Am Anfang war das Garn…

Stricken liegt wieder ganz klar im Trend. Demzufolge möchten immer mehr junge oder auch nicht mehr ganz so junge Menschen stricken lernen. Nun ist das heute in Zeiten des Internets nicht mehr schwer, Videos zum Stricken lernen gibt es wie Sand am Meer.

Aber  viele Anfänger stellen sich die Frage: Womit fange ich eigentlich an und was brauche ich wirklich als Grundausstattung?

Das klassische Erstprojekt ist der Schal. Aber es spricht auch nichts dagegen, gleich mit einem einfachen Pullover anzufangen, habe ich damals auch gemacht, hat auch geklappt. Früher hat man das Stricken mit Socken als erstem Projekt gelernt – die finde ich aber für einen Anfänger total ungeeignet, das ist viel zuviel Fummelkram.

Am besten ist, wenn Du das Ding, das Du als erstes stricken möchtest, wirklich un-be-dingt haben willst. Dann bleibst Du nämlich auch am Ball, wenn es mal ein bisschen schwieriger werden sollte oder länger dauert, als Du gedacht hast.

Such‘ Dir ein einfarbiges Modell, das glatt rechts oder mit einem einfachen, regelmäßigen Muster aus rechten und linken Maschen gearbeitet wird, z.B. ein Rippenmuster. Von Zopf- oder Lochmustern würde ich für das erste Projekt noch die Finger lassen, da müsstest Du Dich auf zu viele Sachen gleichzeitig konzentrieren.

Dein erstes Modell sollte aus einem Garn mit einer glatten Struktur gearbeitet sein, damit Du die Maschen gut erkennen kannst. Nichts Fusseliges, Fransiges, Superflauschiges, auch wenn Du es noch so schön finden solltest.

Das Garn sollte gut verzwirnt sein, damit Du nicht versehentlich nur eines Teil des Fadens beim Abstricken erwischt und unschöne Schlaufen entstehen. Ein gut verzwirntes Garn erkennst Du, wenn Du den Faden zwischen Daumen und Zeigefinger so rollst, daß sich die Verzwirnung aufdreht – wenn Du wieder loslässt, sollte es sich in den Ursprungszustand zurückrollen. Je fester die Einzelfädchen umeinander gedreht (verzwirnt) sind, um so besser.

Zara_1926Und das Garn sollte relativ elastisch sein, damit Du leicht in die Maschen einstechen kannst. Eine gute Wahl ist z.B. ein Merinogarn mit einer Lauflänge zwischen 80 und 130 m. Reine Baumwolle oder Seide dagegen sind z.B. sehr unelastisch, davon lass‘ für den Anfang bitte die Finger. Ein elastisches Garn erkennst Du daran, daß sich der Faden etwas dehnt und dünner wird, wenn Du daran ziehst.

Viele Anfänger glauben, daß sie zum Ãœben erstmal ein ganz billiges Garn aus Polyacryl nehmen sollten. Mach‘ das nicht! Stricken ist in hohem Maße ein haptisches Vergnügen, diese Freude nimmst Du Dir mit billigem Garn (außerdem quietscht Polyacryl beim stricken). Es macht viel mehr Spaß, mit einem guten Garn aus schönem Material zu lernen. Wenn Du nicht so viel Geld hast, dann schau‘ nach Sonderangeboten, davon gibt es im www genug (eine gute Quelle für preiswerte Restposten ist z.B. die Wollmaus). Du kannst auch ein Mischgarn mit einem Teil Polyacryl nehmen, die kosten auch nicht so viel, aber dann sollte der Poly-Anteil maximal 50% betragen und nach Möglichkeit eine Microfaser sein, die fühlt sich nämlich deutlich schöner an und trägt sich auch angenehmer.

Als Nadelstärke für Dein Erstprojekt ist alles zwischen 4 und 5,5 mm ideal. Mit kleineren Nadeln dauert es noch zu lange, mit dickeren Nadeln wirst Du zwar schneller fertig, die Nadeln sind aber zu dick, um die Feinmotorik beim Stricken gut üben zu können.

Idealerweise nimmst Du für die ersten Sachen, die Du nach einer Anleitung strickst, das darin angegebene Originalgarn. Damit ist es nämlich am einfachsten, auf die geforderte Maschenprobe zu kommen und die Wahrscheinlichkeit, daß Dein Projekt so aussieht wie das Original, ist am größten. Vor allem für Oberteile (oder auch Mützen), wo es auf die Passform ankommt, ist eine exakt übereinstimmende Maschenprobe extrem wichtig. Bei einem Schal dagegen ist es nicht ganz so tragisch, wenn der ein bisschen breiter oder schmaler wird, da kannst Du also auch ruhig ein anderes Garn benutzen.

Als Stricknadeln solltest Du Rundstricknadeln nehmen, die sind am vielseitigsten verwendbar. Man kann damit auch flach stricken 😉 Am besten nimmst Du eine in 60 cm Länge, die ist für die meisten Strickprojekte -egal ob schmal oder breit- völlig ausreichend. Zum Rundstricken größerer Teile, für die Magic Loop-Technik oder für lange Blenden brauchst Du später eventuell auch längere Nadeln, aber für den Anfang sind die 60er genau richtig. Komm‘ bitte nicht auf die Idee, daß Du ja nur einen 20 cm breiten Schal stricken möchtest und daher 40 cm Rundstricknadeln auch reichen würden – die haben nämlich kürzere Nadelspitzen und liegen sehr schlecht in der Hand.

Ob Du lieber mit Holz-, Metall-, Plastik- oder Karbonnadeln strickst, musst Du selbst herausfinden. Für den Anfang würde ich Metallnadeln nehmen, denn Strickanfänger stricken oft sehr fest und die Maschen rutschen auf Metall einfach besser, weil Metall glatter ist.

Auch die Entscheidung, ob Du feste Nadeln nimmst oder eins der Systeme mit austauschbaren Nadelspitzen, bleibt Dir überlassen. Beide haben Vor- und Nachteile. Ich würde für den Anfang erstmal eine feste Nadel nehmen, weil die etwas preisgünstiger sind. Außerdem neigen manche Schraubnadeln dazu, beim Stricken aufzugehen, wenn man sie nicht bombenfest angezogen hat und gerade für einen Anfänger ist es eine mittelschwere Katastrophe, wenn plötzlich die Maschen runterfallen 😯

Die Marke ist für den Anfang ziemlich egal (da entwickelt später jeder seine eigenen Vorlieben, ich persönlich schwöre seit einiger Zeit auf ChiaoGoo) – achte aber auf das Seil! Ganz billige Nadeln haben oft noch durchsichtige Plastikseile (die hatte man früher immer). Die neigen dazu, sich zu kringeln (vor allem, wenn sie lange in der Tüte waren), was beim Stricken sehr stört. Einfache Faustregel: Seil farbig = gut, Seil hell und fast durchsichtig = schlecht.

Willst Du trotzdem erstmal alte Rundstricknadeln nehmen, die Du vielleicht geschenkt bekommen hast und bei denen sich das Seil kringelt, gibt es einen Trick: Leg‘ das Seil für ein bis zwei Minuten in sehr heißes, fast kochendes Wasser und zieh‘ es dann stramm, bis es sich abgekühlt hat, dann gehen die Kringel in den meisten Fällen wieder raus.

Jetzt hast Du also Garn, Stricknadeln und eine Anleitung. Was brauchst Du noch?

  • Eine Sticknadel mit stumpfer Spitze, um später die Fäden zu vernähen und Strickteile zusammenzunähen
  • Eine Schere – da brauchst Du keine spezielle, eine Nagelschere tut es genauso gut wie eine Haushaltsschere. Wenn Du Dir eine Schere kaufen möchtest, nimm‘ eine möglichst kleine, das ist praktischer, wenn Du Dein Strickzubehör für unterwegs mitnehmen möchtest.
  • Ein Maßband – wenn Du Dir eins kaufst, dann am besten gleich eins, wo auf der einen Seite cm und auf der anderen inch (Zoll) sind, denn es wird irgendwann der Tag kommen, an dem Du nach einer amerikanischen Anleitung stricken willst und die haben ganz oft nur inch-Angaben. Du kannst zwar auch problemlos inch in cm umrechnen, aber die Mühe kannst Du Dir dann sparen. Und mit so einem Maßband kann man auch schnell mal gucken, wieviel cm denn eigentlich 17,25″ sind.
  • Ein Zählrahmen für die Maschenprobe – damit kannst Du die Maschen und Reihen viel leichter und genauer zählen als mit einem Maßband

  • Eine Häkelnadel, um fallengelassene Maschen wieder hochzuholen oder Maschen aufzunehmen (z.B. für einen Kragen). Ideal ist eine in Stärke 2 für dünne Garne und eine in Stärke 4 für dicke Garne. Welche Du da nimmst, ist ziemlich egal, es darf ruhig die billigste sein, die Du findest. Ich benutze seit etliche Jahren so eine.
  • Sobald Du mehrere Stricknadeln in verschiedenen Stärken hast, ein Nadelmaß, damit Du weiß, welche Nadelstärke Deine Nadeln haben. Ja, ich weiß, Du tust sie natürlich immer gleich wieder in die entsprechende Tüte – aber irgendwann kommt der Tag, wo Du das nicht machst und plötzlich nicht mehr weiß, ob das jetzt die 4er oder die 4,5er ist… 😎
  • Papier und Stift – für Notizen und Strichlisten zum Reihen zählen. Wenn Du Strichlisten doof findest, gibt es verschiedenste Arten von Reihenzählern und sogar Reihenzähler-Apps.
  • Ein paar Sicherheitsnadeln in verschiedenen Größen – um Stellen im Gestrick zu markieren oder wenn Du mal ein paar Maschen stillegen musst. Zum markieren kannst Du übrigens auch Büroklammern nehmen, Dir einfach eine Schlaufe aus einem Stück Faden knoten, Dir Maschenmarkierer selber basteln undundund… guck mal hier in den Kommentaren, da sind jede Menge Ideen.
  • Wenn Du mehr Maschen stillegen musst, als auf eine Sicherheitsnadel passen, ist ein Maschenraffer sehr praktisch. Zur Not tut es aber auch eine andere Stricknadel in der gleichen oder einer kleineren Stärke. Du kannst die Maschen auch mit der Sticknadel auf ein Stückchen Garn fädeln, aber es ist dann relativ fummelig, die Maschen später wieder auf die Stricknadel zu nehmen.
  • Wenn Du später Zopfmuster stricken möchtest, braucht Du eine Zopfmusternadel (eine dünne reicht – die geht auch für dickes Garn). Man kann aber auch ohne Hilfsnadel verzopfen, da musst Du ausprobieren, was Du einfacher findest.
  • Ein Grundlagenbuch – muß nicht gleich zu Anfang sein, aber wenn Du Dir relativ sicher bist, daß Stricken Dein Hobby werden wird, dann gehört so ein Buch in jeden Strickerhaushalt. Klar, man kann auch alles im Internet nachgucken, aber so ein Buch ist stromunabhängig, immer schnell zur Hand und beim Durchblättern findet man auch oft interessante Dinge, die man im Internet vielleicht nie entdeckt hätte.

Und das war’s auch schon – bis auf die Wolle kostet die absolut notwendige Erstausstattung weniger als 30 €. Natürlich gibt es noch jede Menge anderen nützlichen oder weniger nützlichen Schnickschnack auf dem Markt, aber wirklich brauchen tust Du davon erstmal nichts. Da kannst Du im Laufe Deines Strickerlebens dann immer noch gucken, was Du hilfreich und praktisch findest.

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23 comments for “Am Anfang war das Garn…

  1. 8. Oktober 2013 at 18:14

    Super Artikel, liebe Tina. Einer zum Weiterverlinken, denn absolut blutige Anfänger finden sich unter Deinen Stammlesern sicher nicht soooo häufig. Da ist eigentlich alles gesagt, was es zum Einstieg ins stricken zu sagen gibt. Danke! ♥

    • Tina Hees
      8. Oktober 2013 at 18:20

      So habe ich mir das gedacht – oder wenn ein Anfänger sich hierher googelt.

  2. Nell
    8. Oktober 2013 at 18:49

    Sehr gut geschrieben! Vor allem gefällt mir, daß man als Anfänger ein Projekt nehmen sollte, das man wirklich haben möchte und nicht irgendeinen Schal, nur weil es überall heisst, daß man mit einem Schal anfangen *muß*!

  3. Andrea
    8. Oktober 2013 at 18:55

    Super Artikel! Du hast an alles gedacht.
    An manchen Stellen musste ich lachen, weil viele Sachen für uns „Profis“ so selbstverständlich sind, aber ein Anfänger das wirklich nicht weiß.
    Wäre jetzt interessant, wie viele Menschen Du für „uns“ gewinnen kannst.
    Lg,
    Andrea

  4. Waltraud
    8. Oktober 2013 at 19:22

    Sehr schön.

  5. Maria
    8. Oktober 2013 at 19:50

    Liebe Tina,

    leider etwas mehr als ein Jahr zu spät. Gleich bei der Eingangsbehauptung mit dem Schal fühlte ich mich ertappt. Habe seitdem Start im August 2012 sagenhafte drei Schals mit dickem Garn in krausrechts, zwei Babysöckchen (Söckchen, nicht Paare! ;)) in unterschiedlichen Größen und einen Pullunder fabriziert, wobei letzterer eigentlich ein neckisches Shirt werden sollte. Das sitzt aber leider gar nicht, sondern wie ein Sack. Wie sollte es auch anders, so ganz ohne Abnahmen. Außerdem hab ich an prominenten Stellen zwei Fehler ins ansonsten gleichmäßige Gestrick eingebaut, so dass der Perfektionist in mir sich so oder so weigern würde. In Anbetracht dieses Outputs muss ich mich leider auch noch zu den blutigen, hier angesprochenen Anfängern zählen (aber in meinen Träumen bin ich natürlich schon viel weiter! :D)

    Damals wie heute ist für mich das größte Problem die Sache mit dem Garn. Damals wusste ich nicht, dass man auch anderes Garn nehmen kann, solange man das mittels der Maschenprobe an die Anleitung anpasst und das es eigentlich auch ganz einfach ist, das Garn zu tauschen. Ich brauche einfach jemanden der mir das passende Garn raussucht, sonst wird das nix. Ich suche mich sonst tot.

    Danke für deinen heutigen Beitrag, ich werde sicherlich auch noch sehr großen Nutzen daraus ziehen können.

    LG Maria

  6. 8. Oktober 2013 at 20:01

    Das ist ja nett! Ich fange jetzt gleich zum stricken an! (Wenn ich nicht schon 25 Jahre stricken würde)
    Gut finde ich, dass du Sockenstricken eher nicht für Anfänger empfiehlst. Ich bin da ganz deiner Meinung, das ist zuviel Fummelkram und Fersen stricken gehört ja auch nicht gerade zu den einfachsten Dingen. Ich habe das immer komisch gefunden, es für Anfänger zu empfehlen.
    Einen einfachen Pulli finde ich auch gerade richtig:)
    Ich war ja bei meinen Erstprojekt ja komplett mutig unterwegs und habe geradewegs einen Intarsienpulli genadelt. Damals hat mir aber auch keiner gesagt, dass sowas eher schwierig ist haha den gibst heute noch 😉

    LG Bettina

  7. Ruth/Berophar
    8. Oktober 2013 at 21:20

    Hi Tina,

    könntest Du verraten, aus welcher Verena das Bild mit dem grünen Pulli ist? Ich hatte mir den mit einem Klebezettelchen markiert, weil ich den so schön fand, aber es ist nicht so ganz leicht, aus einem Meter Verena das richtige Zettelchen zu finden… Da ich immer gleich nach dem Kauf der Verena „verzettele“, war er damals auch noch nicht bei ravelry.

    Liebe Grüße
    Ruth/Berophar

  8. Mona NicLeoid
    9. Oktober 2013 at 08:24

    Kann ich fast alles so befürworten und handhabe es in meinen Anfängerkursen ähnlich. Bis auf die Sache mit dem Originalgarn, das halte ich aus zwei Gründen für verkehrt:

    Erstens ist nicht jedes Garn überall erhältlich, bzw. man kommt schneller an eine Anleitung mit schlecht verfügbarem Garn als andersherum. Die Anleitungen der großen Garnhersteller sind platt gesagt meistens hässlicher Murks. Sucht man sich beispielsweise eine Pullover-Grundanleitung irgendwo im Netz, ist vielleicht ein amerikanisches Garn oder auch gar keins angegeben.

    Zweitens sind die gängigen Wollgarne sowieso bei fast jeder Firma sehr ähnlich, da ist es egal, ob ich eine Merinowolle von Lana Grossa, von Filatura di Crosa oder von Rosy Green Wool nehme, um mal die Palette von Großkonzern über Mittelstand bis Öko-Kleinbetrieb abzudecken.

    Drittens nämlich finde ich es wichtig, schon gleich von Anfang an darauf aufmerksam zu machen, dass der Materialkauf auch eine ganz bewusste Entscheidung sein kann. Viele Leute fangen an zu stricken, weil es irgendwie „öko“ und „alternativ“ ist – was aber hinfällig ist, wenn man Material benutzt, das unter den gleichen umweltschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen hergestellt wird wie normale Kleidung.

    Zu guter letzt – jede Firma hat eine andere Farbpalette, also sollte man dort kaufen, wo man seine Lieblingsfarbe findet 🙂

    • andrea
      10. Oktober 2013 at 15:13

      vielen dank für den tipp mit Rosie green wool. kannte ich noch nicht . gibt es noch andere kleine unterstützenswerte wollhersteller? und sogar mit bio wolle!!! find ich klasse.ich liebe wolle, die noch nach wolle riecht und sich auch so anfasst. die ganzen effektgarne sind nicht mein ding. mein derzeitiger favorit ist die 4ply de luxe von shilasdair. ein tolles garn.
      liebe wollige grüße von andrea

  9. Cristina
    9. Oktober 2013 at 09:31

    Hallo!
    Ich bin aus Spanien und lebe auch dort. Ich stricke seit zwei Jahre und ich habe mit die Hilfe ein deutsches Buches alleine gelernt. Mein größte Fehler am Anfang war Garn und Strickmuster separat zu wählen… Meine ersten Projekten waren viel zu groß und viel zu locker gestrickt. Ich war allein und frustriert. Vier zu groß Monsterpullis hintereinander habe ich gestrickt. Allerdings immer mit naturgarnen, da ich Poly und synthetisches Zeug hasse. Deutlich besser wurde als ich eine Firma gesucht habe das gute Garne und gleichzeitig tolle Schnittmuster hat. Passender Garn für das passender Strickmuster, dazu die korrekter strickfestichkeit und plötzlich klappt alles wunderbar. Seit dann stricke ich Kim Hargreaves Designs mit Rowan Garne. Jeder Designer hat außerdem eine bestimmte bevorzüge und Stil die Anleitung zu schreiben, wenn man am Anfang mehrere Sachen von der gleiche Designer strickt hat man weniger Probleme die Anleitungen zu verstehen. Mit mehr Erfahrung werde ich bestimmt vieles mehr stricken und Garne und Strickmuster freier kombinieren. Im Moment ist meine Vorgehensweise für mich eine Erfolgsgarantie.

    Grüße aus Barcelona

    Cristina

  10. 9. Oktober 2013 at 11:19

    Vielen Dank für die supergute Empfehlung. Da ist alles gut zusammengefasst was wichtig ist und noch dazu unterhaltsam 😀 geschrieben, Ich merke mir das, fürs verlinken, denn besser kann ich das nicht formulieren.

    Lg Anne

  11. 9. Oktober 2013 at 11:43

    Liebe Tina,
    ich mag Deine Art zu schreiben sehr, wie logisch alles aufgebaut ist und wie verständlich geschildert. Da bekommt man richtig Lust zu stricken! Wenn ich etwas selbst entwerfe, verwende ich übrigens immer Deinen Workshop, den Du mal veröffentlicht hast! Unglaublich hilfreich immer wieder!
    Liebe Grüße!
    Anke

  12. Waltraud
    9. Oktober 2013 at 12:13

    In der 2.Lektion sollte man Maria etwas über die Lauflängenangaben auf den Wollknäuel erzählen, die den Garnkauf für bestimmte Projekte erleichtern 😉

  13. Anita
    9. Oktober 2013 at 14:22

    Hallo Tina!

    Ein sehr nützlicher Beitrag. Ich wollte ich hätte Dich damals als Handarbeitslehrerin gehabt, da warst Du aber noch im Kindergarten.
    Wir hatten in der Schule als Erstlingswerk einen sog. Waschhandschuh aus Topflappengarn gestrickt, unglaublich hässlich. Zuerst kamen rechte Maschen, d. h. ein Stück kraus rechts, dann die linken und damit glatt rechts. Dann wurde das Ganze irgendwie zur Runde geschlossen und es ging im Kästchenmuster, 2 re. 2 li., weiter. Zum Schluss wurden die restlichen Seiten zusammengenäht.
    Trotz der Sparwut meiner Mutter ist das Ding in der Versenkung verschwunden, das sagt alles.

    Liebe Grüße
    Anita

  14. Amanda
    9. Oktober 2013 at 14:39

    Sehr nett geschrieben, das macht hoffentlich vielen potentiell interessierten Handarbeiter/innen Appetit auf Stricken!

    Wie andere Kommentatorinnen mußte ich auch schmunzeln, als ich an meine ersten Strickerfahrungen dachte. Mein erstes Projekt war ein Raglan-Ringelpulli aus der Neuen Mode aus Mischgarn mit 3er Nadeln. Ich war voll motiviert und nach knapp 2 Wochen fertig. Beim Zusammennähen hat mir noch meine Mutter geholfen, weil ich das noch nie gemacht hatte und die Streifen sauber aufeinandertreffen solten. Ich habe das Teil heiß und innig geliebt und jahrelang begeistert getragen. Erst nach mehreren Pullis und Westen kam ich auf die Idee, auch mal einen Schal zu stricken. 😉

    Noch eine Anmerkung zur Liste dessen, was man anfangs unbedingt braucht: Die meisten genannten Sachen (Schere, Stopfnadel, Sicherheitsnadeln…) sollten in fast jedem Haushalt ohnehin vorhanden sein. Einen Zählrahmen hatten wir damals auch nicht, mit einem Lineal ließ sich die Maschenprobe aber gut ausmessen (besser als mit Maßband).

    Muß doch gleich mal kucken, ob ich mein Erstlingswerk noch irgendwo habe… :))

    Cheers,
    Amanda

    P.S.: Hatte gestern dauernd Timeout, so schnell konnte ich den Kommentar noch nicht einmal mit copy & paste einfügen! Da gab es hinter den Kulissen bestimmt irgendwelchen technischen Streß…

  15. Monilisanne
    9. Oktober 2013 at 15:14

    Super Artikel, der bringt garantiert jeden Anfänger dazu am Ball zu bleiben und nicht die Freude zu verlieren. Toll geschrieben und erklärt!
    LG
    Monilisanne

  16. Klara
    9. Oktober 2013 at 15:35

    Wir haben ja noch in der Schule gestrickt. Es war in der dritten Klasse. Das erste Projekt war ein Clown, und der hatte (Achtung!): eine schwarz-weiß karierte Hose an! Also haben wir tatsächlich Fair-Isle-Technik angewendet! Aber bitte schön im Flachstrick…Wahnsinn. Dazu noch das schlimmste an Garn, natürlich Acryl.
    Ich weiß noch, das es schlimm war. Aber das Ergebnisse war sehr gut. Unsere Mutter war gruselig, die hat uns das immer aufgeribbelt, und keine Geduld mit uns gehabt. Außerdem strickt sie extrem hart, und unsere labbrige Kinderstrickerei war natürlich nicht akzeptabel…

    Unsere Tochter strickt wie eine Elfe. Völlig entspannt, das schöne (und teure) Garn entfaltet absolut seine Wirkung! So soll es sein.

    Ich finde es sehr schön, das Du eine so ausführliche Einleitung für Anfänger geschrieben hast. Viele die schon recht weit sind in ihrem Können, und auch ein gewisses Mass an Bekanntheit haben, werden recht schnell abweisend kurz angebunden, wenn es darum geht, soetwas profanes wie ein Bündchenmuster „noch erklären zu müssen“. Ich finde das unschön, ja sogar schäbig! Denn auch wir sind irgendwann mal dagesessen, und haben mit schwitzenden Händen, und quietschendem Polygarn irgendwas produziert, und waren völlig k.o. nach der ersten Dreiviertel Stunde. stimmt’s?

  17. Klara
    9. Oktober 2013 at 15:44

    Ach ja,…

    Der erste Pulli war dann gleich in der siebten an der Mädchenschule, mit einem Drachen als Handarbeitslehrerin. Natürlich bewies auch hier meine Mutter ihren unglaublichen Instinkt für die schlechtestmögliche Auswahl eines Garnes: 100% Baumwolle! Stumpf, Matt, hart, zu dick, unelastisch  – mit einem Wort: schrecklich. Dieser Pullover war so dicht, ich glaube ich hätte es nicht gemerkt, wenn ich eine Dartscheibe hätte darstellen müssen!
    Nach diesem Alptraum an Erfahrung habe ich viele viele Jahre nicht mehr gestrickt, was mir heute wirklich leid tut. Denn mit diesen vielen Jahren dazu wäre ich der „10.000-Stunden-Regel-bis-zum-Meister“ viel viel näher :))

    Dafür freuen sich die Kinder über die vielen Pullis und Cardigans. Aber ich muss auch sagen, das ich daran erst so richtig Freude habe, seit ich mit englischsprachigen Anleitungen arbeite. Und natürlich mit denen vom Garnstudio.
    Die schlimmste Anleitung war mal eine von Stefanie von der Linde, da ging leider nix bei mir, schade.

  18. 9. Oktober 2013 at 18:17

    Toller Artikel. Das mit dem Schal ist ein guter Tipp. Ich hab damals mit einem gestreiften Pulli aus der Brigitte angefangen. Und hätte ihn ohne meine Oma wohl nie fertig gemacht.

  19. 9. Oktober 2013 at 23:04

    Hallo!

    Wirklich ein toller Post. Der hätte mir sicher auch gut geholfen… Jetzt bin ich zwar kein blutiger Anfänger mehr, aber das sah vor knapp 2 Jahren noch anders aus. Da waren Stricknadeln noch „der Feind“ und ich hab nur die Häkelnadel erfolgreich geschwungen.

    Mein erstes Projekt war tatsächlich ein Schal… Das war aber sooo langweilig, da hab ich es mit Socken probiert und es hat geklappt. Das war auch weniger langweilig, wenn auch tatsächlich fummelig. Dadurch hatte ich aber die Fadenspannung und Technik raus, wie ich es schaffe gleichmäßig zu stricken.

    Ich bin zwar auch ein Fan von dicker Wolle und dicken Nadel und hab daraus auch schon einiges gezaubert, aber ich bin wirklich froh, dass ich damit nicht angefangen habe. Bei so dicken Nadeln ist doch alles ein bisschen unhandlich, das wäre vor zwei Jahren einfach nur schief gegangen.

    Mittlerweile habe ich mir schon Pullover, Handschuhe, Mützen, Jacken und Schals gestrickt und kann nicht mehr aufhören. An Wollgeschäften komm ich nicht mehr vorbei, selbst im Urlaub halte ich Ausschau! Ganz klare Woll-Strick-Sucht…

    Trotz Sucht und kleinerem Geldbeutel nehme ich auch kein billiges Garn. Ich hasse Plastikgarn, pfui! Es gibt viele Schnäppchen (kann man auch auf Vorraut kaufen) oder man gönnt sich eben doch mal was. So mach ich das eigentlich immer, dadurch hab ich auch wirklich Spaß an meinen Sachen, denn sie fühlen sich gut an, tragen sich super und bleiben in Form.

    An der Stelle auch noch ein Lob an deinen Blog, hier hab ich schon den ein oder anderen Tipp mitgenommen und einige Anfängerfehler vermieden oder eine Lösung gefunden. 🙂

    Ich strick dann mal weiter meine Socke!

    Liebe Grüße
    Marekita

  20. Sabrina
    3. November 2013 at 09:59

    Super, dieser Post!
    Ich bin blutige Anfängerin; obwohl eigentlich nicht mal das, weil ich noch gar nicht angefangen habe 🙂

    Vor ein paar Jahren habe ich zwar mal einen Schal gestrickt, der auch recht gut gelungen ist, aber leider nicht schön fällt. Eher wie ein Brett. Gestrickt habe ich ihn mit „normalen“ Nadeln, also ohne Schnur dazwischen 🙂

    Mir würde sich jetzt noch die Frage stellen, wo ich anfängertaugliche Anleitungen finde – eher in einem Buch, oder in aktuellen Zeitschriften oder taugt dafür besser das Internet (ravelry)? Oder wirklich einfach „glatt rechts Anleitungen“ bei Google eingeben?

    Vielen Dank, dass du dir die Zeit für diesen Post genommen hast!!

    Liebe Grüße aus dem Siegerland
    Sabrina

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