Monats-Archive: November 2012

Emden calling…

An die beiden absenderloser Strickverrückten aus Emden: Habt Ihr ein Wollgeschäft überfallen???

VIELEN DANK!!!

Kostenlose Franzosen

Nun weiß ich nicht mehr, bei wem ich mich für den Link bedanken soll, weil die Mail leider auf dem Büro-Rechner ist :-(

Aber auf jeden Fall hat sie mir geschrieben, daß es wieder wie früher bei Bergère de France viele Anleitungen kostenlos zum Runterladen gibt – vielen Dank dafür!

Klickt Euch mal durch, da sind einige nette Sachen dabei, wie z.B.:

Besonders interessant sind die Archive auf der letzten Seite. Das “femme 1″ nicht so, da sind nur zum Schluß ein paar Modellfotos. Die anderen Archive sind aber mit Fotos, wenn auch teilweise ziemlich schlecht erkennbar. Bei Ravelry gibt es immerhin hier Bilder von vielen Modellen.

Im Damen-Archiv 2 ist z.B. diese schön Jacke (Nr. 654):

Und ein kuscheliger Zopfpullover (Nr. 657):

658 hat auch was:

Die habe ich sogar mal gestrickt (Damen-Archiv 3, Nr. 463):

Tip: Hilfreich zum Übersetzen der Anleitungen ist das Strickwörterbuch von Drops.

Stricken auf dem Bauernhof

Hundemäntelchen? Pinguinpullover? Pah, laaaaaangweilig, strickt doch jeder :wink:
Aber das hier, das ist doch wirklich mal was anderes und baut eine Menge Stash ab :mrgreen: (Danke an Regina* für den Link)

Schon etwas älter, aber weil’s so schön dazu passt:

Der ernste Hintergrund dazu: Die Hühner wurden vom britischen Verein Little Hen Rescue aus Legebatterien gerettet und weil das Federkleid oftmals in katastrophalem Zustand war, brauchten sie Pullover zum warm halten. Hier gibt es sogar eine Strickanleitung dazu. Aber bitte keine Hühnerpullover hinschicken, die haben mehr als genug auf Lager.

Die verstrickte Dienstagsfrage 47/2012

Bist Du regelmäßig auf Garn-Schäppchen-Jagd im Internet und wenn ja: Wie oft, und wie viel Zeit wendest Du im Durchschnitt pro “Jagd” auf?

Vielen Dank an Martine und das Wollschaf für die heutige Frage!

Alpi hat das in ihrer Antwort so schön formuliert, das klaue ich mir:  “Ich bin kein Jäger, ich bin Sammler”.
Kerstins Kosten/Nutzen-Rechnung finde ich auch sehr gut – sie hat vollkommen recht damit.

Ich jage also nicht bewusst Schnäppchen, aber wenn sie mir zufällig über den Weg laufen, dann fange ich sie ein. Meistens sind das aber Sonderangebote vor Ort (mein LYS hat z.B. fatalerweise immer mehrere große Angebotsständer vor der Tür).
Im Internet gerate ich ab und zu mal bei der Wollemaus in Versuchung, deswegen lösche ich den Newsletter in der Regel schnell wieder, denn langsam weiß ich nicht mehr, wohin mit dem ganzen Garn. Aus dem gleichen Grund mache ich auch um die Woll-Insel einen großen Bogen – virtuelle Besuche dort haben meist fatale Folgen… :wink: (die King Cole Merino Blend z.B. ist toll)

Allerdings bin ich in den letzten Jahren auch deutlich wählerischer geworden. Denn ich habe festgestellt, daß ich zwar extrem für Sonderangebote anfällig bin, daß ich aber auch zu unüberlegten Spontankäufen neige und mich später frage, warum in aller Welt ich dieses oder jenes Garn überhaupt gekauft habe: Farben, die mir gar nicht stehen, Fasern, die ich gar nicht gerne verstricke oder trage – alles schon vorgekommen. Meine Leser freut’s, denn irgendwann haue ich diese Garne bei irgendwelchen Aktionen wie z.B. dem Adventskalender wieder raus.

Die beiden heftigsten Schnäppchenkaufaktionen hatte ich vor ca. 10 Jahren:
Der allererste Besuch in der Hamburger Wollfabrik bescherte mir knapp 10 kg Lammella, von denen ich immer noch ein paar Farben habe. Die werde ich aber sicherlich noch nach und nach verstricken, das ist wirklich ein hochwertiges und kuscheliges Garn. Und mal ehrlich: 1,50 € für reine Lambswool? Da musste ich doch zuschlagen! Und es ist im Gegensatz zu den meisten anderen Garnen der HWF verzwirnt – mit gefachten Garnen mag ich nicht stricken.

Auch von der zweiten Schnäppchenjagd habe ich noch einen gut abgelagerten Restbestand:

Damals hat bei mir um die Ecke ein Wollgeschäft zugemacht und es gab täglich mehr Nachlass. Ich war glaube ich dreimal da und habe jedes Mal vier oder sechs Tüten voll nach Hause geschleppt.

Aber auch wenn ich nicht gezielt nach Schnäppchen jage, gehe ich bei Wolle doch nach dem Motto: “Sparst Du in der Zeit, so hast Du in der Not”. Sollte ich jemals in die unglückliche Lage geraten, mir keine Wolle mehr leisten zu können, habe ich immer noch genug Reserven, um mich über die nächsten sieben Jahre zu retten (und Wollvorräte sind für Insolvenzverwalter glücklicherweise völlig uninteressant :wink:Martine, dieses Argument zur Stashbildung ist doch wirklich unwiderlegbar, oder? :mrgreen: )

Von daher musste das hier beim letzten Mylys-Besuch auch unbedingt mit – man weiß ja nie, was die Zukunft bringt… :

Jetzt wird’s eng…

Bei der Bürokuscheljacke für Marey bin ich inzwischen am Schalkragen angelangt. Da ich keine 3,75er Nadelspitzen für ein langes Seil habe (und zu faul bin, welche kaufen zu gehen), muß eine 80er Rundstricknadel ausreichen. Bissl eng, aber es geht – 402 M (knapp 2 Meter im Urzustand) lassen sich durchaus auf ein Seil von 50 cm Länge zusammenquetschen:

Rund 8 M pro Zentimeter – zugegeben, so richtig komfortabel strickt sich das nicht, das ständige Maschengeschiebe ist etwas nervig:

Sehr komfortabel dagegen findet Rocco sein neues Papp-Liegemöbel – sozusagen die Luxusvariante des Pappkartons :grin: Das ist unser neues Begrüßungsritual: Ich komme nach Hause, Rocco schmeisst sich auf das Ding und dann muss Frauchen erstmal ausgiebig kraulen (während der getigerte Fressack in der Küche schon ungeduldig nach dem Abendbrot plärrt…):

Auf der Suche nach weiteren Pappmöbeln bin ich dann noch hierauf gestossen – scheint eine Fotomontage zu sein, ist aber trotzdem irgendwie cool :mrgreen:

Special: Constanze Strickmode Teil 2 (Heft 4, 5 + 7)

Heute habe ich endlich mal wieder genug Zeit, um mich der Fortsetzung der Constanze-Serie zu widmen.

Bis in die 60er Jahre waren die Constanze Strickmoden-Hefte übrigens riesig groß: 36 x 26,5 cm bei einem Gewicht von rd. einem halben Kilo!

Kleiner Tip zum besseren Gucken: Rechte Maustaste und “Grafik anzeigen”, dann sind die Bilder etwas größer zu sehen.

Heft 4 von 1954:

Und – kennt Ihr alle Arten von Patentmustern? Also ich nicht, muss ich gestehen. Die Modelle hier zeigen:

  • Einfaches Patent (Schlauchpatent)
  • Kreuzpatent
  • Webpatent (den Namen hat die Constanze-Redaktion kreiert)
  • Netzpatent
  • Plisseepatent

Die Patentmustersachen gibt es komplett zum runterladen – einfach auf das Bild klicken.

Und den hier noch als Dreigabe – den finde ich total schön:

Heft 5 von 1955:

Die beiden Sachen könnt Ihr Euch runterladen, wenn Ihr wollt:

Und Heft 7 von 1957 – das scheint ziemlich selten zu sein, ich habe es zumindest bisher nur einmal gesehen (und zum Glück ergattern können):

Und zwei Freebies für Euch:

Einer der damals so beliebten Parallelos:

Solltet Ihr tatsächlich mal was nach diesen alten Anleitungen stricken, bitte ich unbedingt um Fotos für die Lesergalerie!

10 Dinge…

… an denen Du erkennst, dass Du untherapierbar strick- und wollsüchtig bist:

1. Du machst die Wahl Deines Urlaubsziels davon abhängig, ob es dort ein Wollgeschäft gibt.

2. Du nutzt jede freie Minute zum stricken und hast immer Dein Strickzeug dabei. Selbst in der Schlange an der Supermarktkasse oder im Stau auf der Autobahn strickst Du schnell noch zwei Runden an Deiner Socke.

3. Die Menge Deines Wollvorrats übersteigt Dein Körpergewicht und Du fürchtest die gewöhnliche Kleidermotte mehr als Pest, Cholera und die Steuerfahndung.

4. Du bist gläubiger Katholik, verstehst aber beim besten Willen nicht, warum Wollust eine Todsünde sein soll.

5. Du stellst Dir morgens den Wecker eine Stunde früher, damit Du vor der Arbeit noch stricken kannst.

6. Du verfolgst fremde Menschen auf der Straße, um Dir das schöne Muster von deren Strickjacke angucken und merken zu können. Manchmal sprichst Du diese Menschen sogar an und bittest sie darum, ihre Kleidung fotografieren zu dürfen.

7. Wenn Du Dich Deinem Wollgeschäft näherst, wird eilig ein roter Teppich ausgerollt und speziell für Dich wurde eine goldene Kundenkarte entworfen.

8. Wenn Du Dich an der Hand verletzt, ist Dein erster Gedanke: „Hoffentlich beeinträchtigt mich das nicht beim Stricken“.

9. Wenn Du nörgelig und schlecht gelaunt bist, drückst Dein Lebenspartner Dir wortlos Dein Strickzeug in die Hand.

Und das ultimative und eindeutigste Merkmal, an dem Du erkennst, dass Du wirklich und unwiderruflich strick- und wollsüchtig bist:

10. Du liest diesen Beitrag und fragst Dich, warum in aller Welt an den vorgenannten Punkten irgendetwas ungewöhnlich sein soll :mrgreen: