Die Contiguous-Methode

Ihr wisst ja, daß ich nicht gerne von oben stricke, aber die Contiguous-Methode finde ich trotzdem sehr interessant.

Leider gab es bisher noch keine deutsche Ãœbersetzung der Anleitung – das habe ich (mit einem kleinen Anschubser seitens Gabi) nun geändert 😀 Die australische „Erfinderin“ (soweit man beim Stricken überhaupt noch etwas Neues erfinden kann) Susie Myers hat mir freundlicherweise die Erlaubnis dazu gegeben – thank you, Susie!

Die deutsche Version wird in Kürze auch auf der Pattern-Seite bei Ravelry als Download verfügbar sein, alternativ könnt Ihr sie hier herunterladen.

Tja, und während ich diesen Blogbeitag schreibe, entdecke ich gerade, daß Petra längst einen kostenlosen Workshop auf deutsch dazu geschrieben hat – das hätte mir Susie ja auch mal sagen können, dann hätte ich mir die Mühe sparen können…

Was mir an dieser Methode nicht so gut gefällt sind die Löcher, die durch die Zunahmen in jeder Reihe entstehen. Je lockerer das Gestrick, um so löcheriger wird es. Hier ist ein schöner Vergleich der Optik, die bei verschiedenen Zunahmemethoden entsteht. Ich habe daher mal ein bisschen herumexperimentiert und eine Lösung gefunden, die auch die Zunahmen in den Rückreihen vermeidet. Wenn mann nämlich nur in jeder 2. Reihe zunimmt, aber dafür je 2 Maschen links und rechts der Schulternaht, werden die Löcher deutlich kleiner – oberhalb der roten Linie ist meine Variante zu sehen:

Der „Trick“: Man markiert 4 Mittelmaschen anstatt nur 2. Bis zum Marker stricken, linksgerichtet „russisch„zunehmen, 1 M re, rechtsgerichtet „russisch“ zunehmen, 4 M re, linksgerichtet „russisch“zunehmen, 1 M re, rechtsgerichtet „russisch“ zunehmen. In der Rückreihe einfach linke M stricken.

Die entstehende Formgebung ist trotzdem die gleiche:

Deutsche Anleitungen mit dieser Schulter/Ärmelvariante gibt es bisher nur wenige – bei Ravelry habe ich genau sieben Stück (+ Petras Workshop) gefunden.

Darunter die bekannte Elfe von Astrid Schramm:

Emily von Vera Sanon finde ich auch sehr hübsch:

Auf englisch ist die Auswahl deutlich größer. Fallmasche z.B. entwirft auch viele Contiguous-Designs, schreibt aber seltsamerweise ihre Anleitungen nur auf englisch, obwohl sie in Deutschland lebt.

50 comments for “Die Contiguous-Methode

  1. Michaela
    27. April 2013 at 15:05

    Liebe Tina,
    1000 Dank für die viele Arbeit die du dir immer machst! Diese Methode einen Pullover zu stricken wollte ich schon länger mal ausprobieren. Ich hätte mich zwar auch durch die englische Anleitung gewuschtelt, aber mit deiner Ãœbersetzung und deinen Profi-Anmerkungen dazu ist es natürlich viel leichter. Also Danke nochmal!
    LG, Michaela

  2. 27. April 2013 at 15:19

    Lustig, gerade gestern bin ich beim was-stricke-ich-mit-der-Yak-rumstöbern, genau darüber gestolpert und hab nicht so recht geblickt, worum es dabei geht. 😉
    Danke für die Hilfestellung!!

  3. chatts
    27. April 2013 at 15:55

    Vielen Dank, das probier ich gerne aus.
    Ist es nicht gut und interessant, wie viele Techniken wir zur Verfügung haben?
    Dabei gibts doch nur rechte und linke Maschen…

    LG chatts

  4. Christiane K.
    27. April 2013 at 16:02

    Hallo Tina,
    die Emily ist aber nicht nach der Contiguous Methode gestrickt und leider auch nicht in deutsch, aber es ist eine Ãœbersetzung für die ganzen abkürzungen dabei.
    Lässt sich gut stricken und der Sitz ist auch prima, ich habe den Pulli gerade für meine Tochter fertig gestrickt.
    Lg Christiane

  5. 27. April 2013 at 16:14

    Huch?
    Die ist aber mit contiguous getagt.

    Aber die deutsche Anleitung ist noch nicht verfügbar, sehe ich gerade.

  6. 27. April 2013 at 16:18

    super erfindung, muss ich unbedingt testen ^^ habe vorher noch nie etwas von „russischen“ zunahmen gehört 😯

  7. Rosenherz
    27. April 2013 at 16:34

    Die Russische Zunahmen kenne ich aus dem Buch von Maria Natter „ABC der Stricktechniken“, allerdings nicht unter dieser Bezeichnung. Das Buch selbst stammt aus 1983. Ich verwende diese „russische“ Technik gerne, weil die Zunahmen beinahe unsichtbar sind.

    Dass die Contiguous noch selten zu finden ist im deutschen Sprach- und Strickgebrauch, war mir gar nicht bewusst. Ich habe hier seit längerem schon die Ãœbersetzung von Petra liegen, und gemeint, Contiguous würde inzwischen längst zum Handwerk der heimischen Strickerinnen gehören. Da hab ich mich anscheinend geirrt.

  8. Kay
    27. April 2013 at 17:28

    Ich arbeite auch gerade seit zwei Wochen an einem Projekt nach der Methode. Die Schulter hatte ich lt. Anleitung gemacht. Aber die Löcher gefielen mir auch nicht so (auch wenn die nicht soo auffällig sind). Für die Ärmel hatte ich dann auch die „russischen“ Zunahmen gemacht. Allerdings in jeder Reihe, geht ja auch mit linken Maschen 🙂
    Sieht damit auch besser aus…

    Gruss Kay

  9. 27. April 2013 at 17:50

    ??? jetzt helfe man mir mal bitte auf die Sprünge …. das ist praktisch die verbesserte Variante vom RVO???
    und mann hat eine Schulternaht, obwohl man eigentlich keine hat, oder?
    sieht auf alle Fälle sehr gut aus, auch wenn ich echt noch NIIIIE was davon gehört, gelesen oder gesehen hab ….
    liebe Grüße
    Manu

  10. 27. April 2013 at 17:51

    ich streiche ein N :mrgreen:

  11. Mona NicLeoid
    27. April 2013 at 17:52

    Ich habe auch seit Ewigkeiten vor, diese Methode in einem Pullover auszuprobieren, aber letztlich bin ich nicht so wirklich davon überzeugt, denn der Großteil der damit gestrickten Armkugeln sieht für mich nicht schön aus. Ich weiß nicht, ob das nur daran liegt, dass die Leute irgendwas falsch machen, oder dass es grundsätzlich nicht anders geht. Jedenfalls sehe ich da fast immer so eine hässliche Kurve, entweder strickt sich das schon direkt krumm, oder es verzieht sich beim Tragen sehr leicht.

    Das Problem mit den Löchlein an den Schulterzunahmen kann man gut dadurch vermeiden, dass man einen Sattel einbaut – meine Pullover-Idee beinhaltet eine Sattelschulter mit einem Zopfmuster.

    Ich gehöre übrigens auch zu den Menschen, die „seltsamerweise“ nur Anleitungen auf Englisch schreiben, obwohl ich auch in Deutschland lebe. Der Punkt ist: Anleitungen schreiben ist sowieso schon immens aufwendig, gerade wenn man das in seiner Freizeit betreibt, und eine zusätzliche Sprache bedeutet zusätzliche Arbeit. Wenn ich es also bei einer Sprache belassen will, lohnt es sich auf Englisch deutlich mehr.
    Ich weiß, das ist nicht optimal, und ich habe mich mittlerweile doch entschlossen, alle meine Anleitungen auf Deutsch zu übersetzen, aber ich schiebe das jetzt auch schon seit Wochen vor mir her, weil es so viel Arbeit ist.

  12. 27. April 2013 at 17:57

    Ohh, gut daß du darüber schreibst – ich habe nämlich gerade gemerkt, daß bei einigen meiner Anleitungen die deutsche Variante zwar da ist, ich aber die Sprache nicht extra angeklickt habe. Das werde ich gleich einmal nachholen 🙂

  13. 27. April 2013 at 18:04

    PS: die nächsten zwei Anleitungen wird es auf jeden Fal auch wieder in Deutsch und in Englisch geben, sie sind schon fast fertig 😀

  14. Strickbaer
    27. April 2013 at 18:05

    Hallo Tina,

    danke für die Ãœbersetzung. Ich hab mich gefreut. Den die Technik wollt ich demnächst auch mal probieren. So habe ich es doch leichter.

    Schöne Grüße
    Sybille

  15. 27. April 2013 at 18:09

    wow…was es alles für begriffe gibt. aber diese russische methode mache ich auch. finde die bis jetzt am besten.
    merci martina :o)

  16. Marianne Beitz
    27. April 2013 at 18:23

    Danke Tina, das kannte ich bisher nicht
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende 🙂
    Marianne

  17. Heidi
    27. April 2013 at 18:35

    Ich versuche gerade mit dem Workshop, den du erwähnst, und mit Hilfe der englischen Paulie-Anleitung von Grasflecken eine Jacke zu stricken, die im eigentlichen Muster in einzelnen Teilen gestrickt wird. Bei Paulie wird M1l und M1r genannt, was mir nicht so gut gefällt. Ich habe es jetzt mit kfb probiert, was auch nicht so optimal ist. Nun werde ich deine empfohlene Methode probieren.

    Deine Ãœbersetzung werde ich auf jeden Fall downloaden. Vielen Dank dafür!

  18. Gabi
    27. April 2013 at 18:38

    Ein ganz, ganz dickes, fettes und herzliches Danke an Tina! 😛

    Von dieser Contiguous Methode habe ich erst vor einigen Tagen hier gelesen – und natürlich entsprechend im www gesucht und gefunden – wow .. ich war begeistert von den Strickteilen, die ich bei ravelry fand.

    Mittlerweile denke ich – als bekennende RVO-Fanatikerin – dass diese Methode die Erfindung des Jahrhunderts ist!

    Eine ideale Arbeitsweise, um die eigenen Körpermaße ohne großartiges Rechnen / Berechnungen schon von Anfang an individuell zu umstricken – alleine schon durch s Anprobieren / Anhalten!

    Einmal den Halsausschnitt gemessen und die MP damit abgeglichen – einmal die Schulterbreite gemessen und entsprechend bestrickt – ergibt sich der Rest durch die eigenen Körpermaße – Armbreite und -länge – eine konkrete Arbeitsanleitung braucht man praktisch nicht.

    An Mona: – es gibt wunderschöne Modelle / Anschauungsobjekte bei ravelry – hässliche Kurven konnte ich noch nicht bemerken. 🙄

    Einen Sattel zu stricken – ist sicher ab und an angebracht – aber nicht für jede Figur geeignet – denn die Schultern werden doch sehr betont, was nicht jede Frau wirklich will, zumal, wenn sie natürlicherweise eher breitschultrig ist. 😎

    Ein gestrickter Sattel ist die ideale Methode um Herren optisch breiter wirken zu lassen, smile.. .. 😀

    Mein nächster Pullover / Jacke wird auf jeden Fall „contiguous shoulder“ gestrickt – dank Tinas Ãœbersetzung – so viel ist sicher.

    Herzliche Grüße und noch einen schönen, bestrickenden Abend
    Gabi

  19. 27. April 2013 at 18:39

    Das klingt interessant, muss ich doch auch mal ausprobieren.

  20. 27. April 2013 at 20:15

    Danke!!!

    Vor allem die Umgestaltung der Technik wird sich bezahlt machen.

    Liebe Grüße,

    Ricarda.

  21. buffbeauty
    27. April 2013 at 20:31

    schaut euch mal die Beiträge von ANUPA an, die hat in ihrem Blog auch ein paar – wie ich finde – sehr schöne, wirkungsvolle Sachen mit der Methode gestrickt

    die hier
    http://stricklust.blogspot.de/2013/04/das-ist-versio-von-fallmasche.html

    http://stricklust.blogspot.de/2013/04/organic.html

    http://stricklust.blogspot.de/2013/03/absolut-fasziniert-und-vertieft.html

  22. Waltraud
    27. April 2013 at 21:00

    Welch eine Freude, jetzt kann ich endlich diese Methode einmal ausprobieren, nachdem RVOs meiner Verwandschaft nicht stehen. Die wunderschöne Elfe hatte ich bisher nicht entdeckt Englische Anleitungen gehen nicht an mich, liegt doch mein mäßiges Schulenglisch schon 45 Jahre zurück und meine deutsche Art zu stricken widersetzt sich den englischen Anleitungen 😆
    Tausend Dank für die hilfreiche Ãœbersetzung

  23. 27. April 2013 at 22:50

    Ich dachte direkt, als ich den Anfanggelesen habe“doch, die gibt`s“. Dann habe ich aber festgestellt, dass du die Anleitung von Petra schon gefunden hast. Ich habe sie schon mal heruntergeladen, aber noch nicht ausprobiert.

  24. Rosenherz
    27. April 2013 at 23:52

    Liebe Tina!
    So, jetzt habe ich ein sommerliches Jäckchen angeschlagen und da gleich die Contiguous-Methode verwendet.
    .) Mit 2 Mittelmaschen für die Schulternaht wie in der Anleitung angegeben
    .) mit kfb bzw. pfb bei den Zunahmen
    .) Das Problem der Löcherbildung zeigt sich, stört mich jetzt aber nicht
    .) Die Länge der Schulternaht … müssten die nicht so lange sein, wie die Zahl der Maschen erreicht ist, die für die Rückenbreite gebraucht wird? Wie sonst käme ich sonst zu den nötigen Maschen der Rückenbreite?

    .) Ärmelmaschen, 6 M zwischen den neu gesetzten Markierern. Warum nicht 8, 10 oder 12 Maschen nehmen, damit der Ärmel hier nicht ganz so spitz wird? Oder ist das ein Denkfehler?

    .) Im Prinzip müsste sich der Ärmel doch fortlaufend (nach den raschen Zunahmen am Anfang) genauso stricken lassen, wie sonst üblicherweise mit der Armkugel von unten ausgehend, oder?

    .) …. das heißt, man muss sich beizeiten auch ausrechnen, wann man dann mit den Zunahmen am Armauschnitt des RT und VT beginnen muss, um die nötige Oberweite zu erreichen, die man unterhalb des Armlochs benötigt.

    .) … und man muss rechtzeitig bedenken, wie man den vorderen Haslauschnitt formt und die Blenden, bzw. in welchen Reihen die entsprechenden Zunahmen stattfinden müssen, damit die Passform stimmt.

  25. 28. April 2013 at 00:09

    Hallo Monika,

    also ohne jetzt selbst schon mal nach der Methode ein Teil gestrickt zu haben:

    > .) Die Länge der Schulternaht … müssten die nicht so lange sein, wie die Zahl der Maschen erreicht ist, die für die Rückenbreite gebraucht wird? Wie sonst käme ich sonst zu den nötigen Maschen der Rückenbreite?

    Die Maschen unterhalb der Schulternaht bilden ja eine Art Halbkreis und fächern sich daher für die benötigte Breite auseinander. Du kannst ja ausrechnen, wieviele M Du für die Rückenbreite brauchst (abzüglich der 6 für den Ärmel), ich tippe mal, die ist erreicht, bevor die Schulternaht das Schulterende erreicht hat.

    > .) Ärmelmaschen, 6 M zwischen den neu gesetzten Markierern. Warum nicht 8, 10 oder 12 Maschen nehmen, damit der Ärmel hier nicht ganz so spitz wird? Oder ist das ein Denkfehler?

    Ich fürchte, das würde sich am Schulterende dann komisch beulen und/oder nach oben abstehen.

    > .) Im Prinzip müsste sich der Ärmel doch fortlaufend (nach den raschen Zunahmen am Anfang) genauso stricken lassen, wie sonst üblicherweise mit der Armkugel von unten ausgehend, oder?

    Habe ich auch schon überlegt, thereotisch müsste das funktionieren. Man müsste dann nur noch für die Rundung, die man ja eigentlich zu Beginn des Armausschnitts macht, wenn man von unten nach oeben strickt, im Umkehrschluß am Körperteil entsprechend Maschen zunehmen.

    > .) …. das heißt, man muss sich beizeiten auch ausrechnen, wann man dann mit den Zunahmen am Armauschnitt des RT und VT beginnen muss, um die nötige Oberweite zu erreichen, die man unterhalb des Armlochs benötigt.

    Ganz genau

    > .) … und man muss rechtzeitig bedenken, wie man den vorderen Halsauschnitt formt und die Blenden, bzw. in welchen Reihen die entsprechenden Zunahmen stattfinden müssen, damit die Passform stimmt.

    Ja klar, das ist ja bei einem RVO auch nicht anders.

    Und weil ich mir solche Sachen erst während des Strickens überlege, wenn ich nämlich schon ein großes Teil vor mir habe, wo ich messen und gucken kann, wie ich es haben will, stricke ich lieber von unten nach oben 😉
    Wenn ich mit einem Strickstück anfange, habe ich nämlich eigentlich nur eine grobe Vorstellung, wie es werden soll und die maschenzahl die ich anschlage. Der Rest ergibt sich erst beim Stricken.

    Liebe Grüße
    Tina

  26. Rosenherz
    28. April 2013 at 00:29

    Liebe Tina,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
    Ich stehe jetzt vor dem Problem, wie wird der vordere Halsausschnitt mit dieser Schulterform?
    Ich habe bis jetzt (ca 5 cm Länge der Schulternhat) keine extra-Maschen zugenommen für den Hals vorn.
    Ich möchte einen tiefen V-Ausschnitt machen. Normalerweise würde ich (wenn von unten gestrickt) auf den letzten 2 cm vor der Schulternaht gerade stricken, also nur noch gerade stricken. Umgekehrt müsste ich dann jetzt schon höchste Zeit anfangen, die V-Ausschnitt Schräge zu berechnen und zuzunehmen?
    Oder wird das sowas wie ein unter dem Namen „Herzausschnitt“ bekannter Auuschnitt? Bei dem gehrt es rund 10 cm gerade runter von der Schulternaht, und dann wird eine leichte V-Schräge zur VT-Mitte gestrickt? Hm? Fragen über Fragen, die sich im Strickprozess ergeben.

    Irgendwie hab ich das mulmige Gefühl, wenn ich auf Nummer sicher gehen will bei meinem Jäckchen und dieser guten Wolle, dann sollte ich lieber wie gewohnt von unten nach oben stricken 😉 … Und die Contiguous-Methode erst einmal an einem Puppenpullover ausprobieren und ausfeilen.

  27. 28. April 2013 at 00:49

    > Ich möchte einen tiefen V-Ausschnitt machen. Normalerweise würde ich (wenn von unten gestrickt) auf den letzten 2 cm vor der Schulternaht gerade stricken, also nur noch gerade stricken. Umgekehrt müsste ich dann jetzt schon höchste Zeit anfangen, die V-Ausschnitt Schräge zu berechnen und zuzunehmen?

    Ja, das würde ich auch machen. Du hast ja jetzt schon ein senkrechtes Stück nach unten, irgendwas muss da jetzt was für den vorderen Halsausschnitt passieren.

    Was mir in dem Zusammenhang gerade noch einfällt: Bei dieser von oben-Strickerei hat man hinten ja gar keine Halsausschnittrundung, das ist einfach gerade. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß ein kleiner Halsausschnitt in der Regel schöner sitzt. Wollte man das von oben auch machen, müsste man zwei Teile getrennt anschlagen und dann durch Zunahmen nach und nach zusammenführen, so wie man den vorderen Ausschnitt auch strickt. Oder über den Schultern irgendwie mit verkürzten Reihen arbeiten.
    Oder mache ich da einen Denkfehler?

    Ich finde, das ist ganz schön viel Umdenkerei, wenn man es seit 25 Jahren gewohnt ist, von unten nach oben zu stricken.

  28. Anne
    28. April 2013 at 06:41

    Boah Tina, jetzt bin ich ja richtig stolz 😉 Die Methode hatte ich schon entdeckt und mir gefällt es ( ich mag RVO nicht sonderlich ) Außerdem hab ich mich in die Anleitungen von Fallmasche total verguckt. Der erste Pulli ist fertig, die „Mandel“ mit Sattelschulter, für mich genau richtig.
    Fallmasches Anleitungen sind zwar alle auf Englisch, aber sehr genau geschrieben, kann ich empfehlen. Da kann frau auch zwischen den Größen wechseln und es passt immer noch.
    Der Workshop von Petra Kirchner zum Thema Zusammenhang ist genial, dazu noch Deine Übersetzung, da kann ja fast nichts mehr schief gehen 🙂

    Isabell Kraemer aka Grasflecken bietet kostenfreie Anleitungen nach der Methode an (Englisch) und Astrid Schramm hattest Du schon genannt.

    Der Hinweis auf die russische Zunahme ist super. Die hatte ich gesehen und dann partout nicht wiedergefunden, weil mir doch keine der Bezeichnungen einfiel, jetzt ist es gespeichert.
    Damit will ich sagen: Tina, was machen wir nur ohne Dein unerschöpfliches Reservoir an Strickwissen. Danke

    einen schönen Sonntag allen Lesern
    Anne

    … hoffentlich sind jetzt nicht die gerade aufgeblühten Blümchen wieder hinüber. Bodenfrost, hier ist alles weiß. Kommen die Eisheiligen als Ausgleich für den langen Winter jetzt früher?

  29. icke
    28. April 2013 at 07:49

    Hallo Tina,
    in deinem ersten link gibt es einen link zu 96 Strickstücken nach der Methode.

    Grüße Birgit

  30. Evita1
    28. April 2013 at 08:34

    Hallo Tina,

    eine Ausschnittrundung bei Contiguous geht gut. Ich habe vor kurzem die Anleitung „Frost Thread“ von Veera Välimäki gestrickt, in der das umgesetzt wird. Da wird zuerst mit verkürzten Reihen und den Contiguous-Zunahmen gearbeitet und dann erst (viel später) zur Runde geschlossen.

    Das Problem ist, dass man zu Anfang gar nicht so richtig durchschaut, was die Designerin von einem will. Ich dachte lange „Was tu ich hier eigentlich, das kann doch nichts werden?“ Aber irgendwann kommt der Wow-Effekt, und das Ergebnis sieht wirklich gut aus!

    Liebe Grüße,
    Elke

  31. Rosenherz
    28. April 2013 at 10:11

    Nun, strickt man nach fertig berechneten Anleitung einer Designer, so erübrigt sich die Rechnerei eines eigenen Entwurfs mit der Contiguos-Schulter.

    Nachdem ich aber nach eigenen Entwurf gestern ein Sommerjäckchen nach dieser Methode angefangen habe, stellen sich folgende Fragen zu Contigous:

    .) Ist die Berechnung einfacher, als bei anderen Methoden des Entwurfs?
    .) Bringt diese Berechnung eine signifikante Zeitersparnis?
    .) Bringt diese Schulter eine schönere Schulterform, als andere bisher bekannten Methoden wie z. B. 3-Needle-bind-off oder die Schulter mit verkürzten Reihen?
    .) Macht Continguous das Stricken eines Kleidungsstückes …
    … einfacher?
    … schöner?
    … unkomplizierter?
    .) Welche Vorteile bringt mir Contiguous?
    .) Sind diese Vorteile für mich persönlich angenehmer, als andere Methoden?
    .) Wohin mit den Fäden bei einem neuen Knäuel? Wird die Blende am VT gleich mitgestrickt, so entfällt hier ja die Kante, bei der die Fäden vernäht werden könnten. Selbst das sorgfältigste Vernähen im Gestrick bleibt besonders bei Baumwoll- und Leinengarn selten unauffällig.
    .) Wie kann man einen schönen rückwärtigen Halsauschnitt formen? Bei meinem Entwurf sehe ich, dass sich die gerade Kante des Halsasschnitts nach außen rollt. Worauf muss man dann aufpassen, wenn die Halskante einen extra angestrickten Abschluss bekommt? Wird der Abschluss dann unschön nach hinten abstehen?
    .) Gefällt mir diese Form des rückw. Halsauschnitts mit der geraden Kante?
    .) Sitzt sie gut bei meiner Figur? Was muss ich tun, um eine guten Sitz zu erreichen?

    .) Ist der angestrickte Ärmel …
    … einfacher zu berechnen
    … unkomplizierter zu stricken
    …schöner im Ergebnis, als eine ausgeformte Armkugel?

    Wir sehen, im selbständigen Strickprozess ergebens ich eine Menge Fragen.

    Mein persönliches Fazit: Nachdem ich eine Nacht über mein Continguous-Projekt geschlafen habe, habe ich mich entschieden. Ich werde es auftrennen. Die Praxis zeigt mir: Die von unten nach oben zu strickende Methode fällt bei mir in der Fragenbeantwortung deutlich zu ihren Gunsten aus 🙂
    Für andere Strickerinnen kann Continguous natürlich eine Methode sein, die sich als neue Lieblingsmethode herauskristallisiert.

    Liebe Grüße
    Rosenherz

  32. Mona NicLeoid
    28. April 2013 at 10:20

    @ Tina:

    (Zitat) „Habe ich auch schon überlegt, thereotisch müsste das funktionieren. Man müsste dann nur noch für die Rundung, die man ja eigentlich zu Beginn des Armausschnitts macht, wenn man von unten nach oeben strickt, im Umkehrschluß am Körperteil entsprechend Maschen zunehmen.“

    Ich glaube, unter anderem dieser Punkt ist es, der bei contiguous immer für die „schiefe“ oder „verzogene“ Armlochlinie sorgt. Man kriegt einfach nicht ein normales Armloch damit imitiert.
    Und ja, wenn du direkt zu viele Ärmelmaschen nimmst, bekommst du Puffärmelchen. Angeblich hängt sich das beim Tragen aus, aber ich habe auch schon gegenteilige Beispiele gesehen.

    Und der hintere Halsausschnitt ist auch so ein Punkt.

    Susie Myers und viele andere Leute in der Gruppe sind aber auch zu dem Schluss gekommen, dass contiguous nur für bestimmte Schnitte, Muster und Materialien taugt. Am besten funktionieren so ganz lässig geschnittene und sehr locker gestrickte Pullover (siehe die beliebtesten Anleitungen), bei denen sich vieles einfach dadurch löst, dass das Gestrick sich von allein drapiert.
    Des weiteren eignet es sich am besten für Leute mit stark geneigten Schultern, weil die anfänglichen Zunahmen genau so eine geneigte Schulterlinie ergeben.

    Die „Erfindung des Jahrhunderts“ ist es ganz bestimmt nicht. Ich bin mal gespannt, wie es bei dir weitergeht und zu welchem Schluss du letztlich kommst. Ich lese jetzt seit fast 2 Jahren in der Gruppe mit, habe mir immer wieder Projekte angeschaut, es wie gesagt auch schon mal selber versucht und werde es sicher auch noch durchziehen – es ist also nicht so, dass ich hier einfach was verurteile, weil ich es spontan doof finde oder so. Aber wie gesagt gibt es für mich zu viele Punkte, die mich skeptisch machen.

  33. Rosenherz
    28. April 2013 at 10:24

    PS: Beim Modell „Elfe“ von Astrid Schramm sieht man deutlich am RT: Hier wird entlang der rückwärtigen Mitte mit Zunahmen nach unten gearbeitet, die schon bald recht nah am Hals beginnen. Entlang der Mittellinie. So wird hier das Problem der geraden Halskante umgangen.

  34. Mona NicLeoid
    28. April 2013 at 10:27

    @ Rosenherz:

    Du hast es noch schöner formuliert als ich. Ich hab gerade ein Déjà-vu: ganz ähnliche Gedankengänge hatte ich, als ich Ende 2011 in einem kleinen Häuschen auf „meiner“ Hebrideninsel saß, mir die Zeit totschlagen musste, weil die Fähre nicht fuhr, und mit dieser Methode herumprobiert habe.

    Aber ich habe fest vor, diesen Pullover jetzt noch mal auszugraben und es zu probieren. Im schlimmsten Fall habe ich hinterher ein negatives Anschauungsobjekt für meine Workshops 😉

  35. 28. April 2013 at 10:29

    Einfach klasse, wie viel verschiedene Methoden es gibt, um einen Pullover zu stricken. Ich habe mir vorgenommen, einfach jede mal auszuprobieren. Die Contiguous-Methode kommt auf jeden Fall mit auf meine Liste.

  36. Mona NicLeoid
    28. April 2013 at 10:30

    und noch mal @ Rosenherz:

    „Elfe“ ist auch ein gutes Beispiel dafür, was ich weiter oben meinte: Sockenwollstärke mit einer Maschenprobe von 20×30. Da rutscht der hinter Halsausschnitt zum Teil auch schon ganz von allein nach unten.

    Und ja, diese mittigen Zunahmen wurden in der Contiguous-Gruppe auch schon sehr früh dazugesetzt.

  37. Rosenherz
    28. April 2013 at 10:42

    PS: Bei meinem Projekt ist nicht die Schulter selbst das Problem, sondern zeigt sich beim Ärmel. Kurze und kräftige Arme. Bei der Contiguous-Ärmelzunahnme brauche ich rasch viele Maschen, um auf die nötige Oberarmweite zu kommen. Hier mangelt es bei dieser Methode an einer eleganten Lösung für den Ärmel.

  38. Gabi
    28. April 2013 at 10:56

    Na ja, Frau Rosenherz, du könntest ja mittig des Ärmels dezent eine Musterreihe einbauen – z. B. mit russischen Zunahmen oder als Lochmuster mit Umschlägen aber ohne Abnahmen – um auf den benötigten sehr weiten Armumfang zu kommen, so ich die Frage richtig verstanden habe.

    oder auch schlicht und ergreifend, was ich in einem solchen Fall machen würde – statt 2 russischer (also fast unsichtbar) Maschen, 3 aufnehmen – innerhalb der Ärmel, bzw. Maschenmarker.

    Herzlichen Gruß
    Gabi

  39. 28. April 2013 at 11:27

    Liebe Tina,
    danke für die Mühe und Arbeit, die Du Dir damit gemacht hast, die Anleitung auf deutsch für uns auszuarbeiten!
    Herzlichen Gruß
    Moni

  40. LanaLinum
    28. April 2013 at 12:29

    Die Mittelmaschen bleiben ja erhalten und können in der Höhe nur bis zu einem bestimmten Maß gezogen werden.

    >Die Maschen unterhalb der Schulternaht bilden ja eine Art Halbkreis und fächern sich daher für die benötigte Breite auseinander

    eben drum. Je mehr Maschen man aufnimmt umso mehr rüscht es. Und umso schlechter kann man wirklich Maschen auszählen. Und umso weniger gut sitzt es.

  41. 28. April 2013 at 12:33

    Die Modelle finde ich sehr schön. Die Contiguous-Variante werde ich bestimmt mal ausprobieren. LG bjmonitas

  42. 28. April 2013 at 16:51

    Wenn ich das alles lese , komme ich mir wie ein blutiger Anfänger vor , der von nicht´s eine Ahnung hat 😳
    Noch dazu stricke ich gerade von unten nach oben , also völlig „verkehrt “ herum .
    Ich werde mir mal x“Lesezeichen“ setzen und versuchen , nicht zu vergessen , das ich das getan habe …
    Ich bewundere euch 😎 😎

  43. 28. April 2013 at 20:06

    Liebe Tina,

    ich habe mit der Methode auch schon mehr oder weniger erfolgreich rumprobiert. Wenn du möchtest, kannst du hier http://antjeswerk.de/das-pulloverexperiment/ alles nachlesen.
    Ich finde eben, dass die Schulter relativ kurz wird und damit entweder der Ausschnitt zu groß oder der Ärmel zu weit oben ist.
    ich bin schon sehr auf deine meinung gespannt!

    Viele Grüße
    Antje

  44. 28. April 2013 at 22:40

    Ich habe nach dieser Methode eine meiner Lieblingsjacken gestrickt.
    http://marabunte.wordpress.com/2012/04/16/fruhlingsjackchen-vi-finale-das-erste/
    Allerdings mit einer breiteren Passe anstelle der Schulternaht und Fältchen darunter, so dass sich einige der oben beschriebenen Probleme gar nicht erst ergeben. Die Passform finde ich recht gut, das Stricken unkompliziert – für mich auf jeden Fall eine Methode, die ich bei Gelegenheit wieder nutzen werde.
    Und liebe Tina, mal einen großen Dank für deine unermüdliche Daten-, Methoden-, Publikations- und Informationssammlung.
    Herzliche Grüße,
    Malou

  45. Mona NicLeoid
    29. April 2013 at 08:27

    @ Antje:

    Ich hätte mich gern auf deinem Blog für deine detaillierten Ausführungen bedankt, aber irgendwie kann man da nicht kommentieren (oder ich hab’s nicht gefunden).

    Die Diskrepanz zwischen Schulter- und Rückenbreite war auch das, was mich bei meinen Versuchen gestört hatte. Da die Schulter im Vergleich zum Rücken quer liegt, ist sie bei gleicher Reihenzahl natürlich kürzer bzw. zieht sich zusammen.

    Manche Leute haben versucht, das durch Schulterzunahmen per Umschlag oder durch Schultersättel mit Lochmuster auszugleichen, aber für meinen Geschmack produziert man damit Sollbruchstellen, denn ansonsten kämen wir doch auch nicht auf die Idee, die Schultern mit einer löchrigen Naht zusammenzunähen?

  46. Katharina
    29. April 2013 at 11:18

    Ich könnte da noch so eine Methode aufs Feuer werfen 😉
    Wie wäre es denn damit:
    http://theraineysisters.com/?p=5098
    bottom up – ein bißchen contiguous – eine kleine Naht und fertig. Sieht doch gut aus! Die meisten Teile kann man einzeln oder auch nicht stricken, je nach Laune. Der Ärmel scheint zu sitzen und man muss nicht unbedingt viel vernähen. http://www.ravelry.com/projects/lv2knit/burr http://www.ravelry.com/projects/surly/burr

  47. Nadine
    2. Juni 2013 at 13:10

    Hallo Tina,

    danke für deinen Tipp, wie man die Zunahmen in den Rückreihen vermeiden kann. Das Ergebnis gefällt mir deutlich besser. Ich habe das ganze jetzt noch mit dem Central Double Increase (http://www.youtube.com/watch?v=l1qYe81lAT8) – keine Ahnung wie das auf Deutsch heißt – ausprobiert und dabei einfach die Maschen rechts und links der 4 Maschen verdreifacht. Damit hat mir persönlich das Ergebnis sogar noch besser gefallen als mit deinen „russischen“ Zunahmen, da die Löcher sogar noch ein bisschen kleiner waren (das bilde ich mir zumindest ein).

    Schöne Grüße, Nadine

  48. osch
    29. Mai 2014 at 20:52

    Bei Vera Sanon mache ich im Juni einen Workshop mit, in dem sie verschiedene Methoden erklärt. Bin sehr gespannt.

  49. 26. Juli 2015 at 15:10

    Ich stricke gerade den Natsu von Vera Sanon, wo sie eine neue Methode der Contigous-Schulter entwickelt hat. Man beginnt mit einem provisorischen Anschlag am äußeren Schulterrand und strickt zunächst nach oben. Dadurch wird das unsaubere doppelte Zunehmen durch Abnahmereihen ersetzt. Anschließend strickt man normal nach unten weiter. Ich bin ganz begeistert von dieser Methode.
    LG
    Ingrid

  50. Sigrid
    7. Oktober 2015 at 12:53

    Hallo Tina,

    nachdem ich mich das erste mal mit dieser Methode beschäftige,bin ich über einen kurzen Satz in deiner Erklärung gestolpert. Du hast im PDF geschrieben, dass damit auch ärmellose Oberteile gestrickt werden könnten. Bisher habe ich aber nur Anleitungen mit Ärmeln gesehen.
    Könntest Du mir hier eventuell mit einem Link weiterhelfen?

    Danke und viele Grüße
    Sigrid

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