Die Textilkennzeichnungsverordnung

So, nun nochmal ausführlicher.

Grundsätzlich ist eine gesetzlich vorgeschriebene Textilkennzeichnung natürlich gut und richtig, schließlich wollen wir alle wissen, wofür wir unser Geld hinlegen.

Es gibt seit etlichen Jahren ein Textilkennzeichnungsgesetz. Auch das hatte -ebenso wie die neue EU-Verordnung- einen Katalog der gültigen Faserbezeichnungen, die zur Kennzeichnung verwendet werden sollten. In diesem Katalog steht z.B. der Begriff „Wolle“, nicht aber „Merino“. Ob der Zusatz „Wolle (Merino)“ zulässig ist, geht aus dem alten Gesetz nicht hervor. D.h. aber, daß jeder, der auf sein Garn nur „100% Merino“ geschrieben hat, hat schon nach dem alten Gesetz einen Verstoß begangen, denn er hat das Material ja nicht als „Wolle“ gekennzeichnet. Irgendwie hat sich darum aber niemand so recht einen Kopf gemacht und geahndet wurde es ebenfalls nicht.

Die neue  EU-Textilkennzeichnungsverordnung sagt aber in Artikel 5 Abs. 1 nun ganz klar „Für die Beschreibung der Faserzusammensetzungen auf Etiketten und Kennzeichnungen von Textilerzeugnissen dürfen nur die Textilfaserbezeichnungen nach Anhang I verwendet werden.„. In Anhang 1 gibt es aber weder Merinowolle, noch Lammwolle, noch Kid Mohair, noch Baby Alpaka, noch Bouretteseide etc.etc. Sprich, alle Banderolen und Angaben in Geschäften und Online-Shops, die diese Begriffe verwenden, sind falsch und verstoßen gegen die Verordnung.

Ich zitiere aus der Stellungnahme der Firma Lana Grossa vom 10.5.2012:

Ein Beispiel – und zwar das Wichtigste: Die EU-Verordnung definiert lediglich den Begriff „Schurwolle“ als Materialangabe, für „alles, was vom Schaf kommt“. Die Realität ist jedoch, dass es die ganz wichtige Kategorie der Merinowolle im Handstrickbereich gibt (und auch die in versch. Abstufungen). Das ist inhaltlich auch berechtigt, denn wir alle wissen, dass bzgl. Qualität und somit auch Preis ein riesiger Unterschied zwischen „normaler“ Schurwolle und extrafeiner Merinowolle besteht. Nur angeben bei der Materialzusammensetzung darf man es lt. Gesetz leider nicht – man darf zwar zukünftig sehr wohl auf dem Artikel darauf hinweisen, dass es besonders gute Wolle, sprich Merinowolle ist, aber in der offiziellen Angabe darf nur „100% Schurwolle“ stehen„.

Noch ein Beispiel von mir:
„50% Schurwolle, 30% Mohair, 20% Alpaka“ ist eine richtige Kennzeichnung
„50% Merino, 30% Kid Mohair, 20% Baby Alpaka“ ist eine falsche Kennzeichnung

Eine weitergehende Beschreibung an anderer Stelle ist natürlich zulässig, aber für den Verbraucher, sprich uns, umständlicher zu finden.

Die Übergangsfrist nach Artikel 26 bis 9.11.2014 für Produkte, die vor dem 8. Mai in den Handel gebracht worden sind und nach dem alten Gesetz gekennzeichnet waren, gilt m.E. für die betroffenen Garne nicht, da diese auch schon nach dem alten Gesetz falsch gekennzeichnet waren.

So weit, so schlecht.

Mich ärgern an dieser ganzen Sache drei Dinge:

1.  Sämtliche Garnhersteller haben offenbar jahrelang das Textilkennzeichnungsgesetz vollkommen verschlafen (ich dachte in meiner unendlichen Naivität bisher immer, zumindest die „Großen“ hätten eine gute Rechtsabteilung). Auch die neue EU-Verordnung wurde bereits am 18.10.2011 veröffentlicht, aber anscheinend entweder nicht zur Kenntnis genommen oder einfach ignoriert. Und die Händler haben jetzt auf deutsch gesagt die Arschkarte – die haben jetzt den „Spaß“ und dürfen tausende von Artikelbeschreibungen ändern. Ganz zu schweigen davon, daß sie mit Bergen von Garnen dasitzen, die alle auf der Banderole gesetzeswidrig gekennzeichnet sind. Und ab heute jeden Tag ängstlich den Postboten erwarten, der ihnen womöglich eine Abmahnung in Haus bringt.

2.  Die vorgeschriebenen Faserangaben, die ja an sich der ausführlicheren Information des Verbrauchers dienen sollen, sind unzureichend – bei Handstrickgarnen führen sie in vielen Fällen sogar zu einer Minderinformation. Da haben sich die Gesetzgeber ganz offensichtlich viel zu wenig mit der Materie beschäftigt.

3. Und das ärgert mich am meisten: Es haben bereits diverse Online-Shops Abmahnungen von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs bekommen. Und zwar schon Anfang dieser Woche, also sogar noch vor dem 8.5.2012. Mit einer der betroffenen Händlerinnen habe ich telefoniert und es ist wohl so, daß sich diese Zentrale nur einschaltet, wenn ein Mitbewerber einen Verstoß zur Anzeige gebracht hat. Sprich, da treibt das Denunziantentum mal wieder wilde Blüten.
Es kotzt mich echt an, daß jemand seine Mitbewerber anschwärzt – und das wegen so einem Pillepalle, der niemanden interessiert außer ein paar Bürokraten. Oder habt Ihr Euch von den Angaben auf den Banderolen bzw. in den Shops bisher schlecht informiert gefühlt? Also ich nicht.
Für mich ist jemand, der seinen Branchenkollegen auf diese Art und Weise ans Bein pinkelt, ein widerlicher Drecksack. Sorry, aber dazu fällt mir echt nur Gossensprache ein. Konkurrenz hin oder her, sowas macht man einfach nicht. Ein anständiger Shopinhaber würde den anderen persönlich ansprechen und ihn auf die Problematik hinweisen. Verdammt noch mal, wir lieben doch alle Wolle und stricken – wir sollten uns gegenseitig unterstützen und nicht Steine in den Weg legen!

Weitere Stellungnahmen/Blogeinträge zum Thema (die Liste werde ich bei Bedarf erweitern) findet Ihr bei:

49 comments for “Die Textilkennzeichnungsverordnung

  1. 11. Mai 2012 at 22:55

    Es gibt aber auch noch den Punkt 13 in dieser Verordnung:

    (13) The use of textile fibre names or descriptions of fibre compositions which enjoy particular prestige among users and consumers should be made subject to certain conditions. Furthermore, in order to provide information to users and consumers, it is appropriate that the textile fibre names are related to the characteristics of the fibre.

    Und nun auf deutsch:

    (13) Für den Gebrauch von Bezeichnungen von Textilfasern und Beschreibungen der Faserzusammensetzung, die bei den Benutzern und Verbrauchern besonderes Ansehen genießen, sollten bestimmte Bedingungen gelten. Damit die Benutzer und Verbraucher Informationen erhalten, ist es zudem angezeigt, dass die Bezeichnungen von Textilfasern auf die Eigenschaften der Faser Bezug nehmen.

    Und wie sieht es damit aus??? Genießen Merino, Baby-Alpaka, Kid-Mohair und weitere schöne Fasern nicht besonderes Ansehen???

    In der Praxis wurde es bisher gelebt – weltweit und von den EU-Ländern auch – nur wir deutschen stoppen die Weiterentwicklung dieser Textilkennzeichnungsverodnung durch Reduzierung auf Anlage 1 im „Elementarzustand“. – meine Meinung. Leider haben alle Hersteller in der Tat verschlafen, die „besonderen Ansehensfasern“ in die Liste aufnehmen zu lassen, aber es kann doch nicht zu spät sein …. sonst würde doch Punkt 13 nicht da stehen!!! Also da kann sich vielleicht doch noch was bewegen ….. wir sind doch nur ein Teil der EU-Länder!!!
    Renate – eine Abgemahnte seit einer Woche!

  2. 11. Mai 2012 at 23:37

    Und wie kann man hier ein Veto einlegen? Also meiner Meinung nach müssten doch Hundert tausende von Strickerinnen Gehör auf offizieller Seite finden, wenn wir hier einen Massenbrief loslassen würden.

  3. GabrieleS
    12. Mai 2012 at 06:40

    Naja, mit den Abmahnungen ist es doch so: es geht nicht um die Sache, es geht ausschließlich darum, a) jemandem Geld abzuzocken oder b) einen Mitbewerber zu schwächen.
    Mit Fairness hat das wenig zu tun. (und das bezieht sich nicht nur auf Wolle). Es gibt schließlich schon Firmen/ Kanzleien, die nur durch das Internet stöbern, um jemanden zu finden, den sie abmahnen können.

    Solange es also nicht endlich vernünftige Gesetze in dieser Richtung gibt, wird das auch so weitergehen: wer im Internet „arbeitet“, muss ganz einfach aufpassen, dass er absolut und immer up-to-date ist. Das ist nicht böse gemeint! Aber andererseits profitiert man ja auch vom Arbeiten im Internet, dadurch, dass alles „in real time“ passiert und man schneller ist, als Mitbewerber vor Ort.
    Hier in diesem Beispiel ist das natürlich völlig daneben, aber ich muss sagen, es gibt schon einige Beispiele, in denen ich mich ärgere, dass Internet-Anbieter meinen, sie könnten doch mal einfach so arbeiten, wie sie das wollen: Stichworte Copyright, AGB, vor allem Widerruf/ Rücksendung und Impressum.

    Unsere Gesetzgeber sind auf das Medium Internet absolut gar nicht eingestellt, da müsste man mal etwas gegen machen.

    Ansonsten: nein, ich fühle mich in Online-Shops nicht falsch informiert, wenn es um die Wolle geht. Ich finde allerdings, dass man manchmal besser kennzeichnen könnte, wieviel gramm ein Knäuel hat (für Anfänger ist das manchmal verwirrend)

  4. 12. Mai 2012 at 06:56

    nach Preisangabeverordnung ist doch jeder im Onlineshop verpflichtet, die Preise auf 100g „vergleichbar“ zu machen, d.h. damit hast Du (GabrieleS) auf alle Fälle die Möglichkeit des Vergleichs und auch die tatsächliche Knäuel“größe“.

  5. Michaela
    12. Mai 2012 at 07:15

    Wie ist das jetzt z.B.wenn ich im Laden einen Mantel kaufe und dort 100%Wolle drauf steht?Dann kann das alles mögliche sein?Egal ob es jetzt New Wool ist oder vom toten Schaf kommt?Oder ob es sich um altes Material handelt,was neu verarbeitet wird?
    Oder habe ich das was falsch verstanden?

    Liebe Grüße!

  6. GabrieleS
    12. Mai 2012 at 07:22

    Danke @Martina Schimbach.
    Ja, allerdings wäre es einfacher, wenn ich direkt sähe: es geht um 25 gr, als wenn ich das umrechnen müsste, weil ich den 100gr_preis habe. Wie schon geschrieben: für „alte Hasen“ ist das bestimmt etwas, was man im Schlaf macht. Für „Neulinge“ im Online-Wolle-Shoppen ist es teilweise verwirrend

  7. 12. Mai 2012 at 07:33

    mmhhh sorry GabrieleS Preisangabeverordnung regelt nur für den Endverbraucher das Vergleichen von Preisen (siehe Lebensmittelbranche). Die Angabe des Knäuelinhalts/gewichts ist definitiv ein Bestandteil der Beschreibung und neben der Preisangabeverordnung Pflicht.

  8. Ev
    12. Mai 2012 at 07:38

    Für mich ist eine der interessanten Fragen die, warum ausgerechnet Renate Grunert-Paul mit zu den ersten Abgemahnten gehört … ein Schelm, wer übles dabei denkt. Nein, Spaß beiseite, vollkommen inkorrekt, sich aufgrund von Denunziantentum einen eigenen Vorteil zu versprechen – früher oder später geht so ein Schuss nach hinten los. Und dabei wünsche ich dem-/der-/denjenigen dann ganz viel Spaß daran.

    Nun ja, bleibt als Konsequenz daraus, zukünftig nicht nur bei den Lebensmitteln, sondern nun auch im Hobby immer schön das Kleingedruckte auf der Ware zu lesen oder 1. nachzufragen, 2. nachzufragen, 3. nachzufragen – und im ungünstigsten Fall: hinlegen, rausgehen und im nächsten Laden das ganze Spiel erneut von vorne.

    Das nervt einfach nur noch: EU-Banane, EU-Gurke und nun auch noch die EU-Wolle 🙁 …

  9. Melanie
    12. Mai 2012 at 07:44

    Wie schaut es denn mit Zusatzbezeichnungen aus? Wäre z.B.
    „50% Schurwolle (Merino), 30% Mohair (Kid Mohair), 20% Alpaka (Baby Alpaka)“ erlaubt?
    Das erspart den Händlern jetzt nicht die Arbeit des Umetikettierens, wäre aber eine Alternative, um den Kunden direkt zu informieren, um welche Qualitäten es sich handelt.

  10. 12. Mai 2012 at 08:10

    Liebe Ev, diese Abmahnbriefe sind in Mengen – inzwischen um die 34 – innerhalb einer Woche verschickt worden – und hat sowohl uns Abgemahnte, wie auch die Hersteller wie eine Keule getroffen. Und ich sage Dir, wir geben nicht auf!! Wir, dass bin nicht nur ich, sondern viele andere HändlerInnen auch und viele Firmen, der Verband Initiative Handarbeit, das Fachblatt marktintern – es wird versucht, was verschlafen wurde – nämlich die Liste der Anlage 1 – eventuell noch auszuarbeiten. Warten wir mal die nächste Woche ab, was die Fachanwälte der Firmen herausbekommen.

  11. 12. Mai 2012 at 08:14

    Klammersetzung ist nicht erlaubt! – Nach momentanen Stand. – Und das war die letzte Woche auch die Problematik, dass sich auch die Hersteller erst mal kundig tun mussten, was jetzt eigentlich geschrieben werden darf und was nicht – das war ein Hin und ein Her. Ich werde in meinem Shop auch noch alles ändern müssen – habe aber vor lauter Studieren der 64 Seiten der neuen Verordnung und Rumtelefoniererei mit verschiedenen Lieferanten noch keine Zeit dazu gefunden – passiert aber schnellstens auch.

  12. Elke W.
    12. Mai 2012 at 08:14

    Diese Verordnung ist eindeutig ohne die Mitwirkung der Lobbyisten der Handstricker verfaßt worden. 🙂
    Die meisten der Politiker kennen doch nur noch Oma die im Schaukelstuhl sitzt un diese kratzigen Socken oder Pullover strickt. Oma hat die Wollsocken (hier vermulich auch die klassische Sockenwolle) nur mit dem Spruch übergeben: „Junge zieh die Wollsocken an, die halten schön warm.“

    Ich schlage Tichiro als Hauptlobbyist für Brüssel vor, oder müßte man diesen Politikern nicht mal zeigen, das eine detailiertere Kennzeichnung von Wolle einfach wichtig ist?

  13. Ev
    12. Mai 2012 at 08:24

    Gut so! Bitte nicht aufgeben! Renate – Ihr seid nicht alleine! Müssen die Kunden halt auch mal in dem Moment aufstehen, in dem sie gebraucht werden! Wolle ist genau so wenig gleich Wolle, wie Fleisch gleich Fleisch ist. Diese Verdummbeutelung kann nur mit unmündigen, desinteressierten Abnehmern funktionieren.

  14. Marion (Nadamavie)
    12. Mai 2012 at 08:54

    Ich kann mich hier nur zu den Abmahnungen äußern, ein Schandfleck der deutschen Justiz.
    Ich bin selber in einem ganz anderen Zusammenhang vor einem halben Jahr Opfer eines Abmahnanwalts geworden und man kann sich dagegen wehren.

    Ich habe seinerzeit 3 Tage recherchiert und jeden Punkt der Abmahnung hinterfragt bzw. wiederlegt.
    Von dem Anwalt und der Abmahnung habe ich nie wieder etwas gehört.
    Kernpunkt für den Erfolg war:

    Der Begriff der rechtsmissbräuchlichen Abmahnung.

    Hierzu findet sich auch einiges im Netz:

    Eine Abmahnung gilt dann als rechtsmissbräuchlich, wenn nicht wettbewerbsrechtliche oder urheberrechtliche Interessen im Vordergrund stehen, sondern die Gebührenerzielungsabsicht oder Schikane des Wettbewerbers beabsichtigt sein könnte. .
    Das LG Bochum hat eine Abmahnung als rechtsmissbräuchlich angesehen, bei der der seitens des Anwalts angesetzte Gegenstandwert der Bedeutung der Sache nicht angemessen war und die Fristen für die Abgabe der Unterlassungserklärung und Zahlung der Gebühren besonders kurz waren. (LG Bochum, Urteil v. 13.07.2010, 12 O 235/10).

    Mit diesem Ansatz kann die Abmahnung geprüft und ihr widersprochen werden.

    (Ist ne eklige Arbeit und es gibt keine Erfolgsgarantie, aber besser als 800 EUR zahlen (in meinem Fall)

    weitere Indizien:

    Ein weiteres Indiz für rechtsmissbräuchlichen Abmahnungen ist ein nur abstrakt bestehendes Wettbewerbsverhältnis Das BGH erkannt in einem Fall den Rechtsmissbrauch an, da allenfalls ein abstraktes Wettbewerbsverhältnis bestand und ein Aufeinandertreffen zweier Unternehmen am Markt eher unwahrscheinlich war.

    (In meinem Fall konnte ich dann nachweisen, dass die Denunziantin und ich auf inhaltlich unterschiedlichen Märkten unterwegs sind. Es reicht aber für Wollhändler ggf. ein Hinweis, ein anderes Zielmarktklientel zu bearbeiten. Merke: Abmahnanwälte sind grundsätzlich faul, es gibt genug zahlende, weil eingeschüchterte Kleinunternehmer und die Erwiderung eines Widerspruchs birgt Arbeit in sich (und ich habe eine ausführlich Leistungsbeschreibung und Zielmarktdefinition geschrieben).

    und hier noch:

    ein weiteres Indiz für den Tatbestand der rechtsmissbräuchlichen Abmahnung. Eine hohe Zahl von Abmahnungen lassen nach BGH Urteil v. 06.04.2000, I ZR 67/98 die im Vordergrund stehende Gebührenerzielungsabsicht des Anwalts, nicht aber das Interesse an einer Marktbereinigung erkennen.

    (Die Denunziantin hatte mir bei meinem wütenden Anruf gesagt, dass sie mich nicht kenne, aber der RA ALLE ihre Fälle bearbeite. (Ich habe sie genüßlich zitiert)….. wenn hier jetzt ne Abmahnwlle startet, können vielleicht sich alle abgemahnten zentral (hier?) melden und die schiere Zahl der Abmahnbriefe kann als Indiz für den Rechtsmissbrauch genutzt werden.

    Zu den Inhalten kann ich nichts sagen, da ich das Thema nicht kenne, aber es lohnt sich, einer Abmahnung begründet zu widersprechen.

    Marion

    PS: Notfalls – wenn es nicht überhand nimmt – helfe ich bei den Formulierungen, aber ich bin KEINE Juristin, nur Dipl.-kff mit juristischen Grundkenntnissen

  15. 12. Mai 2012 at 08:57

    Das ist ja echt der Hammer! Als Kunde muss man sowieso stets aufpassen, dass einem nicht irgendetwas untergejubelt wird…
    jetzt auch noch Wolle. Die lassen echt nix aus!

    Wir bei Ravelry sind doch über 2 Millionen Kunden, lässt sich da nicht eine Gegenaktion starten?

  16. 12. Mai 2012 at 09:42

    Post im Ladenbriefkasten von der Wettbewerbszentrale – ich hatte einen Tipp von einem Lieferanten bekommen, den Namen und die Anschrift des Beschwerdeführers mit Hinweis auf das AG Düsseldorf Az. 33 C 5542/03 gem. § 34 BDSG zuverlagen. Hier die Antwort:

    .. das Amtsgericht Düsseldorf hatte seinerzeit entschieden, dass in dem Fall, dass die persönlichen Daten vom Beschwerdeführer bekannt gegeben worden sind, unter Umständen ein Auskunftsanpruch besteht.

    Im vorliegenden Fall haben wir vom Beschwerdeführer lediglich Ihre Internetseite genannt bekommen mit der Maßgabe bezüglich der unzureichenden Textilkennzeichnunt, weitergehende Schritte einzuleiten. Ihre persönliche Daten haben wir Ihrer Internetseite entnommen.

    Insoweit besteht definitiv keine Auskunft auf Angabe des Namens und der Anschrift des Beschwerdeführers.

    Wir empfehlen Ihnen sich bei einem Rechtsanwalt nach der Sach- u. Rechtslage zu erkundigen.

    … und sie setzen mir nochmals eine Frist zur Abgabe der Unterlassungserklärung….. – darüber bin ich jedenfalls sehr dankbar…. in der nächsten Zeit wird also aus Super-Kid Mohair nun 100 % Mohair, aus 100% Organic Merino wird 100% Schurwolle, aus 100 % Merino extrafine wird auch 100 % Schurwolle, aus 65 % Baby Alpaka/35 % Maubeerseide wird 65 % Alpaka/35 % Seide…. usw. – wie traurig.

    Dennoch, vielleicht wird doch noch auf höchster Ebene erreicht, dass Begriffe in die Liste der besonderen Faserbezeichnungen aufgenommen werden – Die anderen EU-Länder werden sagen, „die spinnen, die Deutschen“ – jedenfalls gibt es dort keine Wettbewerbszentrale die abmahnt…..

  17. Mona NicLeoid
    12. Mai 2012 at 09:47

    Was hier so alles an haarsträubendem Blödsinn verzapft wird, ist echt nicht zu glauben. Erst lesen, dann denken, dann schreiben.

    Zunächst mal möchte ich, wie auf Ravelry schon gesagt, daran erinnern, dass es sich um eine Verordnung für die gesamte Textilindustrie handelt. Und in erster Linie wird damit endlich mal der verbreiteten Fehlbeschreibung von Kleidung ein Riegel vorgeschoben. Lest euch bei Interesse mal bei Kate Davies (das ist die Designerin des bekannten Eulenpullovers) im Blog die Artikel zur „Campaign for Wool“ durch: http://katedaviesdesigns.com/tag/campaign-for-wool/

    Meiner Meinung nach ist es absolut zu befürworten, dass hier durch eine einheitliche EU-Richtlinie mehr Klarheit geschaffen wird.

    Handstrickgarn ist ein sehr sehr kleiner Bereich innerhalb der großen Textilindustrie. Es mag gut sein, dass bei der Entwicklung dieser Verordnung niemand für die Belange dieser speziellen Branche eingetreten ist.

    Ich stimme aber Tichiro zu, der eigentliche Skandal hier ist keinesfalls die Verordnung, sondern die Abmahnungen. Das ist ein dreckiges mieses Geschäft, und wenn man gegen irgendwas protestieren will, dann sollte man dagegen protestieren.

  18. 12. Mai 2012 at 09:52

    @ alle, die eine Abmahnung bereits bekommen haben oder eventuell noch erhalten werden!
    Geht den Text der Abmahnung ganz genau durch und achtet dabei auch auf die Kleinigkeiten.
    Die Wettbewerbszentrale warnt seit dem 18.04.2012 vor fingierten Abmahnungen:

    http://www.wettbewerbszentrale.de/de/aktuelles/_news/?id=1193

    Es kann also durchaus sein, dass irgendwelche Schlaumeier meinen, sich eine goldene Nase verdienen zu können und diese Situation jetzt ausnutzen. Dem schieben wir doch dann mal genüsslich ein riesengroßes P!! vor.

    Ansonsten gilt: Achtet in Euren Shops auf die Erfüllung sämtlicher gesetzlichen Vorgaben , wie z. B. PreisangabeVerordnung (hier speziell Grundpreisangabe). Wie Martina Schimbach schon weiter oben schrieb:

    „Die Angabe des Knäuelinhalts/gewichts ist definitiv ein Bestandteil der Beschreibung und neben der Preisangabeverordnung Pflicht.“

    Die Materialzusammensetzung muss in absteigender Reihenfolge genannt werden (siehe hierzu: Textilkennzeichnungsgesetz). Beispiel: Ein Material, welches sich zu 80 % aus Polyacryl und 20 % Wolle zusammensetzt, darf auf der Banderole die Materialien auch nur folgendermaßen aufgelistet werden:

    80 % Polyacryl
    20 % Wolle

    Wird es umgekehrt gemacht, ist es nicht gesetzeskonform und führt unweigerlich zu einer Abmahnung.

    Desweiteren hat der Shopbetreiberblog diverse White Paper für die rechtskonforme Gestaltung von Onlineshops herausgebracht. Geht einfach mal auf die Seite und betätigt dort die Suche.

    LG Sabine

  19. 12. Mai 2012 at 10:08

    Danke für den Hinweis, liebe Sabine, aber das wurde bereits geprüft – ist die „richtige“ Wettbewerbszentrale…. und Danke auch für den Tipp vom Shopbetreiberblog.

    LG
    Renate

  20. Chaluda
    12. Mai 2012 at 12:18

    Zum Teil habe ich das hier veröffentlichte nur überflogen, deswegen entschuldigt im voraus, wenn ich falsch zitiere.
    Grundsätzlich bin ich ganz Eurer Meinung, dass die Neubeschriftung für eine WollKÄUFERIN/ einen WollKÄUFER nicht mehr richtig Aussage kräftig sind, denn es fallen ja jetzt die Sonderbezeichnungen für Wolle von Jungtieren (Baby-, Kid-, Virgin Wool, etc.), sowie besondere Schafrassen (z.B. Merino) weg. Soweit so Schade!
    ABER: Mona MicLeoid brachte mich zum nachdenken, es geht ja hierbei um die gesamte Textilbranche, sprich auch Fertigware.
    Wie oft wird bei, z.B. einem Mantel, als Materialangabe 100% Wolle angegeben. Dabei denken dann 90% der Leute an Schurwolle, was es aber zum Teil gar nicht ist! Meist wurde diese Wolle von einem TOTEM Tier gewonnen (ok, wie alt das Tier war, weiß man in Zukunft auch nicht mehr), ausschließlich der Begriff SCHURWOLLE besagt, dass die Wolle von einem LEBENDIGEM Tier gewonnen wurde. Vielleicht wird in Zukunft dann endlich eingesehen, wie günstig Stricken eigentlich wirklich ist, im Gegensatz zu der gekauften, Qualitätsgleichen Ware.
    Was die Abmahnungen angeht, finde ich es unmöglich, eigentlich sollten die Anschwärzer erst einmal eine Zeitlang boykottiert werden, aber wenn ich es richtig verstanden habe, haben sie wohl selber erst mal Schaden davon ?!?!?!
    Was die Garnhersteller angeht, kann ich nicht verstehen, wie sie die Richtlinien solange ignoriert haben und sich einfach darüber hinweggesetzt haben und eventuell andere Wege gefunden hätten, Wolle zusätzlich (s.o.) als Jungwolle oder Unterrasse zu deklarieren.
    Mir tun gerade alle Wollhändler leid, die dadurch jetzt das Nachsehen habe, weil sie ja die alt ausgezeichneten Wollen führen.
    wolli………äh………schurwollige Grüße aus Köln

  21. 12. Mai 2012 at 12:52

    Tja, ich bin dann mal weg, meine Artikel vereinheitlichen.
    Aus Kaschmir wird dann mal WOllE.
    Traurig.
    WOLLige Grüße, Gesine

  22. 12. Mai 2012 at 12:57

    Nein, nein, Kaschmir bleibt Kaschmir 🙂
    Guck Dir bitte den Faserkatalog zur Verordnung an.

  23. 12. Mai 2012 at 13:08

    Ich lasse mir jetzt ganz viel Zeit beim Überarbeiten…
    Wie unterscheide ich bzw. mein Kunde wohl meine beiden Artikel Maulbeerseide und Tussahseide???

  24. 12. Mai 2012 at 13:12

    Den Namen für den Artikel darfst Du beibehalten, sofern er nicht irreführend ist (z.B. dürftest Du 100% Polyacryl nicht nennen „Kuschelwolle“).
    In der Zusammensetzung gibst Du bei beiden an „100% Seide“
    In der weiteren Artikelbeschreibung darfst Du dann schreiben, um welche Seide es sich genau handelt.

  25. Bea
    12. Mai 2012 at 14:26

    Ich werd dann wohl erstmal meinen Shop offline nehmen und alles überprüfen.

    Grüßle, die Bea

  26. Monika
    12. Mai 2012 at 16:30

    bei der Bekleidungsindustrie ist es wie bei den Garnen: es darf ja eine Verordnung geben, nur sollte dann erlaubt bzw. es Pflicht sein, einen Mantel nur dann als 100% Schurwolle zu bezeichnen, wenn es auch so ist, nämlich vom lebenden Tier geschoren, und dann wäre es auch erlaubt bzw. Pflicht, einen Pullover mit 100% Merino zu bezeichnen. Jetzt ist alles 100% Wolle, egal ob aus Merino oder Heidschnucke.

    Im Übrigen gibt es für jeden Verbraucher die Möglichkeit, sich hierüber bei der zuständigen Verbraucherzentrale zu beschweren…..

  27. 12. Mai 2012 at 17:50

    @Monika:
    Aber das war doch schon immer so!! Da hat sich diesbezüglich nicht das geringste geändert.
    Reine Schurwolle darf nur vom lebenden Tier stammen und noch nie verarbeitet worden sein. Sie muss den Verbraucher auf direktem Weg erreichen.
    Wenn ein Kleidungsstoff oder Garn aus wiederverwendeter Schurwolle hergestellt wird, darf es nicht mehr als Schurwolle in den Verkehr gebracht werden. Dann ist es nur noch unter der Bezeichnung 100 % Wolle möglich.
    Ich würde allen mal empfehlen, sich beim Internationalen Wollsekretariat schlau zu machen. Die setzen die Regeln für den Begriff Schurwolle fest.

    LG Sabine

  28. 12. Mai 2012 at 18:03

    Nochmals eine eindringliche Bitte an alle mitlesenden Kollegen hier:

    Wenn Ihr jetzt an Euren Shops arbeitet, dann achtet bitte nicht nur auf diese neue EU-Verordnung, sondern werft auch einen Blick auf die Preisangabeverordnung.
    Wir sind nicht nur dem Textikennzeichnungsgesetz, sondern auch zur Grundpreisangabe. Diese hat in direkter Nähe zum Verkaufspreis zu stehen und nicht irgendwo in der Produktbeschreibung. Das bedeutet, wenn Ihr z. B. ein Produkt im Preis herabsetzt, dann muss auch der Grundpreis entsprechend geändert werden.
    Desweiteren, falls es bis jetzt an Euch vorbei gegangen sein sollte, kümmert Euch ganz dringend um Euren Bestellbestätigungsbutton. Dort darf jetzt nicht mehr „Bestellung absenden“ draufstehen, sondern es muss eine eindeutige Formulierung verwendet werden, die Zahlungspflicht kennzeichnet. Ein eindeutiger Begriff wäre z. B. „Kaufen“. Wenn Ihr das nicht macht, dann schließt Ihr keine gültigen Verträge ab. Und was das bedeutet, brauch ich Euch ja nicht zu erläutern.

    LG Sabine

  29. 12. Mai 2012 at 18:47

    Falls ich es hier irgendwo überlesen habe, dann sorry, aber, wie erkenne ich in Zukunft, ob es sich beispielsweise um Merino handelt, wenn der Shopbetreiber es nicht extra in der Beschreibung erwähnt, sondern nur 100% Wolle da steht?

  30. 12. Mai 2012 at 19:02

    Da würde ich sagen, dass es erst einmal gar nicht zu erkennen ist. Es sei denn, der Hersteller verwendet es im Produktnamen.
    Lana Grossa macht es z. B. so. Da gibt es eine Qualität mit Namen Merino 2000. Als Zusammensetzung darf dann aber eben nur 100% Wolle bzw., wenn es sich um Schurwolle handelt, 100 % Schurwolle auf der Banderole stehen.

    LG Sabine

  31. Mona NicLeoid
    12. Mai 2012 at 19:58

    @ Susi: Ich würde mir da keine Sorgen machen, die Hersteller und Händler werden alle dafür sorgen, dass die relevanten Informationen dabeistehen.

    Wie schon x mal gesagt, es geht hier bei der Kennzeichnungsverordnung darum, dass eine bestimmte Mindestinformation in ganz bestimmter Form angegeben werden *muss* – es geht nicht darum, die Hersteller und Händler daran zu hindern, detaillierte Informationen hinzuzufügen.

    Beispiel: Wo jetzt auf einer Garnbanderole steht „20% Merino, 30% Baby Alpaka, 50% Polyacryl“, wird in Zukunft so etwas stehen wie „50% Polyacryl, 30% Alpaka, 20% Schurwolle — mit extrafeiner Merinowolle und Baby Alpaka“.

  32. 12. Mai 2012 at 21:39

    Aha, dann bin ich ja beruhigt, dass man das noch erkennen kann.
    Wäre ja auch völlig unsinnig, wenn es nicht ersichtlich wäre, wenn hochwertige Wolle verwendet wird.
    Danke Euch beiden für Eure Antworten.

  33. 12. Mai 2012 at 22:48

    also Mona wenn da in Deinem Beispiel Schurwolle steht, wird es leider nicht korrektt ausgezeichnet, Schurwolle darf man nur bei 100% verwenden.
    keine rechtsberatung, persönliche meinung

  34. 13. Mai 2012 at 07:58

    Durch diese Diskussion bin ich (als Verbraucher) nun besser informiert. Danke! Trotzdem bleibt es schade daß man als Kunde genauere Informationen (über die Qualität der Fasern) zukünftig erst suchen muß. Und die Abmahnwelle ist sowas von bescheuert!

  35. maroni
    13. Mai 2012 at 08:48

    Ich weiß ja nicht worüber man sich da so aufregt, wenn Wolle jetzt anders gekennzeichnet werden muss………bei Lebensmitteln , die ja in erheblich größeren Mengen verkauft werden regt sich ja auch kaum einer auf, da wird munter der fertige Erdbeerjoghurt gekauft und tatsächlich geglaubt, dass die roten Brocken Erdbeeren sind.
    Ein guter Garnhändler wird schon einen Weg finden um mitzuteilen, was genau in dem Garn enthalten ist…………….wer das nicht tut, da sollte man dann schon ein wenig misstrauisch werden

    Abmahnen ist mittlerweile ein lukratives Geschäft…………wehrt euch, man braucht zwar Nerven, aber es geht.

  36. 13. Mai 2012 at 09:08

    @ Mona

    Solche Beispiele wie die von Kate Davies wird es leider weiterhin geben können. Genauso wie der Hersteller von qualitativ hochwertigem Garn weiterhin im Artikelnamen oder in einer zusätzlichen Beschreibung die Schafrasse oder das Alter des Tieres angeben kann, können Hersteller von Billigklamotten ihren Produkten weiterhin irreführende Namen geben und irreführende Beschreibungen dazusetzen, es zählt ja letztendlich nur die Angabe der Materialien, und die entspricht auch bei Kate Davies‘ Beispielen in vielen Fällen (sofern denn die Materialzusammensetzung dabeisteht) besagter Norm.

    Klar ist eine einheitliche Norm prinzipiell zu befürworten, aber im Fall von Handstrickgarn spielt _diese_ Norm leider Herstellern von schlechterer Qualität in die Hände.

  37. 13. Mai 2012 at 09:23

    @Renate Grunert-Paul
    Liebe Renate, bitte geh unbedingt vorher zu deiner Anwältin. Wenn du die Unterlassungserklärung so unterschreibst, könnte das juristisch als Anerkenntnis gewertet werden, das ist ganz gefährlich.

    Und im übrigen kommt es immer darauf an, ob tatsächlich eine Täuschung vorliegt, also ob du die Verbraucher betrogen oder benachteiligt hast und ob dadurch ein Schaden entstanden ist.

    Und – auch wenn es falsch und nicht verordnungskonform ist – wenn du 100% Merino also solches verkaufst und nicht als 100% Wolle liegt kein Betrug, keine Täuschung oder was auch immer vor und dem Verbraucher entsteht definitiv kein Schaden.

    Es gab ja so viele Verfahren, wo horrende Schadensersatzforderungen aus diesen Gründen dann abgeschmettert worden sind, ich sag nur Outdooranbierter gegen DaWanda-Verkäufer oder Stadtplananbieter gegen Geburtstagspartyeinladender, Liedtext runterladender Teenager gegen Musikindustrie …

    Ich drücke dir die Daumen.

  38. 13. Mai 2012 at 09:35

    Moin zusammen!
    @ Martina Schimbach: Schau Dir mal bitte ganz genau den Art. 8 in der Verordnung an. Absatz 1 und 2 sagen genau, was Sache ist.

    Alpaka und Schafshaare dürfen allgemeinhin als Wolle bezeichnet werden. Schurwolle ist eine Wollfaser, die

    „niemals in einem Fertigerzeugnis enthalten war und die weder einem anderen als dem zur Herstellung des Erzeugnisses erfor­derlichen Spinn- und/oder Filzprozess unterlegen hat noch einer faserschädigenden Behandlung oder Benutzung ausgesetzt wurde.“

    Absatz 2:

    (2) Abweichend von Absatz 1 dürfen die in Anhang III ge­
    nannten Bezeichnungen für die in einem Textilfasergemisch ent­
    haltene Wolle verwendet werden, wenn alle folgenden Bedin­
    gungen erfüllt sind:

    a) die gesamte in dem Gemisch enthaltene Wolle entspricht
    den Voraussetzungen des Absatzes 1;

    b) der Anteil dieser Wolle am Gesamtgewicht des Gemischs
    beträgt nicht weniger als 25 %;

    c) die Wolle ist im Fall eines intimen Fasergemischs nur mit
    einer einzigen anderen Faser gemischt.

    Die vollständige prozentuale Zusammensetzung eines solchen
    Gemischs ist anzugeben.

    Ergo, wenn also das verwendete Alpaka und das Schafshaar vom lebenden Tier noch nie verarbeitet worden sind, dann darf es aus dem Grund als Schurwolle bezeichnet werden. Und da der Anteil der verwendeten Wolle in unserem Fall bei 50 % liegt, was deutlich mehr ist als die geforderten 25 %, darf es auch als Schurwolle bezeichnet werden. Ebenfalls wird die im Gemisch vorhandene Wolle nur mit einer einzigen Faser (hier das Polytierchen) gemischt.

    Unser Beispielgarn könnte also auch so ausgezeichnet werden:

    50 % Schurwolle, davon Baby Alpaka 30 %, Wolle vom Merinoschaf 20 %
    50 % Polyacryl

    Das ist meine persönliche Meinung dazu. Ich warte ab, was sich die Hersteller dazu einfallen lassen.

    LG Sabine

  39. 13. Mai 2012 at 13:57

    Du meine Güte, wird hier nicht ein bisschen viel Wirbel gemacht? Wenn schon in der Vergangenheit viel falsch gekennzeichnet war, ohne dass jemand auf die Guillotine kam, legt das dann nicht nahe, dass das jetzt auch nicht so heiß gegessen wird, wie Ihr es hier kocht? Also sachte Leute…

  40. Liane
    13. Mai 2012 at 14:22

    My My…what a mess! Muessen sich denn diese Politker immer reinmischen wovon sie nix wissen? Ich kann verstehen das auf Lebensmittel alles schoen aufbeschrieben werden muss, aber lasst doch die Wolle in Ruhe!! Je detailed, je besser, denke ich.
    So nun meine Frage, wenn ihr Wolle aus dem Ausland bestellt, wo diese Verordung nun nicht existiert, dann was?? wenn ein auslaendischer (und hiermit meine ich nun Laender nicht in der EU) Wollladen nach EU liefert, muss er dann die Banderole wechseln damit er sich euren Gesetzen anpasst?
    Wirklich interessant fuer mich das zu verfolgen.

    Liane
    aus Canada

  41. Ruthy
    13. Mai 2012 at 17:08

    Hier:
    https://secure.ombudsman.europa.eu/atyourservice/secured/complaintform/home.faces
    gäbs ein Beschwerdeformular an die EU/den EU-Bürgerbeaufragten.
    Ich als bisher Nur-Käuferin fühl mich ehrlich gesagt vera…von diesem Zirkus. Gut, daß manchen Phantasiebezeichnungen in der Textilindustrie ein Riegel vorgeschoben werden soll, ist ja grundsätzich erst mal löblich. Aber das ich als Verbraucher von Wolle jetzt irgendwelche Zusatzbeschreibungen lesen soll, die mich a) eigentlich gar nicht interessieren und b) nur unnütz zusätzlich Zeit kosten, find ich nicht so toll. Das Abmahnungen deswegen rausgehen, find ich absolut doof, wem tut ein Shop denn damit weh, wenn als Bezeichnung Merino, Alpaka oder sonstwas geschrieben wird, so wie bisher?
    Absolutes no go für mich ist aber diese „Schnucki-Mentalität“ (wer bei der Wollsucht gelesen hat, weiß, wie ich das mein). Ich kann bloß hoffen, daß alle diese Schnuckis selber einen Tritt in den Allerwertesten bekommen, sie hätten es mehr als verdient!!!

  42. 13. Mai 2012 at 18:22

    Wie gut, dass die EU keine anderen Probleme hat…

    LG Andrea

  43. 13. Mai 2012 at 20:28

    ich kann Andrea D. nur zustimmen – wir scheinen keine weiteren Probleme zu haben

    die Herren da in Brüssel halten ihren Rüssel wirklich überall rein 😉

    ich finde ja diese Abmahngeier am schlimmsten, immer schön mit der Angst der Leute spielen und auf´s große Geld hoffen – schrecklich!!

    aber Mädels, bitte dabei mal nicht das „voten für Pfoten“ vergessen, wir sind leider schon wieder ziemlich abgeschlagen auf Platz 7 !!!!

    liebe Grüße
    Manu

  44. 14. Mai 2012 at 11:51

    Moin zusammen!
    Ich habe noch einen Link zum Thema gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

    http://www.gesamtmasche.de/presse/dokument?id=8

    Dort nennt Max-Lion Keller, der Rechtsanwalt aus der IT-Recht Kanzlei München, sehr wichtige Punkte, die es für Onlineshops zu beachten gilt.

    LG Sabine

  45. 14. Mai 2012 at 11:54

    Geht in dem Heft gleich auf die letzte Doppelseite. Da findet Ihr den Artikel.

    LG Sabine

  46. 14. Mai 2012 at 18:57

    Hallo Liane,

    wenn Du als Privatperson aus Nicht-EU-Ländern bestellst, ist das für die Verordnung uninteressant, da braucht der ausländische Versender nichts zu ändern.
    Wenn Du aber als inländischer Wollshop aus dem Ausland Ware beziehst, musst Du die Banderole entsprechend abändern.

    Liebe Grüße
    Tina

  47. Claudi
    15. Mai 2012 at 15:50

    Mal so kurz angemerkt, weil ich es hier mehrfach in den Kommentaren gelesen habe:
    Es gibt bei den Bezeichnungen KEINE Schurwolle mehr, sondern nur noch „Wolle“.

  48. 15. Mai 2012 at 15:57

    Stimmt nicht – siehe Artikel 8.

  49. Claudi
    15. Mai 2012 at 16:02

    Da kann man mal sehen, wie schnell man sich in dem Textkonstrukt verliert… ich habe das glatt nicht gefunden.

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