Monats-Archive: Februar 2013

Neue Junghans-Modelle

Daß Junghans-Wolle sehr viele Modelle kostenlos zur Verfügung stellt, finde ich sehr lobenswert. Die Anleitungen sind ein wenig gewöhnungsbedürftig, erinnern mich aber vom Stil her an japanische Anleitungen, weil sie ähnlich grafisch aufgebaut sind. Es würde mich mal interessieren, ob sich Junghans das von den Japanern abgeschaut hat (umgekehrt wohl eher nicht :wink: )

Hier eine kleine Auswahl – ein Klick auf’s Bild bringt Euch zur Modellseite:

Diese Jacke finde ich besonders hübsch:

Aber was ist denn da mit den Nähten passiert? Auwei, das sieht aber gar nicht schön aus – ein gutes Beispiel dafür, wie eine unsaubere Ausarbeitung das schönste Modell ruinieren kann:

Tip an die Designerin/Strickerin: Wenn man nicht gut nähen kann, sollte man das Modell spätestens ab den Raglanschrägungen am Stück statt in Einzelteilen stricken, dann vermeidet man solche misslungenen Nähte, die zudem noch an besonders exponierten Stellen sitzen.

Schulterschrägungen

Mari, der ist für Dich :grin:

Ein Oberteil sitzt in der Regel besser, wenn man es mit Schulterschrägungen arbeitet. Schließlich sind unsere Schultern in der Regel zum Arm hin leicht abfallend – es sei denn, wir benutzen Schulterpolster :wink:
Strick ist zwar elastisch und passt sich bis zu einem gewissen Grad der Körperform an, trotzdem sorgen Schulterschrägungen für ein bessere Passform, insbesondere bei Schnitten mit Armkugeln:

Zieht man von der Gesamtschulterbreite (A) die gewünschte Halsausschnittbreite (B) ab und teilt das Ergebnis durch 2, erhält man die Breite einer Schulter (C).
Und bevor ein Geometrie-Schlaumeier jetzt protestiert :wink: Ich weiß daß die Diagonale länger ist als die Horizontale – aber die Schulterschrägung ist in der Zeichnung überzogen dargestellt, in der Praxis macht das keinen nennenswerten Unterschied.

Eine Schrägung erzielt man, indem man die Reihen nach und nach kürzer werden lässt – entweder durch abketten oder durch verkürzte Reihen:

Die Anzahl der Maschen, die man für eine Schulter hat, ist natürlich abhängig von der Maschenprobe.

Die Tiefe der “Stufen” (in o.g. Beispiel 6 Maschen) bestimmt, wie steil die Schulterschrägung wird – je kürzer die Stufen, desto steiler die Treppe bzw. Schulter.

Die Anzahl der Schultermaschen geteilt durch die Maschenzahl für eine Stufe ergibt die Anzahl der Stufen.
Im Umkehrschluß: Die Anzahl der Schultermaschen geteilt durch die Anzahl der Stufen ergibt die Maschenzahl für eine Stufe. Ich mache in der Regel 3, maximal 4 Stufen, das ergibt eine ausreichende, nicht zu steile Schrägung. Bei sehr dickem Garn würde ich sogar nur 2 Stufen nehmen.

Beispiel: Ich habe 24 Maschen pro Schulter und möchte 3 Stufen haben. Dann nehme ich pro Stufe 8 Maschen.

Alle Stufen sollten gleich tief sein – geht es beim Teilen nicht auf, darf man aber auch mal eine M mehr oder weniger nehmen, das macht keinen wesentlichen Unterschied.

Beispiel: Ich habe 30 Schultermaschen und möchte 4 Stufen haben. Dann mache ich 2 Stufen mit 8 Maschen und zwei Stufen mit 7 Maschen (die tieferen Stufen mache ich zuerst, aber das ist nicht zwingend notwendig).

Faustregel: Je mehr Reihen man auf 10 cm hat und je mehr Schultermaschen zur Verfügung stehen, desto mehr Stufen sind möglich, ohne daß die Schulterschrägung zu steil wird.

Aber wie stricke ich denn nun die Stufen?
Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Stufen durch abketten
Hierfür werden immer am Reihenanfang, also in jeder 2. Reihe, die Anzahl der Maschen für eine Stufe abgekettet.
In der Anleitung steht dann so etwas wie: Beim Rückenteil für die Schulterschrägung beidseitig 2 x je 8 M und 2 x je 7 M abketten.
Das bedeutet:
Reihe 1 – 4: Am Reihenanfang 8 M abketten, Reihe zu Ende stricken.
Reihe 5 – 8: Am Reihenanfang 8 M abketten, Reihe zu Ende stricken.

(die eine Reihe Versatz in der Höhe macht übrigens gar nichts – das gleich sich auch aus, weil das Vorderteil dann genau umgekehrt ist: Beim Rückenteil fängt die linke Schulter eine Reihe später an, beim Vorderteil ist es die rechte Schulter, die eine Reihe später begonnen wird)

Hat man keinen Halsausschnitt, werden in der nächsten Reihe die verbleibenden M abgekettet.
Strickt man gleichzeitig einen Halsausschnitt, wird die Schulterschrägung wird für jede Seite getrennt gearbeitet und danach sollten alle M abgekettet sein.

Damit die Schulterschrägung einen stufenlosen Rand erhält, gibt es einen kleinen Trick (der funktioniert übrigens für alle Rundungen z.B. auch bei Armkugeln):

Die übergezogene M zählt dann als erste abgekettete M.

Statt dieser Methode kann man auch die letzten beiden M der Vorreihe zusammenstricken und kettet dann jeweils 1 M weniger ab.

2. Stufen durch verkürzte Reihen

Die -wie ich finde- elegantere Methode zum Stricken einer Schulterschrägung ist das Arbeiten mit verkürzten Reihen. Gleichzeitig hat diese Methode den Vorteil, daß man die Schultermaschen zum Schluß zusammenstricken kann – das erspart Näharbeit und sieht zudem sehr ordentlich aus.

Bleiben wir beim vorgenannten Beispiel:  Beim Rückenteil für die Schulterschrägung beidseitig 2 x je 8 M und 2 x je 7 M abketten.

Anstatt nun abzuketten, arbeite ich so:

Reihe 0 (ich fange eine Reihe eher an, nämlich mit einer Rückreihe): Stricken, bis noch 8 M auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden (ich arbeite am liebsten mit Wickelmaschen, jede andere Methode zur Löchervermeidung beim wenden geht aber auch)

Reihe 1 (Hinreihe):  Stricken, bis noch 8 M auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 2 + 3: Stricken, bis noch 16 M (8 + 8 ) auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 4 + 5:  Stricken, bis noch 23 M (8 + 8 + 7) auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 6 + 7:  Stricken, bis noch 30 M (8 + 8 + 7 + 7) auf der linken Nadel übrig sind, wickeln, wenden

Reihe 9 + 10: Reihe wieder ganz durchstricken, dabei die Wicklungen mit den umwickelten M zusammenstricken (oder den Umschlag oder die Doppelmasche abstricken, je nach gewählter Methode)

Habt Ihr einen Halsausschnitt und arbeitet beide Seiten getrennt, gelten die geraden Reihenzahlen für die eine Schulter und die ungeraden Reihenzahlen für die andere Schulter.

Nun habt Ihr eine schöne Schrägung, aber die Masche sind trotzdem noch alle auf der Nadel. Die legt Ihr still und strickt später die Schultermaschen von Rücken- und Vorderteil per 3-needle-bind-off zusammen.

Und so sieht das dann fertig aus – hier etwas steiler, da kürzere Stufen:

Hier nur ganz flach, da sind die Stufen länger (und die Reihen weniger hoch, das ist mit dünnerem Garn und Nadeln gestrickt):

Nachkriegs-Zeitzeugnis (und Auslosung)

Erstmal zu den Gewinnerinnen der 50er Jahre-Strickhefte:

Die drei Hefte “Aus Garn und Wolle” gehen an Nr. 28 – Katrin Sch.
Und die vier Schachenmayrinnen bekommt Nr. 25 – Monika (deren Mailadresse mit i anfängt)

Mädels, Eure Adressen, bitte!

Und dann habe ich beim Sichten meiner historische Schätze ein Vorwort gefunden, das ein wenig erahnen läßt, wie schlimm die ersten Nachkriegsjahre gerade für die Frauen gewesen sein mussten – es stammt aus der “Frauenhilfe” von Januar 1948:

Die Leserzuschriften zeigen aber auch, daß Handarbeiten nicht nur eine Möglichkeit waren, das Überleben einer Familie zu ermöglichen, sondern auch ein wenig Freude in den harten Alltag der Frauen bringen konnten.

Wie schlimm der Mangel selbst an den einfachsten Dingen gewesen sein muss, macht die Bitte des Verlages um Packmaterial klar (klick auf’s Bild für größere Version):

Im gleichen Heft ist auch ein sehr süßes Babyset, das ich Euch nicht vorenthalten möchte – ich wette, wenn man das nachstrickt, würde kein Mensch erahnen, daß das Modell schon vor 65 Jahren entworfen wurde (klick auf’s Bild für PDF):

Shop der Woche: Lakeside Wolle

Heute möchte ich Euch wieder einen reinen Online-Shop vorstellen: Unter dem Namen lakeside wolle verkauft Eva farbenprächtige handgefärbte Garne.

Lassen wir Eva selbst zu Wort kommen:

Mein Name ist Eva und ich bin die Frau hinter „lakeside-wolle“. Der Nickname lakeside, unter dem man mich auch bei Ravelry findet, stammt noch aus der Zeit als ich am Bodensee wohnte; seit einigen Jahren jedoch lebe ich zusammen mit meinen beiden Teenagern im schönen Allgäu.
Als leidenschaftliche Buchhändlerin habe ich das Glück, in einer exzellenten Buchhandlung angestellt zu sein. Mein Traum war jedoch immer, wie bei vielen anderen auch, eine Kombination aus Buchhandlung und Wollgeschäft, am besten noch mit integriertem Café :grin: .

Ich gehöre zu der Generation, die in den 80ern keine Schule und keinen Hörsaal ohne Strickzeug in der Tasche betreten hätte. Wie so viele andere bin auch ich dann vor einigen Jahren auf die zweite Strickwelle aufgesprungen, begeistert darüber, dass dank Ravelry jetzt eine Vernetzung mit Strickerinnen auf der ganzen Welt möglich ist.

Und dann, vor knapp drei Jahren, hat mich auch noch der Färbevirus erwischt! Seitdem verbringe ich meine nicht allzu üppige Freizeit am liebsten in der Waschküche :wink: :”

“Die hat mir mein Liebster für meine Farbspielereien zur Verfügung gestellt, in einer Umgebung auf dem Land, in der man gar nicht anders als kreativ werden kann! Die meisten Ideen für meine handgefärbten Stränge kommen mir beim Blick in den Garten, auf die Berge, den Wald…”

Anmerkung der “Redaktion”: Dieser sommersonnige Anblick ist eine wahre Wohltat für meine wintergrau-müden Augen (ich will endlich Frühling…)



“Ich bin nur eine kleine Handfärberin, die jeden einzelnen Strang persönlich bepinselt oder tunkt, wäscht, umwickelt, fotografiert, verpackt und auf die Reise schickt. Daher gibt es bei mir auch alle Stränge nur in kleinen Mengen und oft nicht exakt wiederholbar”.

“Meine Basisgarne beziehe ich überwiegend von Zitron, weil deren Qualität einfach spitzenmäßig ist. Ich färbe fast ausschließlich mit Farben von Ashford, denn damit kann ich mir so gut wie jeden Farbton zusammenmischen, den ich brauche oder den meine Kunden sich wünschen”.

“Finden kann man meine Stränge bei DaWanda, wo mein kleiner Shop lakeside-wolle bis auf weiteres zu Hause ist. Außerdem freue ich mich, wenn ihr mal in meine Ravelry-Gruppe reinschaut, denn dort erfahrt ihr immer als erste, ob es etwas Neues gibt.

Vielen Dank für’s Lesen!
Eure Eva”

Auf einen Blick:

lakeside-wolle
Eva Müller-Salget
Schleifweg 9
D-88299 Leutkirch
Tel: 0162-9193258
Email: email@lakeside-wolle.de
http://de.dawanda.com/shop/lakeside-wolle

Dieser Tag…

bekommt ein dickes rotes Kreuz im Kalender :grin:

Meine kleine Mütze hat es heute tatsächlich in die Top 20 bei Ravelry geschafft:

Darauf bin ich jetzt doch ein kleines bisschen stolz :grin:

Ich habe Mütze gemacht :-)

Das Streifenhörnchen wartet noch auf die bestellten Knöpfe (von den anderen habe ich zu wenig, die hatte ich nur zu Demonstrationszwecken draufgelegt), deshalb habe ich unterdessen aus den Resten der Baby Alpaka noch schnell eine Mütze entworfen und gestrickt:

Und obwohl ich ja eigentlich keinen Kleinkram mag, muss ich gestehen, daß ich Mützen ganz gerne stricke. Die gehen schnell (für diese habe ich vier Abende gebraucht) und ich kann sie ganz normal auf einer Rundstricknadel ohne ständiges Magic Loop-Hinundhergeziehe stricken – nur die letzten Runden sind nervig, aber die sind ja zum Glück schnell erledigt.

Dumm bloß, daß ich gar keine Mützen trage – ich muss unbedingt mal ein Foto von mir mit Mütze machen, dann habt Ihr was zu lachen. Ich sehe mit Mütze wirklich selten dämlich aus :mrgreen:

Macht aber auch nichts, dafür sind meine Mädels ganz scharf drauf. Beide waren ganz begeistert von dem weichen, kuscheligen Garn. Diesmal hat Marey das Rennen gemacht, Christina will aber auch eine (diese Weiber *kopfschüttel* dabei können die beide selbst stricken). Da die Damen sich aber heute leider zu unattraktiv für Modellfotos fühlten, hat sich meine liebe (und weltbeste) Schneiderin geopfert:

Weil Ihr ja von fairAlpaka immer 300g-Pakete nehmen müsst, eignet sich die Mütze prima zur Verwertung von eventuellen Resten. Ich habe ungefähr 85g verbraucht.

Die Anleitung gibt es ab sofort kostenlos auf der Seite von fairAlpaka zum Download – ein kleines Geschenk für Sven, der mir so großzügig Wolle geschickt hat. Und nicht vergessen, noch bis 10.3.2013 bekommt Ihr dort mit dem Code “tichiro10″ einen Rabatt von 10% auf Eure Garnbestellung.

Historische Strickhefte zu gewinnen

Ich räume gerade auf und habe noch ein paar doppelte Strickhefte gefunden.

Zum einen dreimal “Aus Garn und Wolle” – Heft 43, 45 und 47 (es ist leider kein Jahr angegeben, aber ich tippe mal auf die 2. Hälfte der 50er Jahre). Leider ist nur noch in Heft 47 ein Arbeitsbogen drin. Aber zur Inspiration taugen sie allemal:

Und zum zweiten vier Schachenmayrinnen von 1952 – die Nummern 5201, 5202, 5205 und 5209. Die sind ein bisschen zerfleddert, aber vollständig:

Die verlose ich jetzt aber – dann haben wenigstens auch die nicht ganz so schnellen eine Chance :wink:

Wer eins der beiden Heftpakete gewinnen möchte, bekunde bitte bis morgen abend (24.02.2013) um 20 Uhr sein Interesse per Kommentar. Die beiden Gewinner werden dann in bewährter Manier per Zufallsgenerator ermittelt.