Maschenanatomie oder: Im Osten strickt man anders

Und damit meine ich jetzt nicht die Einwohner von Neufünfland :wink:

Ich weiß nicht. ob Ihr schon mal darüber nachgedacht und beobachtet habt, was da eigentlich passiert, wenn Ihr eine Masche strickt.

Die nachfolgenden Ausführungen bezieht sich übrigens alle auf das gewöhnliche Rechtshänderstricken, bei dem die Maschen von der linken auf die rechte Nadel abgestrickt werden. Linkshändische Stricker (winke @ Schnummel) machen alles spiegelverkert.

Es gibt drei Faktoren, die bestimmen, wie die gestrickte Masche zum Schluß aussieht:

1. Ob wir eine rechte oder eine linke Masche stricken, bstimmen wir alleine dadurch, ob der Faden hinten (rechte M) oder vorne (linke M) ist.
Eine Ausnahme bildet der sogenannte “norwegian purl“, eine Methode, um linke Maschen zu stricken, ohne den Faden nach vorne zu nehmen. Ich hab’s ausprobiert, mir ist es zu umständlich und man muss den Faden immer nochmal nachziehen, sonst wird die Masche sehr locker.
Nennen wir die Faktoren mal H und V (nee, keine Angst, klingt jetzt nach Mathe, ist es aber nicht :wink: )

2. Auch zum Einstechen in die Masche gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder von links nach rechts oder von rechts nach links. Das ist wie beim Brandenburger Tor, entweder geht man vom Westen in den Osten oder umgekehrt :grin: Ob Ihr da schräg durchgeht oder gerade, ist wurscht. Aber die Richtung in Kombination mit der Lage des Faden (vorne oder hinten) bestimmt, wie die Maschenbeinchen an der Basis der gerade abgestrickten Masche stehen: Parallel oder verkreuzt.
Das nennen wir jetzt mal L (von links einstechen) oder R (von rechts einstechen)

3. Die Art, wie wir den Faden nach dem Einstechen um die rechte Nadel legen, ist der dritte Faktor. Man kann ihn entweder von vorne nach hinten um die Nadel legen (von der rechten Hand aus gesehen also im Uhrzeigersinn) oder von hinten nach vorne (gegen den Uhrzeigersinn). Die Richtung des Wickeln bestimmt, wie die neu gebildete Masche auf der Nadel liegt: Von oben gesehen so \ oder so / .
Diese Faktoren bezeichne ich als O (oben herum, also von vorne nach hinten legen) und U (unten herum, also von hinten nach vorne)

So \ ist das bei uns gebräuchlich:

Und was soll das Ganze jetzt eigentlich? Nun wenn man die einzelnen Faktoren kombiniert, bekommen wir auf einmal acht verschiedene Möglichkeiten, um eine Masche zu stricken:

HLO, HLU, HRO, HRU – ergeben alles rechte Maschen
VLO, VLU, VRO, VRU – ergeben alles linke Maschen

Betrachten wir mal die Möglichkeiten im einzelnen. Zunächst widmen wir uns den rechten Maschen.

HLO: Faden hinten, von vorne links nach hinten rechts einstechen (da gehen wir schräg durch’s Tor, weil es bequemer zu handhaben ist), Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – kennen wir alle, das ist der gebräuchlichste Weg, um eine normale rechte Masche zu stricken. Die Maschenbeinchen an der Basis der soeben abgestrickten Masche stehen fein säuberlich nebeneinander.

HRO: kennen auch die meisten, Faden hinten, von hinten rechts nach hinten links einstechen (also gerade durch’s Tor), Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – ergibt eine rechts verschränkte Masche. Dabei ist die Basis der soeben abgestrickten Masche verdreht, darum heißt diese Strickweise auch in manchen Regionen “verdreht”.
Verschränkte Maschen sind übrigens immer ein bisschen kleiner/enger als normale, deswegen strickt man z.B. Umschläge verschränkt ab, wenn man kein oder nur ein winziges Loch möchte und ich empfehle Strickern, die Probleme mit zu großen Randmaschen haben,die 2. und vorletzte M jeder Reihe verschränkt zu stricken, dann wird die Randmasche auch fester. Rippen (insbesondere 1/1) aus verschränkten M sind klarer definiert, aber auch etwas weniger dehnbar.

HLU: Faden immer noch hinten, von vorne links nach hinten rechts einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine gewöhnliche rechte M, aber die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

HRU: Faden hinten, von rechts nach links einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine rechts verschränkte M und die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

Könnt Ihr mir noch folgen? :shock:

Nun noch die linken Maschen.

VRO: Faden vorne, vorne von rechts nach links einstechen (gerade durch’s Tor), Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – kennt Ihr auch alle, ergibt eine stinknormale linke Masche.

VLO: Faden vorne, von hinten links nach vorne rechts (schräg durch’s Tor) einstechen, Faden von vorne nach hinten um die Masche legen – ergibt eine links verschränkte Masche. Die Basis der soeben abgestrickten Masche ist wieder verdreht. Sichtbar ist das aber nur auf der anderen -rechten- Seite des Gestricks.

VRU: Faden vorne, vorne von rechts nach links einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine gewöhnliche linke M, aber die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

VLU: Faden vorne, von hinten rechts nach vorne links einstechen, Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel legen – die soeben abgestrickte Masche ist eine links verschränkte M und die neue M liegt andersrum auf der Nadel.

Und was hat das alles jetzt mit dem Osten zu tun?
Während in den westlichen Ländern für glatt rechts üblicherweise in Hinreihen HLO und in Rückreihen VRO gestrickt wird und der Faden immer so auf der Nadel liegt \ , ist in osteuropäischen Ländern (und lt. Donna Druchunas auch in der islamischen Welt) der Faden so auf der Nadel: / und glatt rechts wird durch HRU in Hinreihen und VLU in den Rückreihen produziert. Im Osten wickelt man also andersrum und sticht aufgrund der anderen Lage der Masche auch in die andere Richtung ein. Für mehr Informationen einfach mal “eastern knitting” googeln. Das Ergebnis sieht bei beiden Methoden aber identisch aus!

Einen Umschlag würde man bei der eastern-Methode übrigens folgerichtig von hinten nach vorne machen. Auch links- und rechtsgerichtete Abnahmen müssen entsprechend angepasst werden.

Richtig spannend wird es aber erst, wenn man Ost und West vereint (wie in der realen Welt :wink: ). Im englischsprachigen Raum heißt das “combined knitting”.
Dazu strickt man in Hinreihen HRO, also eigentlich wie eine rechts verschränkte M, in den Rückreihen aber VRU, d.h. wie eine normale linke M, aber den Faden andersrum wickeln. Das Ergebnis ist -voilà!- wieder normales glatt rechts! Durch den VRU in der Rückreihe gelangt der Faden so / auf die Nadel, durch den HRO in der Hinreihe wird das wieder aufgehoben.
Hm – wozu soll dann denn dann gut sein? Meine Fachliteratur und Annie Modesitt (die hat auch ein ausführliches Tutorial zum Kombinationsstricken auf ihrer Seite) sagen, daß diese Methode ein extrem gleichmäßiges Gestrick ergeben soll. Ich habe auch das Gefühl, es wird ein bisschen fester. Insbesondere bei Strickern, die linke Maschen lockerer stricken als rechte und daher bei glatt rechts ein leicht streifiges Maschenbild erhalten, soll die Kombinationsmethode Abhilfe schaffen.

Was aber wirklich erstaunlich ist: Wenn man 2/2 oder breitere Rippen strickt, ist ja oft die letzte Masche der Rechtsrippen einen Tick größer als die übrigen rechten Maschen, was nicht ganz so schön aussieht. Das Problem habe ich auch oft, vor allem bei unelastischen Garnen wie z.B. Baumwolle. Arbeitet man solche Rippen aber nach der Kombinationsmethode, gibt es das Problem nicht. Guckt mal – die beiden Rippen links auf dem Bild sind “combined” gearbeitet, die beiden Rippen auf der rechten Seite normal:

Allerdings ist die entgegengesetzte Wickelei sehr gewöhnungsbedürftig, ich muss mich immer dazu zwingen, denn die Finger wollen ganz automatisch andersrum.

37 comments for “Maschenanatomie oder: Im Osten strickt man anders

  1. 21. April 2012 am 17:52

    meine Güte Tina, was du alles weißt bzw. herausfindest!!
    aber das Ergebnis deiner Maschenprobe lässt mich durchaus aufhorchen, ich hab das Problem mit dieser größeren Masche auch gern mal und es stört einfach mein ästhetisches Empfinden :)
    muss ich mal probieren!!
    liebe Grüße
    Manu

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  2. 21. April 2012 am 18:38

    Danke für Deine Ausführungen

    Den VRU habe ich schon oft ausprobiert, aber der der wird bei mir immer zu locker, vielleicht sollte ich ihn mal mit dem HRO kombinieren :D

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  3. 21. April 2012 am 18:50

    Das ist ja spannend, gerade letzhin hab ich auch davon gelesen, dass man derart die Abgrenzung bei Rippenbündchen schöner hinbekommt und wollte das demnächst testen. Bin gespannt wie ich damit zurecht komme und wie oft ich die linken Maschen erst westlich stricke.
    Ist schon faszinierend wie viele verschiedene Techniken es auf der ganzen Welt gibt. :-D

    Danke für die ausführlichen Erklärungen.

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  4. 21. April 2012 am 19:05

    Ui, viel und durchaus verwirrend. Zum Glück gibts Bilder :-)

    Okay, meine rechten Maschen sehen aus wie die in Bild 4 – aber ich wickel so den Faden nicht um die Nadel. Ich fisch den quasi einfach hintenvor, also rein, hinter den Arbeitsfaden hakeln und vor- und hochziehen. Kein Gewickel.

    Und dass meine rechten Maschen so liegen, liegt aber eher an den linken, die strick ich nämlich so
    http://www.viruscreativus.com/artor.php?artor_mode=article_view&artor_aid=35

    Könnte VLO sein. Meine linken Maschen werden recht brettig dadurch.
    Bei Abnahmen vertausche ich SSK und k2tog, um die Neigung anzupassen. Habe ich in den 80ern aber nicht gemacht, da wusste ich nicht mal, dass ich “falsch” stricke, gestört hat es aber auch nicht.

    Gelernt habe ich es von meiner Mama und die von ihrer – meine Oma war Schlesierin von südöstlich der Oder.

    Liebe Grüße und noch ein schönes WE
    Heike

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  5. 21. April 2012 am 19:14

    Naja, ich nenne es wickeln, weil ich ja auch schmeisse, die meisten fischen wohl eher mit der rechten Nadel, aber es geht ja nur um den Weg des Fadens um die Nadel.

    Dann strickst Du reinrassigen “eastern style”, linke Maschen VLU. Deswegen musst Du die Abnahmen auch anpassen.

    Liebe Grüße
    Tina

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  6. 21. April 2012 am 19:50

    Interessante Ausführung! Ganz zu Anfang habe ich die linke Maschen VLU abgestrickt, die rechten Maschen allerdings verschränkt – so hatte es mir meine Mutter beigebracht. Später als ich begann nach Musteranleitungen zu stricken, habe ich gelernt, linke Maschen VRO abzustricken.
    Beim Sockenstricken nutze ich links VLU immernoch, um Gässchen beim Übergang von einer Nadel zur andern (im Nadelspiel) zu vermeiden.

    Schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Sabine Maria

    P. S. “Maschenbeinchen” klingt goldig – schöner als “Maschenschenkel”, was ich schon öfters in Lehrbüchern gelesen habe :-)

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  7. Karin
    21. April 2012 am 21:24

    Hallo Tina,

    vielen Dank für deine interessanten Ausführungen!

    Jetzt weiß ich endlich, das ich “Norwegian Purl” stricke ;-)
    aber das macht mir nix aus, hab ja ohnehin einen Hang zu
    Skandinavien :-) .

    Viele Grüße und einen schönen Sonntag
    Karin

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  8. 21. April 2012 am 21:42

    Faszinierend, gerade wird mir bewußt, daß ich genau so stricke – schon immer. Vorher ist mir das wirklich nie aufgefallen. Danke für die Ausführung.

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  9. isar12
    22. April 2012 am 03:14

    Wahnsinn! Stricken ist nicht gleich Stricken.
    Nicht nur das der Faden immer anders gehalten oder geschmisse oder gefischt wird. Nee, nun auch noch diese interessanten Neuigkeiten.

    Danke für die tollen Erklärungen.

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  10. Meggie
    22. April 2012 am 06:15

    Wieder etwas gelernt! Besonders hilfreich finde ich die Methode “norwegian purl”! Ich hab’s soeben ausprobiert und empfinde es auch als etwas umständlich, so zu stricken. ABER: diese Methode entlastet Zeigefinger und Daumen meiner linken Hand enorm und deshalb werde ich sie zukünftig immer wieder einmal im Wechsel einsetzen.

    So, jetzt werde ich mal in aller Ruhe sämtliche o.a. Strickvarianten durchtesten.

    Vielen Dank für den informativen Beitrag!

    Liebe Grüße sendet Meggie

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  11. SingingSanja
    22. April 2012 am 08:06

    Ich stricke “combined” – selbst beigebracht, nachdem ich das Stricken nach 20 Jahren Pause aus der Erinnerung rekonstruiert habe. Interessant wurde das dann bei Lace und gerichteten Abnahmen, aber als ich da erstmal hintergestiegen war, hatte ich eine Menge verstanden. :-D
    Die linken Maschen stricken sich so einfacher und schneller, das mit der Gleichmäßigkeit des Maschenbildes kann ich nur unterschreiben (auch bei absoluten Anfängern, wie sich letzte Woche wieder gezeigt hat), und einen Vorteil gibt es noch: Man fühlt die unterschiedliche Ausrichtung der Maschen auf der linken Nadel und kann so Rippen oder Rückreihen leichter blind stricken.
    Ich find’s immer toll, viele verschiedene Varianten zu kennen, selbst wenn man im Normalfall bei seiner bewährten Methode bleibt, sind ein paar tricks mehr auf Lager ja nie verkehrt. Unter anderem aus den von Meggie genannten Gründen.

    Danke für den wieder einmal sehr schönen und interessanten Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Sanja

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  12. 22. April 2012 am 08:22

    Sehr informativ! :smile:
    Die verschiedenen Methoden muss ich mal in aller Ruhe testen. Bei mir sind nämlich auch linke Maschen lockerer als rechte.
    Mein größtes Problem ist allerdings, dass ich den Faden fast ganz um die Nadel wickele und dabei immer das Garn verdralle.

    Schönen Sonntag!
    Andrea

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  13. Manja
    22. April 2012 am 09:35

    Hallo Tina,

    vielen dank für die Infos. Das ist ja alles sehr interressant. Ich selber habe ja das problem, dass ich bei glatt rechts gestrickten Passagen immer ein unregelmässiges Maschenbild habe und auch Streifen produziere. Deshalb meide ich auch wo es geht, große Flächen glatt rechts zu stricken und schwelge lieber in Mustern :)
    Ich werde es jetzt mal mit der Kombinationsmethode versuchen, denn es gibt viele tolle Strickmodelle, die ein sehr sauberes Maschenbild verlangen und mir auch gut gefallen. Vielleicht kann ich diese dann auch mal nacharbeiten, ohne mich zu ärgern.

    Liebe Grüße
    Manja

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  14. 22. April 2012 am 09:35

    @ Andrea: Das mit dem Verdrallen hast Du beim combined auch nicht, weil Du einmal so und einmal andersrum wickelst, Du hebst also den Drall immer wieder auf.

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  15. Manja
    22. April 2012 am 10:28

    Also ich bin irgendwie doch zu doof. Ich habe es jetzt ausprobiert und die Hinreihen re verschränkt gestrickt und die Rückreihen VRU aber trotzdem bleiben die rechten Maschen verschränkt und wenn ich dass ein paar Reihen so mache, dann habe ich immer eine Reihe rechts verschränkte Maschen, und einer Reihe ganz normale und somit ein höchst ungleichmäßiges Maschenbild. Hat einer eine Idee, was ich falsch mache?

    LK Manja

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  16. 22. April 2012 am 10:33

    Fang in der Rückreihe an mit VRU. Dann liegen die Maschen in der anderen Richtung auf der Nadel.
    Dann in den Hinreihen wie rechts verschränkt, aber da die M jetzt andersrum auf der Nadel liegen, werden die M nicht verschränkt.

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  17. Manja
    22. April 2012 am 10:45

    Hallo Tina,

    ja so klappt es und das Maschenbild sieht echt gut aus.
    Danke für den schnellen Tipp – ich bin grad richtig glücklich :)

    Lg Manja

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  18. stregalinda
    22. April 2012 am 11:32

    Tja, jetzt weiß ich, was dabei herauskommt, wenn man als Enkelin einer in Argentinien geborenen und in Kroatien gelebt habenden italienischen Großmutter den Handarbeitsunterricht deutscher Grundschulen und Gymnasien genossen hat… Combined Knitting!!!

    Da habe ich doch auch gleich ‘was trendiges’ wenn mir meine Strickmädels mal wieder vorhalten, nur sie strickten ‘normal’ :-) )…

    Dank für die in den guten Blog investierte Zeit und Mühe
    Stregalinda

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  19. 22. April 2012 am 13:07

    Das ist ja interessant. Ich habe mich auch immer über meine letzte rechte Masche geägert und versucht, sie durch festeres Stricken der Maschen vorher une nachher zu verkleinern, was nur bedingt klappt. Das werde ich gleich mal ausprobieren. Was ich nicht ganz verstehe: Strickt man beim “combined knitting” alle Maschen in allen Reihen HRO und VRU oder nur an der letzten rechten Masche, die immer “Ärger macht” ? :-)
    (Tinaaaa? Wir brauchen hier ein Video, würde ich sagen. Ich bin sicher Chico und Rocco sind auch der Meinung *ganzbreitgrins*=
    Liebe Grüße
    Martine

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  20. 22. April 2012 am 13:13

    Das kannst Du halten wie ein Dachdecker ;-)
    Du kannst auch nur die “zickige” Masche und die nächste so stricken, es kommt nämlich auf den Weg des Fadens zwischen diesen beiden Maschen an, der ist beim combined einen Tick kürzer.
    Allerdings finde ich den Umdenk-Aufwand deutlich größer, wenn man immer nur diese beiden Maschen so strickt – kommt dann wieder auf die Breite der Rippen an. Wenn sie sehr breit sind, würde ich nur die beiden M so stricken, bei schmalen Rippen lieber alles combined, dann muss ich weniger aufpassen.

    Video ist ein bissel schwierig, wenn man nur zwei Hände und kein Stativ hat…

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  21. 22. April 2012 am 13:21

    Das ist ja eine prompte Antwort (*staun*), ich danke Dir. Ich stricke im Moment einen Pulli mit einem breiten Rechteck aus linken Maschen in der Mitte, dann werde ich das gleich ausprobieren. DANKE DIR WIE IMMER GANZ HERZLICH!

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  22. Liane
    22. April 2012 am 13:36

    Holy smokes Tina!!!!! Das was ja interessant. Nun verstehe ich warum meine linken Maschen immer andersrum sind – combined knitting!!! Stricke schon als kleines kind so und habs nie gewusst. Toll!!!

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  23. Elisabeth
    22. April 2012 am 14:11

    Ich schließe mich da mal SingingSanja an: ich hab auch schon immer “combined” gestrickt, ebenso weil ich nach ein paar Jahren Pause wieder eingestiegen bin und mir hauptsächlich aus dem Gedächtnis und durch Ausprobieren die rechten und linken Maschen beigebracht habe. Linke Maschen als VRU zu stricken war da einfach irgendwie einfacher.
    Meine Mutter strickt auch so, wahrscheinlich hatte ich das auch noch in Erinnerung.
    Ich muss auch immer bei Angaben zu Abnahmen, Umschlägen etc. erstmal überlegen, wie ich die denn jetzt zu stricken hab, aber mittlerweile “übersetze” ich mir das dann einfach im Kopf als rechtsneigende und linksneigende Abnahme oder als verschränkten/unverschränkten Umschlag. Was ich dafür dann machen muss weiß ich ja :D

    Tina, hast du die Bilder eigentlich selber gemalt? Die sehn super aus :D

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  24. 22. April 2012 am 14:15

    Nee, ich kann ja leider überhaupt nicht gut zeichnen :-(

    Die habe ich aus “Knitting in the old way” – ein sehr schönes Buch für alle, die sich für traditionelles Stricken interessieren.

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  25. gerlinde
    22. April 2012 am 14:45

    Hmmm, die ‘Neue Version’ scheint tatsaechlich weniger ‘Schokolade’ zu bekommen, da schlanker wirkend!
    Muss ich noch ‘bearbeiten’/ueberdenken; ‘unterschreibe’ ich – noch nicht – ungetestet durch meine eigenen ‘Pranken’ ;-)

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    … und “sag denen jetzt bitte gute Nacht und geh bitte stattdessen mit mir ins Bett” – saeuselt mir da gerade ‘heftigst’ meine heutiger ‘S(o)uflfeur’! ;-) :-D
    Maenner, ich werd’ vielleicht doch einmal einer!

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  26. 22. April 2012 am 15:47

    ach ja, jetzt weiss ich dann endlich, dass ich seit 40 jahren scheinbar eastern style stricke:) keine ahnung wieso. eine andere folge der “maschen andersherum auf der nadel” ist dann allerdings auch, dass man bei 2 tog tbl und ssk umdenken muss… macht aber nix, man gewoehnt sich an allem – auch an dem dativ:)

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  27. Bolline
    22. April 2012 am 16:23

    Toll: reinrassiger “eastern-style”
    Danke Tina, jetzt hat mein “falsches” Stricken wenigstens einen Namen bekommen!

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  28. 22. April 2012 am 20:30

    Mal wieder ein sehr interessanter Artikel, danke Tina.

    Wenn ich das so betrachte, stricke ich die rechten Maschen HRU, aber ich nehme den Faden von der anderen Seite auf die Nadel, also im Uhrzeigersinn. macht IMHO auch mehr Sinn, denn so “schnippse” ich den Faden einfach durch das “Maschentor”, statt ihn erst irgendwie entgegen zu wickeln.

    Interessant wird das Ganze, wenn es um das stricken in Runden geht. Da liegen meine Maschen alle verdreht und ich muss anders einstechen als gewohnt. Kraus in Runden ist daher meine Königsdisziplin, weil das einfach flutscht.

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  29. Chaluda
    23. April 2012 am 00:10

    Na, das kam ja quasi wie bestellt.
    Momentan stricke ich nämlich Armstulpen, aus einer Wolle die ich mal testen wollte, 50% Kashmir, 50% Seide, angeblich Nadelstärke 4-5 (Sonderposten von Gründl, ziemlich günstig und Qualität ist gut, juckt/kratzt ein klein bißchen, vielleicht mal waschen. Eine Stulpe ist fertig, Mittwoch hole ich das zweite Knäuel für die zweite Stulpe.) ich habe es in 3,5 gestrickt…………..äh………….. wo war ich………………. ach ja……………….. trotzdem hatte ich wieder lockere Maschen beim rechts-links-Wechsel. Da lese ich heute Deinen Blogg und finde den “norwegian purl” und habe ihn gleichmal ausprobiert, und tata => regelmäßige Maschen, zusätzlich kombiniert mit dem neu gelerntem russischem Zunehmen (dank an Nadelposie, u.a. für den Link, na klar zu Dir), nochmal tata =>die Übergänge waren viel sauberer aber jetzt mit Löchern, soll ich die russischen Zunahmen auch verschränkt stricken? (war so nicht im Video?)
    Also, bei re-li-Mustern stricke ich ab sofort den “norwegian purl”, das Maschenbild hat mich überzeugt! :-) (Das war ein ewiges Problem mit diesen viiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeel zu lockeren re-li Maschen, aber wie gesagt WAR, aber ist nicht mehr, tata, :-) :-) :-) Oh, das gibt viele schöne Socken und pullis in re-li-Muster in Zukunft OHNE lockere Maschen :-) :-) :-)
    Du hast eine alte Frau sehr glücklich gemacht :-)
    vielen Dank für´s zeigen und wollige Grüße aus Köln

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  30. Azalea
    23. April 2012 am 06:43

    The story of my (knitting)life:
    Ursprünglich stricken gelernt habe ich als Kind von meiner Oma, die aus Oberschlesien stammte. Das war (im nachhinein betrachtet) wohl vollständig eastern knit.

    Als ich in meinen Zwanzigern dann wieder angefangen habe zu stricken, habe ich irgendwie unbewusst meine linken Maschen auf “normal” umgestellt, mich gewundert warum ich ständig verschränkte rechte Maschen hatte und letztendlich auch die rechten Maschen bewusst auf “normal” umgestellt.

    Als ich dann vor ca. 5 Jahren wieder angefangen habe zu stricken störte es mich dass meine linken Reihen sichtbar lockerer waren als meine rechten Reihen und habe dann die linken Maschen auf VRO bzw. VLO umgestellt und passe die rechten Maschen entsprechen an (beim Rundstricken müssen die rechten Maschen nämlich anders als beim Flachstricken). ^^

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  31. 23. April 2012 am 07:10

    Ich stricke auch seit Jahren wie Heike und lege mir die Maschen zum Abnehmen dann wieder anders auf die Nadeln. Gelernt habe ich das auch in den 80igern.
    Die Art zu stricken habe ich mal als “Cross-over” in einem Strickbuch entdeckt.
    Ich bin kein Brettstricker, deshalb nehme ich gerne kleiner Nadelngrößen. Sonst wird es mit dieser Methode doch etwas zu lappig.
    VG Anja

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  32. Schnummel
    23. April 2012 am 09:56

    Hm… wo ist mein Spiegel, um diesem Beitrag folgen zu können? So bin ich jetzt total verwirrt ;-)

    Spiegelverkehrte Grüße :-D

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  33. 23. April 2012 am 13:57

    Alsooo (*schäm*-*rotwerd*) … Ich hab’s jetzt ausprobiert. Es ist peinlich, aber ich kriege es nicht hin. Bei mir wird dann die letzte rechte Masche zwar im ersten Moment kleiner als mit dem normalen Stricken, dafür entsteht aber in Riesenloch in der Mitte dieser Masche :-O (allerdings stellt sich das erst nach etwa 5-8 Reihen aus, wenn sich die Maschen entspannen). Irgendwas mache ich falsch. Ich überlege gerade, ob das System vielleicht nur mit der Maschenführung links funktioniert. Kann das denn überhaupt sein?? Bis jetzt habe ich gedacht, es spiel keine Rolle, zu welcher Seite hin der Faden gespannt wird? Du strickst ja auch nicht continental, Tina, aber da Du den Faden mit der linken Hand führst, ist es vielleicht doch relevant. Obwohl ich mir das gar nicht vorstellen kann *grübel*
    Liebe Grüße
    Martine

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  34. 23. April 2012 am 14:12

    Hallo Martine,

    nee, mit der Fadenführung kann das nichts zu tun haben, denn das Gestrick ist ja dadurch nicht anders (wenn Du mit dem Auto links abbiegst, ist es ja auch wurscht, ob Du Links- oder Rechtssteuerung hast ;-) ).
    Fakt ist, Deine rechte Masche vor der nachfolgenden linken ist größer. Normalerweise liegt das daran, daß der Weg des Faden von einer rechten Masche zu einer nachfolgenden linken M ein winziges bisschen länger ist als von rechter M zu rechter M, weil er ja von hinten nach vorne gebracht wird. Dadurch wird die rechte M größer, wenn sich das Gestrick entspannt, die rechte M ist da gierig und holt sich den Mehrfaden :-)
    Durch die Kombinationsmethode wird dieser Weg verkürzt, die rechte M hat also nicht mehr so viel Faden, den sie für sich beanspruchen kann.
    Nun kann es vielleicht sein, daß, wenn Du nur diese beiden M combined strickst, der Übergang von vorletzter zu letzter rechter M irgendwie anders ist und sich das kleine Miststück da sein Stückchen Faden mehr herholt.

    Hast Du die Rippen komplett combined gestrickt oder immer nur die beiden betreffenden M?

    Liebe Grüße
    Tina

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  35. 23. April 2012 am 14:19

    Ja, das wird es wohl sein. Ich habe vorerst keine Rippen im eigentlich Sinne gestrickt, sondern nur einen Übergang für einen großen Rechteck aud Linksmaschen mitten einer Rechtsmaschenfläche (für diesen Pullover hier: http://www.lanagrossa.de/journale/filati_43/big/17.jpg). Ich versuche mal, die Tage Fotos “normal” und Combines” im direkten Vergleich zu machen (komem heute nicht mehr dazu, denke ich), vielleicht ist es aufschlussreicher und kann auch anderen Leserinnen, die es ausprobieren wollen, weiterhelfen. ich schicke Dir dann die Fotos per Mail, wenn Du willst.

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  36. Mechtild
    24. April 2012 am 10:58

    Hallo,
    über das combined knitting bin ich hier ja erst kürzlich gestolpert, als es einen Link zu einer Strick-Sendung gab – die dort vorgestellte linke Masche war auch “eastern style”, allerdings fehlte der Hinweis darauf, dass man das in der nächsten Reihe verdreht abstricken muss, was ich bei einer Sendung, die sich an Anfänger richtet, ziemlich fatal fand; wahrscheinlich lag’s an der begrenzten Sendezeit…
    Tatsächlich habe ich das combined knitting selbst schon als ziemlich arbeitserleichternd erlebt, und zwar beim Mesh-Lace-Muster des “Retro Redux Shrug”, bei dem man auf der rechten Seite immer abwechselnd ssk und yo hat und in der Rückreihe p2tog und yo. Beim “Retro Redux Shrug” habe ich in den Rückreihen dafür gesorgt, dass die Maschen so liegen, dass ich in den Hinreihen die Maschen nicht mehr durch “ss” umdrehen muss, sondern gleich wie “k2togtbl” (also zwei zusammen rechts hinten eingestochen), und das war eine große Zeitersparnis! Dass man das combined knitting nennt erfuhr ich, als ich mir kurze Zeit später das geniale Werk “Knitting in the old way” geordert habe – ein absolutes Must-Have-Buch für mich!

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  37. Anne
    25. April 2012 am 12:54

    Hallo Tina
    …. …. nur eben kurz in der Mittagspause mal sehen was gibt’s denn so Neues. Und jetzt bin ich doch in eine halbe Doktorarbeit geraten (den Titel gibt es ja manchmal für viel weniger Gehirnschmalz) und versteh nur noch Bahnhof.
    Ich dachte bisher stricken ist ja sooo einfach.
    Total verkehrt gedacht, ist ja höchstkompliziert.

    Also nach getaner Arbeit heute Abend nochmal alles in Ruhe durchlesen und dann hoffentlich die Erleuchtung bekommen, z. B. warum einige Leute ein soooo schönes Maschenbild haben und bei mir einige Maschen soooo komisch aussehen. :)
    schöne Grüße von einer zur Zeit total verwirrten Strickerin
    Anne

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