Ich habe keine Ahnung, von wann dieses Blättchen ist, aber ich denke, es dürfte so Ende 30er, Anfang 40er Jahre sein:

(klick auf’s Bild bringt Euch zum PDF)
Fast alle Sachen sind mit 2,5 mm Nadeln gestrickt, selbst das Kostüm auf dem Titel!
Ich glaube die damaligen Strickerinnen hätten einen Lachanfall bekommen, wenn sie das Gejammer mancher heutiger Strickerin hören könnten, daß es mit 4er Nadeln ja sooooo lange dauere und ein ganzer Pullover, nee, also dazu hätte man ja gar keine Geduld
Und die damalige Hausfrau hat ihre Wäsche noch im Waschkessel gemacht, Teppiche wurden geklopft und nicht gesaugt, die Fußböden wurden gebohnert und im Winter mussten die Kohlen aus dem Keller geschleppt werden. Ich glaube wir wissen alle nicht, wie gut wir es im Zeitalter von elektrischen Haushaltsgeräten wirklich haben…
An dieser Jacke finde ich besonders die Verschlüsse klasse:

14 comments
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25. September 2010 at 18:40
Annette
Ach , wie schön. Das Modell mit den vier Knöpfen finde ich auch super:
LG Annette
25. September 2010 at 20:01
Projektmanagerin
Am besten finde ich ja den Titel “Elster”…

aber mal im Ernst, du hast recht: die Anleitungen sind wirklich sehr rudimentär. Aber damals hat man stricken eben noch richtig gelernt. Ich bin schon froh, dass es heute meist ausführlicher ist - zumindest, bis ich mehr Übung habe!
25. September 2010 at 20:18
barbara
Ach ja, und was noch schlimmer ist: die damalige Hausfrau hat übrigens auch genäht und gestrickt, um für sich und ihre Lieben etwas zum Anziehen zu haben. Es wurde geändert und gestopft und umgearbeitet. Mag gar nicht daran denken wie man mir Socken stopfen beigebracht hat….. gestopfte Socken habe ich gehaßt!
Was ist das heute schön, wenn man mit schöner, weicher Wolle Dinge strickt, die man nicht unbedingt braucht, die aber schön sind und weil Stricken eben Freude macht.
25. September 2010 at 20:23
Heike
Allerdings gab es auch nur wenig Fernsehen (oder überhaupt schon?) und kein Internet. Und bestimmt fast jeden Abend Strickabende mit der Nachbarin/Freundin, das schafft bestimmt.
Und mit so feinen Nadeln siehts auch immer so super gearbeitet aus.
Danke für das Heft
LG Heike
25. September 2010 at 20:28
ferula
Hallo Tina,
mich würde ja das oben links auf dem Titelblatt beworbene Sonderheft “Wäsche aus Elsterwolle” sehr interessieren. Möchte nämlich gerne eine Leggings aus feiner Wolle (sog. Rheumawolle) stricken. Eine aktuelle Anleitung finde ich nicht, so werde ich wohl selber tüfteln müssen.
Übrigens, diese alten Anleitungstexte lesen sich gut. Die sind ja richtig formuliert und nicht so kryptisch verkürzt. M. für Masche scheint ja die einzige Abkürzung zu sein!
Viele Grüße,
Ferula
25. September 2010 at 21:51
Bettina
dafuer haben diese sachen dann aber auch nicht nur eine saison gehalten! und ueberhaupt - ich stricke ziemlich viel mit 2.5 und finde nadel 4 schon knueppel
(allerdings muss ich zugeben, roecke stricke ich nie nicht….schuettel)
25. September 2010 at 23:06
Andrea
Ich bin mir sicher, dass das Heft aus den ganz frühen 30ern stammen muss, 32 würde ch tippen. Die Frisuren, der Herr, die Röcke - auch die Fotografien an sich und das Schriftbild sprechen dafür.
26. September 2010 at 00:18
Anna-Maria
Und-neben der ganzen Hausarbeit,die die Frauen damals per Hand und Muskeln verrichten mussten,stricken,nähen und stopfen für die ganze Familie,Kinder aufziehen und die Wäsche ohne Maschine waschen-sie mußten auch noch die Windeln der Kinder per Hand waschen….Meine Mutter hat immer erzählt,wie glücklich sie war,als sie die erste Waschmaschine bekam-nachdem sie schon 5 Kinder aus den Windeln hatte.Bei mir,Nummer 6,hatte sie dann eine Maschine.Vielleicht ist dieser Zustand,in dem sie sich damals befand,wirklich mit Glück oder glücklich sein zu beschreiben.
26. September 2010 at 09:06
Anna
Ich vermute mal, daß die Frau, die sich so ein Kostüm gestrickt hat, eine Haushälterin hatte.
Lieben Gruß, Anna
26. September 2010 at 10:39
Ruth/Berophar
Das ist ja lustig - genauso ein Kinderkleidchen wie die 730 hatte ich auch, aber nicht gestrickt, sondern genäht (von meiner Großmutter).
Vielleicht sollte ich mich mal für meine Nichten dranwagen, das zu stricken.
Und ich bin auch heute sehr froh und dankbar, eine Waschmaschine zu haben, das war lange Jahre nicht so und ich habe diese Jahre waschtechnisch in keiner guten Erinnerung.
Liebe Grüße
Ruth/Berophar
26. September 2010 at 11:53
Monika
Hi, super Heft!
Sind wieder nette Sachen drin!
Na ja, damals haben sich die Leute auch nur am Samstag “gebadet”, sonst gabs Katzenwäsche (zumindest da wo ich herkomme
).
)
Mit der Kleidung und dem Geschirr sind sie auch sorgsamer umgegangen, und wer Wassereimer schleppen muss überlegt sich vermutlich genau wieviel schmutzig gemacht wird…..
Nach einem harten Tag haben sich die Frauen dann sicher aufs Stricken gefreut. (Wenn die Wolle dünn ist, hast auch länger was davon
Lg
Monika
26. September 2010 at 12:18
Astrid
Hallo Tinia,
zum Textilwerk Grössnitz in Thüringen hab ich nichts mehr gefunden, außer dieser alten Musterkarte mit Garnproben
http://www.antikbuch24.de/buchdetails_8307338.html
Wie dort steht waren “Elster” und “Mariza” deren Geschützen Marken.
26. September 2010 at 15:15
MelD
Supertoll wieder
Ich hatte ca. 1970 einen Cape aus Welsh wool in braun/rost, sehr strukturiert gewoben, mit solchen Verschlüsse - hat meine englische Oma mir genäht… irgendwo ist ein Foto von mir mit Weihnachtsmann im Kaufhaus
Man darf beim Thema gestrickten Rock natürlich nicht vergessen, dass die Frauen immer mit Mieder und Unterrock so etwas getragen haben, so hat das Gestrickte nicht so ausbeulen können wie wir unsere Jerseysachen tragen! Und im Haus mit Schürze geschützt, wenn überhaupt zuhause getragen…
Vielleicht kommt die “richtige” Unterwäsche wieder, wenn Burlesque wieder modern ist (jaa!!)
27. September 2010 at 09:10
Angelika
Hallo Tina,
“Die modische Elster” ist von Heft 1.1929 bis ca. Heft 119.1939 erschienen, Dein Heft 103 sollte also ca. aus 1937 sein
Liebe Grüße
Angelika