Randale in Eilbek?

Na großartig – nächsten Samstag findet in Hamburg eine genehmigte Neonazi-Demo statt und dieTypen latschen genau an meinem Büro vorbei. Gewaltbereite Linke werden auch erwartet. Unser Eismann macht an dem Tag zu, weil er Bange hat, daß die Ärger machen und mein türkischer Lebensmittelhändler überlegt auch, ob er lieber schließt.
Ich finde es unglaublich und absolut unverständlich, daß man so einen Aufmarsch in einem Wohngebiet zulässt. Demonstrationsfreiheit hin oder her, aber wenn Gewalt und Sachbeschädigungen vorprogrammiert sind, muss so etwas verboten werden. Ganz zu schweigen davon, daß die Kater von dem Radau völlig verschreckt werden.
Ich werde mich dann mal an dem Tag strickenderweise vor mein Büro setzen und meine Schaufensterscheiben bewachen… (und mir vorsichtshalber einen Feuerlöscher leihen)

Die geplante Gegendemo auf dem Rathausmarkt ist ja schön und nett, das nützt den Anwohnern und Geschäftsleuten hier aber leider gar nichts.

Der NDR war heute auch schon da und hat gefilmt und interviewt – mich auch :wink: Aus dem 3 Minuten-Interview wurden aber nur 3 Sekunden gezeigt, also nicht der Rede wert.

27 comments for “Randale in Eilbek?

  1. 26. Mai 2012 am 07:50

    Guten Morgen!!

    Es ist mir völlig unverständlich, dass das erlaubt ist!!!!!
    Ich bin mir fast sicher, in Österrech ist eine Neonazi Demo verboten!!

    viele liebe Grüße
    Uschi

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  2. 26. Mai 2012 am 08:08

    Ich drück dir und deinen Nachbarn und dem Rest der Stadt die Daumen, dass alles ohne Gewalt und Zerstörung verläuft!

    Lieben Gruß,
    Jana

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  3. Eira
    26. Mai 2012 am 08:55

    Ich frage mich – schon seit langem – was es ist mit diesen Menschen, die nicht aus der Geschichte lernen, die gezeigt hat, was diese braune Seuche mit Menschen und dem Land gemacht haben – in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.

    Ich frage mich, was es war, daß das Verwaltungsgericht Hamburg diese Entscheidung getroffen hat: Angst? Als Demonstrationsfreiheit und “Demokratie” getarnte Schwäche, aufzustehen? Verbohrtheit? Ignoranz? Zugehörigkeit zu den Neo-Nazis?

    Angst vor “Überfremdung” (was für ein bescheuerter Begriff) können doch nur die haben, die sich ihrer selbst nicht sicher sind. Im Gegenzug können die Menschen offen sein für menschliche und kulturelle Vielfalt (auch im eigenen Land!), die innerlich gefestigt sind, ohne verbohrt zu sein, also auch flexibel sind.

    Verreisen die Neonazis eigentlich – in ein “fremdes” Land? Oder bleiben sie alle im Dorf und erleben so nicht, wie es jenseits des eigenen Tellerrandes und des eigenen Horizonts ausschaut?

    Es gibt für alles Extreme und Grenzen – eine gesunde Mitte zu suchen und zu finden, ist deshalb so wichtig. Was die Neonazis anbieten, ist weder gesund noch in der Mitte, sondern engstirnig und gefährlich.

    Ich drücke Dir und den gesamten Anwohnern die Daumen, daß diese hanebüchene Demo glimpflich abläuft. Bin ich froh, daß es genug Menschen gibt, die aufstehen und damit das Verwaltungsgericht Hamburg abstrafen.

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  4. 26. Mai 2012 am 09:04

    Ich drücke dir auch die Daumen, dass es nicht zu Auseinandersetzungen kommt. Auch mir ist es unverständlich, dass diese Demos erlaubt werden. Ich lebe ja nun schon seit über 40 Jahren in Deutschland, habe die deutsche Staatsangehörigkeit und fühle mich hier sehr wohl, aber manchmal habe ich wirklich Angst, dass die braune Szene viel mehr Akzeptanz findet. Denn dann möchte ich hier nicht mehr leben.

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  5. Mona NicLeoid
    26. Mai 2012 am 09:23

    Ich finde zivilen Ungehorsam in solchen Situationen nicht verkehrt. Aus allen Wohnungen laute Reggae-Musik, um die Demo zu übertönen, oder so? Schmierseife auf die Straße? Kreativ werden!

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  6. Michaela
    26. Mai 2012 am 10:01

    Egal ob Rechts oder Links-10kg Garn(am besten Fusselgarn)über die Straße spannen ;-) .In der Kombination mit Schmierseife ist es bestimmt ganz gut!!!

    Ich drück Dir die Daumen,pass auf Dich auf!!!

    Liebe Grüße!

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  7. Unger, Christiane
    26. Mai 2012 am 10:17

    Mich beschäftigt die Frage, ob es nicht gefährlich ist, sich, so wie Du es beabsichtigst, vor Dein Büro zu setzen?
    Wer kommt für die Schäden auf?
    Eigentlich müssten das ja die tun, die diese Demonstration genehmigt haben, oder?
    LG,
    Christiane

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  8. 26. Mai 2012 am 10:28

    Ich kann auch überhaupt nicht verstehen wie solche rechten Aufmärsche in einer Demokratie erlaubt sein können.
    Das Blöde ist, dass du auch noch angezeigt werden kannst, wenn du dich tatkräftig gegen diese braunen Schwachköpfe wehrst.

    Aber trotzdem: Spitz die Stricknadeln an und lass dich nicht unterkriegen!
    Die ganze Nachbarschaft muss dagegen zusammenhalten und Mona’s Idee mit der lauten Musik finde ich prima.

    LG Andrea

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  9. Irene D.
    26. Mai 2012 am 10:43

    Es ist wirklich eine Frechheit, dass so eine Demo genehmigt wird – noch dazu in einem Wohngebiet – bei Euch sieht’s so gemütlich aus mit Blumen, Park und Wasser – andererseits ist so eine rechte Demo natürlich auch nicht ungefährlich und diese Typen finden sich ja vor allem im Rudel stark – überlegt Dir lieber noch mal, ob Du wirklich vor Deinen Schaufenstern sitzen willst!

    Ich drück Dir die Daumen, dass alles gut geht!

    Lg aus Österreich

    Irene

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  10. Chaluda
    26. Mai 2012 am 10:56

    Liebe Tina,
    sehr mutig, dass Du Dich vor Deinen Laden setzen willst, paß auf Dich auf!!!!!! Solche Demonstrationen gehören verboten, Neonazis und ähnliche Vollpfosten geschichtlich afgeklärt!
    Köln ist gegründet von Zuwanderern (Römer die auch die Ubier aus dem Süden mitbrachten), Deutschland existiert erst seit 1848, vorher war es eine Ansammlung von Fürstentumen oder ähnlichem, alle wanderten hin und her, von Süd nach Nord, West nach Ost, wir waren auch später auf Hilfe (auch Arbeitshilfe) von anderen Ländern angewiesen.
    Mir reicht es, dass ein Horde völlig unterbelichteter strunzblöder Vollidioten, vor 80 bis 70 Jahren alles verfolgte und anschließend umbrachte, wo ihnen die Glaubens-, Liebes- und Lebensweise nicht paßte.
    In Köln haben sie es übrigens friedlich geschafft, dass eine “Demo” von “proKöln” NICHT stattfand. Kein Taxifahrer wollte sie fahren, Hotels haben sie nicht aufgenommen, die Bürger friedlich die Wege zum Treffpunkt versperrt!
    Ich stehe auf Multikulti! Von mir aus kann jede Glaubensgemeinschaft ihre eigene Gebetstätte bauen. (zugegeben Fundamentalisten brauche ich jetzt auch nicht, auch egal von welcher Religion) Das ist nicht “Überfremdung” sondern Leben.
    Wollige Grüße aus dem sonnigen, schönen Köln!!!
    Anke

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  11. 26. Mai 2012 am 11:09

    Naja, aber wenn wir uns alle vor Angst in den Häusern verkriechen, geben wir denen Macht über uns. Und was dann passieren kann, haben wir ja nun im letzten Jahrhundert erlebt.

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  12. 26. Mai 2012 am 12:24

    Soll ich mich dazusetzen?
    Wie wär’s mit einem Drop Stitch Workshop “… und die rechten immer fallen lassen!” Julia

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  13. Tante Ju
    26. Mai 2012 am 13:25

    Mich wundert bei alledem, dass kapitalismuskritische, linke Veranstaltungen wie Blockupy in Frankfurt wegen möglicher Randale dann aber verboten werden können. Wenn Rechte demonstrieren ist das nicht so gefährlich?

    Lauter Reggae ist ‘ne gute Idee. Oder Blasmusik, schön traditionell, nervt mich immer wenn bei uns im Dörfchen Schützenfest ist. Wie wäre es mit Beethovens 9.?

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  14. claudia
    26. Mai 2012 am 13:26

    finde ich einfach widerlich tina, dass diese ekelhafte “braune suppe” in deutschland immer noch kocht. ärgerlich obendrein, dass für solche demos auch wieder steuergelder verschwendet werden.
    ansonsten kann ich mich nur eliandhra anschliessen !!
    sei vorsichtig, mit solchen deppen ist nicht zu spassen

    liebe grüsse (natürlich auch an die fellnasen)
    claudia

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  15. Mona NicLeoid
    26. Mai 2012 am 14:21

    @ Chaluda: Kleine Korrektur, weil ich ein Geschichts-Nerd bin: Die Ubier wurden nicht von den Römern aus dem Süden mitgebracht, sondern siedelten ursprünglich auf der anderen Rheinseite, ziemlich genau gegenüber. Sie waren ein relativ römerfreundlicher Stamm, wurde deshalb von ihren Nachbarn etwas unter Druck gesetzt und bekamen dann linksrheinisch in der römischen Provinz Land angeboten, nachdem man dort die eher aufmüpfigen Eburonen (die den nördlichen Eifel/Ardennenraum besiedelt hatten) vertrieben hatte.

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  16. dajana
    26. Mai 2012 am 14:27

    Für mich ist es auch unglaublich , das sowas erlaubt wird !!
    Aber die Rechte in Deutschland muss man wahrscheinlich nicht verstehen !?
    Pass auf dich auf !!!
    liebe grüße dajana

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  17. Mona
    26. Mai 2012 am 14:35

    Liebe Tina,
    auch von mir, pass auf Dich auf.
    Ich distanziere mich ganz klar von der Demo, auf der anderen Seite, jedes Jahr am 1.Mai demonstrieren die “Links-Radikalen” in der Schanze, da werden dann auch mal Polizisten angegriffen und Schaufensterscheiben zerschlagen
    http://www.radiohamburg.de/Hamburg-aktuell/Hamburg-regional/2012/Mai/Ausschreitungen-Mai-Krawalle-in-der-Schanze
    Nur scheint scheint sich da keiner drüber aufzuregen…..(und auch davon distanziere ich nich ausdrücklich).
    LG Mona und schöne Pfingsten

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  18. Claudia
    26. Mai 2012 am 15:45

    Ist es nicht zu gefährlich, sich dem braunen Gesochs auszusetzen?.
    Nimm lieber Pfefferspray oder ein Nudelholz o.ä. mit, um Dich zu wehren.

    toi toi toi für Dich und die Mitbürger in Deinem Stadtteil

    Liebe Grüße Claudia

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  19. Amanda
    26. Mai 2012 am 19:56

    Ich sag’s nur ungern, aber wer Demos verbieten will, hat das Prinzip Demokratie nicht verstanden. Solange die entsprechenden Parteien/Vereinigungen nicht offiziell verboten sind, dürfen ihre Anhänger auch öffentlich ihre Meinung kundtun, egal wie widerwärtig sie ist. Dass dies in einem Wohngebiet organisiert wird, ist allerdings ungewöhnlich (vielleicht gibt es Sympathisanten in der Bezirksverwaltung?). Ich stimme Tina zu, daß man sich nicht verstecken soll, obwohl ein gesundes Maß an Vorsicht sicher angezeigt ist. Eine friedliche Gegenkundgebung, wie es in unserem Land schon erfreulich oft passiert ist, wäre eine demokratisch adäquate Antwort. Die Idee mit der lauten Reggaemusik gefiel mir aber auch. :-) (Die 9. mag zwar die Hymne der Freiheit sein, aber Beethoven ist für so einen Anlaß zu deutsch…)

    Smiles,
    Amanda

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  20. 26. Mai 2012 am 20:28

    So lange eine Demo einigermaßen friedlich abläuft, hat natürlich jeder das Recht zu demonstrieren. Wenn aber eine Demo dazu genutzt wird, um Randale zu machen, unter der Nicht-Demonstranten zu leiden haben, gehört sie verboten, denn dann haben sie damit ihr Grundrecht verwirkt.
    Die Organisatoren einer Demo haben dafür zu sorgen, daß es nicht zu Ausschreitungen der Teilnehmer kommt. Die Polizei hat dafür zu sorgen, daß Demonstrationsgegner friedlich bleiben. Beides ist hier meiner Meinung nach nicht gewährleistet. Meinetwegen können sich Linke und Rechte auch gegenseitig die Köpfe einhauen, so viel sie wollen, das ist deren Problem. Aber die sollen andere Menschen und deren Eigentum in Ruhe lassen.
    Die Ausübung eines Grundrechtes setzt immer voraus, daß die Grundrechte anderer Menschen dadurch nicht eingeschränkt werden.

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  21. Ilka
    26. Mai 2012 am 20:35

    Danke, Amanda, dass du das mal so auf den Punkt gebracht hast. Demokratie gilt für alle, nicht nur für den Teil der Bevölkerung, die der Mehrheit genehm ist.

    Was den Demoort Wandsbek angeht: Die rechte Demo war ursprünglich in der City geplant, was mit der Gegendemo unweigerlich Randale gegeben hätte – mit erheblich höheren Sachschäden als in Wandsbek zu befürchten sind, so blöd das für Tina nun auch gerade ist. Bei der jetzigen Konstellation ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide Lager über den Weg laufen, eher gering, so dass in Summe weniger Ärger und Schaden zu erwarten sein wird.

    Ich drücke Tina jedenfalls die Daumen, dass das Büro unangetastet bleibt.

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  22. 26. Mai 2012 am 21:00

    Oh, die Linken werden auch nach Wandsbek kommen, da bin ich mir sicher. Vor Jahren gab es hier schon mal eine Demo der Rechten, bloß die blieb auf der Hauptstrasse.
    Da kamen dann aus allen Seitenstrassen auf einmal schwarz gekleidete junge Leute herbei. Ich habe damals ein Mädel angesprochen, ob die jetzt kommen, um sich mit den Rechten zu prügeln. Sie meinte nur, nö, sie wollen die bloß durch ihre Anwesenheit ärgern. Naja, damals ist -soweit ich weiß- nichts passiert, wollen wir hoffen, daß es diesmal ähnlich glimpflich abgeht.

    Das beste wäre eigentlich, wenn es an dem Tag in Strömen regnet, das kühlt die Gemüter ab ;-)

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  23. Chaluda
    27. Mai 2012 am 11:49

    @Mona NicLeoid, hm, da hätte ich VOR meinem Kommentar nochmal lesen sollen, danke für den Hinweis, aber was ich schreiben wollte war, dass wir alle zugereiste Wurzeln haben………….
    Demokratie bedeutet, daß jeder demonstrieren darf, gut, solange es friedlich bleibt, auch ok, auch wenn ich mit dem Thema hier überhaupt nicht einverstanden bin. Ansonsten halte ich es wie Tina, wenn abzusehen ist, dass es zu Krawallen kommt, ist das für die Bürger ärgerlich und gefährlich! Hoffentlich ist alles glimpflich abgelaufen.

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  24. Ina
    27. Mai 2012 am 14:19

    Liebe Tina,

    Es ist gut, dass du Farbe bekennst und dich gegen diese Demonstration stellst.

    Ich kenne das Chaos in jedem Jahr am 19. Februar in Dresden. Langsam schaffen wir es, dass sich diese Vollpfosten in Dresden nicht mehr wohl fühlen.

    Leider habe ich vor drei Jahren auch erfahren müssen, dass die Polizei bei einer Eskalation nicht mehr trennt.

    Pass bitte auch auf dich auf.

    Alles Liebe Ina

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  25. Ruth/Berophar
    27. Mai 2012 am 17:37

    Das ist ein Ding, sowas :-(

    Wirklich ein ernstgemeintes Angebot: Ich komme gerne vorbei, zu mehreren ist es immer besser, und wenns nur darum geht, daß einer die Polizei ruft (ja ich weiß, guter Witz…), während der andere versucht, zu deeskalieren.

    Liebe Grüße
    Ruth/Berophar

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  26. 27. Mai 2012 am 18:25

    @Ruth/Berophar: dann wären wir zu dritt.
    Tina, sag mal was: Stricktreff? Ilka? Noch jemand?

    Julia

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  27. Ilka
    28. Mai 2012 am 07:36

    Ich wäre dabei, wenn wir nicht schon andere Pläne hätten. 75.ste Geburtstagsfeiern verschiebt man nicht…

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