Die verstrickte Dienstagsfrage 8/2013

Irgendwann haben alle einmal das Stricken freiwillig oder durch einen Bildungsplan verordnet gelernt.
Erinnert ihr euch noch, wie das war?
Was machte euch die meisten Probleme?
Wann fing es an, euch richtig zu packen?
Vielen Dank an Michaela (und das Wollschaf) für die heutige Frage!

Ich habe Stricken erst 1985 gelernt, da war ich 19. In der Schule gab es bei uns keinen richtigen Handarbeitsunterricht, der beschränke sich auf Topflappen häkeln in der 3. Klasse (fand ich okay, aber nicht fortführenswert) und das Weben und Färben eines kleinen Lappens in der 5. Klasse (da haben wir auch mal Nudeln selbst gemacht, die waren sowas von igitt…).

1985 aber begann ich eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau in einem Textilgroßhandel. Die Ausbildung war zwar nach drei Monaten schon wieder beendet, weil der Juniorchef Probleme mit meiner großen Klappe hatte (danke Herr Wagner, ohne Sie würde ich heute vermutlich nicht als Steuerberaterin in meiner eigenen Kanzlei sitzen :grin: ), aber sie hat den Grundstein für meine Strickleidenschaft gelegt. Ich war nämlich zuerst in der Handarbeitsabteilung -Bereich Wolle und Strickzubehör- eingesetzt. Und weil man für uns Frischlinge nicht genug zu tun hatte, mussten wir ständig “Inventur” machen. Das bedeutete einfach nur Pakete mit Wolle zu zählen und war eigentlich nichts weiter als eine Beschäftigungstherapie.

Naja, es kam wie es kommen musste, das Lanatoin zeigte Wirkung und ich verspürte den dringenden Wunsch, aus diesen schönen Garnen etwas zu machen. Also habe ich mich im Personalverkauf mit Wolle und Stricknadeln eingedeckt, mir aus der Bücherei ein Grundlagenbuch geholt und los ging’s. Mit diesem Buch habe ich die ersten Schritte gelernt:

So, nun bin ich ja aber Linkshänder (schreibe allerdings mit rechts, da sanft umerzogen). Und in dem Buch war auch ein Kapitel “stricken für Linkshänder”. Ich habe also zuerst überlegt, ob ich so stricken lerne, fand das dann aber unklug, weil ich dachte, dann könne mir ja niemand mit meinem Strickzeug helfen, wenn ich alles spiegelverkehrt mache. Also habe ich die Rechtshändermethode gewählt.
Das war nicht schwer zu verstehen, aber schwierig umzusetzen, weil der blöde Faden immer weggeflutscht ist, wenn ich ihn mit der rechten Nadel durch die Masche holen wollte. Also habe ich ihn irgendwann einfach gepackt, festgehalten und um die rechte Nadel gelegt. Hey, das ging ja viel einfacher als dieses Getüdel über dem linken Zeigefinger! Und so bin ich bis heute bei meiner “Schmeissmethode” geblieben. Wer mal gucken möchte, wie das aussieht, findet hier zwei Filmchen.

Nach einem Nachmittag war die Sache geritzt, ich konnte anschlagen, rechte und linke Maschen stricken und habe daher gleich einen Pullover angeschlagen. Ohne Anleitung, denn ich wollte ja unbedingt dieses tolle hellblaue geflammte Baumwollgarn verstricken und dafür hatte ich keine Anleitung. Also habe ich einfach so viele Maschen angeschlagen bis es mir breit genug erschien und losgestrickt. Erst ein Bündchen, dann weiter in glatt rechts, bis das Teil augenscheinlich lang genug war, abgekettet, Rückenteil fertig.

Tja, nun wusste ich bloß beim Vorderteil gar nicht mehr, wie viele Maschen ich für den Rücken genommen hatte und fand das auch nicht wirklich wichtig. Ich brauchte doch bloß so viele Maschen anzuschlagen, daß es genauso breit wird, oder? Tja, wurde es natürlich nicht, denn daß Anschlagbreite nicht gleich Strickstückbreite ist, habe ich erst dadurch gelernt. Irgendwie passte der Pullover zum Schluß aber trotzdem (damals war ja zum Glück alles überdimensioniert und es kam auf ein paar cm mehr oder weniger nicht so an) und ich habe ihn noch recht lange mit Stolz getragen.

Die Strickleidenschaft hatte mich schon damals gepackt und ich habe in jeder Mittagspause gestrickt. Geringschätzig belächelt von den älteren Kolleginnen, die selbst alle stricken konnten und mir immer erzählt haben, daß ich vieeeeel zu fest stricke. Ja, es war fest, noch fester als heute. Und es war dadurch etwas mühsam. Aber es ist auch keine der Trullas (bis auf eine konnte ich die alle nicht leiden, für mich waren das alles zickige alte Schachteln) mal gekommen und hat mir Tips gegeben, was ich vielleicht besser machen könnte (vielleicht lag’s aber auch an mir, ich hab’ mir damals ungern was sagen lassen… :wink: ).

Die nächsten Pullover habe ich dann nach Anleitungen gestrickt, bevorzugt aus der Nicole, die ich abonniert hatte. Wenn ich nicht wusste, wie eine bestimmte Sache ging, habe ich in meinem schlauen Buch nachgeschlagen, die Technik-Tips in der Nicole gelesen oder notfalls improvisiert. Richtige Probleme gab es eigentlich nie, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.

Da ich mir die Originalgarne selten leisten konnte oder sie nicht bei uns vor Ort erhältlich waren, habe ich schon früh gelernt, Garne zu ersetzen. Dabei hat mir anfangs die Beratung  im Wollgeschäft sehr geholfen. Damals konnte man sich auch noch auf die Nadelstärken auf der Banderole verlassen, heute werden ja fast immer viel zu dicke Nadeln emfohlen (selbst als Brettstricker nehme ich noch kleinere Nadeln als angegeben).
In der Regel habe ich geguckt, welche Nadelstärke in der Anleitung genommen wurde und dann ein Garn ausgesucht, das für die gleiche Nadelstärke gedacht war. Mein Gestrick war dann zwar immer noch fester als in der Anleitung angegeben, aber ich habe einfach eine größere Größe gestrickt, um die gewünschte Größe zu erhalten.
Daß das Material ebenfalls Auswirkungen auf den Sitz und das Aussehen des Strickstücks hat, habe ich damals allerdings noch nicht bedacht. Ich habe in den ersten Jahren häufig mit Baumwolle gestrickt, weil die nicht so teuer war. Diese Baumwollvorliebe habe ich erst vor ca. 10 Jahren langsam aufgegeben. Diesen Pullover habe ich tatsächlich mit einer Baumwoll/Acryl-Mischung (und flach) gestrickt, völig irre!

Ziemlich schnell habe ich auch Jaquard und Intarsien gestrickt. Damals hat uns ja keiner gesagt, daß sowas nicht so ganz einfach ist, also haben wir einfach gemacht. “Das traue ich mir noch nicht zu” gab es in meiner Strickwelt nicht. Ich wollte dieses oder jene Modell haben, also habe ich beim stricken gelernt, wie man das macht. Nur vor aufwendigeren Zopfmustern bin ich lange zurückgeschreckt. Nicht, weil ich es nicht gekonnt hätte, sondern weil mir diese ständige Zopferei samt Strickschrift lesen so wahnsinnig anstrengend erschien. Das hat sich irgendwann gegeben, trotzdem geht mir zuviel Zopferei auch heute noch irgendwann auf den Keks (siehe Cromarty, das hatte schon seinen Grund, daß der zum Ufo wurde).

Das einzige, wo ich mich wirklich viele Jahre nicht rangetraut habe, waren Armkugeln. Durch meine festere MaPro war mir klar, daß die nicht passen würden. Ich wusste aber auch nicht, wie man das passend ausrechnen kann. Bis ich irgendwann unbedingt Martha haben wollte. Die hatte aber Armkugeln *hpf* Meine damalige Freundin hat mir dann so lange gut zugeredet, bis ich es gewagt habe. Und siehe da, sie passten ausgezeichnet in den Armausschnitt!

Da kam mir der Zufall zu Hilfe, denn die Designerin strickte genauso fest wie ich. Meine MaPro stimmte exakt und daher passte auch alles exakt. Und ich hatte ein Aha-Erlebnis: Wenn die MaPro nicht zur Anleitung kommen will, dann muss die Anleitung eben zur MaPro kommen! Und so habe ich fortan einfach die Armkugeln von Anleitungen mit passender MaPro geklaut.
Irgendwann habe ich dann auch das System hinter der Formgebung und den Zusammenhang zwischen Größe des Armausschnitt und Größe der Armkugel kapiert - seitdem sind Armkugeln kein Problem mehr und wenn ich nicht meine bevorzugten Maschenzahlen von Martha oder Salina nehmen kann (die gehen eigentlich immer bei 3er bzw. 3,5er bis 4er Nadeln), stricke ich sie inzwischen nach Gefühl.

So richtig intensiv ist meine Strickleidenschaft dann geworden, als das Internet ins Spiel kam. Das ging damit los, daß ich entdeckte, daß man Wolle bei Ebay sehr günstig bekommt, dann kam die erste Mailingliste, ich lernte über’s Netz viele andere Strickbegeisterte kennen, entdeckte die Welt der englischsprachigen Anleitungen, begann 2006 zu bloggen und seit 2007 bin ich bei Ravelry Mitglied. Heutzutage kann ich mir ein Leben ohne Wolle und Stricknadeln überhaupt nicht mehr vorstellen!

Bei mir gab meine Oma den 1. Anstoß, eine ehemalige Handarbeitslehrerin, die mir so um meine Einschulung herum mitteilte, dass ich jetzt - als Mädchen - lernen müsste, wie man strickt. Eigentlich logisch, dass ich das daraufhin schon mal ganz sicher nicht wollte. Ein paar Jahre später dann, in den 70ern, waren schon einmal diese ewig langen Schals in Mode, so einen wollte ich haben. Meine Mutter machte den Anschlag und ich strickte im Patentmuster einen beige-braun-gestreiften Schal, der am Ende der Wolle 3x so lang war wie ich und mich entweder zu Boden zog oder zu erdrosseln drohte. Das war aber egal - ich fand es toll und habe seitdem nie ganz aufgehört mit dem Stricken.

Als in der DDR Aufgewachsene hatte ich nie Gedanken an Maschenproben und/oder Lauflängen verschwendet. Verstrickt wurde was es gab und so-so gefiel. Passform hieß das Teil war nicht zu klein, Formgebung bestand in Anschlagen und Abketten. Gestrickt wurde, was mir in den Sinn kam, Gedanken über die Schwierigkeit von Zöpfen, Ajour und Jacquard (wie Lace und Fair Isle damals hießen) machte ich mir nie, es war immer mein Eigenes und damit o.k.!

Wie gesagt, ich hatte eigentlich immer irgendein Strickprojekt am Laufen, wenn diese auch häufig zu ufo’s wurden (auch wenn ich den Begriff dafür damals noch nicht kannte). Nach der Wende dann das Schwelgen in allen möglichen Handarbeitszeitschriften, obwohl der Zeitgeist der nüchternen, coolen 90er wohl verhinderte, dass ich dem Wollwahn damals schon verfiel.

So richtig gepackt hat es mich jetzt wieder vor ca. 2 Jahren: Das Internet, Ravelry, die unfassbar schönen, handgefärbten Garne - es ist für mich immer wieder erstaunlich wie vieles ich, als durchaus gestandene Strickerin, noch nicht weiß. Raglan von oben hatte ich bis vor 2-3 Jahren noch nie gehört, dabei ist es so einfach! Ich habe so viel über Passformen gelernt, leider ist die Figur, es anzuwenden, im Laufe der Jahre abhanden gekommen, aber das tut nichts. Ich liebe es, die wunderschönen Materialien in den Händen zu halten und zu sehen, wie ein Muster, ein Farbverlauf Gestalt annimmt.

Stricken beruhigt, stricken tut gut und stricken hält die Hände beschäftigt, weswegen man weniger häufig zum Naschen kommt (naja - theoretisch). Noch mehr Gutes kann man wohl kaum von einer Feierabendbeschäftigung sagen!

Ich hatte Handarbeit, also Stricken, schon in der Grundschule. Meine Handarbeitslehrerin hieß Frau Kamla und sie hat die Strickstunden mit wunderbaren selbsterfundenen Geschichten interessant gemacht. Gestrickt wurde eigentlich nur nebenbei. Legendäre waren Basti und Fredele, zwei Kinder, die die Hauptfiguren in den Stories waren. Ich habe diesen Strickunterricht jedenfalls in toller Erinnerung. Vielleicht stricke ich deshalb so gerne - und vielleicht schreibe ich auch deshalb so gerne Geschichten. Danke an Frau Kamla!

Eigentlich hätte mich das Virus viel eher befallen müssen, meine Oma ist die Handarbeitskönigin im Landkreis. Sie kann und macht alles seit ich denken kann. Stricken, häkeln, sticken, klöppeln (was ich eigentlich auch noch unbedingt von ihr lernen möchte), etc.

Im frühen Jugendalter hab ich dann mal einen Schal gestrickt, vielleicht auch zwei, aber ich fands irgendwie blöd.

Dann kam meine langjährige Jugendliebe. Als wir uns kennen lernten war er gerade in Ausbildung bei der Polizei. Und mein Dad hat sich immer aufgeregt, warum er zu Hause die Dienstsocken an hatte. Dadurch kam mir die Idee, ihm Socken zu klöppeln. Und das war dann der Anfang vom Ende =)

Schnell folgte der erste Pullover, der war als Anfängermodell natürlich gleich mit Zöpfen und hatte natürlich einen äußerst bescheidenen Sitz. Und man hätte mir sagen sollen, dass man mit “Dämpfen” nicht meint, dass Teil zu bügeln….

Und seit dem komme ich nicht mehr davon los. Und abends auf der Couch höre ich eigentlich nur noch fernsehen. Ich denke ich könnte zahllose Filme nur am Ton erkennen, aber wenn mir einer Bilder zeigt hab ich null Ahnung.

Auch wenn ich jetzt schon gute sechs Jahre stricke, aber anständig rechnen kann ich bis heute nicht, wahrscheinlich fehlt mir da eine Gehirnwindung. Und vermutlich gleich neben der Hirnwindung für räumliches Vorstellungsvermögen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass noch in den Griff zu bekommen!

Eine schönere Krankheit als die Wollsucht kann und will ich mir nicht vorstellen. Das Leben wäre nur halb so schön ohne stricken.

Moin,
musste erstmal grinsen: Meine Karriere ist ganz ähnlich. Ende der 70er fing ich an mit irgendwas, Hauptsache stricken! Dann Nicole und Constanze: Ajour, Intarsien, Norweger, Zöpfe, Trachten, Material- und Mustermix, egal, wollte ich alles haben, also wurde es gemacht - learning by doing. Schließlich Kunststricken, Niebling, 2m lange Rundnadeln NS2 (die habe ich noch, obwohl ich heute mehrere kürzere nehmen würde zwecks besserer Strukturierung), 3000 Maschen in 1 Reihe. Gefühlte Krönung meiner Fertigkeiten war vor ca. 18 Jahren das Erlernen der geheimnisvollen Kunst des Sockenstrickens. Vor einem Jahr bekam ich meinen ersten eigenen PC, und via Internet entdeckte ich ein völlig neues Universum. Ich fand Ravelry, und nun hat es mich erst richtig erwischt. Zwei Schränke musste ich seitdem kaufen, für Wolle, Literatur, Equipment (Haspel, Wickler, Nadelschätze, Färbezeug…)! Eine ordentliche Strickmaschine habe ich schon seit den 80ern. Wenn ich dann in Rente gehe in etlichen Jahren, wird das Glück kaum auszuhalten sein. Eigentlich hatte ich auch andere schöne Hobbys, z.B. Bonsais, und ich habe auch einen kleinen Garten, und Katzen, und Freunde und Familie. Das Handarbeiten ist nun aber das, was mich jeden Tag ruhig und froh macht. So, das war jetzt viel.
lg r.

Tja, wie ging das los? In der Schule war in den frühen 1970ern Handarbeiten mal Unterrichtsfach, mal nicht, je nachdem wie progressiv der Elternbeirat war. Stricken ging an mir vorbei, in dem Jahr hatten wir wohl Basteln mit den Jungs.

Dann in den Spät-70ern strickte jede(r!), und mir zeigte Mutti wie rechte und linke Maschen gingen. Glaube ich zumindesten. Mein erstes Stück war aus einem Handarbeitsbuch vom Tschibo, ein Pullover in Alpaka/Poly, mit Nadeln Nr. 7.
Ich wollte damals schon immer die Anleitungen umändern, nur von Maschenproben und so wusste ich nichts, ich hab nach Schnitt gestrickt. Frag nicht nach Ärmeln, mein Ärmel-Trauma hält bis heute an. Eine Norweger-Weste, da waren die Vorderteile deutlich länger als der Rücken, weil ich die Fadenspannung verändert hatte; fair-isle in Hin- und Rückreihen - vor mir war garnichts sicher. Gekauft hab ich immer bei Wolle-Rödel, da konnte man so schön Wollekuscheln. Rödel-Anleitungen hab ich häufiger gestrickt.
Dann war irgendwann Schluss, passte sowieso nie alles so richtig, oder kratzte, und dann kamen die Fleece-Pullis, die waren wärmer und pflegeleichter. Nur mal Socken und hin und wieder ein Kuscheltier hab ich noch gemacht.

Und dann kaufte mein Liebster ein paar derbe Schafsocken, und ich meinte: “Die hätte ich Dir auch stricken können”, und das musste ich dann beweisen. Dann kamen Pulswärmer für mich, und dann hab ich im Internet Junghans entdeckt, und die anderen schönen Anleitungen. Ravelry kam erst später.

Aber ohne Internet hätte ich nie mit der Spinnerei angefangen. Da sind ein Haufen Spinner unterwegs, wusste ich ja schon immer…..

Hallo Tina,
bei mir hats mit dem stricken in der Schule angefangen. Meine Mutter konnte sehr gut stricken und hat uns Kindern auch fleißig bestrickt und sich selbst dazu.
Es war für mich selbstverständlich, daß ich auch meine Kinder und mich bestricke. Da ich mit 17 Jahren schon heiratete, gings bei mir mit 17 schon los mit Strickprojekten, meist haben die nicht so toll gepasst.
Aber für meine Kinder strickte ich viele Pullis und Jacken und die konnten gut getragen werden.
Dann fand auch ich Modelle die mir gefielen, meine große Leidenschaft waren Ajourmuster. Da ist mir auch heute noch nichts zu schwer.
Allerdings gabs eine Zeit in den 90ern, ich hatte ein Studium begonnen und hatte dadurch wenig Lust zu stricken.
Seit 2007 stricke ich wieder mit Begeisterung, allerdings produziere ich auch mal ein Ufo.
Jetzt sind auch Ufos aus den 80ern oder 90 aufgetaucht, tja mal sehen was draus wird.
Leider hab ich meine schönen Strickstücke alle samt und sonders in die Altkleidersammlung geworfen.
Da könnt ich fast heulen wenn ich Deine Teile sehe. Auch viele, viele Hefte sind einfach weggeworfen worden, schade.
Also nun wißt ihr Bescheid, wenn ich richtig überlege, stricke ich seit der 3. Klasse, aber einfach in meiner Perfektion, etwas entfernt von Deinen Supertollen Pullis.
Lieben Gruß von Waltraud

Ja ja, ein Leben ohne Wolle und Stricken können wir uns gar nimmer vorstellen.
Das Internet ohne Tichiro auch nicht ;-)

Hallo,
endlich weiss ich das ich nicht verrückt bin. Stricken hab ich als 64 Baujahr erstmal von der Oma und dann in der Schule gelernt. Die ersten Socken hätten einem Knom oder so gepasst. War nix - dann kam meine große Liebe und ich hab wieder angefangen. So ganz hatte ich es aber nie sein lassen. Der erste Pullover für meinen jetzigen Mann hat er auch tapfer getragen, auch wenn er darin eher verschwand…..das mit der Maschenprobe und dem ausrechnen war und wird nie meins sein.
Mittlerweile bin ich im Freundeskreis als Strickmaus verschriehen, bekomme zum Geburtstag Sockenwolle Unikate geschenkt und habe bereits die Bestellungen für das X-Mas 2013…man glaubt es kaum. Mein Mann erträgt die Wollsucht und Kaufrausch Arien sehr gelassen, denn er ist der Computermann !!! Allerdings sind meine Pullis nicht annähernd so perfekt wie deine, geschweige denn die Jacken. Da bin ich immer sehr neidisch und frage mich, warum ich keine zustande bringe, die mir super passt. Aber irgendwann werde ich auch dieses Problem lösen. Das Internet ist wahnsinnig. Und so ist meine Wollwelt groß und bunt und das ist schön und gut so….liebe Gruesse aus Hessen Rita

Ich hatte das Glück (mag mancher anders nennen ;) ), eine praktisch stets strickende Mutter zum Vorbild zu haben. Unsere ganze Familie war immer gut und warm bestrickt, einschließlich der Puppen, mit denen ich kaum spielte - meine Welt waren eher Autos (bin auch heute noch ein Technik-Freak).

Im zarten Alter von fünf Jahren wollte ich unpetinkt auch stricken, meine Eltern meinten jedoch, Stricknadeln seien zu gefährlich für ein so kleines Kind. Aber ich war ein sehr vorsichtiges und verständiges Kind, und so durfte ich ein Mikado-Spiel haben… Mikadostäbe waren ja fast so gut wie Stricknadeln!

Aus dem Wollkorb meiner Mutter suchte ich mir gelbe Angorawolle (!) zum Üben aus - und meine Mutter ließ mich gewähren, obwohl es noch die schlechte Zeit war (bin Baujahr 51) und meine Eltern seeehr sparen mussten. Ich denke, eine sooo wertvolle (und dabei zum Üben so ungeeignete) Wolle würde ich einem Strickanfänger niemals geben, aber hätte meine Mutter damals anders gehandelt - wer weiß, ob ich jemals diese unbändige Freude am Stricken entwickelt hätte.

Gestrickt wurde damals ausschließlich “nach Schnauze” - heute heißt das vornehm und hochtrabend: Eigenentwurf oder Exclusiv-Design. Für Armkugel und -ausschnitt hatte man Erfahrungswerte, die ich auch heute noch parat habe (aber selten anwende). Gestrickt habe ich zu Anfang auch extrem fest - das hat sich inzwischen gebessert, was das Stricken insgesamt weniger körperlich anstrengend sein lässt.

Learning by doing ist meines Erachtens die perfekte Methode - nicht nur beim Stricken. Fehler, die man selbst sehenden Auges macht, vergisst man nicht so leicht und neigt nicht zu Wiederholungen.

Mein lieber Mann ist der Wolle und allem Selbstgestricktem abhold - dabei könnte er der bestbestrickte Mann Europas sein, wenn er nur wollte :). Aber er lässt mir meine Freude. Lediglich meine recht extreme Wollsammelei (sehr zahm ausgedrückt), die ich schon während der Schulzeit begonnen habe (fast mein ganzes Taschengeld ging dafür drauf), betrachtet er zunehmend mit Besorgnis.

Fazit: Ich bin allem Strickbarem und jedweder Technik, die es einem ermöglicht, aus glatten Fasern oder Fäden etwas Hantierbares mit einer festen Form entstehen zu lassen, hoffnungslos verfallen - könnte wohl ohne nicht leben.

Und ich bin Tina sehr dankbar, dass sie uns immer wieder Neues präsentiert, worauf wir selbst womöglich gar nicht gekommen wären…

LG - Karin

Da ich das Stricken mit ungefähr vier Jahren gelernt habe, kann ich mich nicht mehr wirklich an Details erinnern. Ähnlich ist es mit dem Lesen und Schreiben - in meiner bewussten Erinnerung konnte ich diese Dinge einfach immer schon ;)
In Bezug auf das Schreiben kann ich mich wenigstens noch vage daran erinnern, wie Erwachsene sich über meine kreative Rechtschreibung amüsierten, oder darüber, dass ich gerne mal von rechts nach links und in Spiegelschrift schrieb.
In Bezug auf das Stricken weiß ich nur noch, dass ich gern bei meiner Oma herumhockte, die immer strickte oder spann, und dass ich stolz darauf war, dazuzugehören.

Ach ja, die Trullas. Was wären wir ohne ihre Kommentare? “Du strickst zu fest!” “Zöpfe tragen auf!” “Grau macht dick” “Nimm braun (oder wahlweise beige), braun passt immer!”
Wie gut, dass du dich dagegen einfach behauptet hast! Und dein Pulli ist der Hammer. Ich hab mal einen Argyle-Muster-Pulli versucht, glatt zu stricken, aber auf halben Wege aufgegeben - zu kompliziert in der Rückreihe!

Mit 4 Jahren bewaffnete ich mich mit zwei Bleistiften und setze mich zu meiner Oma aufs Sofa. Sie war für ihr Engelsgeduld bekannt - eines ihrer Stücke, ein wollener Unterrock in Größe 42 hatte sie mit Nadelstärke 2 gestrickt. Das was mir schon vorher so leicht mit der Häkelnadel gelingen wollte, brachte ich erst nach vielen vergeblichen Bemühungen auf den Bleistiften zu Wege: ein gerades Stück ohne Laufmaschen. Meine Oma, die den Faden beim Stricken immer rechts hielt, bewies eine gewisse Weitsicht, als sie mir gleich verbot es ihr gleich zu tun. Das hat mir doch einige Stunden erspart. Nach den Anfängen, in denen meine Käthe-Kruse-Puppe als Modell herhalten musste, habe ich eigentlich nie mehr aufgehört, meine Kleidung selber zu stricken und zu nähen Auch in der Zeit des Handarbeitsladensterben strickte ich, im Zug oft setsam angestarrt, weiter. Als dann auch der letzte Wollladen Mitte der 90er in meiner kleinen Stadt Pleite gemacht hatte, entdeckte ich Konenwolle und die Strickmaschine. Auf beides möchte ich heute nicht mehr yerzichten, zumal viele Techniken vom Maschinestricken für das normale Stricken von Vorteil sind.
Grüsse aus Eis und Schnee
Katharina

Waltraud Röhner

Ein Hallo an alle Linkshänder, die rechts stricken.
Ich bin auch so ein Exemplar. Eigentlich wollte eine Nachbarin und gute Freundin meiner Mutter, dass ich zu Weihnachten meiner Mama gehäkelte Topflappen fertigen sollte. Aber meine Linkshändigkeit verhinderte das Häkelnprojekt. Die Maschen sammelten sich auf der Nadel, in diesem Falle,auf der mit dem Haken, und es war mehr ein schräkeln, was bei der Lektion herauskam. Ich ging noch nicht zur Schule, war wohl so knapp 6 und Linkshänder, aber meine Mama bekam einen wunderschönen kraus gestrickten Topflappen zu Weihnachten. Den Mausezähnchenrand stiftete meine “Lehrerin”.
Vielleicht war es die Gnade so früh in dieses schöne Hobby eingeweiht worden zu sein, dass ich als Linkshänder einigermaßen das Stricken gelernt habe und ich nicht so seltsam stricken muss, wie auf obigen Videos gesehen. Obwohl , ich muss gestehen, meine Klimmzüge die Fadenspannung herzustellen sind auch nicht regelkonform. Um den kleinen oder irgendeinem anderen Finger den Faden zusätzlich laufen zu lassen bin ich zu ungeschickt. Der Faden wird nur zweimal um den Zeigefinger gewickelt und dann geht es los. Es geht aber auch oft der Faden los :-) und ich muss ihn ständig neu um den Finger wickeln. Natürlich hatte ich wegen meiner orthodoxen Strickweise Probleme mit meiner uralten Handarbeitslehrerin, die uns keine Geschichten erzählte, sondern meisten uns die Leviten las.
Eine meiner Töchter hatte da in ihrem Handarbeitsunterricht mehr Glück, bekam sie doch von der Autorin aus dem “Räuber Grapsch” vorgelesen.

Ich (Bj. 1952) habe im Kindergarten häkeln gelernt. Stricken hat mir meine Mutter beigebracht. Als ich in der 3. Klasse einen Murmelbeutel stricken musste, konnte ich schon den Anschlag, rechte und linke Maschen. Die Arbeit mit dem Nadelspiel war was Neues. Aus Angst, dass die Nadeln herausfallen, wurde mein Murmelbeutel hart wie ein Brett. Entmutigt hat mich das nicht. Wie Muster gestrickt werden, konnte mir meine Mutter nicht zeigen, weil sie mit den Strickschriften nicht klar kam. Bei 3 Pagen bestellte sie für mich das Buch “Die Kunst des Strickens”, welches ich Heute noch besitze. Meine Handarbeitshefte habe ich leider alle entsorgt, nachdem ich viele Jahre wegen Gelenkschmerzen nicht stricken konnte. Erst 2003 fing ich mit Socken wieder an, weil es mich ärgerte, dass die gekauften Socken an der Ferse so schnell kaputt gingen. Nach Bambusnadeln entdeckte ich Holznadeln und seitdem kann ich zu meiner Freude mühelos stundenlang stricken.
LG Helga

“Irgendwann haben alle einmal das Stricken freiwillig oder durch einen Bildungsplan verordnet gelernt. ” >>>> war bei mir NIE der Fall ! Habe im Rentenalter alles im Internet gelernt, nach und nach diverse Nadeln entdeckt - bin bei RundstrickN. geblieben, sowie diverse Techniken !
LG aus Frankreich

… in der Schule mit Bildungsplan etwas ‘besser’; jedoch mit wenig Begeisterung aber gerade mal als ausreichend ‘interessant’ befunden um mich nicht queer zu legen.
Bei Muttern daheim dann ab und zu ihn ihrem Strickzeug ‘mitgefunkt’ und - natuerlich - eine ‘Abreibung’ wegen unterschiedlicher Spannung des STrickzeuges abbekommen; das verstand ich damals aber nicht, bzw. Mutter konnte mir das leider nicht verstaendlich und akzeptabel verklickern.

Etliche Jahre spaeter dann warf Mutter mir einmal provozierend vor, dass ich ‘vollkommen untauglich’ waere und weder ordentlich stricken, noch stopfen koennte (war Haekler)
Beweis angetreten; Zeug ihr dann an den Kopf geschmissen (nie angezogen) und nix mehr - fuer sie je sichtbar - gemacht (aber hinter ihrem Ruecken auf den Geschmack gekommen :-o + ;-) ! )

Haett’ ich’s nicht schon in diesen juengeren Jahren gelernt, so haett’ ich es sicher spaetestens als fluegge junge Frau mir angeeignet: es war eine tolle ‘Gehaltsaufbesserung’ beim doofen oeffentlichen Verkehrsverbund benutzend die Zeit kreativ nutzen zu koennen und die Ergebnisse dann auch noch an interessierte Kolleginnen zu verkaufen! ;-)

Ich musste leicht schmunzeln, was hier zu lesen ist. Ich - Jahrgang 1956 - wurde noch nach dem alten Schulplan handarbeitstechnisch “erzogen”, schon in der Grundschule. Topflappen zu Muttertag war das Erstlingswerk. Mein Mutter strickte selbst viel, sticken und nähen war an der Tagesordnung. Nähen ging nie so recht an mich, meine Mutter hat eine alte Tret-Pfaffmschine, und den Rythmus begriff ich nie. Aber Stricken, Häkeln…Häkelbikini !!! … Sticken - hohlsaum etc. - umhäkelte weiße Stofftaschentücher, Zöpfe und was auch immer, war mir alles nicht fremd. Auch im Gymnasium gab es bei uns noch einen regelrechten Handarbeitsunterricht - typisch ältere Dame, aber die war fit!! - und sie war darauf bedacht, dass unsere Sachen - nach strengster Kontrolle von ihr - dann auch im Schaukasten mitten in den korridoren ausgestellt war. All das war für mich eine gute Basis und auch zu Zeiten, in denen meine Kids sehr klein war, auch ein kleines Zubrot für andere zu Stricken. Dann habe ich fast 25 Jahre nicht mehr gestrickt - warum auch immer - und bin über ein Tuch-KAL in einem Forum wieder an die Nadel gekommen….Und was man mal gelernt hat, liegt zwar brach, aber es kommt schnell wieder an die Oberfläche. Und ich finde es erstaunlich, wie sich alles stricktechnisch - Material, NAdeln, Anleitungen etc. - verändert hat. Wie haben wir uns früher mit langen starren Jackennadeln abgemüht, und heute?! Und ich gebe Tina recht, früher hat man einfach losgestrickt, sich keinen Kopf gemacht, ob man das kann oder nicht, es ging einfach……..heute gibt es so das eine oder andere, wo ich mich nur zaghaft herantraue.

LG Patricia

also, haetts von meiner handarbeitslehrerin abgehangen, haett ich nie stricken gelernt, das war die totale schraube:( meine mutter hat alles selbst gemacht, also war es klar, dass wir das auch lernen… ich hab dann spaeter noch alles moegliche andere gemacht, spinnen, patchwork, kloeppeln - ich bin wohl irgendwie ein textilfreak:) aber @ Dani - ich musste lachen, dass du deinem freund socken kloeppeln wolltest, was der anfang vom ende war… bei gekloeppelten socken kann ich den mann verstehen:)

Also ich gehör wohl zu den Neustrickerinnen, die erst vor einem Jahr damit angefangen hat, nachdem mir eine selbstgemachte Mütze für 35 Euro verkauft wurde. Mich hatte das damals so geärgert, weil die Wolle so billig wirkte. ;-)
Heute bin ich schlauer und weiß, dass man gut und gerne mal das Geld verlangen darf. Schließlich kostet gute Wolle auch ne Stange und die Arbeitszeit gehört ja mit dazu.
Aber ich wollte mir dennoch meine eigenen Mützen machen. Bestärkt durch meinen Freund, habe ich auch gleich losgelegt. Beigebracht habe ich mir alles über das Internet und durch Bücher.

Find ich interessant wie unterschiedlich und doch irgendwie gleich, die Leute hier zum stricken/häkeln/handarbeiten gekommen sind. :-)
lg
Julia

Rechte und linke Maschen stricken habe ich sicher in der Schule gelernt, so wie Hohlsaumsticken und Taschentücher umhäkeln….

.. in meiner grünen Zeit - mit 25 bis 26 Jahren - habe ich einen roten Pullover - Marke “Einmannzelt für zwei” aus Mohair gestrickt ….mit angestrickten Ärmeln - der kratzte entsetzlich.

…. und mit Anfang 55 kam ich auf die Idee, dass ich jetzt mal stricken lernen könne … das ist jetzt knapp 2 Jahre her…..- die Tipps und Anleitungen, das “know how” find ich überwiegend hier… egal, welches Problem ich zu lösen suche im www - ich lande immer hier!

Danke Tina

Wie Patricia bin ich Jahrgang 1956 und hatte bis zur 6. Klasse Handarbeitsunterricht. Außerdem hat meine Mutter viel gestrickt und genäht und ich habe das übernommen. Bis Mitte 20 habe ich regelmäßig gestrickt, allerdings meist frei Schnauze, wie von meiner Mutter gelernt. Oft war ich aber mit dem fertigen Produkt nicht so ganz zufrieden. 2007 habe ich wieder angefangen und war sofort angefixt durch die englischsprachigen Websites. Bald habe ich auch Ravelry entdeckt und damit auch meinen Stricktreff. Mittlerweile habe ich ein paar sehr detaillierte Strickbücher, in denen ich zu jeder stricktechnischen Frage eine Antwort finde. Außerdem plane ich meine Projekte ganz anders als früher und bin viel penibler in der Ausarbeitung, so dass meine Strickwerke erheblich besser ausfallen. Ich freue mich jedenfalls, ein so tolles Hobby wiederentdeckt zu haben.

Ich hab ja bayerisches Knödelabitur,d.h. 5 Jahre lang Handarbeits-und Hauswirtschaftsunterricht ( das einzige Fach, außer Lesen, Schreiben und Rechnen von dem ich wirklich mein Leben lang zehre… )
Mein erster Pullover war ein dicker Winterpullover aus curryfarbener Wolle, den ich mit 10 Jahren unter den strengen Augen unserer Handarbeitslehrerin angefertigt habe. Der hat auch prima gepasst und ich habe ihn stolz getragen bis ich rausgewachsen war. Da diese strenge Dame auch eine Abneigung gegen Plastikkgarn aller Art hatte, habe ich auch gleich ein gewisses Qualitätsbewusstsein gelernt.
Danach haben mir meine handarbeitlichen Fertigkeiten während des Studiums zu mehr Kneipengeld verholfen, da ich eine Menge Klamotten selber anfertigen konnte.
Dann habe ich meine Kinder bestrickt und benäht und bin danach durch eine lange wollefreie Phase gegangen. Jetzt hänge ich wieder voll an der Nadel…

Nur, um den Altersdurchschnitt mal eben hochzureißen: Wer im Jahr 1988 geboren ist, hatte wahrscheinlich kein Stricken in der Schule, zumindest ich nicht. Mit 15 habe ich einen Schal angefangen, der nie beendet wurde und mit 23 hat es mich dann wieder gepackt. Meine Mama hat mir das rechts-links-Stricken nochmal gezeigt und alles andere habe ich mir selbst beigebracht. Deshalb ist es immer schwer, wenn andere fragen, wann und wie ich das alles gelernt habe. Es kam einfach so mit der Zeit von selbst irgendwie.. Mittlerweile ist mein Neffe mit Jäckchen, Pullovern, T-Shirts und Socken eingedeckt und meine erste Strickjacke für mich ist traumhaft geworden. Übung macht den Meister! :-)

Trotz meiner jungen Jahre erfülle ich das Klischee der Strickerinnen.. Mit 2 Katern (einer sieht haargenau aus wie dein schwarzer) und Mann liebe es ich, jeden Abend fleißig vor mich hin zu stricken statt die Discos dieser Welt zu erobern :-)

In der Grundschule haben wir nur gehäkelt. Aber das hat mir nie Spaß gemacht (auch heute noch nicht). Und da ich meine Abneigung zu dicken Garnen wohl damals schon hatte, hab ich für meine gehäkelte Eule gefühlte Ewigkeiten gebraucht, da ich mir natürlich dünne blaue (!) Wolle ausgesucht hatte. Stricken hab ich von meiner Mutter gelernt. Mein erstes Strickstück war ein Schal, der eigentlich für meinen kleinen Bruder gedacht war (er ist 10 Jahre jünger als ich). Den sollte er zu seinem ersten Geburtstag bekommen. Kraus rechts in einem dreifarbigen Streifenmuster und mit Nadelstärke 2 (schon wieder so dünne Wolle). Nun ja, zu seinem ersten Geburtstag ist der Schal nicht fertig geworden, dafür zwei Jahre später, zum ersten Geburtstag meiner Schwester. Danach hab ich angefangen Socken zu stricken. Da meine Mutter nur Socken strickte, hab ich das auch gemacht, und hab mich nie an was anderes rangetraut. Bis, ja bis ich vor ein paar Jahren das Internet entdeckte. Dann folgten Lace-Tücher, Pullis und Doubleface. Alles nach dem Motto: Learning by doing, denn außer rechten und linken Maschen hatte mir meine Mutter nicht wirklich was gezeigt. Immer wenn irgendwas mir unbekanntes in einer Anleitung verlangt wurde (und wird) hab ich im Netz gestöbert und es dann angewendet (Ich denke da z.B. an rechts- o. linksgeneigte Abnahmen und auch ganz banal an das Lesen einer Strickschrift). Und auch englische Anleitungen hab ich mir auf diese Art erarbeitet.
Inzwischen stricke ich hautsächlich (Muster-)Socken und Lacetücher. Ich würd mir gerne eine Jacke stricken, hab aber noch Schwierigkeiten mit dem Umrechen von Anleitungen (die Orginalgarne sind mir meist zu teuer und außerdem stimmt meine Maschenprobe nie) weshalb ich das noch etwas vor mir her schiebe. Aber auch das kommt noch. Ich hab noch so viele Tücher und Socken auf meiner Wunschliste, da hab ich bestimmt noch jahrelang genug zu tun. Und wer weiß - vielleicht begegnet mir mal DIE Anleitung, die ich einfach haben MUSS, dann fange ich einfach an….So wars schließlich bei den Tüchern auch - und es hat geklappt.

Bildungsplan - haha… in der teuren Privatschule, in die ich gehen musste gab es weder Handarbeit noch Kochen, die waren zu “progressiv” für sowas!
Bj.64, Einzelkind, hab ich von meiner Grosstante (englisch) stricken gelernt, ca. 4jährig. Da meine Mutter/Grossmutter nähen und nicht stricken, hab ich mir dann immer wieder mal selbst mit einem kleinen kanadischen Buch (von einer Kusine geerbt) geholfen, wenn ich wieder mal Puppensachen machen wollte. Ich war viel allein und habe entweder gelesen oder gebastelt. Meine deutsche Tante strickte oder häkelte ständig und hat mir das Häkeln mal beigebracht, und dann jeden Abend aufgeribbelt und neu gemacht wenn ich geschlafen hab - das wurde mir zu blöd und meine Häkelkarriere endete rasch.
Bei uns Englischsprachigen war stricken überhaupt nicht angesagt oder cool, erst recht nicht für Teenies, und meine wiederholte Versuche waren wenig erfolgreich und fast geheim, alles aus Bastelbücher gelernt. Mit 16 (wieder in England) habe ich meine beste Freundin kennengelernt und die strickte, von ihrer Mutter gelernt!! Zu der Zeit las ich öfters deutsche Zeitschriften und stricken war in, also fühlten wir uns bestätigt und ich habe immer wieder mal deutsche Anleitungen mitgenommen und nachgestrickt, meist aus der “Freundin” oder “Brigitte” Weihnachtshefte, gekauft als ich in den Ferien wieder in der Schweiz war. Um uns herum strickten nur alte Frauen, das war absolut nicht cool! Gleichzeitig wusste ich von meiner Mutter (Dozentin hier in der Schweiz), dass in Deutschland und in der Schweiz viele junge Frauen ständig stricken, auch im Unterricht (was uns wahnsinnig erstaunte!!). Finde ich heute lustig, wenn ich Berichte lese, wo steht, dass in den 80/90ern stricken ausgestorben ist… sicher nicht so wie ich das in deutschsprachigem Gebiet erlebt hab. Für meine Töchter (’84,’91,’95) und wieder in der Schweiz habe ich noch viel gestrickt und andere Mütter haben auch viel gestrickt, nur wenn ich heute stricke, sagen mir sehr viele Gleichaltrige, sie könnten gar nicht stricken??? Ich vermute, schlechte Schulerfahrungen… Ausserdem hat man in der Schweiz noch lange in der Schule stricken gelernt, z.T. noch heute. Die ältesten beiden Töchter haben’s gelernt und die Älteste strickt heute für die ganze Familie sehr gerne, allerdings wurde mit Spass unterrichtet, nicht wie früher nach Plan mit strengen Auflagen wie die vor-1970 Geborenen beschreiben, und was viele gehasst haben. Im Engadin hat man mir im Wolle Laden gesagt, dass die Mädchen immer noch alle in der Schule stricken lernen, finde ich toll, aber hier im Unterland kommt es auf den Lehrer an - die jüngste Tochter hat es nicht gelernt, schätzt aber dass ich es kann.
Vielleicht liegt es an den Anfangskämpfen, dass wenn man stricken selbst lernt und keine Ahnung hat kennt man keine Grenzen - ich habe auch von Anfang an einfach nachgestrickt und mir keine Gedanken gemacht ob Ajour oder Jacquard zu schwierig sind! Entweder es ging oder es ging nicht, und meistens ging es…
Ich habe ca. 10 Jahre lang nicht mehr gestrickt, bis ca. 2007, wo ich Internet stricken über Yarn Harlot entdeckt habe, viele Strickblogs und Ravelry und jetzt bin ich nicht mehr aufzuhalten. Leider scheint, trotz einige Wolle Läden, das Stricken nicht so ein Trend zu sein wie anderswo, oder vielleicht ist die Ostschweiz einfach zu konservativ (wie ironisch)! Ich habe nur zwei Strickfreundinnen - eine Engländerin und eine Amerikanerin… dazu muss ich sagen, dass ich mit den ganzen Fantasiegarne und merkwürdige Teile, die in unserem Wolle Laden angeboten werden, wenig anfangen kann - die Damen dort finden mich offenbar etwas komisch, weil ich Naturfaser (=Wolle!) und glatt haben will!

Meine Erfahrungen mit Handarbeiten sind sehr laaaang……
Stricken u. Häkeln gelernt habe ich in der Schule; Puppenkleider den Barbies auf den Leib “gehäkelt”…, was man halt als Kind so macht, mit Wollresten.
In den 80 Jahren habe ich, wie Tina auch, in der Schule gestrickt; oft unförmig, war aber ungeheuer stolz darauf.
Denke heute noch mit Wehmut daran, daß meine Mutter einen Pulli im Patent gestrickt (mit 3-er Nadeln) falsch gewaschen hat, er hätte danach einem Elefanten gepaßt.
Aus “Nicole” u. “Mikado” hatte ich die Anleitungen.
Dann habe ich nur noch gestickt; mit Kreuzstich habe ich alle beschenkt, die es wollten oder auch nicht :-).
Dann kam ein Jahr Auszeit ohne jegliche Handarbeit.

Zum Stricken in der “Neuzeit” kam ich durch die “Brigitte” - mein erstes Projekt war eine Mütze; dann kamen Mützchen für Frühchen in Afrika u. seitdem “häng” ich wieder an der Nadel und verschenke selbstgestrickte Socken (am liebsten mit handgefärbter Wolle von Tausendschön oder Wolle von Opal) u. Tücher an meine Freunde, Familie u. Kollegen.
“Eine Stunde Stricken ist besser als eine Stunde Yoga”.

Als ich im Grundschulalter war, habe ich von Oma zunächst das Häkeln gelernt. Mein erstes Werk war eine Puppenschürze, und zwar aus dem Grund, dass mein Häkelteil sich nach oben immer verjüngte. Nach gefühlten 100 dieser Puppenschürzen konnte ich auf einmal auch geradeaus häkeln, war also fähig, Topflappen zu häkeln. Dann habe ich meine Petra-Puppen (der deutsche Barbie-Ersatz) behäkelt. Als ich im Laufe der Zeit immer besser häkeln konnte, hat Oma mir Wolle für ein Dreieckstuch gekauft, das war mein erstes größeres Werk, rot mit schwarzen Fransen.

Dann mussten neue Herausforderungen kommen, und Oma brachte mir auch das Stricken bei. Maschenanschlag und zunächst rechte Maschen. Somit war ich dann auch im 5. Schuljahr in der Lage, dem Handarbeitsunterricht unserer strengen Frau Neumann ohne Schwierigkeiten zu folgen, denn als erstes strickten wir dort gleich ein Paar Fausthandschuhe. Der erste Handschuh war super, der zweite leider zwei Nummern größer. Aber ich habe nie wieder vergessen, wie man Fausthandschuhe strickt. Dann habe ich mich laufend verbessert, die linken Maschen und Ab- und Zunahmen hatte ich auch bald im Repertoire.
Im Unterricht kamen dann auch Sticken und Weben dazu. Das hat mich zwar auch sehr begeistert, aber das Stricken stand für mich immer an erster Stelle. Für einen im 7. Schuljahr gestrickten schwarzen Pullunder habe ich sogar eine Eins bekommen. Seit dem ging für mich der Strickboom richtig los. Ich strickte einen Pullover nach dem anderen, Anleitungen brauchten wir damals irgendwie nicht. Alles eigenes Design, immer unter Omas Anleitung, was die Schnittführung anging.

Mein Opa war Herrenschneider, meine Oma konnte selbstverständlich auch sehr gut schneidern, meine Mutter hat ebenfalls Herrenschneiderin gelernt. Irgendwie habe ich das auch in den Genen. Anleitungshefte habe ich erst später kennengelernt. Da habe ich dann auch die Nicole gesammelt. Leider habe ich die Hefte nicht aufbewahrt. Danach kam die Verena heraus, von der ich dann doch einige Jahrgänge bisher erfolgreich gebunkert und bei jedem Umzug erneut verteidigt habe. Auch wenn der Strickboom in den 90ern stark nachgelassen hatte, bin ich dem Stricken immer “treu geblieben”. Und seit Ravelry und Facebook finde ich das alles noch viel spannender.

Ich glaube, unsere Erfahrungen hier sind doch alle ähnlich …

Stricken gab es bei uns in der Schule schon nicht mehr. Häkeln in der Grundschule, die üblichen Topflappen - aber das hatte mir schon Spaß gemacht und ich hab hinterher erstmal alle meine Puppen behäkelt.

Als Anfang der 80er der Strickboom so richtig losging, wollte ich es auch gern lernen und hab mir die Basics von meiner besten Freundin zeigen lassen (meine Mom konnte keine Handarbeiten, hat das in der Schule immer gehasst, und meine Omas konnten zwar, haben es aber nie als Hobby, sondern immer als notwendiges Übel angesehen und hatten auch nicht so die Geduld, mir das zu erklären).

Alles andere hab ich mir selbst beigebracht. Anleitungen habe ich mir so gut wie nie gekauft damals (das bisschen Taschengeld ging schon immer für Wolle drauf, da war nichts mehr übrig für Hefte). Aber die kastenförmigen Pullis damals bekam man auch ganz gut ohne Anleitung hin.

Wie viele andere hier hab ich auch einfach alles ausprobiert ohne Rücksicht darauf, ob das für Anfänger vielleicht zu schwierig ist. Jaquards habe ich mir selber entworfen und drauflosgestrickt (und zwar geradeaus, nicht in Runden!)- perfekt waren sie allerdings nicht, weil mir die Tipps für eine saubere Ausführung damals fehlten. Witzig, dass ich mich heute so schwer mit mehrfarbigem Stricken tue und jeder Versuch irgendwann als Ufo in der Ecke landet …

In den 90ern habe ich Sockenstricken für mich entdeckt - ging schnell, war also super zu bewältigen in der wegen Beruf und Freizeitgestaltung immer knapper werdenden Mußezeit für sowas. Und ich hatte das Glück, dass zwar die Handarbeitsgeschäfte auch bei uns in den 90ern reihenweise dicht machten, es aber bis vor einigen Jahren in meiner Heimatstadt noch sowas wie die Hamburger Wollfabrik in Bahnhofsnähe gab. An Material bin ich also immer drangekommen.

Mit Mann und Kindern zuhause wurde (weiterhin vollzeit arbeitend) die Freizeit zwar nicht so viel mehr, aber die typischen Single-Aktivitäten nahmen rapide ab, so dass doch etwas mehr Zeit für’s Stricken blieb. Und ich hatte etwas mehr Taschengeld ;o), so dass auch mal hochwertigere Garne und Strickzeitschriften ins Einkaufskörbchen wanderten. Vor allem, da das Internet einem da auf einmal so eine großartige Auswahl bot!

Nach wie vor dienen Anleitungen mir meistens mehr als Inspiration, als dass ich etwas 1:1 nachstricke, aber trotzdem habe ich dadurch viele Kniffe gelernt, die ich früher alle nicht kannte. Und noch mehr natürlich, seit ich Ravelry kenne und dadurch einige Stricktreffen in meiner Umgebung gefunden habe. Was man in diesem Forum und von den Frauen bei den Treffen ständig dazulernen kann, ist der Wahnsinn - obwohl ich schon so lange stricke, haben meine Fertigkeiten wohl grad mal innerhalb der letzten Jahre wahre Quantensprünge gemacht.

Daher 1000 Dank an Tina und alle anderen, die im www so viel für unsere Leidenschaft tun!

Hi,

ich bin auch Jahrgang 1956 und habe stricken im 2. Volksschuljahr in der Schule lernen müssen - nachdem meine Mutter es mir zu Hause schon beigebracht hatte. Ich werkelte also im Handarbeitsunterricht fröhlich drauflos und war froh, dass ich dank meiner Vorkenntnisse schnell vorankam - da stand plötzlich die Handarbeitslehrerin neben mir, sah zu und erklärte mir dann, dass ich die linken Maschen ja völlig falsch stricken würde, nahm meine Arbeit und zog alles wieder auf, um es mir “richtig” beizubringen. Dabei war das Ergebnis glatt und ebenmässig gewesen .. Ich konnte einfach nicht glauben, wie mir geschah, und dann sollte auch noch meine geliebte Mutter mir was Falsches beigebracht haben? Damit war die Lust erst mal am Ende und meine Mutter musste das Teil (ich glaube es war ein Topflappen) fertigmachen, ich hätte es mit der Kneifzange nicht mehr angefasst. Zwei jahre später lief ich stolz mit einem selbst entworfenen gemusterten Schal über den Catwalk und bekam den 2. Preis im Fach Handarbeiten - das “Fräulein” hat mir demnach die Freude am Stricken nicht verderben können.

Dann kamen die 1970er Jahre, alle strickten wie verrückt, mit und ohne Anleitung, und ich mittendrin. Auch als Ende der 80er die Wollgeschäfte eingingen und niemand mehr stricken wollte, habe ich nicht ganz aufgehört, der Output wurde nur geringer. In dieser Zeit muss ich auch das Sockenstricken entdeckt haben, jedes Paar war so ein netter kleiner Happen für zwischendurch, einfach immer gut mitzunehmen und auch beim Fernsehen eine schöne Beschäftigung (no idle hands …). Ich wünschte nur, ich könnte gleichzeitig stricken und ein Buch lesen :-).

Heute stricke ich immer ein Paar Socken und habe nebenbei ein oder zwei Pullover in Arbeit, aber mehr Projekte fange ich nicht gleichzeitig an, weil ich auch noch ein paar andere Hobbies habe und - ach ja - Vollzeit arbeite.

Ich habe die amerikanische Strickszene und auch Tinas Blog als Offenbarung empfungen; da wurden endlich mal ansprechende Sachen gezeigt, die man gerne tragen würde und nicht so “piefiges Zeug”. In den vergangenen drei Jahren habe ich jedenfalls durch Lesen und und Ausprobieren jede Menge neue Tricks und Techniken gelernt.

Stricken wird weiterhin eines meiner bevorzugten Hobbies bleiben.

Liebe Grüße - Susanne

Um, die Schule war “Schuld” - 80ger Jahre -irgendein Tiermodell a la Eile im besten Acrylgarn, das nur so quitschte auf den Nadeln. Hatte immer so fest gestrickt das ich faktisch die Nadel für die neue Masche nicht in die alte bekam, da ich Angst hatte das mir vom Nadelspiel der Stärke 4 (AGHH) die Maschen fallen.

Anfangen mit klass. Strciknadeln wäre da wohl beruhigender gewesen - die ahben eine Stopper hinten drauf. Das war der uPTURN:

Richtig gepackt hat es mich Mitter/Ende der 80ger als die Strickwelle rollte und meine Mom volldabei war. und wie das in den 80gern so war, war ich von einem einfachen Pulli glatt rechts, 8er Nadeln, ganz schnell bei Ajourmustern und Norwegerstyle angelangt. Einfach ran den Speck.

Dann war in den 90gern bald Pause und vor einigen Jahren hat es mich wieder gepackt - welch offenbarung, was sich alles geändert hatte, tolle Magazine, die Blog und Internetvernetzung, wunderbare Indie-Färberinnen….ahhhhhh!°

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