Sabrina spezial: Masche to go

Von diesem neuen Strickmagazin habe ich ebenfalls auf der H + H schon läuten hören, aber im Gegensatz zur Uknit, auf die wir nun schon seit zwei Monaten warten (die Chefredakteurin hat mir zwar versprochen, daß sie auf jeden Fall erscheinen wird, aber das hat mich gelehrt, in Zukunft nicht mehr über ungelegten Eiern zu gackern…), ist die “Masche to go” schon seit einem knappen Monat erhältlich.

Die Chefredakteurin Veronika Hug, die ich auf der Messe kennengelernt habe (eine sehr nette Person), hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar übersandt:

Die Zeitschrift hat das sogenannte “Pocketformat” und past mit 16,6 x 19,3 cm bequem in die Stricktasche.

Wenn man sich die Bücher von Veronika Hug ansieht, fällt eine Vorliebe der Autorin für große Nadelstärken auf. Zu meinem Leidwesen spiegelt sich diese Vorliebe auch in der neuen Zeitschrift wieder – es gibt nur sehr wenige Sachen, die mit für mich “normalen” Nadelstärken (3,5 und 4 mm) gearbeitet sind, der Großteil der insgesamt 15 Projekte ist mit dicken Nadeln (5,5 – 9 mm) gestrickt. Das passt zwar zum aktuellen “fettes Garn/fette Nadeln”-Trend, ist aber nun rein gar nichts für mich.

Die Jacke finde ich aber ganz hübsch – die ist allerdings auch mit 4er Nadeln gestrickt:

Nach meinem Eindruck ist das Magazin in erster Linie für die junge Strickanfängerin konzipiert, die sich nach den ersten Schalprojekten nun an etwas fortgeschrittenere Modelle wagen möchte. Zitat aus dem Vorwort: “So wird nun also während der Vorlesung, in der Bahn oder beim Chillen im Café genadelt” – davon fühle ich mich im gesetzten Alter von 46 nun wirklich nicht mehr angesprochen :wink: (ich finde übrigens auch die Bezeichnung “Maschenfans” ganz furchtbar)
Die verwendeten Garne (alle von Schachenmayr SMC) sind dem doch meist schmäleren Geldbeutel des jungen Strickvolks angepasst, enthalten allerdings einen ziemlich hohen Anteil an Plastik.
Der Einstieg in die geheimnisnisvolle Welt der Strickanleitungen wird dadurch erleichtert, daß die Anleitungen keine Abkürzungen enthalten und die Angaben für die einzelnen Größen sowohl im Text als auch in der Schnittzeichnung farblich unterschiedlich sind. Auch die im Heft verstreuten Technik-Erklärungen z.B. wie man rechte M strickt, eine Zunahme macht oder Zöpfe strickt, sind ganz klar an Strickanfänger gerichtet.

Die Idee, zu den Oberteilen ein Foto der Maschenprobe in Originalgröße abzubilden, fand ich zunächst ganz interessant, sieht man doch so sehr schön das Maschenbild.
Sie kann aber fatalerweise dazu führen, daß ein Strickanfänger auf die Idee kommt, nun auch ein Probeläppchen in genau dieser Größe zu stricken (um sie dann zum Vergleich auf das Bild zu legen), was -wie wir alten Hasen wissen- keine aussagekräftigen Werte liefert und in einem nicht passenden Kleidungsstück resultieren kann. Hier würde ich mir einen deutlichen Hinweis im Heft wünschen, daß eine Maschenprobe mindestens 12 x 12 cm groß sein und auf jedem Fall gewaschen werden sollte.

Diese Jacke gefällt mir auch gut, aber 7 mm-Nadeln sind natürlich für mich völlig inakzeptabel:

Die Projekte sind bunt gemischt – Schals, Mützen, Oberteile, Babyschühchen, eine Babydecke und Wohnaccessoires:

Ein redaktioneller Teil mit Produktvorstellungen, einem Designerportrait und einem Bericht über den Backnanger Stricktreff runden das Heft ab. Erstaunlich finde ich, daß extrem wenig Platz von Werbung belegt ist – wahrscheinlich ist das Heft von Schachenmayr SMC gesponsort.

Einen kleinen Blick ins Heft gibt es auch beim OZ-Verlag.

Für alle Projekte werden übrigend Milward Strick- und Häkelnadeln empfohlen – offenbar eine Hausmarke von Coats, von der ich aber bisher noch nie etwas gehört habe (kennt die jemand und kann was dazu sagen?). Wenn ich mir hier (auf Seite 10) die Rundstricknadeln angucke, sehen die aus wie diese -inzwischen altmodisch gewordenen-Nadeln mit den furchtbar unflexiblen Seilen, die dazu neigen, sich nervtötend zu kringeln – liebe Strickanfänger, nicht kaufen! Moderne Rundstricknadeln namhafter Hersteller haben ein sehr biegsames Seil, das sich nicht kringelt, es läßt sich damit viel angenehmer arbeiten und die kosten auch kaum mehr.

Fazit: Ein nettes Heft für die junge Strickanfängerin – anspruchsvollere Strickerinnen und Stricker werden es dagegen wahrscheinlich im Zeitschriftenregal liegen lassen.

22 comments for “Sabrina spezial: Masche to go

  1. 6. Oktober 2012 am 20:33

    das mit der uknit finde ich auch wieder – interessant! ich kenne mehrere leute, die voller hoffnung schonmal vorbestellt haben – und bezahlt – die nun warten und warten, und nix passiert! und sie kriegen auf nachfrage nichtmal antwort! hm, und wieviele junge stricker gibt es wohl, die damit anfangen, ihre hockerbeine zu bestricken??? ok, ich weiss, alles geschmacksache – aber ich glaube, das heft muss ich nicht unbedingt haben:) schliesslich bin ich ja sogar noch vieeeeeel aelter als du:) (obwohl ich in bus und bahn durchaus stricke, aber sicher nicht mit baumstaemmen!)

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  2. 6. Oktober 2012 am 20:50

    Herrje, diese dicken Garnstärken! Ich vermute ja, dass diese besonders deswegen für Anfängermodelle empfohlen und verwendet werden, da große Mengen Garn gebraucht werden und man sich als Strickende mit wenig Erfahrung noch nicht zutraut mit dünneren Garnen zu arbeiten.

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  3. 6. Oktober 2012 am 22:36

    milward nadeln kennst du auch, und zwar damals als es diese leuchtstrick und häkelnadeln gab, die mit batterie gefüllt waren, die dann wegen zu krummen nadeln aus dem sortiment genommen wurden.
    und ja milward gehört zu coats, wohl aus UK kommend.

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  4. Ahtel
    6. Oktober 2012 am 22:38

    Ach je. Mehr möchte ich über diesen armseligen Versuch, Menschen im Alter meiner Töchter zum Erwerb eines Strickmaganzins zu bewegen (vergebliche Liebesmüh) , nicht sagen. Schönen Sonntag. Ahtel

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  5. 6. Oktober 2012 am 23:34

    Ich hatte das Heft auch schon in der Hand, mir war aber der Preis zu teuer, für das Heft.

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  6. Monilisanne
    6. Oktober 2012 am 23:48

    Nee, das ist auch nix für mich, da lege ich mein Geld lieber in Wolle an:-)
    Aber das mit der Uknit finde ich auch sehr schade. Ich hatte auch in meinem Zeitschriftenladen danach gefragt, aber die wussten natürlich von nichts. Dann bin ich mal gespannt, wann sie dann endlich erscheinen wird.
    Danke fürs vorstellen der “Masche to go”.
    Schönen Sonntag.
    Monilisanne

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  7. Mediwiz
    7. Oktober 2012 am 01:52

    Also die 7mm-Jacke gefällt mir richtig gut…der Rest nicht so. Die Aufmachung wirkt irgendwie…weniger trendig als das Heftchen anscheinend sein will. Wo gibt es denn runde Hocker mit 6 Beinen???? Der sähe dank meiner pelzigen Mitbewohner keine 10 Minuten so aus.
    Eh, schon wieder ne neue Spamfrage? Oder hab ich schon länger nix mehr kommentiert? Mitten in der Nacht auch noch rechnen…

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  8. Susanne
    7. Oktober 2012 am 10:44

    Das Heft bleibt im Laden und sogar Tochterkind meinte “nee, das ist “x$m%@” ” ;)

    …die 7mm-Jacke gab es 2010 schon bei Coats im Web, nur der Kragen war ein anderer und ich hab mir die Jacke damals gestrickt; also nix Neues

    …und auf die Uknit bin ich schon sehr gespannt, wann sie denn endlich kommt
    Schönen Sonntag

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  9. 7. Oktober 2012 am 11:09

    also die pinke jacke gefällt mir. :o)
    aber ich stricke nix mehr mit grösseren stärken als 4mm. da bekomme ich nur einen krampf in den fingern.

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  10. Mona NicLeoid
    7. Oktober 2012 am 11:11

    Also, um tatsächlich jüngere Menschen anzulocken sieht es dann doch irgendwie zu bieder aus. Und es ist keineswegs so, dass Jugendliche nur an dicker Wolle interessiert wären – ich kenne mehrere Teenie-Mädels, die mit Begeisterung komplizierte Lace-Tücher stricken. In schwarz, mit Fledermäusen und Perlen und so.
    Man sollte nämlich nicht vergessen, dass es normalerweise eher die Jugendlichen mit etwas speziellerem Stil sind, die sich ihre Klamotten selbermachen, nicht die Mainstream-Fashion-Victims, bei denen sich der Geschmack sowieso schneller ändert als man überhaupt einen Pulli stricken könnte.

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  11. 7. Oktober 2012 am 12:02

    Ich gehöre zwar auch nicht zur Zielgruppe, das Konzept (Zeichnung, farbcodierte Größen etc.) scheint mir jedoch sehr gut durchdacht! Werde es meiner Freundin schenken, die als eine Strickgruppe von jungen Frauen und Mädchen leitet. Danke für die Rezension!

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  12. 7. Oktober 2012 am 12:59

    Danke auch für’s Vorstellen. Vor allem die Handschuhhefte von Frau Hug finde ich aber ganz gelungen (dünne Wolle!!!), mit dieser Methode hab ich mich auch mal an Fingerhandschuhe rangewagt, denn das Schlimmste (pfriemelige Fingerchen stricken) ist gleich am Anfang vorbei.

    Bei den anderen Sachen bin ich deiner Meinung. Da kann man sich gleich ein Fell überlegen, dann muss man nicht so voluminöse Sachen nachstricken.

    Das mit der UKnit hab ich jetzt nochmal nachgelesen. Die formulieren ja sehr lyrisch – bin mal gespannt, was das dann für Modelle sein sollen. Ist das eine übersetzte oder eine Originalzeitung? Konnte ich durch’s Klicken nicht herausfinden.

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  13. SingingSanja
    7. Oktober 2012 am 13:53

    Also die Farbkodierung für die Größen finde ich eine ziemlich coole Idee. Das wäre mal was in Büchern, da mag ich nämlich nicht mit Markern reinmalen, immer extra ‘ne Kopie mache ich auch selten, und immer abzählen birgt für mich persönlich durchaus gewisse Risiken… ;-)
    Die Modelle finde ich relativ zum Gähnen, aer ich muss doch sagen, dass ich so vor 2,3 Jahren in meiner Anfangszeit genau nach solchen Sachen gesucht habe: Über die Basistechnik hinaus, aber noch machbar und gut erklärt. Ich hatte immer nur Anfangskram (Schals und Armstulpen in kraus rechts, schnarch!) oder aber für die erfahrene Strickerin, mit knappen, kryptischen Angaben und total einschüchternd. Das Segment “Anfänger mit Vorkenntnissen” hat irgendwie gefehlt. Zum Glück habe ich dann ziemlich schnell das Internet entdeckt. :-)

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  14. Branwen
    7. Oktober 2012 am 16:25

    Ich habe gerade so Plastikgarn geschenkt bekommen. Musste mir aber erst eine dazu passende Nadel kaufen. Eine 10er Nadel hatte ich trotz fast 60jähriger Strickpraxis nicht. Und was soll ich sagen, ich kann damit nicht stricken! Ich bleib da lieber bei meinen 2er und 2,5er Nadeln. Das geht flüssig, leicht und schnell.

    Liebe Grüßlis

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  15. 7. Oktober 2012 am 17:34

    Die Milward Nadeln habe ich im letzten Winter in unserem Kruschtel-Kurzwarenladen gesehen und zwei Stärken gekauft.

    Als Liebhaberin von Metallnadeln finde ich sie allemal besser als alles aus Holz und auch besser als die Inox-Nadeln. Überrascht hat mich dabei, dass die Maschen locker über die Verbindung vom Seil zur Nadel gleiten.

    Kringelnde Seile konnte ich auch nicht feststellen, da ich die Nadeln hängend aufbewahre.

    Zugegeben: Addi-Qualität haben sie nicht, aber ich würde sie in jedem Fall den Inox-Nadeln vorziehen.

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  16. 7. Oktober 2012 am 19:26

    Liebe Tina,
    Danke, dass du mir mit deinen Rezensionen so viel Geldausgeben ersparst!!
    Dieses Heft muss ich also wirklich nicht haben :)
    Liebe Grüsse
    Melanie

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  17. Waltraud
    7. Oktober 2012 am 21:10

    Ganz schön von vorgestern die Modelle. Um diese Teile zu besitzen, würden sich meine Töchter nicht mit Nadeln abmühen.

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  18. Chaluda
    7. Oktober 2012 am 21:13

    So ein Schwung alter Metallnadeln habe ich mal geschenkt bekommen, allerdings von Prym.
    Die Nadeln finde ich ok, aber auch nicht mehr, da ich eh reine Wolle, bzw. Garne mit hohem Wollanteil, lieber mit Holz, bzw. Bambus stricke.
    Das Heft finde ich auch ok, nicht mehr.
    Dicke Garne schrecken mich grundsätzlich nicht ab, erst so langsam gewöhne ich mich an dünnere Garne.
    Zugegeben aus dicken Garnen stricke ich inzwischen auch eher Jacken, Taschen, Mützen, Schals und aus dünneren Garnen dann Pullis, Socken, aber auch Schals. (dickere Garne ab NS 6)
    Danke für´s vorstellen, aber ich weiß noch nicht, ob ich sie wirklich brauche.
    Was das mit der Uknit soll weiß ich nicht, grenzt schon ein bißchen an Betrug, Leute Vorkasse zahlen zu lassen und dann nicht zu liefern, bzw. noch gar nicht zu existieren………… :-(
    (Nein, ich habe nicht bestellt)
    wollige Grüße aus Köln

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  19. Ruth/Berophar
    7. Oktober 2012 am 22:01

    Ich habe nicht grundsätzlich was gegen dickere Garne und habe schon den einen oder anderen schönen Pulli in 7-9 gestrickt, nicht zuletzt, weil es einfach mal Spaß macht, wenn was ganz schnell fertig ist. Wenn man da auf die Paßform achtet, sehen die auch nicht per se nach Tonne aus.

    Die Zeitschrift brauche ich allerdings nicht und Strickanfängerinnen würde ich auch nicht unbedingt zu so dicker Wolle raten.

    Liebe Grüße
    Ruth/Berophar

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  20. Renate Schöbel
    8. Oktober 2012 am 14:55

    Das Stricken mit dicken Garnen ist nicht so meine Sache.
    Gerade für die stärkere Figur ist das nichts. Frau wird zwar nicht schlanker, wenn dünnes Garn verstrickt, aber es ist doch vorteilhafter.
    Am besten finde ich dennoch den grünen Zopfmusterpullover. Die “Frisur” der Dame ist einfach umwerfend. Das musste ich einfach mal bemerken.
    Vielleicht hat noch niemand bei dem tollen Pulli der Dame auf die Frisur geschaut.

    Vielen Dank an Tina, die immer so gute Vorschauen gibt.

    Viele Grüße
    Renate

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  21. Sabine
    11. Oktober 2012 am 03:18

    Falls sich das Seil der Stricknadel doch mal kringelt, hilft bevor man mit dem Stricken anfängt, ein kurzes Bad in sehr heißem Wasser. Das hilft meist, das Seil zu entspannen.

    LG – SaBine

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  22. 15. Oktober 2012 am 01:24

    Zu dem Heft habe ich nix weiter zu sagen, ich habe es durchgeblättert und brauche es nicht (bin fortgeschrittener Anfänger oder so….und bevorzuge mittlerweile auch dünne Nadeln…), aber den Titel Masche TO GO finde ich absolut zum Ko**en ;-) WARUM muss alles TO GO sein *kopfschüttel*

    liebe Grüße
    Ricarda

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