Craftsy-Kurse, die 2.

Ich habe ja in einem Kommentar zum ersten Craftsy-Beitrag geschrieben, daß ich lieber schnell in einem Buch nachsehe, anstatt extra einen (Video-)Kurs zu besuchen. Das muss ich – nachdem ich nun vier Kurse bei Craftsy angesehen habe – einschränken. Wenn ich schnell mal was wissen möchte, dann wäre meine erste Wahl immer noch ein Buch, gefolgt von einer Google-Suche nach einer bebilderten schriftlichen Anleitung. Videos mag ich weniger, da muss ich immer so viel vor und zurückspulen, bis ich die 10 entscheidenden Sekunden in dem ganzen überflüssigen Gesabbel gefunden habe.

Aber wenn ich mich allgemein zu einem Thema fortbilden möchte (was vor allem den Vorteil hat, daß man Dinge lernt, von denen man gar nicht wusste, daß sie existieren und somit auch nie nachgeschlagen hätte), dann finde ich die Videokurse mittlerweile total klasse, zumal die Kurse bei Craftsy wirklich sehr professionell aufgemacht sind.
Und die Kursleiter sprechen ein deutliches und nicht zu schnelles Englisch, das ich sehr gut verstehen kann (im Gegensatz zu vielen Filmen, wo entsetzlich genuschelt oder viel zu schnell gesprochen wird). An dieser Stelle mal ein dickes Dankeschön an meine Englisch-Lehrer in der Schule – die haben ihre Arbeit wirklich gut gemacht, daß auch nach über 30 Jahren noch so viel hängengeblieben ist 😀

Der Grafting-Kurs zum Beispiel. Maschenstich kann ich, muss aber jedes mal wieder nachgucken, weil ich ihn zu selten mache. Aber bisher war das ein stures Befolgen der Anweisungen, ohne daß ich wirklich verstanden habe, was genau ich da tue, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Anne Henson erklärt aber die Logik, die dahinter steht und die ist eigentlich völlig klar und simpel. Wenn man die kapiert hat, kann man jegliches Muster im Maschenstich verbinden, egal ob Rippen, Strukturmuster oder sogar Lochmuster. Das habe ich bisher noch nirgends so klar und logisch erklärt gefunden.

Der verkürzte Reihen-Kurs ist auch super. Gut, die meisten Sachen wusste ich schon vorher, aber Carol Feller erklärt z.B. auch ganz hervorragend das Einstricken einer Armkugel von oben. Das Prinzip war mir bereits klar, aber es tatsächlich mal in Arbeit zu sehen, fand ich sehr aufschlußreich. Und den kleinen Trick beim Abstricken der Wraps kannte ich bisher auch noch nicht.

Außerdem finde ich es einfach schön, daß in den Kursen so viele Modelle und Musterproben gezeigt werden, das ist auch wunderbar zur Inspiration geeignet. Ich liebe es, schöne Strickstücke anzuschauen 🙂

Gut finde ich auch die Möglichkeit, daß man sich Notizen machen kann – und zwar genau an der Stelle, wo sie einem in den Sinn kommen. Damit kann man sich z.B. etwas besonders Interessantes merken und jederzeit wieder dorthin finden.

Und last but not least sind auch die Kursunterlagen, die man sich als PDF runterladen kann (bei einigen Kursen sind auch noch Anleitungen für Strickstücke dabei), interessant und hilfreich – einige mehr, andere weniger.

Nicht genutzt habe ich bisher die Interaktion mit der Kursleiterin bzw. den anderen Teilnehmern. Die Fragen, die dort gestellt werden, finde ich aber häufig sehr amüsant, das gibt den Kursen einen zusätzlichen Unterhaltungswert 😉

Ich stricke, während ich die Kurse gucke, von daher langweilen mich eventuell überflüssiges Gesabbel oder unnötige Wiederholungen tatsächlich (im Gegensatz zu Youtube-Videos) überhaupt nicht, weil ich ja nicht an schnellen Informationen interessiert bin. Ich lasse mich dann halt einfach berieseln 😉

Ein Strickkurs im Wollgeschäft oder an der VHS ist bestimmt auch interessant (bisher habe ich bloß noch keinen gefunden, der mich wirklich gereizt hätte, meistens sind es doch nur Anfängerkurse), aber da muss ich hinfahren, das kostet Zeit und teurer sind sie auch. Und oftmals hat man ja auch gar kein Kursangebot in der Nähe, niemanden, der auf die Kinder aufpasst oder die Kurse finden immer dann statt, wenn man keine Zeit hat.

Ein Kurs im echten Leben hat natürlich ganz klar den Vorteil, daß der Kursleiter einem persönlich am eigenen Strickzeug etwas zeigen und ggf. korrigieren kann, aber bisher habe ich das noch nie gebraucht, ich kann ganz gut Dinge umsetzen, die ich lese oder sehe.

Bei einem Videokurs kann ich die Uhrzeit selbst bestimmen, im Schlafanzug auf der Couch sitzen, rauchen ( :mrgreen: ), zwischendurch stoppen und die Kater bespassen, zurückspulen, wenn ich gerade nicht aufgepasst habe oder vorspulen, wenn mich etwas überhaupt nicht interessiert. Und ich kann so oft gucken, wie ich will. Den Fotokurs werde ich mir z.B. bestimmt nochmal teilweise ansehen, da waren so viele Tips, daß ich die Hälfte schon wieder vergessen habe und das mit der Blende, Verschlußzeit etc. will einfach nicht in mein Hirn (naja, man sollte sowas vielleicht auch nicht nachts um halb drei gucken… 🙄 )

Kurzum: Ich habe mittlerweile einen ganzen Sack voll Kurse auf meiner Wunschliste 😀 Nun muss ich nur noch entscheiden, welchen ich zuerst machen will. Und vieleicht findet ja auch das eine oder andere, was ich dazugelernt habe, den Weg in diesen Blog…

19 comments for “Craftsy-Kurse, die 2.

  1. 5. Mai 2013 at 17:20

    Gerade habe ich deinen ersten Beitrag zu Crafty kommentierte, deshalb nur kurz: Ja, bitte den kleinen Trick beim Abstricken der Wraps erklären – hat mich gleich heiß gemacht! Viele Grüße

  2. 5. Mai 2013 at 17:33

    So , nun hast du mich soweit , das ich mal die Vorschau angeklickt habe 😳
    Deutliches Englisch ? Ich finde die plappern ganz schön schnell ! Vielleicht liegt es ja auch daran , das es „Werbung “ ist ?
    Naja , zu mehr bin ich noch nicht bereit .
    liebe grüße dajana

  3. Kay
    5. Mai 2013 at 17:38

    Wie…rauchen?…hast du etwa wieder angefangen…? 🙄 😕

  4. 5. Mai 2013 at 17:39

    @ Dajana: In der Werbe-Vorschau quatschen sie schneller als in den Kursen selbst.
    Guck doch einfach mal die ersten Minuten von einem der kostenlosen Kurse an, dann hörst Du den Unterschied.

    @ Kay: Ja, leider 😕 Nach 10 tagen kam der Schmachter mit aller Macht zurück… 😥

  5. Beate
    5. Mai 2013 at 18:34

    Die Kurse, die ich gut verständlich finde (von der Sprache her gesehen und auch vom Inhalt), sind die Kurse von Carol Feller und Amy Herzog. Knit to flatter ist für mich sehr informativ und eine gute Ergänzung zu ihrem Buch.

  6. Anne
    5. Mai 2013 at 19:17

    Natürlich mal kurz geklickt 🙂
    Das mit den Short Rows wollte ich mal ansehen, ging aber nicht. Nur den Ton hab ich bekommen … ohne Bild.
    Englische Texte lesen geht ja einigermaßen, unbekannte Worte kann man dann auch schnell nachschlagen. Aber diese piepsige SingSang Stimme aus dem ersten Video hat mich dann doch schon nach zwanzig Sekunden genervt.
    Und dann alles zu verstehen, da müsste ich mich zu sehr auf das Ãœbersetzen konzentrieren und bekomm vom Stricken nichts mehr mit.

    Ein Online Kurs in deutscher Sprache, da würd ich mir durchaus überlegen mitzumachen. Voraussetzung ist aber, dass man den Grad wählen kann.
    Bei Technikbüchern (zu anderen Themen) nervt es mich auch immer, wenn „Fortgeschritten“ draufsteht und dann das halbe Buch nur dazu dient Grundlagen zu erklären. Heißt also, kleine Lektionen die gezielt wählbar sind, da wäre ich evtl. dabei.

    Aber eben schnell nach einem Buch greifen oder bei Alpi und Tina (Danke dafür) reinzusehen gefällt mir um Längen besser.
    Anne

    ….. Tina 🙄 😥

  7. 5. Mai 2013 at 20:56

    ich muss ehrlich sagen, dass mich der Onlinekurs vorher nicht so angesprochen hat. Zum Thema Grafting zB gucke ich mir auch lieber eine Bilderanleitung an, anstatt hin und her zu spuhlen.

    doch nach dem Artikel glaube ich schon, dass ich mir mal die Zeit nehme, entsprechende Videos anzugucken^^.

  8. 5. Mai 2013 at 21:03

    Ja, mach‘ mal. Gerade den Grafting-Kurs fand ich faszinierend, obwohl ich vorher gedacht habe, daß ich das ja auch schnell mal nachgucken kann, wenn ich es brauche.
    Ich bin gespannt, ob Du Deine Meinung änderst. Extra-Zeit kostet es ja nicht viel, ich stricke nebenher und gucke nur genau hin, wenn es nötig ist.
    Vor zwei Tagen häte ich nämlich auch noch gesagt „ach was, brauch‘ nicht nicht“.
    Und nun würde ich mir am liebsten alle angucken 🙂 (wäre bloß ein teurer Spaß ðŸ˜¯ )

  9. Daniela
    6. Mai 2013 at 11:43

    Der Trick beim Abstricken der Wraps würde mich auch mal interessieren. Zeigst du ihn uns mal ? Büdde !!! Oder darf man das nicht ?

  10. SingingSanja
    6. Mai 2013 at 12:18

    Ich glaube ja, dass es bei diesen Kursen weniger darum geht, eine einzelne Technik zu zeigen, die man online oder in einem guten Handbuch nachschlagen kann. Ich würde von einem solchen Kurs vor allem erwarten, dass er mir einen Kontext liefert, der über die reine Demonstration einer Technik hinausgeht. Also entweder, wie in dem von Tina genannten „Grafting“-Video die Logik dahinter so gut erklärt, dass ich das Gelernte hinterher so gut verstanden habe, dass ich es auch tatsächlich anwenden kann. Oder für ShortRows (und der interessiert mich jetzt langsam wirklich 😉 ) eben nicht nur 8 Varianten, Löcher im Gestrick zu vermeiden, sondern auch ganz konkrete Anwendungsbeispiele wie die Armkugel, oder z.B. die Gestaltung von Oberteilen für große Größen, etc. Im Grunde erwarte ich von einem guten Workshop, dass er mir Fragen beantwortet, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass ich sie hatte. :mrgreen: Und es scheint mir, als würde Craftsy das hinkriegen. Sobald ich Zeit und Ruhe dafür habe, werde ich mir die Freebies auf jeden Fall mal anschauen.

  11. Katrin
    6. Mai 2013 at 12:44

    Also ich liebe die craftsy- Kurse.
    Ich habe schon einige davon gemacht und immer wieder was dazugelernt und neue Dinge ausprobiert. Mit Strickenglisch sollte man allerdings schon vertraut sein.
    Ich habe alle meine Kurse bei diversen Sales gekauft, da sind sie dann 25-50% billiger und damit günstiger als so manches Buch.

  12. 6. Mai 2013 at 12:55

    @SingingSanja: Das mit den Fragen, von denen frau vorher nicht wusste, dass sie sie hat – das ist es!
    @Katrin: Ja, aber ein Buch kannst du deiner Freundin leihen! Tina hat mich gerade drauf hingewiesen, dass man das bei Craftsy nicht darf. Grüße, P.

  13. Katrin
    6. Mai 2013 at 13:59

    @Petra: Netter Gedanke, aber auch im Hinblick darauf, dass das jetzt egoistisch klingt: in erster Linie kaufe ich Dinge für mich selbst und nicht mit dem Gedanken, sie an Freundinnen zu verleihen. Meine Bücher verleihe ich übrigens auch nur selten, weil ich da echt pingelig bin, was Knicke etc. betrifft.

  14. 6. Mai 2013 at 15:02

    da ich am besten über das Visualisieren lernen kann, wäre für mich so ein craftsy-kurs-Teilnahme genau das richtige. Ich werde mir diese Website auch genauer anschauen. LG bjmonitas

  15. 6. Mai 2013 at 15:27

    Die Smilies sind wieder da! 😀

    RAUCHEN? 😯
    Das ist doch nicht dein Ernst? Mensch Tina, jetzt enttäuschst du mich aber! 😥

    Ich kenne diese Kurse (noch) nicht. Wie funktioniert es denn, dass man einerseits direkt Fragen stellen und andererseits gucken kann, wann man will?

    LG Andrea

  16. 6. Mai 2013 at 15:36

    Ja – nach 10 Tagen bin ich rückfällig geworden *schäm*

    Die Fragen werden nicht sofort beantwortet (geht ja gar nicht), aber man guckt und kann sie dann gleich nebenbei stellen (das Video stoppt so lange automatisch, denke ich). Beantwortet werden sie vermutlich innerhalb der nächsten 24 Stunden oder so.
    Ob man dann eine Benachrichtigung bekommt, weiß ich nicht, aber ich könnte es mit gut vorstellen.

    Und die Fragen der anderen Teilnehmer werden immer an der Stelle des Kurses, an der sie gestellt wurden, an der Seite eingeblendet. So kann man sehen, ob jemand anderes die gleiche Frage hatte, die evtl. dann ja schon beantwortet wurde.

  17. 6. Mai 2013 at 20:04

    Das klingt auf jeden Fall interessant. Da wird der eine oder andere Kurs bestimmt den Weg auf meine Wunschliste finden.

  18. Krakenarm
    6. Mai 2013 at 20:51

    Ich hab mir v.a. die Nähkurse mal angeschaut und ich muss sagen, ich teile deine Meinung. Um MAL was nachzuschlagen ist ein Buch sicher besser geeignet und die Grundlagen selbst braucht man auch nicht unbedingt nochmal erklärt bekommen. Aber ich denke man lernt wirklich ne Menge Kniffe und Profitipps, auch wenn man vielleicht 80% schon kennt oder richtig macht, die restlichen 20% machen dann das perfekte Ergebnis.

    Ich schau mir grad den Kurs zum Fly Front Coat an und ich hab allein beim jetzt mal durchschauen schon so viele kleine, technische Kniffe gesehen. Klar hab ich schon Schnitteile ausgeschnitten und weiß, dass man Nahtzugaben macht und ne Jacke mit Futter hab ich auch schonmal genäht. Aber ich lern hier in jeder Lektion ne Menge neues und wenn ich den Mantel dann tatsächlich mache wirds sicher nochmal ne Schippe mehr werden. Man kann ja von dem ausschweifenden amerikanischen Stil halten was man will, aber in den deutschen, knappen Anleitungen soll man eben oft auch einfach mal was machen oder irgendwelche Tools haben. Warum, wieso oder wie genau soll woanders nachgelesen werden. Ich hab auf jeden Fall jetzt von Anschauen schon riesig Lust den Mantel zu machen und warte drauf, dass mein Schnittmuster kommt. Ums kurz zu machen, wer gern näht, dem empfehle ich den Fly Front Coat. Ich freu mich schon auf den Kurs zum Tailored Shirt. Und wenn die Strickkurse qualitativ ähnlich sind, sind sie ihr Geld mehr als wert.

  19. Gamla
    11. Mai 2013 at 02:31

    Hallo Tina,

    ich war ein paar Tage weg und konnte nicht alles lückenlos verfolgen – aber auf einen Hinweis darauf, dass du wieder/noch rauchst, hatte ich schon lange gewartet.

    Und Schuld haben natürlich diejenigen, die dir ach so nett zugeredet haben, wiiiiieee toll es doch ist/wäre, wenn du nicht mehr rauchst!!!

    Also ehrlich, als eingefleischter Raucher möchte man sich bei so viel (gut gemeintem) Zureden SOFORT eine anstecken…

    Mitfühlende und verständnisvolle Grüße
    Gamla

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