Designerportrait: Beate Zäch

Wenn man zu Beate sagt “Du spinnst!”, dann ist sie nicht einmal beleidigt, denn das ist die simple Feststellung einer Tatsache :wink: Außerdem färbt, näht, filzt und malt sie – letzteres am liebsten ganz groß. Aber vor allem ist die 51-jährige Widderfrau Strickerin, meist mit der Hand, gelegentlich auch mit der Maschine, am liebsten mit Nadelstärken zwischen 2 und 4 mm. Da sie gerne glatt rechts strickt, was ihr aber in einer Farbe zu langweilig ist, bevorzugt sie Jacquardmuster, neudeutsch auch (häufig fälschlicherweise) Fair Isle genannt.

Beate schreibt:
“Bei Jacquardpullis stricke ich oft alles in Runden am Stück und schneide mir den Pullipanneaux dann hinterher zurecht. Nur bei extrem teurem Garn mache ich mir die Mühe, für die Armausschnitte oder Halsausschnitte eine Form mit Steeks zu stricken. Bei halbwegs vertretbarem Garnpreis stricke ich geradeaus hoch, lege Hals- und Armausschnitte mit einer Nähmaschinennaht fest und schneide weg, was überflüssig ist. Deshalb eignen sich meine Pullientwürfe auch meistens nicht dafür, eine Anleitung dafür zu schreiben und deshalb gibt es momentan nur Sockenanleitungen. Eine Pullianleitung wird es allerdings geben – ich arbeite gerade an einem Rosenpulli. (Anmerkung der Redaktion: Boah, wird der schön!) Da habe ich zu wenig Garn eingekauft, um viel wegschneiden zu können.”

Hier eins von Beates populärsten Designs – die Lizard Socks, zu deutsch Eidechsensocken. Die Anleitung kann man bei Ravelry kaufen:

Und wer Warmblüter lieber mag, kann die Katzensocken nacharbeiten:

Oder lieber was Grafisches?

Nein, das ist nicht gekauft :wink: Sowas macht Beate auf der Strickmaschine:

Über ihren Werdegang erzählt die Designerin:
“Als Kind eines Handwerkerehepaars (Mutter Näherin, Vater Schreiner) habe ich schon im Kindesalter begonnen, aus Holz oder Stoff irgendwelche Werkstücke zu fertigen. In der Schule hat mir allerdings der Handarbeitsunterricht und der Kunstunterricht überhaupt keinen Spaß gemacht. Es war alles so streng vorgezeigt und eigene Kreativität wurde nicht zugelassen. So habe ich erst lange nach der Schulzeit wieder zur kreativen Tätigkeit gefunden.
Das erste Feld in dem ich mich austobte, war die Keramik. So ging ich jahrelang in eine freie Töpfergruppe.Neben der Keramik hatte ich die Seidenmalerei angefangen. Für die Seidenmalerei wollte ich gerne eigene Zeichnungen haben und kam so zur Malerei. Ich male immer noch ab und zu, aber eine Halswirbelarthrose vergällt mir das Malen von großen Bildern. Meine Bilder findet man hier.
2006 habe ich dann wieder angefangen, mich mit Wolle zu beschäftigen. Zuerst nach Strickanleitungen. Aber immer öfter auch nach eigenen Ideen. Mein Sohn meinte: ‘Das dauert ja eeeeewig, so einen Pulli zu stricken. Ist das wenigstens billiger als ein fertig gekaufter?’ Hmh… da muss ich zugeben: Nein, das ist teurer als ein fertig gekaufter. Ich habe eine Vorliebe für gute Garne”.

Ist das nicht knuffig? Es heißt einfach Mäh:

Beate, diese Bilder musste ich mir einfach noch bei Ravelry klauen – ich finde die sooo cool :grin: :

Hier nochmal alle Kontaktlinks auf einen Blick: Beates Website, Ravelry-Profil und Dawanda-Shop.

12 comments for “Designerportrait: Beate Zäch

  1. Bea
    8. Juli 2011 am 19:40

    Hallo Tina,

    danke für die tolle Vorstellung.

    Das Modellmotorrad ist eine Verkleinerung der Maschine, die immer mein Traum war, zu der es aber nie gekommen ist. Und jetzt habe ich den Motorradtraum an den Nagel gehängt – ich wüsste nicht, wann ich Zeit hätte, Runden zu drehen :-)

    Öhm – wo ist nach dem Umzug bloß meine Virago abgeblieben?

    Grüßle, die Bea

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  2. Nicola
    8. Juli 2011 am 22:10

    Tolle Modelle,

    besonders der Rosenpulli und die Jacke Kombi Häkeln/Stricken gefallen mir sehr gut.

    Danke für die Vorstellung, Nicola

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  3. 8. Juli 2011 am 23:21

    Das ist Kunst mit den Stricknadeln! Ganz toll, gefällt mir ausserordentlich gut, malen mit den Maschen. :grin: Meine Hochachtung!

    Begeisterte Grüsse
    Alpenrose

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  4. rita
    9. Juli 2011 am 09:12

    JA DAS IST “Nadelkunst”. Nur mit so vielen Knäul zu stricken, ist nicht meine Sache. Das hab ich jetzt beim “Elefantenpulli”gemerkt. Bin schon beim Halsausschnitt.
    Gruß Rita

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  5. 9. Juli 2011 am 09:19

    tolle Kunstwerke und der Rosenpulli würde mir auch gefallen und die Eidechsensocken und….hach einfach super was Beate nadelt :)

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  6. 9. Juli 2011 am 16:20

    Ömmm. Sach doch mal schnell, wo liegt denn genau der Unterschied
    zwischen
    Jacquardmuster und Fair-Isle?
    All diese mehrfarbigen Techniken werden häufig synonym benamst… und dann auch noch teils mit englischen Begriffen (stranded, intarsia, mosaic)

    Fair-Isle sind doch ganz bestimmte Muster, stets nur zwei Farben pro Reihe, aber insgesamt bis zu 8 oder 10 verschiedene Farbtöne in geometrischen Mustern?
    Norweger hingegen nur 2 Farben (plus evtl. 1 Kontratfarbe), mit ebenfalls typischen Mustern (Sterne, Eiszapfen, “lice”)?

    Was macht Jacquard genau aus?
    Danke für die Aufklärung!

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  7. Liane
    9. Juli 2011 am 17:32

    that is the cutest sheep I have seen…..I want one…..

    ;)

    Liane

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  8. 9. Juli 2011 am 19:12

    Zu den Begriffsdefinitionen habe ich vor langer Zeit schon mal was geschrieben:
    http://tichiro.net/?p=617

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  9. 9. Juli 2011 am 23:45

    Großartig- wie immer: schnelle, kompetente und freundliche Antwort! Hurra, und wieder was gelernt… :-)
    Danke! -

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  10. 10. Juli 2011 am 22:23

    Die Muster mit den Blumen kenne ich sogar, ich war mal kurz davor das auch zu stricken :) Auch die anderen Sachen sehen sehr schön aus :)

    LG

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  11. Bea
    12. Juli 2011 am 20:04

    Ich möchte mich recht herzlich bei Tina für die Vorstellung und bei euch alle für die lieben Kommentare bedanken :-)

    Grüßle, die Bea

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  12. andrea
    4. März 2013 am 15:51

    die eidechsensocken sind ja der absolute knaller. könntest du mir sagen, ob die beschreibung auf deutsch ist??
    vielen dank und grüße aus berlin

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