Geduld?

Immer wieder höre ich von Nichtstrickern: “Nee, stricken ist nichts für mich, dazu habe ich keine Geduld”. Heute gerade wieder, von der Auszubildenden meiner Zahnärztin. Daraufhin fragte ich sie, was sie denn in ihrer Freizeit mache. Ja, sie täte gerne lesen, war die Antwort. Nun frage ich mich, braucht man, um ein ganzes Buch zu lesen, nicht auch Geduld? Oder um stundenlang Computerspiele zu spielen? Nein!

Geduld brauche ich für keins von diesen Dingen. Geduld brauche ich nämlich immer nur dann, wenn ich irgendetwas tun muss, was mich langweilt oder was mir keinen Spaß macht. Zum Beispiel an der Supermarktkasse warten. Oder jemandem zum achten Mal etwas zu erklären, was er partout nicht versteht. Oder Trilliarden von Blümchen auf eine Jacke zu stricken.

Zum Stricken braucht man keine Geduld. Sofern man den Vorgang als solches genießt. Viele Nichtstricker begreifen einfach nicht, daß der Weg das Ziel ist. Sie denken, man stricke nur um des Ergebnisses willen. Klar, am Schluß will ich etwas haben, was ich anziehen kann. Zum sinnlosen Rumstricken habe ich keine Geduld – nein, falsch, dazu habe ich keine Lust. Denn das ist es, was die Leute verwechseln. Sie sagen, sie hätten keine Geduld zu etwas. In Wirklichkeit meinen sie aber, sie hätten keinen Spaß daran.

Das nächste Mal, wenn mir gegenüber jemand behauptet, er hätte zum Stricken keine Geduld, werde ich das mal hinterfragen. Ich bin auf die Reaktion gespannt.

25 comments for “Geduld?

  1. Carola
    28. Oktober 2008 am 22:26

    Liebe Tina!
    Da bin ich absout Deiner Meinung. Auch die Kommentare die man sich von einigen Leuten anhören kann, wie z.B.Was, Du STRICKST!!!!??? nerven mich, allerdings nur manchmal, ungemein. Hört sich bei denen so an, als ob man an einer ansteckenden Krankheit o.ä. leiden würde. Nein, mir geht es ansonsten gut, bin auch keine alte Omi . Ich stricke einfach, weil es für mich die absolut Entspannung ist und natürlich freu’ ich mich wen mal wieder ein Teil fertig ist.
    Ergo: Lass’ die Leute red’n und hör’ Ihnen nicht zu…
    Damit ganz liebe Grüße
    Carola
    Die jetzt stricken geht!!! freu’

      zitieren

  2. 28. Oktober 2008 am 22:50

    Meine “Kinder”, Freund/innen und Bekannten lachen sich ja bereits krümelig, wenn ich bei jeder (angeblich oft unpassenden) Gelegenheit wieder mein Strickzeug zücke und friedlich vor mich hin nadle. Meine Strickwut ist DER running gag geworden.
    Aber selbstverständlich freuen sich jeweils alle über handgestrickte Socken, Pullover und Jacken…
    Und – natürlich hast du recht: Man sollte Desinteresse und Ungeduld nicht verwechseln.
    LG,
    Katarina

      zitieren

  3. 28. Oktober 2008 am 23:03

    Ich glaube, mit solchen Fragen/Aussagen wurde fast jede Strickerin irgendwann mal konfrontiert. Mich amüsieren die entsetzten Blicke, wenn sie hören, dass ich unter anderem auch stricke und häkle.

    Für viele sind diese Hobbies eben immer noch altbacken eher eine Beschäftigung für die Grossmutter als für die Frau von Welt, hahaha… Ja, dann bin ich halt seeehr gerne eine Grossmutter :)))

    Liebe Grüsse
    Sema

      zitieren

  4. 28. Oktober 2008 am 23:26

    Hallo Tina,

    also stricken mach ich seit den 80 er. Ich habe 79 meinen Mann kennengelernt und meine liebe Schwiegermutter hat mir mit viel Geduld alles wichtige gezeigt und damals eine nicht enden wollende Begeisterung bei mir geweckt. Dann kamen die Kinder und immer für ihre niedlichen Pullover bewundert. Heute stricke ich ausschlieslich Socken. Die sind immer heiß begehrt. Heute habe ich Geburtstag und mein Wolllager wurde durch diverse Sockenwolle wieder aufgefüllt, und ich bin voll zufrieden. Stricken ist für mich die beste Entspannung.

    Tschau Christel

      zitieren

  5. 28. Oktober 2008 am 23:28

    Oh ein Outing meinerseits könnte gefragt sein.
    Ich hatte bis heute noch keine Geduld für ein komplettes Paar Socken. Ich weiss ja wies geht. Einer wird deswegen fertig. Doof den zweiten zu stricken wenn man weiss wies am Ende ausschaut.
    Vor zwei Jahren hatte ich garkeine Geduld zum Stricken. Bis ich darauf gekommen bin dass es mehr gibt als linke und rechte Maschen. Die linken kann ich seit einem halben Jahr sogar richtig :-) Zöpfe gehen auch aber dauern mir zu lange, beidhändiges Stricken versuche ich gerade.
    Ich glaube langsam habe ich mich genug in Geduld geübt um vielleicht doch mal einen Pulii zu stricken. Oder einen Schal aus bunter Wolle mit ausschliesslich rechte Maschen?
    Wer weiss…..?
    Mein Geduldsfaden wächst und entwickelt sich (Gott sei dank was soll ich mit all den Tüchern???)
    Eigentlich ist es mir egal was am Ende rauskommt solange es spannend bleibt.
    Für mich hat Stricken viel mit Geduld zu tun. Der Prozess als solches langweilt mich, es sei denn das Muster wäre kompliziert genug um ein gleichzeitig lesen zu verhindern. Eigentlich will ich nur wissen wies am Ende ausschaut. So ähnlich wie bei nem Roman.
    Vielleicht bin ich noch nicht reif für die Sockenstrickwelt oder für rechte Maschen?
    Witzigerweise reicht es aber immer für ne Spule voll handgesponnenes. (Obwohl ich da nach dem ersten Meter schon weiss wie es am Ende sein muss und obwohl es noch eintöniger ist)
    Hinterfrag mich bitte! ich versteh es selbst nicht

    LG

      zitieren

  6. 28. Oktober 2008 am 23:57

    ich kenn das auch – natürlich. neben den klassikern (ein mann der strickt – und dann sind diverse aussagen von toll bis :twisted: denkbar), höre ich das auch immer wieder. für mich hat stricken nichts mit geduld zu tun, eher nichtstricken. wenn ich weiß, dass ich bald endlich wieder mein gestrick in der hand haben kann, weitermachen kann… dann werde ich hibbelig, ungeduldig und will sofort!
    aber vielleicht ist es wichtig, geduld mit den nicht-eingeweihten zu haben :lol:
    es grüßt zur nacht
    klemens

      zitieren

  7. 28. Oktober 2008 am 23:59

    Na, dann hinterfrage ich doch mal :grin:

    Zunächst sollten wir mal feststellen, ob Du vielleicht ein Mensch bist, der grundsätzlich nichts machen mag, was über längere Zeit eine gleiche Tätigkeit erfordert. Gibt es irgendwas, was Du stundenlang mit wachsender Begeisterung machen kannst, ohne Dich zu langweilen?

    Liest Du denn bei einem Roman auch gleich das Ende?
    Spulst Du einen Film auch gleich bis zum Ende vor?

    Wenn Dich der Prozess des Strickens langweilt, ist es vielleicht gar nicht das richtige Hobby für Dich? Denn so ein kompliziertes Muster, das sich nicht irgendwann anfängt zu wiederholen, gibt es kaum, auch der extremst gemusterte Fair Isle oder Zopfpulli hat Wiederholungen im Muster.
    Oder Du strickst eine Decke aus lauter verschieden gemusterten Quadraten, dann hast Du Abwechslung. Nur das Zusammennähen ist halt öde.

    Vielleicht hast Du einfach zu viel Hummeln im Hintern, um über längere Zeit eine gleichförmige Tätigkeit auszuführen? :wink:

    Hast Du eigentlich noch andere Hobbies? Welche?

    Auf jeden Fall finde ich, daß das Leben zu kurz und die Freizeit im Normalfall zu knapp bemessen ist, um in dieser Zeit ewas zu machen, was einen eigentlich anödet.

      zitieren

  8. 29. Oktober 2008 am 01:01

    Hach, ich sagen mal: Treffer!
    Noch eigenartiger finde ich die Aussage: “Dazu habe ich keine Zeit!”. Impliziert, dass ich “nichts Besseres” zu tun habe und wertet mich ab. Hmpf, jedenfalls fühle ich mich dann so. Bin wahrscheinlich zu dünnhäutig… :roll:

    Ich meine, ich nörgele doch auch nicht an anderer Leute Hobbies herum. Wenn jemand Eisenbahnen sammelt – bitte, soll er doch. Jemand lernt Hardanger? Von mir aus. Der nächste poliert jeden Samstag sein Auto. Meinetwegen. Nur: Warum soll ich mich denn für mein Hobby rechtfertigen….? Soll doch jeder so glücklich werden, wie er mag. Und wenn ich das drölfzigste Paar Socken auf meinem Blog zeige – ist das doch meine Sache. Und wenn jemand anders das zweihundertste Tuch in drei Jahren zeigt – freue ich mich an der Vielfalt (und wenn es mich stört, besuche ich diese Seite eben nicht mehr… – aber ich setze denjenigen nicht herab!).

    Nachdenkliche Grüße
    Suse

      zitieren

  9. 29. Oktober 2008 am 01:02

    Weia, und ich streiche gleich mal das “n”… Kommt davon, wenn ich zu schnell schreibe… pffft. Der Rest an Tippfehlern darf behalten werden :mrgreen:

      zitieren

  10. 29. Oktober 2008 am 09:01

    Recht hast Du, Tina. Mehr ist dazu nicht zu sagen!
    Liebe Grüße
    Susanne

      zitieren

  11. 29. Oktober 2008 am 09:37

    Ich antworte in solchen Situtationen meistens: Ja Geduld ist eine Tugend…
    Das muss ich aber mit einem Schuss Humor in der Stimme wuerzen, sonst kommt es alzu arrogant rueber.

    Ich muss zugeben, dass mir Stricken auch schonmal langweilig ist. Besonders, wenn nicht viel im Muster passiert. Genauso langweilig finde ich aber z.B. Fernsehen oder Filme anschauen, oder Hoerbuecher. Miteinander gepaart ist das fuer mich eine gute Kombination. Liegt vielleicht daran, dass ich selten nur eine Sache mache.

    Viele Gruesse
    Andrea

      zitieren

  12. maroni
    29. Oktober 2008 am 09:52

    Wenn ich für etwas Zeit haben will, habe ich die auch, alles Einstellungssache.
    Ich stricke, andere laufen durch den Park, treiben sich in Fitnessstudios rum oder gehe 3mal in der Woche aus und alle haben für ihr Hobby Zeit.

    Ich bin auch kein sehr geduldiger Mensch, aber bei eine Strickstück tut sich ja dauernd etwas, zumindest wird es länger :roll: Abwechslung ist also gegeben.
    Meine Geduld ist erst einmal überstrapaziert worden und zwar bei der Herstellung einer Jackenblende aus einer I-Cord :cry: das soll in Zukunft machen wer will, mir ist das zu blöd.
    Ich stricke allerdings weder Schals noch werde ich je eine Decke oder ähnliches anfangen, das würde mich dann sicher geduldsmäßig überfordern

      zitieren

  13. 29. Oktober 2008 am 10:04

    Find ich lustig, weil ich mir selber grade eine ähnliche Frage stelle. Ich würde wahnsinnig gerne nähen können. Weil ich bei meiner Größe und meiner Figur und meinem Geschmack an der Stange nicht immer finde, was ich will.
    Und genau hier liegt das Problem. Ich möchte nähen KÖNNEN! Ich will es nicht lernen, ich will nicht viele Arbeitsstunden investieren um mal eine grade Naht hinzubekommen, viel Stoff und viel Energie in etwas stecken, was ich am Schluss nicht verwenden kann, weil es scheusslich aussieht. Ich will nicht mit geraden Nähten und einfachen Sachen anfangen, ich will gleich Blazer und Hosen nähen.
    Stricken kann ich, da kann ich mich hinsetzen und einfach loslegen. Und ich denke, dass es das ist, was viele Nichtstrickerinnen meinen, wenn sie sagen, keine Geduld dafür zu haben. Sie meinen vielleicht gar nicht das Stricken an sich, sondern viel eher den Lernprozess, der dem vorangeht.
    Und ich glaube ausserdem, wenn man erst im Erwachsenenalter und dann vielleicht auch noch freiwillig lesen lernen würde, würde es viel weniger Leute geben, die lesen zu ihrem Hobby zählen.
    Lieben Gruß vom Platypus

      zitieren

  14. Katja
    29. Oktober 2008 am 10:37

    Ich schließe mich Klemens an: zum Nichtstricken bin ich schlicht zu ungeduldig :mrgreen: . Andere Leute – ich meine damit durchaus jemand bestimmten :evil: , zappen während des langweiligen Fernsehprogramms vor lauter Ungeduld von einem Sender zum Nächsten. Ich stricke und weil ich grade mal wieder meine Venezia-Phase habe, ist mir echt egal, was nebenbei im Fernsehn läuft :wink: . Ich bin wirklich ein seeehr ungeduldiger Mensch, aber seitdem ich wieder stricke und meine Hände dauernd beschäftigt sind, bin ich viel ausgeglichener und ruhiger geworden.

    Womit allerdings das Stricken etwas zu tun hat: Muße! Als meine Kiddies klein waren, hatte ich die nicht. Heute kann ich schon mal sagen: Jetzt nicht! wenn ich grade 274 Maschen zu zählen habe und aber jetzt unbedingt das Kaninchen begucken soll. Bei einem Säugling, der nun aber wirklich Hunger hat, geht das natürlich nicht (mal abgesehen davon, dass man stets so übermüdet ist, das man spätestens bei 158 einschläft…). Daher hatte ich eine längere Strickpause, aber geduldiger hat die mich bestimmt nicht gemacht :roll: .

    LG
    Katja

    achja, P.S: Socken würden mich jetzt geduldsmäßig auch überfordern, diese kleinen Runden und die Vorstellung noch einen zweiten basteln zu müssen…erstaunlicherweise gehen Pulloverärmel trotzdem, obwohl sie auch stets doppelt daherkommen, merkwürdig, oder???

      zitieren

  15. 29. Oktober 2008 am 10:55

    @ Platypus: Das ist eine interessante Überlegung, damit hast Du wahrscheinlich recht. Denn etwas zu lernen erfordert ja in jedem Fall Geduld. Andererseit kann auch ein Lernprozess Spaß machen, zumindest wenn man Erfolgserlebnisse hat, und dann braucht es nur halb so viel Geduld.
    Ich habe stricken auch erst mit 20 und freiwillig gelernt, habe als erstes Stück allerdings auch gleich einen Pullover gestrickt, der sogar einigermaßen passte, von daher empfand ich nie, daß stricken lernen Geduld braucht.
    Aber ich denke, mit zunehmendem Alter stellt man auch immer höhere Anforderungen an sich selbst und verlangt von sich, daß immer alles gleich perfekt hinhaut, was natürlich im Normalfall nicht klappt und das resultiert dann in Frustration und Ungeduld. Habe ich bei meinem Ex erlebt, dem sollte ich Noten lesen beibringen und als er es nach 10 Minuten immer noch nicht begriffen hatte, hat er’s gleich hingeschmissen :shock:

      zitieren

  16. Anna-Maria
    29. Oktober 2008 am 11:52

    Hallo Tina,
    ich stricke,seit ich ca 5 oder 6 bin,also noch vor der Schule.Meine Mutter strickte,mein Vater strickte(haben ihm,als er Kind war,seine Schwestern beigebracht,als sie im Krieg im Bunker saßen)meine Schwester strickt und auch meine Tante.Wer es mir beigebracht hat,kann ich nicht sagen,war wohl eine “Gemeinschaftproduktion”.Für mich war stricken immer etwas normales,gehörte(und gehört)zum Leben dazu.
    Deshalb bin ich immer sehr überrascht und erstaunt,wenn mich jemand fragt:Du strickst?Da hätte ich keine Nerven/Geduld/Zeit zu…..
    Ich frage mich dann immer,braucht es diese oben genannten Eigenschaften denn nicht,um z.B.ein Buch zu lesen,bei der Kosmetikerin zu sitzen,zu irgendwelchen Vereinsversammlungen zu gehen usw und so fort..
    Ich denke,ein “Problem”,daß diese erstaunt-Fragenden mit uns Strickern haben,ist,daß wir eine Wegwerfgesellschaft sind.Alles muß flott,flott gehen,eins weg,her mit dem nächsten.Und dann bitte sofort,man muß sich amüsieren,da hat man keine Zeit zu warten.Und wenn ich selbst was simples wie eine Mütze stricke,das dauert doch auch noch ein paar Stunden.Und diese paar Stunden hat man anscheinend nicht.Außer uns Strickern.Wir haben anscheinend diese Zeit und Geduld,auch mal auf was warten zu können.
    Oder,noch ein Argument,wenn die Sprache aufs stricken allgemein und auf meinen Wollvorrat kommt:Was willst Du denn damit?Eigentlich hatte ich gedacht,die Wolle zu verstricken,dafür hatte ich sie eigentlich gekauft.Aber bei(hier dann den Namen von einem beliebigen Billig-Laden einsetzen)gibts doch Mützen für 1 Euro,das ist doch viel zu teuer,wenn Du das strickst.
    Das ich solch eine Mütze nicht als vergleichbar mit meinen handgestrickten ansehe,begreifen viele nicht.Auch wenn meine um ein vielfaches teurer sind.
    Interessant,daß niemand einen Briefmarkensammler fragt, wieso er so viele davon hat und ob er sie denn benutzt.

    Viele Grüße und einen Schmuser an die Kater!
    Anna-Maria

      zitieren

  17. 29. Oktober 2008 am 11:55

    Also, ich bin da etwas intoleranter als ihr.
    Wenn jemand keine Zeit zum Stricken hat, aber, das ist jetzt meine ganz persönliche Sichtweise, hirn- und sinnlos Puzzles legt, dann könnte ich ausfallend werden :mrgreen:
    LG Heidi

      zitieren

  18. 29. Oktober 2008 am 14:53

    Ich brauche beim Stricken schon manchmal Geduld, oder beim Lesen. Wenn es mich nicht so richtig packt (oder wenn ich unter Zwang stehe). Oder eben wenn es nicht ganz einfach ist und der Wunsch, was anderes zu machen sich gerne mal einschleicht. Wobei man sich doch oft ganz toll fühlt, wenn man so ein schwieriges Projekt erfolgreich beendet hat.

    Aber Stricken besteht doch nicht nur aus schweren langwierigen Projekten…

    Aber ich glaube auch, daß diese Aussage entweder tatsächlich in Wirklichkeit mangelndes Interesse bedeutet oder aber das Gefühl, daß man das ja niemals lernen und verstehen kann ohne ganz viel Zeit aufzuwenden.

    Wobei es vermutlich tatsächlich interessant wäre, festzustellen, welches Motiv tatsächlich hinter so einer Aussage steckt.

    Liebe Grüße
    auch an die Kater
    Bianca

      zitieren

  19. 29. Oktober 2008 am 14:58

    Ich schon wieder
    Versuche mich mal an den passenden Antworten:

    “Zunächst sollten wir mal feststellen, ob Du vielleicht ein Mensch bist, der grundsätzlich nichts machen mag, was über längere Zeit eine gleiche Tätigkeit erfordert.”
    NEIN. Also selbst wenn das so war so hab ich spätestens durch meine Ausbildung (2 Jahre hauptsächlich Ablage) gelernt das man den ganzen Tag eintönig das gleiche tun kann. Also ich kann auch ne Weile Unkraut jäten oder bügeln oder ähnliches. Nicht immer aber zeitweise tue ich solche Dinge sogar gerne.
    “Gibt es irgendwas, was Du stundenlang mit wachsender Begeisterung machen kannst, ohne Dich zu langweilen?”
    Spinnen. Ich bin in der Lage stundenlang zu spinnen. Anfangs hat es mich selber gewundert mittlerweie werde ich “wach” wenn die Spule voll ist. Und ich geniesse diese Auszeit.
    “Liest Du denn bei einem Roman auch gleich das Ende?” Nie. In hunderten von Büchern ist es mir vielleicht ein halbes Dutzend mal s vergekommen als dass ich evtl. mal spitzeln sollte, aber ich habs nie getan.
    “Spulst Du einen Film auch gleich bis zum Ende vor? ”
    Nein. Aber wenn er mich langweilt mach ich ihn aus. Bei Büchern genauso. Wenn sie mir garnicht liegen kommen sie in eine Ecke bis zu einem Zeitpunkt zu dem ich mehr damit anfangen kann.
    “Wenn Dich der Prozess des Strickens langweilt, ist es vielleicht gar nicht das richtige Hobby für Dich?”
    Oh *nachenk.
    Ich vermute in der Tat das es nichts ist was ich in zehn Jahren noch tun werde. Das spinnen schon eher beim Stricken bin ich mir da unsicher. Im Moment bin ich zufrieden zu sehen wie der Kiri wächst (Regenbogenkauni, dauernd anders und ich will den unbedingt haben) und dann möchte ich wissen ob ich einen Pullover kann.
    Aber vermutlich ist es mit dem Stricken so wie mit vielem anderen bei mir: wenn ich weiss dass ich es beherrsche suche ich nach was neuem. Das alte wird zwar immer wieder mal hervorgeholt ist aber nicht mehr fordernd genug.
    “Vielleicht hast Du einfach zu viel Hummeln im Hintern, um über längere Zeit eine gleichförmige Tätigkeit auszuführen? :wink:
    *grins. Das vielleicht schon eher. Ich bin bis dato noch erstaunt über die Tatsache dass ich irgendetwas fertig gestrickt habe. Hab ich aber. Mehrere Taschen und Tücher und Mützen und Schals. Aber fassen kann ichs noch nicht.
    “Hast Du eigentlich noch andere Hobbies? Welche?”
    Ich lese. Ich puzzle auch (nicht regelmäßig aber immer wieder mal, meistens drei Tage am Stück bis es fertig iss und an die Wand kann), spinnen ganz klar, ansonsten auch so technische Sachen mit und ohne PC, Fummeleien, mein Hund. Also sehr vielseitig und mit unterschiedlichem “Geduldsbedarf”
    “Auf jeden Fall finde ich, daß das Leben zu kurz und die Freizeit im Normalfall zu knapp bemessen ist, um in dieser Zeit ewas zu machen, was einen eigentlich anödet.”
    Oh ganz so isses nicht gemeint. Also wenn es erforderlich ist dass ich meine Maschen zähle und immer wieder mal eine anders stricke hat mein Kopf was zu tun. Aber wenn ich keine Ergebnisse sehe oder keine Fortschritte (dazu reichen auch schon winzig kleine) hab ich keine Geduld/Motivation (?)
    Vielleicht bin ich doch ein projektorienter Stricker?? Abba eigentlich isses mir egal wer meinen hässlichen Ajourmusterpullover trägt wenn ich beim Srickprozess fasziniert dass Wachsen der Mustersätze erlebt habe……

    Ich sahc ja ich versteh es selber noch nich so ganz

    Lieben Gruß
    auch ne Tina

      zitieren

  20. Astrid
    29. Oktober 2008 am 16:12

    Also ich glaub auch das es mehr mit dem Gedanken an einen langen lernprozess zu tun hat wenn jemand in diesem Zusammenhang von Geduld spricht.
    Als ich nach längerem nur sporadischen stricken wieder intensiver angefangen habe und dann auch mit Socken bekam ich nur positive reaktionen :smile: .
    Socken sind halt sehr gut für meine Bildschirmpause die ich 2×10 Minuten haben und als ich dann das erste mal mein Strickzeug raus geholt habe kamen ein paar fragende Seitenblicke. Einige haben wohl auch getuschelt was ich da wohl mach, aber die meisten fragten sofort ob das Socken werden und das sie selbstgestrickte Socken toll finden und ob ich auch anderes kann. Als nächstes kommt meistens :”Das würd ich auch gern können, aber dazu bin ich zu ungeschickt.” und es sind in erster linie Kolleginen die jünger sind als ich und die interesse daran bekunden und es toll finden :grin: . Es ist wohl schade das z. B. in der Schule kein Handarbeiten mehr gelernt wird, man muss es ja nicht so verbissen aufziehen wie es vor 2o Jahren war, oder man könnte es als AG anbieten oder ähnliches, ich glaub das die Kids heute schon ganz gern wieder etwas hätten das nicht nur schnell schnell und dann weg ist.

      zitieren

  21. 29. Oktober 2008 am 18:44

    Hallo Ihr Lieben,

    ich denke, wenn jemand behauptet, er habe keine Geduld zum Stricken, meint derjenige, dass er keine Geduld dazu hätte, dies zu lernen, denn ich behaupte z.B., dass ich keine Geduld habe, Nähen, insbesondere das Nähen mit der Hand zu erlernen, weil es mir zu pfriemelig ist.

    Allerdings geb ich Tina recht: Wenn ich unbedingt etwas können möchte, bringe ich auch die nötige Geduld auf, dies zu lernen wie z.B. Klosterarbeiten, die bestimmt auch sehr pfriemelig sind…

    LG ~ Mandala :-)

      zitieren

  22. Birgit
    29. Oktober 2008 am 18:58

    Ich würde das einfach als höfliche Antwort verstehen. Stricken?- Das wäre mir viel zu fad! hört sich nun mal unhöflicher an als Stricken? – Dazu hätte ich keine Geduld…

    Ich würde gar nicht viel darüber grübeln… lieber weiterstricken.

    Wenn mich z.B. jemand fragt, warum ich keinen Fernseher habe, sage ich ja auch nicht: Weil mir das Programm zu blöd und langweilig ist. Ich sage halt dann: ach, dafür hätte ich gar keine Zeit… um doch eine Antwort zu geben, aber den Andern nicht zu verletzen.

      zitieren

  23. subito
    29. Oktober 2008 am 21:21

    Ist jemand der nicht strickt unser nicht würdig. Der eine macht dies , der andere das. Jeder nach seinem Gusto.

      zitieren

  24. Ruth
    30. Oktober 2008 am 23:49

    Ich finde schon, daß man zum Stricken durchaus Geduld braucht, sehe aber den Begriff nicht so negativ. Vielleicht wäre “Durchhaltevermögen” sowieso der bessere Ausdruck.
    Für mich gehört trotz der Freude am Stricken schon dazu, auch irgendwie Erfolge zu sehen und wenn die sehr schleppend sind, wird die Geduld ein wenig strapaziert.

    Wenn ich da so an meinen Ajourpulli denke, der scheinbar nicht wächst oder gar die Socken für meinen Freund (Größe 46, extra breit, 84 Maschen je Runde)…

    Oder die Jacke, für die ich im Grunde die Wolle da hätte und die ich wunderschön finde, aber ich trau mich nicht dran – SAFFRON. Ohne Blümchen verliert die leider total. Aber ich will hier keine Wunden aufreißen *hüstel*

    Liebe Grüße

    Ruth/Berophar

      zitieren

  25. 3. November 2008 am 01:42

    Der Beitrag ist einfach nur klasse. Ich habe eine Freundin, die ständig jammert, NICHTS für sich findet, was ihr gut tut und meinem neuen Hobby nur staunend gegenübersteht mit den Worten “stricken wäre für mich Strafarbeit”. Naja, selber Schuld und jedem das Seine. Ich selber lese normalerweise sehr viel, aber zur Zeit habe ich dafür keinen Nerv. Das hat Gründe, die nicht hier her gehören… Stricken ist Therapie, ist Freude, ist Befriedigung… Gut, ich hätte es selber nie gedacht. Aber ich bin froh, dass ich es für mich entdeckt habe:-)

    Liebe Grüße
    Ricarda

      zitieren

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

÷ eins = sieben

http://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif 
mehr...