Monats-Archive: April 2012

Kreditkarte – hast Du keine…?

Dann strick Dir doch einfach eine :mrgreen:

Noch mehr gestrickte Kreditkarten des Künstlers Dimitri Tsykalov findet Ihr hier – ich würde allerdings nur bis zur goldenen Amexco-Karte klicken, danach wird es unstrickig und reichlich eklig :shock:

Vielen Dank an Michaela für’s finden und posten im Strickforum.

Und das Pfotenvoten nicht vergessen, gell? Platz 9 haben wir ja schon geschafft, aber es liegt noch viel Klickarbeit vor uns…

Voten für Pfoten

Bitte helft mit, die Katzenhilfe Hoyerswerda in die Top Five zu katapultieren – der Verein leistet tolle Arbeit und hätte den Preis von 10.000 € mehr als verdient. Jeder kann jeden Tag einmal klicken, es kostet nichts und man muss sich auch nicht registrieren. Einfach auf Voten für dieses Projekt unter den Bildern klicken, Code eingeben, fertig.

Ich bin gespannt, ob wir es schaffen, die Katzenhilfe heute noch in die Top Ten zu bringen :grin:
Unter den fünf Projekten mit den meisten Stimmen werden drei von einer Jury ausgewählt und diese drei bekommen jeweils 10.000 €.

Natürlich gibt es dort auch viele andere gute und wichtige Projekte, falls Ihr lieber die unterstützen wollt.

Maschenanatomie oder: Im Osten strickt man anders

Und damit meine ich jetzt nicht die Einwohner von Neufünfland :wink:

Ich weiß nicht. ob Ihr schon mal darüber nachgedacht und beobachtet habt, was da eigentlich passiert, wenn Ihr eine Masche strickt.

Die nachfolgenden Ausführungen bezieht sich übrigens alle auf das gewöhnliche Rechtshänderstricken, bei dem die Maschen von der linken auf die rechte Nadel abgestrickt werden. Linkshändische Stricker (winke @ Schnummel) machen alles spiegelverkert.

Es gibt drei Faktoren, die bestimmen, wie die gestrickte Masche zum Schluß aussieht:

1. Ob wir eine rechte oder eine linke Masche stricken, bstimmen wir alleine dadurch, ob der Faden hinten (rechte M) oder vorne (linke M) ist.
Eine Ausnahme bildet der sogenannte “norwegian purl“, eine Methode, um linke Maschen zu stricken, ohne den Faden nach vorne zu nehmen. Ich hab’s ausprobiert, mir ist es zu umständlich und man muss den Faden immer nochmal nachziehen, sonst wird die Masche sehr locker.
Nennen wir die Faktoren mal H und V (nee, keine Angst, klingt jetzt nach Mathe, ist es aber nicht :wink: )

2. Auch zum Einstechen in die Masche gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder von links nach rechts oder von rechts nach links. Das ist wie beim Brandenburger Tor, entweder geht man vom Westen in den Osten oder umgekehrt :grin: Ob Ihr da schräg durchgeht oder gerade, ist wurscht. Aber die Richtung in Kombination mit der Lage des Faden (vorne oder hinten) bestimmt, wie die Maschenbeinchen an der Basis der gerade abgestrickten Masche stehen: Parallel oder verkreuzt.
Das nennen wir jetzt mal L (von links einstechen) oder R (von rechts einstechen)

3. Die Art, wie wir den Faden nach dem Einstechen um die rechte Nadel legen, ist der dritte Faktor. Man kann ihn entweder von vorne nach hinten um die Nadel legen (von der rechten Hand aus gesehen also im Uhrzeigersinn) oder von hinten nach vorne (gegen den Uhrzeigersinn). Die Richtung des Wickeln bestimmt, wie die neu gebildete Masche auf der Nadel liegt: Von oben gesehen so \ oder so / .
Diese Faktoren bezeichne ich als O (oben herum, also von vorne nach hinten legen) und U (unten herum, also von hinten nach vorne)

So \ ist das bei uns gebräuchlich:

Und was soll das Ganze jetzt eigentlich? Nun wenn man die einzelnen Faktoren kombiniert, bekommen wir auf einmal acht verschiedene Möglichkeiten, um eine Masche zu stricken:

HLO, HLU, HRO, HRU – ergeben alles rechte Maschen
VLO, VLU, VRO, VRU – ergeben alles linke Maschen

Betrachten wir mal die Möglichkeiten im einzelnen. Zunächst widmen wir uns den rechten Maschen.

HLO: Faden hinten, von vorne links nach hinten rechts einstechen (da gehen wir schräg durch’s Tor, weil es bequemer zu handhaben ist), Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – kennen wir alle, das ist der gebräuchlichste Weg, um eine normale rechte Masche zu stricken. Die Maschenbeinchen an der Basis der soeben abgestrickten Masche stehen fein säuberlich nebeneinander.

HRO: kennen auch die meisten, Faden hinten, von hinten rechts nach hinten links einstechen (also gerade durch’s Tor), Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – ergibt eine rechts verschränkte Masche. Dabei ist die Basis der soeben abgestrickten Masche verdreht, darum heißt diese Strickweise auch in manchen Regionen “verdreht”.
Verschränkte Maschen sind übrigens immer ein bisschen kleiner/enger als normale, deswegen strickt man z.B. Umschläge verschränkt ab, wenn man kein oder nur ein winziges Loch möchte und ich empfehle Strickern, die Probleme mit zu großen Randmaschen haben,die 2. und vorletzte M jeder Reihe verschränkt zu stricken, dann wird die Randmasche auch fester. Rippen (insbesondere 1/1) aus verschränkten M sind klarer definiert, aber auch etwas weniger dehnbar.

HLU: Faden immer noch hinten, von vorne links nach hinten rechts einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine gewöhnliche rechte M, aber die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

HRU: Faden hinten, von rechts nach links einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine rechts verschränkte M und die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

Könnt Ihr mir noch folgen? :shock:

Nun noch die linken Maschen.

VRO: Faden vorne, vorne von rechts nach links einstechen (gerade durch’s Tor), Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – kennt Ihr auch alle, ergibt eine stinknormale linke Masche.

VLO: Faden vorne, von hinten links nach vorne rechts (schräg durch’s Tor) einstechen, Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – ergibt eine links verschränkte Masche. Die Basis der soeben abgestrickten Masche ist wieder verdreht. Sichtbar ist das aber nur auf der anderen -rechten- Seite des Gestricks.

VRU: Faden vorne, vorne von rechts nach links einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine gewöhnliche linke M, aber die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

VLU: Faden vorne, von hinten rechts nach vorne links einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine links verschränkte M und die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

Und was hat das alles jetzt mit dem Osten zu tun?
Während in den westlichen Ländern für glatt rechts üblicherweise in Hinreihen HLO und in Rückreihen VRO gestrickt wird und der Faden immer so auf der Nadel liegt \ , ist in osteuropäischen Ländern (und lt. Donna Druchunas auch in der islamischen Welt) der Faden so auf der Nadel: / und glatt rechts wird durch HRU in Hinreihen und VLU in den Rückreihen produziert. Im Osten wickelt man also andersrum und sticht aufgrund der anderen Lage der Masche auch in die andere Richtung ein. Für mehr Informationen einfach mal “eastern knitting” googeln. Das Ergebnis sieht bei beiden Methoden aber identisch aus!

Einen Umschlag würde man bei der eastern-Methode übrigens folgerichtig von hinten nach vorne machen. Auch links- und rechtsgerichtete Abnahmen müssen entsprechend angepasst werden.

Richtig spannend wird es aber erst, wenn man Ost und West vereint (wie in der realen Welt :wink: ). Im englischsprachigen Raum heißt das “combined knitting”.
Dazu strickt man in Hinreihen HRO, also eigentlich wie eine rechts verschränkte M, in den Rückreihen aber VRU, d.h. wie eine normale linke M, aber den Faden andersrum wickeln. Das Ergebnis ist -voilà!- wieder normales glatt rechts! Durch den VRU in der Rückreihe gelangt der Faden so / auf die Nadel, durch den HRO in der Hinreihe wird das wieder aufgehoben.
Hm – wozu soll dann denn dann gut sein? Meine Fachliteratur und Annie Modesitt (die hat auch ein ausführliches Tutorial zum Kombinationsstricken auf ihrer Seite) sagen, daß diese Methode ein extrem gleichmäßiges Gestrick ergeben soll. Ich habe auch das Gefühl, es wird ein bisschen fester. Insbesondere bei Strickern, die linke Maschen lockerer stricken als rechte und daher bei glatt rechts ein leicht streifiges Maschenbild erhalten, soll die Kombinationsmethode Abhilfe schaffen.

Was aber wirklich erstaunlich ist: Wenn man 2/2 oder breitere Rippen strickt, ist ja oft die letzte Masche der Rechtsrippen einen Tick größer als die übrigen rechten Maschen, was nicht ganz so schön aussieht. Das Problem habe ich auch oft, vor allem bei unelastischen Garnen wie z.B. Baumwolle. Arbeitet man solche Rippen aber nach der Kombinationsmethode, gibt es das Problem nicht. Guckt mal – die beiden Rippen links auf dem Bild sind “combined” gearbeitet, die beiden Rippen auf der rechten Seite normal:

Allerdings ist die entgegengesetzte Wickelei sehr gewöhnungsbedürftig, ich muss mich immer dazu zwingen, denn die Finger wollen ganz automatisch andersrum.

Elsebeth Lavold # 24 “The Sugar & Spice Collection”

Schade – in letzter Zeit treffen die Lavold-Bücher gar nicht mehr meinen Geschmack :sad: Auch ihr neuestes macht da keine Ausnahme:

Macht aber eigentlich auch nichts, ich weiß eh schon nicht mehr, wo ich noch Bücher unterbringen soll :shock: Ich muss wohl wirklich mal irgendwann aussortieren – oder umziehen…

Alle Modelle aus dem Buch könnt Ihr hier ansehen. In Deutschland demnächst bei Martina erhältlich.

Jetzt hab’ ich auch eine!

Helga, Du bist verrückt! :grin: DANKESCHÖN!!!! Darüber habe ich mich riesig gefreut:

Ich gelobe, Dein Familienerbstück stets in Ehren zu halten! Schade, daß es nicht reden kann, es hätte bestimmt sehr viele interessante Geschichten zu erzählen…

Garn der Woche: Filatura Di Crosa Zarina

An dieser Stelle einmal ein herzliches Willkommen an alle neuen Leser, die vermutlich durch das Designerportrait in der aktuellen Verena hierher gefunden haben, denn seitdem die Abo-Hefte draussen sind, ist die Leserzahl im Schnitt um 1000 Leser pro Tag gestiegen. Ich hoffe, es gefällt Euch hier und Ihr habt Spaß :grin:

Heute möchte ich Euch wieder mal ein Garn der Woche vorstellen: Die Zarina bzw. Zarina chiné von Filatura Di Crosa, aus der auch meine Jacke in der Verena gestrickt ist.

Für die Qualitätskontrolle ist hier im Hause Rocco zuständig. Hier liegen ja ständig Pullover und Wollknäuel rum und Rocco sucht sich immer die allerfeinsten und weichsten davon aus.

Hier sehen wir den Experten bei der Arbeit – wie man sieht und hört, macht sie ihm sehr viel Freude :grin:

Auch die Strapazierfähigkeit wird gründlich getestet:

Vom Experten für “schnurr” befunden – also eindeutig verstrickenswert :grin:

Wie alle Garne der Zara-Familie besteht auch die Zarina aus 100% Merino extrafine superwash und ist traumhaft weich. Mit 165 m auf 50 g ist sie auch wunderbar dünn und dementsprechend ergiebig. Ich habe sie mit 3 mm-Nadeln verstrickt und komme auf 29 M/10 cm. Dann wird das Gestrick schön fest, aber trotzdem kein Brett.
Merino sollte man auch eher fest verstricken, denn sie neigt bei lockerem Gestrick dazu, nach dem Waschen noch sehr auseinander zu gehen. Also die Maschenprobe immer unbedingt vor dem Messen waschen, sonst kann es später böse Überraschungen bei der Passform des fertigen Stücks geben! So fest, wie ich sie verstrickt habe, verändert sie sich aber durch die Wäsche nicht mehr.

Sie verstrickt sich sehr gut und flüssig, die Zwirnung ist mittelfest, dröselt aber auch beim Zurückstricken kaum auf. Kleines Manko: Das Knäuel ist sehr locker gewickelt und neigt nach kurzer Zeit dazu teilweise auseinanderzufallen. Da leistet ein Knäuelhalter gute Dienste. Knoten hatte ich so gut wie gar keine drin, ich glaube einer, höchstens zwei bei 13 verarbeiteten Knäulen, das ist vollkommen in Ordnung.

Das “extrafine” macht übrigens tatsächlich einen Unterschied, Merino ist bei weitem nicht gleich Merino. Der Unterschied liegt im Mikron-Wert. Je kleiner der ist, desto feiner und weicher ist das Garn. Soweit ich das weiß (Bernd, korrigiere mich bitte, falls das nicht stimmt), beträgt der bei der Zara-Familie 14 19,5 Mikron (danke, Bernd) – wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gibt es in Deutschland wohl nur noch ein anderes Garn, das eine derart feine Merino verwendet (und das stammt nicht von dem “grossen” Hersteller – obwohl dessen Merino auch prima ist).
Nun könnte man behaupten, das ist wie bei den Stereoanlagen mit den goldenen Steckern, wo die Musik angeblicher auch viel besser klingt :wink: (ich höre da beim besten Willen keinen Unterschied) und würde den Preisunterschied nicht rechtfertigen. Aber ich habe wirklich schon sehr viele verschiedene Merinogarne verstrickt und es gibt tatsächlich ziemlich große Unterschiede, von nahezu pieksig bis babypopoweich. Letztlich alles eine Frage des eigenen Anspruchs (und des Geldbeutels). Irgendwie ist das wie bei Schokolade: Die billige ist auch süß und macht dick, aber die teurere bringt einfach mehr Genuß :wink:

Die Chiné-Farben sind leicht meliert, gerade so, daß die Farben lebendig wirken, aber nicht so stark meliert, daß sie unruhig werden:

Die Farbpalette ist sehr umfangreich, 50 Uni-Farben plus 18 Chiné-Farben plus 7 Farben Baby print (die mag ich aber nicht leiden).

Die Struktur der Zarina ist sehr gleichmäßig und glatt, dadurch ergibt sich ein klar definiertes, gleichmäßiges Maschenbild und Muster kommen wunderbar zur Geltung:

Auch für Jacquard-Muster ist sie bestens geeignet. Wer allerdings mit Steeks arbeiten und schneiden will, sollte die Maschen vorher gut sichern.

Ich habe die Jacke am Montag den ganzen Tag getragen und auf der Fotoproduktion wurde sie ja auch schon in die Mangel genommen. Bisher ist kein Anzeichen von Pilling erkennbar. Als Beweis der Bereich unter den Achseln, der wird ja normalerweise am meisten beansprucht:

Ich habe sie auch schon zweimal in der Waschmaschine (kalt, Wollwaschgang, mit Schleudern) gewaschen und sie hat alles unbeschadet überstanden.

Das Garn trägt sich wunderbar, es ist kuschelig, leicht und wärmend, aber nicht so warm, daß man in einem geheiztem Büro Schweissausbrüche bekäme. Also ganz prima für drinnen und für die Übergangszeit. Ein Oberteil aus der Zarina ist auch so dünn, daß es optisch nicht noch überflüssiges Körpervolumen hinzufügt :wink: Mein türkischer Gemüsehändler hat mich sogar gefragt, ob ich abgenommen habe :-D

Die große Schwester “Zara” (LL 125 m, davon gibt es sogar insgesamt 76 Farben) habe ich hier noch liegen, mal sehen, was die werden möchte :wink:

Und für Leute, die lieber mit dickeren Nadeln stricken, gibt es die Zara plus mit 75 m Lauflänge.

Bezugsquellen für die Zarina und andere Filatura Di Crosa-Garne findet Ihr hier (links unten).

Strick-Kauderwelsch

Blick ins Buch und herzhaft lachen :grin: Kostet zwar nur 89 Cent, aber für so einen Schund ist trotzdem jeder Cent zuviel. Das kommt dabei raus, wenn man einen englischen Text einfach durch eine Übersetzungsmaschine jagt. Nun frage ich mich bloß: Ist derjenige, der das hergestellt hat, zu blöd um zu merken, daß dabei nur Unfug rausgekommen ist oder hält der die potentiellen Käufer für dämlich?

  • Das erste, was in Strick erfolgen soll anschlagen oder, wie er manchmal genannt wird “die Stiftung einzurichten”.
  • Auf gießen kann auch erfolgen mit zwei Nadeln
  • …bücken Sie der Zeigefinger…und dann zeichnen Sie den Zeigefinger zurück…

Alles klar? :mrgreen:

Für die Häkler empfehle ich dann das hier :wink: