Wenn der „Schwanz“ nicht lang genug ist…

…nein, nein, keine Angst, dieser Beitrag ist absolut jugendfrei und hat rein gar nichts mit dem Thema vieler Spam-Mails zu tun :mrgreen: (wird aber vermutlich dem einen oder anderen über Google hierher Gelangenden ein herbe Enttäuschung bereiten *kicher*)

Es geht um den Kreuzanschlag, im Englischen Long Tail Cast On, also „Anschlag mit langem Schwanz“. Wer hat das noch nicht erlebt? Man schlägt 4780 Maschen an, nur um zum Schluß festzustellen, daß der „Schwanz“ für die letzten 5 Maschen unmöglich reichen wird. Nun kann man die Maschen genervt wieder aufmachen und neu anschlagen oder pfuschen und die fehlenden Maschen aufstricken. Wie das geht zeigt uns Alpi hier (das ist übrigens auch eine prima Lösung, wenn man am Ende der ersten Reihe feststellt, daß man sich verzählt und nur 4777 Maschen angeschlagen hat).

Man kann aber auch von vornherein vorbeugen und den Kreuzanschlag einfach mit zwei Knäueln (beim Kreuzanschlag mit doppeltem Faden dann mit drei Knäueln) arbeiten. Hat man nur ein Knäuel, nimmt man den Faden einmal von außen und einmal von innen. Problem gelöst und gleichzeitig kein Garn verschwendet, weil man den „Schwanzfaden“ womöglich viel zu lang gemacht hat. Einziger Nachteil: Man hat zwei Fäden mehr zu vernähen, aber damit kann man gut leben, finde ich.

Diese Lösung kann man sogar noch zum Designelement umfunktionieren, indem man zwei oder gar drei verschiedenfarbige Fäden verwendet. Hier habe ich z.B. einen Kreuzanschlag mit doppeltem Faden gearbeitet, für den Doppelfaden (Daumen) habe ich wollweiß, für den einfachen Faden (Zeigefinger) grau verwendet – die Maschen, die nach dem Anschlagen auf der Nadel liegen, sind dann alle grau:

16 comments for “Wenn der „Schwanz“ nicht lang genug ist…

  1. 24. Oktober 2011 at 17:30

    Die Idee mit dem Aufstrick-Pfusch gefällt mir besser, da ich Fädenvernähen hasse. Bei meinem letzten Anschlag bin ich gerade so hingekommen, muss aber später einen Mini-„Schwanz“ von ca. 5 cm vernähen (wenn das mal gutgeht.)
    Jetzt bin ich schlauer! Dankeschön! 😀

    LG Andrea

  2. Mona
    24. Oktober 2011 at 18:10

    Hallo Tina,
    danke für den Tip.
    Mir ist es auch schon mal passiert, das meine Schwanz :mrgreen: nicht lang genug war und ich genervt neu anschlagen musste.
    Beim nächsten Projekt werde ich Deine Methode auf jeden Fall ausprobieren.
    OT: Wann schreibst Du eigentlich mal ein Buch mit Tips und Tricks, ich glaube das wird ein Bestseller.
    Liebe Grüße
    Mona

  3. Susel
    24. Oktober 2011 at 18:56

    Ein toller Tipp, danke!!!!! Schon oft passiert und hoffentlich nicht wieder!

  4. Ruth/Berophar
    24. Oktober 2011 at 19:03

    Da mir das allzuoft passiert ist, häkele ich die Maschen jetzt einfach auf – klappt wunderbar und ich kann außerdem schon vorher überlegen, wie lang der Faden sein soll, der dann überbleibt. Den benutze ich nämlich bei Oberteilen immer zum Zusammennähen von Vorder- und Rückenteil, dann spart man sich sogar das Vernähen. 😉

    Liebe Grüße
    Ruth/Berophar

  5. 24. Oktober 2011 at 19:16

    hehe, und ich wuerde gern das gestrick sehen, fuer das du mal 4780 (oder auch nur 4777) maschen angeschlagen hast :mrgreen: ich weiss ja, dass du lieber mit duennen garnen strickst – aber ich glaube, selbst bei einer bettdecke kingsize kaeme man mit weniger hin 😉
    wenn mir sowas passiert (aber eher selten, ich habe meist einen „viel zu langen schwanz“ uebrig – sicher ist sicher), schlag ich die letzten einfach nochmal mit einem neuen faden an, muss dann aber natuerlich extra faeden vernaehen, und dazu noch sehr ordentlich, wenn es ein aussen sichtbares buendchen ist, wie ja meist beim anschlag…. da man aber bei vielen garnen mit dem anschlagsfaden vernaehen kann – nutz ich ihn dann halt dazu. mer wolle ja au nix verschwende….

  6. 24. Oktober 2011 at 19:32

    Ja, ist mir auch schon öfter passiert. Aber ich habe letzt gelesen, dass man das auch umgehen kann, indem man vorher die Anzahl der Maschen, die man aufnehmen will, einfach als einen Umschlag um die Nadel(n) wickelt. Dann alles abnehmen und an der Stelle anfangen mit Aufnehmen.
    Es bleibt nur der Rest, den man vorher selbst bestimmt – hat bisher immer gut geklappt!

  7. 24. Oktober 2011 at 20:21

    Vor einigen Jahren habe ich mal in einem Strickbuch gelesen, daß man bei Nadelstärke 3-4 für jede Masche ca. 2 cm Faden braucht.
    Muß ich 100 Maschen anschlagen, nehme ich den „Schwanz“ länger als 200 cm.
    Das klappt bei mir immer.

  8. nadelpoesie
    24. Oktober 2011 at 21:04

    Dieses Thema hatte ich neulich auch in meinem Blog :mrgreen:

    Ich nehme für den doppelten Kreuzanschlag auch immer 2 Knäuel, alles andere ist mir zu umständlich. Lieber vernähe 2 Fäden mehr, das ist zeitsparender als neu anzuschlagen. Falls ich dann doch mal mit abgemessenem Faden anschlagen muss, nehme ich meist die 3-fache Länge des Anschlags. Den Schwanz kann ich dann eventuell zum Zusammennähen nehmen. Wenn ich kein Maßband zur Hand habe, nehme ich die Spannweite meiner Arme (entspricht ja bei jedem in etwa der Körperhöhe) zu Hilfe. 😀

    Auf die Design-Idee bin ich noch nicht gekommen, werde ich mir auf jeden Fall merken 😆

  9. Marion
    24. Oktober 2011 at 23:13

    Der Schwanz heißt bei mir Schnübbelchen!

    Und ich lasse ihn immer ganz lang, weil ich mit dem Schnübelchen gleich die zukünftig angrenzende Seitennaht schließe. (Die kluge Frau plant voraus, auch die Schnübbelchen-Verwendung).

    Als bekennende Gerne-Bunt-Strickerin finde ich jetzt Deinen zweifarbigen Anschlag interesant und überlege direkt, wo ich diesen nutzen kann….

    Schlaft schön

    Marion (Nadamavie)

  10. gerlinde
    25. Oktober 2011 at 01:18

    Halte das auch eher wie Marion; es sei denn bei absoluter Materialknappheit, wo ich dann die innen-aussen Methode anwende und das Zusammennaehen so unsichtbar wie moeglich dann evtll. mit einem ganz anderen Garn gemacht wird.
    Vorsicht dabei: unterschiedliche, aehem ‚Arbeitskraefte‘ beim Waschen!

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    PS.: haekeln (vor allem Borten) ist ja fast noch schlimmer; ich arbeite da grundsaetzlich mit 1 eigenem ‚Start-Knaeuel‘ welches nach belieben ‚verlaengert‘ wird.

  11. Elvira
    25. Oktober 2011 at 07:28

    Das Problem mit einem zu kurzen Schwanz :mrgreen: :mrgreen: kenne ich nur zu gut. Das hat mir regelmäßig die Vorfreude beim Anschlagen eines neuen Projektes verdorben.
    Irgendwann bin ich dann zufällig auf das Aufstricken gestoßen und dabei geblieben. Und ich finde das viel, viel besser 😛 ! Damit kann man auch ohne weiteres noch Maschen dazuschummeln.
    Den Kreuzanschlag verwende ich nur mehr ganz, ganz selten.

    LG, Elvira

  12. Kay (hansifritz)
    25. Oktober 2011 at 09:10

    Da sieht man es wieder…die Schwanzlänge allein ist nicht entscheidend…die Technik spielt auch eine grosse Rolle … 😉

    Ich finde „aufstricken“ ist auch eine gute Alternative…

  13. 25. Oktober 2011 at 09:43

    Ich zieh auch schon mal haeufiger auf, weil der Schwanz nicht ausgereicht hat 😥 Aber das es meist nicht fast 5000 Maschen sind, sondern nur maximal 100 – 200, geht es noch (und gehoert fuer mich zum Anfang einfach dazu). Das Aufstricken sieht interessant aus – mal ausprobieren.

  14. Mona NicLeoid
    25. Oktober 2011 at 20:53

    So mache ich das auch meistens. Bis ca. 50 Maschen kann ich den „Schwanz“ ganz gut schätzen, aber alles, was darüber hinaus geht, mache ich mit zwei Fäden.

  15. 27. Oktober 2011 at 16:26

    Wirklich spannend, diese Diskussion! 🙂

    Ich habe auch schon einfach den Faden noch einmal neu eingelegt. Dumm nur, dass man dann zwei „Schwänze“ – um im Bild zu bleiben – mehr vernähen muss.

    Aufstricken geht natürlich auch, aber der Anschlag sieht dann etwas anders aus.

    Für filzendes Garn kann man auch die Enden aneinanderfilzen. Oder man verwendet die russische Methode: http://anleitungen.bestrickendes.de/index.php?page=shop.product_details&category_id=37&flypage=shop.flypage&product_id=297&option=com_virtuemart&Itemid=126
    Die ist wiederum bei doppeltem Faden etwas dick. Daher spleisse ich in dem Fall die Wollfäden auf und schneide einige Einzelfäden ab.

  16. 1. November 2011 at 09:24

    was ist eigentlich aus dem strickprojekt geworden? gefällt mir nämlich sehr gut.

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