Weniger ist mehr…

…oder: Strick-Mathe für Anfänger, Teil zweiundrölfzig 😉

Ein Umstand der viele Strickanfänger zunächst verwirrt, ist die Tatsache, daß weniger Maschen in der eigenen Maschenprobe mehr Breite im Strickstück ergeben und weniger Reihen mehr Höhe.

Ein Beispiel: Laut Anleitung beträgt die Maschenprobe 25 M auf 10 cm. Es sollen 100 M angeschlagen werden, die dann 40 cm Breite ergeben.
Hat nun Eure Maschenprobe nur 20 M auf 10 cm, also weniger M als in der Anleitung, wird Euer Strickstück breiter werden, wenn Ihr 100 M anschlagt.
Irgendwie unlogisch? Nö, gar nicht. Da sind wir nämlich wieder beim allseits so beliebten Dreisatz 😎 und zwar bei der umgekehrt proportionalen Variante.

Die Logik dahinter: Wenn Ihr weniger M braucht, um 10 cm Breite zu erreichen, sind die einzelnen Maschen breiter. Und dann wird eben bei gleicher Maschenzahl auch das Strickstück breiter. Das ist dann wieder proportional 😉

Bei Reihen ist es genauso: Wenn Ihr weniger Reihen als in der Anleitung angegeben braucht, um 10 cm Höhe zu erreichen, sind Eure einzelnen Reihen höher. Also wird auch das Strickstück bei gleicher Reihenzahl höher.

Umgekehrt gilt das natürlich auch: Mehr Maschen in Eurer Maschenprobe ergeben -bei gleicher Maschenzahl- weniger Breite, mehr Reihen in Eurer Maschenprobe ergeben -bei gleicher Reihenzahl- weniger Höhe. Weil eben die einzelnen Maschen bzw. Reihen schmaler bzw. niedriger sind.

So, und nun dürft Ihr mich hauen, daß ich Euch kurz vor einem (hoffentlich) sonnigen Wochenende noch mit ekligem Mathekrams gelangweilt habe :mrgreen:

25 comments for “Weniger ist mehr…

  1. 31. Mai 2013 at 19:29

    Also, ich hau Dich nicht! Ich liebe Mathe 😛 Wirklich!
    Vielen Dank für die Erklärung. Sehr aufschlussreich!
    Ich wusste gar nicht, dass es so einen tollen Zählrahmen gibt. Wirklich praktisch und den könnte man sich auch selbst basteln.

    Wünsche Dir ein sonniges Wochenende. Ihr in HH hattet heute sicher auch welche.
    LG Tanja

  2. 31. Mai 2013 at 19:59

    vielen dank für die tolle erklärung -ich steh nämlich immer da wie depp vorm tor!!

    ich bin im umrechnen total unbegabt und wusste nie woran es liegt!
    hatte sogar die idee dich mal anzuschreiben und dich zu bitten das in deinem blog mal zu thematisieren!!! – gut das ich mir das vor 2 tagen gespart hab 😉

    also vielen dank ein schönes we und ich werd mich wohl auch mal an´s rechnen wagen 😀

    lg simone

  3. 31. Mai 2013 at 20:01

    Ich bin auch komisch und liebe Mathe – wär ja auch komisch wenn nicht, so als Erbsenzähler :mrgreen:
    Daher bin ich gespannt auf weitere Teile aus der Reihe Strick-Mathe 🙂

    LG,
    Regina.

  4. 31. Mai 2013 at 20:33

    Schön erklärt, das habe ich gerade bei meinem Kniestrumpf. Ich bekomme mehr Maschen als in der Anleitung und auch mehr als auf der Banderole des Garns verzeichnet. Das passiert mir oft, dass ich so fest stricke, dass ich mehr Maschen stricke als auf der Banderole. Die nehmen da wohl eher ein Mittel für die nicht zu fest und nicht zu locker Strickenden. LG

  5. Lena
    31. Mai 2013 at 20:35

    vielleicht hauen MICH jetzt die anderen, aber eigentlich ist das doch nur das Ergebnis von logischem Denken? ist das soooo schwierig? Aber ich habe auch keine Abneigung gegen Mathematik…. 😉

  6. Isolde Pichler Ferrari
    31. Mai 2013 at 20:43

    Ich kann besser stricken als rechnen 🙄 und mach das so:
    25 Maschen = ergeben 12 cm, wieviel Maschen brauch ich um auf 48 cm zu kommen….? Das rechnet dann Tochter, Mann oder Sohn aus :mrgreen:

    Dann strick ich ein Stùckchen, dann wird nachgemessen und eventuell wenn zu eng oder zu weit unter lautem Fluchen wieder aufgeribbelt.
    Maschenproben werden ùberbewertet!

  7. Rosenherz
    31. Mai 2013 at 20:45

    … ja, mir gehts auch so, alles gleich verstanden. 😛

  8. 31. Mai 2013 at 21:18

    Wo ist das Problem? Ist doch logisch… (Duck und wech)

  9. Jubi
    31. Mai 2013 at 21:20

    OmG, dann bin ich wohl ’ne ganz schräge: Mathe war noch nie mein Ding. In der Schul- und Studienzeit war ich immer froh, wenn ich es wieder eine Klasse/Semester weiter war und habe gehofft, nie in eine Matheprüfung zu müssen.
    ABER: den Dreisatz, den hab ich schon immer geliebt und beherrsche ihn vorwärts und rückwärts.
    Schönen Strickabend wünscht

    Jubi

  10. Waltraud
    31. Mai 2013 at 21:40

    Also ich wußte gar nicht , dass das Mathematik ist 😉 , ich brauch da weder zu rechnen, noch nachzudenken. Von Maschenproben halte ich aber viel. Meine Proben sind auch immer breiter als die 10cm, aber meist nur 3-4 cm hoch. Und jede Wolle, die eine kleinere Maschenpropenangabe als 30/42 hat, muss dicker als Sockenwolle sein. Das läuft ohne großes Nachdenken automatisch in meinem Kopf ab, ist so wie das Atmen. Es ist manchmal schön zu wissen, dass man eine Begabung hat. Eine Sprachbegabung wäre mir heute lieber 🙁 .

  11. Mona NicLeoid
    31. Mai 2013 at 22:55

    Ich habe es den Anfängern in meinen Kursen immer so erklärt:

    Stellt euch eine Wand mit Fliesen vor. Wenn die Fliesen klein sind, braucht ihr viel mehr davon, um die Wand auszufüllen, wenn sie größer sind, braucht ihr weniger.

    Interessanterweise ist das für die meisten Leute direkt vollkommen einleuchtend, und lässt sich dann auch gut auf die Maschen übertragen.

  12. 31. Mai 2013 at 22:56

    Logisch nachvollziehbar ist das. Kompliziert wird es nur, wenn die Anleitung nur Reihen als Angaben hat und keine Centimeterangaben…..Mit genau diesem Problem schlage ich mich gerade rum und bereitet mir mehr als nur einmal Kopfzerbrechen. Wie versuche ich das Dilemma zu lösen? Ich messe ständig und achte darauf dass das Verhältnis der Maschenanzahl passt und hoffe, dass ich auf diese Weise die Kurve kriege. lg bjmonitas

  13. Jubi
    31. Mai 2013 at 23:20

    @bjmonitas: über den Dreisatz!

    LG
    Jubi

  14. Radiolaria
    1. Juni 2013 at 00:17

    Mir gefällt das rosa Garn und das tolle Muster, Tina. Hast Du aus dieser Maschenprobe einen ganzen Pulli gestrickt? Wenn ja, zeig ihn uns doch mal bitte.

    Mit Dreisätzen habe ich kein Problem, stricke meine Maschenprobe und tippe mein Ergebnis in den Taschenrechner oder ins Handy ein und schon habe ich meine Maschenanzahl.

    Die Erklärung mit den großen oder kleinen Fliesen finde ich klasse.

    nächtliche Grüße an alle und ein schönes Strickwochenende
    Radiolaria

  15. 1. Juni 2013 at 00:27

    Das ist eine Jacke, nämlich Martha aus dem Rowan Magazine 37 und die habe ich vor einer halben Ewigkeit (2006) gestrickt. Sie existiert aber immer noch und ich trage sie sehr gerne.
    Guckst Du hier: http://tichiro.net/?p=656 Hier ist nochmal ein Foto vom Halsausschnitt;: http://www.tichiro.net/wp-content/uploads/eckigerausschnitt.jpg
    Das Garn gibt es leider schon ewig nicht mehr (außer unter meinem Bett, da lagern noch gute 20 kg 🙂 ), das ist die Adesso von Lana Grossa (Merino/Baumwolle/Microfaser).

  16. Anne
    1. Juni 2013 at 06:32

    hmmmmm …. eigentlich brauch ich da gar nicht überlegen oder rechnen, ist doch alles vollkommen klar und logisch 😉

    bloß nicht dran rumerklären mit umgekehrt proportional und so, damit wirds dann kompliziert.

  17. Bea
    1. Juni 2013 at 09:20

    Ich wär nie auf die Idee gekommen, dass man das erkären muss…
    Mir war das schon immer völlig logisch.

    Aber wenns mal jemand nicht kapiert, die Erklärung mit den Badfliesen finde ich total klasse.

  18. Ara
    1. Juni 2013 at 09:36

    Das verwirrt Strickanfänger? Ich mochte Mathe immer sehr gerne und bin ein logisch denkender Mensch. Mich verwirrt eher, daß andere bei sowas verwirrt sind 😉 Irgendwie geh ich immer davon aus, wenn ich etwas völlig logisch finde, müßten das alle so sehen! 😳

  19. Linda
    1. Juni 2013 at 09:53

    Thanks for the explanation.
    I always struggle with swatches and I’m terrible at math.
    I have translated the „less is more“ logic into Dutch (my native language) to have it right in front of me whenever I need to swatch.

  20. 1. Juni 2013 at 15:45

    Oh , diese Mal wusste ich es schon vorher 😆 😆
    Bin vielleicht doch nicht ganz so blöd ? 😳

  21. ilo
    1. Juni 2013 at 16:46

    Die Maschenzahl für die Breite passt bei mir meistens zur angegebenen Maschenprobe/Nadelstärke.

    Was macht man aber, wenn die Reihenzahl nicht zur Maschenprobe passt?

    Eine größere oder kleine Nadelstärke nehmen macht ja einen Sinn, weil ja die Maschenanzahl passt. Hilft da nur abmessen?

    Vielen Dank für die Lösung für dieses Mathematikproblem. 😉

  22. ilo
    1. Juni 2013 at 16:47

    Typo: „… macht je KEINEN Sinn“ …

  23. monika
    2. Juni 2013 at 13:39

    das ist allgemein bekannt, oder?

    meine Lieblingsfrage wäre:
    brauche ich mehr Garn wenn ich mit dünneren Nadeln stricke
    oder doch
    wenn ich mit dickeren Nadeln stricke…. 👿

    Schönen Sonntag

  24. Anika
    3. Juni 2013 at 18:42

    Dank des Umrechnens ist mir jetzt auch der Dreisatz total geläufig, und ich kann mit meinem Wissen prahlen, wenn andere mit dem Dreisatz auf Kriegsfuß stehen: „WAS – Du kannst keinen Dreisatz? Ist doch ganz einfach!“ 😉 Eigentlich ist das, was Du erklärst, ja nur logisch…

  25. SingingSanja
    4. Juni 2013 at 09:54

    Ich war immer schlecht in Mathe, aber Rechnen kann ich. 😉 Solange es konkret und visuell vorstellbar bleibt, ist alles prima, aber Statistik halte ich persönlich ja noch immer für Schwarze Magie… 😉 :mrgreen:

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