Du strickst aber komisch!

Das bekomme ich oft zu hören, wenn jemand mich zum ersten Mal stricken sieht.

Ich hab‘ ja nie stricken in der Schule gehabt und meine Mutter ist zu früh gestorben, um es mir beizubringen. Dann habe ich 1985 eine Ausbildung in einem Textilgroßhandel angefangen (die war zwar nach 3 Monaten wieder beendet, aber das ist eine andere Geschichte…). Dort gab es Wolle. Viel Wolle. Aber leider wenig zu tun für die Azubis. Also wurde uns fast täglich aufgetragen, „Inventur“ zu machen. Sprich, Wolle zu zählen. Irgendwann hab‘ ich mir dann gedacht, aus dieser schönen Wolle musst Du was machen. Stricken lernen. Also hab‘ ich mir Wolle und Nadeln gekauft, ein Stricklehrbuch aus der Bücherei geholt und losgelegt. Bloß, das mit dem Faden über dem Zeigefinger, das habe ich nicht hingekriegt. Der flutschte immer wieder weg, wenn ich ihn mit der rechten Nadel durchholen wollte. Hängt vielleicht auch damit zusammen, daß ich Linkshänder bin. Stricken für Linkshänder wollte ich aber nicht lernen, weil ich mir gedacht habe, daß mir dann ja später kein Mensch bei Problemen helfen könnte. So habe ich also den Faden mit den Fingern gepackt und über die rechte Nadel „geschmissen“. Das klappte prima. Und so stricke ich bis heute noch. Sieht komisch aus, geht aber prima. Eigentlich machen es die Briten und Amerikaner ja genauso, bloß mit der rechten Hand.

Wer gucken möchte, wie das „live“ aussieht (ist leider nicht so ganz scharf, aber erkennbar):

 

8 comments for “Du strickst aber komisch!

  1. 11. Juli 2007 at 11:39

    Hallo Tina,

    wenn ich Dir hier im Video zuschaue, wird mir schwindelig…

    Aber wenn es so auch funzt, warum nicht!

    Glücklicherweise lernte ich Stricken in der Schule und ich meine Mutter kann es auch. Die hatte eine supertolle Strickanleitung in ihrem Handarbeitsheft aus ihrer Schulzeit, nach der ich Socken stricken lernte, bis ich auf die Bumerangferse umgestiegen bin.

    Schöne Grüße ~ Mandala

  2. margit
    17. Januar 2008 at 10:50

    ich habe bei den Amerikanerinnen dieses Schmeißen bewundert und nun machst Du das auch? Ist ja toll wie Du es Dir gelernt hast. Auch ich habe mir das Stricken fast allein beigebracht. Rechte und linke Maschen habe ich im handarbeitsunterricht in der 4.Klasse gelernt. Dann gab es keinen Handarbeitsunterricht mehr. Meine Mutter konnte etwas stricken, hat es mir aber nicht gelernt. Meinen ersten Pullover habe ich nur rechts gestrickt, habe aber nicht genug zugenommen. Meine Mutter hat sich dann darüber köstlich amüsiert……also Du siehst, daß mit meiner Mutter steht auch auf einem anderen Blatt!!!!!!! Ich habe aber alles noch einmal aufgemacht, wieder neu gestrickt. Es war dann über viele Jahre mein Lieblingspullover und etliche Kolleginnen haben mich bewundert. Und dann gab es kaum Wolle zu kaufen. Immer wenn ich dann dazu kam und es gab Wolle, dann habe ich gekauft. Sicher hatte ich damals einen Stash….gruß margit

  3. 21. Oktober 2008 at 00:10

    COOL!!!

    Danke für das Video :mrgreen: ich find’s echt irre, ich könnte das nie und nimmer bzw. nur im Schneckentempo 😆 oder ich müsste mich so auf den rüber zu schmeißenden Faden konzentieren, dass ich die Nadel nicht mehr festhalten könnte :mrgreen: (das wäre dann so in etwa wie beim Reiten, das hab ich mit knapp über 40 J. gelernt, da konnte ich nicht mehr lenken, wenn ich traben sollte 😯 )
    Gott sei Dank hab ich das Autofahren schon vor 25 Jahren gelernt :mrgreen:

    Sei lieb gegrüßt
    Andrea

  4. Bonsai
    28. August 2010 at 23:12

    Hallo Tina,

    Ich habe hier zwar kein Video gefunden aber egal, ich weiß genau
    wie Du das meinst.
    Genau so habe ich von meinem blinden !!! Opa das Stricken erlernt.
    Ich habe auch die rechten Maschen so gestrickt.
    Als Erwachsene habe ich mir dann das „richtige“ Stricken selbst beigebracht,
    weil es schneller und auch gleichmässiger geht.

    Lieben Gruss
    Bonsai (Helena)

  5. Renate
    1. April 2014 at 16:13

    Ich finde deine Stricktechnik überhaupt nicht komisch….denn ich kenne diese „Technik“ von meiner Mutter. Woher sie es gelernt hat, bleibt im Dunkeln…..ich habe es jedenfalls in der Schule gelernt (im Jahr 1952 – 1954) und bei mir läuft der Faden über den Finge (danke an meine supernette Handarbeitslehrerin). Durch deine besondere Stricktechnik ist dein Maschenbild immer so schön gleichmässig (seufz…..meins nicht)….
    Trotzdem…..weiter so…..liebe Grüße Renate

  6. Crusadora
    28. August 2014 at 13:12

    Hallo!
    Ich finde das sher interessant! Meine Mutter hat mir zwar früher beim Häkeln schon gezeigt, wie der Faden durch die Finger und um den Zeigefinger läuft, so dass ich mir das angeeignet habe.
    Aber als ich dann im letzten Jahr wie angefangen habe zu stricken, habe ich mir auch einiges seltsames angeeignet. Zuvor hatte ich nur rechts gestrickt… also dachte ich mir: Links stricken müsste doch eigentlich genauso nur andersherum sein. Was ich dabei nicht gemerkt hatte, war dass ich versehentlich links verschränkt gestrickt habe. Als ich das gemerkt habe, wusste ich auch, warum meine Bündchen immer so eng waren 😉 *lach*
    Als ich dann umgelernt habe, fiel es mir ganz schwer den Faden so zu halten, dass die Maschen beim Durchziehen nicht von der Nadel rutscht. Dieses Drehen der linken Hand finde ich sehnscheidenentzündungsverdächtig und sehr umständlich. Daher benutze ich jetzt immer meinen linken Daumen und schiebe mit ihm den gespannten Faden nach vorne. Durch diese Technik sind auch meine rechten und linken Maschen sehr schön gleichmäßig.

    Fazit: Jeder soll die Methode wählen, die am besten zu einem passt!

    Lieben Gruß! 🙂

  7. cinderella43
    6. April 2015 at 23:35

    Ich finde das gar nicht komisch, denn genau so stricke ich, nur eben als Rechtshänder. Ich habe es als 5-jährige so von meiner Mutter gelernt, die mit der Methode eine wahre Meisterin war. Als Kind habe ich oft mit meinen Stricknadeln auf der Bank in der Küche gesessen und meine Mutter hat immer nur gesagt „einstechen, umschlagen, durchziehen, ablassen, einstechen …“ Ich mache das mittlerweile sogar blind beim fernsehen, sogar Muster oder mit mehreren Farben auf der Nadel. Trotzdem stricke ich schnell und gleichmäßig. Das was andere „normal“ nennen werde ich nie so schnell beherrschen. Ist aber auch egal nach welcher Methode man strickt. Hauptsache es macht Spaß und letzten Endes zählt doch nur das Ergebnis.

  8. anne
    31. Dezember 2015 at 20:50

    Ich „schmeiße“ auch und werde auch immer wieder darauf angesprochen – „Ach macht es Ihnen was aus, das mal ganz langsam zu machen, das habe ich noch nie gesehen?“, und dann mach ich das gaaaanz langsam und lasse mir im Gegenzug erklären, wie die anderen das immer machen 🙂
    Als ob ich das nicht wüsste 🙂
    Ich habe diese Stricktechnik aus England und fahre sehr gut damit. Das Maschenbild ist überaus klar und gleichmäßig.
    Schmeißegrüße von Anne

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