952 – klick auf’s Bild für die Anleitung.