80’s revival – Teil 1

Ich hab’ mal überlegt, warum mir aus den 80ern eigentlich nur die unförmigen Kastenpullis im Gedächtnis geblieben sind, wo es doch -wie Sabine ja immer wieder betont – durchaus auch viele figurnahere Modelle mit Armkugeln gab. Erst bei Chaludas Kommentar ist mir die Erleuchtung gekommen: Ich habe 1985 (mit 19) stricken gelernt und ab 1985 war die Blütezeit der Riesenpullis. Die erste Hälfte der 80er ist also stricktechnisch spurlos an mir vorüber gegangen. In den Jahren davor habe ich mich außerdem hauptsächlich in der Rock’n’Roller-Szene rumgetrieben, da befand ich mich quasi in den 50er Jahren.
Außerdem war für mich damals die “Nicole” die einzig wahre Strickzeitschrift für modebewusste Großstadtmädels, Publikationen wie “Ingrid”, “Constanze” oder “Welt der Frau” waren allein schon vom Namen her total uncool und nur was für alte Frauen – d.h. für Strickerinnen jenseits der 30 :mrgreen:

Heute bin ich selbst eine von diesen alten Trutschen :wink: und finde viele Modelle immer noch genauso spießig und altbacken wie vor 25 Jahren. Und doch hat sich mein Geschmack gewandelt, manche Sachen sehe ich jetzt mit ganz anderen Augen. Außerdem habe ich nun -im Gegensatz zu früher, wo ich fast immer 1 zu 1 nachgestrickt habe- die Phantasie, mir ein Modell nach meinem Geschmack abgewandelt vorzustellen und die Fähigkeiten, diese Abwandlungen auch umzusetzen.

Bei der Durchsicht meiner “Erbschaft” erwies sich daher ausgerechnet die Welt der Frau aus den frühen 80ern als sehr ergiebig – da kann ich Euch in den nächsten Wochen noch häufiger beglücken :grin:

Aus “Welt der Frau” 7/1980 – Modell “Karla” (tja, Namen für Strickmodelle sind keine Erfindung des 21. Jahrhunderts :wink:):

Ebenfalls aus “Welt der Frau” 7/1980 – Modell “Cornelia”:

Und das Twinset “Teresa”:

Einen Monat später – Modell “Brenda”:

Und last but not least zwei typisch überdimensionierte Zopfpullover aus der Sandra 8/87:

Ein Klick auf’s Bild bringt Euch jeweils zur Anleitung (PDF).

Fortsetzung folgt…

28 comments for “80’s revival – Teil 1

  1. Jubi
    26. September 2012 am 21:01

    Tina, da hast Du aber eine Diskussion losgetreten! Ich habe aktiv erst Ende der 80-er Jahre angefangen zu stricken (Geb.-jahr 69). Ich hatte auch mal einen Riesen Stapel Strickanleitungen, den ich allerdings etwa vor einem Jahr rigoros minimiert habe. Auf vielen übrig gebliebenen Zeitschriften kann ich keine Jaheszahl finden, die älteste zu beziffernde Zeitschrift ist von 1991 (und jünger). In diesen Zeitschriften gibt es eine Reihe von Anleitungen, die auch heute noch tragbar sind. Und aus den heute vorgestellten Modellen finde ich z.B. das Twinset (etwas abgewandelt) und die Jacke “Brenda” (als Alltagsjacke) nicht schlecht. Diese Modelle werde ich mir auf jeden Fall ausdrucken und in meinen to-do-Ordner heften.
    Danke für’s zeigen.
    In Erwartung auf die nächsten Modelle wünsche ich einen schönen Strickabend
    Jubi

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  2. Kitzspitzfan
    26. September 2012 am 21:08

    Hee, cool! Danke liebe Tina für die Anleitungen. Die Mohairjacke und das Twinset gefallen mir sehr gut – die Anleitungen sind jetzt auch in meiner to do -Liste gespeichert. ;)

    LG “Kitzspitzfan” (Jahrgang ’81)

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  3. JaniStef
    26. September 2012 am 21:34

    Oh.. das Twinset, ob ich da mal versuche aus meiner “Ich will ein Pullunder werden”-Wolle, die ich heute eingekauft habe, das dunkle Teil stricke?
    *dümdidüm* Ich muss dann mal dringend MaPro stricken gehen :D

    Danke für die tollen Anleitungen.

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  4. 26. September 2012 am 22:02

    Ein tolles Thema!!! Bitte lass die Serie nicht schon wieder nach drei Artikeln aufhören :-)
    Modell Cornelia und Brenda sehen wirklich toll aus und sind sofort auf meine Queue gerutscht… Hihi

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  5. inge aszmoneit
    26. September 2012 am 22:23

    Hallo Tina,

    das kann ich nur bestätigen. Ich halte meine uralt Constanze in Ehren. Die sind ein Quell steter Inspiration (klingt geschwollen, ist aber so). Mir geht es ja nur um Muster, den Rest erledige ich selbst.

    Die ganzen neuen Modelle sind ein stetes widerkäuen. Meine Meinung ist, es gibt nichts oder nur ganz wenig Neues auf der Welt.

    Deshalb vielleicht auch die momentane “Müdigkeit” bei den Neuheiten, denn es war alles schon einmal da.

    LG, Inge

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  6. 26. September 2012 am 22:59

    Oh oh, die Jacke “Brenda” ist wie für mich gemacht!

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  7. 27. September 2012 am 07:43

    Da kommen Erinnerungen hoch, zu dieser Zeit habe auch ich (nach sehr unerquicklichen Versuchen im Handarbeitsunterricht in der Schule) mit dem “richtigen” Stricken angefangen und der türkise Zopfpulli war einer davon. Dieses Muster habe ich sogar noch in einem alten Ordner gefunden, wo ich mir immer die Modelle abgeheftet habe, mit vielen Notizen, z. B. das Muster in meinen Worten zum besser stricken, meine Strichlisten, weil ich mir immer die Musterreihen aufgeschrieben habe und dann brav durchgestrichen habe, weil ich sonst immer durcheinander kam. Diese Methode hat sich bei mir bewährt und noch heute stricke ich meine Muster so. Und ich stelle beim durchblättern der aktuellen Hefte auch fest, irgendwie ist doch fast alles schon mal dagewesen…

    LG Marikka

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  8. Monika
    27. September 2012 am 08:08

    Ich habe gerade ein Flashback! Den camelfarbenen Zopfpulli habe ich mal gestrickt und lange getragen. Die Schulternähte waren zwar irgendwo bei den Ellbogen und die Ärmel hingen fast bis zu den Knien und außerdem sprühten ständig die Funken, denn für das Ding musste eine ganze Horde Polyesterpferdchen sterben, aber das war mir egal – ICH HABE IHN GELIEBT!
    Der kommt sofort auf meine To-Do-Liste, allerdings wird der Schnitt mit Sicherheit abgeändert.
    Danke liebe Tina für diese Anleitung.
    Liebe Grüße
    Monika

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  9. Elisabeth
    27. September 2012 am 08:30

    Ich habe noch einige alte Verenas zuhause, muß direkt mal schauen aus welchen Jahren die sind. Ja es gab auch ganz hübsche Anleitungen damals, an was ich mich so erinnern kann, sind die Pullover mit “Einstrickmuster” oder auch die mit Materialmix. Heute hat sich mein Geschmack auch sehr geändert. Ja und diese überdimensionalen Modelle aus diesen total dicken Garnen sind auch nicht meins.

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  10. Nadelmaid
    27. September 2012 am 08:44

    Guten Morgen! *flötsäusel*
    Hach, endlich….. Die Brenda find ich schick und ich werde mich jetzt ans Umrechnen für Nilpferde machen. ;) Danke. :)
    LG
    Nadelmaid

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  11. Faheibeau
    27. September 2012 am 09:16

    Guten Morgen!

    Ich finde das total süss (um mit den Worten meiner Tochter zu sprechen ;-) ), dass Du diese “alten” Anleitungen zur Verfügung stellst! Die Mohair-Jacke und die “Brenda” sind wie für mich gemacht!
    LG
    Faheibeau

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  12. 27. September 2012 am 09:28

    Oh, danke – das Blattmuster vom ersten Pulli gefällt mir sehr!

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  13. griseldis
    27. September 2012 am 09:42

    Wenn ich nicht schon längst daran gewöhnt wäre, dass ich den schlechten Geschmack gepachtet habe, würde es mich jetzt irgendwie betrüben, dass mir die gestern gezeigten schlechten Beispiele aus den 80ern viel besser gefallen als die guten Beispiele aus den 80ern von heute….
    griseldis

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  14. lilabär
    27. September 2012 am 09:47

    Vielleicht bin ich ja auch eher ein Kind der 2. Hälfte der 80iger. Denn mir gefallen die beiden Zopfpullis am besten. Da könnte ich mir durchaus vorstellen sie nachzustricken (natürlich etwas weniger sackartig). Ich habe zwar das Stricken schon viel eher gelernt aber erst Ende der 80er tatsächlich geschafft einen ganzen Pulli für mich fertigzustellen. Ein “Traum” in gelb mit einem riesigen, plastischen Zopf in der Mitte, aus reiner Baumwolle (dass der zum Schluss sehr ausgeleiert war, kann frau sich vorstellen, oder?)
    Die Mohairjacke ist ja vom Schnitt her top modern. Das gab es also alles schon einmal!
    Die Muster der Modelle sind nicht so meins, die finde ich etwas “angestaubt”. Das Twinset hatte meine Mutter für sich gestrickt. Allein deshalb war das für mich schon tabu. Hat sich wohl irgendwie in mein Hirn eingebrannt.

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  15. Wolltraum
    27. September 2012 am 11:23

    Oh, da oute ich mich ja gar nicht alleine. Ich durfte erst ab 1988 die tollen Zeitschriften genießen, denn da konnte ich endlich nach (West)Berlin ausreisen. Und ich käme nicht auf die Idee, diese zu entsorgen, denn gerade die alten Verena-Hefte sind nach wie vor eine Fundgrube für mich.

    Wer also alte Anleitungen entsorgen möchte, bitte an mich denken (die Portokosten bezahle ich dafür gern)!

    Das Muster von Karia und den Zopfpullovern sind schon ausgedruckt.
    Die kurzen Anleitungen sind einfach mein Fall, die Reihe für Reihe-Bechreibungen in vielen aktuellen Ausgaben sind für mich nur furchtbar.

    Und dann wird das ganze an meinen heutigen Formgeschmack angepaßt. Obwohl ich in der Freizeit auch noch meine “Sackpullover” liebe und komischerweise werde ich auf die alten Teile viel öfter angesprochen (da stimme ich Tina zu, die Muster und vielen Farben habe ich auch nicht als anstrengend empfunden, allerdings denke ich manchmal, daß die Tage früher mehr Stunden hatten).

    Ganz so riesig müssen die Sachen nicht mehr ausfallen, wie in den 80er. Schulterpolster wurden mal alle entsorgt und Karottenhosen brauche ich auch nicht mehr. Und wenn die Lieblingsmusik dann als Oldies im Radio angekündigt wird, weiß ich, Mitte 20 bin ich wohl nicht mehr.

    Bitte unbedingt noch ein paar Teile zeigen, auch wenn die Jugend schmunselt.

    Grüße
    Martina

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  16. 27. September 2012 am 11:34

    Moin zusammen!
    Ach, da kommen ja mal wieder Erinnerungen auf!!! Tina, Du hast mir meinen heutigen Tag gerettet. *Knuddel*
    Die gelbe Mohairjacke hatte es mir sofort angetan. Das Lochmuster findet Ihr auch in diversen Musterbüchern. Bei Ravelry ist es mit Sicherheit auch in der Pattern Library. Ich glaub, das heißt irgendwas mit Candle, bin mir da aber nicht so ganz sicher. Jedenfalls hatte ich mal einen Pullover allover mit diesem Muster. Das ist schon mindestens drei bis vier Jahrzehnte her. Da war ich noch Schülerin, als ich mir das Dings gestrickt habe.
    Nach solch einem Schnitt habe ich dann für meine Tochter zum Abiball eine Jacke gestrickt. Die Technik war dort allerdings glatt rechts. Verwendet habe ich dafür die Panama von Lana Grossa, ein Garn aus Bouretteseide und Leinen. Damit das ganze nicht so langweilig aussah, habe ich die Blende in kraus rechts mit der Venezia, ebenfalls von Lana Grossa, gestrickt. Letzteres ist ein Puschelgarn wie die Brazilia von Schachenmayr.
    Einen ganzen Pulli würde ich mir aus so einem Garn nicht stricken. Aber so als Verzierung ist das gar nicht mal schlecht und macht schon was her.
    Ich werd mal versuchen, ob ich ein Foto bekomme. Ich sag bescheid, wenn ich es habe. Dann könnt Ihr gucken kommen.

    LG Sabine

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  17. 27. September 2012 am 13:17

    Die sind wirklich hübsch, die Musterpullis, dankeschön für die Anleitungen. Und tatsächlich gefällt mir das Modell “Tina” am allerbesten.

    Wenngleich ich bei “Karla” wahrscheinlich immer das Bedürfnis hätte, mir den Pulli gradezuziehen, ich finde das Muster schön, aber zu wenig assymmetrisch. Wenn schon schrägt, dann richtig.

    Und sag mal, was heisst hier “Ingrid” ist ein uncooler Name, hm? ALso weil du hier so schöne Anleitungen postest, will ich nochmal ausnahmsweise ein Auge zudrücken ;-) .

    Liebe Grüsse
    Ingrid

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  18. Chaluda
    27. September 2012 am 13:18

    *hüstel* da halte ich es so ähnlich wie Griseldis.
    Also irgendwie ist mir das alles ein bißchen zu hausbacken, aber über Geschmack läßt sich ja bekanntlich NICHT streiten. ;-)
    Der rote Bouclepulli von “WELT der Frau” (was ein bekloppter Name) hat es mir aber angetan, da hätte ich gerne die Anleitung und würde ihn dann mit GLATTEM Garn nachstricken und OHNE NOPPEN!!!!!!!!!!!!
    Das gelbe Kleid von Constanze mit dem passenedem Mantel müßte ich stricktechnisch umändern!
    Liebe Tina, vielen Dank für´s zeigen! Sowie Anleitungen einscannen, auch wenn heute nichts für mich dabei ist!
    wollige Grüße aus Köln

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  19. 27. September 2012 am 13:18

    Ach nö, seh grade, das ist ja gar nicht Tina sondern Brenda … na dann. Trotzdem schön.

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  20. 27. September 2012 am 13:35

    Liebe Tina!
    Ja, lass uns weiter in alte Anleitungen schauen. Meine Mutter hatte eine ganze Sammlung alter Strickhefte, hat sie allerdings mittlerweile entsorgt.

    Der größte Unterschied, denke ich, war nicht die Zeit sondern unser eigenes Alter. Damals waren wir jung!!!

    Ich habe z.B. in meiner Teenagerzeit in den 70ern ebenfalls die Kastenpullis getragen und derzeit sind sie bei meiner 19jährigen Tochter wieder schwer angesagt.

    Liebe Grüße
    Ingrid

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  21. Bianca
    27. September 2012 am 14:29

    Liebe Tina,

    danke für die EIngescannten Muster. Ich hab mich sofort in die Mohair Jacke verliebt und denke dass ich mich am Wochenende an einen der BEiden “Sack-Pullis” trauen werde :)

    Liebe Grüße

    Bianca

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  22. arielle
    27. September 2012 am 15:44

    Schade, dass ich die frühen 80er Modelle nicht zeigen kann…
    Alle Modelle von 1979 und 1980, deren Anleitung ich noch habe, sind wesentlich flotter, wären heute noch top, die waren ihrer Zeit damals anscheinend weit voraus.

    Fotos davon finde ich nirgends mehr…
    Ich habe auch noch einen Eisbären, den mir eine Freundin aus feiner Mohairwolle zu Weihnachten gestrickt hat, nach einer Brigitte-Anleitung. Das war damals ein ganzer Zoo. (hab ich das Heft noch?)
    Auch erinnere ich mich an Andie Macdowell als Brigitte-Model mit fluffigem weißen Mohair- und Angora-Gestrick in einer Schneelandschaft.
    Herrje. Ich werfe nie mehr was weg.

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  23. Karin
    27. September 2012 am 16:25

    Mir gehts auch eher wie Griseldis.
    Und mir gefallen trotz meines vorgeschrittenen Alters immer noch keine Twinsets :-)

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  24. 27. September 2012 am 18:51

    Liebe Tina,
    ich kam gestern nicht dazu, zu kommentieren, aber jetzt:-D

    Niemand weiß so gut wie Du, wie sehr ich in den 80ern stecken geblieben bin ;-) . Deine beiden letzten Artikel sind für mich also zugleich Nostalgietrip und Balsam für die Seele. DANKE hierfür.
    Ich habe nie aufgehört, überdimensionierte Pullis zu tragen. Ich finde, dass ihnen oft zu vorschnell Eleganz oder Stil abgesprochen werden. Es ist wie bei allem anderen auch: Es gibt solche und solche. Und weil ich zu klein bin, strecken sie ungemein. Und wenn man zu dünn ist, schützen sie einen vor den “Hungerhaken”-Anreden ;-) Auch die langen Bündchen von damals können Figurprobleme viel besser vertuschen. Für andere (Verwandte und Freunde z.B.) habe ich in früheren Zeiten sehr wohl tailliertes und körpernahes Zeug gestrickt, aber nie für mich.

    Ich habe oft den Eindruck – und das finde ich besonders schade -, dass das Bild der Achtziger sehr mit Modellen in Verbindung gebracht wird, wie Du sie hier zeigst. Ich finde es ein wenig verfälschend. Es gab durchaus in der Tat die 80er Jahre der Teenies mit den sehr bunten Pullis, wie Du sie gestern gezeigt hast, die altbackenen 80er Jahre der Mütterchen, wie sie uns aus den damaligen “Kleine Diana”, “Carina” usw. anschauen, aber es gab auch die 80er Jahre der Anny Blatt- und Alta Moda-Modelle, die ich immer noch als elegant und zeitlos, im positiven Sinne glamourös (ich meine damit nicht “Lametta” ;-) ) empfinde. Vielleicht ist es das, was mir an der damaligen Mode besser gefiel als an der heutigen: Es gab für jeden etwas, während das Angebot heute viel standardisierter und altersübergreifender ist. Wir haben zwar Zugang zu allen möglichen Garnen aus der ganzen Welt, wie Du es gestern so schön sagtest, aber dafür sind die Farbpaletten mitunter kleiner, die Qualität (Stichwort Mohair und Angora) bei gleicher Marke sehr viel schlechter geworden. Früher war nicht alles besser, aber einiges vielleicht doch, und mehr Auswahl nützt einem nichts, wenn sie einfach schlecht ist.

    Ich finde nicht – damals wie heute -, dass man die Mode einer bestimmten Generation an Zeitschriften wie Brigitte, Carina oder Verena messen kann. Sie zielen bewusst auf eine sehr kurzlebige Mode und eine bestimmte Altersgruppe, und sind schon deshalb im Grunde zwangsläufig keine, sondern eine sehr kleine, nicht notwendigerweise typische Momentaufnahme. Zudem sind sie eher alltagsorientiert. Es ist so, als würde man (für die Hobbyschneiderinnen unter Euch) Schnittmuster von Burda mit welchen von der Vogue vergleichen und die 90er an Burda-Schnittmustern messen. Es ist nicht ganz die gleiche Zielgruppe – und daher nicht ganz fair. Die Hefte der Garnhersteller scheinen mir relevanter und kennzeichnender. Und sie waren wirklich sehr viel klassischer und heute noch tragbar. Modelle, die wir heute aus den Lang Yarn-, Filati-Heften … kennen, sind auch etwas anderes als das, was im Zeitschriften-Kiosk zu finden ist.

    In einem Punkt gebe ich Dir absolut recht Zu Deinem Artikel von gestern) : Es wurde damals viel unbeschwerter gestrickt, und vielleicht waren die einfachen Schnitte wirklich der Grund dafür. Ich würde es aber eher positiv bewerten: Wir haben uns dadurch auf Muster und Masche konzentriert – also auf das, was das Stricken wirklich ausmacht. Taillenhöhe und zentimetergenaue Maße … gehören zur Schneiderei und Näherei und sind beim Stricken ehrlich gesagt nur lästiges Beiwerk. Nicht alle, die stricken, interessieren sich für die Grundzüge (wenn auch sehr grob, ich weiß) der Schneiderlehre. Manchmal möchte man einfach nur abschalten, Spaß haben und die Hände mit etwas Unkompliziertem beschäftigen, das den Kopf freimacht. Ist wirklich nur derjenige ein ernstzunehmender Stricker, der gerne mathematische Probleme löst und ständig mit Maßband durch die Gegend rennt? Jeder sollte im Stricken finden, was ihm gut tut, und ich fände eine Einteilung in “Hardcore-Stricker” und “Naja-Stricker”, wie sie immer wieder auf verschiedenen Blogs oder teilweise auch hier in den Kommentaren gemacht wird, reichlich überheblich und verwöhnt. Leute, es ist nur stricken …

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  25. Konni
    27. September 2012 am 20:13

    Nostalgie pur :)

    Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich 1974 mit dem stricken angefangen. Deshalb sind mir Tailierungen und Brustabnäher auch ein Begriff. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich in irgend einem Forum auf die Frage stosse, wie das mit den verkürzten Reihen so geht….

    Einige der Hefte, die hier gezeigt werden, habe ich auch noch. Vor allem die Constanze finde ich immer noch toll
    So weite Säcke, wie sie Ende der Achziger modern waren, habe ich allerdings nicht gestrickt. Bei meiner “Elfenfigur” musste ich die Schnitte verändern, so ein Modell hätte an mir eher wie ein Zweimannzelt ausgesehen. Tja, da war ich eben gezwungen, mich ein wenig mit Schnitttechnik auseinander zu setzen ;)

    In 25 Jahren werden wahrscheinlich die Jahre um 2010 wieder entdeckt. Was wird dann als stilbildend für diese Zeit gelten? Vielleicht RVO, wer weiß….
    Apropos RVO, bei riesigem Busen, schmalen Schultern und dicken Oberarmen ist das auch nicht unbedingt der Kracher…

    Hoffentlich geht diese Serie noch ein bisschen weiter, auch die Kommentare lese ich mit großem Vergnügen :)

    liebe Grüße

    Konni

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  26. 28. September 2012 am 14:31

    eben bin ich mal wieder durch Deine Blog gerauscht…. und denke mich trifft der Schlag … genau diese beiden “Sandra” – Modelle habe ich mir mal genadelt :) Damals hab ich stolz im Intershop meine Westmark für die Maganzine ausgegeben … und hinterher ging es ans Stricken …
    Schön das Du gerade diese beiden Modelle hier ausgewählt hast…
    liebe Grüsse
    Michaela

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  27. 28. September 2012 am 23:19

    Moin zusammen!
    Ich habe es endlich geschafft, meine Kamera zu überreden, das Bolerojäckchen abzulichten. Der Bericht ist etwas spärlich ausgefallen. In Kürze werden da noch ein paar zusätzliche Detailaufnahmen zu sehen sein. Ihr findet es hier:

    http://www.hamburgerstickladen.de/shpSR.php?A=1146&p1=378&p2=403

    Ebenfalls habe ich vor längerer Zeit schon ein Heft mit einer speziellen Stricktechnik aus den 80igern ausgegraben. Es geht dabei um das Stricken mit unterschiedlichen Nadelstärken. Letztes Jahr im September erschien in der Landlust eine Anleitung für ein Dreieckstuch in dieser besagten Technik. Dieses Tuch wird im Forum CreaWelten rauf und runter gestrickt. Ich weiß nicht, wieviele Mitglieder es schon nachgearbeitet haben.
    Ich habe aufgrunddessen, weil mir das Heft wieder in die Hände fiel, einfach mal in meinem Stash gewühlt und mir Material für eine Jacke in dieser Technik zusammengestellt. Das Modell selbst ist noch nicht ganz fertig. Es fehlen noch die Ärmel. Aber sobald ich wieder mehr Zeit habe, werde ich mir die auch noch ausrechnen und das Modell fertigstellen.
    Den Bericht darüber findet Ihr hier:

    http://www.hamburgerstickladen.de/shpSR.php?A=1019&p1=378&p2=403

    Viel Spaß beim Anschauen

    LG Sabine

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  28. 29. September 2012 am 10:24

    Vielen Dank für die Anleitungen! Die frühen 80er-Modele lsind ja doch wesentlich tragbarer als die aus den späteren Jahren. Ich habe gerade einen Stapel Sandra- und Ingrid-Hefte von 86-88 ausgegraben und musste manchmal regelrecht suchen, um die Models unter der vielen Wolle und den Schulterpolstern zu finden. ;-) Aber die Muster sind toll und werden auf jeden Fall als Anregung herhalten.
    Viele Grüße
    Cornelia

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