Maschenzauber – Tine Solheim

Nach Maschenspiele wurden nun auch die beiden anderen Bücher der norwegischen Designerin Tine Solheim ins Deutsche übersetzt. Retromaschen zeige ich Euch morgen, heute ist erstmal das hier dran:

Im Prinzip gilt das, was ich über Maschenspiele gesagt habe, genauso für Maschenzauber. Das Buch ist gleich groß, gleich dick, gleich schwer, die Anleitungen sind wieder in einem gesonderten Heft zum rausnehmen und haben immer noch keine Schnittzeichnungen.

Also können wir gleich zum wesentlichen übergehen – den Modellen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es 109 Stück, da bekommt man also richtig was für sein Geld :wink: Zwei leckere Kuchen- und ein Mousse au chocolat-Rezept gibt es noch oben drauf – was ich beinahe schon hinterhältig finde, denn viele der Modelle dürften nach übermässiger Kalorienzufuhr nur noch suboptimal kleidsam sein, so wie dieses Kleid:

Leider muss ich mich beim Zeigen der Bilder arg einschränken – der Verlag ist da bei Lizenzausgaben immer vorsichtig, was das Copyright betrifft. Eigentlich soll ich sogar nur drei zeigen, aber die Modelle sind so vielfältig und unterschiedlich, daß ich einfach mehr nehmen musste. Das nehme ich dann auf meine Kappe, falls es Ärger geben sollte.

Die Mischung ist wirklich bunt – Oberteile und Acessoires, von klassisch bis extravagant, einfarbig oder bunt, stricken, häkeln und auch ein bisschen nähen, präsentiert in sehr vielen schönen, stimmungsvollen Bildern. Das ist ein Buch, das man nicht mal eben oberflächlich durchblättern kann, um sich einen Eindruck vom Inhalt zu verschaffen, hier muss man schon genauer hingucken, denn es gibt viel zu entdecken.

Es gibt sogar eine Modellstrecke für Umstandsmode – ein Bereich, mit dem sich nur wenige Strickdesigner befassen. Und das ist doch ein ausgesprochen hübsches Umstandskleid, oder?

Auf der Website der Designerin gibt es noch weitere Modellfotos zu sehen (einen Augenblick warten, die Bilder wechseln) – leider aber so klein, daß man auch mit der Nase am Monitor nicht allzuviel erkennen kann. Ich habe das Gefühl, manche Designer machen absichtlich ein Geheimnis um den Inhalt ihrer Bücher – fragt sich bloß, warum? Damit wir aus Neugier das Buch kaufen? Das kann aber auch nach hinten losgehen, wer kauft schon gerne die Katze im Sack… Oder vielleicht, damit wir die Modelle nicht einfach anhand der Fotos nachstricken? Das dürfte zumindest bei den Designs von Tine Solheim schwer werden, die sind in den meisten Fällen viel zu detailliert. Oder könntet Ihr z.B. dieses Kleid alleine anhand des Bildes nacharbeiten können? Also ich zumindest nicht:

Einige wenige Sachen gibt es auch in diesem Blog und bei Ravelry zu sehen.

Fazit: Auch wenn die überwiegende Zahl der Modelle nichts für mich sind, mag ich es als Bilderbuch sehr. Und wer modemutiger (und häkelfreudiger :wink: ) als ich ist, wird bestimmt einiges zum nacharbeiten für sich finden.

Erhältlich z.B. bei Amazon für 22,99 €.

16 comments for “Maschenzauber – Tine Solheim

  1. Tina/Auch
    21. September 2012 am 21:05

    Ich muss gestehen, dass Cover spricht mich ja so rein gar nicht an. Ohne Deinen Blick ins Buch wäre selbiges wohl an mir vorbei gerauscht.

    Alles sehr schick! :) Und wo ich norwegisch lese… Ich hoffe, dass OZ besser übersetzt als Drops. :D

    Danke fürs Vorstellen! :)

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  2. Mona NicLeoid
    21. September 2012 am 21:47

    Gestrickte Umstandsmode gibt’s wohl so wenig, weil bei den meisten Frauen das Kind schneller auf der Welt wäre als der Pullover fertig wäre ^^
    Umstandskleidung im engeren Sinne (haha, hier sollte man wohl eher sagen “im WEITEREN Sinne” ;) ) braucht man ja nur in den letzten paar Schwangerschaftsmonaten, und dafür lohnt es sich nicht wirklich, extra was zu stricken, vor allem, wenn man nicht beabsichtigt, 10 Kinder zu kriegen.

    Diese Designerin ist so ziemlich die Antithese zu meiner persönlichen Vorstellung vom Stricken ;) Den größten Hammer finde ich dieses Fusselkleid im Gebüsch…

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  3. 21. September 2012 am 22:34

    Man merkt, dass Du nicht häkelst. Denn doch, das einzige Modell, dass ich zumindest im Ansatz ohne Anleitung nacharbeiten könnte, wäre das Häkelkleid. Das sieht mir nämlich vom Muster her sehr simpel aus. Aber so ganz überzeugts mich auch nicht. Und das Buch auch eher so naja. Aber danke fürs Zeigen. Gruß Sabine

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  4. 21. September 2012 am 22:38

    Das rote Kleid ist wunderschön und gefällt mir :-D wie auch die anderen in uni gehaltenen Teile, aber der Rest, nun, wenn ich diesen Stil mögen würde tät ich es wohl in Freestyle. ;-)
    Yoga im Wolldress :shock: *doppelschwitz*
    Bei gestrickter Umstandsmode denk ich das Gleiche wie meine Vorschreiberin und ganz ehrlich, das Kleid ist ja schrecklich altmodisch. Also wenn schon der ganze Aufwand für die kurze Zeit, dann bitte etwas spezieller und exkluxiver.
    Aber ist halt wie immer alles Geschmackssache. ;-)

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  5. 21. September 2012 am 22:55

    das waer ja nun wieder ein buch, das ich nur als “ideengeber” nutzen koennt fuer mich. aber es scheinen eine menge interessanter ideen drin zu sein, die man woanders anbringen koennte… wobei ich es immerhin schon gut finde, dass das schwangerenmodell keine 12 cm stilettos traegt:) und wenn man den stil mag, koennte man das teil sicher auch noch nach der schwangerschaft tragen….

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  6. Doro
    22. September 2012 am 12:00

    Oooooh – Yarn Porn! Schön! Magich! Willichhaben! Danke für die Vorstellung!
    Wobei ich mich meinen Vorrednerinnen in soweit anschliessen muss, dass ich vermutlich nix 1:1 nacharbeiten würde, sondern das Ganze eher als “Ideenbox” nutzen würde…

    Gruessles, Doro-Domic

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  7. Katharina
    22. September 2012 am 12:13

    Tja, Tine ist nicht jedermanns Sache. Manche ihrer Stücke sind nach deutschem Geschmack völlig überkandidelt.. Italiener mögen das wiederum völlig anders sehen ;-)
    Als Diplomatenkind, das viele Erfahrungen außerhalb Norwegens gemacht hat, und als vitale, kreative Persönlichkeit, ist Tine Solheim sicherlich ein ordentlicher Stilmixer! Das macht auch dieses Buch aus: völlig abgefahrene Stücke, die man nur ansehen, aber nie anziehen kann, mischen sich da fröhlich mit schönen Aranmustern und solide gemachten Norwegerpullovern. Zwei von dieser Seite: http://www.tinesolheim.no/retro.htm nämlich Davos kokslilla und Vail grå sind auch im Buch vertreten.
    Ihre Modelle werden m. E. selten nachgearbeitet. Möglicherweise ist die lakonische Anleitungsart der Norweger schuld daran. So nehmen Davos und Vail gerade mal eine Seite in meiner norwegischen Ausgabe des Buches ein. Schnittmuster sind Mangelware und Lauflängen werden auch nicht angegeben.

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  8. Monilisanne
    22. September 2012 am 12:39

    Tja, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten…..die meisten Modelle gefallen mir nicht, ist mir zu viel Gedöns. Aber trotzdem vielen Dank
    fürs vorstellen.
    LG Monilisanne

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  9. tini
    22. September 2012 am 12:46

    Das Schwangerschaftskleid ist aber echt döschig, denn die benötigte Mehrlänge ist ja nicht drin. Deshalb hängt es vorne auch höher als hinten.
    Mona, ich habe ab der 9. Woche nicht mehr in meine regulären Hosen reingepasst und ab dem 4. Monat brauchte ich auch Oberteile, die den Bauch fassen konnten. Beim ersten Kind haben viele Frauen weniger Bauch als beim zweiten (ist halt schon ausgeleiert) und die Gewichtszunahme variiert stark (meine Freundin hat 8 zugenommen, ich 35….) und wenn man mehr als 1 Kind plant, lohnt sich die Anschaffung/Herstellung gut sitzender Kleidung schon.

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  10. Daniela
    22. September 2012 am 12:49

    Hm, nun ja, die Geschmäcker unterschiden sich tatsächlich beträchtlich. Was mir richtig gut gefällt, ist das lange rote Kleid. Hätte ich die Figur dazu, würde ich nur wegen dieses Kleides sofort das Buch erstehen.

    Ganz hübsch, aber nicht außerordentlich originell, finde ich den Mittelaltermantel, allerdings sieht man den ja auch fast nur von hinten, leider.

    Auch ganz nett ist die lange Jacke mit dem großen Kragen, aber bitte in einer ansehnlichen Farbe und ohne das Häkelgedöns am Rand.

    Das “Umstandskleid” würde ich höchstens als Nachthemd tragen, aber dann bitte nicht aus Wolle. Und die “Fusseljacke im Gebüsch” (hinreißende Bezeichnung !) finde ich echt unsäglich. Das Häkelkleid gehört auch nicht gerade zu den Highlights…

    Was ich bei vielen skandinavischen Designern echt unmöglich finde, ist der Verzicht auf Schnittzeichnungen !!!

    Und im übrigen geht es mir wie Mona NicLeoid. Ihre Aussage zur Antithese trifft auch bei mir voll zu.

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  11. griseldis
    22. September 2012 am 14:28

    Morgen Retromaschen?
    Da musste ich gleich heute draufklicke, sind aber Norwegermuster…
    Ein Glück, sonst hätte ich schon wieder ein Buch gebraucht.
    griseldis
    PS: an dieser Stelle noch mal vielen herzlichen Dank für die Buch-Vorstellungen! “Vor Ort” ist das Angebot an Strickbüchern meist recht eingeschränkt und wenn man sie ohne vorher darin blättern zu können bei einem online-shop erwirbt, ist man oft herb enttäuscht (mir geht es jedenfalls manchmal so…). Da sind Deine Buchbesprechungen immer recht hilfereich, vor allem, da sie persönlich und ehrlich sind – ganz egal, ob man einen ähnlichen oder einen ganz anderen Geschmack hat, kann man abschätzen, ob sich der Ankauf lohnt oder ehr nicht. Ich bin also schon gespannt auf morgen, was Retro-Norwegermaschen sind…

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  12. Chaluda
    22. September 2012 am 18:16

    Bis gerade habe ich ja gedacht, ich mag skandinavisches Design und soviel ich weiß, gehört Norwegen zu Skandinavien……… ;-)
    Also , nicht wirklich meins. Snow Cristall fand´ich noch ganz nett, von den Norwegerpullis, sowie die Knielange Strickjacke in nude, der Rest, naja.
    Zum Schwangesrtschaftskleid, wartet mal ab, was das unterschiedlich ist, wenn der Bauch erst richtig groß ist! (Dann ist das vorne Minikleid und hinten Knie lang. “Super” Nach meinen Schwangerschaften hatte ich keine Lust mehr auf weite Klamotten, endlich wieder engere T-Shirts.
    Wieso ist eigentlich bei sovielen Strickanleitunge soviel Gezibbel? Ich mag keine Fransen mehr oder dieses Gezibbel, neeeeeeeee!
    Die Modelle sind nach meinem Geschmack zu überladen! Entweder EIN Muster in vielen verschiedenen Farben oder verschiedene Muster in EINER Farbe, aber doch nicht verschieden Muster in verschiedenen Farben, für mich wäre das viel zu unruhig!
    So, genug geschimpft, trotzdem danke für´s zeigen liebe Tina, falls jemand mal den Kuchen nachgebacken hat, kann er ja mal verraten wie er geschmeckt hat! ;-)
    wollige Grüße aus Köln

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  13. Karin
    22. September 2012 am 18:31

    :-) das Buch scheidet vermutlich die Geister.
    Obwohl ich sonst schon ganz gerne verspielt habe, dass ist mir deutlich zu viel.
    Das Umstandskleid finde ich z.B. total schön :-) aber nicht für die Schwangerschaft.
    Im übrigen ist es ein Gerücht, dass man in Wolle mehr schwitzt. ;-)
    Ich rate mal zu nem Schwenk in Richtung gute Funktionsbekleidung a la Icebreaker ;-) Es geht nichts über feine Wolle!Die toppt jede Microfaser, ehrlich.
    Den Häkelrand an der beigen Jacke z.B. find ich toll!
    Aber insgesamt eher gruslig das Buch, ganz schlimm z.B. die Gebüschjacke

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  14. Konni
    22. September 2012 am 19:17

    Danke fürs zeigen, vor allem die Kleider finde ich sehr interessant. Dass sie nicht unbedingt alltagstauglich sind, stört mich nicht. Im Gegenteil, 08/15 kann ich selber, ich suche eher nach Inspiration.

    Aber, ich kaufe grundsätzlich keine Anleitung ohne bemaßte Schnittzeichnung. Wenn ich ein Heft oder Buch sehe, egal ob aus dem Strick- oder Nähbereich, wird zuerst durch den Anleitungsteil geblättert. Dann entscheide ich, ob ich kaufe oder nicht.
    In der Modefotografie kann einem viel vorgegaukelt werden, Schnittmusterzeichnungen lügen nicht ;)
    Und nach jahrzehntelanger Strickerfahrung traue ich mir auch zu, anhand eines Schnittes zu beurteilen, ob das Teil tragbar ist, oder ob dem/der DesignerIn vollends die Phantasie durchgegangen ist ;)

    liebe Grüße

    Konni

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  15. 24. September 2012 am 18:06

    Ich finde es Mist, wenn ich die Modelle nicht ordentlich anschauen kann und die Katze im Sack kaufen soll. Und kaufe sie dann auch nicht. Insbesondere OZ ist ja immer sehr geizig mit Vorschau, wenn sie auch mittlerweile zumindest bei den Heften stark nachgebessert haben. Man kann doch Bilder von den Modellen zeigen, oder? Die zwei Leute, die das dann ohne Anleitung nachstricken könnten, kaufen das Buch eh nicht ;-)
    Das Umstandskleid fände ich auch für nicht Schwangere hübsch und die cremefarbene Jacke gefällt mir. Der Rest ist für mich zu tüddelig und erinnert mich stark an diese grauenhaften “wearable art” Patchworkklamotten, die die Amis immer so gerne nähen.
    @Karin: ein Hoch auf Wolle! Ich stimme dir 100% zu, ich trage auch im Sommer sehr gerne leichte Wollpullis und schwitze nicht mehr als in Baumwolle.

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  16. 17. Februar 2013 am 23:34

    Dieses Buch ist mein Liebling aller Bücher – um es richtig beurteilen zu können, muß man das ganze Buch gesehen haben, nicht nur ein paar Modelle. Ich habe mir aus dem Buch die schönsten Pulswärmer der Welt gestrickt. Und Wolle für ein festliches Oberteil liegt schon bei mir zu Hause ….

    Außerdem ist dieses Buch für mich bestens geeignet als ständige Inspirationsquelle, um z.B. nach einem anstrengenden Tag darin zu blättern, zu verweilen, zu träumen, “herunterzukommen” …dann wandern die Gedanken und ich stricke (in meiner Phantasie): Brautkleider für meine Töchter, Taufkleider für meine Enkelkinder, traumhafte Decken und Tücher …. :-) ))
    Und wenn ich wieder “da” bin, dann stricke ich Socken und Handtücher. Weil ich wenig Zeit für Aufwendiges habe. Eigentlich schade. Aber meine Mädchen würden natürlich leider kein gestricktes Brautkleid tragen und Enkelkinder – das eine ist schon 3 und die anderen noch nicht unterwegs.

    Also, ich finde es sind so viele wunderschöne und durchaus tragbare Sachen in diesem Buch – ach, ich hole das jetzt her und die schwarze Wolle und dann stricke ich mir was daraus! (bin dann mal weg) …

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