Arbeitsmittel für den Strickunterricht

Kürzlich bei Ebay ersteigert:

Der Schuber hat leider den Transport nicht überlebt, da hat sich wohl ein dicker Postler draufgesetzt 😕
Alter? Keine Ahnung, ich schätze mal 30er bis 50er Jahre. Weißt jemand, wann die Firma Esslinger Wolle gegründet wurde? Denn auf den Karten werden „125 Jahre“ Erfahrung erwähnt, dann könnte man das Alter ja ausrechnen. Die Karten müssten rein rechnerisch Mitte der 50er rausgekommen sein (danke, Ruthy 😉 )

Der Inhalt ist jetzt nicht so rasend interessant, ein paar Muster, ein bisschen Technik (Ausschnitte, Kragen, Handschuhe, Socken):

Völlig neu ist mir allerdings diese Form der Armkugel:

Durch die asymmetrische Form soll sie besser sitzen – das muss ich doch mal bei einem meiner nächsten Projekte ausprobieren:

(Man beachte die Maschenprobe von 28 – 29 M auf 10 cm – damals gab’s wohl noch keine Lockerstricker 😉 )

Demzufolge müssen die Armausschnitte an Rücken- und Vorderteil auch unterschiedlich tief sein:

Ist Euch schon mal in einer Anleitung so eine asymmetrische Armkugel begegnet? Ich hab‘ das noch nie gesehen. Und Frage an diejenigen mit Schneiderkenntnissen: Wird das heutzutage immer noch so gemacht? Sitzt das wirklich besser (was ich mir durchaus vorstellen kann)?

30 comments for “Arbeitsmittel für den Strickunterricht

  1. 6. November 2010 at 20:10

    hm, ist das fuer schwarzenegger oberarme vielleicht? 😆

  2. 6. November 2010 at 20:27

    hi Tina

    jaaaaaaaaaaaaaaa diese Armkugel hat meine Mutter in den 50er Jahren immer gestrickt! – nein umgekehrt: meine Mutter hat die Armkugel so gestrickt.
    Man muss nur aufpassen mit rechts und links.
    An diese Mäppchen erinnere ich auch – weiß aber das Jahr auch nicht zuzuordnen.

    winkeeeeee
    Annette

  3. 6. November 2010 at 20:28

    So habe ich es von meiner Mutter gelernt. Sie setzt auch heutige Ärmelformen immer mit ein bis zwei Zentimetern Versatz (nach vorne) in die Armlöcher ein. Die Kleidung sitzen bequemer und die Ärmel spannen nicht so.
    LG esmee

  4. 6. November 2010 at 20:28

    Bei Strickanleitungen ist mir eine asymetrische Armkugel auch noch nicht begegnet. Aber beim Nähen wird es wirklich so gemacht. Außer vielleicht bei locker sitzenden Shirts.

  5. 6. November 2010 at 20:29

    Die Armkugel in der Schneiderei ist wirklich so ähnlich gerundet,
    …….(blablabla die Naht liegt auch bei Jacken zB nicht genau bei der Seitennaht sondern etwas weiter im Vorderteil. Allerdings hängt ein Jackenärmel auch nicht gerade runter, sondern der natürlichen Armhaltung angepasst etwas nach vorne, usw. usw….)

    Also, wenn du die Armkugel so strickst wie angegeben müssen auch die Armausschnitte entsprechend unterschiedlich sein, sonst wirds spannend 😯
    Lg
    Monika

  6. 6. November 2010 at 20:33

    Meine Mutter kennt auch nur diese Armkugel. Bei der Seite, die später mal vorn ist, werden anfangs – je nach Wolle – ca. 5 Maschen (mehr) abgenommen und hinten eben nicht. Ab dann wird aber auf beiden Seiten gleich abgenommen. Und – auch meine Mutter hat schon 2 gleiche Ärmel produziert und einen wieder auftrennen müssen. Sie ist immer noch der Meinung, dass „ihr Ärmel“ besser sitzt als die Ärmel heutzutage.

    L.G. Silke

  7. 6. November 2010 at 20:41

    Tina wir haben wohl den gleichen Postler 😆

    @ Silke: Grüße an Deine Mutter, sie hat 100 % recht!!

    Lg Monika

  8. Lizzy
    6. November 2010 at 21:12

    Hier steht was über das mehr als 160 Jahre alte Unternehmen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schoeller’sche_Kammgarnspinnerei

    Diese asymetrische Armkugel war mir bekannt, ebenso asymetrische Raglanschrägungen. Es ist irgendwie logisch, dass es vorn tiefer ausgeschnitten wird, denn man bewegt den Arm viel weiter nach vor als nach hinten – oder?

    Lieben Gruß
    Lizzy

  9. smarty
    6. November 2010 at 21:14

    Jaaa, richtig! Das wurde früher so gemacht! Ich habe mir im zarten Alter von ca. 11 Jahren auch mal einen Pullover gestrickt, da hat man mir das glaube ich damals auch so erklärt. Blöd fand ich das, weil aufpassen halt… 😉

    Zu Deiner Maschenprobe, Tina, und zu den „Lockerstrickern“:

    Ich kenne in meiner „älteren“ Bekannt- und Verwandtschaft viiiele Strickerinnen, die allesamt normal bis locker gestrickt haben. Ich hab früher immer gesagt bekommen: „Strick nicht so fest, das ist ja scheußlich!“ 🙄 Mal abgesehen davon, dass ich im Kindesalter oft genug diese Mahnung gehört habe, hat sich mittlerweile meine eigene Erfahrung genauso bestätigt… 😳
    (Sorry, liebe Tina, ich weiß, dass Du Brettstricken favorisierst, aber ich mag´s wirklich gar nicht… 😎 )
    Was ich aber damit eigentlich sagen wollte, dass wohl früher nicht unbedingt fest gestrickt wurde bei 28M auf 10cm, sondern dass das Garn oft bindfadenartig war. Ich kann mich an große Augen bei besagten Strick-Bekannten und -Verwandten erinnern, die ungläubig guckten, dass es 3er Nadeln zum Stricken gibt… 😕 Und im Prinzip haben sie ja recht, denn die ganzen schönen, schicken Vintage-Sachen, die man heute in den alten Heften wieder findet, KÖNNEN gar nicht auftragen, weil sie mit so ultrafeinem Garn gestrickt sind… Toll ist das!!! 😀

    Viele liebe Grüße, smarty

  10. smarty
    6. November 2010 at 21:16

    PS: Ich war 11 Mitte der 80er 😉 ! Aber ich hatte viiiele liebe Strickerinnen aus der Generation ab Geburtsjahr 1920-1950 um mich… 😎 Zum Glück!!!

  11. Lizzy
    6. November 2010 at 21:35

    Nachtrag – hier geht es zu Esslinger Wolle:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Merkel

    Liebe Grüße
    Lizzy

  12. 6. November 2010 at 21:39

    Auf der Seite 15, unter dem Bild derr Armkugel steht: gegründet 1830 😉
    Diese Art kenn ich persönlich nicht, kann mir aber schon vorstellen, daß sie Sinn macht. Ich sitz grade am Tisch und hab die Arme aufgestützt. Dabei sind meine Schultern leicht nach vorne gedreht. Könnte also durchaus sein, daß diese Paßform besser ist.

    Liebe Grüße, Ruth

  13. 6. November 2010 at 21:43

    *pruuuust* Meine Güte, bin ich blind 😳 😆

  14. Aud
    6. November 2010 at 22:01

    Diese Form ist bei Schnittmustern oft/meistens zu finden. Man hat damit hinten mehr Bewegungsfreiheit – die auch nötig ist – vorne brauchst Du ja nicht so viel Material (wenn Du Deine Arme vor und zurück bewegst, wird das schnell klar). Bei festeren Stoffen fällt das auch mehr ins Gewicht.

    Grüße aus Colonia
    Aud

  15. Martina
    6. November 2010 at 22:07

    Hallo Tina!

    Meine Mutter war Anfang der 60er Jahre im Schuldienst (ca. 1962-66) und hatte diese Karten für Ihren Unterricht. Ich habe daraus schon ein Muster für einen Sockenschaft gestrickt, die Muster sind zwar alt aber sehr gut beschrieben. Weil meine Mutter nicht mehr so viel stricken mag hat sie die Karten an mich weitergereicht – ich Glückspilz 🙂

    Ich hoffe das ist für Dich hilfreich, ein genaues Erscheinungsjahr weiß meine Mutter auch nicht.

    LG

    Martina

  16. Karin
    6. November 2010 at 22:13

    Bei den traditionellen bayr. Strickjankern macht man das auch heute teils noch so mit der Armkugel.
    Ich kenn das vom Schneidern, der Ärmel sitzt so jedenfalls viel besser 🙂

    Karin

  17. 7. November 2010 at 02:16

    Jap, beim Schneidern haben die Armlöcher vorne und hinten verschiedene Formen und die Armkugel ist auch asymmetrisch. 😀
    Für körpernah sitzende Teile ist das ein Muss. Und wenn man Arm und Schulterpartie mal genau anguggt ist es auch logisch. 😉

    Allerdings haben auch in der Schneiderei Vereinfachungen in die Schnitttechnik Einzug gehalten, weshalb es heute auch viele Schnittmuster gibt die diese Punkte nicht berücksichtigen. Was eigentlich schade ist, denn der gute Sitz steht und fällt mit der Schulternaht und dem Sitz der Ärmel.

  18. Ilka
    7. November 2010 at 09:00

    Jedes genähte Oberteil hat vorn und hinten andere Armausschnitte und diese asymmetrische Armkugel. Die steilere Seite der Armkugel ist zum Vorderteil gerichtet.

    Bei Schnittkonstruktion nach Müller&Sohn z.B. kommen genau so aussehende Teile raus.

    Die Paßform ist besser als bei den heute üblichen Strickanleitungen. Da verläßt man sich mehr auf die Elastizität der Strickstücke, als für einen exakten Grundschnitt zu sorgen.

  19. Katharina
    7. November 2010 at 10:19

    Hallo Tina,

    wenn die Abnahmen bei Vorder- und Rückenteil unterschiedlich sind (15/12 M), dann beeinflusst das zwangsläufig die Schulterbreite. Wie sehen denn in den Esslinger Karten die Schulterabnahmen aus? Werden dort die 3 Maschen elegant versteckt, die das Rückenteil rechts und links breiter ist als das Vorderteil?

    LG
    Katharina

  20. Sabine Geigenmueller Strickende Geige
    7. November 2010 at 10:57

    Hallo Tina!
    Diese Armkugel und der dazu passende Armausschnitt kenn ich von meiner Mutti. Und ich stricke ihn HEUTE noch oft!!!
    Die Paßform ist vorallem bei dicker Wolle viel besser. Und die eventuell fehlenden Maschen kann man in der Höhe einfach wieder nach und nach aufnehmen.
    Beim Einnähen der Ärmel muß Frau aber höllisch aufpassen, um re bzw. li Ärmel nicht zu verwechseln.
    LG
    Sabine

  21. 7. November 2010 at 11:22

    Ha! Das ist der Grund, warum ich früher Armkugeln gehasst habe! Genauso, wie mein Unterfaden immer viel zu lang war und ich grundsätzlich nach dem Anschlag erstmal damit weitergestrickt habe, habe ich immer die Ärmel falschrum eingenäht. Ich war gottfroh, als die graden Teile modern wurden und ich einfach nur vier grade Teile stricken musste, ohne mir Gedanken zu machen, welcher von diesen Ärmeln nun der linke und welcher der rechte ist. Wir sollten immer ein Fädchen an den linken – ähm, oder rechten? – Ärmel machen und ich hab dann vergessen, in welchem Ärmel mein Fädchen hing.

    Ãœbrigens war es in einigen Gegenden auch gang und gäbe, hinten nicht nur die Schulterschrägen zu formen, sondern auch noch den Hals höher zu machen. Also am Ende der Schulterschrägen hat man nicht abgekettet, sondern im Hals direkt noch eine Schräge von je nach Garnstärke sechs bis acht Reihen eingebaut. Bei den Einzelteilen sahs doof aus, aber das hat den Hals hinten fein gewärmt und saß irgendwie ziemlich gut.

  22. Michaela
    7. November 2010 at 14:17

    HAllo Tine,
    auch in Tschechien wurde so gestrickt,meine Mutter strickt bis heute das Rückenteil etwas kleiner und die Armausschnitte sind auch unterschiedlich.Was mir total schleierhaft ist-sie strickt jedesmal ohne Anleitung,egal um welches Garn und Nadelstärke es sich handelt.Und es passt immer…
    Liebe Grüße
    Michaela

  23. 7. November 2010 at 19:35

    Hi Tina …
    von Armkugeln habe ich jetzt nicht wirklich Ahnung, aber klasse, was man alles bei Ebay so ersteigern kann :)!

    LG; Anja

  24. 7. November 2010 at 23:21

    Nur noch mal zu den 28 Maschen auf 10 cm: Ich stricke auch eher locker (ich mag es, wenn Gestrick weich fällt), aber genau diese Maschenmenge ist für mich Standard – die meisten 30er und 40er Anleitungen arbeiten mit „7 stitches = 1 inch“. Das bedeutet für mich dann Wolle mit 175 m Lauflänge und Nadelstärke 2,5 😀

  25. Katie
    8. November 2010 at 14:47

    Hallo zusammen,

    in Russland wird der Armkugel auch mit dieser Form gestrickt. Ich hab allerdings noch nie so gestrickt, werde aber beim nächsten Jäckchen (ich mag es lieber körpernah) ausprobieren.

  26. Silke
    14. Juli 2011 at 12:31

    Hat vielleicht schon jemand eine moderne (noch verfügbare) Anleitung für einen Pullover mit dieser Armkugel gefunden? Würde mich brennend interessieren. Das gleiche gilt für asymmetrische Raglanschnitte. Mich faszinieren nämlich gerade die eher körpernahen Modelle. „Negative ease“ wird mein Thema des Jahres.

  27. 30. August 2011 at 13:10

    Ein interessantes Thema. Ich hab mal meine ganzen alten Strickanleitungen durchgeschaut, ich habe u.a. fast alle „Die Schachenmayrin“-Hefte aus den 30ern und 40ern. In diesen Heften ist immer eine verkleinerte Schnittzeichnung der Modelle dabei, aber ich habe kein einziges Modell mit asymmetrischem Ärmel gefunden. Soooo üblich scheint es dann auch wieder nicht gewesen zu sein.
    Ich kenne das bisher nur vom Nähen und es ist in der Tat so, dass man im hinteren Armkugelbereich etwas mehr Weite vertragen kann, je nachdem wie figurnah ein Teil geschnitten ist, wird ja oft sogar ein mehrteiliger Ärmel genäht, der auch an den Ellenbogen noch Mehrweite eingearbeitet hat.
    Wenn ich mir das Bild von oben genau anschaue, ist die eigentliche Rundung der Armkugel nicht assymmetrisch, nur das Abketten am Beginn wird nur an einer Seite gemacht. Die dazugehörigen Ausschnitte an Vorder- und Rückenteil sind symmetrisch, so wie ich die Beschreibung verstehe. Jetzt wäre nur die Frage ob die Ärmelnaht auf die Seitennaht treffen soll, dann wäre die Armkugel wirklich asymmetrisch und der längere Teil sollte dann am Rücken sein. Wenn die Ärmel- und Seitennaht nicht zusammenkommen, ist es eine symmetrische Armkugel.
    Steht in dem Heft drin, wie der Pulli zusammengenäht wird, Tina?

  28. 30. August 2011 at 13:12

    Ah ok. Erst lesen, dann schwätzen. Der Ärmel IST asymmetrisch gedacht, steht ja da. 😳

  29. Fragolinchen
    11. April 2012 at 07:53

    Zwecks Frage zu einer „modernen“ Anleitung mit dieser asymmetrischen Armkugel – ich stricke momentan an einer Jacke. Die Anleitung stammt aus ravelry.

  30. gundi
    5. Juli 2012 at 21:42

    Ob das noch jemand liest?
    Auf jeden Fall habe ich die Jacke VANILLA von Helga Isager gestrickt. Die hat so einen asymmetrischen Ärmel, auch noch eine andere Jacke von ihr, und auch der Pulli Snonning von Anette Danielsen. Deshalb dachte ich schon, der Ärmel sei aus Skandinavien……
    Von der Passforn bin ich sehr angetan, deshalb habe ich nach dieser Ärmelforn gegoogelt und bin hier gelandet.

    Steht da etwas, dass Vorder- Und Rückenteil unterschiedlich breit sein sollen?
    gundi

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