Die verstrickte Dienstagsfrage 19/2012

Für viele ein leidiges Thema: die richtige Wollmenge abschätzen. Bleibt bei dir immer zu viel übrig oder ist das Garn in den letzten Reihen zu Ende? Wie “ermittelst” du deinen Bedarf? Vertraust du auf die Anleitung, sofern vorhanden? Hast du Faustregeln? Berichte doch mal!

Danke an das Wollschaf für die heutige Archiv-Frage.

Also im Normalfall habe ich immer ein oder zwei Knäuel übrig. Ich bin Feigling, d.h. ich kaufe lieber zuviel als zu wenig. Da ich nur sehr selten Garn für ein bestimmtes Projekt kaufe, nehme ich in der Regel 500 – 750 g (für momentan Gr. 40). Bei hoher Lauflänge (ab ca. 160 m/50 g) 500 g, bei mittlerer Lauflänge (ca. 120 – 150 m) 600 – 650 g, bei dickeren Garnen vorsichtshalber lieber 700 – 750 g. Das reicht dann eigentlich immer, außer bei sehr garnfressenden Mustern wie Zopfmuster oder Patent.

Die Anleitung oder die Verbrauchsangaben auf der Banderole nehme ich höchstens als groben Anhaltspunkt, da ich in der Regel viel fester stricke als angegeben und somit auch mehr Garn brauche.

Sofern man aber die gleiche Maschenprobe erreicht wie in der Anleitung angegeben, kann man den Angaben in der Anleitung erfahrungsgemäß fast immer vertrauen. Ich würde trotzdem ein Knäuel mehr kaufen, ich bin halt ein Schisser :wink: Ausserdem weiß man ja nie, ob die MaPro im Verbrauch berücksichtigt wurde oder nicht. Lieber ein bisschen mehr Geld ausgeben als später verzweifelt nach einem Garn jagen, das schon vor zwei Jahren vom Markt genommen wurde und sich im schlimmsten fall mit einer Notlösung behelfen müssen.

Falls man das Originalgarn durch ein anderes ersetzen möchte, kann man den Verbrauch ganz leicht ausrechnen – Voraussetzung: Man erreicht die gleiche Maschenprobe. Der Rechenweg:
Anzahl der Knäuel des Originalgarns x Lauflänge pro Knäuel = benötigte Lauflänge gesamt.
Gesamtlauflänge : Lauflänge Ersatzgarn = benötige Anzahl Knäuel Ersatzgarn.

Beispiel: Vom Originalgarn ist als Verbrauch 600 g angegeben (also 12 Knäuel), die Knäuel haben 50 g und eine Lauflänge von 130 m. Das Ersatzgarn gibt es als 100 g-Stränge mit je 240 m Lauflänge. dann rechnet man: 12 x 130 m = 1560 m, die insgesamt benötigt werden. 1560 m : 240 m = 6,5 also braucht man 7 Stränge á 100 g (mit einem halben Strang Risiko-Reserve).

Beim Pfoten voten haben wir wieder ein bisschen aufgeholt, noch 868 Stimmen bis Platz 5…

14 comments for “Die verstrickte Dienstagsfrage 19/2012

  1. Mona
    8. Mai 2012 am 17:49

    Hi Tina,
    ich bin auch ein “Schisser” und kaufe bei meiner Größe für einen Langarm-Pullover bei einer LL von 125 Meter mindestens 1 kg, für einen Kurzarmpullover mindestens 800 gr. aber auch gerne 50 gr. mehr.
    Da ich so gut wie nie nach einer Anleitung stricke, bin ich mit der Anzahl der Knäule “auf der sicheren Seite”.
    Mir ist es auch noch nie passiert, dass die Wolle für ein Projekt nicht gereicht hätte, das wäre auch unglücklich, ich stricke die Wolle meistens “gut abgelagert”, so dass die Chance, aus der Partie noch etwas nach 2-3 Jahren zu kaufen schwierig wird.
    LG Mona

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  2. Anne
    8. Mai 2012 am 18:34

    Aus leidiger Erfahrung: Das mit der Lauflänge funktioniert so leider nicht, wenn das Material ein anderes ist.

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  3. Jubi
    8. Mai 2012 am 18:35

    Hallo Tina, ich kaufe Wolle auch selten für ein bestimmtes Projekt (nur bei Aufträgen) und da kaufe ich in der Regel bis zu 150 gr mehr ein. Den Rest kann ich ja wieder zurück geben. Meist schwirrt mir beim stricken bereits irgendein Modell im Kopf herrum. Diesen stricke ich dann entweder aus meinem – wie Mona so schön beschrieben hat: “gut abgelagerten” – Wollvorrat oder aber ich kaufe was, wobei da das Problem besteht, dass das, was in meinem Kopf herumschwirrt entweder ein Eigenentwurf ist oder eine abgeänderte Anleitung. Meist verwende ich auch nicht das Garn, wie in der Anleitung, manchmal passt noch nicht einmal die MP. Wenn ich also Wolle aus der Reservekiste nehme, dann die, von der ich 100%-ig ausreichend für das Projekt habe. Muß ich die Wolle kaufen, dann darf es ein bisschen mehr sein.
    Fazit: ich bin auch ein Schisser!!! Dazu noch ein fauler – für den Fall das es doch nicht reicht, dann müsste ich im schlimmsten Fall alles wieder aufribbeln!

    LG Jubi

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  4. inge aszmoneit
    8. Mai 2012 am 18:54

    Hallo Tina,
    mir geht es da wie meinen Vorschreiberinnen. Immer ein paar Knäuel zuviel!
    Ich hasse nichts so sehr, wie schnell stricken zu müssen, um an das Ende der Wolle zu kommen:-)
    LG, Inge

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  5. Karin
    8. Mai 2012 am 20:38

    Ich richte mich so gut wie nur nach der LL und bisher hat das immer geklappt obwohl ich nie mit Originalgarn stricke, weil ich so gut wie alle Wolle selber spinne ;-)
    Sprich sehe das genau anders als Anne.

    Wenn das mit der LL nicht klappen würde, käme ich schwer in Bedrängnis, nachspinnen geht manchmal nicht, weils das Material oft so gar nicht mehr gibt.
    Ist mir aber noch nie passiert.

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  6. Mona NicLeoid
    8. Mai 2012 am 20:48

    Ich rechne mir das vorher meistens relativ genau aus (weil ich nicht unnötig Geld ausgeben will), kaufe dann doch aus Paranoia ca. 10 % mehr – und ärgere mich hinterher regelmäßig, weil doch Reste übrig bleiben, da ich meistens nicht gern direkt noch mal etwas aus dem gleichen Garn stricken will. Nicht immer sind die Reste umtauschbar, z.B. wenn ich die Wolle irgendwo im Ausland bestellt hatte.

    Eigentlich könnte ich mich auf meine Berechnungen ganz gut verlassen, denn sie kommen meistens recht genau hin. Ich benutze sehr gern die Garnsuche bei Ravelry, um mir Projekte anderer Leute anzuschauen und zu vergleichen, wie viel sie verbraucht haben.
    Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung mittlerweile ungefähr, wie viel Lauflänge ich bei meinen typischen Garnstärken je nach Projektsorte (langärmlig oder ärmellos, enganliegend oder weiter, etc.) für meine Größe brauche.

    Dummerweise leide ich an dieser ganz nervigen Paranoia, die mir vor allem während des ersten Drittels eines Projektes immer einreden will, es wird nicht reichen ;) Sobald ich an einem Punkt angekommen bin, an dem ich es auf die Waage legen und den restlichen Verbrauch abschätzen kann, ist alles gut.

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  7. Chaluda
    8. Mai 2012 am 21:41

    Da ich mich in Wollläden meist auf allen Vieren fortbewege, nun ja die Angebote stehen nun mal meist am Boden ;-) , nehme ich was ich kriegen kann. Früher endete es damit, dass ich mit mal 5, 7, 8 oder mehr oder weniger Knäueln in einer Farbe von einer Qualität aus dem Laden ging oder ich hatte total verrückte Ideen, merkte aber beim umsetzen, daß das ziemlich besch……… aussehen würde.
    Ende vom Lied: In meinem Stoffschrank habe ich mindestens 3 -5
    kg solcher Sammelsorien und überlege jetzt tapfer was ich damit machen kann UND Ideen habe ich auch, jetzt muß ich mich nur noch 10x klonen lassen um sie auch alle zu verwirklichen……. ;-)
    Ja, ich gehöre auch zu den Leuten die im Internet nach alten Qualitäten suchen oder in Wollläden fragen, die sie noch haben könnten.
    In meiner Strickanfangszeit habe ich die Lauflängen noch nicht umgerechnet- damals…………. ;-) deswegen merkte ich einmal beim fast fertig stricken, daß hinten und vorne die Wolle nicht reicht, als o habe ich alles wieder aufgetrennt. Eine Qualität (sechs verschieden Farben) werden jetzt zu einem Sommerschal (Seide-Baumwollengemisch im Fallmaschmuster) verplant, bei der anderen Qalität werde ich mir AUSREICHEND Wolle dazuholen (Tina hat die Wolle schon gesehen)Inzwischen rechne ich dreimal nach, nehme nur noch ähnliches Material wie in der Anleitung oder verwende passendes Material zum Schnitt (leichtes Material bei weiterem Schnitt, enger anliegend bei schwererem), nehme lieber zuviel Knäuel als zuwenig, falls ich dann immer noch was übrig haben sollte, mal sehen, da werde ich halt nochmal kreativ oder es wird ein Schal, Tasche, Kissen oder whatever.
    Letztens hat mir auch nochmal jemand gesagt, dass mein altes Wollkaufverhalten eigentlich ziemlich teuer ist (nur ein paar Knäuel kaufen und später immer mehr Wolle zu einem Projekt dazu), wo sie recht hat hat sie Recht, deswegen werde ich erst mal wegstricken und bei Neukauf (winke@Martine) ausreichend Material kaufen, nach durchdachtem Design und wenn nicht genügend da ist, laß ich es lieber. (Wenn ich mal wieder so ein Sammelsoriumteil fertig habe, dann könnte ich es ja mal fotografieren, wenn Interesse da ist!)
    wollige Grüße aus Köln

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  8. Nell
    8. Mai 2012 am 22:03

    Das ist eine interessante Frage. Nachdem ich mich einmal total verhauen hatte mit der Menge und zweimal Wolle nachkaufen musste, gehe ich jetzt auch immer auf Nummer sicher und kaufe immer ein bis zwei Knäuel mehr.

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  9. Marion (Nadamavie)
    8. Mai 2012 am 22:51

    O je, ich glaube, ich bin der letzte Gambler……..

    Ich bin schon seeeeeeeeeeehr knapp kalkuliert hingekommen, bei der Sleeveless Cardi musste ich die letzten 7 (!) Maschen mit einem Fremdgarn abketten und bei meiner Minnie hat mich eine bis dato unbekannte Frau mit 2 Knäuel der gleichen discontinued Qualität mit identischer Partienummer gerettet.

    Es ging aber auch schon schief.

    Ich kaufe Wolle mit Lust.
    Und Leidenschaft.
    Manchmal mit diffusen Ideen im Kopf.
    Gerne Restbestände.
    Unverbesserliche Schnäppchenjägerin.
    ……. oder am Samstag…….. bei Elisabeth (isch ‘abe Modelle angebetet….. und Wolle auch!) gekauft aus Leidenschaft……….. der Shilasdair-Virus……..die Partie krieg ich NIE wieder! Aber schön!

    Aber ich kann auch ganz gut kombinieren, improvisieren…… Farben zusammenstellen….
    Kleiderschrankleichen habe ich eigentlich auch kaum.
    Aber einen gut gefüllten stash!

    Schlaft schön!

    Marion

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  10. gundi
    9. Mai 2012 am 07:33

    Austauschen umd LL Umrechnen bei gleicher Maschenprobe klappt bei mir auch nicht immer; kürzlich habe ich knapp 200 g bei so einer Aktion übrig behalten – nachdem ich vorher voller Panik mehrere Läden nach Resten der Farbpartie abgegrast hatte;-). Aber immerhin besser als umgekehrt……..
    Und bei einem Herren-Pullover aus dickerer Wolle habe ich vorsichtshalber 100 g mehr bestellt als für die geplante Größe angegeben war; es blieben dann reichlich 300 g übrig. Und dabei habe ich die Wolle mit einer festern Maschenprobe verstrickt als angegeben.
    Ich kaufe auch immer lieber mehr Wolle, weil ich selten projektbezogen kaufe, eher nach dem Motto: “Material und Farbe passt….” und immer auf der Suche nach Markenqualität günstig.

    Heute wird bei mir ein Projekt fertig, und ich überlege mit Hochdruck, was ich als Nächstes angehe. Weil ich überhaupt keine Vorstellung davon hatte, wie weit ich mit der Merino 200 cool wool von Lana Grosa für eine Strickjacke komme, habe ich 1250 g gekauft nach dem Motto: das gibt auf jeden Fall einen großen Rest, mit dem ich noch was anfangen kann….. Für die Jacke VANILLA von Helga Isager, umgerechnet auf Gr. XL und 185 cm Körpergröße, habe ich 650 Gr. davon verbraucht, jetzt sind also noch 600 g da und jetzt schwanke ich zwischen Top / Weste mit kurzen Ärmeln zum Drüberziehen (brauche ich “dringend”) und der – Stress bringenden – Überlegung, es könnte vielleicht doch für einen langärmligen Pullover glatt rechts reichen.;-) Mal sehen…..

    gundi

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  11. Katharina
    9. Mai 2012 am 08:51

    Ich liebe es, mit dem letzten Faden abzuketten. Was für ein herrliches Gefühl, eine Jacke im Schrank und keine Reste! Maschenproben muss ich generell aufziehen, weil sie immer im Wollverbrauch mitberechnet sind.

    Leider funktioniert das nicht immer einwandfrei.
    Mein letzter “Schnäppchen-Kauf” war eine um 50% reduzierte Rowan. Weil ich so etwas teures normalerweise nicht verstricke, fragte ich dummerweise, wieviel ich ungefähr brauchen würde. Merke: Verkäufer(innen) in Wolläden sind meistens keine Koryphäen! Das Resultat: 150 g Reste, die – weil es sich um Ausverkaufsgarn handelt – nicht mehr umtauschbar sind!!!

    Das Schöne hier in Norwegen ist, dass man die Wolle einfach wieder zurückbringen kann. Auch nach Monaten, wenn sie nicht aus dem Programm genommen wurde, wird sie anstandslos ohne Kassenzettel umgetauscht. Leider ist das auch gefährlich, weil man dann meistens den Verlockungen erliegt…

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  12. Claudia
    9. Mai 2012 am 14:53

    Also bei mir haut es selten gut hin. Entweder habe ich zuwenig oder ich habe was übrig. Und was Ihr immer so schön als Stash bezeichnet (ich vermute, ich weiß jetzt, was das ist) hasse ich! Jeweils maximal ein Knäuel von einer bestimmten Wolle und es fällt mir nix Brauchbares ein, was ich daraus stricken könnte. Wegschmeissen will ich die Reste aber auch nicht. Also der Stash setzt mich persönlich ganz schön unter Druck. Momentan verwende ich Teile davon für Babyschuhe, aber eigentlich stricke ich ja doch viel lieber große Teile für mich.

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  13. 10. Mai 2012 am 11:35

    Das mit der Mengenangabe in Gramm funktioniert nicht bei anderem Material, aber mit der Lauflänge in Verbindung mit der Nadelstärke und wenn man weiss, wieviel Garn das Muster frisst kann man den Verbrauch schon grob abschätzen. Ich hab meistens nicht soviel Panik, dass die Wolle zu wenig sein könnte, ich kaufe höchstens 1 Knäuel mehr. Da ich nie Wolle zum sofortigen Verarbeiten kaufe, klappt das mit dem Zurückgeben bei mir leider nicht. Schlimmstenfalls würde ich wohl eine Passe oder die Bündchen aus Kontrastgarn arbeiteten, war bisher aber noch nie nötig. Einmal wurde bei einem Kurzarmpulli das Garn bei den Ärmeln etwas knapp, da habe ich die Reste mit der Briefwaage genau zweigeteilt und die Ärmel von oben nach unten gestrickt und eben aufgehört, als das Garn zu Ende war. Das wir bisher der einzige Pulli, bei dem ich am Ende wirklich nur noch ca. 10 cm Garn übrig hatte.

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  14. 12. Mai 2012 am 23:37

    Also ich kaufe immer zu viel. Wär ja blöd, wenns am Ende ums A***L*** nicht reicht, wie man bei uns so schön sagt. Und “zu viel” geht eigentlich eh nicht, weil Restewolle braucht man doch immer. Wie kämen unsere Schnurgels sonst zu ihren schönen Katzendecken, Kissenbezüge usw? ;)

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