Die verflixte letzte Masche

Das Problem kennt fast jeder, denke ich:

Beim Abketten ist die letzten Masche immer ein bisschen zu lang gezogen und sieht unschön aus, wenn die Abkettkante z.B. bei Blenden offen bleibt und nicht in einer Naht verschwindet.

In Stricken: Das Standardwerk erklärt Steffi zwei verschiedene Möglichkeiten, um diese langgezogene Masche zu vermeiden:

1. Die letzte M der Abkettreihe abheben. Mit der linken Nadel von hinten nach vorne in die Randmasche unter der letzten M einstechen und diese Randmasche auf die linke Nadel heben. Die abgehobene M der Abkettreihe wieder zurück auf die linke Nadel geben und diese beiden Maschen gemeinsam abketten. Das Ergebnis sieht recht ordentlich aus.

2. Abketten, bis noch 2 M übrig sind. Die letzte M der Reihe re stricken und die beiden verbleibenden M wieder zurück auf die linke Nadel nehmen.Nun in die ungekehrte Richtung abketten, d.h. die letzte M über die vorletzte M ziehen. Faden durchziehen, abschneiden.
Diese Lösung finde ich allerdings vom Ergebnis her nicht so hübsch. Wer das Buch hat, kann sich ja mal das Bild auf S. 60 angucken, aus urheberrechtlichen Gründen kann ich das hier leider nicht zeigen.

Ich löse das Problem dagegen ganz einfach beim Vernähen des Fadens.

Dazu drehe ich das Strickstück so, daß ich die Rückseite vor mir habe. Unterhalb der letzten Masche befindet sich so ein Knübbelchen – zumindest beim Nahtrand und beim Knötchenrand, wie das bei angehobenen Randmaschen aussieht, weiß ich nicht, die stricke ich nie, weil ich sie unschön finde.

Durch den Linksmaschenbogen neben diesem Knübbelchen steche ich von oben nach unten ein:

Und ziehe den Faden gerade so fest an, daß sich eine ordentliche Ecke ergibt:

Faden vernähen, fertig:

Gerade bei Blenden sieht das sehr ordentlich aus, finde ich:

14 comments for “Die verflixte letzte Masche

  1. Daniela
    13. September 2013 at 15:06

    Ich bin ja ein Faulpelz, ein bekennender … Seit Jahren mache ich es mir ganz einfach, indem ich die beiden letzten Maschen zusammenstricke und die daraus verbleibende Masche ganz normal mit abkette.

    Sollte ich das aus irgendeinem Grunde mal nicht so machen (können), vernähe ich den Faden auch so etwas geschickt wie du…

  2. 13. September 2013 at 15:49

    Ich mache es auch so wie du – ich vergesse nämlich immer die anderen Möglichkeiten…

  3. Juliane
    13. September 2013 at 15:52

    Hallo Tina,
    genauso mach ich es auch!
    Was ist denn das für schöne rote Wolle auf Deinem letzten Foto? Eine Traumfarbe!
    Liebe Grüße, Juliane

  4. 13. September 2013 at 16:15

    Das ist die Lord von Lana Grossa – wird leider schon seit Jahren nicht mehr hergestellt 😥

  5. Babsi
    13. September 2013 at 16:21

    Hallo Tina, das ist ein bisschen so wie das Problem mit der langen Masche beim Verzopfen. Hast du auch dafür einen Tipp parat? Hier wurde es diskutiert, eine wirkliche Lösung gab es aber nicht:

    http://roger-und-andere-tiger.blog.de/2012/09/29/unperfektionistisch-14912739/#comments

    Vielleicht kannst du mal in deinen unendlich erscheinenden Fundus der Strickkniffeleien schauen und eine Lösung herauszaubern?
    Liebe Grüße
    Babsi

  6. 13. September 2013 at 16:25

    Ja ich schließe mich den anderen an, ich mach es auch so. Wußte bis jetzt nicht das es da auch Techniken gibt um das zu vermeiden. Wieder was gelernt. Danke!
    Liebe Grüße Simone

  7. 13. September 2013 at 16:26

    Liebe Tina,
    ich habe auch einen Trick für den Kettenrand/Hebemaschenrad, den ich ja meistens verwende. Ich versuche mal in den nächsten Tagen, eine kleine „Fotostrecke“ zu machen (hört sich professionelle an, als es sein wird, höhö …) und schicke sie Dir dann zu. Vielleicht kann es anderen helfen.
    Liebe Grüße
    Martine

  8. 13. September 2013 at 17:46

    Wie immer sind Deine Ideen simpel und doch genial. 🙂
    Bei mir sah das bisher immer etwas naja aus. Werd also gleich mal ausprobieren. Danke!

  9. 13. September 2013 at 18:42

    Ich hab das noch nie als Problem erkannt. Das schöne am Stricken ist doch, dass man beim Zusammennähen oder beim Vernähen der Fäden vieles ausgleichen kann.

  10. 13. September 2013 at 18:50

    Cool !! Dankeschön !
    Und so passend 😆
    liebe grüße dajana

  11. 13. September 2013 at 19:22

    Danke für den Tipp! LG bjmonitas

  12. 13. September 2013 at 20:58

    Diesbezüglich habe ich mal irgendwo gelesen – und seitdem mach ich das auch so – dass man zur Vermeidung der letzten, langgezogenen Masche die letzte Masche einfach nicht abstrickt sondern gleich mit der vorletzten Masche abkettet; so ähnlich wie Du das beim Arbeiten des Armausschnittes zur Vermeidung der „Treppchen“ vorgestellt hast, nur dass die Arbeit nicht gewendet wird.
    lg Sissi

  13. 13. September 2013 at 22:36

    Darüber habe ich bisher noch nie philosophiert, aber ich vernähe den Faden auch immer so, dass es eine saubere Ecke ergibt.

    Schönes Wochenende!
    Andrea

  14. Mimaro
    3. Oktober 2013 at 22:44

    Hallo,
    und danke für die Bestätigung: ich mache das nämlich auch so, dass ich beim Vernähen Knubbel oder Unebenheiten korrigiere.
    Letztens habe ich gelesen, dass man irgendwie die letzte Masche langziehen kann, so dass der Faden irgendwie fest ist (statt den Faden durch die letzte Masche zu ziehen). Hat nicht direkt mit diesem Thema zu tun, aber angeblich soll man so gar keine „Knubbel“ bekommen, sondern eine ebene Ecke.

    Leider habe ich das System so gar nicht verstanden… und hier schon gezogen wie blöd, dabei aber nur aufberibbelt 😀

    Gruß
    Mimaro

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