Monats-Archive: Mai 2013

Weniger ist mehr…

…oder: Strick-Mathe für Anfänger, Teil zweiundrölfzig :wink:

Ein Umstand der viele Strickanfänger zunächst verwirrt, ist die Tatsache, daß weniger Maschen in der eigenen Maschenprobe mehr Breite im Strickstück ergeben und weniger Reihen mehr Höhe.

Ein Beispiel: Laut Anleitung beträgt die Maschenprobe 25 M auf 10 cm. Es sollen 100 M angeschlagen werden, die dann 40 cm Breite ergeben.
Hat nun Eure Maschenprobe nur 20 M auf 10 cm, also weniger M als in der Anleitung, wird Euer Strickstück breiter werden, wenn Ihr 100 M anschlagt.
Irgendwie unlogisch? Nö, gar nicht. Da sind wir nämlich wieder beim allseits so beliebten Dreisatz :cool: und zwar bei der umgekehrt proportionalen Variante.

Die Logik dahinter: Wenn Ihr weniger M braucht, um 10 cm Breite zu erreichen, sind die einzelnen Maschen breiter. Und dann wird eben bei gleicher Maschenzahl auch das Strickstück breiter. Das ist dann wieder proportional :wink:

Bei Reihen ist es genauso: Wenn Ihr weniger Reihen als in der Anleitung angegeben braucht, um 10 cm Höhe zu erreichen, sind Eure einzelnen Reihen höher. Also wird auch das Strickstück bei gleicher Reihenzahl höher.

Umgekehrt gilt das natürlich auch: Mehr Maschen in Eurer Maschenprobe ergeben -bei gleicher Maschenzahl- weniger Breite, mehr Reihen in Eurer Maschenprobe ergeben -bei gleicher Reihenzahl- weniger Höhe. Weil eben die einzelnen Maschen bzw. Reihen schmaler bzw. niedriger sind.

So, und nun dürft Ihr mich hauen, daß ich Euch kurz vor einem (hoffentlich) sonnigen Wochenende noch mit ekligem Mathekrams gelangweilt habe :mrgreen:

Glatt rechts – das verkannte Muster

Glatt rechts wird meiner Meinung nach als Muster oft unterschätzt. Gut, genau genommen ist es ja auch kein wirkliches Muster, eher eine Struktur. Aber viele Strickende finden glatt rechts langweilig oder anspruchslos.

In Wirklichkeit aber gibt es eigentlich kein Muster, daß die Schönheit eines Garns so gut zur Geltung bringt wie glatt rechts. Glatt rechts lässt ein Garn aus sich heraus und für sich alleine wirken, ohne daß ein Muster davon ablenkt.


(Yak von Lang Yarns)

Und glatt rechts ist auch gar nicht so anspruchslos, wie viele meinen. Natürlich ist es nicht schwer zu stricken. Eine Reihe rechte Maschen, eine Reihe linke, das kann jeder Strickanfänger innerhalb kürzester Zeit.

Aber wie gleichmäßig jemand wirklich stricken kann, zeigt sich am besten in glatt rechts. Muster verzeihen oftmals Fehler, lassen Unregelmäßigkeiten untergehen. Glatt rechts ist gnadenlos – zumindest bei einem glatten, gleichmäßigen Garn. Jede Größenabweichung der Maschen, jeder nur halb erwischte Faden sticht klar und deutlich heraus.

Ganz besonders gemein ist glatt rechts zu den Strickenden, deren linke Maschen lockerer ausfallen als die rechten. Das kann sogar dazu führen, daß das Maschenbild gestreift wirkt.

Um hier Abhilfe zu schaffen, kann man die Rückreihen mit einer kleineren Nadelstärke stricken – das geht besonders gut mit austauschbaren Nadelspitzen, da bringt man einfach an jeder Seite unterschiedliche Nadelstärken an. Oder man strickt alles in Runden – das ist allerdings z.B. bei Jacken schlecht machbar, die müsste man dann aufschneiden.

Die beste Lösung ist es aber immer noch, die eigene Stricktechnik genau zu analysieren und bewusst darauf zu achten, daß die Fadenspannung bei linken und rechten Maschen gleich hoch ist. Das ist anfangs ziemlich mühsam, weil man gegen die eigene Gewohnheit ankämpfen muss, zahlt sich aber letztlich aus.


(Adesso von Lana Grossa – gibt’s leider schon ewig nicht mehr)

Auch für Flausch-, Fussel-, Fransen- und sonstige Effektgarne ist glatt rechts meistens die beste Wahl, ebenso für unruhige Farbverlaufsgarne. Muster sind bei solchen Garnen normalerweise vergebliche Liebesmüh’, die gehen sowieso komplett unter.

Glatt rechts kann je nach verwendetem Garn und Nadelstärke lässig-sportlich oder auch edel-elegant wirken. Es eignet sich für beinahe jede Art von Projekten – nur nicht für Schals und Ränder aller Art, denn es hat eine höchst unangenehme Angewohnheit: Es rollt sich auf! Warum das so ist, hat Kerstin in diesem Beitrag wunderbar einleuchtend erklärt.


(Cashmere Queen von Schoppel in pflaume)

Glatt rechts lässt sich schneller als jedes andere Muster stricken und erfordert keine große Konzentration. Und genau dafür schätze ich es sehr. Glatt rechts geht auch gleich nach dem Aufstehen, wenn das Hirn noch nicht auf Betriebstemperatur und die Augen noch nicht richtig auf sind oder abends, wenn selbige schon beinahe zufallen.

Glatt rechts geht während des spannendsten Films, beim lustigsten Stricktreffen und im besten Fall sogar völlig ohne auf die Nadeln zu gucken. Ja, selbst sturzbetrunken kriegt man glatt rechts noch hin :mrgreen:


(Lord von Lana Grossa – gibt’s leider auch nicht mehr)

Ich liebe glatt rechts. Und Ihr?

Schöne Männer

Nach 10 Stunden im Büro bin ich zu müde für einen “richtigen” Beitrag.
Aber schöne Männer gehen ja immer :cool:

Frauchens Stricksachen sind doch immer die schönsten Kopfkissen:

Chico beim “fatz das Mäuschen” spielen. Die Bilder mit gefatztem Mäuschen sind aber leider alle verwackelt :???:

Projektnotizen

Ich muss gestehen, ich bin entsetzlich faul :roll: Ich mache mir ganz selten Notizen zu einem Projekt und wenn, dann notiere ich allenfalls mal ein paar Maschenzahlen, beispielsweise wie viele Maschen ich angeschlagen habe oder wie ich für den Armausschnitt abgenommen habe. Ich wüsste auch ehrlich gesagt gar nicht, was ich mir noch aufschreiben soll. Das Projekt lege ich bei Ravelry an, damit ist dann auch das verwendete Garn festgehalten und wann ich angefangen habe – das war’s, mehr brauche ich nicht.

Klar, wenn ich ein eigenes Design stricke, dann schreibe ich die Anleitung mit, das mache ich auf dem Notebook, das beim Stricken immer neben mir steht. Aber wenn ich nach Anleitung stricke (PDFs lese ich direkt vom Monitor ab), steht da ja schon alles drin, dann notiere ich mir nur noch Änderungen, die ich aus meinem Gestrick nicht ablesen kann. Die schreibe ich beim Ravelry-Projekt in die Notes und lösche sie nach Beendigung wieder.

Es gibt ja sogar extra für Strickprojekte konzipierte Notizbücher/-hefte, z.B. die Strickkladde von Knittybitty:

Oder das bei Mylys erhältliche Werkheft:

Nicht zwingend für Strickprojekte konzipiert, aber von der Optik absolut perfekt geeignet, ist das Notizbuch von MESH’made. Kann man eigentlich auch prima selbst machen – eine schöne Idee für ein Geschenk und/oder zur Restverwertung (Anleitungen findet Ihr bei Ravelry):

Macht Ihr Euch eigentlich Notizen zu Euren Strickprojekten? Und wenn ja, was notiert Ihr Euch da? Und wo haltet Ihr das fest?

Probleme mit UFOs?

Zu viele UFOs im Strickkorb? Hier gibt es Hilfe:

(vielen Dank an Idriel für das Fundstück)

Leider ist keine Telefonnummer angegeben, aber das Fahrzeug wurde bereits mehrfach in Berlin gesichtet. Vielleicht wissen meine Berliner Leser mehr?
Möglicherweise produzieren Berliner Strickerinnen besonders viele UFOs und ein cleverer Wollgeschäft-Inhaber bietet daher diesen Service an? :mrgreen:
Für sachdienliche Informationen -insbesondere über die Preise und ob auch UFOs aus anderen Bundesländern angenommen werden- wäre ich sehr dankbar :wink:

Wochenend und Sonnenschein in Leipzig

Naja, den Sonnenschein müsst Ihr im Herzen mitbringen :wink:

Aber auch wenn zum Wochenende Regen angesagt ist, ist das 6. Leipziger Wolle-Fest, das morgen und übermorgen stattfindet, doch allemal eine Reise wert. Guckt Euch alleine mal die Aussteller-Liste an – wer da nicht mit vollen Taschen nach Hause kommt, ist selber schuld :cool:

Alle Infos findet Ihr auf der Homepage. Ich wünsche Euch viel Spaß und den Veranstaltern viel Erfolg!