Von der Kunst, einen passenden Pullover zu stricken – Teil 1

Wer hat es nicht schon erlebt? Man investiert viele kostbare Stunden und wertvolles Garn in einen Pullover oder eine Jacke, nur um nach dem Zusammennhen festzustellen, dass das verflixte Ding nicht passt. Zu eng, zu weit, zu kurz, zu lang, die Armkugeln sitzen irgendwo auf dem Bizeps, die Ärmel erfordern die Armlnge eines Orang-Utans usw.
Und Anfnger schrecken diese mglichen Passform-Katastrophen womglich so ab, da sie sich gar nicht erst an einen Pullover rantrauen.

Aber was muss man tun, damit ein Pullover oder eine Jacke wirklich gut passt, wie kriegt man das hin?
Ich habe in den letzten 24 Jahren bestimmt schon 150 Pullover und Jacken gestrickt und all’ diese Katastrophen am eigenen Leib erlebt. Aber ich habe auch daraus gelernt und es passiert mir mittlerweile nur noch sehr selten, da etwas nicht passt. Das, was ich gelernt habe, wrde ich gerne mit Euch teilen. Gleichzeitig werdet Ihr lernen, auch mit einem vllig anderen Garn und einer total abweichenden Maschenprobe nahezu jedes Modell nachzustricken.

Da das Ganze ein wenig umfangreicher werden wird, werde ich eine kleine Serie daraus machen. Zum Schlu wird es dann ein PDF zum Ausdrucken und Aufbewahren geben.
Wir beginnen mit dem Wichtigsten berhaupt: Eurem Krper. Wer seinen Krper und seine Mae nicht kennt, wird allenfalls durch Zufall etwas Passendes produzieren.
Eure erste Aufgabe ist es also zu messen. Am einfachsten geht das, wenn Ihr einen Pullover habt, der Euch so richtig gut passt. Idealerweise hat der auch noch Armkugeln. Ein gut sitzendes T-Shirt tut es aber genauso.

Wichtig sind die folgenden Mae – tragt sie in diese Tabelle ein:

 

meine Mae:

A. Lnge – von der Schulternaht bis zur unteren Kante

 

B. Breite – wenn Ihr was Tailliertes zum Messen nehmt, dann die breiteste Stelle messen

 

C. Schulterbreite – wer nichts Passendes mit Armkugeln hat, lsst entweder jemanden bei sich messen oder zieht ein altes T-Shirt an, malt eine Markierung genau da, wo die Schulterknochen enden und misst dann den Abstand zwischen den Markierungen. Hier ist exaktes Messen besonders wichtig, denn zu breite Schultern ergeben besch…eiden sitzende Armkugeln.

 

D. Armlnge Unterseite – wer was mit Armkugel hat, hat es leicht und misst von der Achselhhlennaht bis zum Ende des Ärmels. Wer nichts mit passenden Armkugeln hat, lsst den Arm locker hngen und misst von der Achselhhle bis zum Ansatz des Handgelenks. Achtung: Den Arm nicht strecken, sonst msst Ihr spter auch mit ausgestreckten Armen rumlaufen, damit die Ärmel passen :mrgreen: .

 

E. Armausschnitt – habt Ihr was gut Passendendes mit Armausschnitt, dann die Hhe messen. Wenn nicht, messt die Oberarmbreite eines gut passenden Ärmels (gut passend = locker anliegend, nicht einengend, aber auch nicht schlabberweit) an der breitesten Stelle.

 

Wer sein Gewicht irgendwann mal stark noch oben oder unten verndert, muss die Mae anpassen, C und D bleiben jedoch immer gleich.

Fr Interessierte meine Mae – ich habe Gre 42/44, bin 1,56m gro und wiege 75 kg 😳 :
A = 58 – 60 cm (gndig bauchbedeckend)
B =  53 – 54 cm
C =  39 – 40 cm
D = 44 – 45 cm
E = 21 cm

Das sind alle Daten, die Ihr fr ein gut sitzendes Oberteil braucht.
Morgen beschftigen wir uns dann mit dem Thema Maschenprobe.

34 comments for “Von der Kunst, einen passenden Pullover zu stricken – Teil 1

  1. 24. Mai 2009 at 19:25

    Eine geniale Idee, Tina, die ich mit groem Interesse verfolgen werde.
    Vielen Dank dafr.
    LG Julia

  2. 24. Mai 2009 at 19:29

    Klasse Tina!!!

  3. Ricki
    24. Mai 2009 at 19:39

    Herzlichen Dank liebe ‚Tina , dass Du Dir diese Arbeit antust und vielen Strickerinnen eine suuuuuuper und geniale Hilfe gibst!!!
    Spiiiitze !!!!!

  4. 24. Mai 2009 at 19:54

    Liebe Tina,

    riesengroen Dank

    von einer Anfngerin, die sich nicht an die Pullover traut!!!

    Herzlichst,
    Lore

  5. Miriam
    24. Mai 2009 at 19:55

    Wow, das ist mal eine super Idee! Ich bin schon total gespannt!

  6. 24. Mai 2009 at 20:01

    Toll, ich freue mich schon auf die folgenden Teile! So eine Step-by-Step-Anleitung kann ich glaube ich wirklich gut gebrauchen!
    Danke fr die gut verstndlichen Tipps und die viele Mhe!

    LG
    Martina

  7. 24. Mai 2009 at 20:25

    Und fr alle das wirklich Interessante daran – ich bin kaum grer als Tina (1,58 m) aber stricke etwas andere Mae. Tinas Pullover wrden mir niemals passen – trotz gleicher Krpergre:

    Ich habe Gre 40; ab und an 42, bin fast 10 kg leichter als Tina. Dafr bin ich Mama, mit den „bauchtechnischen“ Rollenfolgen (haben nicht alle) und einer „Sanduhrfigur“ gesegnet:

    A = bauchbedeckend brauche ich 64 cm
    B = 54 cm (wegen der Rolle, ich stricke sicher mehr Taille)
    C = 39 – 40 cm passt 😆
    D = 42 cm (Tinas Arme hingen mir Gott wei wo)
    E = 23 cm – 25 cm (ich mag weite Ärmel und meine Oberarme sind nicht schlank)

    Wrde also Tina mir einen Pulli stricken nach ihren Maen – se der absolut nicht. Zu kurz, zu wenig Taille (vermutlich), viel zu lange Ärmel, und fr mich zum Wohlfhlen auch zu enge Ärmel.

    Ich glaube daran sieht man auch, warum Mode von der Stange so oft nicht passt und wie wichtig es ist die eigene Gre genau zu kennen (und auch die Passformvorlieben)

    Lieber Gru

    Bine

  8. Uta
    24. Mai 2009 at 20:26

    Eine tolle Idee, ich habe meinen Krper nach einigen nicht optimal sitzenden Pullovern auch schon besser kennengelernt und mir erst vor kurzem auch solch ein Bild aufgemalt.
    Allerdings ist bei mir fr Pullover mit shaping noch Taille und Hfte gekennzeichnet, denn ich hatte die „Hftbeule“ immer halb in der Taille sitzen …

  9. Ina
    24. Mai 2009 at 20:41

    Liebe Tina,
    eine wundervolle Idee…
    Liebe Gre aus dem Norden
    Ina

  10. 24. Mai 2009 at 20:43

    … das ist ja genial !! 1.000 Dank, denn … damit wird es eines Tages vielleicht auch bei mir etwas mit Pulli o.. – meine Mae schreibe ich ffentlich aber lieber nicht – sonst httest du gleich 50 Leser weniger, die alle vor Schock vom Stuhl gefallen sind *lol*.

    Liebe Gre;
    Anja

  11. Monika21
    24. Mai 2009 at 20:44

    Hallo Tina,

    danke, dass Du Dir so viel Arbeit fr uns machst!
    Das ist eine tolle Idee.

    Dir eine gute Woche, viele Gre
    Monika

  12. 24. Mai 2009 at 20:45

    @ Bine: Jetzt wei ich auch, warum ich trotz Ungelenkigkeit und Bauchhindernis immer noch mit durchgestreckten Beinen die Fingerspitzen auf den Fussboden kriege: Ich habe Affenarme 😯

  13. Cecily
    24. Mai 2009 at 20:46

    Hurra!! Tichiro, das ist fantastisch. Bin schon sehr gespannt und freue mich auf weitere „Lektionen“!

  14. daniela
    24. Mai 2009 at 21:23

    merci, merci, merci!!! 😆 😆 😆 ❗ ❗

  15. 24. Mai 2009 at 21:49

    @ Tina: Das schaffe ich auch – meine Bauchrolle ist einklappbahr *ll*.

    Darf ich dann im September Äffchen flauschen?

    Grinsend grt

    das virtuelle Eheweib

  16. Stern
    24. Mai 2009 at 22:02

    Wow, danke… ich freu mich jetzt schon riesig auf die PDF-Datei!
    LG
    *

  17. 24. Mai 2009 at 23:14

    Uiii, Tina, da hast du aber ein heies Eisen angefasst. Danke, dass du es fr uns aus dem Ofen holst. Ich hab‘ mir schon so oft die Finger verbrannt. Die Idee, meine – immer zu schmalen – Schultern auf einem T-Shirt zu markieren, ist schon mal prima 🙂
    Merci, merci
    Angelika

  18. 24. Mai 2009 at 23:16

    liebe tina,

    vielen dank fr die viele mhe, die du dir mit deinen leserinnen immer machst!
    ich werde deine tips gespannt verfolgen – und mich nach ein paar weiteren kilo abnahme vielleicht auch an einen pulli wagen. bis dahin kann ich noch viel bei und von dir lernen!

    liebe grsse,
    regina.

  19. Tina
    24. Mai 2009 at 23:22

    Superklasse! Tausend Dank! 🙂

  20. 24. Mai 2009 at 23:28

    Tina! Das ist eine suuuuuper Idee!

    LG
    B.

  21. 24. Mai 2009 at 23:37

    Super Idee, Tina. Du bist Klasse!!! 🙂

    LG Heike

  22. Carina
    25. Mai 2009 at 07:58

    Vielen Dank!!! Tolle Idee…. bin voll begeistert! Bald trau ich mich bestimmt an einen Pulli!!! 🙂 😀 LG, Carina

  23. Netti
    25. Mai 2009 at 09:07

    Bei dir vorbeizuschauen lohnt sich einfach immer!!! Freu mich sehr auf die Lektionen! Dankeschn, Tina!

    Liebe Gre
    Netti

  24. 25. Mai 2009 at 10:13

    Wow, Tina, das ist ja eine geniale Idee! Ganz herzlichen Dank dafr und fr die Mhe, die Du Dir damit machst!
    Vielleicht schaffe ich es tatschlich auch mal, mich nher mit meinen immer mehr ausufernden Krperma(ss)en zu befassen. 😆
    Liebe Gre
    Monika

  25. 25. Mai 2009 at 10:47

    Liebe Tina,

    hier hast Du genau den nagel auf den Kopf getroffen. Sowas suche ich schon sehr lange, da ich immer wieder genannte Probs habe.

    Suuuper, ich danke Dir und hoffe innigst, dass ich nichts versume.

    Ganz liebe Gre aus Brlin, Angelika.

  26. Oskar
    25. Mai 2009 at 11:05

    Liebe Tina,
    also DAS ist ja wieder mal eine tolle Idee von Dir. So etwas braucht strickende Frau ja immer. Und oft fngt man ja erst an nach einem passenden Pulli zum Messsen zu suchen, wenn man gar nicht mehr weiter wei… Jedenfalls bei mir ist das so, ich srticke sooooo selten Pullis, dass ich immer von vorne beginne….seufz.
    Dankbare Gre
    Tini

  27. 25. Mai 2009 at 14:28

    DANKE!!!!!

    Tina,das ist genial von Dir.
    Ich werd mir die PDF ganz bestimmt ausdrucken!

    Liebe Gre,Anke

    P.S.: Ich such immer noch wie bekloppt nach dem Fehler beim TYC!!!

  28. claudia
    25. Mai 2009 at 14:36

    wann schreibst du endlich ein strickbuch liebe tina?? allein in deutschland gbe es unzhlige kufer (mich eingeschlossen)!!
    viele grsse
    claudia

  29. claudi40
    25. Mai 2009 at 14:37

    Hallo Tina,

    vielen Dank fr die Mhe, die du dir machst!!
    Diese Sammlung wir ja einen richtig wertvoll. Habe ja auch schon so manche Jacke und Pullover fr mich und meine Tchter gestrickt. Habe mir dann die Mae auch immer wieder zusammengeschustert (ich hasse Maschenproben und auch habe hchstens bisher 1 oder 2 gemacht).

    Liebe Gre
    Claudia

  30. Sandra
    25. Mai 2009 at 17:02

    Hallo Tina,

    nun muss ich mal ganz blde fragen – wo ist der Brustumfang und die Taillenweite, sowie Taillenhhe?

    Zu meiner Zeit, also so vor 10 Jahren hatten Frauen dies alles noch……

    Es sei denn es gilt das Modell „Litfass“, kann ich mir aber nicht vorstellen….

    entzckte Gre 😀

  31. 25. Mai 2009 at 20:11

    @ Sandra: Du hast natrlich recht, wenn man ein absolut mageschneidertes, komplett auf Figur geschneidertes Teilchen haben will, braucht man viel mehr Mae, vor allem, wenn man besonders kurvig ist. Da kann und will ich mit diesem Lehrgang nicht leisten. Ich will ja eigentlich nur zeigen, wie ich das mache, aber kein Lehrbuch ber Schneiderkunst schreiben (knnte ich auch gar nicht, davon habe ich viel zu wenig Ahnung).
    Fr einen normalen, gut sitzenden Pullover langen aber die o.g. Mae, ich mache meine Pullover z.B. nie an der Brust weiter als als der Hfte und das ist bei den meisten Anleitungen und auch gekauften Pullovern genauso, passen tun sie trotzdem. Und auf die Taillierung gehe ich spter noch ein.

  32. Sandra
    25. Mai 2009 at 21:50

    nicht mageschneidert, passend wrde ja reichen 😛

  33. 28. Mai 2009 at 08:55

    Hallo Tina,

    die Idee finde ich ja Klasse und ich kann mich Claudias Kommentar nur anschlieen 😆 ich wre auch ein Kufer Deines Strickbuches :mrgreen:
    lg simone

  34. soffi
    20. Februar 2014 at 14:00

    hallo! finde diesen Artikel auch Super. der Pullover auf einer Abbildung hat es mir echt angetan. es ist der schwarz weise mit kleinem
    Muster mit Blumen und einem leichten hochstehkragen. gibt es die Anleitung fr das Muster irgendwo? wrde mich riesig freuen! lieben Gru

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