Mein Tierpfleger-Tag/zoo keeper volunteer

Es gibt im Leben ganz besondere Tage, Highlights, die man nie wieder vergißt. Meine persönlichen Hightlights – und ich habe das Glück, daß ich schon sehr viele erleben durfte – haben fast immer mit Tieren oder Natur zu tun. Die Niagara Fälle, Sternegucken auf Hawaii, die kleine Pantherdame, die ich streicheln durfte oder der erste Koala, den ich auf dem Arm hatte – das sind Erlebnisse, von denen ich auch noch im hohen Alter zehren werde. Und der gestrige Tag gehört definitiv mit dazu.

Ich durfte im Zoo Krefeld einen Tag zusammen mit den Tierpfleger im Raubtierrevier verbringen. Der Spaß kostet 100 € und die Warteliste ist ellenlang (ich habe 1 1/2 Jahre gewartet), aber es lohnt sich.

Das erste “Raubtier” das mir begegnete, war Chester:

Chester ist ein sehr süßer und lieber Border Collie und gehört Thomas, “meinem” Tierpfleger. Chester hat uns fast den ganzen Tag lang begleitet, denn im Zoo Krefeld dürfen die Mitarbeiter ihre Hunde zur Arbeit mitbringen.

Als es dann losging, musste ich erstmal schlucken, denn wir nahmen einen Eimer voll piepender Küken mit – Raubtierleckerli…

Der Jaguarundi fand’s dann auch sehr lecker:

Auch Servale mögen Küken:

Später am Tag durfte ich noch an etwas ganz Besonderem teilhaben. Die beiden Servale wurden an diesem Tag zum ersten Mal zusammengeführt und es dauerte kaum 10 Minuten, bis Kater Nero seine neue Partnerin beglückte:

Wenn alles geklappt hat, gibt’s in ca. 60 Tage Nachwuchs.

Jetzt werden die Raubtiere eine Nummer größer – das ist Jackson, ein schon 19 Jahre alter, aber immer noch wunderschöner schwarzer Jaguar:

Jaguare sind die aggressivsten Raubkatzen von allen – Unfälle mit ihnen enden immer tödlich. Hätte ich da meinen Finger reingesteckt, wäre er ab gewesen. Da kraule ich doch lieber meinen kleinen schwarzen Panther.

Dann kamen wir zu meinen persönlichen Lieblingen, den großen Verwandten von Chico:

Das Tolle an so einen Tag ist, daß man ganz dicht an die Tiere rankommt. Die Tigerin war ungefähr einen Meter weit weg.

Noch trennt uns ein Gitter:

Nun nicht mehr:

Ich durfte tatsächlich mit ins Gepardengehege! Die Jungs hat das überhaupt nicht gekratzt, daß da eine fremde kleine Frau an ihnen vorbeiläuft. Streicheln geht allerdings nicht, so zahm sind sie nun auch wieder nicht.

Thomas, der Tierpfleger, war übrigens superklasse. Er hat wahnsinnig viel erzählt und erklärt und man hat gemerkt, wie sehr ihm die Tiere am Herzen liegen. Zudem hat er sich trotz jeder Menge Stresses (Kollege krank, Thomas ab nächster Woche drei Wochen Urlaub und die Vetretung musste eingewiesen werden) riesig viel Mühe gegeben, den Tag für mich zu einem tollen Erlebnis zu machen. Ich hatte ja erwartet, daß ich die meiste Zeit Käfige sauber machen und Scheisse schaufeln würde, aber nichts da. Ich durfte nur tolle Sachen machen, füttern, streicheln usw. An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Dankeschön!

Futter muß natürlich auch zubereitet werden – hier für die Baumkänguruhs, die roten Pandas und die Muntjaks, die auch zum Revier gehören:

Hier wird sehr auf die Qualität des Futters geachtet – angeditschte oder gammelige Stellen werden abgeschnitten. Das was hier verfüttert wird, könnten wir auch ohne weiteres essen.

Wie man sieht, schmeckt es dem Muntjak:

Baumkänguruhs

…stehen total auf hartgekochte Eier. Dafür lassen sie sich dann auch streicheln. Ich durfte sogar den Beutel fühlen.

Zu den Raubtieren gehören auch die Otter, die nicht nur Fisch, sondern auch sehr gerne Fleisch mögen. Damit sie sich nicht langweilen, macht Thomas mit ihnen Klickertraining. Frau Otter macht auf Handzeichen Männchen und Herr Otter schwimmt durch einen Reifen:

Sehr niedlich und ausgesprochen neugierig sind die Löffelhunde. Hier die Mama mit drei Kindern. Im Hintergrund hält der Vater Wache.

In der Schale sind Larven, die sehen aus wie Mehlwürmer in groß. Sie scheinen ausgesprochen gut zu schmecken:

Gar köstlich sind auch (tote) Mäuse:

Zimperlich darf man bei so einem Praktikumstag nicht sein. Wer sich vor toten Ratten und Hühnern graust und kein Blut sehen kann, sollte sich lieber Pflanzenfresser aussuchen. Ein bisschen anders wurde mir schon, als wir Futter geholt haben – Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner und Tauben werden als Futter gezüchtet. Das Töten (zum Glück schnell und schmerzlos) gehört zum Beruf des Tierpflegers dazu. Mir blieb es glücklicherweise erspart. Ich weiß nicht, ob ich mich dazu hätte überwinden können. Wahrscheinlich hätte ich Rotz und Wasser geheult. Aber frisches Ganzkörperfutter ist für eine ausgewogene und gesunde Ernährung nun mal notwendig.

Die Zebramangusten lassen sich das Mäusegeschnetzelte dann auch schmecken:

Sehr zutraulich waren diese beiden Gesellen, die ich mit lebendigen Heuschrecken gefüttert habe. Leider habe ich mir den Namen nicht gemerkt.

Das Beste kommt natürlich zum Schluß. Papa Schneeleopard namens Leonardo (von Mama habe ich leider kein Foto)…

…und die beiden Kiddies:

Die beiden sind jetzt fünf Monate alt, bildhübsch und ich durfte einen davon sogar kurz streicheln. Dann rannte Baby allerdings weg, denn das Huhn war eindeutig interessanter als die komische Frau.

Sind die nicht unglaublich niedlich?

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17 comments for “Mein Tierpfleger-Tag/zoo keeper volunteer

  1. 6. September 2007 am 23:45

    Hallo Tina,

    ich weiß jetzt ganz sicher, ich werde den Affentag in Stuttgart buchen. Solche Tage sind es wirklich, die das Leben bereichern.

    Deine Bilder sind absolut klasse, wobei ich das mit dem füttern nicht hinbekommen hätte glaube ich. Meeris verfüttern die hier rumquietschen, dafür bin ich glaube ich zu sensibel. Also meinen Traum, ein Tag unter Wölfen, sollte ich wohl besser nicht verwirklichen. Bin ich froh dass Tchibis Hundefutter so praktisch gebröckelt ist *gggg*.

    Liebe Grüße

    Bine *Rückenteil fast fertig habend*

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  2. 7. September 2007 am 02:23

    huhu Tina, tolle Bilder und sehr schoen erzaehlt! So was ist echt ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Find ich prima dass die das anbieten! Tiere – zumal die exotischen :grin: – sind doch einfach was wunderbares. (dieses Muntjak haette ich bestimmt versucht zu stibitzen!)
    Liebe Gruesse,
    Mara

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  3. 7. September 2007 am 07:07

    Danke für die schönen Bilder und den ausführlichen Bericht – aber du hast nicht versucht, etwas Wolle von einem Lama o.ä. zu erbetteln? ;-)
    Zudem habe ich etwas gelernt: Dass Panther so gefährlich sind, habe ich nicht geahnt. Aber logisch. Da steht so ein dummer, leckerer Mensch vor dir und starrt dich an, weil er dich so schön findet. Das nervt natürlich und wenn’s schmeckt …

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  4. 7. September 2007 am 07:23

    Hallo Andrea,

    klar – ich habe gefragt, was die mit der Wolle von den Alpakas machen. Aber die kriegt leider der Schäfer.
    Und ich habe einen Fellfetzen vom Löffelhund mitgenommen für meine Jungs zum Riechen. Fanden sie auch hochgradig interessant :smile:

    LG
    Tina

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  5. 7. September 2007 am 08:22

    Danke für die schönen Fotos und den schönen Bericht! Und Lebendfutter (bzw. Ganzkörperfutter) lässt einen dann doch schon auch mal über den eigenen Speiseplan nachdenken, nicht? Das Gefrettel hier bekommt aber übrigens auch Katzenfutter aus der Dose, keine Frischmäuse… Ah, und Danke für den Tipp mit der Probepackung, sie kam zuletzt an und wurde von den betreffenden Damen für sehr lecker befunden!

    Liebe Grüsse von der

    Garnprinzessin

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  6. Anonymous
    7. September 2007 am 10:49

    Die Herren in schwarz mit den verhältnismäßig zierlichen Füßen (die ich übrigens irgendwie schwer klasse und äußerst sympathisch finde) sind Hornraben, um genau zu sein *südliche* Hornraben. Oder auch: Rotwangen-, Süd- bzw. Kaffernhornraben.

    Detektivische Grüße,

    Vivi

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  7. 7. September 2007 am 11:45

    boahh das waar sicher supertoll!!!! von sowas träumen meine gören fasttäglich, aber das mit dem lebendfutter dürfte ihen auch probleme bereiten.
    lg, caroline

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  8. 7. September 2007 am 13:16

    Mjam, mjam – lecker Mäusegeschnetzeltes! Das war bestimmt ein tolles Erlebnis!
    Danke für den interessanten Bericht und die Bilder. Ich wusste garnicht, dass die Zoos sowas anbieten.

    Viele Grüsse von Heike

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  9. admin
    7. September 2007 am 15:17

    @ Vivi: Ich wusste, daß ich mich auf Dich verlassen kann, Du wandelndes Lexikon :wink:

    @ Heike: Das wäre doch eigentlich genau das Richtige für Dich, Du bist doch genauso tierverrückt wie ich. Und von Dir aus ist es ein Katzensprung. Hast Du gesehen, wie ich gewunken habe, als ich an Münster vorbeigefahren bin? :mrgreen:

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  10. 7. September 2007 am 16:25

    Hallo Tina,

    voll krass!

    Und danke für den interessanten Bericht!

    LG ~ Mandala

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  11. 7. September 2007 am 21:29

    Wahnsinn – was für ein tolles Erlebnis!! Ich kann gut verstehen, dass man davon seeeehr lange zehren kann. Dafür lohnt sich auch das lange Warten… :wink:

    Danke, dass Du uns so ausführlich an diesem interessanten und erlebnisreichen Tag teilhaben lässt!

    Liebe Grüße,
    Eva

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  12. 7. September 2007 am 23:48

    Liebe Tina!

    Vielen Dank für den tollen Bericht und die noch viel tolleren Fotos! ;-) )
    Boahhh, sowas würde ich auch mal gerne machen – die Fütterung müßte ich dann allerdings auch irgendwie überstehen… ;-) )

    Lieben Gruß
    Annette

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  13. 8. September 2007 am 00:00

    Ein interessanter Bericht! Kann ich mir gut vorstellen, dass Du von diesem Tag noch eine ganze Weile zehren kannst.

    Liebe Grüße
    Knittaxa

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  14. 8. September 2007 am 02:24

    Gruess Dich Tina, ooooooooooooooooooooch der knuffige Tiger. Als wir noch in D. wohnten war in unserem Ort so eine Art “Auffanglager” fuer Tiger und Co. die von Wanderzirkus und privat Leuten eingesammelt wurden und wieder aufgepeppelt worden sind. Da war auch ein sehr schoener junger Tiger dabei (von dem habe ich auch noch ein Photo…seufz, lang ist es her)
    Och und die Baumkaengaruhs…..die habe ich in meiner Jugend live erlebt in Papua Neu Guinea….suesse Dinger.
    So ein Zooerlebniss hat bestimmt auch so seine therapeutische Seite. Kann mir vorstellen das du nun eine ganz neue Seite von Dir kennengelernt hast.
    Finde ich toll das du so etwas gemacht hast. Haette mir bestimmt auch viel Spass gemacht.
    Na dann lass ich Dich mal noch von deinen Kaetzchen traeumen, liebe Gruesse , Frauke :wink:

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  15. 8. September 2007 am 13:08

    Hallo Tina …
    das war ja ein wunderbarer Tag – danke für die schönen Bilder und die Erzählung. Und dass du teils so dicht mit an die Tiere herandurftest und sogar mit in die Käfige – wow! 100,- ist viel Geld, aber ich finde, dass sie sehr gut angelegt sind!

    LG; Anja

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  16. 8. September 2007 am 20:12

    Hallo, Tina!

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die schönen Fotos. Das muss wirklich ein superschöner Tag gewesen sein. Mir gefallen außer den Miezen auch besonders die Baumkänguruhs.

    Liebe Grüße

    Birgit

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  17. 9. September 2007 am 08:29

    Hi Tina,
    herzlichen Dank für den tollen Bericht. Ich gebe neidlos zu, dass ich Dich um diese Erlebnis beneide. Ich denke, dass ist ein Erlebnis fürs Leben und wie ich sehe, hattest Du ausgesprochenen Spass.

    Ganz liebe Grüsse rüberschicke
    Susi

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