Monats-Archive: September 2012

METOLAM

= Meine Erste TOdLAngweilige Mütze :mrgreen:

Neulich rief ein Mandant an: “Können Sie mir eine Mütze stricken? Ich brauche unbedingt eine neue und ich habe keine gefunden, die mir gefällt und wenn, dann sind die sauteuer. Natürlich bezahle ich Ihnen die auch”. Ich habe ihm dann erstmal erklärt, daß die Mütze bei einem vernünftigen Stundenlohn um die 100 € kosten würde, woraufhin er ganz kleinlaut wurde. Naja, er ist ein Netter und die Aufgabe fand ich ganz interessant, denn eine Mütze habe ich noch nie gestrickt. Typisch Mann wollte er natürlich eine gaaaanz schlichte Mütze, dunkelgrau oder schwarz, gerippt und zum umschlagen.

Ich habe ihm dann die vorgeschlagen, die finde ich ganz chic und nicht ganz so öde (kostenlose englische Anleitung bei Ravelry):

Aber nein, die war ihm zu “grob” gestrickt, er möchte was fein Geripptes. Männer… :shock:

Also habe ich mich Freitag abend rangesetzt – Mütze stricken geht ja echt schnell, muss ich feststellen. Hätte ich nicht 2 x ribbeln müssen (beim ersten Mal war der gerade Teil viel zu kurz, beim zweiten Mal die Krone), wäre sie schon gestern abend fertig gewesen.

Verwendet habe ich die Zara von Filatura Di Crosa, 100% Merino, kuschelweich und daher auch für empfindsame Männer-Schädelhaut geeignet (nein, er hat keine Glatze, aber doch deutlich gelichtetes Haupthaar, so daß er diese “Drei-Tage-Bart”-Frisur trägt). Eigentlich sollte das die Aussenseite sein:

Ich fand dann aber, daß die Abnahmen von innen viel schöner aussehen:

Von der Länge her hätte sie wohl noch 2 oder 3 cm mehr vertragen können – naja, mal gucken, wie sie dem Empfänger passt, jetzt geht sie erstmal in die Waschmaschine:

Tragefotos von mir wird es allerdings auf keinen Fall geben, ich sehe mit Mütze selten dämlich aus. Aber vielleicht darf ich ja Fotos am bzw. auf dem neuen Besitzer zeigen.

Ich fürchte, das wird auch nicht die letzte bleiben, als ich nämlich Christina erzählt habe, daß ich Herrn G. eine Mütze stricke, kam sofort: “Oh, ich will auch eine. Wieso kriegt der eine Mütze und ich nicht???”… :grin:

Retromaschen – Tine Solheim

154 Seiten, gebunden, herausnehmbares Anleitungsheft, Format  20,5 x 28 cm

Wer die anderen beiden Bücher von Tine Solheim kennt, wem ihre Design zu überkandidelt sind und wer nur nach dem Titelbild urteilt, wird das Buch vermutlich gleich wieder zurück in Regal stellen – und was verpassen, denn hier zeigt die Designerin eine ganz andere, viel klassischere Seite:

Wie der Titel schon sagt, geht es um mehr oder weniger klassische Norwegermuster, die bei den Oberteilen vor allem als Rundpassen eingesetzt werden:

Die Muster spiegeln sich in passenden Accessoires wieder:

Die Farbwahl der Designerin ist manchmal etwas…ähm…speziell, aber das Buch heißt ja auch “Retromaschen” und einige Farbkombinationen machen diesen Titel alle Ehre, sie erinnern mich stark an die Modefarben der 70er Jahre:

Kinder- und Herrenmodelle gibt es ebenfalls:

Die Oberteile sind meistens in vier Größen angegeben,Strickschriften gibt es, Schnittzeichnungen natürlich wieder nicht – das scheint eine Macke der skandinavischen Designer zu sein, denn auch Lavold, Isager, Danielsen usw. haben fast nie Schnitte und wenn, dann nur ganz rudimentär. Hat irgendjemand eine Ahnung, woran das liegen könnte?

Irgendwann scheint es der Designerin dann aber doch zu langweilig geworden zu sein :wink: – die ausgefallenen Modelle befinden sich jedoch deutlich in der Minderheit:

Von den drei Solheim-Büchern finde ich dieses hier ganz klar am schönsten und die Modelle am tragbarsten.

Erhältlich z.B. bei Amazon für 22,99 €.

Im Netz findet man allerdings auch viele kostenlose Alternativen, vor allem bei Drops Design, z.B. diese hier (Klick auf’s Bild führt zur Anleitung):

Maschenzauber – Tine Solheim

Nach Maschenspiele wurden nun auch die beiden anderen Bücher der norwegischen Designerin Tine Solheim ins Deutsche übersetzt. Retromaschen zeige ich Euch morgen, heute ist erstmal das hier dran:

Im Prinzip gilt das, was ich über Maschenspiele gesagt habe, genauso für Maschenzauber. Das Buch ist gleich groß, gleich dick, gleich schwer, die Anleitungen sind wieder in einem gesonderten Heft zum rausnehmen und haben immer noch keine Schnittzeichnungen.

Also können wir gleich zum wesentlichen übergehen – den Modellen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es 109 Stück, da bekommt man also richtig was für sein Geld :wink: Zwei leckere Kuchen- und ein Mousse au chocolat-Rezept gibt es noch oben drauf – was ich beinahe schon hinterhältig finde, denn viele der Modelle dürften nach übermässiger Kalorienzufuhr nur noch suboptimal kleidsam sein, so wie dieses Kleid:

Leider muss ich mich beim Zeigen der Bilder arg einschränken – der Verlag ist da bei Lizenzausgaben immer vorsichtig, was das Copyright betrifft. Eigentlich soll ich sogar nur drei zeigen, aber die Modelle sind so vielfältig und unterschiedlich, daß ich einfach mehr nehmen musste. Das nehme ich dann auf meine Kappe, falls es Ärger geben sollte.

Die Mischung ist wirklich bunt – Oberteile und Acessoires, von klassisch bis extravagant, einfarbig oder bunt, stricken, häkeln und auch ein bisschen nähen, präsentiert in sehr vielen schönen, stimmungsvollen Bildern. Das ist ein Buch, das man nicht mal eben oberflächlich durchblättern kann, um sich einen Eindruck vom Inhalt zu verschaffen, hier muss man schon genauer hingucken, denn es gibt viel zu entdecken.

Es gibt sogar eine Modellstrecke für Umstandsmode – ein Bereich, mit dem sich nur wenige Strickdesigner befassen. Und das ist doch ein ausgesprochen hübsches Umstandskleid, oder?

Auf der Website der Designerin gibt es noch weitere Modellfotos zu sehen (einen Augenblick warten, die Bilder wechseln) – leider aber so klein, daß man auch mit der Nase am Monitor nicht allzuviel erkennen kann. Ich habe das Gefühl, manche Designer machen absichtlich ein Geheimnis um den Inhalt ihrer Bücher – fragt sich bloß, warum? Damit wir aus Neugier das Buch kaufen? Das kann aber auch nach hinten losgehen, wer kauft schon gerne die Katze im Sack… Oder vielleicht, damit wir die Modelle nicht einfach anhand der Fotos nachstricken? Das dürfte zumindest bei den Designs von Tine Solheim schwer werden, die sind in den meisten Fällen viel zu detailliert. Oder könntet Ihr z.B. dieses Kleid alleine anhand des Bildes nacharbeiten können? Also ich zumindest nicht:

Einige wenige Sachen gibt es auch in diesem Blog und bei Ravelry zu sehen.

Fazit: Auch wenn die überwiegende Zahl der Modelle nichts für mich sind, mag ich es als Bilderbuch sehr. Und wer modemutiger (und häkelfreudiger :wink: ) als ich ist, wird bestimmt einiges zum nacharbeiten für sich finden.

Erhältlich z.B. bei Amazon für 22,99 €.

Knitty Deep Fall 2012

Das passt ja wieder: Kaum zeige ich ein paar alte Modelle aus der Knitty, schon erscheint die neue Ausgabe :grin: (danke, Inka)

Erfreulicherweise sind diesmal wieder mehr Oberteile drin. Mein Favorit ist die Herrenjacke Seanair, die ist wirklich sehr gelungen. Autumn Fire ist auch hübsch, aber wenn ich mal wieder Lust auf Jacquardmuster (Fair Isle ist das ja genau genommen nicht) verspüren sollte, gäbe es dann doch Dutzende von anderen Modellen, die mir deutlich besser gefallen. Die restlichen Sachen springen mich auch nicht wirklich an. Schade, irgendwie hätte ich bei einer Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum ein bisschen mehr erwartet, mir fehlt der eine oder andere Knaller.

Aber was soll’s, wir haben ja nun gestern gerade festgestellt, daß wir es noch nicht mal geschafft haben die alten Knaller zu stricken :wink:

Oldies but Goldies

Susanne F. hat mich indirekt auf diese Idee gebracht (über den anderen Vorschlag denke ich noch nach): Wir stürzen uns ja gerne immer auf die neuesten Anleitungen und die Queue wächst und wächst. Aber was ist eigentlich mit den Sachen, die schon vor 5 oder 10 Jahren erschienen sind? Die wir seitdem vielleicht schon auf der Liste haben, aber doch immer noch nicht gestrickt haben? Viele Modelle sind einfach zu schön, um in Vergessenheit zu geraten – darum hier mal eine kleine Zeitreise ins letzte Jahrzehnt. Alle Anleitungen sind kostenlos – der Link ist jeweils hinter dem Bild.

Cinxia aus Knitty Fall 2005:

Must have cardigan von Patons aus 2002:

Dandelion aus Rowan Magzine 41 vom Januar 2007:

Drops Modell 60-7 vom Januar 2003:

Pearl von Kim Hargreaves aus Rowan 32, Herbst 2002:

Sigil vom März 2005:

Drops Modell 111-2:

Aftur von Istex Lopi vom Januar 2005:

Drops Modell 96-6:

Shauna:

Arbor von Melissa Burt vom September 2006:

Wicked Eyelet Rib Vest vom Februar 2008:

Mr. Greenjeans Knitty Fall 2007:

Zigzag Knitty Fall 2004:

Wollt Ihr noch ein bisschen weiter reisen? Hier sind alle 191 Seiten kostenloser Strick-Oberteile, die die Patternsuche bei Ravelry hergibt. Wer auf deutsche Anleitungen angewiesen ist, klick hier – das sind immerhin auch noch 74 Seiten. Damit dürftet Ihr für den Rest des Abends beschäftigt sein :wink:

Perlgarn mal ganz anders…

Limitierter Luxus aus 50% Perlen(faser) und 50% Tencel:

Davon gibt es nur 500 Stränge, die eigens zum 30-jährigen Jubiläum (auch bei uns feiert man nach 30 Ehejahren die Perlenhochzeit) der Vogue Knitting hergestellt wurden und sie sind natürlich längst ausverkauft. Frau Wollball ist eine der Glücklichen, die einen Strang ergattern konnten – in ihrem Blog findet Ihr mehr Fotos und Infos zu diesem ganz besonderen Garn.

Chilly angestrickt

Bevor mich der Levenwick-Strickwahn übermannte, hatte ich ja bereits mit Chilly aus der aktuellen Verena angefangen.

Natürlich muss zuerst der Kater auf’s Bild :grin: Das ist echt verrückt, es dauert regelmäßig keine 10 Sekunden, dann kommt Chico und pflanzt sich unverrückbar auf das Strickstück:

Nun könnte ich ihn zwar einfach da runterscheuchen, aber damit würde ich mich ja unbeliebt machen und im Zweifelsfall bleibt dann auch noch die eine oder andere Kralle im Gestrick hängen. Zum Glück gibt es einen ganz einfachen Trick: Ich gehe aus dem Zimmer und bleibe ausser Sichtweite mucksmäuschenstill stehen. Das Tier ist dermaßen neugierig, daß es nach wenigen Augenblicken gucken kommt, was Frauchen da wohl treibt. Dann flitze ich schnell zurück ins Wohnzimmer, mache die Tür zu und schon kann ich in Ruhe fotografieren :mrgreen:

Inzwischen bin ich bei der Teilung für die Armausschnitte angelangt. Ich werde das Modell nun doch nicht mit langen Ärmeln machen, dann muss ich mir zuviel Gedanken um die Streifenfolge machen, weil die für das Körperteil ja nicht lang genug für die Ärmel wäre. Ausserdem habe ich mir zwischenzeitlich das Modellfoto so oft angesehen, daß mir der Lagenlook mittlerweile ganz gut gefällt. Dann muss ich nur noch ein passendes Unterzieh-Shirt finden.

Nun komme ich bloß nicht weiter, weil mir zwei Farben ausgegangen sind. Was aber nicht weiter verwunderlich ist, denn ich habe 20 M mehr angeschlagen. Ich stricke schon extra mit 3,25 mm statt mit 3 mm-Nadeln, aber so locker wie in der Anleitung vorgegeben (26 M/10 cm) mag ich es einfach nicht, dafür müsste ich wohl auch 4er Nadeln nehmen. Ich komme auf rd. 29 M/10 cm, weil das Hebemaschenmuster sich etwas mehr zusammenzieht als schlichtes glatt rechts.

Aber auch diejenigen, die sich genau an die Anleitung halten, scheinen teilweise mit der Farbe “spagnum” nicht ganz auszukommen, deswegen packt Elisabeth ab sofort etwas mehr davon in das Materialpaket. Wer noch das “alte” Paket erworben kann, kann sich vertrauensvoll an Wolle Willich wenden und bekommt dann Nachschub.

Das Stricken macht superviel Spaß, weil man alle zwei oder drei Reihen eine neue Farbe nehmen kann. Meine Theorie war ja, daß Elisabeth ursprünglich nur sechs oder sieben Farben nehmen wollte und es dann mit ihr einfach durchgegangen ist: “Hm, nee, die ist auch so schön, die muss auch noch rein. Ach ja, und die, die passt jetzt so toll dazu, die nehme ich auch noch”. Usw. usw. Aber sie hat mir gegenüber glaubwürdig erklärt, daß sie alle 24 Farben schon von vornherein zusammengestellt hat.

Die Innenseite am Rundenbeginn sieht natürlich wüst aus – die Farben wiederholen sich auch so selten, daß es sich nicht lohnen würde, die mit hoch zu nehmen:

Elisabeth hat die Fadenenden einfach miteinander verknotet und abgeschnitten – bei dem hakeligen Shetland-Garn sollte sich das nicht lösen. Ich habe jedoch etwas gegen Knoten im Gestrick und mache mir die Mühe, jedes einzelne Ende zu vernähen, das sieht dann auch schön ordentlich aus. Unten sind sie schon vernäht, oben muss ich noch:

Im Original sind die Farben noch viel schöner – entweder kann meine Kamera das nicht oder ich bin zu blöd, die richtig einzustellen (ich tippe auf Letzteres :mrgreen: ) Vielleicht sollte ich mir zu Weihnachten mal einen Fotografie-Kurs an der VHS schenken. Hat jemand schon mal so einen Kurs mitgemacht? Wie sind Eure Erfahrungen?