Monats-Archive: Juni 2013

Striper Sweater

Den hatte ich Euch kurz vor fertig ja schon im Video gezeigt. Nun sind alle Fäden vernäht und er hat gerade ein Vollbad in der Waschmaschine genommen:

So mache ich das übrigens mit allen Strickstücken: Zusammennähen, waschen, in Form zupfen, liegend auf einer nicht rutschigen Unterlage (bei mir entweder Sessellehne oder Fußboden) trocknen lassen, fertig. Spannen und dämpfen halte ich in den allermeisten Fällen für überflüssig.

Das Garn ist die Silkroad DK Tweed von Jo Sharp, mein absolutes Lieblings-Tweedgarn. Es ist weich, leicht, strickt und trägt sich wunderbar, hat tolle Farben, ist sehr ergiebig und pillt kaum. Außerdem ist es echt langlebig, Christina trägt ihre Büro-Kuscheljacke, die ich ihr vor über drei Jahren gestrickt habe, an mindestens 100 Tagen im Jahr und die sieht immer noch schön aus. Bisher habe ich noch kein Tweed-Garn gefunden, das dem Jo Sharp-Garn auch nur annähernd das Wasser reichen könnte…
Ich habe davon zum Glück noch einen Restbestand aus einer Großbestellung vor einigen Jahren, wenn der aufgebraucht ist, werde ich bitterlich weinen :cry: . Leider ist das Garn recht kostspielig (es kommen ja auch noch 19% Einfuhrumsatzsteuer obendrauf) und die Versandkosten aus Australien irre hoch, da muss man schon ein paar Kilo bestellen, damit sich die rechnen.

Als Vorlage diente der Striper Cardigan von Amy Herzog aus dem Buch Knit to Flatter – das stelle ich Euch (+ Tragefotos) demnächst nochmal gesondert vor.

Jackenstricknadeln ./. Rundstricknadeln

Früher waren sie gang und gäbe: Die geraden Stricknadeln, die man Jackenstricknadeln oder auch Stabstricknadeln nennt (auf englisch: single point needles).

Inzwischen wurden sie aber größtenteils von Rundstricknadeln abgelöst, weil diese einfach praktischer sind: Das Gewicht des Gestricks ruht auf dem Schoß und belastet die Handgelenke nicht, es passen viel mehr Maschen darauf, so daß man problemlos auch sehr große Strickstücke anfertigen kann und sie nehmen weniger Platz weg.
Mit der Magic Loop-Technik ersetzen sie sogar Nadelspiele (es gibt zwar auch sehr kurze Rundstricknadeln mit 23 cm Länge, aber ich finde, die liegen extrem schlecht in der Hand).

Die ersten Rundstricknadeln kamen übrigens schon 1918 auf den Markt, damals noch mit Metallseil:

Noch mehr Vorteile bieten Schraub- bzw. Klicksysteme: Man kann zwei verschiedene Nadelstärken kombinieren, um z.B. bei glatt rechts eine unterschiedliche Strickfestigkeit zwischen rechten und linken Maschen auszugleichen, Maschen lassen sich sehr leicht stillegen und wenn man einen Faden in dem kleinen Loch am Gewinde befestigt, kann man während des Strickens gleich eine Rettungsleine einziehen – sehr praktisch.
Mit Verbindungsstücken kann man außerdem Seile in beliebiger Länge kombinieren und die Häkelnadelspitze eigenet sich ausgezeichnet zum Maschen aufnehmen, z.B. für eine Blende.

Aber natürlich gibt es auch immer noch gerade Nadeln zu kaufen (Bild gemopst bei 1001Masche), z.B. von KnitPro:

Wer die Vorteile von Rundstricknadeln haben möchte, aber trotzdem lieber mit zwei getrennten Nadeln strickt, kann übrigens auf sogenannte “Flex-Nadeln” zurückgreifen (die gibt’s glaube ich seit den 50er Jahren, haben sich aber nie so recht durchgesetzt), z.B. von der Marke Addi unter dem Namen Flexi-Bel Nadeln:

Ich habe mich früher immer gefragt, wozu es überhaupt noch Jackenstricknadeln gibt, ich habe die in meinem Leben noch nie benutzt. Von Martine habe ich dann irgendwann erfahren, daß es Stahlstricker (das ist die Steigerung des Brettstrickers :mrgreen: ) gibt, die tatsächlich derartig fest stricken, daß ihnen der Übergang vom Seil auf die Nadel arge Probleme bereitet und die deshalb lieber mit geraden Nadeln stricken.

Außerdem gibt es ja noch die Holländer oder auch die Italiener (winke @ Betta), die sich beim Stricken die rechte Nadel unter dem Arm klemmen, auch die brauchen natürlich Stabstricknadeln.

Jackenstricknadeln werden auch manchmal als “Schnellstricknadeln” angeboten, bei denen der Schaft dünner als die Spitze ist. Warum man damit nun allerdings schneller stricken können soll, ist mir ein Rätsel… :?: (vielleicht weiß es jemand von Euch?):

Und auch in englischsprachigen Ländern scheinen gerade Nadeln immer noch außerordentlich beliebt zu sein, vielleicht hängt das irgendwie mit der Strickweise zusammen, bei der der Faden mit der rechten Hand um die Nadel gewickelt wird (die Technik gibt es vereinzelt auch bei uns, in manchen Regionen nennt man das “katholisch stricken” :grin: ). Ich habe in englischsprachige Foren zu meiner Belustigung sogar schon häufiger die Frage gelesen, ob man denn überhaupt mit Rundstricknadeln flach stricken könne und wie man das macht :cool:

Nun würde mich ja mal interessieren, was Ihr von Jackenstricknadeln haltet. Habt Ihr die früher benutzt? Benutzt Ihr die immer noch? Falls ja,  grundsätzlich oder nur für bestimmte Projekte? Worin sehen die Benutzer der Jackenstricknadeln Vorteile gegenüber den Rundstricknadeln?

Herbst…

War das nicht ein toller Sommer? So schön warm und sonnig – bloß leider ein bissel arg kurz… :???:

Passend zum vorgezogenen Herbstanfang (ich bin echt versucht, die Heizung anzumachen) hier noch zwei neue Herbsthefte:

Die komplette Vorschau auf das neue Rowan Magazine 54, das Mitte Juli erscheint, könnt Ihr hier sehen. Schaut einfach mal selbst, für mich ist jetzt nichts dabei, was mich zu Begeisterungsstürmen hinreissen würde.
Das Rowan Magazin ist auf deutsch in vielen Wollgeschäften und Onlineshops erhältlich.

Deutlich besser gefällt mir da schon die Knitscene Fall 2013, die ebenfalls in rd. 2 Wochen erscheint:

Das Titelmodell Rosemary Cardigan finde ich schon mal ausgesprochen gut, das packe ich mir in die Queue:

Einen Punktabzug gibt es allerdings für die wellige Knopflochblende, da hat die Strickerin gemurkst:

Den Alison Pullover finde ich auch recht hübsch, aber wie Mona schon bei Ravelry bemerkt hat, sitzen die Ärmelnähte irgendwie an der falschen Stelle:

Den Rock Candy Pullover mag ich eigentlich auch, würde aber als Grundmuster glatt rechts nehmen und glatt links nur als Hintergrund für die gerippten Partien lassen. Ich finde, glatt links Gestrick läuft oft Gefahr, auch frisch gestrickt schon alt und schäbig auszusehen, besonders wenn das Garn dazu noch leicht fusselig ist. Garn und Farbe finde ich in der Kombination mit dem sehr schlichten Modell auch einfach zu langweilig:

Beim Praline Pullover haben wir schon wieder glatt links als Grundmuster – wird das jetzt ein neuer Trend? Wären da nicht die Knöpfe, könnte man denken, sie hat den Pullover aus Versehen mit der Innenseite nach aussen angezogen :cool: Der Übergang vom Linksgrund zum Lochmuster ist auch irgendwie unschön, den würde ich mit ein oder zwei rechten Maschen ringsherum klarer vom übrigen Gestrick abgrenzen:

Alle enthaltenen Modelle seht Ihr hier in der Vorschau oder auch bei Ravelry.

Die Knitscene gibt es nur auf englisch, entweder direkt bei Interweave (auf Papier oder digital) oder z.B. bei Martina oder bei Mylys

Garn der Woche: Aslantrends “King Baby Llama & Mulberry Silk”

Im Video hatte ich es ja schon gezeigt, hier aber noch mal ausführlich und mit erkennbaren Bildern :wink:

Dieses Garn hat mir Britta von Schmeichelgarne zum Testen zur Verfügung gestellt:

Das Mischgarn aus 70% Baby Lama und 30% Maulbeerseide von Aslantrends kommt in 100 g-Strängen daher und hat eine Lauflänge von 200 m pro Strang. Pro Strang kostet es 18,90 €.
Die Farbpalette besteht aus 20 Farben, meine Farbe nennt sich “Olive”, das trifft es ganz gut. Man könnte auch moosgrün dazu sagen.

Lamawolle hat ähnlich wie Alpaka ein relativ hohes Eigengewicht, daher auch die für diese Garnstärke verhältnismäßig niedrige Lauflänge. Im Gegensatz zu Alpaka habe ich bei dem Lamagarn aber den Eindruck, daß es einen Tick weniger schlapp ist. Ansonsten sind sich beide Materialien sehr ähnlich, logisch, die Viecher sind ja auch eng verwandt.

Das Garn ist vierfädig und mittelstark verzwirnt. Ab und an habe ich es beim Stricken mal geschafft, den Faden nicht ganz zu erwischen und eine Minischlaufe zu produzieren, die ist mir dann beim Abstricken der Masche zum Glück immer gleich aufgefallen. Ansonsten strickt sich das Garn sehr gut und flüssig, es ist allerdings sehr glatt und auf Metallnadeln ein wenig rutschig. Holz wäre hierfür vermutlich die bessere Wahl.

Die Maulbeerseide gibt dem Garn einen schönen sanften Schimmer:

“Worsted Weight” und 20 M auf 10 cm mit 4 – 5 mm Nadeln halte ich für einen Witz, ich habe das Garn mit 3,5 mm und rd. 25 M verstrickt und das ist ganz sicher kein Brett geworden, sondern nach dem Waschen ein geschmeidiges Gestrick, das aber noch genug Griff und Substanz hat.
Angegeben ist übrigens Handwäsche, ich hab’s aber wie immer gnadenlos in die Waschmaschine (kalt, Wollwaschgang mit Wollschleudern) geschmissen und es ist unbeschadet wieder herausgekommen.

Den Strang habe ich so komplett ausgenutzt wie möglich und zum Ende hin bin ich alle paar Runden zur Waage gelaufen – vom Anschlagfaden sind noch 14 cm  übrig und nach dem Abketten nur noch dieser Fitzel, den konnte ich gerade eben noch vernähen (erst die Nähnadel durch die Maschen stechen, dann einfädeln und durchziehen, sonst funktioniert das mit so einem kurzem Stück nicht):

Wie ich schon erzählt habe, ist das Muster, das ich für den Cowl genommen habe, aus Alice Starmore’s The Celtic Collection, das Modell heißt Aberlady und ist eigentlich ein Pullover:

Aber für den Cowl fand ich es auch ganz prima geeignet. Aus den 100 g habe ich 60 cm Umfang und 18 cm Höhe rausbekommen:

Ungewaschen ist das Muster fast schon dreidimensional:

Gewaschen dann logischerweise nicht mehr, aber das Muster kommt immer noch gut heraus. Ich finde, bei Lama verschwimmt das Maschenbild weniger als bei Alpaka, mag aber auch an dem Seidenanteil liegen:

Vielen Dank übrigens für Euer zahlreiches Lob zu meinen ersten TV-Versuchen. Anja hat sich schon bereit erklärt, meine Kamerafrau zu werden *freu*, so daß die nächste Folge (ich denke, ich werde das ungefähr einmal monatlich machen) hoffentlich eine bessere Bildqualität haben und auch ein bisschen professioneller ausfallen wird. Über kurz oder lang werde ich mir dann wohl auch mal einen richtigen Camcorder zulegen.

Tichiro TV – Folge 1

Eigentlich wollte ich die fünf Teile zusammenschneiden, aber obwohl ich den Zusammenschnitt “hochauflösend” gespeichert habe, hat die Bildqualität reichlich gelitten. Da muss ich mich nochmal nach einer gescheiteren Software umschauen. Und beim nächsten Mal -so es denn ein nächstes Mal geben sollte und Ihr mich nicht diesmal schon ausbuht :wink: – mache ich das Ganze auch in HD. Dann werden die Dateien zwar riesig und der Upload dauert 3 Tage, aber das Bild wird hoffentlich auch schärfer.

Das Ganze ist noch arg verbesserungswürdig, vor allem in der Bildqualität, aber ich finde, es ist trotzdem ganz lustig geworden.

Hier also meine ersten Gehversuche im Video-Podcasting/Vodcasting in fünf ungeschnittenen Einzelteilen – Viel Spaß :grin: