Garn der Woche: Frankengarn Lama-Sockenwolle

Wie versprochen hier nun ein Testbericht zur Lama-Sockenwolle von Frankengarn.

Ich habe mir zum Ausprobieren das Naturgrau bestellt und die Farbe ist sehr schön, ganz leicht meliert und dadurch sehr lebendig:

lamasockenwolle

Die Lama-Sockenwolle besteht aus 60% Lama und 40% süddeutscher Merino, ist 3-fädig verzwirnt und hat eine Lauflänge von 150m auf 50g. Da aber Lama -genau wie Alpaka- ein deutlich höheres Eigengewicht als z.B. Schafwolle hat, hat das Garn trotz der geringeren Lauflänge nur die Stärke von 4-fach Sockenwolle.

Die Maschenprobenangabe auf der Banderole ist meiner Meinung nach fernab jeglicher Realität. Angegeben sind 24 M und 32 R bei einer Nadelstärke von 2,5 – 3 mm. Das wäre mir schon für Kleidung viel zu locker, aber das ist ja Geschmackssache.

Für Socken allerdings ist es ein Witz. Wenn ich Socken derart locker stricke, kann ich sie nach 5 Minuten Tragezeit locker vom Fuß schütteln. Ernsthaft, ich hab‘ solche Socken. Das ist zwar gut, wenn man sehr faul ist, denn dann braucht man sich nicht zu bücken, um die Socken auszuziehen :mrgreen:, sollte aber eigentlich nicht passieren. Außerdem scheuern locker gestrickte Socken auch schneller durch.

Mein Probeläppchen habe ich im unteren Teil mit 3er Nadeln verstrickt und komme auf 29 M/10 cm. Für ein Oberteil ist diese Strickfestigkeit auch völlig okay. Viel lockerer würde ich es aber auch nicht haben wollen. Für Socken finde ich das aber zu locker und labberig. Deswegen habe ich im oberen Teil 2,5er Nadeln benutzt – das ergibt dann 32 M auf 10 cm und eine ideale Maschendichte für Socken.

Verstricken läßt sich das Garn ganz normal – da gibt es weder etwas besonders positives noch etwas negatives zu vermerken.

Das Maschenbild ist durch die Lama-Härchen etwas diffus:

IMG_2008

Veränderungen durch das Waschen gab es übrigens nicht – die MaPro ist gleich geblieben, weicher ist es auch nicht geworden, allenfalls noch einen kleinen Tick haariger.

In der Nahaufnahme zeigt sich dann, warum ich das Garn leider überhaupt nicht mag. Es ist nämlich genauso haarig wie Standard-Alpaka (also kein Baby-Alpaka) und durch die vielen herausstehenden Härchen piekst es mich wie Hölle. Verstrickt ist das Gepiekse noch viel schlimmer als im Knäuel – das könnte ich niemals auf der bloßen Haut tragen, nicht einmal an den unempfindlicheren Unterarmen. Selbst durch den dünnen Stoff meiner Schlafanzughose merke ich das Pieksen noch, d.h. ein Oberteil könnte ich nicht mal mit einem T-Shirt drunter anziehen.

Schade eigentlich, denn wie man an diesem Projekt sieht, ist es rein optisch ein tolles Garn für Oberteile. Aber auch diese Strickerin schreibt, daß das Garn doch reichlich kratzig ist.

IMG_2009

An den Füßen allerdings ist das Garn völlig okay, da merke ich nichts von dem Gepiekse. Für Socken stelle ich mir das Garn auch sehr schön warm vor. Ob Socken daraus genauso haltbar sind wie welche mit Kunstfaseranteil, kann ich allerdings nicht sagen. Vielleicht hat ja jemand von Euch da Erfahrungswerte?

Ich habe noch 35g übrig, falls die jemand zum Testen haben möchte, bitte melden. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst 😀 (schon weg)

13 comments for “Garn der Woche: Frankengarn Lama-Sockenwolle

  1. Waltraud
    20. Juni 2014 at 19:56

    Nein, ich möchte den Rest nicht zum Teststricken. Ich sehe schon am Foto die Bescherung. Solch haarges Garn mag keiner in meiner Familie.
    Nach einer unangenehmen Erfahrung in den 90ern habe ich Alpaka nicht mehr verstrickt, bis ich vor ein paar Wochen das Babyalpakagarn von fairAlpaka kennenlernte. Jetzt besitze ich einen sehr schönen, weichen sehr leichten Alpakapullover und freue mich auf kühle Herbsttage 😉

  2. Simone
    20. Juni 2014 at 20:05

    Dann bin ich mal gespannt. Ich habe nach deinem Bericht einen großen Sack Merinofaser zum Spinnen und ein Knäuel der Merinowolle bestellt. Hoffentlich piekst das so eine Mimose wie mich nicht, das Lama-Garn lasse ich wohl lieber gleich aus.

  3. Jeannine
    20. Juni 2014 at 20:32

    Hallo
    Falls du ins Ausland versendest,wäre ich an dem Wollrest interessiert
    Vielen Dank im voraus
    Liebe Grüsse
    Jeannine

    • Tina Hees
      20. Juni 2014 at 20:40

      Kein Problem – dann ist der Rest für Dich reserviert.

  4. 20. Juni 2014 at 20:32

    Ich würde die 35 gramm nehmen u sogar Teststricken. Denn ich stricke recht häufig Socken. Gleichzeitig würde ich dann wissen ob ich das Garn für ein Oberteil nehmen würde. Ich bin nämlich gar nicht so empfindlich, aber ich habe auch noch kein haariges Lama getragen. LG bjmonitas

    • Tina Hees
      20. Juni 2014 at 20:40

      Eine Millisekunde zu spät…
      Die Mail von Jeannine kam ein winziges bisschen früher an.
      Aber ich könnte Dir sonst meine MaPro zum fühlen schicken.
      Wenn Du willst, kann Du die ja auch aufribbeln.

  5. blighiasapida
    20. Juni 2014 at 20:39

    Für eine Patchworkdecke würde ich gern dieses Garn testen.
    Am Mittwoch kommender Woche bin ich für einen Tag in Tallinn, hoffentlich finde ich Publikationen bezüglich Strickmuster aus dieser Region, weitere schöne Muster ala Claire Hallik.
    Werde berichten.

  6. Mona NicLeoid
    20. Juni 2014 at 22:52

    Mich stören diese Alpaka- und Lama-Haare überhaupt nicht, und ich ziehe solche Sachen auch problemlos auf nackter Haut an. Ist also alles eine sehr persönliche Sache, und man sollte es immer selber testen, bevor man sich von anderer Leute Meinungen abschrecken lässt 🙂

  7. 20. Juni 2014 at 23:11

    Hallo Tina,

    auf diese Rezension habe ich ja gewartet :-).

    Auch wenn Deine Meinung nicht so positiv ausfällt, werde ich mir die Sockenwolle dennoch bestellen. Mich stören die Häarchen auch nicht im geringsten.

    Und da wo Sockenwolle drauf steht, darf auch Sockenwolle drin sein. Ich sehe nicht die unbedingte Notwendigkeit aus Sockenwolle auch Oberteile zu stricken, auch wenn ich das selber schon getan habe.

    Danke für Deine Mühen und noch ein schönes Wochenende
    Angie

  8. Daniela
    21. Juni 2014 at 00:59

    Daß das Garn piekst, habe ich schon am Foto gesehen, deine Beschreibung dann hat mir regelrechte Gänsehaut verursacht …

    Socken aus diesem Garn könnte ich schon gar nicht leiden, denn an den Füßen bin ich noch empfidlicher als am übrigen Körper. Ich brauche für Socken immer Sockengarn aus BW-Wolle-Mischung.

  9. Michaela
    21. Juni 2014 at 10:47

    Ein Oberteil würde ich mir aus dem Garn auch nicht stricken. Ich bin zwar recht unempfindlich,was Wolle betrifft,aber Alpaka geht bei mir gar nicht. Socken würde ich aus dem Garn aber auch nicht stricken,weil ich mir vorstellen kann,dass die Socken ohne Poly oder Nylon schnell Löcher bekommen.

  10. Carolin
    21. Juni 2014 at 14:54

    Da du auch immer recht analytisch zu sein scheinst, nehme ich mir mal das Recht heraus, dich zu korrigieren und die Wolle unbekannterweise in Schutz zu nehmen.

    Die Gertrudenlinde schreibt: „It is a bit scratchy to wear – but it’s just the right amount of scratchiness. I can wear it on bare arms without problems.“

    Da steht nichts von reichlich kratzig, sondern eher, dass das Kratzen erträglich ist und sie es sogar an den nackten Armen ohne Probleme tragen kann.

    Aber da mich auch Alpaca und sogar teilweise Baby Alpaca kratzt, werde ich davon absehen, das Garn zu kaufen. Schade.. Und danke fürs Testen!! 🙂

  11. 24. Juni 2014 at 12:19

    Liebe Tina,
    danke für den Testbericht! Was ich nicht wusste, dass Lama auch solche Härchen hat wie Alpaca. Auf der Haut stört mich das nicht, aber man kann kaum schöne Muster stricken, weil die unter den Härchen verschwinden. Und für Socken finde ich die Wolle viel zu schade. Also rückt sie auf meiner Woll-Wunschliste erst mal nach ganz weit hinten.
    LG Anke

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