Neues Projekt: Hitch Pullover

Auf den Hitch Pullover aus der neuen IWK war ich so heiss, daß ich nicht die Abo-Lieferung abgewartet habe, sondern vorab die digitale Version gekauft habe.

Da ich zufälligerweise vor kurzem das perfekte Garn dafür erworben habe, nämlich die Yak von Lang Yarns in graunbraun (Fb. 39, eine wunderschöne „Unfarbe“), stand einem unverzüglichen Maschenanschlag nichts im Wege.

Allerdings muss ich wie üblich umrechnen, ich stricke mit 3,75er Nadeln und einer Mapro von 24 M, statt der vorgegebenen 5er Nadeln und 18 M. Das Originalgarn wäre eine Merino mit 83,5 m LL, das entspräche zwar ziemlich genau der Bingo von Lana Grossa, aber die ist mir viel zu dick und zu warm, die könnte ich niemals drinnen tragen, schon gar nicht in geheizten Räumen. Ich war ohnehin nie ein Frostködel, aber seitdem ich in den Wechseljahren bin, habe ich offenbar ein inneres Kraftwerk… (das Gute ist, daß ich enorm Heizkosten spare :-D)
Außerdem habe ich die Bingo schon mal so locker verstrickt, das Ergebnis hat mir gar nicht gefallen, viel zu labberig für meinen Geschmack.

Eigentlich wird der Pullover bis zu den Armausschnitten in Runden gestrickt, aber ich habe mich für Einzelteile entschieden.
Ich mag Nähte einfach lieber, flaches Gestrick lässt sich schneller ausmessen (mich nervt es, wenn ich das Gestrick zum Ausmessen jedes Mal auf eine lange Nadel nehmen muss) und außerdem stricke ich sehr gerne linke Maschen, die fallen bei glatt rechts in Runden ja nun völlig weg.
Und ich habe das Gefühl, daß das Gestrick schneller wächst – tut es in Wirklichkeit natürlich nicht, aber Einbildung ist ja auch ’ne Bildung 😉

Beim Original werden am Übergang vom Bündchen zum glatt rechts-Gestrick relativ viele M abgenommen, um den Unterschied in der Maschenprobe -immerhin 4 M auf 10 cm- auszugleichen. Das habe ich ignoriert, da die Yak weicher ist und sich nicht so stark zusammenzieht wie reine Merino, bei mir gibt es daher kaum einen Unterschied in der Mapro.

IMG_2074

Auch bei diesem Modell ist wieder einmal zu bemängeln, daß bei der Skalierung der Größen keine Rücksicht auf Proportionen genommen wird.
Der Pullover ist in der kleinsten Größe 56 cm lang, in der größten Größe 61 cm. Trotzdem ist das Bündchen immer gleich hoch, nämlich 2,5″. Auch die Länge bis zum Armausschnitt bleibt in allen Größen gleich.
Und bei den seitlichen Rippen werden immer 22 M genommen, egal ob der Umfang 91 cm oder 126 cm beträgt. Das heißt, in der kleinsten Größe nehmen die Rippen ungefähr ein Viertel des Gesamtumfangs ein, in der größten Größe aber weniger als ein Fünftel. Das wirkt optisch dann natürlich ganz anders.

hitch2

Gerade in den größeren Größen lässt ein proportional schmalerer Rippenpart den Pullover noch breiter wirken, als er dann ohnehin schon ist.
Wenn ich dicker bin, bin ich außerdem nicht nur breiter, sondern auch quasi „tiefer“, d.h. der seitliche Rippenteil muss mehr Maschen umfassen, damit er wie auf den Foto die gesamte Seite bedeckt und nicht nur wie ein schmaler Streifen wirkt.

Es wäre ein leichtes, hier die Proportionen anzupassen, also warum wird das nicht gemacht? Ist das nur Gleichgültigkeit seitens der Designer oder das schlichte Unvermögen logisch zu denken?

37 comments for “Neues Projekt: Hitch Pullover

  1. yakbaby
    9. August 2014 at 18:53

    Wenn das nicht Gedankenübertragung ist: in der Yak will ich diesen Pullover auch stricken 🙂
    Da gibt es so ein tolles geheathertes Dunkelrot, um das ich schon lange herumschleiche, absolute Trendfarbe diesen Herbst. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dieser Pullover in einer „natürlichen“ Farbe nicht besser rauskommt, werde also mal ein Knäul rot kaufen und das Muster probestricken.

    Sehr gespannt bin ich, wie der Kragen rauskommt. Bin mir nicht ganz sicher, ob das nicht „Kragen frisst Hals“ wird – aber das ist ja auch nach Fertigstellung noch problemlos zu ändern, wenns nicht gefällt. Mal sehen, was du sagst wenn deiner fertig ist …

    Und zum Problem der Proportionen, das du ansprichst: ich glaube mal, das ist den Designern viel zu viel Arbeit, das im Einzelnen anzupassen. Aber dafür stricken wir ja selber – nicht nur Hand- , auch Hirnarbeit 😉

    LG vom yakbaby

  2. Christin
    9. August 2014 at 18:55

    Hallo Tina
    Oh wie hübsch. Schlicht und trotzdem mit spannenden Details. Besonders gut gefällt mir die Kragen-/Ausschnittlösung.

    Schönes Wochenende und viel Spaß beim Stricken.
    Christin

  3. 9. August 2014 at 19:17

    Ein wunderschönes Modell hast du dir wieder ausgesucht!

    Das Argument mit den linken Maschen beim Rundstricken lässt mich gerade grübeln. Im Prinzip könntest du ja auch von der linken Seite stricken, dann hättest du quasi nur linke Maschen zu stricken. (Was natürlich deine anderen Argumente gegen das Rundstricken nicht außer Kraft setzt.)

    Viele Grüße
    Maria

  4. Sissi
    9. August 2014 at 19:18

    Hallo Tina!
    Also das mit den Proportionen ist mir auch erst geläufig, seit ich bei Dir lese – ist ja eigentlich logisch; was ich bisher noch nicht registriert habe, dass bei vielen Anleitungen dies nicht berücksichtigt wird; werde darauf in Zukunft vermehrt achten! Danke Dir und bin schon gespannt auf den fertigen Pulli – insbesondere auf den Kragen; der gefällt mir gut;
    lg Sissi

  5. nicole
    9. August 2014 at 19:31

    oooh……wie kannst du nur!!! wie kannst du nur so EINEN GEILEN PULLOVER ZEIGEN; WÄHREND ICH UFOS OHNE ENDE HABE!!!!!!
    AAAAAAARRRGGGGHHHH…
    jetzt MUSS ich mich selbst überzeugen, das ich suuuupercoole projekte habe… jaja..brauch ich nicht… wäre schön….nein nein…brauch ich nicht..nööö…nööö….och der schaut toll aus… ob ich doch? aber welches garn? nein…nein….alles jut…brauch ich nicht…. quark….liste lang genug….
    AAAAAAH…..ich brauch ihn……
    seufz….. das war schwere geburt…. seufz…

  6. annelies
    9. August 2014 at 19:52

    Guten Abend,

    was für ein schöner Pulli! Der dürfte auch mit dünnerem Garn noch gut warm halten.

    Ich glaube, es ist wirklich nur Gleichgültigkeit der Designer, denn sonst müssten sie ja auch darauf kommen, dass das Gestrick anders aussieht, wenn man die Proportionen nicht beachtet. Vielleicht wird nur eine Größe tatsächlich gestrickt und die anderen Größen am Computer errechnet? Denn ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Designer vor zwanzig / dreissig Jahren Proportionen nicht berücksichtigt haben, und da wurde noch mit der Hand gerechnet. Oder es gab die Anleitung nur für eine Größe, und jeder mußte selbst rechnen.

    Ich bin auch schon gespannt auf den fertigen Pulli. Es macht immer Spaß, Deine fertigen Stücke zu betrachten.

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend
    Annelies

    • Tina Hees
      9. August 2014 at 20:01

      Daß die Sachen nur in einer Größe -in der Regel 36/38- gestrickt werden, ist klar, mehrere Größen wären zeitlich auch gar nicht machbar.

      Bei der Verena z.B. hat man nur rd. 6 Wochen Zeit, um das Modell anzufertigen, da ist mehr als eine Größe gar nicht möglich. Man könnte zwar mehrere Strickerinnen damit beauftragen, aber das geht aus finanziellen Gründen nicht, wer soll die (und auch den entsprechenden Garnverbrauch) denn bezahlen?

      Alle anderen Größen werden anhand von Größentabellen hochgerechnet. Aber dabei könnte man trotzdem die Proportionen berücksichtigen, zumindest bei so einfach Dingen.
      Bei Mustern ist das natürlich eine andere Sache, da kann es zuweilen recht knifflig werden.

    • 10. August 2014 at 13:14

      Ich denke es ist zum einen Bequemlichkeit, da man sich ja sonst bei jeder Grösse extra Gedanken machen müsste und noch mehr Formeln in das Tabellenblatt zur Grössenberechnung einbauen muss. Zum anderen unterstelle ich den Designern (wie auch den Modedesignern), dass sie einfach nicht über grosse Grössen nachdenken wollen und gedanklich ausblenden, dass nicht jede Frau Grösse 36 trägt. Es ist wie bei den Schnittmusterheften z.B. von Burda, wo die richtig schicken Modelle einfach nur bis Grösse 42 gehen. Die Botschaft ist für mich klar: „Uns interessiert nicht, wie dickere Leute sich kleiden“.

      • Doris
        10. August 2014 at 18:50

        Hallo,

        irgendwie habe ich auch immer das Gefühl, dass die Strickmodelle nur in 36/38 entwickelt werden. Denn ich finde, dass manch Modell in Gr 36 wirklich schick aussieht, doch dann in 44?? Schon schwierig. Und leider gibt es immer noch zu wenige Strickideen in größeren Größen.
        In Dänemark gibt es in den meisten Handarbeits-Heften extra Modelle für starke Frauen. Also gestrickt/genäht entsprechend groß und es wird auch entsprechend von einer fülligeren Frau getragen. So kann man auch gleich sehen, ob es einem gefallen würde. Das finde ich klasse. Denn wer ist denn schon so dünn? eher wenige oder?

        Und bei dem Pulli hier wäre es natürlich schöner, wenn alles entsprechend den anderen Größen angepasst wäre–bei jedem anderen Modell natürlich dann auch

        gruß Doris

  7. Bea
    9. August 2014 at 20:52

    Ich bin jetzt schon gespannt, wie du das Problem lösen wirst, dass mit Deiner MaPro auch der Musterstreifen auf dem Arm schmaler werden wird. Dadurch wird dann ja auch die Schulterpasse schmaler. Änderst Du das Muster, so dass es wieder die Originalbreite hat? Und wenn ja, wie? Seitlich zusätzlich zwei Zöpfe, einen rechts und einen links? Oder lässt du die Schrägen im Muster weiter nach außen laufen, machst den Mustersatz also höher? Oder machst du die Schulterpasse schmaler und übernimmst das Zopfmuster so wie es ist?

    • Tina Hees
      9. August 2014 at 23:26

      Da bin ich mir auch noch nicht so ganz sicher. Ich glaube ich gucke erstmal, wie breit das Zopfmuster bei mir wird und wenn es mir zu schmal erscheint, muss ich es irgendwie verbreitern.

      Irgendwas muss ich mir sowieso überlegen, denn so, wie das Muster zur Zeit ist, gehen die Rippen vom Bündchen nicht ins Muster über, Eine Rippe ja, die andere nicht, das ist doch schon wieder Murks.
      Da kann man aber mit Zu- und Abnahmen tricksen.

  8. 9. August 2014 at 21:00

    SCHÖN isser! Und die Yak gefällt mir sehr.
    Die Bilder bei Ravelry…hmmm, sieht aus, als wäre zu wenig Wolle da gewesen….Ärmel zu kurz, der Pullover insgesamt ne Nummer zu klein – meine Meinung…..sieht einfach aus, als hätte sie einen Pullover aus ihrer Kindheit an.
    Und das mit den Proportionen muss ich mir dringend merken, davon hast du schon mal geschrieben…ich habs wieder verdrängt 8(

    Ich habe die Jacke übrigens gespannt – und sie sieht wunderbar aus, da rollt sich nichts mehr….allerdings ist sie etwas gewachsen, fürs nächste Mal weiß ichs bei der Alpaca…

    Liebe Grüße und gutes Schaffen
    m

    • Tina Hees
      9. August 2014 at 23:18

      Nee, zu klein finde ich den Pullover nun gar nicht, größer dürfte der nicht sein, dann würde er schlabberig sitzen.
      Nur die Ärmel sind ein Stückchen zu kurz.
      Dafür sind die Schultern zu breit, guck‘ mal, wo die Ärmelnaht sitzt. Wenn der keine Schulterpasse, sondern eine normale Armkugel hätte, würde ihr die Schulter bis auf den Oberarm runtergehen.

      • 10. August 2014 at 23:22

        Das mit den Schultern stimmt – allerdings ist der Pullover ja wahrscheinlich nicht für das Modell gestrickt worden, vielleicht hat sie besonders schmale Schultern??? Nee, zu eng finde ich ihn auch nicht, aber mir ist er zu kurz, nicht nur an den Armen.

        • Doris
          11. August 2014 at 05:28

          das ist ja der große Vorteil des selber strickens: Man kann alles entsprechend ändern und verlängern ist natürlich dann sowieso eine kleine Sache für uns, oder?
          Also ich mache das oft, denn diese kurze Mode ist eh fast vorbei und oftmals nicht wirklich vorteilhaft.
          aber ansonsten ist dieser Pulli wirklich schön, auch der Kragen 🙂

          http://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/c020.gif

  9. Lucie
    10. August 2014 at 01:17

    Der Pullover sieht echt super aus. Ich hoffe du hast viel Freude damit.
    Ich habe mir vor 18 Monaten einen Pullover aus der Yak gestrickt und ich finde ihn fast zu warm.
    Vor 15 Jahren habe ich mir aus der Bingo einen Raglanpullover gestrickt und trotzdem nicht so warm wie der Pullover aus der Yak-Wolle. Vielleicht lingt es daran dass er alte Pullover die Waschmaschine sehr oft gesehen hat.
    Am liebsten habe ich aber eine Merinowolle mit einer Lauflänge von 120-150 Meter.

    In den letzten Jahren, finde ich, sind die Anleitungen immer schlechter georden, oft sind Fehler drin. Viel Spaß beim stricken wünscht Dir
    Lucie

  10. Christine
    10. August 2014 at 02:55

    Was die Sache mit den Proportionen angeht, hast Du natürlich vollkommen Recht. Ich weiß nicht, ob es Gedankenlosigkeit ist oder einfach nur schnell und billig fertig. Darüber nachzudenken, wie breit ein Musterstreifen in welcher Größe sein sollte, womöglich noch, wenn da mehr als Rechts-Links-Streifen dahinter stecken, das erfordert bissel Hirnschmalz und vor allem Zeit, also Geld. Deswegen glaube ich, Kosten sind der Hauptgrund.

    An einer Stelle allerdings liegt für mich die Ursache an ganz anderer Stelle.
    Du schreibst „Der Pullover ist in der kleinsten Größe 56 cm lang, in der größten Größe 61 cm. Trotzdem ist das Bündchen immer gleich hoch, nämlich 2,5″.“

    Nicht das Bündchen ist für mich der Unsinn, sondern die 61 cm. Der Unfug ärgert mich auch bei fertigen Klamotten. Guck mal in einen beliebigen Katalog. Da liest man bei Pullovern, Röcken etc. oft so etwas „in jeder Größe 2 cm länger“.
    Warum um alles in der Welt? Ich bin breiter, Leute – nicht länger!
    Und optisch vorteilhafter wird es auch nicht, wenn von meinen Beinen nix mehr unter dem Rock hervorguckt oder Pullover oder Shirt so weit über den Hintern reichen, dass unten gleich alles andere bedeckt ist. Für länger oder kürzer gibt es schließlich Lang- und Kurzgrößen (die man zwar auch schlecht kriegt, aber das ist anderes Thema).
    Noch krasser wird es übrigens bei A-Körbchen, die mit dem Umfang wachsen.http://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif

    Ich weiß, ich weiß: Das alles gehört nur sehr bedingt zum Thema. Aber es ist dieselbe Gedankenlosigkeit oder Nachlässigkeit oder Fix-und-billig-fertig-Denke.
    In alles, was keinen oder keinen nennenswerten zusätzlichen Umsatz bringt, wird kein Cent gesteckt.
    Die Anleitungen – um hier beim Thema zu bleiben – verkaufen sich so oder so, ob wir uns darüber ärgern oder gar aufregen oder nicht…

    • Christin
      10. August 2014 at 11:32

      Da stimme ich Dir 100%ig zu. Das mit der größeren Länge bei größeren Größen kapiere ich auch nicht. Das ist bei mir zwar nicht so das Megaproblem aber es ärgert mich trotzdem. Wenn eine Frau fülliger, wohl proportioniert, ist heißt das doch nicht automatisch, dass sie 1,95 m groß ist. Ich kenne das von meiner Schwester und daher mein Frust. In ihrer Größe reichen ihr T-Shirts oft bis weit auf den Oberschenkel, was dann so sackartig aussieht. 🙁

      • Christine
        10. August 2014 at 12:05

        Christin:
        Wenn eine Frau fülliger, wohl proportioniert, ist heißt das doch nicht automatisch, dass sie 1,95 m groß ist.

        Ne, dafür gibt es ja dann Langgrößen http://www.grössentabelle.org/damen-damengroessen.html

        Wir werden es nicht verstehen! http://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_unsure.gif

        Was die Anleitungen angeht, ist das zwar wie von Tina beschrieben Unsinn, aber man kann wenigstens selbst gegensteuern. Ich rechne ohnehin alle Maße uund Maschenzahlen selbst aus, gucke Bild an, mache passend, wie ich es für gut halte.
        Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, denn eigentlich sind damit alle vorgegebenen Maße von vornherein überflüssig, weil sie eh niemandem passen. Aber immerhin kann man selbst etwas tun. Bei fertigen Klamotten ist das deutlich schwieriger.

        Wie war das? Die Japaner bieten ohnehin nur ein Maß. Korrekt? An sich vollkommen ausreichend, wenn alles andere sowieso unbrauchbar ist.

    • Fussel
      15. August 2014 at 17:12

      Da kann ich Dir nicht zustimmen. Ich bin 1,76 groß und brauchte, als ich noch Größe 40 trug, eine Jeanslänge von 32“. Seit ich in die Breite gegangen bin und 42 bis 44 brauche, brauche ich interessanterweise auch eine Beinlänge von 34“.
      Ich hab so das Gefühl, daß die Hosen durch den zusätzlichen Hüftspeck etwas weiter oben sitzen.

      Außerdem muß die Bekleidungsindustrie sich an gewisse Normproportionen halten, da wird es immer schwierig, allen gerecht zu werden. Und da reicht die Dreiteilung in Kurz-, Normal- und Langgrößen bei weitem nicht aus. Mir sind sogar Langgrößen oft zu kurz – meine Hosen kommen deshalb meist aus dem Jeansladen, auch wenn ich mir die aussuche, die am wenigsten „jeansig“ aussehen. Bei den Jeansgrößen kann man sich halt seine Beinlänge aussuchen und notfalls bestellen lassen.

      Wenn man also von einer Figur mit ähnlichen Proportionen ausgeht, muß man also sehr wohl bei einer größeren Größe alles etwas länger machen. Eine Frau mit meiner Körperhöhe hat nun mal seltener eine Größe 36 als jemand mit 1,60m.

  11. MarionB
    10. August 2014 at 12:47

    Das Problem mit den Proportionen kenne ich auch, nicht alles, was in dem abgebildeten Modell in 36/38 gut aussieht sieht auch in meiner 42/44 gut aus… Letztens hatte ich einen Pulli, der auf dem Foto bis gerade an den Po reichte. Ich gab meinem Schatz das Maßband, guckte auf die angegebenen Schnittmaße und sagte: Mess doch mal bitte an meinem Rücken xx cm ab. Und siehe da: der Pulli wäre bei mir bis weit über den Po gegangen – ein No-Go bei diesem Modell (und bei mir und meiner Figur sowieso).

    Deinen ausgesuchten Pulli finde ich übrigens sehr schön, auch den Kragen, bin gespannt, was Du zu dieser Kragenlösung sagst und wie sie sitzt.

  12. Fragolinchen
    10. August 2014 at 14:53

    Naja, ich glaube auch, dass wohl einiges an Mehrarbeit (und damit Mehrkosten) notwendig ist, um die Proportionen auf alle Größen umzurechnen. Außerdem gibt es auch viel zu viele verschiedene Frauenkörper, um allen gerecht zu werden. Eine große Oberweite bedeutet ja nicht zeitgleich eine breite Hüfte bzw. viel Bauch. Genauso kann wenig Oberweite vorhanden sein und gleichzeitig ein Bäuchlein, und und und. Die Liste ließe sich wohl ewig weiterführen.
    Und die Proportionen sind ja auch anders, wenn Du eine andere Maschenprobe hast. Bei 18 Maschen pro 1 cm sind die einzelnen Rippen breiter als bei einer Mapro von 24 cm. Da müßtest Du ja mehr einzelne Rippen stricken um die gleiche Gesamt-Streifenbreite zu erreichen, oder?

    • Fragolinchen
      10. August 2014 at 14:53

      pro 10 cm natürlich, meine Tastatur ist nicht mehr die Beste….

  13. 10. August 2014 at 17:08

    Ich bin wie immer gespannt auf Deine Interpretation. Meistens ist die ja besser als das Original 🙂

  14. Petra
    10. August 2014 at 17:23

    Ich finde den Pulli ganz toll, gerade Kragen und Ausschnitt. Wenn man jedoch etwas kräftige Oberarme (mit der Zeit bekommen) hat, dann kann man das Projekt echt vergessen, leider. Und Umrechnungen sind für mich immer ein Grusel. Aber für Dich ja alles kein Problem :).

  15. Mona NicLeoid
    11. August 2014 at 10:40

    Ich habe mich eine Zeit lang auch immer über solche Größen- und Proportionsprobleme aufgeregt (und mir geht es andersherum als den meisten hier, ich bin klein und dünn, und z.B. die Sachen in deutschen Strick- und Nähzeitschriften in Größe 36/38 wären mir zu groß).

    Irgendwann habe ich festgestellt, dass das Aufregen und Jammern länger dauert als sich einen eigenen Pullover zu entwerfen und auszurechnen. Wenn man seine Maße kennt und weiß, worauf man achten muss, ist das ganz leicht und schnell gemacht. Für mich ist das die eigentliche Freiheit beim Selbermachen 🙂

    • Christine
      11. August 2014 at 11:47

      Mona NicLeoid: Irgendwann habe ich festgestellt, dass das Aufregen und Jammern länger dauert als sich einen eigenen Pullover zu entwerfen und auszurechnen. Wenn man seine Maße kennt und weiß, worauf man achten muss, ist das ganz leicht und schnell gemacht. Für mich ist das die eigentliche Freiheit beim Selbermachen

      Das war nicht der Punkt, zumindest nicht meiner. Natürlich kann man selbst rechnen. Ich mache das regelmäßig. Meine Größe wäre auch dann nie dabei, wenn die Anleitungen ordentlich berechnet wären. Und hi und da mal ein Detail anders machen als in der Anleitung gehört auch dazu.

      Der Punkt ist, dass Anleitungen in verschiedenen Größen durchaus gegeben werden, aber dass sie meistens lieblos und undurchdacht sind. Ich finde: Wenn schon andere Größen, dann ordentlich. Ansonsten besser gleich weglassen!

  16. Debbie
    11. August 2014 at 10:54

    Hi Tina,

    na, DER Pullover-Anschlag ging ja schnell….http://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/bf-knittingsmiley.gif

    Und ja, in der Yak kommt der bestimmt sehr gut…wobei ich lachen musste: Du findest die Yak weniger (!) warm als normale Merino?????

    Ich gehöre (noch) nicht zur Fraktion mit körpereigenen Kraftwerk, und gerade weil die Schals,Loops etc die ich bisher aus der Yak gefertigt habe so brüllwarm sind, konnte ich mich bisher noch nicht zu einem ganzen Kleidungsstück (mit Ärmeln OMG http://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif durchringen.

    Bin sehr gespannt wie alles am Ende ausschaut.

    Deine Kritkpunkte zur Anleitung (Größenverhältnisse muster etc.) sind absolut richtig, vielelicht schreibst Du IK bzw. der Designerin mal nett was Du zu bemängeln hast?
    Vielleicht tut sich ja was oder du hilfst jemanden auf die Sprünge der das Problem bisher noch gar nicht sah?

    Only my 2 cents.

    Liebe Grüße

  17. 11. August 2014 at 11:16

    „Ich war ohnehin nie ein Frostködel, aber seitdem ich in den Wechseljahren bin, habe ich offenbar ein inneres Kraftwerk… (das Gute ist, daß ich enorm Heizkosten spare 😀 )“

    Liebe Tina,
    das kann ich sowas von nachfühlen! Strickpullover im geheizten Büro – geht nicht!

    Ich habe das für mich jetzt so gelöst, dass ich mir überwiegend ärmellose Teile und Tunikas stricke, die kann ich im Winter über dünnen Rollis und Langarm-T-Shirts tragen. So spare ich Garn, Zeit und kann mich trotzdem in Selbstgestricktes hüllen.

    Eine Frage noch zur Yak und diesem Pulli: Wieviel Garn hast Du für ihn veranschlagt? Ich stricke auch eher fest und nehme grundsätzlich eine halbe bis ganze Nadelstärke weniger als angegeben.

    Ich war übrigens in Dänemark im Urlaub und habe Helle Holst einen Besuch abgestattet. Sie ist eine ganz nette, kleine und zierliche Person, spricht gut englisch und ihr Laden – ach, reden wir lieber nicht davon. Ein bisschen Garn hat sie jetzt noch da 😉 Sie wohnt in/bei Aabybro in Nordjütland.

    Danke und einen schönen Start in die Woche!

    Kirsten

    • Doris
      11. August 2014 at 13:52

      Hallo Kirsten,

      ist das die Helle Holst, die dann diese wunderschönen Holst Garne verkauft?
      Diese Garne habe ich im Mai zufällig während meines Urlaubs in Franken kennen gelernt und dann später ein schönes Wollgeschäft in Bremen entdeckt, die holst Garne verkauft!
      Auf welcher Seeseite liegt denn Aabybro?Oder liegt der Ort mittig von Nordjütland?

      Und übrigens nett von dir, dass du anderen Kunden noch etwas Garn übrig gelassen hast http://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gifhttp://tichiro.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

      • Waltraud
        11. August 2014 at 15:06

        Von Hamburg sind es 475 km nach Aabybro und ich bin schneller in Rom als bei Helle Holst. Der Ort beginnt schon mit einem A und liegt auch am A… der Welt.
        Ich bin schon gespannt wie der Pullover in der Farbe aussieht und welche Knöpfe er bekommt.
        Und das Modell ist nicht zu klein und der Pullover zu groß Die Arme besser die Achselhöhle ist sehr eng und da sie etwas untendrunter trägt wird es so eng, dass sich die rechten Maschen an der Schulter schon spannen.
        Nach den Beiträgen hier und den Bildeindrücken, werde ich mir nur die Idee mit dem Rippenmuster an der Seite und der Schulter( Bezeichnung habe ich vergessen) klauen.
        Da ich mit LL150m /50g stricken werde, muss ich ein ganz anderes Zopfmuster wählen.
        Ich plane auch aus dem Pulli eine Jacke zu stricken und warscheinlich wird dieser Stehkragen ein ganz simpler Jackenkragen, weil dünneres Garn nicht so stehen bleibt.
        Sicherlich gefällt mir der Pullover nur wegen der Schulter. Vor fast 50 Jahren habe ich einen ähnlichen Pullover nachgestrickt. Das Zopfmuster war ein ganz simples und wiederholte sich in allen Bündchen auch am Hals.

  18. 11. August 2014 at 16:21

    Doris: Auf welcher Seeseite liegt denn Aabybro?Oder liegt der Ort mittig von Nordjütland?

    Ja, genau die! Es gibt die Garne von ihr inzwischen ja auch in Deutschland, u.a. bei „Strickideen“.
    Sicherlich ist es kein Katzensprung, aber ich war dort im Urlaub. Von Thüringen, wo ich wohne, sind es nach Nordjütland knapp 900 km.
    Aabybro liegt eher an der Westseite, also näher zum Skagerak, eher im Süden von Nordjütland. Ich schätze mal, ungefähr 50 km nordwestlich von Aalborg und vom Limfjord. Google-map mal genau, dann findest Du den Ort.

    Waltraud: Der Ort beginnt schon mit einem A und liegt auch am A… der Welt.

    Liebe Waltraud, entschuldige bitte, aber da muss ich Dir widersprechen. Nordjütland ist ein in vieler Hinsicht sehr moderner und wunderschöner Landstrich in Nordeuropa. „A… der Welt“ trifft nicht zu. Da gibt es Orte in die Deutschland, die mit Sicherheit hinterwäldlerischer sind. Marianne Isager stammt auch von da. Wenn man diese Landschaft gesehen und erlebt hat, erschließt sich die schlichte Schönheit der Modelle der norddänischen Strickdesigner um einiges besser.
    Ich liebe Dänemark jedenfalls, auch Irland und Schottland, viel mehr als den Süden Europas, aber das ist ja Geschmackssache. Nicht auszudenken, wenn plötzlich alle Italien- und Spanienfans nach Dänemark aufbrechen würden …

    In diesem Sinne, eine gute und bestrickende Woche,

    Kirsten

    • Waltraud
      11. August 2014 at 17:32

      Ich meinte das nicht im hinterwäldlichen Sinne , sondern der Entfernung wegen.
      Wenn man in Hamburg wohnt hat man schon weniger als die Hälfte, die ich fahren muss. Man kann dahin nur einen Urlaub planen. Vor 25 Jahren bin ich dort vorbei gefahren und wußte damals nicht, welch schönes Garn in Dänemark gesponnen wird.
      Da ich Schwedenurlaubsfan ( Pippi Langstrumpf-Prägung) bin, durchfahre ich ab und an auch den Süden Dänemarks.
      Da läßt sich mein Mann zu einerm Abstecher nach Aabybro nicht überreden 😉

  19. 11. August 2014 at 18:41

    Das, wird ein sehr hübscher Pulli. Die Yak-Wolle ist aber sicherlich immer noch sehr warm (früher war ich eine Frostbeule, heute brauche ich nur leichte Sachen – das geht wohl allen rund um die 50 so). Das mit den Proportionen ist mir noch nie so bewußt geworden (ich trage Gr. 40 bei 1,72 m Größe), bis ich mal mit einer sehr kleinen Kollegin einkaufen war. Da passte ja keine Taille, bei Schlaghosen saß das Knie falsch u.s.w..
    LG
    Ingrid

    • Christine
      11. August 2014 at 23:58

      Ingrid: bis ich mal mit einer sehr kleinen Kollegin einkaufen war. Da passte ja keine Taille, bei Schlaghosen saß das Knie falsch u.s.w..

      Wenn diese sehr kleine Kollegin eine „normale Breite“ hat, ist das durchaus noch logisch. Normalgrößen sind ja für Leute mit „normaler Höhe“ da. Natürlich können Zwerge und Riesen nicht in dieselbe Hosenläneg passen. Für sehr kleine Leute gibt es Kurzgrößen(, die man lediglich kaum im Laden bekommt, aber das ist ein anderes Problem). Also bis dahin alles i.O.

      Nicht mehr stimmen tut’s dann, wenn Du eine Kollegin mit – sagen wir etwas mehr Breite hättest, die aber ansonsten weder besonders klein noch besonders groß ist. Wenn man für sie die Teile länger geschnitten hat als für Dich, dann stimmt was nicht. Und genau das passiert!
      Übrigens auch bei diesem Pullover hier. Für sie soll er 61 cm lang gestrickt werden, für Dich nur 56. Warum?

      So, und jetzt höre ich auf, mich aufzuregen. Das tue ich nämlich schon seit Jahren. Geändert hat sich nix.

  20. Ulrike
    13. August 2014 at 15:22

    OHHHH was für eine tolle Wolle *grins*
    Der Pulli natürlich auch!!!!!
    das mit den Proportionen stimmt und du liebe Tina hast meinen höchsten Respekt!!!!!!
    Umrechnen und alles bis ins Detail exakt!!! HUT ab
    Was mir bei den Anleitungen meistens auffällt, ist ,das meistens viel zu dicke Nadeln angegeben sind und dann alles so löchrig (schlampig) aussieht ich stricke meist eine halbe bis ganz Nadelstärke dünner!!!!
    ich freu mich schon auf die Bilder dieses Prachtstücks!!!! Liebe Grüße

  21. Fussel
    15. August 2014 at 17:00

    Ach schau an, da wird der Zopf von Moyen Age verwendet.
    http://www.ravelry.com/patterns/library/moyen-age

    Interessanter Pullover, aber was Du über die Größenberechnung berichtest, motviert mich eher zum Re-Engineering als zum Kaufen…

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